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Kaseinleim, Gips und Füllstoffe enthaltendes wäßriges Anstrichmittel
Die Erfindung betrifft ein Kaseinleim, Gips und Füllstoff enthaltendes wäßriges
Anstrichmittel. Anstrichmittel, die Kaseinleim, Gips und Füllstoffe enthalten, sind
bereits seit langem bekannt. Das in diesen Anstrichmitteln enthaltene Bindemittel
Kaseinleim zeichnet sich durch besonders hohes Bindevermögen aus. Doch haftet den
Kasein-Binderfarben der Nachteil an, daß sie zwar außerordentlich zäh sind, aber
die Neigung haben, unmittelbar nach dem Aufbringen abzulaufen. Die thixotropen Anstrichmittel
lassen sich tropffest auftragen, doch behalten sie beim Aufstreichen ihre Plastizität
nicht bei, so daß sich Reliefmuster mit ihnen nicht erhalten lassen.
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Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Anstrichmittel zu
schaffen, das auf Kaseinleim aufgebaut ist, bei dem also von der hohen Bindekraft
dieses Produktes und seinem guten Haftvermögen an den meisten in Betracht kommenden
Werkstoffen Gebrauch gemacht wird. Darüber hinaus soll es sich aber tropffest, selbst
in dicken Schichten, auftragen lassen und während und nach dem Auftrag seine Plastizität
beibehalten.
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Es ist nun überraschenderweise gefunden worden, daß sich diese Eigenschaften
erzielen lassen, wenn man dem wäßrigen Anstrichmittel, das Kaseinleim, Gips und
Füllstoffe enthält, Benzaldehyd zusetzt. Somit betrifft die Erfindung ein Kaseinleim,
Gips und Füllstoffe enthaltendes wäßriges Anstrichmittel, das Benzaldehyd enthält.
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Benzaldehyd verleiht dem Anstrichmittel eine ausreichende Stabilität,
so daß es praktisch unbeweglich ist, auch wenn es auf eine senkrechte Wand in Schichten
aufgetragen wird, die eine Stärke von 1 mm und mehr bis zu 5, 10 und sogar 15 mm
haben. Dies ist unter anderen von wesentlicher Bedeutung, wenn ein guter Farbanstrich
auf einer ganz dünnen Unterlage in Form einer Spachtelung od. dgl. hergestellt werden
soll. Der fertige Anstrich hat ein niedriges spezifisches Gewicht und eine hohe
Porosität, was z. B. für das Austrocknen feuchter Wände von Bedeutung ist.
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Das erfindungsgemäße Anstrichmittel eignet sich insbesondere zum Auftragen
eines Anstriches auf Wandflächen in zwei oder mehreren Schichten, wobei zusammengesetzte
Muster und Farbeffekte erzielt werden. Hierauf wird später noch näher eingegangen
werden. Das erfindungsgemäße Anstrichmittel ist ferner gekennzeichnet durch einen
Zusatz an einem Aufschlußmittel für Kasein, vorzugsweise Soda und/ oder Kalk, ferner
durch einen Zusatz an einem Mittel zur Verzögerung der Trocknung, vorzugsweise Zelluloseleim.
Darüber hinaus kann das Anstrichmittel gemäß der Erfindung Zinkweiß oder Titanweiß
enthalten.
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Wird als Aufschlußmittel für den Kaseinleim ein Gemisch von Soda oder
Kalk (Malerkalk) eingesetzt, so ist die Menge an Soda erheblich geringer als die
des Kalkes. In kleinerer Menge anwesender Zelluloseleim erhöht die Geschmeidigkeit
des Anstrichmittels und bewirkt zugleich, daß es nicht zu schnell trocknet. In gleicher
Weise wirken geringe Mengen, z. B. 1 bis 3 %, Zinkweiß oder Titanweiß.
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Der Füllstoff, der mengenmäßig den Hauptbestandteil des Anstrichmittels
ausmacht, besteht zweckmäßig aus Feldspat-, Marmor- oder Quarzmehl, die in ausreichender
Menge zu niedrigen Preisen zur Verfügung stehen.
