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Verfahren zur Reinigung und Erhöhung der glucogenen Aktivität von
wäßrigen Amyloglucosidasepräparaten Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung
und Erhöhung der glucogenen Aktivität von wäßrigen Amvolglucosidasepräparaten, die
kohlehydrats"nthetisierende Enzyme als Verunreinigungen ent-@rlten, aus Mikroorganismen.
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Es ist bekannt, daß Arrryloglucosidasepräparate, die z. B. gemäß den
USA.-Patentschriften 2 557 07@, 2 881 115 und 2 893 921 hergestellt wurden,
Stärke oder Stärkeprodukte, wie z. B. mit Säure hydrolysicrte Stärke, mit a-Amylase
hydrolysierte Stärke Lz. dgl., nicht vollständig zu Glucose hydrolysieren. Es ist
natürlich günstig, den größtmöglichen Umsatz oder die größtmögliche Hydrolyse des
Stärkeprodukl.es zu Glucose innerhalb kurzer Zeit zu erreichen. Ein hoher Hydrolysegrad
erleichtert die Kristallisation der Glucose aus dem konzentrierten Hydrolysat, weil
die sonstigen Hydrolyseprodukte die Kristallisation der Glucose hemmen. Durch einen
hohen Hydrolysegrad wird selbstverständlich die Ausbeute an Glucose erhöht, während
die Ausbeute der meist unerwünschten Mutterlaugen absinkt. @.Terfhhr°en zur Reini,gung
und Erhöhung der glucogenen Aktivität von Arnvloglucosidasepräparaten sind bereits
bekannt.
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Atis den Unterlagen der französischen Patentschrift 1 299 760 ist
die Reinigung vor. wäßrigen Amyloglucosidasepräparaten bei pH-Werten von 2 bis 5
und Temperaturen von 0 bis 60°:'n mit Lignin. Gerbsäure oder wasserlöslichen Salzen
dieser Stoffe bekannt. Unter verhältnismäßig hohen Verlusten an aktivem Material
können dort sehr aktive Materialien erhalten werden, die bei ziemlich lang dauernden
Hydrolysen zu hohen Glucosegehalten führen, beispielsweise nach 120 Stunden zu Glucosegehalten
von 94,5. Die erfindungsgemäß erhältlichen Präparate sind demgegenüber wesentlich
aktiver, da sie zu Glucosegehalten in vergleichbarer Größenordnung bereits nach
wesentlich kürzerer Zeit führen.
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Zur Vereinfachung der Beschreibung werden nachfolgend Lignin, Gerbsäure
und wasserlösliche Salze dieser Stoffe als Verbindungen der Gruppe A bezeichnet.
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In dem älteren deutschen Patent 1237 044 ist ein Verfahren
zur Erhöhung der glucogenen Aktivität von wäßrigen Amyloglucosidasepräparaten vorgeschlagen,
wobei man diese bei pH-Werten über etwa 2 und unter etwa 5 mit Säuren der folgenden
Strukturformeln
wobei die Definition der obigen Reste nachstehend gebracht wird,
oder wasserlöslichen Salzen dieser Säuren vermischt. Ein Nachteil dieses Verfahrens
liegt darin, daß im Präparat Trübungen entstehen. deren Entfernung zu erheblichen
Materialverlusten führt. Auch gegenüber diesem vorgeschlagenen Präparat zeigen die
erfindungsgemäß erliültlichen Präparate den Vorteil der «reit stärkeren Aktivität,
wenn man die Hydrolyse der Stärke während gleicher Zeiträume durchführt.
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Zur Vereinfaci=jng der Beschreibung werden die vorstehend aufgefüh:ten
Säuren oder deren Salze als Gruppe B bezeichnet.
