DE1270746B - Verfahren zur Feinverteilung fluessiger Glasschmelze - Google Patents
Verfahren zur Feinverteilung fluessiger GlasschmelzeInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
C03b
Deutsche KL: 32 a -19/10
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
1270 746
P 12 70 746.9-45
17. April 1965
20. Juni 1968
P 12 70 746.9-45
17. April 1965
20. Juni 1968
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Feinverteilung flüssiger Glasschmelze, die in regelbarer
Menge aus einem Schmelztiegel einem rotierenden Teil zugeführt, unter Einwirkung der Zentrifugalkraft
verteilt, über den Außenrand des rotierenden Teils in einen freien Raum geschleudert und dort zum
Erstarren gebracht wird.
Bei einem Verfahren dieser Art wird die über die Oberfläche einer horizontalen Scheibe am abgerundeten
Rand in den freien Raum geschleuderte Glasschmelze in Fäden verteilt und nach dein Erstarren
als Gespinst gewonnen sowie gleichzeitig aufgeschnitten und von der Drehachse als Glaswolle abgezogen.
Wenn die Glasmasse in unregelmäßiger Verteilung, mit unzureichender Temperatur oder mit zu großer
Geschwindigkeit in Rotation versetzt wird, dann entstehen unerwünschte und nicht fadenförmige Masseteile,
zu deren Aussonderung man einen Ringspalt vorsieht, über welche die unregelmäßigen Stücke
der erstarrten Glasmasse an Schutzwänden aufgefangen und zum erneuten Einschmelzen verwendet
werden.
In vielen Fällen will man jedoch aus der Glasschmelze keine Glaswolle herstellen, sondern Granulate
für die industrielle Verwendung. Bekanntlich sollen derartige Glasgranulate möglichst kugelförmige
Einzelkörner aufweisen und auch eine möglichst gleichmäßige Kugelgröße der Einzelteilchen, weil dadurch
die Rieselfähigkeit und Dosierbarkeit der betreffenden Granulate erheblich verbessert werden
können Das bekannte Verfahren eignet sich für diesen Zweck nicht, weil die unregelmäßig anfallenden
und zum erneuten Einschmelzen abgetrennten Glasmasseteile völlig unregelmäßige, längliche und bestenfalls
tropfenartige Einzelformen sehr verschiedener Größe haben und deshalb auch nur zum Einschmelzen
verwendbar sind. Zur Herstellung einwandfreier und gleichmäßiger Glasgranulate mit kugelförmigen
Teilchen sind bekanntlich zahlreiche Arbeitsgänge erforderlich, das Glas muß zerstoßen oder gemahlen
werden, danach wird gesiebt und die betreffende Siebfraktion in heißen Gasen suspendiert und erneut
geschmolzen, damit sie unter Einwirkung der Oberflächenspannung auf die Einzelteilchen kugelförmige
Gestalt annehmen kann. Der Aufwand ist erheblich, und man benötigt beim bekannten Sprühturmverfahren
außerordentlich hohe Fallräume, in denen entweder ein pulverförmiges Glas mit splittriger Körnung
zunächst erhitzt und geschmolzen oder auch eine Glasschmelze versprüht wird, dann während des
Falles die Glasteilchen von der Oberflächenspannung kugelförmig zusammengezogen und schließlich so
Verfahren zur Feinverteilung flüssiger
Glasschmelze
Glasschmelze
Anmelder:
Glaverbel, Brüssel
Vertreter:
Dr.-Ing. A. v. Kreisler, Dr.-Ing. K. Schönwald,
Dr.-Ing. Th. Meyer und Dr. J. F. Fues,
Patentanwälte, 5000 Köln 1, Deichmannhaus
Als Erfinder benannt:
Emile Plumat, GiIIy (Belgien)
Emile Plumat, GiIIy (Belgien)
Beanspruchte Priorität:
Luxemburg vom 21. April 1964 (45 921)
weit abgekühlt werden, daß sie in der gewünschten Form anfallen.
