DE1274027B - Verfahren zur Herstellung einer Unterglasur-Dekoration von Porzellan-, Steingut-, Majolikawaren u. dgl. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Unterglasur-Dekoration von Porzellan-, Steingut-, Majolikawaren u. dgl.Info
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- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B41/00—After-treatment of mortars, concrete, artificial stone or ceramics; Treatment of natural stone
- C04B41/45—Coating or impregnating, e.g. injection in masonry, partial coating of green or fired ceramics, organic coating compositions for adhering together two concrete elements
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Description
- Verfahren zur Herstellung einer Unterglasur-Dekoration von Porzellan-, Steingut-, Majolikawaren u. dgl. Bei der Aufglasur-Dekoration von Porzellan, Steingut, Majolikawaren u. dgl. werden Spezialschiebebilder auf die fertiggebrannte Glasur übertragen und dann durch den sogenannten Dekorationsbrand bei Temperaturen um 850° C auf die Glasur aufgesintert.
- Das in der deutschen Auslegeschrift 1038 571 beschriebene vergleichbare Verfahren geht von einer überglasur-Dekoration aus, wird aber durch auf die bereits übertragenen Bilder aufgepudertes Glaspulver und einen Nachbrand zu einem Unterglasur-Dekorationsverfahren umgewandelt. Durch die Kombination der beiden Verfahren erhöht sich auch der Arbeits-und Werkstoffaufwand.
- Die Unterglasur-Dekoration von Porzellan, Steingut, Majolikawaren u. dgl. hat gegenüber der Aufglasur-Dekoration wesentliche Vorteile, da die Bilder durch die darüberliegende Glasur gegen mechanische Einwirkungen und auch gegen die Einwirkungen von Küchenchemikalien usw. sicher geschützt werden. Dieser Vorteil macht sich besonders bemerkbar, wenn das dekorierte Geschirr in automatischen Geschirrspülmaschinen behandelt wird, da hierbei die chemische Einwirkung aggressiver Reinigungszusätze die Aufglasur-Dekoration auf die Dauer angreift. Bei der Unterglasur-Dekoration werden die Spezial-Schiebebilder vor dem Aufbringen der Glasur auf den geschrühten Scherben übertragen.
- Die Unterglasur-Dekoration konnte jedoch bisher nur dann mit befriedigenden Ergebnissen angewendet werden, wenn das auf den rohen, geschrühten keramischen Gegenstand übertragene Spezialschiebebild vor dem Glasieren des keramischen Gegenstandes eingebrannt wurde. Dadurch waren neben dem ohnehin notwendigen Schrühbrand zwei weitere Brennvorgänge notwendig.
- Es wurde mehrfach versucht, einen dieser beiden Brände einzusparen. Ein Weg zu einer solchen Einsparung wird in der deutschen Patentschrift 209 559 gewiesen, indem die Verwendung eines mit einer besonderen Zwischenschicht ausgestatteten Abziehbildes vorgeschlagen wird. Diese Zwischenschicht bewirkt nach dem Abziehen des Trägerpapiers, daß das aufgepuderte Glasurpulver auch ohne Zwischenbrand auf dem Bild haftet und mit diesem verschmilzt. Dieser Vorschlag hat neben der Tatsache, daß ein besonderes Abziehbild verwendet werden muß, den Nachteil, daß er die Störanfälligkeit beim Anhaften des Bildes auf dem Keramikkörper vollkommen unberücksichtigt läßt. Die Erfindung beschäftigt sich aber gerade mit diesem Problem, wie noch nachher ausgeführt werden wird.
- Die heute üblichen Unterglasur-Dekorationsverfahren verlaufen etwa nach folgendem Verfahrensschema: 1. Die Keramikmasse wird unter Zusatz von Flußmitteln und sonstigen Beimengungen in Wasser aufgeschlämmt und gründlich vermischt. Diese Masse wird dann auf entsprechenden Formgebungsmaschinen geformt.
- 2. Nach dem Trocknen an der Luft werden die keramischen Rohlinge geglättet, d. h., kleinere Fehler und Unebenheiten werden ausgeglichen. Danach folgt der Schrühbrand, der bei Temperaturen meist über 900° C ausgeführt wird. Die keramischen Rohlinge sind jetzt hart und fest, aber je nach Qualität mehr oder weniger porös.
