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DE1278074B - Verfahren zur Stabilisierung therapeutisch wertvoller, waessriger Plasminloesungen - Google Patents

Verfahren zur Stabilisierung therapeutisch wertvoller, waessriger Plasminloesungen

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Publication number
DE1278074B
DE1278074B DEN21485A DEN0021485A DE1278074B DE 1278074 B DE1278074 B DE 1278074B DE N21485 A DEN21485 A DE N21485A DE N0021485 A DEN0021485 A DE N0021485A DE 1278074 B DE1278074 B DE 1278074B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
plasmin
solution
acid
amino acid
solutions
Prior art date
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Pending
Application number
DEN21485A
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English (en)
Inventor
Villy Johannes Jensen
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Novo Terapeutisk Laboratorium AS
Original Assignee
Novo Terapeutisk Laboratorium AS
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Novo Terapeutisk Laboratorium AS filed Critical Novo Terapeutisk Laboratorium AS
Publication of DE1278074B publication Critical patent/DE1278074B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N9/00Enzymes; Proenzymes; Compositions thereof; Processes for preparing, activating, inhibiting, separating or purifying enzymes
    • C12N9/14Hydrolases (3)
    • C12N9/48Hydrolases (3) acting on peptide bonds (3.4)
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Description

  • Verfahren zur Stabilisierung therapeutisch wertvoller, wäßriger Plasminlösungen Die Verwendung steriler wäßriger Plasminlösungen für verschiedene therapeutische Zwecke, bei denen die proteolytischen Eigenschaften des Plasmins nutzbar gemacht werden, ist bekannt. Die Art der Anwendung hängt von der Krankheit ab, die gelindert oder geheilt werden soll. So hat man Injektionen, beispielsweise bei Empyemen, Hämothorax und Sinusthorax, und Infusionen, beispielsweise bei Thrombosen und Ödemen, verabreicht. Weitere Anwendungen wurden mit Einflößungen, beispielsweise im Zusammenhang mit Fisteln verschiedener Art und Vaginitis, durchgeführt. Ferner hat man Oberflächenbehandlungen, beispielsweise bei Wundbehandlungen, angewandt.
  • Im allgemeinen wird die Aktivität der Plasminlösungen in der Zahl der Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter angegeben. Jedoch wurde bisher noch keine Definition für eine Plasmineinheit international festgelegt. In dieser Beschreibung soll eine Plasmineinheit diejenige Menge an Plasmin bedeuten, die in 20 Minuten die Bildung von in Perchlorsäure löslichen Zerfallsprodukten bewirkt, die unter den folgenden Versuchsbedingungen eine Extinktion von einer Einheit bei 275 m#L hervorrufen: 1 ccm einer Plasminlösung, deren Aktivität bestimmt werden soll und deren pH 7,5 ist, wird in zwei Versuchsröhren gegeben, von denen jede in einem 0,4molaren Phosphatpuffer (pH 7,50) 1 ccm einer 3°/oigen Lösung von Hammarsten Kasein enthält, wobei diese Lösung auf 35,5°C vorerhitzt worden ist. Nach Stehenlassen während 2 Minuten in einem Thermostat bei 35,5°C wird einer der Röhren 3 ccm einer 1,7molaren Lösung von Perchlorsäure in destilliertem Wasser zugesetzt, und nach Stehenlassen während 22 Minuten bei 35,5'C wird der anderen Röhre dieselbe Menge an Perchlorsäurelösung zugesetzt. Durch den Zusatz der Perchlorsäure findet eine Ausfällung statt, und die beiden Versuchsröhren werden nun 20 Minuten stehengelassen, wonach eine zweimalige Filtration mit Filterpapier (J. H. M u n k t e 11 s unübertreffliches original schwedisches Filterpapier Nr. 0,9 cm) durchgeführt wird. Die Extinktion der beiden Lösungen wird hiernach bei 275 m#t in einem Beckman-D-U-Spektrophotometer (1 cm Quarzküvette) gemessen. Der Wert der Versuchsprobe, die 2 Minuten stand, wird als Blindwert verwendet. Die Plasminlösung, deren Aktivität bestimmt werden soll, wird so weit verdünnt, daß die Extinktion 0,5 nicht überschreitet, da bei höheren Plasminkonzentrationen zwischen der Extinktion und der Plasminkonzentration keine Proportionalität besteht. Während eine wäßrige Plasminlösung mit einem pH von 2 bis 3 praktisch völlig stabil bei Temperaturen bis zu 35°C ist, ist dieselbe Plasminlösung bei neutraler Reaktion (pH 7 oder pH des Blutes) instabil, es sei denn, daß die Lösung stark verdünnt ist. Macht man zur Vorbedingung, daß der zulässige Höchstwert des Plasminverlustes in der Lösung während einer Dauer von 2 Stunden und bei 25'C bei 200/, liegt, so müssen Plasminlösungen, die mehr als etwa 0,1 Einheit pro Kubikzentimeter enthalten, als instabil angesehen werden. Da die für therapeutische Zwecke verwendeten Plasminlösungen wesentlich mehr Plasmin enthalten, mußte man bisher frisch hergestellte Plasminlösungen anwenden und möglicherweise eintretende Plasminverluste in Kauf nehmen.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, klinisch wertvolle Plasminlösungen zu schaffen, die wesentlich stabiler als die bisher bekannten Plasminlösungen sind.