Die Herstellungskosten solcher Glasgranulate sind außerordentlich hoch, weil man nicht nur sehr aufwendige
Sprühräume bzw. Sprühtürme benötigt, sondern auch Zusatzmassen, die bei gleichzeitigem Versprühen
ein Aneinanderhaften der Glasteilchen verhüten, aber keine Rückstände daran zurücklassen
sollen. Besonders schwierig ist eine gleichmäßige Versprühung des Glases in der viel leichteren Atmosphäre
des heißen Schmelzgases. Auch sind Dispersionsverfahren zur Aufwärmung der Einzelteilchen
in niedriger schmelzenden Glassorten oder Verfahren zum Versprühen von Glasmasse durch die perforierten
Wände rotierender Zylinder sehr umständlich und nicht nur die Arbeitsweise der technischen Geräte
, sondern auch der Raumbedarf und schließlich auch die Ergebnisse der bisher bekannten Verfahren
unbefriedigend.
Um alle diese Nachteile weitgehend auszuschalten, mit möglichst einfachen Mitteln ein zuverlässiges
Herstellungsverfahren für kugelförmige Glasgranulate zu schaffen und dieses auch auf einem möglichst
engen Raum, wird in Abwandlung der bekannten Glaswolleherstellung über rotierende Verteilerscheiben
gemäß der Erfindung vorgeschlagen, daß der rotierende Teil so rasch gedreht wird, daß die aufgenommene
Glasmasse zu einer dünnen Haut verteilt und dann in Form kleiner Teilchen in der Zentrifugalebene
versprüht wird und daß die versprühten
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Teilchen zuerst in einem nahezu abgeschlossenen die Möglichkeit, das anfallende kugelförmige Glas-Schmelzraum
ihrer Oberflächenspannung ausgesetzt granulat in verschiedenen Korngrößefraktionen ge-
und in Kugelform verwandelt, dann durch einen trennt aufzufangen, wozu man einfach entsprechende
Ringschlitz hindurch auf divergierenden Bahnen in Ringrillen vorsieht, welche die kleinen Teilchen mit
einem Abkühlungsraum zum Erstarren gebracht und 5 der gekrümmteren Flugbahn zuerst auffangen und die
schließlich in einer Sammekinne, gegebenenfalls nach etwas größeren Teilchen entsprechend später.
Korngrößefraktionen in mehreren Ringrillen getrennt, Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Veraufgefangen werden, fahrens eignen sich nicht nur die bekannten Kreis-
Korngrößefraktionen in mehreren Ringrillen getrennt, Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Veraufgefangen werden, fahrens eignen sich nicht nur die bekannten Kreis-
Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden in scheiben, sondern zahlreiche Abwandlungen von der
mehrfacher Hinsicht optimale Verhältnisse geschaf- io einfachen Scheibenform mit senkrechten oder auch
fen, erstens erreicht man durch die hohe Drehzahl waagerechten Achsen, mit gewölbten, kegelförmigen
des mit der Glasschmelze beaufschlagten rotierenden oder unregelmäßig kreissymmetrischen Formen, die
Teils eine außerordentlich dünne und hautförmige einseitig oder auf beiden Seiten mit Glasschmelze
Glasschicht, die auf konzentrischen Bahnen über den beaufschlagbar sind und entweder die betreffende
Rand des rotierenden Teiles hinaus in den Raum 15 Glasmasse als richtungsgelenkten Strahl aufnehmen
