-
Verfahren zum Wasserdichtmachen von gegerbtem Leder Leder ist bekanntlich
bis zu einem gewissen Grad aufnahmefähig für Wasser, was bei gewissen Verwendungszwecken,
unter anderem für Schuhe oder Bekleidung, sehr störend sein kann. Es fehlte daher
nicht an Vorschlägen, Leder wasserdicht bzw. wasserabstoßend zu machen.
-
Schon die von jeher bekannte Behandlung des Leders mit Fetten und/oder
Wachsen erfüllt bis zu einem gewissen Grade diesen Zweck. In neuerer Zeit ging man
zu einer bleibenden Imprägnierung, z. B. mit Lösungen, Suspensionen oder Emulsionen
der verschiedensten Natur- oder Kunststoffe, über. Unter anderem wurden auch die
zum Wasserdichtmachen von Textilien bewährten Aluminiumsalze und -seifen zur Lederimprägnierung
in Betracht gezogen. Soweit sich diese beim Imprägnieren von Textilien bewährte
und auf diesem Gebiet weitgehend ausgebaute Technik aber überhaupt auf die Lederimprägnierung
anwenden ließ, führte die Behandlung mit Aluminiumverbindungen, falls ein genügender
Grad von Wasserfestigkeit erreicht werden sollte, stets zu einer Verstopfung der
Poren des Naturstoffes Leder, dessen Aufbau natürlich nicht mit demjenigen von Geweben
oder Gewirken zu vergleichen ist. Damit nimmt das imprägnierte Leder höchst unerwünschte
Eigenschaften an, und selbst wenn es nicht verhärtet, wird es undurchlässig für
Luft und Wasserdampf, was seine Verwendungsmöglichkeiten naturgemäß weitgehend einschränkt
und seine Vorteile gegenüber z. B. Kunststoffen illusorisch macht.
-
Auch die Übertragung der zum Wasserabstoßendmachen von Fasergut bekannten
Methoden, bei denen das Fasergut mit Aluminiumseifen und Paraffinwachsen in wasserfreien
organischen Lösungsmitteln getränkt und nach dem Trocknen wärinebehandelt wird,
auf Leder hat sich schon deswegen nicht bewährt, weil kaum eine ausreichende Eindringtiefe
der Imprägnierung zu erreichen ist.
-
Demgegenüber wurde nun gefunden, daß man Leder wasserabstoßend machen
kann, ohne seine Durchlässigkeit für Gase und Dämpfe, z. B. Luft und Wasserdampf,
allzusehr zu beeinträchtigen, wenn man die Bildung einer Aluminiumseife innerhalb
der Lederstruktur veranlaßt und dabei mit einem geeigneten Lösungsmittel für die
Komponenten der Seife arbeitet.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Wasserdichtmachen von gegerbtem
Leder mit aus Aluminiumisopropylat und einer Fettsäure mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen
gebildeten Aluminiumseifen ist daher dadurch gekennzeichnet, daß man das Leder in
beliebiger Reihenfolge mit einer Lösung von Aluminiumisopropylat und mit einer Lösung
einer Fettsäure mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen tränkt und den nicht zur Aluminiumseife
umgesetzten Anteil beider Komponenten auswäscht, wobei man sowohl als Lösungsmittel
für beide Komponenten der Seife wie auch als Mittel zum Auswaschen der nicht umgesetzten
Anteile der Komponenten einen bei Zimmertemperatur unter Normaldruck verdunstenden
aromatischen Kohlenwasserstoff verwendet.
-
Das Verfahren führt zu einem Produkt, das dem unter Aufbringen von
vorgebildeten Aluminiumseifen imprägnierten Leder in bezug auf die erwähnte Gas-
und Dampfdurchlässigkeit überlegen ist, ohne ihm hinsichtlich der Wasserfestigkeit
nachzustehen. Die Gefahr einer auch nur oberflächlichen Verhärtung und störenden
Verfärbung ist ebenfalls vermieden.
-
Bei der Durchführung des Verfahrens tränkt man das lufttrockene Leder
bis zur Sättigung mit einer Lösung von Aluminiumisopropylat in dem betreffenden
Kohlenwasserstoff, z. B. Benzol, Toluol oder Xylol, deren Konzentration vorzugsweise
3 bis 10 Gewichtsteile Aluminiumisopropylat auf 100 Teile Lösung
beträgt, die jedoch auch konzentrierter oder verdünnter sein kann. Man nimmt die
Tränkung am bequemsten bei Raumtemperatur oder unter leichtem Aufwärmen, jedoch
möglichst unterhalb 50' C vor,
indem man das Leder in der
vorbereiteten Lösung einweicht.