  • Nachdem bei stark verdünnten Plasminlösungen der Plasminverlust während der üblichen Lagerungszeiten nicht wesentlich ins Gewicht fällt, zielt die Erfindung in der Hauptsache auf die Stabilisierung von wäßrigen Plasminlösungen mit einem höheren Plasmingehalt ab, bei denen die Stabilisierung des Plasmins ein wirklich ernstes Problem darstellt. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um Plasminlösungen mit einem Plasmingehalt von 0,3 Einheiten pro Kubikzentimeter und darüber. Solche Plasminlösungen sind als therapeutisch wertvoll anzusprechen.
  • Die Erfindung bezweckt insbesondere die Schaffung von Plasminlösungen, die sogar bei Temperaturen von etwa 35°C praktisch stabil sind.
  • Es wurde nun gefunden, daß die Stabilität von therapeutisch wertvollen Plasminlösungen durch Zusatz einer oder mehrerer Aminosäuren wesentlich verbessert werden kann.
  • Es ist bereits bekannt gewesen, daß s-Aminokapronsäure die Aktivierung von Plasminogen zu Plasmin inhibiert und auch eine inhibierende Wirkung auf die kaseinolytische Aktivität von Plasmin hat. Hieraus konnte jedoch nicht abgeleitet werden, daß e-Aminokapronsäure eine Stabilisierung des Plasmins in wäßriger Lösung bewirken würde. Es war ferner bekannt, daß unter bestimmten Bedingungen die Wirksamkeit des Plasmins auf Benzoylargininmethylester, Kasein und Fibrin gesteigert werden kann. Auch auf Grund dieser Erkenntnis konnte nicht vorausgesehen werden, daß ein Zusatz von Aminosäuren zu therapeutisch wertvollen wäßrigen Plasminlösungen das Plasmin stabilisieren würde, zumal bei den bekannten Versuchen mit stark verdünnten Plasminlösungen gearbeitet worden ist und hierbei für die Menge an a-Aminokapronsäure, vermittels derer sich die Wirksamkeit des Plasmins steigern läßt, eine obere kritische Grenze festgestellt wurde. Eine solche kritische Grenze hat für die Erfindung keine Bedeutung, wie sich noch aus der nachfolgenden Beschreibung im einzelnen ergibt.
  • Auf Grund des Standes der Technik muß die Feststellung, daß Aminosäuren in der Lage sind, wäßrigen Plasminlösungen eine außerordentlich hohe Stabilität zu verleihen, wodurch diese für den praktischen klinischen Gebrauch, insbesondere zur Infusion, eine beträchtliche Wertsteigerung erfahren, als überraschend angesehen werden.
  • Durch die Versuche, die zu der vorliegenden Erfindung führten und bei denen eine große Serie von verschiedenen Aminosäuren zur Anwendung kamen, wurde gefunden, daß die chemische Struktur der Aminosäuren ihre Stabilisierungswirkung beeinfiußt. Es wurde festgestellt, daß es zweckmäßig ist, vorzugsweise aliphatische Aminomonocarbonsäuren zu verwenden. Es wurde ferner als zweckmäßig gefunden, daß mindestens eine Aminogruppe in der Aminosäure an ein Kohlenstoffatom gebunden ist, das mindestens durch ein Kohlenstoffatom von der Carboxylgruppe bzw. -gruppen der Aminosäure getrennt ist. Von besonderem Vorteil sind aliphatische Aminomonocarbonsäuren mit mehr als 3 Kohlenstoffatomen und einer endständigen Aminogruppe, da der erzielbare Stabilisierungseffekt um so besser zu sein scheint, je weiter die Carboxylgruppe der Aminosäure von deren Aminogruppe bzw. -gruppen entfernt ist.
  • Um den gemäß der Erfindung erreichbaren Stabilisierungseffekt zu verdeutlichen, wird nachstehend auf eine Serie von Stabilisierungsversuchen Bezug genommen, auch unter Hinweis auf die Zeichnung, in der F i g. 1 und 2 den Stabilisierungseffekt von verschiedenen Aminosäuren graphisch wiedergeben. Der Stabilisierungseffekt einer großen Serie von Aminosäuren wurde im Zusammenhang mit aus Schweineblut gewonnenem und in Phosphatpuffer (pH 7,5) aufgelöstem Plasmin geprüft. Eine wäßrige Lösung der jeweiligen Aminosäure wird mit der Plasminlösung vermischt, wobei erforderlichenfalls so weit verdünnt wird, daß die hergestellte Mischung etwa 0,4 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter und 0,25 Millimol Aminosäure pro Plasmineinheit enthält, wenn die Löslichkeit der Aminosäuren eine solche Aminosäurekonzentration gestattet. Andernfalls wird eine gesättigte Aminosäurelösung verwendet. Die so hergestellte Aminosäure enthaltende Plasminlösung wird in einen auf 35,5°C eingestellten Thermostat gebracht. Nach verschiedenen Stunden werden Proben genommen, die auf ihre Plasminaktivität hin analysiert werden, die in Prozentsätzen der Anfangsaktivität (etwa 0,4 Einheiten pro Kubikzentimeter) ausgedrückt wird. Die Ergebnisse der Versuche sind in der nachstehenden Tabelle I zusammengestellt.