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Das erfindungsgemäß;, Verfahren zur Reinigung und Erhöhung der glucogenen
Aktivität von wäßrigen Amyloglucosidasepräparaten, die kohlehydratsyntlietisierende
Enzyme als Verunreinigungen enthalten, aus Mikroorganismen, indem diese bei pH-Werten
von ? bis 5 und Temperaturen von 0 bis 60'C mit Lignin, Gerbsäure, einem v,:,-,isserlösliclien
Salz dieser Stoffe oder einer Säure der folgenden Strukturformeln
wobei R, ein Alkylrest mit 10 bis 15 Kohlenstoff= atomen, R.= ein Älkylrest mit
3 bis 5 Kohlenstoff atomen, R; einer der Reste CH:3C (CH:;)=CH=C(CH:#,).= -und CH:;C(CH::)aCH;C(CH:s)=CH2C(CI-I::).=
-. R-i der 2 _Ätliylliexylrest, R; ein Alkylrest mit 14 bis 13 Kohlenstoffatomen,
n = 0, 1 oder 2 und in eine ganze Zahl von 1 bis 6 ist, oder einem wasserlöslichen
Salz dieser Säuren vermischt und anschließend vom gebildeten Niederschlag abgetrennt
werden, ist dadurch gekennzeichnet, daß man Ligniri, Gerbsäure oder ein wasserlösliches
Salz dieser Stoffe und eine der mit Strukturformeln angegebenen Säuren oder ein
wasserlösliches Salz dieser Säuren verwendet.
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Es wurde also festgestellt, daß die gemeinsame Verwendung eines Reinigungsmittels
der Gruppe A zusammen mit einem Reinigungsmittel der Gruppe B die Herstellung von
Amyloglucosidasepräparaten in wirtschaftlicher Weise und ohne Ausbildung einer Trübung
im Präparat ermöglicht. Überraschenderweise wurde dabei gefunden, daß die Enzymreinigungsmittel
der Gruppe A in Gegenwart der Enzymreinigungsmittel der Klasse B die Trübung, die
normalerweise bei alleiniger Verwendung des Enzymreinigungsmittels der Gruppe B
entsteht, ausfällt. Bei gemeinsamer Verwendung von Verbindungen der Gruppen A und
B ergeben sich Präparate mit größeren Gehalten an Amyloglucosidase, d. h., die Präparate
besitzen eine höhere Wirksamkeit, was sich durch ihre Fähigkeit zur Verzuckerung
von Stärke zu größeren Mengen Glucose innerhalb eines gegebenen Zeitraumes zeit,
als es bei Präparaten der Fall ist, die aus identischen Ausgangspräparaten durch
Behandlung entweder allein mit einem Mittel der Gruppe A oder einem Mittel der Gruppe
B erhalten wurden. Bei der gemeinsamen Verwendung von Mitteln der Gruppen A und
B stellt die Entfernung weiterer Transglucosidase aus dem Amyloglucosidasepriiparat
einen weiteren zusätzlichen Vorteil dar. Es war nicht zu erwarten, daß bei Zusatz
eines Mittels der Gruppe B, bei dem Trübungen verbleiben, zu einem Mittel der Gruppe
A, bei dem sich keine Trübung ergibt, eine überraschend bessere Reinigung des Präparates
grundsätzlich ohne Verlust an Amyloglucosidase erreicht werden kann und die an sich
sehr guten Ergebnisse bei alleiniger Verwendung der Mittel aus der Gruppe A oder
aus der Gruppe B noch wesentlich verbessert werden können.
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Erfindungsgemäß wird ein kleiner Mengenanteil eines Mittels der Gruppe
A und eines Mittels der Gruppe B mit einem wäßrigen Amyloglucosidasepräparat, das
kolilehydratsynthetisierende Enzyme als Verunreinigungen enthält, vermischt. Das
Amyloglucosidasepräparat wird dann abgetrennt oder physikalisch von den ausgefällten
oder koagulierten störenden Enzymen getrennt. Der flüssige Anteil, welcher das gereinigte
oder behandelte Amyloglucosidasepräparat enthält, kann als solcher für die Hydrolyse
von Stärke und Stärkehydrolyseprodukten zu Glucose verwendet oder eingeengt, zur
Trockne eingedämpft oder mit einem mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel.
wie Aceton oder Äthanol, entwässert werden, ehe er verwendet wird.
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Das wichtigste Stärke hydrolysierende Enzym in den erfindungsgemäß
erhaltenen Präparaten hat verschiedene Namen. Es wird z. B. als ;,-Amylase, Glucoamylase.