-
Nach Abtropfenlassen der überflüssigen Lösung bringt man das feuchte
Leder in eine Lösung einer Fettsäure, d. h. einer aliphatischen, gesättigten
oder ungesättigten Monocarbonsäure mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen, ein. Als Lösungsmittel
für die Fettsäure wird ebenfalls ein aromatischer Kohlenwasserstoff verwendet, der
bei Raumtemperatur unter Normaldruck verdunstet. Zweckmäßigerweise verwendet man
das gleiche Lösungsmittel wie für das Aluminiumisopropylat.
-
Die Konzentration der Säurelösung soll derjenigen der Isopropylatlösung
entsprechen; vorzugsweise sind ebenfalls 3 bis 10Gewichtsteile Fettsäure
je
100 Teile Lösung vorhanden. Die Behandlung erfolgt wie oben bei
Raum- oder etwas erhöhter Temperatur.
-
Die hierbei neben Isopropylalkohol gebildete Aluminiumseife setzt
sich hauptsächlich im Inneren des Leders ab, ohne dessen Poren ganz zu verstopfen,
und wirkt wasserabstoßend.
-
Nicht umgesetzte Anteile der Reaktionsteilnehmer werden dann durch
gründliches Auswaschen entfernt, wobei wiederum ein bei Raumtemperatur unter Normaldruck
verdunstender Kohlenwasserstoff, am besten der zum Lösen der Reaktionsteihiehmer
verwendete, als Waschmittel dient und bei Temperaturen von bis zu etwa 5011
C gearbeitet wird.
-
Die Tränkung kann gegebenenfalls auch in umgekehrter Reihenfolge,
d. h. zuerst mit der Fettsäure, dann mit dem Isopropylat durchgeführt werden,
je-
doch schließt sich als letzte Stufe stets das Auswaschen an, dem selbstverständlich
ein Trocknen, am besten bei Raumtemperatur an der Luft, folgt.
-
Es sei noch erwähnt, daß sich das erfindungsgemäße Imprägnierverfahren
auf praktisch alle Lederarten anwenden läßt. Besondere Vorteile ergeben sich bei
hellem bzw. weißem Leder, da keine Verfärbungsgefahr besteht. Die Art der vorangegangenen
Gerbung spielt keine Rolle. Die Imprä;-gnierung wird zweckmäßigerweise unmittelbar
nach der Fettungsbehandlung vorgenommen, ist jedoch zu jedem beliebigen Zeitpunkt
möglich.
-
Die Beispiele erläutern die Erfindung näher. B6ispiel 1
Nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren wurden Proben von Seitenleder wasserdicht gemacht.
Das verwendete Leder war ehromiert, mit Syntan nachgegerbt und gefettet.
-
Zuerst ist eine Lösung aus Benzol, die 3,0 Gewichtsprozent
Aluminiumisopropylat darin gelöst enthielt, hergestellt worden. Diese Lösung wurde
in zwei Teile aufgeteilt. Eine Probe des Seitenleders, im folgenden als Probe
1 bezeichnet, wurde in einen Teil der Lösung eingetaucht. Man ließ sie
30 Mi:-nuten lang darin. Die Lösung hatte eine Temperatur von 271 C.
Eine andere Probe des Seitenleders, im folgenden als Probe 2 bezeichnet, wurde in
den zweiten Teil der Lösung eingetaucht und 15 Minuten darin gelassen. Diese
Lösung hatte eine Temperatur von ungefähr 271 C.
-
Nach Ablauf der entsprechenden Zeit wurde jede Lederprobe aus der
Lösung herausgenormnen. Probe 1 wurde danach in eine Lösung, welche
3,0 Gewichtsprozent Oleinsäure in Benzol enthielt, eingetaucht und ungefähr
30 Minuten lang darin g "elassen. Diese Lösung hatte eine Temperatur von ungefähr
27' C. Probe 2 wurde in eine 3,0gewichtsprozentige Lösung von Oleinsäure
in Benzol eingetaucht und 15 Minuten lang darin gelassen. Diese Lösung hatte
ebenfalls eine Temperatur von 270 C.