strebt und sich dadurch denkbar gleichmäßig in der oder einfach in die Glasschmelze zum Teil hinein-Zentrifugalebene
ausbreitet. Zweitens werden auf getaucht werden können. In allen Fällen bilden sich
diese Weise Schleudergeschwindigkeiten erreicht, die außerordentlich dünne hautförmige Glasschichten
einen fadenförmigen Zusammenhalt der nach allen und sehr gleichmäßige Sprühnebel feinster Teilchen
Richtungen weggeschleuderten Glasschmelze unmög- 20 in Kugelform innerhalb des erfindungsgemäßen
lieh machen, so daß selbständige und außerordent- Schmelzraumes. In der Zeichnung sind als Ausfühlich
kleine Teilchen entstehen. Der dritte und wich- rungsbeispiele die grundsätzliche Anordnung zur
tigste Unterschied gegenüber dem bisher bekannten Durchführung des Verfahrens und zahlreiche For-Verfahren
zur Erzeugung von Glaswolle besteht je- men für die rotierenden Teile dargestellt sowie die
doch darin, daß die vom rotierenden Teil wegge- 25 Art, in der diese mit der Glasschmelze jeweils in Beschleuderten
Glaspartikel erfindungsgemäß zunächst rührung kommen. Im einzelnen zeigt
einen Schmelzraum durcheilen und nicht erstarren F i g. 1 den schematischen Längsschnitt durch die können. Hier tritt eine kumulative Wirkung ein, weil Gesamtvorrichtung,
einen Schmelzraum durcheilen und nicht erstarren F i g. 1 den schematischen Längsschnitt durch die können. Hier tritt eine kumulative Wirkung ein, weil Gesamtvorrichtung,
die versprühten Glasteilchen außerordentlich klein F i g. 2 eine ähnliche Vorrichtung wie F i g. 1 zur
und die kugelbildende Kraft der Oberflächenspan- 30 Herstellung verschiedener Kornfraktionen,
nung nach den physikalischen Gesetzen bekanntlich F i g. 3 bis 6 rotierende Teile mit senkrechter so-
umgekehrt proportional ist dem Quadrat des Krüm- wie
mungsradius. Infolgedessen nehmen die sehr kleinen F i g. 7 bis 12 solche mit waagerechter Achse,
Teilchen sehr rasch eine außerordentlich exakte Ku- F i g. 13 und 14 Schnitt und Draufsicht durch ein
gelform ein. 35 rotierendes Teil mit Durchbrüchen,
Da die Kugelbildung der Glasteilchen beim erfin- Fig. 15 bis 17 weitere Beispiele für rotierende
dungsgemäßen Verfahren außerordentlich rasch vor Teile, die mit senkrechter Achse zentral in die Glassich
geht und die Teilchen auf Grund ihrer divergie- schmelze eintauchbar sind,
renden Flagbahnen einander auch nicht berühren Fig. 18 die Draufsicht zum Schnittbild nach
können, ist der Raumbedarf für diese wesentliche 4° Fig. 17,
Verfahrensstufe außerordentlich gering. Infolgedessen F i g. 19 eine Scheibe im Grundriß, die durch meh-
befinden sich die Teilchen auch in ihrer Kugelform rere exzentrische Strahlen beaufschlagt wird,
noch sämtlich in der gleichen Ebene, und beim erfin- Fig. 20 und 21 Scheiben aus verschiedenen Ma-
dungsgemäßen Verfahren werden dann diese Teil- terialien und schließlich
chen im gleichen Abstand von der Drehachse des 45 Fig. 22 eine Vorrichtung im Längsschnitt, in wel-
rotierenden Verteilers einfach durch einen Ring- eher das Schleuderteil auf der Unterseite durch ein
schlitz gezielt und während ihres Weiterfluges im neutrales oder nicht oxydierendes Gas geschützt wird.