Stärkeglucogenase, Maltase und Amyloglucosidase bezeichnet. Das Enzym unterscheidet
sich von anderen Stärke hydrolysierenden Enzymen durch seine Eigenschaft. Stärke
zu Glucose zu hydrolysieren, ohne daß gleichzeitig wesentliche Mengen niedermolekularer
hydrolytischer Zwischenprodukte gebildet werden. wie Maltose, Maltotriose, höhere
| Zucker Und lösliche L)e'Ctriiie.. Das Enzyni scheint |
| derart zu \viken, daß cs eii:z°lne Glticosee;nli; fiten, |
| beginnend ari dein nicht @duziercaden Ende einer |
| Stärkekate, abspaltet. 1311s Et:zynl'?#:irfllysiert ferner |
| Maltose. ILIaltotriosw Uli.. Zwi- |
| bClleilprodcihtc der- S::ilk; -1 "ita;;ae. |
| Die @myloglricosicla=.wL.;T.cl-=l;tr, slic :i-findungsgc- |
| mi1: @erwenclet tvertlerl .,c.~11::11, we.rdelr aus schim- |
| I11elp11Lt'n undakt@"ilera, ar,a@'ÖllnlICh durch SUbniers- |
| ferine'nt@?tion. aber auch imch anderen Verfahren ge- |
| ww )rillen. Das, Lrlz`y'1npl'@4@Jar@-t hat pt"wöhnlich die |
| Forin einer filtrierten oder zenirifalgiertell Gärlösung, |
| kann aber ;such in andccrl°i- Uorin vorliegen. Hierzu |
| gehören |
| 1. das gesamte Gärungsgemisch oder die Gärungs- |
| kultur einschließlich tles 1@@Iikroorganisnlus, |
| ?. die getrocknete vollständige Kultur, |
| 3. die getrocknete Giirlösung, |
| 4. clcr wüßrige Auszug der -e trocknetcil vollstä ndi- |
| aen Kultur Lind |
| 1. Cinc ktlnlcitfr@r'te ;#ztrocl:_iiv-te Siibst@tllZ, die |
| durch AustIhn cy@s Stärke l:_vdi-civsiei-enden |
| Enavnis aus clcr atlier len oc@t°: 7eritl il'ugierten |
| GarlÖSCing mit ?a?.#lll,:ItwaSS@@rUI1@LTSml@el, wie |
| Aceton oder ?tthanei, erhalten wird. |
| Wispicle für IVIikro@rgariisn:er._. die in bekannter |
| Weise unter Bilduag vollständiger Gärungsgerriische |
| oder Gärlösungen gezüchtet werden können, die |
| wirtschaftlich brauchbare l,bonzcritr-rltioiicn voll Arny.. |
| loghicosidase enthalten, sind .A.spel-gillcls, MLICOr. |
| Clostridiuln undlüz.@lpu. Die folgeirden Arten sind |
| Beispiele für gute Erzouger -von Airlylogii.icosidase: |
| Aspergillus oryzae, Clostridium acetobtit@,licuni, Rlii- |
| ollus delemar, Aspcrgillus niger, Asper;gillus phoeni- |
| cis, Aspergillus a@varnori. AspergillUS I11wet1S Lind |
| Aspergillus lavus. |
| Die Herstellung von Anivloglucosidae in Form von |
| volls:ändigen Kulturen -Iiad Gärlösungen ist in den |
| US.A. - Patentschriften ' 5.57 071;, ? l#8l
11 5 und |
| @9; t)21 beschrieben. Die Reinigung eitles rohen |
| AiiiS-logiticosidasepr;ipcirates. des wüßrigeri Extraktes |
| von Rhizopus deleniar, .wird in Jour:i. .Am. Chem. |
| Soc., 73, S.3359 bis 3365, beschrieben. |
| Die vorstellend durch die Strukturformeln ange- |
| gebenen Mittel der Gruppe B können entweder als |
| freie. Säure oder als deren wasserlösliche Salze ver- |
| wendet werden. Das Natriumsalz der Säuren ist die |
| bevorzugte Form, jedoch sind auch andere wasser- |
| lösliche Salze dieser Säuren, wie die Lithium-, |