-
Am Ende der bestimmten Zeit wurde jede der Proben aus der Oleinsäurelösung
herausgenommen. Jede Probe wurde darauf durch Eintauchen in Beazol während einer
Zeitdauer von
5 Minuten von allen nicht umgesetzten Bestandteilen befreit.
Danach wurde jede Probe herausgenommen und bei Zimmertemperatur trocknen gelassen.
Nach Versuchsverfahren
E 30 der American Leather Chemists Association Provisional
Method, April
1953, wurde jede Probe nach ihrer statischen Wasserabsorption
geprüft. Unter statischer Wasserabsorption versteht man hierbei die Menge an Wasser,
die von Leder, welches ohne Biegen während einer bestimmten Zeitdauer in Wasser
eingetaucht wurde, absorbiert wird. Das Versuchsverfahren sieht zwei Eintauchvorgänge
in Wasser vor, nämlich einen von
30 Minuten und einen von 120 Minuten Dauer.
Dieser Versuch gibt den Prozentgehalt an Wasser, der in den angegebenen Zeitperioden
von Leder aufgenommen wurde, an. Im folgenden sind die Ergebnisse der Absorptionsversuche
zur Bestimmung des statischen Wassers angegeben.
| Wasserabsorption in % |
| Eintauchdauer |
| 30 Minuten 120 Minuten |
| Probe 1 ........... 21,5 31,8 |
| Probe 2 ........... 24,3 35,7 |
Die oben angegebene Behandlung wurde in allen
C
Einzelheiten wiederholt mit
der Ausnahme, daß statt einer 3%igen Aluminiumiso ropylatlösung wie sie p
C3
ursprünglich Verwendung fand, eine 5,0gewichtsprozentige Lösung angewandt
wurde und daß statt einer 3,Ogewichtsprozentigen Oleinsäurelösung, welche ursprünglich
verwendet wurde, eine 5,Ogewichtsprozentige Oleinsäurelösung angewandt wurde. Die
so behandelten Lederproben wurden in gleicher Weise wie die Proben
1 und
2 nach ihrer statischen Wasserabsorption untersucht. In der folgenden Tabelle bezieht
sich die Bezeichnung Probe
3 auf ein Produkt, das dem Verfahren der vorhergehenden
Probe
1 entspricht. Probe 4 kennzeichnet ein Produkt entsprechend dem Verfahren
der vorhergehenden Probe 2. Das Ergebnis des statischen Wasserabsorptionsversuchs
war wie folgt:
| Wasserabsorption in 0/9 |
| Eintauchdauer |
| 30 Minuten 120 Minuten |
| Probe 3 ........... 19,3 28,2 |
| Probe 4 ........... 24,3 32,2 |
Die obenerwähnten Behandlungsmethoden wurden in allen Einzelheiten wiederholt mit
der Ausnahme, daß in diesem Fall Lösungen mit
10,0 Gewichtsprozent Aluminiumisopropylat
in Benzol und Lösungen von
10,0 Gewichtsprozent Oleinsäure in Benzol statt
der
3,0- imd 5,Oprozentigen Lösungen, wie
sie oben Verwendung
fanden, angewandt wurden. Diese Proben wurden auf gleiche Weise wie die Proben
1 bis 4 nach ihrer statischen Wasserabsorption untersucht. In folgender Tabelle
bezieht sich die Bezeichnung Probe
5 auf ein Produkt entsprechend dem Verfahren
der vorher erwähnten Proben
1 und
3.
Die Bezeichnung Probe
6 bezieht sich auf ein Produkt entsprechend dem Verfahren der obenerwähnten
Proben 2 und 4. Die Versuchsergebnisse waren wie folgt:
| Wasserabsorption in 0/9 |
| Eintauchdauer |
| 30 Minuten 120 Minuten |
| Probe 5 ........... 24,7 40,0 |
| Probe 6 ........... 19,7 30,0 |
Aus obigen Ergebnissen geht klar hervor, daß durch die erfindungsgemäße Behandlung
des Leders eine ausgezeichnete Wasserdichtigkeit erreicht werden kann. Um jedoch
zu zeigen, daß das erzielte Ergebnis auf die Reaktion zwischen dem Aluminiumisopropylat
und der Oleinsäure an Ort und Stelle bzw. in den Lederporen zurückzuführen ist und
nicht lediglich auf das Niederschlagen eines überzugs von wasserunlöslicher Fettsäure
in oder auf dem Leder, wurden folgende Versuche durchgeführt: Zunächst ist Oleinsäure
zu einer 3,Ogewichtsprozentigen Lösung in Benzol aufgelöst und außerdem eine Lösung
von
5,0 Gewichtsprozent Oleinsäure in Benzol hergestellt worden. In jede
der beiden Lösungen wurde eine Probe von chromgefärbtem und mit Syntan nachgefärbtem
und gefettetein Seitenleder eingetaucht. In einem Fall ließ man das Leder mit der
3,Oprozentigen Oleinsäurelösung
30 Minuten lang in Berührung. Das so behandelte
Leder wird im folgenden als Probe
7 bezeichnet. Die zweite Lederprobe, im
folgenden als Probe
8 bezeichnet, wurde
30 Minuten lang in der 5,0prozentigen
Oleinsäurelösung stehengelassen.