Außenraum zum Erstarren gebracht, wobei sie noch Die Vorrichtung weist einen Schleuderteil 1 auf,
immer von der gleichen Oberflächenspannung zu- der gemäß den F i g. 1 und 2 die Form einer Scheibe
sammengehalten und mit der gleichen Divergenz 50 hat, welche auf einer hohlen Welle 2 angeordnet ist,
ihrer Flugbahnen auseinandergetrieben werden. Das die durch Wasser gekühlt werden kann. Die Welle
Verfahren gleicht damit der bekannten Elektronen- wird durch ein Lagersystem 3 geführt, das eine Was-
beschleunigung durch ein Betatron. sereintrittsleitung 4 und eine Wasseraustrittsleitung 5
Der wesentliche Unterschied des vorgeschlagenen aufweist. Die Welle wird mittels eines Riemens 7
Verfahrens gegenüber den bisher bekannten Sprüh- 55 durch einen Motor 6 angetrieben. Die den Schleuderturmverfahren
besteht also darin, daß alle Teilchen teil 1 bildende Scheibe befindet sich in einer feuerin
gleicher Weise auf definierten Bahnen ausein- festen Kammer 8 (heiße Zone), die durch einen Boandergeschleudert
und ohne Zuhilfenahme besonde- den 9 und eine Decke 10 gebildet wird. Die Kammer
rer Dispersionsgase nacheinander zwei völlig ver- ist mit Öffnungen 11 und 12 versehen, in denen Brenschiedene
Temperaturzonen durchlaufen. In der 60 ner angeordnet sind, die mit Luft und Brennstoffgas
ersten Temperaturzone ist mit Sicherheit verhütet, gespeist werden. Die Decke bildet auch den Boden
daß einzelne Teilchen in noch unfertiger Form er- für das Ende eines Beckens 13, welches das geschmolstarren,
während außerhalb des Ringspaltes eine zene Glas 14 enthält und durch eine feuerfeste Umaußerordentlich
rasche Erstarrung erzwungen wird hüllung 15 abgeschlossen ist. Die Decke ist ferner
und nur noch die Anordnung einer Auffangrinne 65 mit einer öffnung 16 für den Abfluß des Glases vernotwendig
ist. Als besonderer Vorteil ergibt sich aus sehen, der mittels einer Nadel 17 regelbar ist, deren
der Geschwindigkeitsverteilung, welche den kugelför- Stellung durch eine bekannte (nicht dargestellte) Einmigen
Massen der Partikel proportional ist, sogar richtung fixierbar ist.
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Die Decke 10 ist vom Boden 9 durch einen Um- Teils auftreffen, oder man kann das untere Ende 30
fangsschlitz 18 getrennt, der in der Höhe des (F i g. 7) des Teils in ein Glasschmelzbad eintauchen.
Schleuderteils liegt. Die Kammer 8 ist von einem Im Fall des schrägen Strahls kann die Bildung des
ringförmigen Kanal 19 (kalte Zone) umgeben, von Häutchens durch eine geneigte Achse erleichtert werwelchem
nur ein Teil dargestellt ist. Gemäß F i g. 1 5 den (F i g. 8). Das gleiche Ergebnis ist jedoch leichter
fließt das geschmolzene Glas aus dem Becken 13 auf zu erzielen, wenn dem Schleuderteil die Form eines
den Mittelpunkt der Scheibe in einem Strahl aus, Kegels (F i g. 9) gegeben wird, der sich um eine
der durch die öffnung 16 hindurchgeht und dessen waagerechte Achse dreht. Im Fall der Bildung des
Menge durch die Verschiebung der Nadel 17 geregelt Häutchens durch teilweises Eintauchen des Schleuwird.
Die Drehung der Scheibe zwingt das an der- io derteils in ein Glasschmelzbad kann die Produktiviselben
anhaftende Glas, sich in Form eines Haut- tat der Vorrichtung gesteigert werden, indem auf der
chens auszubreiten, das sich unter der Wirkung der gleichen Welle 2 mehrere Scheiben 1 angeordnet wer-Fliehkraft
ausdehnt und verdünnt und das schließlich den (Fig. 10) oder indem die Scheibe 1 mit einer
in Teilchen zerstäubt wird, nachdem es den Umfang Felge31 versehen wird (Fig. 11) oder auch, indem
der Scheibe verlassen hat. Die Oberflächenspannung 15 dem Schleuderteil die Form eines Zylinders 32 aus
wirkt ein, um diese Teilchen beim Durchgang durch feuerfestem Material gegeben wird (F i g. 12).
