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Vorrichtung zum Antrieb der Webschützen von mehrschützigen Bandwebstuhlladen
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Antrieb der Webschützen von mehrschützigen
Bandwebstuhlladen, die aus einem für alle Schützenreihen gemeinsamen, hin- und hergehenden
Messer und zwei Zughaken je Schützenreihe besteht.
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In der Bandweberei ist es bekannt, wie u. a. aus der Fachliteratur
hervorgeht (»Mechanische Bandweberei« von Prof. H. P au r, Leipzig 1929,
insbesondere S. 190, und »Die Mechanische Weberei« von H. R e p e
n n i n g, Berlin 1955, insbesondere S. 292/
293), zum
Antrieb der Webschützen von mehrschützigen Bandwebstuhlladen, gleichgültig, ob es
sich um ein- oder mehrstöckige Laden handelt, an den Webladen angeordnete, stehende
oder liegende Messerkasten zu verwenden, wobei ein Messer mit zwei parallelen Schneiden
starr an einem Schlitten befestigt ist und mit diesem Schlitten eine geradlinige,
hin-und hergehende Bewegung ausführt, während die mit dem Rechen der Maschine in
Verbindung stehenden Zughaken des Coulierzeuges jeweils in den Bereich der einen
oder anderen der beiden Schneiden des Messers geschwenkt werden und auf diese Weise
mit dem Messer in Eingriff kommen. Diese Anordnung hat den Nachteil, daß eine der
Anzahl der Webschützen entsprechende größere oder kleinere Vielzahl von schwenkbar
beweglichen Schaltorganen vorhanden sein muß, was eine beträchtliche Störanfälligkeit
ergibt. Um diesem übelstand abzuhelfen, hat man zwar schon Mittel vorgesehen, die
dazu dienen, die fraglichen Zughaken in einer neutralen Stellung zu halten, in der
sie nicht in den Bereich der Messerschnei-&n gelangen, wenn sie von diesen Schneiden
nicht mitgenommen werden sollen. Trotz dieser Sicherungsvorkehrung läßt sich nicht
mit Sicherheit vermeiden, daß die Zughaken sich verklemmen und daher unbeabsichtigterweise
in der Wirkstellung verbleiben. Dies hat dann zur Folge, daß entweder zwei übereinanderliegende
Webschützen zu gleicher Zeit in Bewegung gesetzt werden oder zwei Zughaken des gleichen
Webschützenzuges mit den Messerschneiden in Eingriff kommen. Dadurch entstehen schwere
Betriebsstörungen, die z. B. ein teilweises oder ganzes Zerreißen des Coulierzeuges
oder Brüche der übrigen Antriebsvorrichtung sowie der Webschützen zur Folge haben
können.
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Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, eine Vorrichtung zum
Antrieb der Webschützen von mehrschützigen Bandwebstuhlladen der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei der die angeführten Na'chteile'durch Schaffung einer Konstruktion
für die Antriebsvorrichtung vermieden bleiben, welche die Störanfälligkeit der bekannten
Konstruktionen nicht mehr hat und die auch fernerhin baulich wesentlich einfacher
und billiger ausfällt. Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß jede
Schützenreihe ein Coulierzeug aufweist, mit dessen beiden Trumen die Zughaken fest
verbunden sind, und daß das Messer querbeweglich zwischen den beiden Trumen des
Coulierzeuges angeordnet ist, so daß es wechselweise mit dem einen oder anderen
der Zughaken in Eingriff bringbar ist. Eine solche Antriebsvorrichtung beruht jetzt
darauf, daß an Stelle der Schwenkbeweglichkeit der Zughaken diese Beweglichkeit
für das mit den Zughaken in Eingriff kommende Messer geschaffen ist. Diese Maßnahme
vermeidet nicht nur, daß jeder der bei mehrschützigen Bandwebstuhlladen zahlreich
vorhandenen Zughaken schwenkbar gelagert sein muß, sondern außerdem auch noch, daß
jeder dieser Zughaken seine separate Steuerung erforderlich macht. Nach der Erfindung
genügt es, wenn bei einer Mehrzahl von Zughakenpaaren, die fest mit den Trumen ihres
Coulierzeuges verbunden sind, ein zwischen den Trumen querbewegliches Messer Verwendung
findet, welches nur einen Gelenkpunkt benötigt und dadurch eine Vielzahl bisher
gelenkig zu bewegender Elemente ersetzt. Außerdem ergibt sich dabei noch der Vorteil,
daß das fragliche Messer nur wechselweise in der einen oder anderen Stellung arbeitsfähig
ist, so daß dessen allein erforderliche und mit einfachen Mitteln zu erreichende
wechselweise Schwenkverstellung auch, abgesehen von der baulichen Vereinfachung,
die Betriebssicherheit in wesentlich verbesserter Weise gewährleistet.