| Kaliinn-, Animoniumsalze und die Salze mit niederen |
| Alkylarninen und quaternären Ammoniumhydroxy- |
| den ebenfalls wirksam. |
| Verfahren, nach denen die vorstehend durch die |
| Strukturformeln wiedci°gegebeneli Sulfonsäuren oder |
| Schwefelsäureester der Gruppe B hergestellt werden |
| können, sind in Sur face Active Agents, Their Chemi- |
| stn, and Technology, von A. M. S c 1i w a r t z und |
| J. W'. P e i- r y . 19:J9, Interscience Publishers, Inc., |
| in den Kapiteln 3 und 5 beschrieben. Der Di-2-äthyl- |
| hexylester der Orthophosphorsäure kann in bekann- |
| ter Weise hergestellt werden. |
| Beispiele für Säuren, die in den Bereich der obigen |
| Strukturformeln fallen, sind: Monol;er@Ibenzolsulfon- |
| säure. wobei der Kerylrest eine Alkylgrcippe reit |
| durchschnittlich etwa 15 Kolilenstoffatornen ist, die |
| aus einem hoch@-esättigten Leuchtöl gewonnen wird, |
| h4orioclec@llic.nrolnlonosulfonsiicrre, Monopentade- |
cylbenzolinoriostilfonsä ure, Monokeryltoluolmonosulfonsätrre, Monokervlxvlolmonosulfonsäurc.
MonokeryIccimolmonosulfonsäure, Monoisopropylnaphthalirrllionosulfonsätire, Monoisoainylnaphthalinmonosuffonsäure.
der saure Ester von Schwefelsäure und 7-i#,thyl-?-metliyl-4-undecanol und der saure
Ester von Schwefelsäure und 3,9-Diäthyl-6-tridecanol.
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Die Reinigungsmittel der Gruppe B werden in den Mengenanteilen verwendet,
die in dem genannten älteren Patent angegeben sind. Ein Amyloglucosidasepräparat
mit, einer Enzymwirksamkeit bis zu 150 Einheiten je Kubikzeiltiinet(-.r
kann mit etwa 0,01 bis 0,2 Gewichtsteilen eines Enzymreinigungsmittels der
Gruppe B .je 100 Gewichtsteile Amyloglucc)sidasepräparat gereinigt werden. Wenn
stärkere Amyolglticosidasepräparate hergestellt werden, z. B. durch Ausfällen des
Enzyms aus einer Gärlösung reit Alkohol und.A,tiflöseri des Niederschlags in einer
begrenztenWassermenge, muß die oben angegebene Mindestgewichtsrnenge an Reinigungsmittel
im Verhiltnis zur erhöhten Wirksamkeit erhöht werden.
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Die Mittel der Gruppe A bestehen aus Lignin, Gerbsäure oder wasserlöslichen
Salzen derselben. Ein Alkalilignin, das aus Alkali:iolzpülpen gewonnen worden ist,
ist die bevorzugte Form des Lignins. Es ist unlöslich in reinem Wasser, aber löslich
in wäßrigen Lösungen starker Alkalien, wie Natriumhydroxyd. Es ist im Handel in
der »freien(< oder Säureform erhältlich, die in Alkali aufgelöst werden tiluß,
und in der Natriumsalzform, die sich in warmeng Wasser löst. Jede handelsübliche
Form von roher oder gereinigter Tanninsäure ist geeignet. Tanninsäure ist wasserlöslich.
Diese Enzyrnreinigungsmittel werden all einer Konzentration von etwa 0,01 bis 1
(bevorzugt 0,1 bis 0,4) Gewichtsteilen je 100 Gewichtsteilen Aniyolglucosidasepräparat
mit einer Enzymwirksamkeit bis zu 150 Einheiten je Kubikzentimeter angewendet.