    Tabelle I
    "/a Aktivität a/a Aktivität
    Aminosäure nach nach
    60 Minuten 120 Minuten
    bei 35,5°C bei 35,5° C
    Keine .................. 55 43
    Glycin ................. 57 44
    Guanidinessigsäure ...... 80 68
    Kreatin ................ 81 60
    ß-Alanin ............... 72 66
    DL-Valin ............... 60 49
    DL-Leucin .............. 72 53
    DL-Isoleucin ............ 77 57
    DL-Norleucin ........... 72 59
    L(+)-Asparaginsäure .... 60 51
    DL-Methionin . . . . . . . . . . . 69 62
    y-Aminobuttersäure ..... 97 87
    L(+)-Citrullin .......... 64 54
    L-Arginin .............. 78 65
    a-N-Acetyl-L-Arginin .... 92 87
    L-Ornithin ..... . . . . . . . . . 92 81
    e-Aminokapronsäure .... 85 80
    L-Lysin ................ 98 96
    m-Aminobenzoesäure .... 73 52
    o-Aminobenzoesäure .... 79 68
    p-Aminobenzoesäure .... 77 63
    DL-Phenylanalin . . . . . . . . . 73 55
    L-Histidin .............. 64 61
    DL-Thrypthophan ....... 60 48
    L(-)-Prolin ............ 62 54
    L(-)-Hydroxyprolin ..... 69 66
    Glycylglycin ............ 88 77
    Keine ..... . ............ 55 43
    Die Kurven in den F i g. 1 und 2 zeigen die unter den vorerwähnten Versuchsbedingungen erzielbare Stabilität, ebenfalls nach Lagerung bei 35,5°C während einer längeren Zeitdauer unter Verwendung der erwähnten Aminosäuren. Die Abszysse der Kurven zeigen die Lagerdauer in Stunden und die Ordinate den Prozentsatz der Anfangsaktivität an. Zum Vergleich ist auch die Stabilitätskurve der keinen Zusatz an Aminosäure aufweisenden Plasminlösung dargestellt.
  • Aus den Versuchsergebnissen geht hervor, daß der Stabilisierungseffekt von aliphatischen a-Aminvsäuren bei den angewandten Aminosäurekonzentrationen nicht sehr groß ist, daß jedoch der Stabilisierungseffekt mit zunehmender Länge der Kohlenstofffkette der a-Aminosäure ansteigt. Wenn die Kohlenstoffkette der a-Aminosäure verzweigt ist, wird der Stabilisierungseffekt der a-Aininosäure ebenfalls größer. Es kann weiterhin festgestellt werden, daß der Stabilisierungseffekt der a-Amino" säuren sprunghaft ansteigt, wenn die Aminogruppe substituiert wird, um der Säure einen ausgeprägteren basischen Charakter zu verleihen. So zeigen Guanidinessigsäure und Kreatin einen sehr viel besseren Stabilisierungseffekt als Glycin und DL-Valin. Darüber hinaus kann festgestellt werden, daß die Einführung von Säuregruppen in eine a-Aminosäure den Stabilisierungseffekt verringert. So ist der Stabilisierungseffekt von L(-)-Asparaginsäure fast identisch mit demjenigen des Glycins.
  • Aliphatische ß-Aminosäuren haben eine größere Stabilisierungswirkung als a-Aminosäuren, und mit größer werdendem Abstand zwischen der Carboxylgruppe der Aminosäure und ihrer Aminogruppe nimmt der Stabilisierungseffekt zu. So stabilisieren beispielsweise y-Aminobuttersäuren und E-Aminokapronsäuren wesentlich besser als ß-Alanin.
  • Der Stabilisierungseffekt bleibt praktisch sogar unverändert, wenn eine Aminogruppe in a-Stellung zusätzlich zu einer wesentlich von der Carboxylgruppe entfernten Aminogruppe vorhanden ist, wie ein Vergleich des Stabilisierungseffekts von s-Aminokaprons4ure und Lysin (,x"s-Diaminokapronsäure) zeigt. Ebenfalls zeigt Ornithin (a,ö-Diaminovaleriansäure) einen ausgezeichneten Stabilisierungseffekt. Ferner ist mit schwefelhaltigen Aminosäuren ein Stabilisierungseffekt erreichbar, z. B, mit DL-Methionin.
