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DE1273114B - Verfahren zum Entfernen von sauren schwefelhaltigen Verunreinigungen und Kohlendioxyd aus einem kohlenwasserstoffhaltigen Gasgemisch - Google Patents

Verfahren zum Entfernen von sauren schwefelhaltigen Verunreinigungen und Kohlendioxyd aus einem kohlenwasserstoffhaltigen Gasgemisch

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Publication number
DE1273114B
DE1273114B DES77541A DES0077541A DE1273114B DE 1273114 B DE1273114 B DE 1273114B DE S77541 A DES77541 A DE S77541A DE S0077541 A DES0077541 A DE S0077541A DE 1273114 B DE1273114 B DE 1273114B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
gas
hydrocarbon
gases
temperature
sulfur
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DES77541A
Other languages
English (en)
Inventor
Elwood Leroy Derr
Carl Hosea Deal Jun
Michael Nicholas Papadopoulos
Grant Mcdonald Wilson
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
SHELL INT RESEARCH
Shell Internationale Research Maatschappij BV
Original Assignee
SHELL INT RESEARCH
Shell Internationale Research Maatschappij BV
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by SHELL INT RESEARCH, Shell Internationale Research Maatschappij BV filed Critical SHELL INT RESEARCH
Publication of DE1273114B publication Critical patent/DE1273114B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C7/00Purification; Separation; Use of additives
    • C07C7/11Purification; Separation; Use of additives by absorption, i.e. purification or separation of gaseous hydrocarbons with the aid of liquids

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Water Supply & Treatment (AREA)
  • Gas Separation By Absorption (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zum Entfernen von sauren schwefelhaltigen Verunreinigungen und Kohlendioxyd aus einem kohlenwasserstoffhaltigen Gasgemisch Die Erfindung betrifft die Abtrennung saurer, im wesentlichen schwefelhaltiger gasförmiger Verunreinigungen mit Hilfe eines selektiven flüssigen Absorptionsmittels aus Gasgemischen, die im wesentlichen aus Kohlenwasserstoffgasen bestehen.
  • Es sind bisher zahlreiche Methoden für die Entfernung saurer Gase aus Gasgemischen vorgeschlagen worden, die mit Stoffen, wie Schwefelwasserstoff, Kohlenoxysulfid, Kohlendioxyd u. dgl. verunreinigt sind. Einige dieser Methoden umfassen die Bildung von Salzen der sauren Gase, worauf diese sauren Salze im allgemeinen durch Erhitzen zersetzt werden, um die als Absorptionsmittel verwendete Lösung wiederzugewinnen und das absorbierte Gas abzutreiben. In vielen Fällen werden wässerige Lösungen von Alkanolaminen u. dgl. verwendet. Dies hat aber den Nachteil, daß untragbar große Mengen solcher Lösungen im Kreislauf geführt und regeneriert werden müssen. Die Verwendung wässeriger Alkanolaminlösungen als Absorptionsmittel kann auch zu einer übermäßigen Korrosion der Anlage führen, was teilweise auf der Anwesenheit von schwefelhaltigen Verbindungen und Wasser beruht. Diese Nachteile verursachen übermäßige Kosten für die Behandlung einer bestimmten Gasmenge. Ein weiterer Nachteil dieser selektiven Absorptionsprozesse besteht darin, daß eine getrennte Dehydratisierungsstufe erforderlich ist, da solche Absorbentien, wie wässeriges Alkanolamin oder Glykollösungen, nicht gleichzeitig die sauren Gase, wie Schwefelwasserstoff, absorbieren und Wasser selektiv entfernen. Ein anderer Nachteil vieler selektiver Absorptionsprozesse besteht darin, daß getrennte Behandlungsstufen und zusätzliche kostspielige Apparaturen für die Entfernung von Benzinkohlenwasserstoffkomponenten erforderlich sind, welche als Verunreinigung oder als zusätzlicher Bestandteil von Gasen vorliegen, wie in Naturgas u. dgl.