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Iin einzelnen werden ein Reinigungsmittel der Gruppe A Lind eile Reinigungsmittel
der Gruppe B 111 Wasser zu einer einzigen oder zwei getrennten Lösungen wäßriger
Konzentration gelöst, z. B. von 5 bis 10 Gewichtsprozent. Die Konzentration der
Lösungen ist aber nicht wesentlich, sie kann gegebenenfalls auch außerhalb dieses
Bereiches liegen. Die Lösung oder die Lösungen werden dann in geeigneter Konzentration
reit dem wäßrigen Aniyolglucosidase-. präparat vermischt. Nach einem anderen Verfahren
können aber auch entweder ein Reinigungsmittel oder beide in trockenem oder reinem
Zustand dem wäßrIgen Amyloglucosidasepräparat zugesetzt werden. Die Anwendung in
Lösung wird bevorzugt, weil dadurch die Wahrscheinlichkeit verringert wird, einen
Teil der Amyloglucosidase durch örtliche Konzentration an Reinigungsmittel auszufällen
oder zu inaktivieren.
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Obwohl die Reinigungsmittel in jeder Reihenfolge oder gleichzeitig
zugesetzt werden können, wird bevorzugt zuerst das Reinigungsmittel B und dann das
Reinigungsmittel A dem Ainyloglcicosidasepräparat zugesetzt, um die vollständige
Ausfällung der gesamten durch das Reinigungsmittel B entstandenen Trübung zu gewährleisten.
Die Zeit, die sowohl für das Mittel A als auch für das Mittel B erforderlich ist,
uni die glucogene Wirkung des Amyloglucosidasepräparates zu erhöhen, ist ziemlich
kurz. Auch ist nur kurze Zeit erforderlich, um mit dem Reinigungsmittel A die Trübung
zu entfernen, die durch das
Reinigungsmittel B entstanden ist. Es
wurde gefunden, daß 15 bis 30 Minuten mäßigen Rührens mit jedem Reinigungsmittel
angemessen sind, daß aber auch schon kürzere Zeiten ausreichen.
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Das Amyloglucosidasepräparat wird dann von koaguliertem oder ausgefälltem
Enzym und von der Trübung getrennt, die durch Behandeln, mit den Enzymreinigungsmitteln
entstanden sind. Die Abtrennung kann durch Abdekantieren der klaren überstehenden
Flüssigkeit nach einer gewissen Absitzzeit oder durch Filtrieren oder Zentrifugieren
erfolgen.
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Die erfindungsgemäß verwendeten Reinigungsmittel haben einen pH-Bereich
größter Wirksamkeit zwischen etwa pH 4 und 2 oder darunter. Ihre Wirksamkeit nimmt
rasch ab, wenn der pH-Wert über 4 ansteigt, und wird bei etwa pH 5 verschwindend
klein. Wegen der Empfindlichkeit der Amyloglucosidase bei kleinen pH-Werten, insbesondere
bei pH 3 und darunter, liegt der für die erfindungsgemäße Behandlung bevorzugte
pH-Wert im oberen Teil des obengenannten Bereiches, d. h. bei etwa 3 bis 4. Ferner
ist es bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei kleineren pH-Werten
zweckmäßig, die Temperatur niedrig zu halten (z. B. bei 20°C oder darunter), um
einen Verlust an Amyloglucosidase durch Inaktivierung zu vermeiden.
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Die bevorzugte Temperatur für das erfindungsgemäße Verfahren bei dem
bevorzugten pH-Wert von 3 bis 4 liegt zwischen 20 und 40°C. Gegebenenfalls können
auch niedrigere Temperaturen bis hinab zum' Gefrierpunkt der Präparate angewendet
werden, aber Kosten und Schwierigkeit des Arbeitens bei tieferen Temperaturen fallen
stärker ins Gewicht als ein geringer Verlust an Amyloglucosidase durch pH-Inaktivierung.
Temperaturen oberhalb 40"C können im Hinblick auf die Ausfällung oder Inaktivierung
der unerwünschten Enzyme angewendet werden, doch sind Werte oberhalb 55 bis 60-C
unzweckmäßig, weil dann die Amyloglucosidase thermisch inaktiviert wird. Die Temperaturregelung
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird weitgehend durch das Gefrieren des wäßrigen
Amyloglucosidasepräparates einerseits und die Inaktivierung der Amyloglucosidase
bei erhöhter Temperatur andererseits bestimmt. Die selektive Ausfällung oder Inaktivierung
der unerwünschten Enzyme mit dem Reinigungsmittel wird durch Temperaturänderungen
im Bereich von 0 bis 60°C nur wenig beeinflußt.
