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Vorrichtung an Webmaschinen zum Weben breiter Gewebe mit durch eine
Düse erfolgender pneumatischer Schußeintragung Zum Weben breiter Gewebe mit durch
eine Düse erfolgender pneumatischer Schußeintragung ist eine Webmaschine mit einem
platinenariig ausgebildeten Lamellenkamm bekanntgeworden (deutsche Auslegeschrift
1098 456), der zum jeweiligen Eintragen so verstellt wird, daß seine Lamellen zwischen
den Kettenfäden hindurch in das Webfach eintreten. Die Lamellen bilden einen Kanal,
durch den der Schußfaden geblasen wird. Damit der Luftstrom, der nach dem Verlassen
des Blasrohres rasch seine Energie verliert, neu genährt werden kann, werden durch
die Lamellen zusätzliche Luftströme zugeführt.
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Bei dieser bekannten Webmaschine müssen im Rhythmus der Maschinendrehzahl
Massen bewegt werden, wobei diese jeweils zunächst in einer Richtung beschleunigt,
hierauf bis zum Stillstand verzögert und dann in Gegenrichtung beschleunigt und
hierauf wieder bis zum Stillstand verzögert werden müssen. Wegen dieses Bewegungsablaufes
ist die Leistung der Maschine beschränkt, da eine verhältnismäßig niedrig liegende
obere Maschinengrenzdrehzahl nicht überschritten werden darf.
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Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, die bekannte
Schußeintragungsvorrichtung so umzugestalten, daß die rhythmische Umkehrung der
Massen beim Eintragungvorgang weitgehend in Fortfall kommt. Es ist zwar bereits
bekannt (deutsche Patentschrift 222 086), zum Anschlagen des Schußfadens die Weblade
mit Webeblatt durch rotierende Rietscheiben zu ersetzen, doch müßte auch bei Austausch
der Weblade mit Webeblatt an der zuvor erwähnten Webmaschine mit pneumatischer Schußeintragung
gegen das bekannte rotierende Riet der hin und her zu bewegende Lamellenkamm weiter
verwendet werden. Die Notwendigkeit, die bewegten Massen rhythmisch umkehren zu
müssen, bliebe auch dann bestehen, was beim Gegenstand der Erfindung jedoch nicht
mehr der Fall ist. Bei dieser wird das bekannte rotierende Riet, insoweit es aus
geschlitzten kreisförmigen Scheiben besteht, die auf einer parallel zur Anschlagkante
verlaufenden Welle angeordnet sind, genutzt, und zugleich wird es zur Bildung des
Luftkanals innerhalb des Webfaches für das Durchblasen des Schußfadens herangezogen.
Demgemäß besteht die Erfindung an einer Vorrichtung an Webmaschinen zum Weben breiter
Gewebe mit durch eine Düse erfolgender pneumatischer Schußeintragung und mit Führung
des den Schußfaden eintragenden Luftstromes durch das Fach in einem aus einzelnen
gleichachsig dicht nebeneinander angeordneten, eine geschlitzte Durchgangsöffnung
aufweisenden Platinen gebildeten Kanal, der während eines bestimmten Zeitintervalls
das gerade gebildete Webfach so durchsetzt, daß er randseitig gegenüber dem Auslaß
der Düse zu stehen kommt, darin, daß in an sich bekannter Weise die Platinen aus
kreisförmigen Scheiben bestehen, die auf einer parallel zur Anschlagkante verlaufenden
Welle angeordnet sind, wobei die geschlitzte, kreisrund ausgebildete Durchgangsöffnung
jeder Scheibe außermittig vorgesehen ist, und daß die Scheiben in an sich bekannter
Weise als Schußfaden-Anschlagelement dienen, in der Weise, daß der Schußfaden, der
sich beim Schließen des Webfaches auf die untere Kettenfadenschar auflegt, beim
Weiterdrehen der auf der der Anschlagkante zugekehrten Seite von oben nach unten
umlaufenden Welle durch die entgegen der Umlaufrichtung der Welle gerichteten Schlitze
hindurchtritt und durch eine am Schlitzaustritt entgegen der Umlaufrichtung der
Welle stark ansteigende, in den Mantel der Scheibe übergehende Kurve angeschlagen
wird.
