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Fallschirm Die Erfindung betrifft einen Fallschirm mit übereinander
angeordneten, mit öffnungen versehenen Schinnflächen, und sie besteht in der Vereinigung
folgender teilweise bekannter Merkmale: a) Von den übereinander angeordneten Schirmflächen
besitzt die untere Schinnfläche zahlreiche düsenartige Öffnungen und die obere Schirmfläche
nur eine, zentrale Steueröffnung.
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b) Die beiden Schirmflächen sind an ihren Rändern miteinander
unmittelbar oder unter Zwischenfügung einer Ringinantelfläche verbunden.
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c) Es sind periphere und/oder radiale, bei der Schirmentfaltung mittels
eines gasförmigen Druckmittels aufblasbare Schlauchspanten vorgesehen, deren Druckmittelbehälter
bzw. Druckmittelerzeuger im Bereich der Schirmflächen angeordnet ist.
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Um Verbindungsleitungen zwischen den Schlauchspanten und dem Druckmittelbehälter
möglichst vollkommen zu vermeiden, ist der Druckmittelbehälter an der Ringmantel-
bzw. Schirmfläche angeordnet und unter Zwischenschaltung eines Ventils unmittelbar
an die Schlauchspanten angeschlossen. Zur Steigerung der Sicherheit und um ein gleichmäßiges
Aufblähen der Schlauchspanten zu erzielen, ist der Druckmittelbehälter an beide
von der AnschlußsteIle des Ringschlauchspants nach entgegengesetzten Richtungen
hin abgehende Teile des Ringschlauchspants angeschlossen. Zur gleichmäßigen Gewichtsverteilung
und Aufblähung sind mindestens zwei Druckmittelbehälter in symmetrisch verteilter
Anordnung vorgesehen. In diesem Fall kann das Ringschlauchspant in mindestens zwei
Abschnitte geteilt sein, und es kann weiterhin für jeden Ringschlauchspantabschnitt
der Druckmittelbehälter in der Abschnittsmitte angeschlossen sein.
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Um möglichst wenig aufzutragen und um Möglichkeiten zum Verfahren
und Verwirren der Fangleinen zu vermeiden, besitzt der Druckmittelbehälter eine
langgestreckte Form und ist parallel zum Ringschlauchspant angeordnet. Aus denselben
Gründen können die Ventilbetätigungsmittel mit Kappen abgedeckt sein.
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Zum öffnen des Ventils ist dieses mit auf Zug, z. B. auf den in einer
Fangleine auftretenden Zug, ansprechenden Betätigungsmitteln versehen. Die Einrichtung
ist dabei so getroffen, daß jede mit einem Ventil ausgestattete Anschlußstelle der
Druckmittelbehälter im Bereich je einer Fallschirinfangleine angeordnet ist
und daß als Ventilbetätigungsmittel je-
weils ein Schieber oder ein schwenkbarer
Hebel vorgesehen ist, an den das eine Ende einer Verbindungsleine angeschlossen
ist, deren anderes Ende so mit der Fangleine verbunden ist, daß im Bereich zwischen
den beiden Anschlußpunkten der Verbindungsleine die Fangleine eine Schlaufe besitzt,
derart, daß bei Straffung des unteren Teils der Fangleine der Zug zunächst über
die Verbindungsleine auf das Betätigungsmittel und erst nach dessen Ansprechen in
der üblichen Weise auf den oberen Teil der Fangleine übertragen wird.
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In allen Fällen können die Schlauchleitungen im Randbereich der Schirmflächen
innen zwischen diesen oder außen an diesen, vorzugsweise senkrecht unter diesen,
angeordnet sein.
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Zur Verkürzung der Füllzeit für die Schlauchleitungen kann es, falls
eine gewisse Baulänge der Drucknütteleinlaßventile einzuhalten ist, zweckmäßig sein,
jede Druckmittelzuführungsstelle mit zwei parallel geschalteten Druckmitteleinlaßventilen
zu versehen. In diesem Fall ist es zur Erhöhung der Sicherheit weiterhin vorteilhaft,
die beiden Druckmitteleinlaßventile mit voneinander unabhängigen Betätigungsmitteln
zu versehen.