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Die folgenden Beispiele erläutern das erfindungsgemäße Verfahren.
Beispiel 1 Dieses Beispiel erläutert die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
auf ein Amyloglucosidasepräparat, das durch Filtrieren der Kulturlösung eines Gäransatzes
von Aspergillus phoenicis erhalten worden ist, wie es im Beispiel I der USA.-Patentschrift
2 893 921 beschrieben wird. Die Amyloglucosidasewirksamkeit der filtrierten Gärlösung
beträgt 90 Einheiten je Kubikzentimeter, nach dem in Spalte 2, Zeilen 29 bis 41,
der Patentschrift beschriebenen Verfahren bestimmt. In 11 der filtrierten Gärlösung
wurden bei 30°C und pH 4 5 g einer l0o;oigen wäßrigen Lösung (0,5 g trockene Festsubstanz)
von Monokerylbenzolmonosulfonsäure eingeführt. Das Gemisch wurde mit verdünnter
Salzsäure auf pH 3,5 gebracht und 30 Minuten gerührt. Dann wurden 20 g einer verdünnten
Natriumhydroxydlösung, die 2 g gereinigtes Lignin enthielten, in die Lösung eingerührt.
Das Gemisch wurde mit verdünnter Salzsäure auf pH 3,5 gebracht, 30 Minuten gerührt
und dann durch grobes Filtrierpapier filtriert. Das klare Filtrat enthielt keine
Trübung.
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Ein zweites Amyloglucosidasepräparat wurde in der gleichen Weise wie
oben hergestellt, nur wurde die Lösung nicht mit Lignin behandelt. Das Filtrat hatte
einen beträchtlichen Gehalt an Trübungsstoffen. Die »Trübung« bestand aus kolloiddisperser
Substanz, die sich bei Zusatz des Reinigungsmittels bildete.
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Ein drittes Amyloglucosidasepräparat wurde in der gleichen Weise wie
oben hergestellt, nur wurde die Lösung mit Lignin und nicht mit Monokerylbenzolmonosulfonsäure
behandelt. Das klare Filtrat enthielt keine Trübung.
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Die ursprüngliche und die behandelten Lösungen wurden dann auf ihre
Fähigkeit, mit Säure verdünnte Maisstärke, Paste oder Sirup zu hydrolysieren, wie
folgt geprüft: Aliquote Anteile der verdünnten Paste von je 100 ccm (30 bis 35 Gewichtsprozent
Festsubstanz, 15 D. E., pH 4, hergestellt durch sorgfältiges Behandeln einer Aufschlämmung
von 35% Festsubstanz aus Maisstärke bei pH 1,9 mit Salzsäure im Autoklav, Abkühlen
und Neutralisieren bis pH 4 mit Soda) wurden bei 60`C in vier 113 g fassende Flaschen
abgemessen und in einen Inkubator von 60°C gestellt. 4,2 ccm Amyloglucosidaselösung
von jeder der wie oben beschrieben gereinigten Proben wurden in je eine Flasche
und 3,9 ccm der ungereinigten Amyloglucosidaselösung wurden in eine weitere Flasche
gegeben. Nach 72 Stunden wurden alle Flaschen aus dem Inkubator genommen und auf
ihren Glucosegehalt nach dem in Analytic Chemistry, 31 (l959), S.
109, beschriebenen
Glucoseoxydase-Verfahren untersucht. Die Ergebnisse sind im folgenden angegeben:
| Reinigungsmittel Glucosegehalt |
| Monokerylbenzolmonosulfonsäure |
| und Lignin ......... ...........93,9 |
| Monokerylbenzolmonosulfonsäure ... 90,0 |
| Lignin ..................:........92,0 |
| Ohne ........................... 87.5 |
Das obige Beispiel zeigt, daß verdünnte Stärkepaste=dürch ein sowohl mit Monokerylbenzolmonosulfonsäure
als auch mit Lignin gereinigtes Enzym zu einem wesentlich höheren Glucosegehalt
umgewandelt wird als mit einem Enzym, das nur mit einem oder gar keinem dieser Reinigungsmittel
gereinigt worden ist. Das obige Beispiel zeigt ferner, daß Lignin wirksam die Trübung
entfernt, die durch Anwendung von Monokerylbenzolmonosulfonsäure als Reinigungsmittel
entsteht.