Der
vorstehend aenannte Fortschritt ist auch gegenüber einer bekannten Vorrichtung für
Bandwebstühle zur Sicherung des Schützenantriebes (deutsche Patentschrift
106 407) gegeben. Auch bei dieser bekannten Vorrichtung müssen nämlich Wippen
in ihren Endstellungen durch Klinken, in welchr. sich an den Wippen befindliche
Fanghaken federnd einlegen, in einer Lage festgestellt werden, damit sich die Messer
sicher in vorhandene Platinen der Wippen einlegen können. Auch hierbei ist im Gegensatz
zu der der Erfindung entsprechenden Antriebsvorrichtung eine Vielzahl von schwenkbeweglichen,
die Störanfälligkeit erhöhenden Teilen erforderlich.
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An sich ist es zwar auch schon bekannt (VSA.-Patentschrift
950 975), mittels eines Klinkenschaltwerkes durch einen hin- und hergeführten
Kettenzug einem Maschinenteil in der einen öder anderen Richtung eine Bewegung zu
erteilen. Hierbei handelt es sich jedoch um eine Anwendung dieser Maßnahme für ganz
andere Zwecke und es wird auch hierfür kein allgemeiner Schutz beansprucht, da die
in Rede stehende Antriebsvorrichtung vorliegend lediglich zur Betätigung von Webschützen
bei Bandwebstuhlladen in Betracht kommt.
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In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung an Hand zweier Ausführungsbeispiele
erläutert. Es zeigt F i g. 1 im Grundriß als erstes Ausführungsbeispiel eine
Antriebsvorrichtung für eine dreischützige Weblade, F i g. 2 den dazugehörenden
Aufriß und F i g. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel mit durch Federung selbsttätiger
Rückstellung des außer Arbeitswirkung kommenden querbeweglichen Messers im Grundriß.
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In den F i g. 1 und 2 (erstes Ausführungsbeispiel) ist
1 das linke Ende eines Webladenbalkens, in welchem ein Schlitten 2 für ein
hin- und hergehendes Messer 3 auf einer Schiene 4 gleitet, Der Antrieb für
die hin- und hergehende Bewegung, der auf beliebige, bekannte Weise erfolgen kann,
wird auf den Schlitten 2 durch ein über Leitrollen 5, 5' geführtes
Zugband 6 übertragen, Das Messer 3, welches Coulierzeuge 14 betätigt,
ist am Schlitten 2 mittels einer Achse 7 angelenkt, so daß es quer zu der
Richtung der hin- und hergehenden Bewegung eine Schwenkbewegung ausführen kann.
Das Messer 3 weist zwei Schneiden 8 und W auf, zwischen denen
ein Nocken 9
angeordnet ist. Dieser Nocken 9 liegt mit seiner rechten
oder linken Flanke an einem federnden kina, 10
an, der mittels einer Spiralfeder
11 auf einem an dem Schlitten 2 befestigten Bolzen 12 elastisch gelagert
ist. Der Nocken 9 bildet zusammen mit dem federnden Ring 10 eine Rastereinrichtung
9, 10, Zwei Stellschrauben 13, 13' mit Gegenmuttern sind in gleichem
Abstand beidseits des Bolzens 12 angebracht_ und -
dienen zur Begrenzung'
des Ausschlages-,d-es- Uessers 3. Das Messer 3 ist mit seiner Vührung
zwischen drei übereinanderliegenden, jeweils zu einer Schützenreihe gehörenden Coulierzeugen
14, die im Beispiel als Kettencoulierzeuge ausgebildet sind, angeordnet, deren jedes
aus einer Kette 15 und zwei Kettenrädern 16, 16' besteht. In die Kette
15 sind einerseits zwei Zucyhaken 17, 17' eingefügt und andererseits
an geeigneten Stellen zwei Steuernocken 18, 19'. Einer der beiden Zughaken
17, 17' ist (in nicht dargestellter Weise) direkt oder indirekt mit dem Rechen
verbunden und betätigt über diesen die Webschützen. Während das Messer
3 mit dem Schlitten 2 und dessen Schiene 4 am Ladenbalken montiert ist, also
bei Schützenwechsel seine Höhenlage unverändert beibehält, sind die drei Kettencoulierzeuge
14 mit der Steiglade 19 fest verbunden und heben und senken sich folglich
mit dieser, wenn diese mittels einer Wechselvorrichtung beliebiger und bekannter
Ausbildung in die verschiedenen Höhenlagen gebracht wird, damit jeweils die gewünschte
Schützenreihe durch das offene Fach der Kette gehen kann. Auf diese Weise stellt
sich das richtige Kettencoulierzeug automatisch in Messerhöhe ein.