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Es ist nun aber nicht notwendig, zwecks sicherer Schirmentfaltung
den ganzen Fallschirmrand mit einer Schlauchleitung zu versehen. Viehnehr genügt
es bei jeder Art von Fallschirm, ihn mit einem bezogen auf den Schirmumfang relativ
kurzen, paripheren, bei der Schirmentfaltung mittels eines gasförmigen Druckmittels
aufblasbaren, in Ein- oder, symmetrisch verteilt, in Mehrzahl vorgesehenen Schlauchleitungsabschnitt
zu versehen. Dabei empfiehlt es sich, den Druckmittelbehälter bzw. Druckmittelerzeuger
unmittelbar mit dem Schlauchleitungsabschnitt, vorzugsweise mit einem seiner Enden,
zu verbinden.
Beim Packen eines derartigen Fallschirms ist es vorteilhaft,
den Fallschirm im wesentlichen zickzackförmig zu falten und ihn in der Weise zu
legen, daß derjenige Teil des Fallschinnrandes, der das untere mit dem oberen Faltstapelende
verbindet, einen der Schlauchleitungsabschnitte trägL Bei mit aufblähbaren Schlauchleitungen
versehenen Fallschirmen ist es zweckmäßig,. an den den Druckmitteleinlaßstell#n
der Schlauchleitungen abgewandten Stellen derselben Druckmittelauslaßorgane anzuordnen,
um sicherzustellen, daß die Schlauchleitungen bei der Landung bereits wieder erschlafft
sind, so daß die Schlauchleitungen dem Zusammensacken des Fallschirms am Boden keinen
zusätzlichen Widerstand bieten. Hierzu empfiehlt es sich, die Druckmittelauslaßorgane
als ständig geöffnete Drosselöffnungen oder in der Weise auszubilden, daß sie erst
bei überschreiten eines vorbestimmten Druckes oder nach einer vorbestimmten Zeit
ab Beginn der Druckgabe sich plötzlich öffnen und danach geöffnet bleiben.
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Bei jeder Art von mit Schlauchleitungen versehenen Fallschirmen ist
es ebenfalls vorteilhaft, zwecks Anzeige der Betriebsbereitschaft fertiggefalteter
und gepackter, z. B. auf Lager liegender Fallschirme vor und hinter dem Druckmitteleinlaßventil
je einen Druckanzeiger (Manometer) zur Anzeige des Fülldruckes des Druckmittelbehälters
und eines bei undichtem Ventil sich in der Schlauchleitung ausbildenden Druckes
vorzusehen.
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Es ist bekannt, in einer Fallschirmfläche eine zentrale Öffnung anzuordnen,
die den Schirm beim Fallen stabilisieren soll. Es ist auch bei derartigen Fallschirmen
bekannt, den Querschnitt der zentralen Öffnung während des Fallens zu verändern,
um die Sinkgeschwindigkeit zu beeinflussen.
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Demgegenüber hat der erfindungsgemäße Fallschirm zwei Schirrnflächen,
deren Ränder miteinander luftdicht verbunden sind und von denen die obere Fallschirmfläche
nur eine Zentralöffnung und die untere Fallschirrnfläche eine Vielzahl düsenartiger
Öffnungen besitzt. Auf diese Weise ergibt sich eine wesentlich verbesserte Stabilität
beim Fall des Schirms, die bewirkt, daß bereits kurz nach der Schirmentfaltung das
in manchen Fällen, z. B. bei Seitenwind, so gefährliche Pendeln des Schirms praktisch
vermieden wird.