  • Der Umstand, daß eine Aminogruppe mit einer nichtbasischen Gruppe substituiert wird, verhindert nicht den Eintritt des Stabilisierungseffekts, wenn die Aminosäure noch eine basische Gruppe aufweist, die weit von der Carboxylgrüppe angeordnet ist. So zeigt a-N-Acetyl-L-Arginin einen ausgezeichneten Stabilisierungseffekt.
  • Während Glycin lediglich eine schwache Stabilisierungswirkung in den angewandten Konzentrationen aufweist, wird eine starke Stabilisierungswirkung mit Glycylglycin erreicht in Übereinstimmung mit dem Obenerwähnten, d. h., daß es für die Stabilisierungswirkung darauf ankommt, daß die Aminogruppe möglichst weit von der Carboxylgruppe der Aminosäure entfernt ist.
  • Die untersuchten aromatischen Aminosäuren zeigen einen begrenzten Stabilisierungseffekt in den angewandten Konzentrationen. In etwa dasselbe gilt für die untersuchten heterozyklischen Aminosäuren L(-)-Prolin und L(-)-Hydroxyprolin.
  • Glycylglycin wird als Dipeptid angesehen, Es können auch andere Dipeptide, beispielsweise Leucylglycin, Alanylalanin und Glycylvalin, und höhere Peptide angewendet werden, wenngleich die gewöhnlichen Aminosäuren im Hinblick auf die Tatsache, daß sie leichter zugänglich und zu einem niedrigeren Preis erhältlich sind, bevorzugt werden. Entsprechend den oben beschriebenen, mit aus Schweineblut gewonnenem Plasmin durchgeführten Versuchen wurden auch solche unter Verwendung von aus Ochsenblut gewonnenem Plasmin durchgeführt. In der nachstehenden Tabelle Il sind die erzielten Ergebtiisse unter Anwendung der erwähnten Aminosäuren zusammengestellt.
    Talelle II
    Aminosäure o/o Aktivität 0/0 Aktivität
    0,25 Millimol nach nach
    pro Plasminainheit 60 Minuten 120 Minuten
    bei 35,5A C bei 35,511 C
    L-Lysin ................ 85 83
    L-Arginin .............. 86 85
    s-Aminokapronsäure .... 100 99
    Keine .................. 60 45
    Aus der nachstehenden Tabelle 111 geht hervor, daß die Aminosäuren auch einen Stabilisierungseffekt auf Lösungen des Plasmins aus menschlichem Blut haben. Die Versuchsbedingungen stimmen mit den vorgenannten überein.
    Tabelle III
    Aminosäure °/o Aktivität ^/o Aktivität
    0,25 Millimol nach nach
    pro Plasmineinheit 60 Minuen 120 Minten
    bei 35,51 C bei 35,50 C
    L-Lysin ............. .. 87 78
    s-Aminokapronsäure .... 94 96
    Keine .................. 55 32
    Wie aus der Tabelle I hervorgeht, ist der Stabilisierungseffekt von Glycin bei Lagerungstemperatur der Plasminlösung bei 35,5°C verhältnismäßig unbedeutend, wenn das Glycin in einer Menge von 0,25 Millimol pro Plasmineinheit angewandt wird. Es ist jedoch eine allgemein gültige Regel, daß eine Erhöhung der Aminosäurekonzentration innerhalb gewisser Bereiche eine erhöhte Stabilität der Plasminlösungen hervorruft. Wird ein Zusatz von Glycin in einer Konzentration von 2,5 Millimol pro Plasmineinheit zur Anwendung gebracht, so zeigt die Plasmin@ lösung nach Lagerung bei 35,5°C während 60 Minuten 73 °/o ihrer anfänglichen Aktivität, verglichen mit nur 57 °/o der Anfangsaktivität, wenn das Glycin in einer Konzentration von 0,25 Millimol pro Plasmineinheit zugesetzt wird. Etwa das Entsprechende gilt auch für die anderen Aminosäuren, die entsprechend der Tabelle 1 bei den angewandten Konzentrationen einen verhältnismäßig unbedeutenden Stabilisierungseffekt zeigen.