- 3. Um die Spezialschiebebilder auf diesen keramischen Rohling übertragen zu können, muß der keramische Rohling mit einer Leimlösung oder einem Fixativ auf Basis einer Dispersion oder Lösung von Polyvinylacetat oder den Polymerisaten der Acrylsäureester eingestrichen werden. Auf diesen so vorbehandelten keramischen Rohlingen haften die bekannten Spezialschiebebilder fest. Auf den nicht mit den obengenannten Stoffen vorbehandelten keramischen Rohlingen haften die Spezialschiebebilder nicht ausreichend. 4. Nach Trocknung des aufgetragenen Spezialschiebebildes wird der dekorierte keramische Rohling nunmehr mit der wäßrigen Dispersion einer Glasur überzogen.
- 5. Nach dem Trocknen der Glasur wird der keramische Gegenstand nunmehr dem Glasur-Dekorationsbrand bei Temperaturen meist über 1000° C unterzogen.
- Bei der Anwendung dieses Verfahrens in der Praxis zeigt es sich jedoch immer wieder, daß je nach Art und Beschaffenheit der keramischen Rohlinge bzw. auch der für die Herstellung der Spezialschiebebilder verwendeten keramischen Unterglasur-Schmelzfarben unterschiedliche und oft unzureichende Ergebnisse erzielt werden. Diese schlechten Ergebnisse sind fast immer auf ein Abrollen der keramischen Schmelzfarbe zurückzuführen, die keine Verbindung mit den geschrühten Scherben einzugehen vermochte. Ein Abrollen der keramischen Schmelzfarbe führt dann zu einem Abstoßen der Glasur.
- Es wurden nun verschiedene Möglichkeiten untersucht, diesen Nachteil zu beheben. Einen besonderen Weg geht das in der österreichischen Patentschrift 225 206 beschriebene Verfahren, indem es vorschlägt, in die Bildschicht thermisch aktivierbare Bestandteile einzulagern, die unter dem Einfluß der Wärme eine Klebkraft ausüben. Dieses Verfahren ist ersichtlich zu einseitig ausgerichtet, da es nur auf thermischem Wege vollziehbar ist. Es müßte somit ein Unterglasur-Dekorationsverfahren gefunden werden, das auch noch bei den heute weithin üblichen, auf nassem Wege abgelösten Abziehbildern verwendbar ist.
- Die Erfindung geht davon aus, daß ohnehin ein Fixativ notwendig ist, mit dem die geschrühten, keramischen Rohlinge vor dem übertragen des Schiebebildes eingestrichen werden, und schlägt vor, diesem Fixativ eine Fritte oder eine niedrigschmelzende Glasur zuzusetzen. Das führte zu einem einwandfreien Ergebnis auch mit solchen keramischen Rohlingen und mit solchen keramischen Unterglasurfarben, bei denen das alte Verfahren völlig versagte.
- Bei diesem neuen Verfahren bewirkt die auf den geschrühten Rohling in Verbindung mit dem Fixativ aufgebrachte Fritte 1. das sichere Aufschmelzen der keramischen Schmelzfarbe auf den gesehrühten Rohling; 2. bringt die Fritte die Unterglasurschmelzfarbe in Fluß und verhindert dabei das Aufrollen der keramischen Schmelzfarbe und damit auch der Glasur; 3. bewirkt die Fritte, daß die im geschrühten, keramischen Rohling vorhandenen, mehr oder weniger großen Poren durch die Fritte ausgefüllt werden, so daß eine wesentlich glattere und im Aussehen schönere Oberfläche der Deckglasur erzielt wird; 4. des weiteren ergibt sich der wesentliche Vorteil, daß die besagten Waren im Unterglasur-Dekorationsverfahren nunmehr in einem Brennprozeß gebrannt werden können.
- Erfindungsgemäß wird nach dem neuen Verfahren die Herstellung der Keramikmassen wie bisher vorgenommen. Neu ist, daß das bisher verwendete Fixativ (Dextrin- oder Methylcelluloselösung oder Dispersion oder Lösungen von Polymerisaten) in der erfindungsgemäßen Form einen Anteil an Fritte oder Glasur enthält. Die folgenden Beispiele zur Herstellung sollen die Erfindung näher erläutern, ohne daß dadurch eine Beschränkung des Umfanges der Erfindung angedeutet werden soll: Beispiel 1 4 Gewichtsteile Carboxyhnethylcellulose oder Methylcellulose, Dextrin od. ä., 86 Gewichtsteile Wasser, 2 Gewichtsteile Netzmittel, z. B. Fettalkoholsulfonat, 10 Gewichtsteile Fritte, z. B. Erweichungsbeginn 700° C, Erweichungsintervall 200° C, oder Glasurpulver gemahlen.