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Es ist nun zwar auch bekannt, Fallschirme mit zwei oder mehr übereinander
angeordneten Schirmflächen auszustatten. Es handelt sich dabei aber entweder um
sogenannte Tandemfallschirine, bei denen zur Vervielfachung der Tragkraft zwei oder
mehr Schirmflächen in ausreichendem Abstand übereinander angeordnet sind, oder um
kleine, über dem Hauptfallschirm angeordnete Hilfsfallschirine, mit deren Hilfe
beispielsweise ein Packsack des Hauptfallschirms ausgetragen wird. Bei allen bekannten
Fallschirmen sind die Schirmflächen lediglich durch Leinen miteinander verbunden,
und sie neigen alle zu starkem Pendeln.
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Weiterhin ist -auch ein Fallschirm mit einem sehr kleinen Hilfsfallschirin
bekannt, der unterhalb des Hauptfallschirms angeordnet und an dessen Mittenbereich
ein nach oben ragender Kaminschlauch angeschlossen ist, der unter der Schirmfläche
des Hauptfallschi.,rms mündet und dessen sicherer Aufblähung dienen soll. Auch bei
diesem bekannten Fallschirm besteht keine luftdichte Verbindung zwischen den Schirmflächenrändern,
und es besteht die Gefahr, daß die Anordnung schon bei geringfügigem Verwickeln
von Leinen nicht mehr ordnungsgemäß arbeitet.
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Daneben ist es bekannt, Fallschirme mit aufblähbaren radialen und/oder
peripheren Schlauchspanten zu versehen, um die Entfaltung sicherzustellen und zu
beschleunigen. Dabei ist das Druckmittel, z. B. Preßluft oder Kohlensäure, in einem
am Verbindungspunkt der Fangleinen oder bei der angehängten Last (Springer) angeordneten
Druckmittelbehälter untergebracht und gelangt bei der Entfaltung über gleicherweise
wie Fangleinen verlaufende Schlauchzuleitungen zu den aufblähbaren Schlauchspanten.
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Jedoch stellen die Druckmittelzuleitungen und der unten angeordnete
Druckmittelbehälter eine Störungsquelle dar. So kann z. B. ein Zuführungsschlauch
reißen oder geknickt werden, oder es kann durch das nachträgliche Anschließen des
Druckmittelbehälters an einen schon gefalteten Schirm leicht eine Verwirrung in
der Führung der Fangleinen entstehen, die das ordnungsgemäße Entfalten des Schirms
beim späteren Absprung oder Abwurf verhindert.
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Erfindungsgemäß werden diese Nachteile vermieden, indem der Druckmittelbehälter
in Ein- oder Mehrzahl im Schirmflächenbereich angeordnet ist, und zwar vorzugsweise
unmittelbar an solchen Schirinflächen, in denen auch die Schlauchspanten angeordnet
sind. Auf diese Weise können die Druckmittelbehälter ohne zwischengeschaltete Zuführungsleitungen
unmittelbar an die Schlauchspanten angeschlossen werden.
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Die Erfindung ist an Hand der Zeichnung beispielsweise und schematisch
dargestellt, und es bedeutet Fig. 1 eine perspektivische Ansicht des entfalteten
Fallschirms, Fig. 2 eine Teilansicht gemäß Fig. 1, teilweise aufgeschnitten,
Fig. 3 ein Anordnungsschema des Druckmittelbehälters am Ringschlauchspant,
Fig. 4 bis 7 Varianten zum Anordnungsschema gemäß Fig. 2, Fig.
8 einen vereinfachten Querschnitt durch ein Auslaßventil.
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Fig. 1 zeigt den, entfalteten Schirm in einer Ansicht schräg
von oben. Man erkennt dabei die obere Schirmfläche 1, die eine Zentralöffnung
2 besitzt, die Mantelfläche 3, die den Rand 4 der oberen Fallschinnfläche
1 mit dem Rand 5 der unteren, in Fig. 1
nicht sichtbaren Fallschirmfläche
6 (Fig. 2) verbindet und die Fangleinen 7, die vom Lastaufhängepunkt
8 zum Rand 5 der unteren Schirmfläche 6 und gegebenenfalls
längs der Mantelfläche 3 und der oberen Schinnfläche 1 zum Rand
9 der Zentralöffnung 2 verlaufen.