-
Am Ende der jeweiligen Eintauchdauer wurde jede der Proben aus der
Oleinsäurelösung herausgenommen und an der Luft getrocknet. Dann untersuchte man
die Proben in der gleichen Weise wie Probe
1
bis
6 nach ihrer statischen
Wasserabsorption. Die Versuchsergebnisse waren wie folgt:
| Wasserabsorption in % |
| (Proben nur mit Fettsäure behandelt) |
| Eintauchdauer |
| 30 Minuten 120 Minuten |
| Probe 7 ........... 116 116 |
| Probe 8 ........... |
| 95 97 |
Da Aluminiumisopropylat bekannterweise solche Eigenschaften aufweist, daß es allein
nicht als wasserdichtmachendes Mittel wirken oder Verwendung finden könnte, und
da aus obigen Ergebnissen hervorgeht, daß Oleinsäure allein keine Wirksamkeit besitzt,
so zeigen die Ergebnisse des Versuchs zur Bestimmung der statischen Wasserabsorption
eindeutig, daß das erfindungsgemäße Verfahren ein wertvolles Verfahren zum Wasserdichtmachen
von Leder ist. Die Untersuchunc, des Leders nach der Behandlung gemäß der Erfindung
ergab, daß die Probe in jedem Fall wasserdicht war, ohne an Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit
eingebüßt zu haben und ohne daß sich das Leder verfärbt hätte oder dunkel geworden
wäre.
-
Beispiel 2 In diesem Beispiel wurde die Behandlung von Beispiel
1 in allen Einzelheiten wiederholt mit der Ausnahme, daß in diesem Beispiel
statt Seitenleder Kalbsleder Verwendung fand. Das verwendete Kalbsleder war chromgefärbt,
mit Syntan nachgefärbt, aber nicht vor der Wasserdichtigkeitsbehandlung gefettet
worden.
-
Proben des Kalbsleders wurden bei 27' C behandelt, indem man
sie zuerst in eine 3,Ogewichtsprozentige (Probe 1), 5,Ogewichtsprozentige
(Probe 2) bzw. 10,0gewichtsprozentige (Probe 3) Lösung von Aluminiumisopropylat
in Benzol 30 Minuten lang eintauchte und danach in einer Lösung von
3,0, 5,0
bzw. 10,0 Gewichtsprozent Oleinsäure in Benzol 30 Minuten
lang stehenließ. Darauf wurden die Leder in Benzol 5 Minuten lang gewaschen
und an der Luft getrocknet.
-
Auf gleiche Weise wie die Proben 1, 2 und 3 wurden Kalbsleder
(Proben 4, 5 und 6) behandelt, indem man sie in benzolische Lösungen
von Aluminiumisopropylat und Oleinsäure statt 30 Minuten lang 15 Minuten
lang eintauchte.
-
Kalbsleder (Proben 7, 8 und 9) wurden auf gleiche Weise
wie die Proben 1, 2 und 3 behandelt mit der Ausnahme, daß die benzolischen
Lösungen von Aluminiumisopropylat und Oleinsäure vor dem Eintauchen des Leders auf
50' C erhitzt wurden und daß die Leder statt 30 Minuten nur
10 Minuten lang in jede der Lösungen eingetaucht wurden.
-
Zu Vergleichszwecken wiederholte man ebenfalls die grundlegenden Behandlungsvorgänge,
die bei den Proben 1 bis 3 und 7 bis 9 angewandt worden
waren, in allen Einzelheiten mit der Ausnahme, daß in diesem Beispiel das Eintauchen
des Leders in die Lösung von Aluminiumisopropylat und das Waschen des behandelten
Leders in Benzol ausgelassen wurde. In den nachfolgenden Tabellen sind die Proben,
die den Proben 1, 2, 3, 7, 8 und 9 entsprechen, mit
10,
11, 12, 13, 14 und 15 bezeichnet.