  • Wenn eine verhältnismäßig große Menge von Aminosäuren, beispielsweise L-Lysin oder s-Arninokapronsäure, die eine starke Stabilisierungswirkung zeigen, den Plasminlösungen zugesetzt wird und die Lösungen nach dem Zusatz auf ihre Plasminaktivität hin analysiert werden, so wird eine gegenüber den Erwartungen geringere Plasminaktivität festgestellt. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, da bei den verhältnismäßig hohen Aminosäurekonzentrationen in nennenswerteren Mengen ein Plasmin-Aminosäure-Komplex gebildet wird, vier keine Aktivität besitzt. Wenn jedoch die Lösungen vor der Analyse verdünnt werden, wird die gesamte Plasminaktivität festgestellt. Zur Verdeutlichung sei auf die nachfolgenden Versuche Bezug genommen: a) Eine Plasminlösung aus Schweineblut und mit einem Gehalt von etwa 0,4 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter und 2 Millimol L-Lysin pro Plasmin. einheit wird in einem Phosphatpuffer (pH 7,5) hergestellt, wonach die Plasminaktivität der Mischung bestimmt und mit der Aktivität einer Plasminlösung ohne Aminosäurezusatz verglichen wird, wobei die Aktivität der Mischung in Prozent der Aktivität von der unvermischten Plasminlösung ausgedrückt wird. Hiernach wird die Lösung verdünnt, wobei die Verdünnung ausgedrückt wird in dem ursprünglichen Volumen der Plasminlösung dividiert durch das Volumen der Plasminlösung nach der Verdünnung. Es wird dann die Aktivität der verdünnten Lösungen bestimmt. Die Ergebnisse dieser Versuche sind in der nachstehenden Tabelle zusammengestellt.
    Tabelle IV
    Millimol L-Lysin Aktivität in
    Verdünnung pro Prozent der
    Kubikzentimeter Gesamtaktivität
    Unverdünnt ....... 0,8 88
    4 : 5 ............. 0,64 84
    3 : 5 ............. 0,48 92
    2 : 5 ............. 0,32 100
    1 : 5 ............. 0,16 97
    b) Es wird derselbe Versuch wie unter a) durchgeführt mit der Ausnahme, daß s-Aminokapronsäure an Stelle von L-Lysin verwendet wird. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle V zusammengestellt: Tabelle V Millimol Aktivität in Verdünnung --Aminokapron- Prozent der säure pro Gesamtaktivität Kubikzentimeter Unverdünnt ....... 0,8 57 4 : 5 ............. 0,64 65 3 : 5 ............. 0,48 71 2: 5 ............. 0,32 84 1 : 5 ............. 0,16 93 Was die Menge der anzuwendenden Aminosäure anbetrifft, um eine in der Praxis verwertbare Stabilisierung zu erzielen, so ist zunächst darauf hinzuweisen, daß die Stabilität sowohl von Plasminlösungen ohne Zusatz von Aminosäuren als auch von einer Plasminlösung mit einem derartigen Zusatz in hohem Maß von der Temperatur, bei der die Lösung gelagert werden soll, abhängt. Bei 25°C ist die »Halblebensdauer<<-Periode einer nichtstabilisierten Plasminlösung etwa 4- bis 5mal größer als bei 35,5'- C, vorausgesetzt, daß dieselbe Plasminkonzentration vorliegt. Desgleichen hängt auch die Stabilität einer Plasminlösung, die vermittels eines Aminosäurezusatzes stabilisiert wurde, stark von der Temperatur ab. Um dies zu verdeutlichen, soll auf die nachstehenden Tabellen Bezug genommen werden, die, wie Tabelle I, die Aktivität einer Plasminlösung mit 0,4 und 0,3 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter zeigen, wobei unterschiedliche Mengen an L-Lysin zugesetzt wurden und die Lagerzeit 60 und 120 Minuten bei 35,5 und 25°C betrug.
    Tabelle VI
    MillimolL-Lysin o/oAktivitätnach o/oAktivitätnach
    pro Plasmineinheit 60 Minten 120 Minten
    bei 35,51' C bei 35,51' C
    0,000 ...... ... 55 43
    0,031 ............. 74 52
    0,062 ............. 89 73
    0,125 ............. 99 84
    0,25 ............. 100 92
    Tabelle VII
    Millimo1L-Lysin o/oAktivitätnach o/oAktivitätnach
    pro Plasmineinheit 60 Minten 120 Miuten
    bei 25' C bei 250 C
    0,00 ............. 77 70
    0,005 ............. 88 78
    0,010 ............. 91 84
    0,021 ............. 99 91
    0,042 ............. 100 99
    Falls nur ein Plasminabfall von etwa 20 °/o durch Stehenlassen während 2 Stunden bei 25 bzw. 35,5°C stattfinden soll, genügt es bei der erstgenannten Temperatur, eine Lysinkonzentration von etwa 0,005 Millimol pro Plasmineinheit anzuwenden, während bei 35,5°C eine Lysinkonzentration von etwa 0,1 Millimol pro Plasmineinheit erforderlich ist.
  • Dies zeigt also, daß die untere Grenze für die in der Praxis anwendbare Aminosäurekonzentration nicht nur von dem Charakter der Aminosäure abhängt, sondern auch von den Anforderungen, die im Einzelfall von der Klinik in bezug auf die Stabilität der angewendeten Plasminlösungen gestellt werden.