  • Ein anderes Problem, das auftaucht, wenn kohlenwasserstoffhaltige Gase zwecks Entfernung der sauren schwefelhaltigen Verunreinigungen behandelt werden, ergibt sich aus der Tendenz der Kohlenwasserstoffe, zusammen mit dem sauren Gas in der absorbierenden Flüssigkeit absorbiert zu werden. Diese gleichzeitige Absorption von Kohlenwasserstoffen und sauren Gasen tritt oft in einem störenden Ausmaß ein, und infolgedessen wird das saure Gas mit Kohlenwasserstoffen verunreinigt, was sich nachteilig auf die spätere Verarbeitung der sauren Gase auswirkt. Zweitens führt diese gleichzeitige Absorption zu einem Verlust an Kohlenwasserstoff aus dem entschwefelten Kohlenwasserstoffgasstrom. Solche Verluste treten besonders dann auf, wenn normale Absorptionskolonnen verwendet werden, in denen im allgemeinen eine praktisch vollkommen gleichmäßige Temperatur herrscht.
  • Die gleichen Nachteile zeigen sich auch bei einem weiteren Verfahren zur Entfernung von Schwefelwasserstoff aus Gasen, welches darauf beruht, daß der Schwefelwasserstoff in Gegenwart eines Lösungsmittels, welches ein Amidstickstoffatom aufweist, zu elementarem Schwefel oxydiert wird. Auch hier werden Absorptionskolonnen verwendet, in denen keine Temperaturunterschiede auftreten.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung beseitigt die vorerwähnten Nachteile.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Entfernen von sauren schwefelhaltigen Verunreinigungen und Kohlendioxyd aus einem Kohlenwasserstoffe enthaltenden Gasgemisch mittels eines dialkyl-N-substituierten aliphatischen Carbonsäureamids, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß das Gasgemisch in einer Absorptionskolonne, in welcher die Tempe- raturdifferenz zwischen dem Kopf und dem Fuß im Bereich von 20 bis 80°C liegt, im Gegenstrom rektifizierend mit dem Absorptionsmittel bei 14 ata oder mehr Überdruck in Berührung gebracht wird, worauf das Absorptionsmittel durch Entspannung und Temperaturerhöhung regeneriert wird.
  • Die Vorteile des Verfahrens nach der Erfindung ergeben stich aus der Anwendung eines physikalischen Lösungsmittels, welches im Vergleich zu chemischen Lösungsmitteln, wie Aminen, weit weniger Energie pro absorbierte Gaseinheit erfordert. Die Tatsache, daß die Lösungsmittel gemäß der Erfindung im Gegensatz zu wässerigen Lösungen von Aminen ohne irgendeine Verdünnung angewandt werden können, trägt dazu bei, daß große Mengen des sauren Gases durchgesetzt werden können und so die Menge des im Kreislauf geführten Lösungsmittels verringert wird.
  • Die Verwendung eines wasserfreien Lösungsmittels führt zur Gewinnung eines wasserfreien gereinigten Gases, und sie verhindert das Auftreten der ziemlich schwerwiegenden Korrosionsprobleme, die bei der Verwendung von Reinigungsanlagen mit Absorptionsmitteln vom Amintyp beobachtet werden. Die Anwendung des Amids unter rektifizierenden Absorptionsbedingungen führt zu einer viel vollständigeren Trennung der sauren Gase aus den behandelten Gasgemischen, wobei gleichzeitig die vorstehend erwähnten Vorteile erzielt werden.
  • Nach einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bei einem Schwefelwasserstoff enthaltenden Gasgemisch Schwefeldioxyd in die Absorptionskolonne eingespritzt, wobei durch Umsetzung mit absorbiertem Schwefelwasserstoff elementarer Schwefel gebildet wird. Diese Ausführungsform beruht auf der unerwarteten Feststellung, daß dialkyl-N-substituierte aliphatische Carbonsäureamide ein überraschend günstiges Medium für die Bildung elementaren Schwefels darstellen, da der Schwefel als verhältnismäßig schwerer Niederschlag ausfällt, der sich rasch aus der Hauptmenge des Amids absetzt und aus diesem leicht abgetrennt werden kann, z. B. durch Dekantieren oder Zentrifugieren. Im Gegensatz hierzu scheidet sich der elementare Schwefel in vielen anderen Medien, z. B. Diäthanolamin, in Form eines äußerst fein verteilten milchigen Niederschlages ab, welcher leicht an den Wandungen und an den sonstigen Teilen der Behandlungsanlage anklebt.
  • Als dialkyl-N-substituierte aliphatische Säureamide werden für das erfindungsgemäße Verfahren besonders solche Amide verwendet, in welchen die direkt an Stickstoff gebundenen Alkylgruppen jeweils 1 bis 4 Kohlenstoffatome und die betreffende Säure gleichfalls 1 bis 4 Kohlenstoffatome pro Molekül aufweisen.