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Die Arbeitsweise des ersten Ausführungsbeispieles ist folgende: Das
Messer 3 vollführt mit seinem Schlitten 2 eine regelmäßige hin- und hergehende
Bewegung, bei welcher der Weg von links nach rechts einen Leergang darstellt, während
der Weg von rechts nach links der Arbeitsgang ist. Bewegt sich das Messer
3 von der strichpunktiert dargestellten, äußersten Linksstellung nach rechts,
so wird es, unmittelbar bevor es in die äußerste Rechtsstellung gelangt, durch den
dem Zughaken 17 gegenüberliegenden Steuernocken 18 gegen den Zughaken
17 gedrückt, den es im Vorbeigleiten etwas nach außen stößt, um dann in ihn
einzuklinken. Der Nocken 9, der ursprünglich auf der dem Zughaken 17' zugewendeten
Seite des federnden Ringes 10 an diesem anlag, springt dabei bis zur Stell'
schraube 13 auf die dem Zughaken 17 zugewendete Seite des federnden
Ringes 10 und drückt diesen in die entgegengesetzte Richtung. Der federnde
Ring 10
sorgt dafür, daß das Messer 3 am Zughaken 17 anliegt und mit
seiner Schneide 8 in Eingriff mit demselben bleibt. Sobald das Messer
3 in der äußersten Rechtsstellung angelangt ist, beginnt auch schon die Arbeitsbewegung
nach links, während welcher das Messer 3 den Zughaken 17 mitnimmt
und, da dieser mit einem Rechen verbunden ist, die zugehörigen Webschützen in Bewegung
setzt. Der durch die Kette 15 des Kettencoulierzeuges 14 zwangläufig mit
dem Zughaken 17 verbundene Zughaken 17' bewegt sich gleichzeitig nach
rechts und liegt am Ende der tewegung spiegelbildlich in der gleichen Stellung,
die der Zughaken 17 vor Beginn der Bewegung eingenommen hatte, während der
Steuemocken 18'* spiegelbildlich der Stellung gegenüberliegt, in welcher sich der
Steuernocken 18 vor teginn der Bewegung befunden hatte, In der linken Endstellung
angekommen, die nun nicht mehr der strichpunktiert dargestellten Stellung entspricht,
kehrt das Messer 3 im Leerlauf wieder in die gezeigte Stellung zurück. Hat
während der Leerlaufbewegung kein Schützenwechsel stattgefunden, das heißt, ist
die Steiglade 19 auf gleicher Höhe geblieben, so wird das Messer
3 nunmehr von dem -Steuernocken 18' gegen den Zughaken 17'
gedrückt, und zwar in jene Stellung, die auf der linken Seite strichpunktiert dargestellt
ist; die Schneide g' kommt mit dem Zughaken 17' in Eingriff, und beim nächsten
Arbeitsgang des Messers 3 werden die gleichen Webschützen wie vorher in der
Gegenrichtung bewegt.
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Fand jedoch während des Leerlaufes des Messers 3
ein Höhenwechsel
der Steiglade statt, so befindet sich nunmehr ein anderes Kettencoulierzeug 14 in
Höhe des Messers 3, das, wenn der Zughaken 17'sich rechts befindet, von dem
zugehörigen Steuernocken 18'
t' Clegen den Haken geschwenkt wird oder, wenn
der Zughaken 17 sich rechts befindet, bereits in der richtigen
Lage
ist, um in den Zughaken einzuklinken, der beim Vorbeigleiten des Messers
3 leicht nach außen gedrückt wird. Das Messer 3 bzw. seine Schneiden
8, 8' greifen somit je nach Stellung der Steiglade und völlig unabhängig
davon, ob die betreffenden Webschützen links oder rechts von den Gewebebahnen stehen,
automatisch in den richtigen, zugehörigen Haken ein und bewirken so die Bewegung
der richtigen Schützenreihe.
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Wenn nicht eine einstöckige, sondern eine mehrstöckige Weblade verwendet
wird, so können selbstverständlich auf dem gleichen Schlitten zweckmäßig ebenso
viele Messer übereinander angeordnet werden, als die Lade Stockwerke besitzt; alle
Messer gelangen dann selbsttätig, der jeweiligen Stellung der Steiglade entsprechend,
in Eingriff mit den jeweils zu betätigenden Zughaken.
