DE1269507B - Luftraum-Markierungssystem - Google Patents
Luftraum-MarkierungssystemInfo
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Classifications
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Description
- Luftraum-Markierungssystem Die Erfindung betrifft ein System zur Markierung eines Luftraumes für Flugsicherungs- und Navigationszwecke, wobei gas- oder luftgefüllte bzw. -durchströmte Ballone eingesetzt werden, die durch schlauchartige Leitungen regulierbar mit Bodeneinrichtungen verbunden sind.
- Die bekannten Methoden zur Flugsicherung und zu -orientierungszwecken beruhen vorwiegend auf Landmarken oder Licht- und Rauchzeichen, wie z. B. Landebahnmarkierungen, Drehscheinwerfern, Rauchöfen. Diese Luftfahrtzeichen haben jedoch wegen ihrer Anordnung in Bodennähe keine genügende Fernwirkung. Die Heranziehung natürlicher Merkmale als ergänzende Orientierungshilfe ist nicht immer möglich, da der optische Eindruck sich je nach Beleuchtung, Jahreszeit und Witterungseinflüssen ändert. Bei geringen Flughöhen kann der Flugzeugführer die Konturen der bodengebundenen Luftfahrtzeichen und natürlichen Merkmale im Horizontbereich bei dem flachen Blickwinkel häufig nur begrenzt oder verschwommen wahrnehmen.
- Man hat versucht, diese Schwierigkeiten durch luftfahrtgerechte Sonderbauten zu verringern. Jedoch konnten diese Einrichtungen schon aus baulichen Gründen nicht groß und hoch genug ausgeführt werden, um bereits aus größerer Entfernung erkennbar zu sein. Aus denselben Gründen können Leuchtpfade bisheriger Art nicht so weit angehoben werden, daß sie auch als vertikaler Anhaltspunkt für die überbrückung des Raumes zwischen der kritischen Flughöhe und dem Aufsetzpunkt dienen könnten. Starre Hochbauten bilden außerdem Luftfahrthindernisse. Eine ähnliche Gefahrenquelle stellt auch der Einsatz von Ballonen dar, die mit dünnen, schlecht erkennbaren Seilen gefesselt sind.
- Es ergibt sich daher die erfindungsgemäße Aufgabe, ein Luftraummarkierungssystem zu entwickeln, das die Bodenmerkmale überhöht darstellt und bei schlechter Sicht schnell und eindeutig erfaßbar macht, wobei die Ausbildung des Systems den aerodynamischen Voraussetzungen entspricht und kein den Flugbetrieb gefährdendes Hindernis bildet.
- Die Aufgabe wird gelöst durch aufblähbare Schläuche großen Durchmessers aus gitterartig verstärktem Plastikmaterial, die eine Verbindung zwischen den gas- oder warmluftgefüllten Ballonen und mehreren ortsfesten oder beweglichen Bodenstationen herstellen.
- Das System ist mit Reflexionsschichten verschiedener Art und mit Lichtquellenkennungen ausgerüstet. Darüber hinaus sind innerhalb der Verbindungsschläuche kaminartig wirkende Hohlräume in Verbindung mit Wärmequellen bzw. Trocken- oder Feuchtigkeitsvorlagen und Rauchvorlagen vorhanden.
- Einige Ausführungsbeispiele des Luftraum-Markierungssystems sind schematisch in der Zeichnung dargestellt. Es zeigt F i g. 1 bis 3 Ausführungsformen einer Ballonschlauchkombination, F i g. 4 Schlauchabschnitte in Verbindung mit Leuchteinrichtungen, F i g. 5 eine dreifache Schlauchverbindung eines Ballons mit der Bodenstelle, F i g. 6 eine Schlauchauftrommelungs- und -füllvorrichtung, F i g. 7 eine Schlauchpackung in Verbindung mit einer Fülleinrichtung, F i g. 8 eine kaminartig wirkende Schlauchkombination in Verbindung mit Rauch- bzw. Trockenvorlagen, F i g. 9 einen Querschnitt der Schlauchkombination von F i g. 8, F i g. 10 und 11 die Wirkung einer über bzw. in die Wolken riechenden Luftraummarkierung in Seitenansicht und Draufsicht.
- Das Grundprinzip des Systems der Luftraummarkierung (F i g. 1) besteht darin, daß auftrieberzeugende Ballone beliebiger Art und Form mittels eines oder mehrerer aufgeblähter Schläuche aus beliebigem Material, z. B. verschiedenfarbig ausgerüsteten Folienschläuchen aus Plastik an den bodengebundenen Merkmalen, gefesselt werden.
- Hierdurch wird einmal erreicht, daß sich wesentliche Teile des Systems hoch in Luftraum über den bodengebundenen Merkmalen befinden und daher schon aus großer Entfernung erkennbar sind. Außerdem sind die Verbindungschläuche zwischen den Bal- Ionen und der Bodenstation im Gegensatz zu den sehr schlecht sichtbaren und bei Kollissionen äußerst gefährlichen Stahlseilen deutlich wahrnehmbar.
