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DE1272175B - Dynamischer Zweiachsen-Vorhaltgeber - Google Patents

Dynamischer Zweiachsen-Vorhaltgeber

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Publication number
DE1272175B
DE1272175B DE19661272175 DE1272175A DE1272175B DE 1272175 B DE1272175 B DE 1272175B DE 19661272175 DE19661272175 DE 19661272175 DE 1272175 A DE1272175 A DE 1272175A DE 1272175 B DE1272175 B DE 1272175B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sight
weapon
line
angle
signal
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19661272175
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Ing Ingfried Graefe
Dipl-Ing Rolf D Pfeiffer
Dipl-Phys Wolfram H Schmitz
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Honeywell GmbH
Original Assignee
Honeywell GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Honeywell GmbH filed Critical Honeywell GmbH
Priority to DE19661272175 priority Critical patent/DE1272175B/de
Publication of DE1272175B publication Critical patent/DE1272175B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F41WEAPONS
    • F41GWEAPON SIGHTS; AIMING
    • F41G5/00Elevating or traversing control systems for guns
    • F41G5/08Ground-based tracking-systems for aerial targets

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Aiming, Guidance, Guns With A Light Source, Armor, Camouflage, And Targets (AREA)

Description

  • Dynamischer Zweiachsen-Vorhaltgeber Die Erfindung bezieht sich auf einen dynamischen Zweiachsen-Vorhaltgeber für Seiten- und Höhenvorhalt einer auf ein Flugziel mit beliebig geneigter Flugbahn zu richtenden Luftabwehrwaffe gegenüber einer ständig auf das Ziel gerichteten und diesem nachgeführten Visieroptik, wobei den inertialen Winkelgeschwindigkeiten der Visierlinie in den beiden Bewegungsrichtungen (Seite und Höhe) proportionale Signale mittels geeigneter Trägheitsgeber erzeug oder aus den Steuersignalen für den Antrieb der Visieroptik abgeleitet und in Rechenschaltungen gemäß der Gleichung zur Ermittlung des Neigungswinkels der durch die Bewegungsbahn des Zieles und den Standort der Waffe definierten Ebene (Flugbahnebene) gegenüber einer parallel zur äquatorialen Schwenkebene der Waffe und rechtwinklig zur Visierlinie verlaufenden Geraden verarbeitet werden. Sowohl die Visieroptik als auch die Waffe sind orthogonal zweiachsig beweglich, wobei der Richtschütze die Visierlinie mittels eines Richtgriffes dem Ziel nachführt. Einflüsse von Eigenbewegungen des die Waffe und die Visieroptik tragenden Untergestells, beispielsweise eines Schiffes oder eines Panzers, können über ein selbsttätiges Zielhaltesystem (Stabilisierung) ausgeglichen werden.
  • Es sind zahlreiche Vorrichtungen zur Vorhaltberechnung bekannt, die teils elektrisch und teils unter Verwendung zumeist recht aufwendiger Rechengetriebe arbeiten. Den meisten dieser Anordnungen haftet der Nachteil an, daß zur Vorhaltberechnung entweder eine Entfernungsmessung zwischen dem Standort der Waffe und dem ,Ziel benötigt oder der Vorhalt nur dann richtig berechnet wird, wenn die Flugbahn des Zieles parallel zur Seitenschwenkebene der Waffe verläuft. Vorhaltgeber mit der letztgenannten Einschränkung sind zur Bekämpfung von im Kampfanflug befindlichen Flugzielen ungeeignet. Auch eine Entfernungsmessung ist in vielen Fällen, insbesondere bei fahrbaren Waffen, kaum durchzuführen oder benötigt zuviel Zeit. Man hat auch bereits versucht, unter Verwendung komplizierter mechanischer Rechengetriebe einen Vorhaltgeber aufzubauen, der ohne Entfernungsmessung auskommt und den Vorhalt auch bei geneigter Flugbahn ermitteln kann. Solche Rechengetriebe sind jedoch einer starken mechanischen Abnutzung unterworfen, wodurch ihre Genauigkeit infolge des zunehmenden Spiels zwischen den einzelnen Getriebeteilen im Laufe des Betriebes immer geringer wird. Ferner stört die unvermeidliche mechanische Trägheit solcher Getriebe, insbesondere bei der Bekämpfung der heutzutage mit hohen Geschwindigkeiten fliegenden Luftziele. Darüber hinaus besteht ein entscheidender Nachteil darin, daß bei Verwendung von Rechengetrieben eine mechanische Kupplung zwischen Visier und Waffe erforderlich ist.