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Der Vorteil, den die Erfindung erbringt, besteht vor allem darin,
daß die Umkehrung der bewegten Massen beim Eintragen des Schußfadens weitgehend
in Fortfall kommt. Infolgedessen kann die Webmaschinengeschwindigkeit beträchtlich
gesteigert werden. Auch läßt sich ein verhältnismäßig ruhiger Lauf der Webmaschine
erzielen, was sich in verhältnismäßig geringem Verschleiß und wenig Ausfallzeiten
auswirkt.
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Beim Betreiben der Vorrichtung läuft die Scheibenwelle in gleichbleibender
Richtung um. Sobald der Scheibenlängskanal gegenüber der Düse zu stehen kommt, wird
der Schußfaden in den Längskanal eingeblasen. Beim Weiterdrehen der Scheibenwelle
schiebt sich der Schußfaden aus dem Schlitz und wird durch die Scheiben angeschlagen.
Sofern
die Vorrichtung mit Zusatzluftzuführung in Richtung der Flugbahn des jeweils einzutragenden
Schußfadens über sägezahnartig vorspringende, zur Flugbahn gerichtete Luftaustrittsglieder
gemäß einem älteren Vorschlag (deutsche Patentschrift 1170 879) verwendet werden
soll, empfiehlt es sich, die Ausbildung so zu treffen, daß die Welle als Hohlwelle
ausgebildet ist und die Luftaustrittsglieder trägt sowie auf einem Rohr gelagert
ist, das mantelseitig eine längsverlaufende Auslaßöffnung aufweist und an die Blasluftleitung
angeschlossen ist.
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Vorteilhafterweise wird die Erfindung noch dadurch weitergebildet,
daß auf der Welle blasrohrseitig oder an beiden Randseiten eine an sich bekannte
Schneidscheibe angeordnet ist, die in an sich bekannter Weise im Zusammenwirken
mit einer ruhend angeordneten Gegenschneidscheibe eine Schere bildet.
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Lassen sich bei leichteren Geweben die Schußfäden schon allein durch
die rotierende Bewegung der Scheibenwelle auf Grund der besonderen Formgebung der
einzelnen Scheiben anschlagen, so ist es bei schwereren Geweben jedoch günstig,
ein Verstellgetriebe vorzusehen, mittels welchem die Scheibenwelle zum Anschlagen
des gerade eingetragenen Schußfadens an das Gewebe beistellbar und anschließend
von diesem um ein kurzes Wegstück wegstellbar ist. Das Verstellgetriebe kann hierbei
eine gleichmäßig umlaufende Welle mit einer Exzentermit und einer darin geführten
Rolle umfassen, von der aus über ein Gestänge die Lager der Welle verschiebbar sind.
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In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung an Hand mehrerer
Ausführungsbeispiele veranschaulicht. Es zeigt F i g. 1 eine Welle mit kreisförmigen,
Durchgangsöffnungen für den Schußfaden aufweisenden Scheiben in Stirnansicht bei
offenem Webfach, F i g. 2 die Welle mit Scheiben nach F i g. 1 bei angeschlagenem
Schußfaden, F i g. 3 ein Teilstück der in F i g. 1 und 2 dargestellten Welle mit
Scheiben in Seitenansicht, F i g. 4 die Welle mit Scheiben, die zum Eintragen vom
Anschlag zurückstellbar ist, in zurückgestellter Lage, F i g. 5 die in F i g. 4
dargestellte Welle mit Scheiben in Anschlagstellung, F i g. 6 das eine Endstück
der in F i g. 4 und 5 veranschaulichten Welle mit Scheiben, F i g. 7 einen Teil
einer Webmaschine mit einer als Hohlwelle ausgebildeten Welle mit Scheiben und einer
Zusatzluftzuführung in Seitenansicht und F i g. 8 eine Welle mit Scheiben, die über
ein Malteserkreuzgetriebe antreibbar ist.