  • Geeignete Verbindungen sind Dimethylformamid, Methyläthylformamid, Diäthylformamid, Propylmethylformamid, Dibutylformamid, Dimethylacetamid, Methyläthylacetamid und Dimethylpropamid, wobei Dimethylformamid bevorzugt wird. Gewünschtenfalls können auch Gemische dieser Amide verwendet werden.
  • Gasgemische, die erfindungsgemäß behandelt werden können, sind Abgase, Raffineriegase oder Naturgase, insbesondere solche mit einem verhältnismäßig hohen Gehalt an schwefelhaltigen Verunreinigungen.
  • Der Schwefelwasserstoffgehalt kann etwa 3 bis 90 Molprozent betragen. Andere saure Gase, die vorhanden sein können, sind Schwefeldioxyd, Kohlenoxysulfid oder Kohlendioxyd. Ein typisches Naturgas von hohem Säuregehalt, für welches das erfindungsgemäße Verfahren geeignet ist, hat folgende Zusammensetzung:
    Komponente Volumprozent
    Schwefelwasserstoff .................. 31,48
    Kohlendioxyd.......................... 7,10
    Stickstoff ........................... 4,52
    Methan ............................... 50,35
    Äthan................................. 2,16
    Propan................................ 0,74
    Isobutan.............................. 0,23
    Normal-Butan.......................... 0,41
    Isopentan............................. 0,31
    Normal-Pentan......................... 0,39
    hexane................................ 0,53
    heptane und höhere Alkane............. 1,78
    Die grundlegende Arbeitsstufe bei dem erfindungsgemäßen Verfahren besteht in der innigen Berührung von gasförmigem Gemisch und flüssigem Amidabsorptionsmittel in der Absorptionskolonne unter rektifizierenden Absorptionsbedingungen. Die Temperatur, bei welcher die innige Berührung durchgeführt wird, ist unwesentlich, solange eine Gasphase und eine flüssige Phase aufrechterhalten werden. Vorzugsweise beträgt die Temperatur etwa 10 bis 65°C und insbesondere 27 bis 49°C.
  • Vorzugsweise liegt die Temperatur am Boden des Absorptionsturmes um 28 bis 83°C höher als die Temperatur im oberen Teil des Absorptionsturmes.
  • Normalerweise wird die innige Berührung in einem senkrechten Turm durchgeführt, wobei das gereinigte trockene Gas den Turm an seinem oberen Ende verläßt, während die angereicherte Amidlösung am Boden des Turmes abgezogen wird. Falls erforderlich, kann z. B. durch eine Dampfspirale oder einen Wiedererhitzer in der Nähe des Bodens dem Turm Wärme zugeführt werden. Der Turm ist vorzugsweise mit Fraktionierböden, wie Glockenböden oder Siebböden, ausgestattet.
  • Ist das zu behandelnde gasförmige Gemisch ein Naturgas oder ein Raffinationsgas u. dgl., so enthält das angereicherte Amidabsorptionsmittel darin gelöste saure Gase, wie Schwefelwasserstoff, zusammen mit etwa vorhandenen Verunreinigungen von Kohlenwasserstoffen. Unter den raffinierenden Absorptionsbedingungen wird das Mengenverhältnis zwischen Kohlenwasserstoffen und Schwefelwasserstoff jedoch auf ein Minimum reduziert. Das maximale Verhältnis von Kohlenwasserstoff zu Schwefelwasserstoff beträgt etwa 5 : 100 Gewichtsteile. Ohne eine Rektifikation ist der in dem angereicherten Amid auftretende Anteil von Kohlenwasserstoffverunreinigungen wesentlich größer. Die Menge an Kohlenwasserstoffen übersteigt dabei oft die Menge des vorhandenen Schwefelwasserstoffs. Dies ist von besonderem Nachteil, wenn der Schwefelwasserstoff anschließend für die Herstellung von elementarem Schwefel oder für andere bekannte Anwendungszwecke verwendet werden soll.