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Beispiel 2 Beispiel 1 wurde mit praktisch den gleichen Ergebnissen
wiederholt, nur wurden die 2 g Lignin durch 4 g Gerbsäure ersetzt. Die nur mit Monokerylbenzolmonosulfonsäure
gereinigte Lösung enthielt nach dem Filtrieren eine Trübung. Wenn andererseits Gerbsäure
in Verbindung mit der Monokerylbenzolmonosulfonsäure verwendet wurde, enthielt das
Filtrat keine Trübung. Die Ergebnisse der 72stündigen Verzuckerung waren folgende:
| Reinigungsmittel Glucosegehalt |
| Monokerylbenzolmonosulfonsäure |
| und Gerbsäure .................. 92,3 |
| Monokerylbenzylmonosulfonsäure ... 90,0 |
| Gerbsäure ........................ 91,4 |
| Ohne ............................ 87,5 |
Beispiel 3 Beispiel 1 wurde mit praktisch den gleichen Ergebnissen wiederholt, nur
wurde ein Natriumsalz von Monokerylbenzolmonosulfonsäure in Perlenform verwendet.
Die nur mit dem Natriumsulfonat gereinigte Gärlösung war nach dem Filtrieren getrübt,
während die mit beiden Reinigungsmitteln gereinigte Lösung ein klares Filtrat ergab.
Die Ergebnisse der 72stündigen Verzuckerung'waren folgende:
| Reinigungsmittel Glucosegehalt |
| Natriumsalz von Monokerylbenzol- |
| monosulfonsäure und Lignin ...... 93,8 |
| Natriumsalz von Monokerylbenzol- |
| monosulfonsäure ................ 89,2 |
| Lignin ............................ 92,0 |
| Ohne ............................ 87,5 |
Beispiel 4.
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Beispiel 1 wurde mit praktisch den gleichen Ergebnissen wiederholt,
wobei ein Monokerylbenzolmonosulfonat und ein Lignin abweichender Herkunft verwendet
wurden. Die nur mit dem Natriumsalz der Monokerylbenzolmonosu)fonsäure gereinigte
Lösung enthielt nach dem Filtrieren eine Trübung, während die mit beiden keinigungsmitteln
gereinigte Lösung ein trübungsfreies Filtrat ergab. Die Elektrophorese ergab, daß
die mit beiden Reinigungsmitteln gereinigte Lösung keine Transglucosidase enthielt.
Beispiels Beispiel 1 wurde mit praktisch den gleichen Ergebnissen wiederholt, nur
wurden 0,5 g (Trockengewicht) eines langkettigen Alkoholsulfats an Stelle von Monokerylbenzolmonosulfonsäure
verwendet. Die nur mit dem Sulfat gereinigte Lösung enthielt nach dem Filtrieren
eine Trübung, während die mit beiden Reinigungsmitteln gereinigte Lösung ein trübungsfreies
Filtrat ergab. Elektrophoresewerte ergaben, daß die mit beiden Reinigungsmitteln
gemeinsam gereinigte Lösung keine Transglucosidase enthielt.
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Beispiel 6 Beispiel 1 wurde mit praktisch den gleichen Ergebnissen
wiederholt, nur wurden 0,5 g (Trockengewicht) Di-(')-äthylhexyl)-natriumphosphat
an Stelle von Motiokerylbenzolmonosulfonsäure verwendet. Die nur mit Di-(2-äthyfhexyl)-natriumphospliat
gereinigte Lösung enthielt nach dem Filtrieren eine Trübung, während die mit beider
Reinigungsmitteln gereinigte Lösung ein trübungsfreies Filtrat ergab. Die Elektrophorese
zeigte, daß die mit beiden Reinigungsmitteln gereinigte Lösung nur einen geringen
Gehalt an Transglitcosidase enthielt.