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Das Messer 3 kann selbstredend statt um die Achse
7 schwenkbar angeordnet zu sein, auch in einer Querführung hin- und hergleiten,
ohne daß das Prinzip der Konstruktion oder deren Einzelheiten eine Änderung erfahren
müßten. Auch das Festhalten des Messers in der durch die Steuernocken
18,
18' bestimmten Stellung, nachdem das Messer aus dem Bereich der
Steuernocken fortgeführt wurde, kann durch eine beliebige andere Rastereinrichtung
bewirkt werden.
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Das in der F i g. 3 gezeigte zweite Ausführungsbeispiel sieht
ebenfalls ein auf einem Schlitten 102 montiertes Messer 103 vor, dessen beide
Schneiden 108 und 108' wechselweise mit Zughaken 117 und
117' eines Coulierzeuges 114, das im Beispiel als Kettencoulierzeug ausgebildet
ist und aus einer Kette 115 mit zwei Kettenrädern 116, 116' besteht,
in Eingriff gebracht werden sollen. Der Unterschied gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel
besteht vor allem darin, daß das um eine an dem Schlitten 102 befestigte Achse
107 schwingende Messer 103 während des Leerlaufes nicht in einer der
beiden ausgeschwenkten Stellungen festgehalten wird bzw. verharrt, sondern sich,
sobald es aus dem Eingriff mit einem der beiden Zughaken 117 bzw.
117' gelöst ist, federnd in die Bewegungsachse stellt, wobei diese Einstellung
beispielsweise dadurch bewirkt werden kann, daß ein beweglicher Stempel
119 gegen eine an der Achse 107 vorgesehene Fläche 107' federnd
angedrückt wird.
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Die Arbeitsweise des zweiten Ausführungsbeispieles entspricht im allgemeinen
derjenigen des in den F i g. 1 und 2 dargestellten ersten Ausführungsbeispieles.
Es unterscheidet sich von diesem im wesentlichen nur dadurch, daß keine den Steuernocken
18,
18' entsprechenden Steuerorgane vorgesehen sind. Da die Zughaken
117 bzw. 117', wenn sie rechts in F i g. 3 stehen, etwas über
die Schneiden 108, 108'
des Messers 103 zur Mitte des Kettencoulierzeuges
114 hervorragen, so wird das Messer 103, wenn es sich zu Beginn der Arbeitsbewegung
von rechts nach links bewegt, mit dem jeweils rechts stehenden Zughaken
117 oder 117' in Eingriff kommen und in den Zughaken hineingezogen,
so daß es ihn während seiner Bewegung mitnehmen kann. Um ein ungewolltes Ausklinken
des Messers 103 zu verhüten, können Sperrvorrichtungen vorgesehen werden,
die jedoch mit dem Wesen der Erfindung in keinem direkten Zusammenhang stehen und
deshalb, der übersichtlichkeit wegen, nicht dargestellt wurden. Wichtig ist jedoch
noch der Umstand, daß das Kettenrad 116'
etwas größer ist als das Kettenrad
116, wobei die Achsen der beiden Kettenräder 116, 116' so angeordnet
sind, daß das in F i g. 3 oben gelegene Trum der Kette 115 parallel
zur Bewegungsachse des Schlittes 102 verläuft, während das in F i g. 3 unten
gelegene Trum der Kette 115 links einen größeren und rechts einen kleineren
Abstand von dieser Bewegungsachse aufweist, und zwar derart, daß, wenn der Zughaken
117' sich in der strichpunktierten Lage rechts in F i g. 3 befindet,
sein Abstand von der Bewegungsachse des Schlittens 102 und von der Messerkante
108' genau gleich groß ist, wie der Abstand des Zughakens 117 von
der Bewegungsachse des Schlittens 102 und von der Messerkante 108, wenn
er sich in der rechten Stellung befindet.
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Zweck dieser Anordnung ist es, zu verhüten, daß das Messer
103 während der Arbeitsbewegung auf halbem Wege mit dem ihm entgegenkommenden
Zughaken in Eingriff kommen kann. Dies wird dadurch erreicht, daß der Zughakenabstand
auf halbem Weg durch den divergierenden Verlauf der Kettentrume 115 bereits
wesentlich größer geworden ist als die Messerbreite bzw. als der Abstand der beiden
Messerschneiden 108, 108' voneinander. Im übrigen arbeitet dieses zweite
Ausführungbeispiel in genau gleicher Weise wie das erste.