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Ein besonders geeignetes Anstrichmittel kann die folgende Zusammensetzung
haben:
| Gewichtsteile |
| Zelluloseleim .:. .. . ....... 36 |
| Kalzinierte, wasserfreie Soda ...... 5 |
| Zinkweiß (Zinkoxyd) ............. 20 |
| Gips ........................... 50 |
| Kaseinleim ...................... 50 |
| Kalk (Malerkalk) ................ 75 |
| Benzaldehyd .................... 4 |
| Feldspatmehl oder Marmormehl ... 800 |
| Wasser ......................... 545 |
| Summe .... 1552 |
Das Anstrichmittel wird zweckmäßigerweise so hergestellt, daß zuerst
Kaseinleim, Gips, die pulverförmigen Füllstoffe und gegebenenfalls die Zusätze Soda,
Zinkweiß und Kalk bzw. Äquivalente dafür miteinander vermischt werden. In einem
zweiten Ansatz wird der Zelluloseleim oder ein Äquivalent dafür mit Benzaldehyd
zusammen mit 1 Teil des Wassers, im oben angegebenen Beispiel 45 Gewichtsteilen,
vermischt. Die übrige Wassermenge wird erst bei Fertigstellung desAnstrichmittels
zugesetzt, und zwar wird 1 Teil mit dem den Kaseinleim enthaltenden Ansatz vermischt,
dann der zweite, den Zelluloseleim enthaltende Ansatz und schließlich das restliche
Wasser zugegeben, wobei kräftig gerührt wird. Das fertige Anstrichmittel hält sich
einige Tage.
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Um den Nachweis der vorteilhaften Wirkung, die durch den Benzaldehydzusatz
erzielt wird, zu erbringen, wurden folgende Versuche durchgeführt: 2 kg
des
Anstrichmittels gemäß obiger Zusammensetzung wurden hergestellt, wobei jedoch der
Benzaldehyd weggelassen wurde. Die pulverförmige Mischung wurde in 1,41 Wasser eingerührt
und das Ganze in einer Mischvorrichtung, die mit einem Schaufelrührer versehen war,
15 Minuten kräftig durchmischt. Mit dieser Anstrichfarbe wurde eine Hartfaserplatte
einer Größe von etwa 18 - 15 cm bestrichen, indem eine Laufrolle, die in das. flüssige
Anstrichmittel eingetaucht worden war, viele Male in allen Richtungen über die Platte
bewegt wurde. Die -Farbe floß so schnell, daß irgendwelche Muster nicht erhalten
wurden. Das Anstrichmittel lief zu einer Schicht aus, welche den braunen Untergrund
der Faserplatte nicht ausreichend bedeckte.
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Danach wurden dem flüssigen Anstrichmittel 8 g Benzaldehyd eingemischt.
Der Gehalt des Mittels an Benzaldehyd betrug somit 0,24°/o (die bereits verbrauchte
Menge Anstrichmittel wurde nicht berücksichtigt, da diese Menge unbeachtlich war).
Danach wurde wiederum 1 Minute mit der Mischvorrichtung gründlich durchmischt. Die
Masse bekam sofort eine zähere Konsistenz, so daß die mit ihr enthaltenen Anstriche
auf den Faserplatten ausgezeichnet waren. Das Auftragen erfolgte in der gleichen
Weise, wie im ersten Versuch beschrieben, mit einer Laufrolle. Das Anstrichmittel
ließ sich jetzt in Schichten verschiedener Dicke auftragen, was zu schönen Reliefmustern
führte. Der Untergrund wurde vollständig überdeckt.