- Beispiel 2 30 Gewichtsteile Dispersion von Polyvinylacetat oder von Polyacrylsäureestern oder Mischpolymerisaten, 37 Gewichtsteile Wasser, 3 Gewichtsteile Verdickungsmittel, 30 Gewichtsteile Fritte, z. B. Erweichungsbeginn 700° C, Erweichungsintervall 200° C, oder Glasurpulver gemahlen.
- Beispiel 3 15 Gewichtsteile Polyvinylacetat oder Mischpolymerisate, 5 Gewichtsteile Acethylglykol, 40 Gewichtsteile Butylalkohol, 10 Gewichtsteile Wasser, 10 Gewichtsteile Isopropylalkohol, 20 Gewichtsteile Fritte, z. B. Erweichungsbeginn 700° C, Erweichungsintervall 200° C, oder Glasurpulver gemahlen.
- Beispiel 4 15 Gewichtsteile Polyacrylsäureester oder Mischpolymerisate, 30 Gewichtsteile Äthylalkohol, 5 Gewichtsteile Butanol, 30 Gewichtsteile Äthylglykolacetat, 20 Gewichtsteile Fritte, z. B. Erweichungsbeginn 700° C, Erweichungsintervall 200° C, oder Glasurpulver gemahlen.
Claims (4)
- Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung der Unterglasur-Dekoration von Porzellan-, Steingut-, Majolika-, Emaillewaren u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß auf den rohen, unglasierten, keramischen Gegenstand in bekannter Weise ein Fixativ aufgebracht wird, das einen Anteil Fritte oder Glasurpulver enthält.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf den nach Anspruch 1 behandelten Gegenstand ein Spezialschiebebild oder Abziehbild übertragen wird und der Gegenstand anschließend mit einer wäßrigen Glasurdispersion überzogen und im Einmal-Brandverfahren gebrannt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf den nach Anspruch 1 vorbehandelten Gegenstand Dekorationen oder Bilder von Hand aufgemalt oder im Direktdruck aufgedruckt oder mit Hilfe anderer Methoden aufgebracht werden und der Gegenstand anschließend mit einer wäßrigen Glasurdispersion überzogen und im Einmal-Brandverfahren gebrannt wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf den nach Anspruch 1 vorbehandelten Gegenstand Spezialbilder, z. B. Selbstklebebilder oder Heißklebebilder, aufgebracht werden und der keramische Gegenstand anschließend mit einer wäßrigen Glasurdispersion überzogen und im Einmal-Brandverfahren gebrannt wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 209 559; deutsche Auslegeschrift Nr. 1038 571; schweizerische Patentschrift Nr. 104 854.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1965A0048517 DE1274027B (de) | 1965-03-01 | 1965-03-01 | Verfahren zur Herstellung einer Unterglasur-Dekoration von Porzellan-, Steingut-, Majolikawaren u. dgl. |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1965A0048517 DE1274027B (de) | 1965-03-01 | 1965-03-01 | Verfahren zur Herstellung einer Unterglasur-Dekoration von Porzellan-, Steingut-, Majolikawaren u. dgl. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1274027B true DE1274027B (de) | 1968-07-25 |
Family
ID=6936388
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1965A0048517 Pending DE1274027B (de) | 1965-03-01 | 1965-03-01 | Verfahren zur Herstellung einer Unterglasur-Dekoration von Porzellan-, Steingut-, Majolikawaren u. dgl. |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1274027B (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE209559C (de) * | ||||
| CH104854A (fr) * | 1923-08-08 | 1924-05-16 | Beck Emile | Procédé de décoration. |
| DE1038571B (de) * | 1955-11-21 | 1958-09-11 | Commercial Decal Inc | UEberglasurdekor und Verfahren zum UEbertragen desselben |
-
1965
- 1965-03-01 DE DE1965A0048517 patent/DE1274027B/de active Pending
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE209559C (de) * | ||||
| CH104854A (fr) * | 1923-08-08 | 1924-05-16 | Beck Emile | Procédé de décoration. |
| DE1038571B (de) * | 1955-11-21 | 1958-09-11 | Commercial Decal Inc | UEberglasurdekor und Verfahren zum UEbertragen desselben |
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