  • Zur Erläuterung der Grundlagen der Erfindung wird beispielsweise - zunächst noch ohne Vorhaltgeber betrachtet - davon ausgegangen, daß sich auf einem eine erste Waffe (»Primärwaffe«), z. B. eine Kanone, enthaltenden Panzerturm noch eine zweite Waffe (»Sekundärwaffe«), z. B. eine Luftabwehrwaffe, befindet, die unabhängig vom Turm gedreht und hochgeschwenkt werden kann. Die zugehörige Visieroptik ist - ebenfalls auf dem Turm -ebenso freizügig drehbar und hochschwenkbar. Eine Stabilisierung sorgt dafür, daß die Visierlinie ohne Eingriff des Richtschützen ihre Richtung im Raum trotz aller Fahrzeugbewegungen beibehält. Die vom Richtschützen mit dem Richtgriff bewirkte Bewegung der Visieroptik wird jedoch von der Stabilisierung nicht behindert. Zwei gegebenenfalls abgewandelte elektrische Ubertragungsvorrichtungen sorgen dafür, daß die Waffe in ihren beiden Freiheitsgraden immer parallel zur Visieroptik eingestellt ist. Die Abwandlung der elektrischen Ubertragungsvorrichtungen besteht vorzugsweise darin, daß nicht die für den Kraftrichtantrieb der Waffe erforderliche Leistung, sondern nur die zur richtigen Verstellung nötige Information über diese Ubertragungsvorrichtung übertragen wird. Die Visicroptik ist dann also unmittelbar, die Waffe nur mittelbar stabilisiert. Ebenso wirkt der Richtgriff unmittelbar auf die Visieroptik und mittelbar auf die Waffe. Die zur Stabilisierung nötigen Kreisel sind mit dem Richtgriff so zusammengeschaltet, daß die Auslenkung des Griffes proportional der inertialen Winkelgeschwindigkeit der Visierlinie ist.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ohne Entfernungsmessung und ohne Verwendung eines mechanischen Rechengetriebes auf elektrischem Wege den Vorhalt nach Höhe und Seite bei beliebig geneigter Flugbahn zu berechnen. Dabei wird für die Ermittlung der Vorhaltgrößen vorausgesetzt, daß das Ziel mit gleichbleibender Geschwindigkeit vz eine geradlinige Bahn einhält und daß die Fehler genügend klein sind, die daraus entstehen, daß man für das Geschoß zu unrecht die gleichen Bedingungen annimmt, nämlich gleichbleibende Geschoßgeschwindigkeit vG auf geradliniger Geschoßbahn. Der Vorhaltgeber ermittelt nur die durch die Relativgeschwindigkeit zwischen Ziel und Waffe bedingten Vorhaltegrößen, nicht aber ballistische Korrekturwinkel.
  • Von einem Vorhaltgeber der eingangs genannten Art ausgehend wird die genannte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß ferner Signale, die der Zielgeschwindigkeit vZ, der mittleren Geschoßgeschwindigkeit vG und dem in der Flugbahnebene gemessenen Anflugwinkel .1 zwischen der Bewegungsrichtung des Ziels und der Normalebene zum Radiusvektor r zwischen Waffe und Ziel proportional sind, in Rechenschaltungen gemäß der Gleichung zur Ermittlung des Vorhaltewinkels a in der Flugbahnebene verarbeitet werden.
  • Zur fortlaufenden Berechnung des Anflugwinkels wird in Weiterbildung der Erfindung einem Eingang eines Integrierverstärkers ein dem bei Beginn der Vorhaltberechnung gegebenen Anflugwinkel 20 entsprechendes Signal und einem weiteren Eingang ein der Winkelgeschwindigkeit # der Visierlinie proportionales Signal zugeführt, wobei an den Ausgang des Integrierverstärkers ein Kosinusnetzwerk angeschlossen ist, dessen Ausgangssignal in einer Multiplizieranordnung mit dem Quotienten aus Flugzeuggeschwindigkeit vz und mittlerer Geschoßgeschwindigkeit vG multipliziert wird und das Signal sin a ergibt.
  • Zweckmäßig werden die der Flugzeuggeschwindigkeit vZ, der mittleren Geschoßgeschwindigkeit vG und dem bei Beginn der Vorhaltberechnung gegebenen Anflugwinkel Ao entsprechenden Signale von Hand an einem Vorwahlgerät eingestellt. Die Flugzeuggeschwindigkeit muß geschätzt werden und ist vorteilhaft auf mehrere diskrete Werte einstellbar. Die mittlere Geschoßgeschwindigkeit hängt bei gegebener Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses selbstverständlich von der Entfernung zwischen Waffe und Ziel ab. Um eine Entfernungsmessung oder -schätzung überflüssig zu machen, ist vorzugsweise ein der Hauptkampfentfernung entsprechender Wert vorgegeben.
  • Die den inertialen Winkelgeschwindigkeiten CH und Cs der Visierlinie proportionalen Signale lassen sich auf verschiedene Weise erzeugen. Bei einer Ausführungsform der Erfindung werden sie durch je einen visierlinienfest orientierten Wendekreisel für beide Schwenkrichtungen zur Verfügung gestellt. Dabei folgt der Wendekreisel für die Seitendrehgeschwindigkeit gleichzeitig auch den Drehbewegungen in Höhenrichtung.
  • Bei einer anderen Ausführungsform, die später an Hand des dargestellten Blockschaltbildes näher erläutert werden wird, werden sie aus den Steuersignalen eines elektrischen Richtgriffes für den Visierantrieb abgeleitet.
  • Zur Berechnung des erforderlichen Elevationswinkels 0-SK der Waffe gegenüber ihrer äquatorialen Schwenkebene und des Seitenvorhaltewinkels us der Waffe gegenüber der Visierlinie wird bei dem erfindungsgemäßen Vorhaltgeber ein dem Elevationswinkel %)yF der Visierlinie proportionales Signal erzeugt, vorzugsweise dem Visierantrieb entnommen und in geeigneten Rechenschaltungen zusammen mit den zuvor an Hand der Gleichungen (1) und (II) ermittelten, dem Vorhaltewinkel a in der Flugbahnebene und dem Neigungswinkel x der Flugbahnebene gegenüber der äquatorialen Schwenkebene proportionalen Signalen gemäß den folgenden Gleichungen verarbeitet sin -)9K = sin (->VF * cos a + cos <-)VF, sin a, sin x, (11I) Ein wesentlicher Vorteil des Vorhaltgebers gemäß der Erfindung besteht darin, daß bei der Berechnung der Vorhaltgrößen nicht nur Schwenkbewegungen der Visieroptik nach Höhe und Seite im Zuge der Nachführung der Visierlinie zum Ziel berücksichtigt, sondern auch bei Rollbewegungen der Optik um die Visierlinie die Vorhaltgrößen selbsttätig korrigiert und richtig berechnet werden, sofern das Ziel voraussetzungsgemäß im Bereich der Fadenkreuzmitte der Visieroptik gehalten wird.
  • Im folgenden werden zunächst an Hand F i g. 1 und 2 die dem Vorhaltgeber gemäß der Erfindung zugrunde liegenden Rechengleichungen erläutert.