die Umfangszone 20 der Kammer 8 kugelförmig zu Die Schleuderteile können überdies mit Löchern machen, und zwar infolge der hohen Temperatur, 33 (F i g. 13 und 14) versehen werden, welche die die wegen des Wärmeschutzes der Kammer in der- gegenüberliegenden Seiten miteinander verbinden, selben herrscht, und infolge der durch die Brenner ao Auf diese Weise gelangt das der einen Seite 34 zugell und 12 zugeführten Wärme. Die Kügelchen ver- führte geschmolzene Glas durch die Löcher auf die lassen die Kammer längs ihrer Flugbahnen 21 durch andere Seite 35 und schützt dieselbe gegen Oxydaden Schlitz 18 und werden durch die Luft der äuße- tion durch die heißen Gase, was besonders im Fall ren Zone 22 rasch abgekühlt. Sie werden schließlich von Metallen, wie z. B. Molybdän, von Interesse ist, am Boden des Kanals 19 aufgefangen, wo sie sich 35 die zwar durch das geschmolzene Glas nicht angesammein, um durch (nicht dargestellte) Mittel abge- griffen werden, aber an der heißen Luft oxydieren, führt zu werden. Man kann die Vereinigung der auf den beiden Seiten
die Umfangszone 20 der Kammer 8 kugelförmig zu Die Schleuderteile können überdies mit Löchern machen, und zwar infolge der hohen Temperatur, 33 (F i g. 13 und 14) versehen werden, welche die die wegen des Wärmeschutzes der Kammer in der- gegenüberliegenden Seiten miteinander verbinden, selben herrscht, und infolge der durch die Brenner ao Auf diese Weise gelangt das der einen Seite 34 zugell und 12 zugeführten Wärme. Die Kügelchen ver- führte geschmolzene Glas durch die Löcher auf die lassen die Kammer längs ihrer Flugbahnen 21 durch andere Seite 35 und schützt dieselbe gegen Oxydaden Schlitz 18 und werden durch die Luft der äuße- tion durch die heißen Gase, was besonders im Fall ren Zone 22 rasch abgekühlt. Sie werden schließlich von Metallen, wie z. B. Molybdän, von Interesse ist, am Boden des Kanals 19 aufgefangen, wo sie sich 35 die zwar durch das geschmolzene Glas nicht angesammein, um durch (nicht dargestellte) Mittel abge- griffen werden, aber an der heißen Luft oxydieren, führt zu werden. Man kann die Vereinigung der auf den beiden Seiten
Während das Schleuderteil gemäß Fig. 1 durch gebildeten Häutchen am Umfang verhindern, indem
einen senkrechten Glasstrahl gespeist wird, der in derselbe beispielsweise mit einer Nut 36 versehen
der Mitte auftrifft, verläßt das geschmolzene Glas ge- 30 wird. Wenn ein Schleuderteil bevorzugt wird, der
maß Fig. 2 das Becken 13 durch eine seitliche Öff- teilweise in das Glasschmelzbad eingetaucht ist, aber
nung 16' in einem schrägen Strahl, der auf das Teil sich um eine senkrechte Achse dreht, gibt man deman
einer exzentrischen Stelle 23 auftrifft. Die Zer- selben eine konische Form 37 (F i g. 15) oder eine
stäubung erfolgt daher in einer bevorzugten Rieh- analoge Form 38 (F i g. 16), deren mittlere Spitze
tung, und der Kanal 19 braucht sich nur über einen 35 39 in das Glas 14 eintaucht. Bei einer Ausführungs-Teil
des Umfangs der Kammer 8 zu erstrecken. form, welche die Bildung eines Häutchens des ge-
Die in F i g. 3 im Grundriß dargestellte Scheibe schmolzenen Glases auf beiden Seiten ermöglicht,