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Wenn gewünscht, können die verschiedenen Bestandteile variiert weiden,
vorausgesetzt, daß sich die Menge Füllstoffe auf 800 Gewichtsteile und. die Menge
Wasser auf 500 Gewichtsteile beläuft, abgesehen von der Menge Wasser, die zur Herstellung
des den Zelluloseleim Enthaltenden Ansatzes benötigt wird: Der Gehalt an Zelluloseleim
kann zwischen 1 und 6 Gewichtsteilen betragen; mit steigendem Gehalt dieses Zusatzes
wird die Geschmeidigkeit des Anstrichmittels größer, gleichzeitig wird aber das
Anstrichmittel dickflüssiger. Der Gehalt an Soda kann zwischen 3 und B Gewichtsteilen,
der an Zinkweiß zwischen 10 und 40 Gewichtsteilen variieren. Der Gipsanteil kann
-zwischen 40 und 75 Gewichtsteilen, der für den Kaseinleim 45 bis 60, gegebenenfalls
20 bis 80 Gewichtsteilen betragen. Der Kalk kann 50 bis 100 und sogar bis zu 125
Gewichtsteilen ausmachen. Der Benzaldehyd wirkt auf die Konsistenz der Farbe insofern
ein, als bei Verringerung dieses Zusatzes unter 4 Gewichtsteile auf etwa 2 bis 3
Gewichtsteile, die Farbe viskoser wird. Bei Erhöhung des Zusatzes auf 5 bis 8 Gewichtsteile
wird das Anstrichmittel poröser. Doch ist unabhängig vom Mischungsverhältnis allen
erfindungsgemäßen Anstrichmitteln gemeinsam, daß sie auf senkrechten Flächen nicht
ablaufende Schichten großer Dicke bilden.
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Obgleich das Anstrichmittel bis zu 80 % aus Feldspatmehl oder Marmormehl
besteht, Stoffen, also mineralischem Material, hat es eine äußerst geschmeidige
Konsistenz und geringes spezifisches Gewicht, was sowohl das Aufbringen mit dem
Pinsel als auch mit der Spritzpistole leicht macht. Die poröse Konsistenz und das
geringe spezifische Gewicht des Anstrichmittels erklären sich dadurch, daß das Feldspat-bzw.
Marmormehl ein spezifisches Gewicht von 2,0 haben und das fertiggemischte Anstrichmittel
ein spezifisches Gewicht von 0,9 bis 1,2 haben kann, was einen Unterschied im Volumen
von ungefähr dem Doppelten und mehr bedeutet.
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Das Anstrichmittel nach der Erfindung läßt sich mit besonderem Vorteil
für die Herstellung von in mehreren Farbtönen oder -schattierungen oder von transparenten
bzw gemusterten Deckschichten auf Oberflächen aus verschiedenartigem Werkstoff,
wie Holz, Mauerwerk, Faserplatten, Gips, Glas u. dgl. verwenden. Deckschichten dieser
Art sind bisher dadurch erzeugt worden, daß ein Anstrichmittel auf die Fläche aufgetragen
wird, das eine spachtelfähige Konsistenz hat und das danach durch Bearbeitung mit
z. B. einem Pinsel oder einer profilierten Laufrolle gemustert wird. Nachdem der
gemusterte Anstrich nach einigen Tagen getrocknet ist, wird geschliffen und mit
Leim überstrichen. Danach wird eine sogenannte Lasierung ausgeführt, die eine transparente
Farbwirkung ergibt. Damit sich diese mit gutem Ergebnis durchführen läßt, muß die
geleimte und gemusterte Grundschicht ganz trocken sein, was eine Trockenzeit von
mehreren Tagen erfordert. Unter Lasierung versteht man, daß mit einem Pinsel ein
verdünntes, dunkleres Antriebmittel auf die trockene Grundschicht eines etwas helleren
Farbtons aufgestrichen wird; da die Lasierschicht nicht deckt, leuchtet der hellere
Farbton der Grundschicht durch, und es wird eine Farbwirkung in zwei Tönen erhalten.
Die Lasierung muß mit einer langsam trocknenden Farbe, z. B. einer Ölfarbe, ausgeführt
werden, und die Arbeit erfordert fachmännische; große Geschicklichkeit, weswegen
sie in der Regel nur von besonders ausgebildeten Malern, z. B. Dekorationsmalern,
ausgeführt werden kann und oft auf kleinere Flächen begrenzt ist. Dieses bekannte
Verfahren ist teuer und zeitraubend, insbesondere wegen der kostspieligen Vorbehandlungen,
die Arbeitszeiten erfordern, die sich insgesamt auf mehrere Wochen belaufen können.