  • F i g. 1 zeigt die durch die als geradlinig angenommene Flugbahn f des Zieles und den Standort der Waffe, beispielsweise eines Panzers P, definierte Flugbahnebene FE in Draufsicht und F i g. 2 die Lage der Flugbahnebene in einem Raumkoordinatensystem, in dessen Mittelpunkt die Waffe P steht und welches auf die äquatoriale Schwenkebene AE der Waffe bezogen ist, also Lageänderungen dieser Ebene im Raum folgt.
  • In F i g. 1 bedeutet: Z Standort des Zieles im Abschußaugenblick; r Visierlinie im Abschußaugenblick; P Standort des Panzers; T Treffpunkt des Geschosses mit dem Ziel; GE Gesichtsfeldebene, d. h. Normalebene zur Visierlinie r im Punkt Z; 7, der in der Flugbahnebene gemessene Anflugwinkel zwischen der Flugbahn f des Ziels und der Gesichtsfeldebene GE; s Schußlinie; o Vorhaltewinkel zwischen Schußlinie s und Visierlinie r, gemessen in der Flügbahnebene. Durch Anwendung des Sinussatzes im Dreieck ZTP ergibt sich Führt man in diese Gleichung die Geschoßflugzeit tG, d. h. die Zeit, die das Geschoß benötigt, um vom Panzer P bis zum Treffpunkt T zu gelangen, die als konstant angesehene Bewegungsgeschwindigkeit vT des Zieles und die über die Geschoßflugzeit tG gemittelte Geschoßgeschwindigkeit vG ein und berücksichtigt, daß .f = ZT = vZ - tG und S = VG . iG, so erhält man für die Gleichung (V) die Beziehung d. h., der Sinus des Vorhaltewinkels a in der Flugbahnebene läßt sich aus der Zielgeschwindigkeit vz, der Geschoßgeschwindigkeit vG und dem Anflugwinkel A, berechnen zu Im Mittelpunkt der in F i g. 2 dargestellten Kugel steht der Panzer P. Die Äquatorialebene AE der Kugel entspricht der fahrzeugfesten äquatorialen Schwenkebene der Waffe. Der Pol N liegt anf der Verlängerung der Seitenschwenkachse der Waffe, unabhängig von der Lage' des Panzers im Gelände. Der Radius der Kugel entspricht der Länge der Visierlinie r. Z ist wieder der Standort des Zieles im Abschußaugenblick und T' der Durchstoßpunkt der Schußlinie s oder ihrer Verlängerung durch die Kugel. Die Flugbahn .f des Zieles führt vom Punkt Z zum Treffpunkt T, der - da die Flugbahn nicht einem Großkreis folgt, sondern gegenüber der Gesichtsfeldebene um den Winkel 7, zum Kugelinneren hin geneigt ist - nicht mit dem Durchstoßpunkt T' zusammenfällt, sondern zwischen diesem und dem Mittelpunkt P liegt.
  • In F i g. 2 sind ferner folgende Winkel bzw. deren Großkreisbogen eingetragen: OvF Elevationswinkel der Visierlinie r gegenüber der äquatorialen Schwenkebene AE; (-)SK Elevationswinkel der Waffe (Schußlinie s) gegenüber der äquatorialen Schwenkebene AE; ccS Seitenvorhaltwinkel der Waffe gegenüber der Visierlinie, gemessen in der äquatorialen Schwenkebene; x Neigungswinkel der Flugbahnebene FE gegenüber einer Tangente an den Breitenkreis im Punkt Z und damit gleichbedeutend mit dem Winkel der Flugbahnebene FE gegenüber einer Geraden, die der äquatorialen Schwenkebene AE der Waffe parallel ist und die Visierlinie zum Punkt Z rechtwinklig schneidet.
  • Da bei der nachfolgenden Berechnung der Winkel (-)SK und as alle Strecken längs Großkreisen gleichen Durchmessers r'gemessen werden, sind in der Zeichnung die Bogenstrecken jeweils nur mit dem Bogenmaß des entsprechenden Winkels bezeichnet.
  • Die Anwendung des Seitenkosinussatzes im Dreieck NZT' führt zu folgender Gleichung: cos (90° - (9SK) = cos (90° - OVF) - cos a (VII) + sin (90° - (9v,) - sin a - cos (90° - x). Hieraus folgt für den Elevationswinkel (->SK der Waffe die obengenannte Gleichung sin <)SK = sin 0-vF - cos a (III) + cos 0-vF - sin a - sin x.
  • Bei Anwendung des Sinussatzes auf das Kugeldreieck NZT' erhält man woraus sich der Sinus des gesuchten Seitenvorhaltewinkels as ergibt zu wie bereits angegeben.
  • Wie man sieht, ist sowohl zur Berechnung des Elevationswinkels OSK als auch des Seitenvorhaltewinkels as die Kenntnis des Neigungswinkels x erforderlich. Dies ist der Winkel, unter dem die Visierlinie dem Ziel nachgeführt werden muß. Das Verhältnis der Nachführwinkelgeschwindigkeiten in Höhen- und Seitenrichtung bestimmt die Richtung der resultierenden Nachführbewegung der Visierlinie entsprechend der Neigung der Flugbahnebene. Damit sind aber auch die zur Nachführung der Visierlinie zum Ziel erforderlichen Komponenten der inertialen Winkelgeschwindigkeit der Visierlinie nach Höhe und Seite charakteristisch für die Neigung der Flugbahnebene, d. h., es gilt: Betrachtet man diese Verhältnisse im Gesichtsfeld der Visieroptik mit Fadenkreuz, wie es sich dem Richtschützen darbietet, so ergibt sich, solange die äquatoriale Schwenkebene horizontal liegt, die in F i g. 3a gezeigte Darstellung, in der der senkrechte Faden F" des Fadenkreuzes der Tangente an den Längenkreis durch den Punkt Z und der waagerechte Faden F,, der Tangente an den im Punkt Z darauf senkrecht stehenden Großkreis entspricht.