weist Zähne 24 auf, die auf dem Umfang regelmäßig weist der Teil 40 (Fig. 17) die Form eines Kegelverteilt
sind. Die Scheibe gemäß F i g. 4 ist mit stumpfes 41 auf, dessen kleine Grundfläche am unteschräg
angeordneten Zähnen 25 versehen. Das Haut- 40 ren Ende liegt und eine Ausnehmung 42 aufweist,
chen des geschmolzenen Glases verläßt die Scheibe Der Umfang 43 dieser kleinen Grundfläche ist in das
an den Spitzen der Zähne und wird in Teilchen von geschmolzene Glas 14 eingetaucht, während der
viel größerem Durchmesser zerstäubt, als auf einer Scheitel 44 der Ausnehmung oberhalb des Spiegels
Scheibe mit kontinuierlich kreisförmigem Rand des Glasschmelzbades bleibt, um die Erhitzung des
(Fig. 1). Die in den Fig. 5 und 6 dargestellten 45 Endes45 der Welle2 zu beschränken. In der Wand
Schleuderteile bestehen aus einem Kegel bzw. aus 47 der Ausnehmung ausgesparte öffnungen 46 vereiner
Kugelkalotte aus Molybdänblech. Die Kühlung binden die beiden Seiten des Teils miteinander, wie
der hohlen Welle 2 durch Wasser kann eine An- auch F i g. 18 zeigt, in welcher der Teil 40 im Grundhäufung
28 (F i g. 5) aus Glas erzeugen, dessen Vis- riß dargestellt ist.
kosität zu groß ist, um durch Fliehkraftwirkung mit- 50 Wenn man die Schleuderteile gemäß den F i g. 15
genommen zu werden. Teilchen 29 treten daher bis 17 in Drehung versetzt, wird das geschmolzene
manchmal vorzeitig aus, bevor sie den Rand des Glas durch die Drehung mitgenommen und entfernt
Schleuderteils erreicht haben. Da diese Teilchen je- sich unter der Wirkung der Fliehkraft von der Achse,
doch nicht die gleiche Geschwindigkeit und gegebe- wobei es längs der Oberfläche des Teils nach oben
nenfalls die gleiche Temperatur aufweisen, wie die 55 steigt, bis es den Umfang erreicht, wo es in Teilchen
den Umfang verlassenden Teilchen, werden Kugeln zerstäubt wird.
ungleichen Durchmessers oder formlose Anhäufun- In Fig. 19 ist eine besondere Ausführungsform
gen gebildet, die beide Abfälle darstellen. Dieser der Speisung einer um eine senkrechte Achse dreh-
Mangel kann durch Schleuderteile beseitigt werden, baren Scheibe durch Glasstrahlen dargestellt. Die
die konkave Form aufweisen, wie z. B. Kegel oder 60 Glasstrahlen (im vorliegenden Fall vier) treffen an
Kalotten, damit die Teilchen 29 auf die Oberseite den Stellen 51 auf, die zwischen der Achse und dem
des Schleuderteils gelangen, statt direkt abgeschleu- Umfang der Scheibe liegen. Das geschmolzene Glas
dert zu werden. breitet sich bei 52 aus und gelangt zum Umfang der
Wenn man den Schleuderteil auf einer waagerech- Scheibe, wo dasselbe in Teilchen zerstäubt wird, die
ten oder geneigten Welle anordnet (F i g. 7 bis 12), 65 vier verhältnismäßig konzentrierte Bündel von Flugkann
man das Häutchen des geschmolzenen Glases bahnen 53 bilden.
durch einen oder mehrere seitliche exzentrische Strah- Als Einzelheiten der Konstruktion zeigt Fig. 20
len bilden, die auf eine oder auf beide Seiten des eine Scheibe 54 aus feuerfestem keramischem Mate-
rial, welche auf der Welle 2 mittels einer Metallscheibe 55 befestigt ist. Fi g. 21 zeigt eine Scheibe 56
aus feuerfestem Stahl, auf welcher durch Nieten 57-eine Scheibe 58 aus Molybdänblech befestigt ist, um
dieselbe gegen die oxydierenden Gase zu schützen.