- Als Ballonform ist eine strömungsgünstige Ausbildung vorgesehen, wobei die Füllung in bekannter Weise mit Wasserstoff, Leuchtgas, Warmluft oder anderen Leichtgasen erfolgen kann.
- Für die Aufblähung der Verbindungsschläuche sorgt entweder Leichtgas oder Druckluft. Die Aufblähung kann aber auch durch den Druck strömender Luft auf die Schlauchwandungen, beispielsweise von kaminartig hochströmender Warmluft, bewirkt werden, wobei die Schläuche eine von unten nach oben hin abnehmende lichte Weite aufweisen sollten. Für die Regelung der Strömung sind am oberen Ende der Schläuche Austrittsöffnungen (F i g. 2) anzuordnen.
- Die Fesselung des Markierungssystems an das bodengebundene Merkmal kann ortsfest oder aber auch beweglich an entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugen erfolgen. Bei einem Ausführungsbeispiel des Markierungssystems (F i g. 3) besteht der Verbindungsschlauch aus mehreren aneinandergereihten kurzen Schlauchteilen, wobei die Verbindungsstellen gleichzeitig als gasdichte Schotten und Sollbruchstellen ausgebildet sind. Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß beim Undichtwerden eines Schlauchteiles nicht sofort das ganze System absinkt.
- Außerdem sind die Verbindungsstellen als Sollbruchstellen ausgebildet, wodurch sich bei etwaigen Flugzeugberührungen die Schlauchkette in der Nähe der Berührungsstelle öffnet.
- Um auch bei durchgehenden Verbindungsschlauchformen im Fall von Kollissionen eine Trennung in der Nähe der Berührungsstelle sicherzustellen, werden diese Schläuche durch veränderte Wandstärken oder durch über die Schlauchlänge verteilte Einkerbungen dimensioniert, so daß ihre Zerreißfestigkeit von unten nach oben hin abnimmt.
- Die formbedingte Auffälligkeit der Markierung kann noch dadurch erhöht werden, daß die Flächen ganz oder teilweise mit Kontrast- und Leuchtfarben bzw. mit strahlenreflektierenden Schichten versehen werden.
- Außerdem ist vorgesehen, die Luftraummarkierung für den Einsatz bei Dunkelheit zusätzlich mit Lichtquellen auszurüsten (F i g. 4).
- Zur Orientierungshilfe ist das System mit weithin sichtbaren Kennungen versehen (F i g. 1 bis 3).
- Die Luftraummarkierung (F i g. 5) kann auch mit mehreren festen oder beweglichen Bodenpunkten in Verbindung stehen, wodurch ein Pendeln oder Schwingen des Systems weitgehend gedämpft wird.
- Für eine schnelle Anpassung des Markierungssystems an die verschiedenen zeitlichen und örtlichen Einsatzbedingungen sowie Wetterverhältnisse sind Hilfsschläuche vorgesehen, die innerhalb oder außerhalb der Verbindungsschläuche verlaufen, wobei die Befestigung der Hilfsschläuche an horizontal liegenden Formstücken 6 erfolgt.
- Der Füll- und Entleerungsvorgang der Ballone und Schläuche wird durch einen quersteiferen Hilfsschlauch 1 (F i g. 1 und 6) erleichtert, dessen Wandungen verstärkt bzw. durch Stahldrahtspiraleinlagen u. a. versteift sind.
- Für den Bereitschaftszustand ist der Hauptverbindungsschlauch (F i g. 6) auf einer am Boden bzw. an einem Fahrzeug befestigten Trommel aufgerollt, die mit einem Kompressor 2 sowie einem Umschaltventil 3 und einem Gasbehälter 4 zusammenwirkt.
- Bei einer anderen für ein schnelles Auf- und Abrüsten des Systems geeigneten Ausführungsform (F i g. 7) sind die Verbindungsschläuche mäanderförmig Lage für Lage in einem fahrbaren oder stationären Behälter untergebracht.
- Bei größeren Schlauchdurchmessern ist in Verbindung mit querliegenden Formringen auch eine harmonikaartige Zusammenfaltung des Systems vorgesehen.
- Im Inneren des Hauptverbindungsschlauches 8 (F i g. 8 und 9) befinden sich mehrere Hilfsschläuche 9, die Ballone 10 mit Leichtgas aus der Flasche 11 versorgen. Weitere Hilfsschläuche 12 dienen zur Aufblähung und werden zu diesem Zweck mit Preßluft oder ebenfalls mit Leichtgas gefüllt.