  • Bei Lysin beispielsweise zeigt sich, daß zur Vermeidung eines Plasminverlustes durch Stehenlassen während 2 Stunden bei 35,5°C und einer Plasminkonzentration von 0,4 Mol pro Kubikzentimeter es erforderlich ist, eine Lysinkonzentration von mehr als 0,25 Millimol pro Plasmineinheit anzuwenden, während die entsprechende Plasminkonzentration für 25°C bei 0,04 Millimol pro Plasmineinheit liegt. In der Praxis werden jedoch im allgemeinen keine derartig hohen Anforderungen an die Stabilität gestellt. Es kann eine Toleranz im Aktivitätsverlust von 200/, während 2 Stunden bei 25°C zugestanden werden.
  • Was das Lysin anbetrifft, so kann die untere Grenze der in der Praxis erforderlichen Lysinmenge auf 0,002 Millimol pro Plasmineinheit festgesetzt werden. Da Lysin zu den Aminosäuren mit dem außerordentlich starken Stabilisierungseffekt gehört, sollten immer mindestens 0,002 Millimol Aminosäure pro Plasmineinheit verwendet werden, um einen brauchbaren Stabilisierungseffekt zu erzielen. Vorzugsweise liegt die Menge der Aminosäure oberhalb 0,005 Millimol pro Plasmineinheit.
  • Wie aus Tabelle IV hervorgeht, übt das Lysin bei Anwendung einer Plasminkonzentration entsprechend eine halbe Einheit pro Millimol Lysin eine inaktivierende Wirkung auf die Plasminlösung aus, vorausgesetzt, daß das Lysin in einer Konzentration von mehr als 0,32 Millimol pro Kubikzentimeter vorliegt. Da jedoch die Inaktivierung, wie Tabelle IV zeigt, reversibel ist - sie verschwindet bei Verdünnung- und da die Injektion von Plasminlösungen, insbesondere bei der Infusion, eine sehr starke Verdünnung der Plasnminlösung nach sich zieht und die Entfernung von Aminosäuren aus dem Blut und der Gewebeflüssigkeiten um ein Vielfaches so schnell eintritt als die Entfernung von Plasmin, besteht für die Zwecke der Erfindung die Möglichkeit, Lysin in Konzentrationen weit über 2 Millimol pro Plasmineinheit zu verwenden. Tatsächlich existiert keine physiologische obere Grenze für die angewandte Menge an Aminosäure, jenseits derer toxische Erscheinungen auftreten würden und die einen Wert besäße, der gegenüber den Aminosäuremengen, die für die Zwecke der Erfindung erforderlich sind, völlig verschieden wäre.
  • Aus klinischen Gründen wird man bei intravenöser Verabreichung im allgemeinen zögern, eine Plasminlösung zu verwenden, die eine solche Menge an Aminosäure enthält, daß ein Teil davon in der Plasminlösung als Suspension in ungelöstem Zustand vorliegt. Unter Berücksichtigung eines praktischen Gesichtspunktes wird die Löslichkeit der Aminosäure folglich als Maßstab für die bei intravenöser Injektion, einschließlich Infusion, anzuwendende maximale Aminosäuremenge angesehen. Die Löslichkeit der verschiedenen Aminosäuren ergibt sich aus der Literatur und ist in den meisten Fällen so groß, daß die angestrebte Stabilisierung eintritt, ohne daß es erforderlich wäre, konzentrierte Aminosäurelösungen zu verwenden.
  • Wenn die Plasminlösung zur Infusion bestimmt ist, wird die optimale Aminosäurekonzentration durch diejenige Konzentration festgelegt, welche die gewünschte Stabilität bei der Infusionstemperatur (10 bis 36°C) während der Infusionsdauer (bis zu 3 bis 4 Stunden) ergibt. In Zahlen ausgedrückt heißt dies, daß zweckmäßigerweise eine Aminosäurekonzentration von 0,005 bis 1 Millimol pro Plasmineinheit - je nach der verwendeten Aminosäure --- angewandt wird.
  • Bei den oben beschriebenen Versuchen wurden Plasminlösungen mit einem Plasmingehalt von 0,3 und 0,4 Einheiten pro Kubikzentimeter verwendet. Falls stärker konzentrierte Lösungen verwendet werden, beispielsweise mit 10 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter, tritt ein merkbarer Anfangsverlust an Plasmin sofort bei Einstellung eines pH-Wertes von 2 bis 3 auf neutrale Reaktion ein, wenn keine Aminosäuren in genügender Menge vorliegen. So entsteht im Verlauf von wenigen Minuten ein anfänglicher Verlust von 20°/0, wenn beispielsweise eine angesäuerte Plasminlösung mit 10 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter auf pH 7,5 bei 25°C eingestellt wird, welbst wenn in der Lösung Lysin in einer Menge von 0,002 Millimol pro Plasmineinheit vorhanden ist. Solche anfänglichen Verluste können jedoch durch Steigerung der Aminosäurekonzentration vermieden werden. Mit einem Lysingehalt an 0,04 Millimol pro Plasmineinheit ist es möglich, unter den obenerwähnten Versuchsbedingungen den Anfangsverlust völlig auszuschließen.