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Auf einer Welle 2 sind mit gegenseitigem Abstand befestigte, kreisförmige,
platinenartig ausgebildete Scheiben 3 angeordnet. Deren Abstand ist so gewählt,
daß eine der Kettenfadendichte entsprechende Anzahl Kettenfäden 4 unbehindert zwischen
jeweils zwei Scheiben 3 verlaufen kann. Außermittig sind in jeder Scheibe 3 drei
kreisrunde Durchgangsöffnungen 5, 6, 7 vorgesehen, deren Querschnitt ein Vielfaches
des Schußfadenquerschnittes beträgt. Die Durchgangsöffnungen 5, 6, 7 fluchten miteinander,
so daß ein Längskanal E entsteht, der jeweils zwischen zwei Scheiben 3 unterbrochen
ist. Von jeder Durchgangsöffnung 5, 6, 7 führt ein Schlitz 8 zur Mantelseite
der zugehörigen Scheibe. Die Schlitze 8 sind übereinstimmend gehalten und
fluchten an sämtlichen Scheiben 3 miteinander. Sie sind so breit gehalten, daß ein
Schußfaden S bequem durchtreten kann.
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Das bereits erzeugte Gewebe T liegt auf einer ruhenden Auflage 9 auf.
Beim Umlaufen der Welle 2 in Richtung des Pfeils A wird der Schußfaden
S, sobald der von den Durchgangsöffnungen 5 bzw. 6 bzw. 7 gebildete Längskanal
E sich innerhalb des Webfaches befindet, wobei er randseitig gegenüber dem Auslaß
eines Blasrohres 23 zu stehen kommt, in den Längskanal E eingeblasen. Dieser liegt
völlig frei im Webfach, so daß der eingeblasene Schußfaden S mit den Kettenfäden
nicht in Berührung kommen kann. Infolgedessen wird auch bei größeren Webbreiten
ein einwandfreier Eintragvorgang gewährleistet.
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Nachdem der Schußfaden S in einen der Längskanäle E eingeschossen
worden ist, wird er beim Weiterdrehen der Welle 2 in Richtung des Pfeils A nach
dem bereits gebildeten Gewebe hin transportiert. Hierbei wird er auf die untere
Kettenfadenreihe sich auflegen und beim Weiterdrehen der Welle 2 durch den Schlitz
8 nach außen geschoben. Beim weiteren Umlauf der Welle 2 wird der aus dem Schlitz
8 ausgetretene Schußfaden S, bedingt durch die Kurvenform der einzelnen Scheiben
3, in der Zeichnung nach links gedrückt, also angeschlagen. Inzwischen hat sich
das Webfach zu erneutem Wechsel geschlossen. Um die Anschlagwirkung zu erzielen,
ist jede Scheibe 3 mantelseitig durch eine Kurve B, C so profiliert, daß sie im
Durchmesser von der Stelle B aus zunächst bis C stark ansteigt und dann allmählich
abnimmt. Am Punkt D weist sie den geringsten Durchmesser auf.
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Die Welle 2 kann, wie aus F i g. 7 hervorgeht, als Hohlwelle 11 ausgebildet
sein, die nach dem Längskanal E, der von den Scheiben 3 gebildet wird, Luftzuführungsöfnungen
aufweist. Die Luftzuführungsöffnungen nach den Längskanälen E werden mittels sägezahnförmig
profilierter Luftaustrittsglieder 15,16 gebildet, die an den »Zahnschneiden« zum
Längskanal E weisende Öffnungen 16 besitzen, am »Zahnrücken« geschlossen sind und
am »Zahnansatz« zur Hohlwelle 11 hin offen sind. Die Richtung F der. Öffnungen 16
stimmt mit der Flugrichtung der einzutragenden Schußfäden überein. Die Hohlwelle
11 ist auf einem Rohr 17 drehbar gelagert, das über eine Leitung 18 an eine Blasluftleitung
19 angeschlossen ist. Das Rohr 17 weist mantelseitig eine längsverlaufende, nach
dem Webfach gerichtete Auslaßö$nung 20 auf. Blasrohrseitig trägt die Welle
2
bzw. die Hohlwelle 11 eine fest mit ihr verbundene Schneidscheibe 21, die
im Zusammenwirken mit einer ruhend angeordneten Gegenschneidscheibe 22 eine Schere
bildet (F i g. 6, 7).