  • Wenn also die Visierlinie stets dem Ziel nachgeführt wird, so sind die hierbei meßbaren inertialen Winkelgeschwindigkeiten der Visierlinie in den beiden orthogonalen Komponenten auch bei jeder Richtungsänderung der Flugbahnebene charakteristisch für deren augenblicklichen Neigungswinkel x. Bewegt sich das Ziel in der Gesichtsfeldebene der Visieroptik in Richtung des Pfeiles f', so muß das Fadenkreuz und damit die Visierlinie in dieser Richtung nachgeführt werden, wenn das Ziel in der Fadenkreuzmitte gehalten werden soll.
  • Die beiden inertialen, zueinander orthogonal stehenden Winkelgeschwindigkeitskomponenten der Visierlinie lassen sich mit Hilfe je eines visierlinienfest angebrachten Wendekreisels messen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, diese Signale aus den Steuerspannungen für den Antrieb der Visieroptik abzuleiten. Werden beispielsweise zur Stabilisierung der Visierlinie gegenüber Lageänderungen der äquatorialen Schwenkebene im Raum integrierende Wendekreisel eingesetzt, so können diese über eine Rückführung solchen Einfluß auf die Steuerspannungen für den Visierantrieb haben, daß diese Steuerspannungen den inertialen Winkelgeschwindigkeiten proportional sind. Man kann also die Steuerspannungen eines in zwei Freiheitsgraden verstellbaren Richtgriffes für die Visieroptik unmittelbar zur Berechnung des Neigungswinkels der Flugbahnebene gemäß Gleichung (II) heranziehen.
  • Der Vorhaltgeber gemäß der Erfindung soll auch bei Bewegungen der äquatorialen Schwenkebene im Raum richtige Werte liefern. Nimmt man an, daß das Ziel ein Flugzeug oder ein sonstiger Flugkörper, die äquatoriale Schwenkebene der Waffe hingegen Teil eines Land- oder Seefahrzeuges, beispielsweise eines Panzerturms oder eines Schiffsdecks, ist, so kann die translatorische Bewegungsgeschwindigkeit der äquatorialen Schwenkebene im Raum gegenüber der Flugzeuggeschwindigkeit vernachlässigt werden. Zu berücksichtigen sind dann noch Drehbewegungen der äquatorialen Schwenkebene um ihre drei orthogonalen Achsen, beispielsweise infolge von Nick-, Roll- oder Gierbewegungen des Trägerfahrzeugs. Durch ein selbsttätiges, stabilisiertes Zielhaltesystem oder durch die Tätigkeit des Richtschützen ist voraussetzungsgemäß dafür gesorgt, daß bei allen diesen Bewegungen die Visierlinie auf das Ziel . gerichtet bleibt. Ohne Vorhaltgeber würde die Waffe stets parallel zur Visierlinie gerichtet sein. Bei Einschaltung des V orhaltgebers hingegen ist die Achse der Waffe gegenüber der Visierlinie um den Vorhaltwinkel geneigt. Tritt jetzt ein Verkanten der Waffe, d. h. eine Dreh- oder Rollbewegung um die Visierlinie als Achse ein, so bleibt die Visierlinie zwar auf das Ziel gerichtet, die Achse der Waffe würde jedoch einen Kegelmantel um die Visierlinie beschreiben, statt ihre Richtung beizubehalten. Überraschenderweise führt aber das Nachführen der Visierlinie zum Ziel - gleichzeitig selbsttätig zur Stabilisierung der Waffe derart, daß diese keinen Kegelmantel um die Visierlinie beschreibt, sondern mit ihrer Achse in die Flugbahnebene zurückgeführt wird.
  • Diese Verhältnisse sollen im folgenden an Hand F i g. 3 a und 3 b erläutert werden.
  • F i g. 3 a zeigt, wie bereits erwähnt, die Visicroptik mit dem Fadenkreuz F", F,, bei horizontaler Lage der äquatorialen Schwenkebene AE. Um das Fadenkreuz ständig auf dem sich längs der Linie f' bewegenden Ziel zu halten, muß dieses und damit die Visierlinie unter dem Winkel ;I gegenüber dem horizontalen Faden F,, bewegt werden. Es ist dabei zu beachten, daß der Faden F,, parallel zur äquatorialen Schwenkebene von Waffe und Visieroptik verläuft, während der lotrechte Faden F" die Projektion eines Längenkreises der sich über der äquatorialen Schwenkebene wölbenden Halbkugel darstellt. Um die Visicrlinie der Flugbahn des Zieles längs der Linie f' nachzuführen, müssen also die inertialen Winkelgeschwindigkeiten nach Höhe und Seite ini Verhältnis stehen. Führt nun die äquatoriale Schwenkebene und mit ihr das Fadenkreuz eine Rollbewegung um den Winkel I ;- um die Visierlinie aus, so nimmt das Fadenkreuz im Raum beispielsweise die aus Fi g. 3b ersichtliche Lage ein. Würde der Richtschütze jetzt die zuvor vorgegebene Stellung des Richtgriffes beibehalten und damit der Waffe, bezogen auf die äquatoriale Schwenkebene, und damit zugleich gegenüber dem Faden F,, des Fadenkreuzes einen Vorhalt entsprechend dem Winkel ;l weiterhin geben, so verlöre er das Ziel, welches sich raumbezogen längs der Linie f' bewegt, aus dem Fadenkreuz. Er würde nämlich dann das Fadenkreuz und damit die Visierlinie in Richtung des Pfeiles f" bewegen. Um das Ziel in Fadenkreuzmitte zu halten, muß also der Richtschütze das Verhältnis der Winkelgeschwindigkeiten der Visierlinie nach Höhe und Seite derart ändern, daß sich das Fadenkreuz und die Visierlinie wieder längs der Linie f' bewegen. Er wird also der Visierlinie eine Drehbewegung erteilen müssen, die nach Höhe und Seite dem Verhältnis entspricht. Diese sich beim Nachführen der Waffe von selbst ergebende Änderung des Winkels ;, bewirkt über den Vorhaltgeber, daß die Waffe in der Flugbahnebene bleibt. Damit ist sichergestellt, daß der Vorhaltgeber bei beliebigen Lageänderungen der äquatorialen Schwenkebene, d. h. des Panzers im Gelände, nicht nur den Vorhaltewinkel, sondern auch die absolute Richtung des Vorhaltes richtig berechnet und die Waffe entsprechend einstellt.