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Mit dem erfindungsgemäßen Anstrichmittel ist das Aufbringen gemusterter
bzw. in mehreren Farben spielender Deckschichten möglich, wobei eine besonders einfache
Anstreichtechnik anzuwenden ist. Diese Deckschichten lassen sich auch ohne besondere
Fachkunde und ohne kostspielige Vorbehandlungen unmittelbar auf einer Fläche ausführen,
z. B. auf einer verputzten Wandfläche oder einer Wandfläche aus reinem Beton, die
also mehr oder weniger ausgeprägte Ungleichmäßigkeiten aufweist. Die Deckschicht
läßt sich ohne lange Trockenzeiten zwischen den Arbeitsabläufen durchführen, sogar
so, daß sich die Deckschicht von einem Tag zum anderen ganz fertigstellen läßt.
Gleichzeitig hat man die Möglichkeit
zu größten Abwechselungen
in den Muster- und Farbeffekten, und zwar unabhängig von der Größe der Wandfläche.
Die Fläche, die mit einem Anstrich versehen werden soll, wird in einem ersten Arbeitsgang
mit Hilfe einer Spritzpistole, eines Pinsels oder eines ähnlichen Werkzeuges mit
einer dicken Schicht des erfindungsgemäßen Anstrichmittels überzogen. Unmittelbar
darauf, d. h. bevor diese Grundschicht an ihrer Oberfläche trocken geworden ist,
wird auf sie ein trockenes, feinkörniges Sandmaterial aufgespritzt. Die Grundschicht
und die Sandschicht haben verschiedene Farben, wobei die Grundschicht gewöhnlich
weiß ist und die Sandschicht eine andere Farbe hat. Falls gewünscht, läßt sich auch
das umgekehrte Verhältnis in der Farbenwahl durchführen.
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Die Grundschicht ist langsam trocknend, hat ein niedriges spezifisches
Gewicht und eine weiche, poröse und formbare Konsistenz und läßt sich auf die Fläche
in dicker Schicht bis zu 5 bis 10 und sogar 15 mm aufbringen, ohne daß sie zusammenfließt
oder während des Trocknens Risse auftreten. Das Sandmaterial kann ein trockener,
feinkörniger Sand sein, der an sich oder durch Farbzusatz einen gewünschten Farbwert
aufweist. Unter Sand werden in diesem Zusammenhang auch andere feinkörnige Stoffe
als Natursand verstanden, pulverisiertes Material, feingemahlenes Mineral, Glas,
Metall oder (Farb-)Pigment oder andere Teilchen. Der Sand kann eine Feinheit haben,
die mit der des sogenannten Gießereisandes vergleichbar oder noch feiner ist. Die
Färbung des Sandes kann durch einen kleinen Zusatz von Farbpigment oder Farbstoff
in trockenem Zustand erfolgen. Wenn der Sand auf feuchte Grundschicht aufgespritzt
wird, haften die Sandkörner an dieser und legen sich nebeneinander, so daß die Körner
gleichmäßig über die Fläche verteilt sind. Nachdem die Grundschicht mit Sand gesättigt
worden ist, findet der Überschuß keinen Halt, sondern fällt von der Fläche ab. Die
Dicke der Sandschicht beträgt nur einen Bruchteil, etwas weniger als ein Zehntel,
derjenigen der Grundschicht. Oft beträgt sie sogar nur ein Fünfzehntel oder weniger
der Dicke der Grundschicht.
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Die Sandkörner decken die Fläche nicht vollständig, weswegen die Grundschicht
zwischen den einzelnen Körnern sichtbar ist, was einen transparentartigen Effekt
mit Spielen in mehreren Farben und lebhafter Wirkung ergibt, insbesondere, wenn
die Sandkörner an sich verschiedenfarbig sind.
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Durch das Färben des Überzugs auf der Fläche mit dem gefärbten Sandmaterial
allein werden wesentliche Vorteile mit Bezug auf Kosten und Arbeit erzielt. Sofern
nämlich die ganze Farbschicht von weißer Grundfarbe zu dem gewünschten Farbton gefärbt
werden soll, muß das Mischen oder Brechen der Farben in der Fabrik oder auf dem
Arbeitsplatz vorgenommen werden, was kostspielig und zeitraubend ist. Ferner ist
der Verbrauch an der oft teuren Brechfarbe um viele Male größer als gemäß der Erfindung,
bei der die Farbe nur dem Sandmaterial zugesetzt bzw. mit diesem vermischt zu werden
braucht und dieses Sandmaterial nur z. B. 5 bis 101/o oder sogar weniger des gesamten
Belages auf der Fläche ausmacht.