-
Nach der Provisional Method of the American Leather Chemists Assoeiation,
April
1953, wurde jede der trockenen Proben nach ihrer statischen Wasserabsorption
geprüft. Es ergaben sich folgende Daten:
| Wasserabsorption in % |
| Eintauchdauer |
| 30 Minuten 120 Minuten |
| Probe 1 ........... 18,2 27,6 |
| Probe 2 ........... 17,4 26,2 |
| Probe 3 ........... 8,0 16,2 |
| Probe 4 ........... 19,4 29,0 |
| Probe 5 ........... 17,2 28,0 |
| Probe 6 ........... 139 23,0 |
| Probe 7 ........... 16:8 28,5 |
| Probe 8 ........... 16,2 27,8 |
| Probe 9 ........... 13,0 24,4 |
| Wasserabsorption in 11/o |
| (Proben nur mit Fettsäure behandelt) |
| Eintauchdauer |
| 30 Minuten 1 120 Minuten |
| Probe 10 .... ..... 110,5 113 |
| Probe 11 ......... 107 108 |
| Probe 12 .......... 115,5 108 |
| Probe 13 .......... 135 136 |
| Probe 14 .......... 137 137 |
| Probe 15 .......... 142 142 |
Diese Ergebnisse zeigen das Ausmaß, in dem das nach dem erlmdungsgemäßen Verfahren
behandelte Leder wasserabstoßend wirkt. Es konnte weiterhin festgestellt werden,
daß dieses Ergebnis erzielt wurde, ohne daß das Leder dabei dunkler geworden oder
sich verfärbt und ohne daß die Luft- und Wasserdurchlässigkeit des Leders darunter
gelitten hätte.
-
Beispiel 3
In diesem Beispiel wurden Proben von ehromgegerbtem
Seitenleder behandelt.
-
Zuerst ist eine Lösung mit 3,0 Gewichtsprozent Aluminiumisopropylat
hergestellt worden. Sie wurde in drei Teile aufgeteilt. In jede dieser Lösungen
wurde eine gesonderte Probe des Leders eingetaucht und ungefähr 30 Minuten
lang darin gelassen. Die Temperatur jeder Lösung betrug ungefähr 271 C. Am
Ende der angegebenen Eintauchdauer nahm man jede Lederprobe aus ihrem Aluminiumisopropylatbad
heraus. Die erste Probe (1) wurde darauf in ein Bad, welches 3,0 Gewichtsprozent
Oleinsäure in Benzol enthielt, die zweite Probe (2) in ein Bad mit 3J0 Gewichtsprozent
Stearinsäure und die dritte Probe (3)
in ein Bad mit einem Gehalt von
3,0 Gewichtsprozent Laurinsäure, jeweils in Benzol, eingetaucht und darin
ungefähr 30 Minuten lang gelassen. In jedem Fall betrug die Temperatur der
Fettsäurelösung 27' C.
Nach 30 Minuten nahm man jede Probe aus dem
Fettsäurebad heraus und wusch sie durch 5 Minuten langes Eintauchen in Benzol
frei von allen nicht umgesetzten Stoffen. Man ließ jede Probe, nachdem sie herausgenommen
war, bei Zimmertemperatur trocknen.
-
Zu Vergleichszwecken wurde die zum Wasserdichtmachen der Proben
1, 2 und 3 angewandte Behandlung wiederholt mit der Ausnahme, daß
in jedem Fall der Eintauchvorgang des Leders in die Aluminiumisopropylatlösung und
das Waschen des Leders in Benzol ausgelassen wurde.
-
In den nachfolgenden Tabellen wurden die Vergleichsproben, welche
den Proben 1, 2 und 3 entsprechen, als Proben 4, 5 und
6 bezeichnet.