  • Bei der Herstellung von konzentrierten Plasminlösungen mit neutraler Reaktion müssen die erwähnten Umstände berücksichtigt werden.
  • Um die gewünschte Stabilisierung gemäß der Erfindung zu erreichen, kann in verschiedener Weise vorgegangen werden.
  • So kann eine Plasminlösung, die unter sterilen Bedingungen filtriert wurde, hergestellt werden, wonach das Plasmin aus der Lösung isoliert wird, beispielsweise durch Ausfriertrocknung. Es wird dann ausgesalzen oder ausgefällt und in Phiolen abgefüllt, falls eine solche Abfüllung nicht bereits während der Isolierarbeitsstufe stattgefunden hat. Es wird ebenfalls eine Aminosäurelösung hergestellt, die steril filtriert und in Phiolen abgefüllt ist. Unmittelbar vor der Verwendung des Plasmins wird dieses aus der Phiole in der Aminosäurelösung aufgelöst, wodurch eine sterile und stabile Plasminlösung erhalten wird, die für den Gebrauch bereitsteht.
  • Es ist auch möglich, eine sterile filtrierte Plasminlösung herzustellen, die ein oder mehrere Aminosäuren enthält und die Mischung in einen Trockenzustand, beispielsweise durch Ausfriertrocknung oder Ausfällung, zu überführen und die trockene Mischung in Phiolen abzufüllen. Unmittelbar vor Gebrauch des Plasmins wird die trockene Mischung in sterilem Wasser, einer Pufferlösung od. dgl. aufgelöst, wodurch eine stabile Plasminaufbereitung erhalten wird.
  • Weiterhin ist es möglich, eine sterile Plasminlösung herzustellen, die auf einen pH 1 bis 4 eingestellt ist. Eine solche saure Lösung ist über mehrere Monate stabil, wenn sie bei 4 bis 5°C gelagert wird. Durch Vermischung einer solchen Lösung vor Gebrauch mit einer sterilen Aminosäurelösung, die entweder mit einem der üblichen Säure-Base-Puffersysteme gepuffert wurde oder einen genügenden Aminosäuregehalt besitzt, besteht die Möglichkeit, eine neutrale stabile P_lasminlösung zu erzielen.
  • Schließlich ist es möglich, eine sterile Plasminlösung mit dem erforderlichen Gehalt an Aminosäure herzustellen, die auf einen pH-Wert von 1 bis 5, vorzugsweise 2 bis 3, eingestellt ist. Durch Vermischung einer solchen Lösung mit einer sterilen wäßrigen Lösung, die entweder mit einem der üblichen Säure-Base-Puffersysteme gepuffert ist oder die lediglich genügend Base enthält, ist es möglich, zu einer neutralen und stabilen Plasminlösung zu gelangen.
  • Um die praktische Anwendbarkeit der Erfindung zu verdeutlichen, wird auf die nachstehenden Beispiele Bezug genommen, die die Herstellung von stabilen Plasminlösungen beschreiben, die vorzugsweise zu Infusionszwecken anwendbar sind. Beispiel 1 50m1 einer Plasminlösung mit einem pH-Wert von 2,5 und mit 10 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter werden unter sterilen Bedingungen filtriert, einer Ausfriertrocknung unterworfen und in Phiolen abgefüllt. 50 ml einer 0,2molaren Phosphatpufferlösung, die Lysin in einer Konzentration von 0,4 Mol pro Liter enthält, werden steril filtriert und ebenfalls in Phiolen abgefüllt. Unmittelbar vor Verwendung des Plasmins wird das durch Ausfrieren getrocknete Plasmin in der Lysinlösung aufgelöst, wodurch eine sterile stabilisierte Plasminaufbereitung mit einem pH von 7,5 erhalten wird. Beispiel 2 50 ml einer Plasminlösung mit einem pH-Wert von 7,5 und mit 10 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter und 0,1 Mol e-Aminokapronsäure pro Liter werden steril filtriert, einer Ausfriertrocknung unterworfen und in Phiolen abgefüllt. Unmittelbar vor Verwendung des Plasmins wird die durch Ausfriertrocknung erhaltene Aufbereitung in 50 ml destilliertem Wasser gelöst, wodurch eine sterile stabilisierte Plasminaufbereitung mit einem pH von 7,5 erhalten wird.
  • Beispiel 3 45 ml einer Plasminlösung mit einem pH-Wert von 2,5 und mit 20 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter werden steril filtriert und in Phiolen abgefüllt. 10 ccm eines lmolaren Phosphatpuffers (pH 7,5) mit einer Lysinkonzentration von 1 Mol pro Liter werden steril filtriert und ebenfalls in Phiolen abgefüllt. Unmittelbar vor Verwendung der Plasminlösung werden dieser 5 ml der Lysinlösung zugesetzt, wodurch eine sterile stabilisierte Plasminaufbereitung mit einem pH-Wert von 7,5 hergestellt wird.