  • Die bei der Änderung der Richtgriffstellung durch den Richtschützen auftretenden Signale in der Richtgriff-Steuerschaltung entsprechend den neuen Sollwerten der Drehgeschwindigkeiten Cfr und CS der Waffe werden dem Vorhaltgeber zugeführt. Auch wenn die den inertialen Winkelgeschwindigkeiten proportionalen Signale aus Wendekreiseln entnommen werden, ändert sich deren Verhältnis bei Rollbewegungen der Visieroptik um die Visierlinie, weil sich die Orientierung der visierlinienfest angeordneten Wendekreisel im Raum entsprechend ändert und damit die Zerlegung der Schwenkgeschwindigkeit der Visierlinie in zwei orthogonale Komponenten eine andere ist.
  • Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines in F i g. 4 dargestellten Blockschaltbildes erläutert. Es sei jedoch ausdrücklich bemerkt, daß sich die für den Vorhaltgeber gemäß der Erfindung charakteristischen Verfahrensschritte auch mit anderen elektrischen Schaltungen verwirklichen lassen. Die genannten Gleichungen können auf rein elektronischem Wege, beispielsweise mit Hilfe eines Analogrechners, gelöst werden. Im Ausführungsbeispiel werden zur trigonometrischen Umwandlung sogenannte Resolver oder Koordinatenwandler benutzt. Statt dessen können beispielsweise auch Sinus- und Kosinuspotentiometer eingesetzt werden. Die Verwendung von Resolvern empfiehlt sich überall dort, wo eine mechanische Winkelverstellung als Eingangsgröße zur Verfügung steht oder als Ausgangs- oder Rückführgrößc benötigt wird. Die Servokreise können, wie das Ausführungsbeispiel zeigt, mit Wechselstrom betrieben werden, aber auch statt dessen mit Gleichstrom. Bei Gleichstrombetrieb führt eine Richlwigsumkehr des Stromes zur Umkehr der Drehrichtung der Motoren. Bei Wechselstrombetrieb wird die Drehrichtungsumkehr durch Phasenumkehr des trägerfrequenten Wechselstromes in bezug auf eine Vergleichsphase bewirkt. In beiden Fällen ist dem Gleichstrom bzw. der Trägerfrequenz ein Wechselstrom niedriger Frequenz überlagert.
  • In den Blockschaltbildern F i g. 4 bis 6 sind mechanische Verbindungen jeweils gestrichelt und elektrische Verbindungen mit ausgezogenen Linien eingezeichnet. Bei dem in F i g. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Vorhaltgebers wird das dem elektrischen Richtgriff Ri für den Visierantrieb entnommene, der inertialen Elevationswinkelgeschwindigkeit CH proportionale Signal in einem Modulator Mod 1 einer Trägerfrequenzspannung T von beispielsweise 400 Hz aufmoduliert und über einen Schalter S 1H der einen Statorwicklung w11 des Resolvers Resl zugeführt. In entsprechender Weise gelangt das in einem Modulator Mod 2 dem gleichen Träger T aufmodulierte, der inertialen Seitenwinkelgeschwindigkeit CS der Visierlinie proportionale Signal über einen Schalter Sls an die zweite Statorwicklung w12 des Resolvers Res 1. Die beiden Statorwicklungen w11 und w12 sind räumlich um 90° gegeneinander versetzt, so daß im Stator ein Wechselfeld mit Winkellage x entsprechend der Beziehung entsteht. Die beiden Rotorwicklungen w13 und w14 des Resolvers Resl sind ebenfalls im rechten Winkel zueinander angeordnet und nach außen mit einem so hohen Widerstand abgeschlossen, daß kein nennenswerter Strom fließen kann und kein Drehmoment entsteht. Der Rotor benötigt also einen äußeren Antrieb. Hierzu dient der über den Verstärker V 1 an die eine Rotorwicklung w 13 angeschlossene Servomotor M 1, welcher über ein Getriebe sowohl den Rotor des genannten Resolvers Resl als auch den eines später noch in seiner Funktion zu erläuternden Resolvers Res3 entsprechend dem Winkel x verstellt. Zur Stabilisierung des Servokreises dient in bekannter Weise ein vom Motor M 1 angetriebener Tachogenerator G l, dessen Ausgangssignal an den anderen Eingang des Differentialverstärkers V 1 zurückgeführt wird. Uber den Motor M1 wird der Rotor des Resolvers Rest so lange gedreht, bis die Wicklung w13 keine Spannung mehr liefert. Dann nimmt der Rotor gerade die Winkellage m ein, und die Gleichung
    tg _CH
    x C
    ist gelöst.