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An dem Blasrohr 23 sind über den Umfang verteilt Fadeneintrittsrohre
24 angeordnet. Die Anzahl der Fadeneintrittsrohre 24 stimmt mit der Anzahl der einzutragenden
unterschiedlichen Schußfäden überein. Der in F i g. 7 sichtbare Schußfaden ist mit
25 bezeichnet.
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Die Welle 2 kann gleichförmig umlaufen. Die Ausbildung kann aber auch
so getroffen werden, daß die Welle 2 dann, wenn ein Längskanal E ein Webfach frei
durchsetzt, für ein bestimmtes Intervall ruhend in dieser Lage verbleibt. Dies kann
beispielsweise dadurch erreicht werden, daß der Welle 2 ein Malteserkreuzgetriebe
55
vorgeschaltet ist, so wie dies in F i g. 8 veranschaulicht ist. Hiernach wird von
einer Hauptwelle 53 aus die Welle 2 über das Malteserkreuzgetriebe 55 unter Zwischenschaltung
von Rädern 56, 57, 58 angetrieben.
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Für die Herstellung schwererer Gewebe kann es günstig sein, die Ausbildung
so zu treffen, daß die Welle 2 zum Eintragen des jeweiligen Schußfadens vom Gewebe
weg- und zum Anschlagen des eingetragenen Schußfadens an das Gewebe beigestellt
werden kann, so wie dies aus F i g. 4 und 5 hervorgeht. In F i g. 4 ist der Zustand
festgehalten, in welchem ein Schußfaden S über einen der Längskanäle E in den Scheiben
3 in das Webfach eingetragen wird. Die Welle 2 ist in diesem Zustand von dem Gewebe
T um ein kurzes Wegstück V zurückgestellt. In F i g. 5 dagegen ist
der Zustand festgehalten, in welchem die Welle 2 in Richtung des Pfeils
U nach dem Gewebe T hin verstellt worden ist. Die Größe des Verstellweges
wird so gewählt, daß der in das Webfach eingetragene, über den Schlitz 8 aus dem
Längskanal E geschobene Schußfaden S an das Gewebe T angeschlagen
wird.
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Ein zum Bei- und Wegstellen der Welle 2 dienendes Verstellgetriebe
59 bis 64 zeigt F i g. B. Das Verstellgetriebe umfaßt eine gleichmäßig und synchron
zur Welle 53 umlaufende Welle 59 mit einer exzentrischen Nut 60', in der eine Rolle
60 geführt ist, von der aus über ein Gestänge 61, 62, 63, nämlich über eine Gabel
61 und über einen an diese bei 62 angelenkten Hebel 63, ein Lager 64 der Welle 2
in Richtung und Gegenrichtung des Pfeils W verstellbar ist.
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Um die Welle 2 bzw. die Hohlwelle 11 im Bedarfsfall von Hand aus der
Arbeitslage stellen zu können, ist ein Hebelgetriebe 65, 66, 67 vorgesehen, das
aus einer bei 62 angelenkten Stange 65 mit einem Handhebel 66, 67 besteht. In der
in F i g. 8 gezeigten Rastlage des Handhebels 66, 67 befindet sich die Welle 2 in
ihrer Arbeitslage. Wird der Handhebel 66, 67 so verstellt, daß sein Sperrstück 67
in eine Nut 68 einrastet, dann wird das Gelenk bei 62 durchgeknickt, wodurch die
Welle 2 in Gegenrichtung des Pfeils W verschoben und aus ihrer Arbeitsstellung gebracht
wird.