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Der Überzug auf der Fläche läßt sich in einer praktisch unbegrenzten
Anzahl von Kombinationen mustern, und zwar sowohl in bezug auf die Struktur der
Fläche als auch deren Farbwerte und Farbtöne. Nachdem das Sandmaterial aufgebracht
worden ist, können Muster in die nasse Grundschicht gerollt, gedrückt, geschnitten,
geschabt oder gezeichnet werden. Der aufgebrachte Sand verhindert, daß sich die
feuchte Grundschicht an den Werkzeugen festsetzt. Während der Musterung werden sowohl
die Verteilung der Sandschicht über der Oberfläche als auch die Grundschicht selbst
verändert oder die eine oder die andere der Schichten teilweise freigelegt, so daß
die kontrastierende, z. B. weiße Grundschicht in dem gewünschten Muster hervortritt.
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Man kann farbige Teilüberzüge und Muster herstellen, die sich in bezug
auf Reichtum an Farbkombinationen und Reliefwirkung am ehesten mit Tapetenmustern
vergleichen lassen. Es leuchtet daher ein, daß die Grundschicht eine Dicke aufweist,
die, falls erwünscht, bei Einzeichnen eines Musters eine teilweise Entfernung der
Schicht gestattet, ohne daß die darunterliegende Fläche, die beschichtet ist, freigelegt
wird.
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Es ist auch möglich, mehr als eine Schicht des erfindungsgemäßen Anstrichmittels
auf eine Fläche aufzubringen, z. B. so, daß zunächst eine Schicht mit blauem Farbton
aufgespritzt und sodann unmittelbar auf dieser, naß-in-naß, eine dünne Schicht einer
anderen, z. B. weißen Farbe, wonach schließlich ein z. B. graugefärbtes Sandmaterial
aufgetragen wird. Danach kann ein dreifarbiges, im vorliegenden Fall grau-weiß-blaues
Muster in den nassen Überzug eingebracht werden, indem mit Hilfe eines Zeichenwerkzeuges
das zuunterst liegende blaue Grundmaterial teilweise freigelegt wird, so daß es
einen dritten Farbton in der Musterkombination bildet.
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Nachdem die nasse Grundschicht und die Sandschicht auf die Fläche
aufgebracht worden sind und mittels einer profilierten Laufrolle oder auf andere
Weise eine ungleichförmige, reliefartige Oberfläche erhalten ist, kann dieser Überzug
trocknen, und danach durch eine mechanische Bearbeitung, wie teilweises Schleifen,
können die Spitzen der höckerigen Oberfläche von dem Sandmaterial befreit werden.
Auf diese Weise wird ein außergewöhnlicher Muster-und Farbeffekt erhalten, bei dem
die Farbe der Grundschicht an den Spitzen vorherrscht und die Farbe des Sandmaterials
in den Tälern der Schicht.
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Nachdem die Farbschicht getrocknet ist, kann sie mit einer transparenten
Leimsorte überzogen werden, die entweder den Mustereffekt erhöht oder ihn abschwächt
oder diesen auch zu einem helleren oder dunkleren Farbton ändert. Derartige Leimsorten
können auch dazu beitragen, die mechanische Festigkeit des Belages bzw. seine Überempfindlichkeit
gegen Angriffe von Flüssigkeiten u. dgl. zu erhöhen.
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Noch ein Weg zur Herstellung von Mustern mit guter dekorativer Wirkung
besteht darin, in die nasse Grundschicht Gegenstände aus Metall, Holz, Papier, Pappe,
Glas od. dgl. fest einzudrücken und danach das Sandmaterial aufzuspritzen. Nach
dem Trocknen der Grundschicht sind diese Gegenstände in die genannte Schicht infolge
ihrer außerordentlichen Hafteigenschaften fest eingeklebt. Das Sandmaterial haftet
nur in der nassen Grundschicht, so daß die Gegenstände nach dem Aufspritzen des
Sandes rein mit scharfen Konturen hervortreten. Auf diese Weise läßt sich z. B.
auch Text für Schauzwecke schnell und wirksam anbringen, indem ausgestanzte Buchstaben
in der Grundschicht vor dem Aufspritzen des Sandes festgedrückt werden.