  • Das angereicherte Amid wird von dem Boden des Absorptionsturmes in eine Entspannungszone geführt, in welcher der Druck zwecks Entfernung eines größeren Anteils der absorbierten Gase reduziert wird (z. B. um 0,45 bis 7 kg/cm3). Im gleichen oder in einem nachfolgenden Turm (als Gasabstreifer bezeichnet) wird das angereicherte Absorptionsmittel auf eine Temperatur erhitzt, die zur Verflüchtigung restlicher Gase, wie Schwefelwasserstoff, und etwa vorhandenen Wassers ausreicht. Diese Gase verlassen den Abstreifturm am oberen Ende. Das Abstreifen kann durch Einsprühen einer verhältnismäßig niedrigsiedenden Flüssigkeit, z. B. einem Kohlenwasserstofföl mit 4 bis 12 Kohlenstoffatomen pro Molekül unterstützt werden.
  • Die Anwendung einer solchen Abstreifungshilfe ermöglicht die vollständige Entfernung der absorbierten Gase bei wesentlich herabgesetzten Temperaturen.
  • Hierdurch wird die Gefahr einer thermischen Zersetzung des selektiven Absorptionsmittels verringert.
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform können Kohlenwasserstoffe vom Benzintyp (nachstehend als »schwere Kohlenwasserstoffe« bezeichnet) aus den sauren Gasen entfernt werden, die bei der Entspannungs- und der Abstreifbehandlung des angereicherten Lösungsmittels gewonnen werden, indem diese Gase mit einem aus einer Gasölfraktion bestehenden Waschöl in Berührung gebracht werden. Ein solches Waschöl besteht normalerweise aus Kohlenwasserstoffen mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen pro Molekül. Die Benzinkohlenwasserstoffe werden in dem Gasöl absorbiert, und die trockenen sauren Gase strömen dann dem Lagerbehälter zu oder werden einer weiteren Verwendung direkt zugeführt. Falls das Ausgangsmaterial für das Verfahren Schwefelwasserstoff enthielt, liefert das Verfahren Schwefelwasserstoff von hoher Reinheit, der zur teilweisen Oxydation zu Schwefel, z. B. nach dem bekannten Claus-Prozeß, sehr geeignet ist.
  • Die Berührung der sauren Gase mit dem Waschöl kann in dem oberen Abschnitt des Abstreifturmes oder in einem besonderen Berieselungsturm, vorzugsweise bei einer Temperatur von 27 bis 65"C, durchgeführt werden.
  • Das angereicherte Waschöl, welches aus der sauren Gasphase extrahierte Benzinkohlenwasserstoffe enthält, wird erwärmt, z. B. durch indirekten Wärmeaustausch mit noch nicht angereichertem Waschöl, und dann in den Waschöl-Berieselungsturm im Kreislauf zurückgeführt. In dem Waschöl-Abstreifabschnitt kann das angereicherte Waschöl zwecks Verdampfung von Benzinkohlenwasserstoffen bis zu einer Temperatur von 150 bis 205°C noch weiter erhitzt werden, z. B. mit Hilfe einer Dampfschlange am Boden des Waschölabstreifers.
  • Beispiel (vgl. Fig. 1) Ein saures Naturgas mit der nachstehend angegebenen Zusammensetzung wurde nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelt.
    Komponente Molprozent
    Metan................................. 52,21
    H2S................................... 34,98
    CO2 10,11
    N2 ----.- 1,31
    Höhere Kohlenwasserstoffe ......... 1,35
    Das von einem Vorratsbehälter 10 kommende saure Ausgangsmaterial wird unter einem Druck von etwa 70 kg/cma abs. und bei einer Temperatur von etwa 32"C in den unteren Abschnitt eines Hochdruck-Raffinationsabsorbers 11 eingeführt, der mit einem Wiedererhitzer 12 und (nicht dargestellt) Fraktionierböden ausgerüstet ist. Der Boden des Absorptionsturmes wird (mit Hilfe des Wiedererhitzers 12) auf einer Temperatur von etwa 110°C gehalten, während die Temperatur im obersten Abschnitt des Absorbers 27"C beträgt. Das noch nicht angereicherte Absorptionsmittel, in diesem Falle Dimethylformamid, tritt mit einer Temperatur von etwa 27° C durch die Leitung 13 in den Absorber 11 ein. Schwefelwasserstoff, Kohlendioxyd, etwa vorhandenes Wasser und eine geringe Menge Kohlenwasserstoffe werden durch das Amid aus dem sauren Ausgangsgemisch absorbiert.
  • Trockenes gereinigtes Kohlenwasserstoffgas verläßt den Turm durch die Leitung 14.