    An einem Vorwahlgerät VG werden der geschätzte Anflugwinkel 20 bei Beginn der Vorhaltberechnung und die geschätzte Flugzeuggeschwindigkeit vz eingegeben. Letztere ist auf zwei Werte von beispielsweise 160 und 250 m/sec. einstellbar. Der Anflugwinkel Ao ist in Schritten von jeweils 15° zwischen 45 und 90° cinstellbar. Die mittlere Geschoßgeschwindigkeit VG ist fest vorgegeben entsprechend dem für die Hauptkampfentfernung zutreffenden Wert. Das Vorwahlgerät enthält ferner einen Startschalter S1, .der nach Vornahme der genannten Einstellungen geschlossen wird und dabei gleichzeitig die bereits genannten Schalter S 1,1 und S 1s schließt und damit die Statorwicklungen des Resolvers Res l an den Richtgriff anschaltet. Das dem Anflugwinkel 4 entsprechende Signal wird dem Eingang für die Anfangsbedingung eines Integrierverstärkers V 2 zugeführt, dessen Integriereingang ein der Winkelgeschwindigkeit j der Visierlinie r proportionales Signal erhält. Dieses Signal dient der fortlaufenden, automatischen Nachführung des dem Anflugwinkel proportionalen Signals am Ausgang des Integrierverstärkers. Hierzu wird ein aus der zweiten Rotorwicklung w14 des Resolvers Res l abgeleitetes, dem Wert proportionales Signal mit Hilfe eines mit dem Träger T gespeisten Demodulators Demod 1 von der Trägerfrequenz getrennt und über einen Kontakt S 11 des Startschalters S1 an den Integriereingang des Integrierverstärkers V 2 gelegt. An den Ausgang des Integrierverstärkers V2 ist das Kosinusnetzwerk N2 angeschlossen, welches aus dem am Ausgang des Integrierverstärkers V 2 stehenden, dem Anflugwinkel Ä proportionalen Signal ein Signal entsprechend cos A. erzeugt und hiermit das Potentiometer Pott speist. Dessen Schleifer wird aus dem Vorwahlgerät entsprechend dem Verhältnis verstellt und führt somit das Signal Damit ist also auch die Gleichung (I) gelöst. Es sind nunmehr der Sinus des Vorhaltewinkels Q in der Flugbahnebene und der Neigungswinkel x der Flugbahnebene bekannt. Der Schalter S I l am Integriereingang des Verstärkers V 2 verbindet in der dargestellten Ruhelage den Ausgang des Integrierverstärkers über die Leitung L2 mit dem Integriereingang und sorgt damit für die Rückstellung des Integrierverstärkers auf Null.
  • Die Eingabe der dem Anfangsanflugwinkel @, der Flugzeuggeschwindigkeit vz und der mittleren Geschoßgeschwindigkeit vG entsprechenden Werte in die das Signal sin ß berechnende Schaltung braucht nicht durch Handeinstellung an einem Vorwahlgerät, sondern kann auch auf andere Weise erfolgen. Zumindest ein Teil dieser Signale kann beispielsweise als Rechenwert vorliegen. An Stelle eines Potentiometers mit entsprechend dem einen Faktor, nämlich verstellbarem Schleifer kann eine elektronische Multiplizierschaltung Mult20 zur Bildung des Produktes eingesetzt werden, wie dies in Fi g. 5 dargestellt ist. Dem einen Eingang wird das Signal cos .i und dem anderen das Signal zugeführt. Am Ausgang erhält man dann das Signal sin o. .
  • Zur Berechnung des Elevationswinkels Osx der Waffe gegenüber ihrer äquatorialen Schwenkebene ist, wie Gleichung (I11) zeigt, ein dem Elevationswinkel OYF der Visierlinie proportionales Signal erforderlich. Zu diesem Zweck wird der Rotor eines zweiten Resolvers Rest entsprechend dem Elevationswinkel 0"F der Visierlinie verstellt. Die Statorwicklung w21 dieses Resolvers liegt an einem konstanten Wechselstromsignal Uo. Die Wicklung w22 wird in geeigneter Weise mit oder ohne Widerstand abgeschlossen. An der einen Rotorwicklung w23 wird ein dem Sinus des Elevationswinkels OvF entsprechendes Signal abgegriffen und dem einen Eingang der Multiplizierschaltung Mult 1 zugeführt. Aus dem am Schleifer des Potentiometers Pott stehenden Signal sin a wird in einer Umwandlungsschaltung US nach der Gleichung ein dem Kosinus des Vorhaltewinkels a in der Flugbahnebene proportionales Signal erzeugt. Die Um-
    wandlungsschaltnng leitet aus einem Eingangssignal x
    ein Ausgangssignal 1 --.x' ab, im vorliegenden Fall
    also aus dem Eingangssignal sin a des Ausgangssignal cos a. Dieses wird in. einem Modulator Modi dem Träger T aufmoduliert und dem anderen Eingang der Multiplizierschaltung Mult 1 zugeleitet. An deren Ausgang steht also das Signal cos a - sin 0.F.
  • Aus der zweiten Läuferwicklung w24 des Resolvers Rest wird ein dem Kosinus des Elevationswinkels der Visierlinie entsprechendes Signal cos OVF entnommen und dem einen Eingang einer zweiten Multiplizierschaltung Mult2 zugeleitet.