-
Jede dieser sechs Proben von behandeltem Leder wurde nach der im Beispiel
angeführten Methode der American Leather Chemists Association, April
1953,
nach ihrer statischen Wasserabsorption untersucht. Die Ergebnisse waren wie folgt:
| Wasserabsorption in 11/o |
| Eintauchdauer |
| 30 Minuten 120 Minuten |
| Probe 1 ........... 21,5 31,8 |
| Probe 2 ........... 17,6 27,4 |
| Probe 3 ........... 17,9 27,9 |
| Wasserabsorption in 1% |
| (Proben nur mit Fettsäure behandelt) |
| Eintauchdauer |
| 30 Minuten 1 120 Minuten |
| Probe 4 ........... 116 116 |
| Probe 5 ........ 1.. 85 90 |
| Probe 6 ........... 91 96 |
Beispiel 4 In diesem Beispiel wurde chromgegerbtes Schafsleder einer hohen Qualität,
ein weiches Leder einer Art, wie es in der Handschuh- und Bekleidungsindustrie Verwendung
findet, angewandt. Das Leder wurde vor seiner Verwendung gefettet und an der Luft
getrocknet.
-
Eine Probe dieses Leders, im folgenden als Probe 1
bezeichnet,
wurde zuerst in eine Lösung von 3,0 Gewichtsprozent Aluminiumisopropylat
in Benzol eingetaucht und darin 30 Minuten lang gelassen. Die verwendete
Lösung hatte eine Temperatur von 27' C.
Nach dem Eintauchen in diese Lösung
wurde eine Lederprobe herausgenommen und darauf in eine Lösung von 3,0 Gewichtsprozent
Stearinsäure in Benzol eingetaucht und darin 30 Minuten lang gelassen. Die
Stearinsäurelösung hatte ebenfalls eine Temperatur von 271 C. Am Ende der
angegebenen Eintauchdauer nahm man die Probe aus der Stearinsäure heraus, tauchte
sie 5 Minuten lang in Benzol und trocknete an der Luft.
-
Der dymamische Widerstand des so behandelten Leders gegenüber Wasser
wurde gemäß der Untersuchungsmethode E 31 der American Leather Chemists Association
Provisional Method, April 1953,
geprüft. Zu Vergleichszwecken unterwarf man
eine Probe von nicht wasserdichtem Schafsleder, das chromgegerbt und gefettet war,
der gleichen Untersuchungsmethode. Dieses nicht wasserdichte Leder wird im folgenden
als Probe 2 bezeichnet. Zum weiteren Vergleich wurde chromgegerbtes Schafsleder,
das nach dem Fetten und Trocknen unter Verwendung von Chromkomplexverbindungen wasserdicht
gemacht worden war, ebenfalls einer Prüfung auf seinen dynamischen Widerstand gegenüber
Wasser unterworfen. Diese Probe wird im folgenden als Probe 3 bezeichnet.
Schließlich wurde noch eine Probe von chromiertern Schafsleder, die nach dem Fetten
und Trocknen unter Verwendung von Chromkomplexverbindungen wasserdicht gemacht und
weiterhin der Behandlung gemäß Probe 1 dieses Beispiels unterworfen worden
war, auf ihre dynamische Wasserabsorption geprüft. Diese Probe wird als Probe 4
bezeichnet.
-
Die Prüfung auf dynamische Wasserabsorption zeigte, daß unter allen
geprüften Proben die Probe 1,
d. h. das erfindungsgemäß behandelte
Leder, dem Eindringen von Wasser den größten Widerstand entgegensetzte. Erst nach
7500 Biegevorgängen fing das Wasser an, Probe 1 zu durchdringen. Probe
4 wies die zweitbeste Qualität auf, wobei das Wasser nach 6500 Biegevorgängen
das Leder durchdrang. Probe 3
erwies sich als am drittbesten. Das Wasser fing
nach 5500 Biegevorgängen an, das Leder zu durchdringen. Bei Probe 2 drang
das Wasser beinahe sofort durch das Leder hindurch.
Mit den Proben
1 und 3 wurde darauf eine Bestimmung der statischen Wasserabsorption
gemäß »American Leather Chemists Association« durchgeführt. Es zeigte sich, daß
Probe 3, die lediglich unter Verwendung von Chromkomplexverbindungen wasserdicht
gemacht worden war, 107 % Wasser aufnahm, wogegen Probe 1 innerhalb
der gleichen Zeitdauer nur 32% Wasser absorbierte.
-
Die Prüfungsergebnisse zeigen deutlich, daß das erfindungsgemäße Verfahren
dem Leder eine überlegene Wasserdichtigkeit verleiht, die in keinem Fall von einem
Dunkelwerden oder einer Verfärbung des Leders begleitet war.