  • Das angereicherte Dimethylformamid, welches Schwefelwasserstoff, andere saure Gase und etwa 0,1 Gewichtsteil Kohlenwasserstoffe auf 10 Gewichtsteile H2S enthält, strömt durch die Leitung 19 und einen Wärmeaustauscher 20 in die Mittelzone des Gasabstreifers 21. Hier wird der Druck auf etwa 1,8 kg/ cm2 abs. reduziert, während die Temperatur mit Hilfe eines Wiedererhitzers 22 am Boden der Abstreifkolonne auf etwa 160°C erhöht wird. Das saure Gas verläßt das obere Ende der Kolonne mit etwa 1050 C durch die Leitung 24. Die Gase können in den Absorber 25 für Benzinkohlenwasserstoffe geführt werden, in welchem sie mit Gasöl in Berührung gebracht werden, das als Waschöl zur Extraktion von Benzinkohlenwasserstoffen dient. Das nasse Gas tritt am Boden der Absorptionskolonne durch die Leitung 26 mit einer Temperatur von etwa 177°C ein, während die ausgewaschenen Gase den Kopf der Kolonne durch eine Leitung 27 mit einer Temperatur von etwa 118°C und einem Druck von 1,8 kg/cm2 abs. verlassen. Sie können mit Hilfe eines (nicht dargestellten) Wärmeaustauschers auf eine Temperatur von etwa 21"C gekühlt werden. In der Benzinkohlenwasserstoff-Absorptionskolonne 25 werden die sauren Gase mit dem regenerierten Gasöl ausgewaschen, das durch die Leitung 17 eintritt. Das angereicherte Waschöl, welches etwa absorbierte Benzinkohlenwasserstoffe enthält, verläßt den Boden des Absorptionsturmes durch eine Leitung 28 mit einer Temperatur von etwa 165°C und wird durch den indirekten Wärmeaustauscher 29 erhitzt, bevor es in den Benzinkohlenwasserstoffabstreifer 30 gelangt. In diesem Abstreifer wird das angereicherte Waschöl durch indirekte Erhitzung mit Hilfe einer Dampfschlange 31 auf eine Temperatur von etwa 177°C weiter erhitzt, um die Benzinkohlenwasserstoffe zu verflüchtigen, welche den Abstreifer durch eine Leitung 32 verlassen. Das ausgekochte Waschöl wird im Kreislauf durch eine Pumpe 33 und die Leitung 17 in den Absorptionsturm 25 für Benzinkohlenwasserstoffe zurückgeleitet.
  • Eine weitere Reinigung der Benzinkohlenwasserstoffe kann in einem Reiniger 34 erfolgen, in welchem die Kohlenwasserstoffe mit Hilfe eines Wiedererhitzers 36 erhitzt und dann durch eine Kühlzone 37 geführt werden, in welcher die Kohlenwasserstoffe kondensiert werden, und dann den Turm durch eine Leitung 38 verlassen, während etwa im Dampfzustand verbleibende Gase durch eine Leitung 39 in die Sammelleitung 24 für saures Gas strömen.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung soll sich die Differenz in der Temperatur zwischen dem obersten und dem untersten Abschnitt des Absorptionsturmes 11 in der Größenordnung von 28 bis 83"C bewegen. Der optimale Wert hängt im wesentlichen von der Zusammensetzung des Ausgangsgases ab. Die Temperatur an der Wiedererhitzungsstelle (z. B. am Boden der Kolonne) liegt normalerweise zwischen etwa 65 und 120"C. Der Druck in dem Absorptionsgefäß 11 liegt vorzugsweise zwischen etwa 14 und 140 kg/cm2 abs. und normalerweise zwischen 35 und 70 kg/cm2 abs. Die Austrittstemperaturen können 25 bis 80"C betragen. In dem Gasabstreifer für saures Gas beträgt der Druck vorzugsweise 0,15 bis 7,1 kg/cm2 abs. und ganz besonders zweckmäßig 1,4 und 3,5 kg/cm2 abs.
  • Der Boden der Abstreifkolonne 21 wird gewöhnlich auf eine Temperatur von 150 bis 205"C erhitzt, während die sauren Gase das obere Ende mit einer Temperatur von etwa 28 bis 83"C verlassen.
  • Der aus dem sauren Ausgangsmaterial extrahierte Schwefelwasserstoff kann zur Herstellung von elementarem Schwefel verwendet werden. Diese Umsetzung kann nach dem Claus-Schwefelverfahren erfolgen oder nach dem in F i g. 2 dargestellten Verfahren durchgeführt werden. Die Einrichtung, welche an Hand der F i g. 2 beschrieben ist, umfaßt nur die wesentlichen Apparateteile; die damit verbundenen Hilfsvorrichtungen und Anlagen sind im Interesse der Kürze und Klarheit der Darstellung nicht erwähnt und gezeichnet.