- Die nebeneinander angeordneten Schläuche 9 und 12 werden durch Formringe 6 geführt und bilden langgestreckte, kaminartig wirkende Hohlräume 13. Durch die Hohlräume 13 steigt die Bodenluft nach oben, wobei der Sog durch eine Pumpe bzw. durch Kompressor 14 verstärkt werden kann. Entsprechend dem gewünschten Einfluß auf die oberen Luftschichten wird die Bodenluft vor dem Schlaucheintritt noch über eine Wärmequelle 5 bzw. durch Rauchvorlagen 15 oder über Trocken- und Feuchtigkeitsvorlagen 14 geleitet.
- Am Ballonaustritt befindet sich ein vom Boden aus steuerbares oder automatisch wirkendes Ventil 17, das ein Abblasen oder Austreten von Rauchgasen zuläßt, deren Intervalle der dem Standort zugeordneten Kennung entsprechen.
- Das System übt auch einen Einfluß auf die Bildung oder Auflösung von Wolken aus, da durch die langgestreckten kaminartig wirkenden Hohlräume, die durch die Verbindungs- bzw. Hilfsschläuche praktisch gebildet werden, Luft aus den bodennahen Gebieten in die oberen Lufträume gelangt. Die Temperatur-und Feuchtigkeitsunterschiede der aufsteigenden Bodenluft gegenüber den umgebenden Luftschichten können dabei eine Veränderung des Wolkenbildes bewirken.
- Der Einfluß auf das Wolkenbild ist in den F i g. 11 und 12 dargestellt, wobei sich durch die Wirkung der Wärme- und Rauchgase die daraus ersichtlichen Turbulenzzonen mit Einsenkungen oder Aufwölbungen der Wolkenschichten ergeben sollen.
Claims (9)
- Patentansprüche: 1. Luftraum-Markierungssystem für Flugsicherungs- und Navigationszwecke, mit Ballonen, die durch schlauchartige Leitungen regulierbar mit Bodeneinrichtungen verbunden sind, g e k e n n -zeichnet durch aufblähbare Schläuche großen Durchmessers aus gitterartig verstärktem Plastikmaterial, die eine Verbindung zwischen den gas- oder warmluftgefüllten Ballonen und mehreren ortsfesten oder beweglichen Bodenstationen herstellen.
- 2. Luftraum-Markierungssystem nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Schläuche, deren Wandstärken vom Boden zum Ballon hin abnehmen oder die sich aus schwachwandigeren Teilschläuchen zusammensetzen oder die mit Einkerbungen bzw. Sollbruchstellen versehen sind.
- 3. Luftraum-Markierungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlauchflächen ganz oder teilweise mit reflektierenden Schichten versehen sind und, daß innerhalb bzw. außerhalb der Schläuche Lichtquellenkenriungen angeordnet sind. -1.
- Luftraum-Markierungssystem nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb oder außerhalb entlang des Hauptverbindungsschlauches ein querversteifter Hilfsschlauch (1) angeordnet ist.
- 5. Luftraum-Markierungssystem,nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereitschaftszustand das Schlauchsystem auf einer Trommel untergebracht ist, wobei das untere Ende des Schlauchsystems pneumatisch mit der hohlen Trommelwelle verbunden ist, so daß über die Enden der Trommelwelle eine pneumatische Verbindung mit Kompressoren, Absaugpumpen und Gasbehältern hergestellt werden kann.
- 6. Luftraum-Markierungssystem nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Schlauchsystem in der Bereitschaftslage mäander- oder harmonikaförmig zusammengefaltet ist, wobei Knickstellen durch Formringe vorbestimmt sind.
- 7. Luftraum-Markierungssystem nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zum Hauptverbindungsschlauch (8) mit Gas oder Druckluft gefüllte oder durchströmte Hilfsschläuche (9 und 12) verschiedenen Durchmessers nebeneinander angeordnet sind, wodurch das Schlauchsystem in Verbindung mit druckluftgefüllten Formstücken (6) einen strömungsgünstigen Querschnitt erhält und kaminartige Hohlräume (13) bildet. B.
- Luftraum-Markierungssystem nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft vor dem Eintritt in das Schlauchsystem über Heiz- oder Kühlquellen bzw. über Trocken-oder Feuchtigkeitsanlagen geleitet wird.
- 9. Luftraum-Markierungssystem nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an den Austrittsenden der Schläuche automatisch wirkende oder vom Boden aus regulierbare Ventile (17) angeordnet sind. In Betracht gezogene Druckschriften: Britische Patentschrift Nr. 170 432; USA.-Patentschriften Nr. 1039 476, 1275 710.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19611269507 DE1269507B (de) | 1961-03-23 | 1961-03-23 | Luftraum-Markierungssystem |
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|---|---|
| DE (1) | DE1269507B (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3502037A1 (de) * | 1985-01-23 | 1986-07-24 | Honeywell Gmbh, 6050 Offenbach | Seilgefuehrter auftriebskoerper |
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-
1961
- 1961-03-23 DE DE19611269507 patent/DE1269507B/de active Pending
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