  • Wie bereits erwähnt, wird gleichzeitig mit dem Rotor des Resolvers Res l vom Servomotor M1 auch der Rotor eines dritten Resolvers Res3 entsprechend dem Winkel x verstellt. Das Signal sin a am Schleifer des Potentiometers Pott wird in einem Modulator Mod4 dem Träger T aufmoduliert und speist die Statorwicklung w31 des dritten Resolvers Res3. Die Wicklung w32 wird in geeigneter Weise mit oder ohne Widerstand abgeschlossen. An der einen Läuferwicklung w33 dieses Resolvers Res3 entsteht dann ein Signal sin a - sin x, welches dem anderen Eingang der Multiplizierschaltung Mult2 zugeführt wird. Das Ausgangssignal dieser Multiplizierschaltung ist also der Größe sin a - sin x ' coS OYF proportional. Damit sind die zur Berechnung des Sinus des Elevationswinkels osK der Waffe gemäß Gleichung (III) benötigten beiden Summanden bekannt. Diese Ausgangssignale der beiden Multiplizierschaltungen Multl und Mult2 werden zwecks Summation zwei Eingängen eines Summierverstärkers V3 zugeführt, dessen Ausgangssignal den Servomotor M3 steuert. Der Motor M3 verstellt über ein Getriebe den Rotor eines Drehmeldegebers CX 1 so lange, bis das von einer Statorwicklung dieses Drehmeldegebers an einen weiteren Eingang des Summierverstärkers zurückgeführte, dem Sinus des berechneten Soll-Elevationswinkels CSK der Waffe entsprechende Signal sin OsK gleich der Summe der den beiden anderen Eingängen des Summierverstärkers zugeführten Signale und damit die Gleichung (III) erfüllt ist. An die drei Anschlußleitungen des Drehmeldegebers CX 1, die durch die einzelne Leitung zum Verstärker V 3 zunächst unsymmetrisch belastet sind, wird eine nicht dargestellte Kombination passiver Schaltelemente angeschlossen, derart, daß die Belastung symmetrisch wird. Der Regelkreis, bestehend aus Verstärker V3, Motor M3; Getriebe und Drehmeldegeber CX 1, ist auch hier mit Hilfe eines vom Motor M3 angetriebenen Tachometergenerators G3 stabilisiert, dessen ---Ausgangssignal an den Verstärkereingang zurückgeführt wird. Das den Sollwert OsK des Elevationswinkels darstellende Ausgangssignal des Drehmeldegebers CX 1 wird sodann den Statorwicklungen eines Drehmeldeempfängers CT 1 zugeführt, dessen Rotor entsprechend dem jeweiligen Istwert OsK; des Elevationswinkels der Waffe verstellt wird. Die Rotorwicklung dieses Drehmeldeempfängers CT 1 liefert dann das 'Nachführsignal für den Höhenrichtantrieb HR der Waffe entsprechend der Differenz zwischen Soll- und Istwcrt des Elevationswinkels (-)SK. Mit dem Antrieb der Visieroptik ist einerseits zur Einspeisung des Signals OVF in den zweiten Resolver Rest der Rotor dieses Resolvers und andererseits der Rotor eines zweiten Drehmeldegebers CX 2 gekoppelt. Für den wahlweisen Betrieb der Waffe ohne Vorhaltgeber können die Statorwicklungen des Drehmeldeempfängers CT 1 mit Hilfe des Umschalters S2 von denen des ersten Drehmeldegebers CX 1 ab- geschaltet und an die des zweiten Drehmeldegebers CX 2 angeschlossen werden. Dann wird die Waffe SK vom Antrieb der Visieroptik VF unmittelbar parallel zur Visieroptik gesteuert.
  • Wie Gleichung (IV) zeigt, sind zur Berechnung des Vorhaltewinkels as in der äquatorialen Schwenkebene einerseits das Produkt sin a - cos x und andererseits der Kosinus des Elevationswinkels OsK der Waffe erforderlich. Der Lösung der Gleichung (IV) dient die den Verstärker V4 und den Resolver Res4 enthaltende Schaltung. Der zweiten Rotorwicklung w34 des dritten Resolvers Res3 wird ein dem Produkt sin a - cos x proportionales Signal entnommen und dem einen Eingang des Differentialverstärkers V4 zugeführt. Das Verstärkerausgangssignal speist die Statorwicklung w41 des vierten Resolvers Res4, dessen Rotor durch den Servomotor M 3 entsprechend dem Soll-Elevationswinkel 0-SK der Waffe gegenüber der äquatorialen Schwenkebene verstellt wird. An der Rotorwicklung w43 des Resolvers Res4 steht dann eine Spannung, die dem Produkt aus cbs OsK und der Ausgangsspannung U, des Verstärkers V4 entspricht. Sie wird als Spannung UZ an den anderen Eingang des Differentialverstärkers V4 zurückgeführt. An Hand der folgenden Nebenrechnung wird gezeigt, wie mit dieser Schaltung die Gleichung (IV) gelöst werden kann, sofern der Verstärker V 4 eine genügend hohe Verstärkung von beispielsweise V = 10@ hat. Die dem einen Eingang des Differentialverstärkers V4 zugeführte Spannung entsprechend sin a - cos;, wird hierin mit U1 bezeichnet. Dann gilt UA = V (U, - UZ) und UZ = Ua * cos (-)SK .
    Hieraus folgt U V . Ul
    A 1 + V - cos 0-SK
    Unter der Voraussetzung, daß V - cos 0-sK groß ist im Vergleich zum Wert 1, kann letzterer im Nenner des Bruches vernachlässigt werden, so daß sich
    dann ergibt
    U - Ul - sin a - cos x .
    `# COS OSK COS OSK
    Damit ist auch die Gleichung (IV) gelöst und der Sinus des Vorhaltewinkels a in der äquatorialen Schwenkebene ermittelt. Die Wicklungen w42 und w44 werden in geeigneter Weise mit oder ohne Widerstand abgeschlossen. Da der im Seitenrichtkreis der Waffe vorgesehene Drehmeldeempfänger im vorliegenden Fall ohnehin das Eingangssignal sin as benötigt, braucht der Winkel as selbst nicht berechnet zu werden, was andererseits aber keine Schwierigkeiten bereiten würde. Gerade die Berechnung der Größe sin as zeigt deutlich, daß man an Stelle des Resolvers Res4 ein Potentiometer verwenden kann, dessen Wicklung nach der Funktion gewickelt ist und dessen Schleifer entsprechend dem Winkel (-),K verstellt wird. Wenn man dann das Signal sin a - cos;, an das Potentiometer legt, so kann am Schleifer das gesuchte Signal sln res abgegriffen werden. Das Ausgangssignal sin as des Verstärkers V4 wird über einen weiteren Kontakt S21 des Umschalters S2 dem Seitenrichtantrieb der Waffe zugeführt. Bei Betrieb ohne Vorhaltgeber -unterbricht der Schalter S21 diese Leitung. Die Waffe wird dann auch in Seitenrichtung unmittelbar parallel zur Visierlinie gesteuert.