  • Beispiel II (vgl. Fig. 2) Das saure Ausgangsgas von einem Vorratsbehälter 40 wird unter einem Druck von 14 bis 140 kg/cm2 abs. und bei einer Temperatur von 28 bis 83"C mit Hilfe der Leitung 41 dem Hochdruckabsorptionsreaktor 42 zugeleitet. In dem Reaktor wird das Ausgangsmaterial mit einem Amid, wie Dimethylformamid, in Berührung gebracht, welches dem Absorber 42 durch die Leitung 43 zugeführt wird. Der Absorber 42 ist eine Rektifizierkolonne, wie sie für den Absorber 11 in Verbindung mit F i g. 1 beschrieben worden ist. In die Kolonne wird durch die Leitung 44 Schwefeldioxyd eingespritzt, das mit dem in dem Amid enthaltenen, aus dem sauren Ausgangsmaterial absorbierten Schwefelwasserstoff reagiert. Es wird elementarer Schwefel in Form eines schweren, sich rasch absetzenden Niederschlages gebildet. Die nicht absorbierten gereinigten Gase durchströmen den Abschnitt 45 der Absorptionskolonne 42, wobei sie mit noch nicht angereichertem Amid ausgewaschen werden (z. B. mit Dimethylformamid aus der Leitung 46). Der Zweck dieser Wäsche ist die Entfernung von überschüssigem Schwefeldioxyd, welches in dem aus der Reaktionszone 47 der Absorp- tionskolonne 42 abströmenden, nicht absorbierten Strom zurückgeblieben sein kann.
  • Das Amid, welches suspendierten elementaren Schwefel enthält, wird mit Hilfe der Leitung 51 in den Schwefelabscheider 52 eingeführt, in welchem sich der Schwefel am Boden absetzt und das Amid (welches Reaktionswasser enthält) genügend hoch erhitzt wird, um das Wasser zu verdampfen, worauf das regenerierte ausgekochte Amid durch die Leitung 43 in das Reaktionsgefäß 42 zurückgeführt wird. Das verdampfte Wasser verläßt die Absetzkolonne durch die Leitung 53. Dieser Abschnitt kann einen WaschöI-abschnitt (nicht dargestellt) enthalten.
  • Der Schwefel wird vom Boden des Schwefelabscheiders durch die Leitung 54 abgeführt und kann in einen Lagerbehälter geführt werden. Das durch die Leitung 44 dem Reaktionsabsorber 42 zugeführte Schwefeldioxyd kann aus einer fremden Lieferquelle stammen, oder es kann auch durch Oxydation eines Teils des Schwefels mit Sauerstoff nach bekannten Verfahren unter Bildung von SO2 erhalten werden.

Claims (2)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zum Entfernen von sauren schwefelhaltigen Verunreinigungen und Kohlendioxyd aus einem kohlenwasserstoffhaltigen Gasgemisch mittels dialkyl-N-substituierter aliphatischer Carbonsäureamide, dadurch gekennzeichnet, daß das Gasgemisch in einer Absorptionskolonne, in welcher die Temperaturdifferenz zwischen dem Kopf und dem Fuß im Bereich von 20 bis 80"C liegt, im Gegenstrom rektifizierend mit dem Absorptionsmittel bei 14 ata oder mehr Überdruck in Berührung gebracht wird, worauf das Absorptionsmittel durch Entspannung und Temperaturerhöhung regeneriert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Absorptionsmittel nach Zusatz einer CB-Cl2-Kohlenwasserstofffraktion regeneriert wird. ~~~~~~~~ In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Auslegeschriften Nr. 1 091 995.
DES77541A 1961-01-16 1962-01-15 Verfahren zum Entfernen von sauren schwefelhaltigen Verunreinigungen und Kohlendioxyd aus einem kohlenwasserstoffhaltigen Gasgemisch Pending DE1273114B (de)

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Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1091995B (de) * 1959-06-11 1960-11-03 Basf Ag Verfahren zur Oxydation von Schwefelwasserstoff zu elementarem Schwefel

Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1091995B (de) * 1959-06-11 1960-11-03 Basf Ag Verfahren zur Oxydation von Schwefelwasserstoff zu elementarem Schwefel

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