  • Beispiel 4 45 ml einer Plasminlösung mit einem pH-Wert von 3,0 und mit 6 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter und 948 mg L-Arginin-Hydrochlorid werden steril filtriert und in Phiolen abgefüllt. 10 ml einer lmolaren Phosphatpufferlösung werden steril filtriert und ebenfalls in Phiolen abgefüllt. Unmittelbar vor Verwendung der Plasminlösung werden 5 ml des Phosphatpuffers dieser zugesetzt, wodurch eine sterile stabilisierte Plasminaufbereitung mit einem pH 7,0 erhalten wird.
  • Beispiel 5 Eine Plasminlösung in verdünnter Schwefelsäure mit einem pH 2 bis 3 wird steril filtriert und einer Ausfriertrocknung unterworfen. Eine Lösung von L-Lysinmonohydrochlorid in Phosphatpufferlösung wird steril filtriert und ausfriergetrocknet. Die durch Ausfriertrocknung erhaltenen Substanzen werden miteinander in solchen Anteilen vermischt, daß die Mischung 0,04 Millimol Lysin pro Plasmineinheit enthält. Eine 500 Plasmineinheiten entsprechende Menge der hergestellten Mischung wird unter sterilen Bedingungen in ein Infusionsgefäß mit einem Volumen von 500 ccm übergeführt. Das Gefäß wird nach teilweiser Evakuierung dicht verschlossen. Unmittelbar vor Verwendung wird ein injizierbares Lösungsmittel in geeigneter Menge dem Gefäß zugesetzt, beispielsweise in Form von sterilem destilliertem Wasser, einer sterilen Glukoselösung oder sterilem Salzwasser. Durch das in dem Gefäß herrschende Teilvakuum wird dieser Zusatz erleichtert. Der pH-Wert der Lösung liegt zwischen 7,0 und 7,5.
  • Beispiel 6 Zu 1 1 einer Plasminlösung mit pH 2,5 und mit 5,0 Einheiten Plasmin pro Kubikzentimeter werden 36,6g L-Lysinmonohydrochlorid bei 0 bis 5°C zugesetzt. Sobald das Lysin aufgelöst ist, wird der pH auf 7,5 eingestellt, und noch bei 0 bis 5°C werden 1,02 g KH2P04 und 7,56 g Na2HP04 # 2H20 zugesetzt. Nachdem der Phosphatpuffer aufgelöst ist, wird die Lösung steril filtriert. Die steril filtrierte Lösung wird in Infusionsgefäße abgefüllt und auch einer Ausfriertrocknung unterworfen. Pro Infusionsgefäß (300 ccm) werden 50 ml der Plasminlösung verwendet. Nach der Ausfriertrocknung werden die Gefäße dicht verschlossen und beschriftet.
  • Erforderlichenfalls kann die sterile filtrierte Lösung als Ganzes einer Ausfriertrocknung ausgesetzt werden, und das hergestellte Pulver kann danach gemahlen und in Infusionsgefäße abgefüllt werden.
  • Die Wirkung der erfindungsgemäß stabilisierten Plasminlösungen, die aus Schweineblut erhalten wurden, sind mit ausgezeichneten Ergebnissen geprüft worden, sowohl in Tierversuchen als auch in klinischen Versuchen. Die klinischen Experimente zeigten überhaupt keine antigene Wirkung bei Verwendung von Plasmin. Auf Grund der Stabilisierung enthalten die angewendeten Plasminlösungen geringere Mengen an durch Autolyse zersetztem Plasmin, wodurch toxische Sekundärwirkungen entstehen.
  • Nach den vorgenannten Beispielen werden Lösungen mit 1 bis 18 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter erhalten. Es steht jedoch nichts entgegen, mehr oder weniger konzentrierte Lösungen, beispielsweise bis herunter zu 0,02 Plasmineinheiten und herauf bis zu 23 Plasmineinheiten pro Kubikzentimeter oder noch mehr herzustellen.

Claims (6)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Stabilisierung therapeutisch wertvoller wäßriger Plasminlösungen, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Aminosäuren zugesetzt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine aliphatische Aminomonocarbonsäure verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach einem oder beiden der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Aminosäure verwendet wird, die mindestens eine Aminogruppe aufweist, die an ein Kohlenstoff= atom gebunden ist, das mindestens über ein Kohlenstoffatom von der Carboxylgruppe bzw. den Carboxylgruppen der Aminosäure getrennt ist.
  4. 4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine aliphatische Aminomonocarbonsäure mit mehr als 3 Kohlenstoffatomen und einer endständigen Aminogruppe verwendet wird.
  5. 5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aminosäure in einer Menge von wenigstens 0,005 Millimol pro Plasmineinheit, vorzugsweise 0,05 bis 1 Millimol pro Plasmineinheit, verwendet wird.
  6. 6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß s-Aminokapronsäure oder a,e-Diaminokapronsäure als Stabilisator verwendet wird.
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