  • F i g. 6 zeigt, wie man mit Hilfe eines Sinuspotentiometers R,;" und eines Kosinuspotentiometers R"s, deren Schleifer gemeinsam entsprechend dem Winkel (-vT verstellt werden, die Multiplikationen cos s sin O,,F und sin s - cos O,,. ausführen kann. Auch die Funktionen der übrigen Resolver lassen sich mit Hilfe solcher Potentiometer erfüllen.

Claims (6)

  1. Patentansprüche: 1. Dynamischer Zweiachsen-Vorhaltgeber für Seiten- und Höhenvorhalt einer auf ein Flugziel mit beliebig geneigter Flugbahn zu richtenden Luftabwehrwaffe gegenüber einer ständig auf das Ziel gerichteten und diesem nachgeführten Visieroptik, wobei den inertialen Winkelgeschwindigkeiten (Cs, CH) der Visierlinie in den beiden Bewegungsrichtungen (Seite und Höhe) proportionale Signale mittels geeigneter Trägheitsgeber erzeugt oder aus den Steuersignalen für den Antrieb der Visieroptik abgeleitet und in Rechenschaltungen gemäß der Gleichung zur Ermittlung des Neigungswinkels (x) der durch die Bewegungsbahn (f) des Zieles (Z) und den Standort (P) der Waffe definierten Ebene (Flugbahnebene FE) gegenüber einer parallel zur äquatorialen Schwenkebene (AE) der Waffe und rechtwinklig zur Visierlinie verlaufenden Geraden verarbeitetwerden,dadurch gekennzeichn e t, daß ferner Signale, die der Zielgeschwindigkeit (vZ), der mittleren Geschoßgeschwindigkeit (vG) und dem in der Flugbahnebene (FE) gemessenen Winkel (Anflugwinkel A) zwischen der Bewegungsrichtung des Zieles und der Normalebene zum Radiusvektor (r) zwischen Waffe und Ziel (Gesichtsfeldebene GE) proportional sind, in Rechenschaltungen gemäß der Gleichung zur Ermittlung des Vorhaltewinkels (a) in der Flugbahnebene verarbeitet werden.
  2. 2. Vorhaltgeber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß einem Eingang eines Integrierverstärkers (V2) als Anfangsbedingung ein dem bei Beginn der Vorhaltberechnung gegebenen Anflugwinkel (A,) entsprechendes Signal und einem weiteren Eingang (Integriereingang) ein der Winkelgeschwindigkeit (i) der Visierlinie (r) proportionales Signal zugeführt wird und daß an den Ausgang des Integrierverstärkers (V2) ein Kosinusnetzwerk (N2) angeschlossen ist, dessen Ausgangssignal (cos A) in einer Multiplizieranordnung mit dem Quotienten aus Flugzeuggeschwindigkeit (v") und mittlerer Geschoßgeschwindigkeit (vG) multipliziert wird und das Signal sin R ergibt.
  3. 3. Vorhaltgeber nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Flugzeuggeschwindigkeit (v2), der mittleren Geschoßgeschwindigkeit (VG) und dem bei Beginn der Vorhaltberechnung gegebenen Anflugwinkel (A0) entsprechende Signale von Hand an einem Vorwahlgerät (VG) einstellbar sind, welches das dem Anfangsanflugwinkel (2,o) entsprechende Signal an dem einen Eingang des Integrierverstärkers (V2) und das dem Quotienten vz proportionale Signal in Form einer mechanischen Verstellung. eines Potentiometerschleifers (Pot 2) oder als elektrisches Eingangssignal für eine Multiplizierschaltung (Mult20) bereitstellt.
  4. 4. Vorhaltgeber nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flugzeuggeschwindigkeit (vZ) auf mehrere vorgegebene Werte einstellbar und die mittlere Geschoßgeschwindigkeit (VG) entweder ebenfalls einstellbar oder auf den für die Hauptkampfentfernung zutreffenden Wert fest eingestellt ist.
  5. 5. Vorhaltgeber nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur fortlaufenden, automatischen Nachführung des dem Anflugwinkel ()) proportionalen, am Ausgang des Integrierverstärkers (V2) stehenden Signals den inertialen Winkelgeschwindigkeiten (CH, Cs) proportionale Signale den beiden um 90° versetzten Statorwicklungen eines Resolvers (Resl) zugeleitet werden und ein aus einer Rotorwicklung (w14) des Resolvers abgeleitetes, dem Wert und damit der Winkelgeschwindigkeit .1 der Visierlinie in der Flugbahnebene proportionales Signal dem Integriereingang des Verstärkers (V2) zugeführt wird.
  6. 6. Vorhaltgeber nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Berechnung des erforderlichen Elevationswinkels (OsK) der , Waffe gegenüber ihrer äquatorialen Schwenkebene und des Seitenvorhaltwinkels (as) der Waffe gegenüber der Visierlinie ein dem Elevationswinkel (OVF) der Visierlinie proportionales Signal erzeugt, vorzugsweise dem Visierantrieb entnommen und in geeigneten Rechenschaltungen gemäß folgenden Gleichungen verarbeitet wird ' sin CSK = sin Oy p ' cos a + cos OVr - sin Q - sin x, sin Q - cos x sin as (III) = cos 0. SK (IV)
    In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 1060 746, 1069 036. 1 152 641; französische Patentschrift Nr. 1336 053; britische Patentschrift Nr. 609 306; USA. - Patentschriften Nr. 2 427 463, 2 658 277. 2 745 600, 3 039 194, 3 049 299, 3107 294; Zeitschrift »Wehrtechnische Monatshefte«, 1965. S. 66 bis 74, 114 bis 123; Buch: K o r n und K o r n, »Electronic Analog Computers«, 1. Ausgabe, 1952, MeGraw Hill, S. 291; Buch: G r e e n w o o d, »Electronic Instruments« (MIT Serie Bd. 21, MeGraw Hill, 1948), S. 106, 108, 160.
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