Man kann auch die Unterseite einer Scheibe aus Molybdänblech schützen, die sich in einer Kammer 8
dreht, welche durch einen Boden 9 und eine Decke gebildet wird, indem zwischen der Scheibe und
dem Boden eine Kammer 59 (F i g. 22) ausgespart wird. Der Umfangsrand 60 besitzt ein möglichst geringes
Spiel, und durch die Rohrleitung 61 wird in diese Kammer ein neutrales oder reduzierendes Gas
eingeführt. Rund um die Kammer 8 sind mehrere ringförmige Kanäle 63 angeordnet, welche die kugelförmigen
Glasgranulate mit verschieden großen Durchmessern sammeln, wobei die größten die längsten
Flugbahnen aufweisen.
Claims (11)
1. Verfahren zur Feinverteilung flüssiger Glasschmelze, die in regelbarer Menge aus einem
Schmelztiegel einem rotierenden Teil zugeführt, unter Einwirkung der Zentrifugalkraft verteilt,
über den Außerirand des rotierenden Teils in einen freien Raum geschleudert und dort zum
Erstarren gebracht wird, dadurch gekennzeichnet,
daß das rotierende Teil(l) so rasch gedreht wird, daß die aufgenommene Glasmasse
zu einer dünnen Haut verteilt und dann in Form kleiner Teilchen in der Zentrifugalebene versprüht
wird und daß die versprühten Teilchen zuerst in einem nahezu abgeschlossenen Schmelzraum
(20) ihrer Oberflächenspannung ausgesetzt und
in Kugelfarm verwandelt, dann durch einen Ringr schlitz (18) hindurch auf divergierenden Bahnen
(21) in einem Abkühlungsraum (22) zum Erstarren gebracht und schließlich in einer Sammelrinne
(19), gegehenenfalls nach Korngrößefraktionen in mehreren Ringrillen (63) getrennt, aufgefangen
werden.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Achse (2) des rotierenden Teils (1) annähernd senkrecht angeordnet und dieses in Form
einer Kreisscheibe mit Randzacken (24, 25) als Kegelstumpf, Kugelkalotte oder unregelmäßig rotationssymmetrisch
ausgebildet ist.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Achse (2) des rotierenden Teils (1, 32) nahezu waagerecht angeordnet und mindestens
eine Seiten-, Rand- oder Außenfläche des rotierenden Teils mit Glasschmelze beaufschlagt ist.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das rotierende Teil mindestens
einen Strahl flüssiger Glasschmelze aufnimmt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das rotierende Teil
teilweise in die Glasschmelze (14) eingetaucht ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das rotierende Teil (1) mit
Durchbrüchen (33) versehen, auf beiden Außenseiten (34, 35) mit Glasschmelze beaufschlagt ist
und zur Trennung der Außenränder beider Seiten (34,35) in deren gemeinsame Außenringfläche
eine Rille (36) eingeformt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das rotierende Teil (11) nach
Art eines Felgenrades mit zwei nach außen weisenden Rändern (31, 31') versehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das rotierende Teil als Zylindermantel
(32) ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das rotierende
Teil aus einem feuerfestem und gegen Korrosionswirkung der Glasschmelze widerstandsfähigem
Metall, wie Molybdän oder Wolfram, besteht. *
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
rotierende Teil pulvermetallurgisch aus einem Cermet mit einer metallischen und einer keramischen
Phase hergestellt ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
nicht mit der Glasschmelze in Berührung stehenden Flächen des rotierenden Teils gegen Korrosion
geschützt, mit einer metallischen Schutzschicht überzogen bzw. mit Schutzgas bespült
sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 539 738.
Deutsche Patentschrift Nr. 539 738.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
809 560/193 6.68 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| LU45921 | 1964-04-21 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1270746B true DE1270746B (de) | 1968-06-20 |
Family
ID=19723758
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP1270A Pending DE1270746B (de) | 1964-04-21 | 1965-04-17 | Verfahren zur Feinverteilung fluessiger Glasschmelze |
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