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Bei der Teilansicht gemäß Fig. 2, die den linken Teil der Fig.
1 wiedergibt, ist aus der oberen Schirmfläche 1 ein großer Sektor
herausgeschnitten dargestellt, so daß Einblick in den Zwischenraum zwischen der
oberen, 1, und der unteren Schirmfläche 6
gewährt ist. Man erkennt
daher die mit Düsenöffnungen 10 versehene untere Schirmfläche und die Innenseiten
der Mantelfläche 3 und der oberen Schirmfläche 1. Entlang dem Rand
4 der oberen Schirmfläche 1 verläuft auf der Innenseite der Mantelfläche
3 das periphere Schlauchspant 11. Es kann in einer in die Mantelfläche
3 eingenähten Stoffalte
12 verlaufen, wie es am linken Bildrand
im Schnitt dargestellt ist, oder, wie es rechts dargestellt ist, mittels laschenartiger
Bänder 13 an der Mantelfläche3 befestigt sein. (Es könnte ebensogut auch
entlang des Randes 5 der unteren Schirmfläche verlaufen, oder es könnten
zwei periphere Schlauchspanten längs beider Ränder4 und 5 vorgesehen sein.)
An der Innenseite der oberen Schirrnflächel sind in gleicher Weise radiale Schlauchspanten14
angeordnet, die an das Ringschlauchspant 11 mittelsT-förmiger Verteilerstücke15
angeschlossen sind. Das in der Fig. 2 sichtbare Verteilerstück 15' ist zum
Anschluß des Druckmittelbehälters 16 jedoch kreuzförmig ausgebildet.
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Der Druckmittelbehälter16 ist im dargestellten Beispiel mittels laschenartiger
Bänder13' an der Innenseite der Mantelfläche3 befestigt und parallel zum Schlauchspant11
orientiert. Er kann bei größerer Länge auch entsprechend dem Schirmdurchmesser gekrümmt
ausgebildet sein, so daß er sich der Mantelfläche3 anschmiegt. Der Druckmittelbehälter
könnte aber auch senkrecht angeordnetsein und z. B. in einer entsprechenden verschließbaren
Tasche an der Innenwand der Mantelfläche3 untergebracht sein. Wie an Hand von Fig.
8 erläutert ist, ragt aus der Abdeckkappe17 des Druckmittelbehälters16 eine
Ventilbetätigungsleine18. Diese ist mit der der Ventilabdeckkappe17 benachbarten
Fangieine7 in der Weise verbunden, daß sich bei geschlossenem Ventil oberhalb des
Verbindungspunktes von Fang- und Ventilbetätigungsleine18 in der Fangleine7 eine
Schlaufe7' bildet, so daß ein Zug am unteren Teil7" der Fangleine7 in die Ventilbetätigungsleine
18 eingeleitet wird.
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Die Fig. 3 bis 7 zeigen schematisch Anordnungen vom
Druckbehälter16 und peripheren Schlauchspant11. Die an letztes angeschlossenen radialen
Schlauchspanten sind dabei der Einfachheit halber nicht dargestellt.
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Fig. 3 gibt den einfachsten Fall wieder, bei dem der Druckmittelbehälter16
über ein Ventil19 am einen Ende des peripheren Schlauchspants 11 angeschlossen
ist.
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Fig. 4 zeigt dieselbe Anordnung, jedoch mit einem ringförmig durchgehenden
Schlauchspant11. Das Druckmittel gelangt vom Ventil19 über eine Verzweigung 20 zu
den beiden Enden des Ringschlauchspants 11.
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Die Fig. 5 und 6 zeigen Anordnungen mit zwei sich gegenüberliegenden
Druckmittelbehältern !C', 16". Dabei ist bei der Anordnung gemäß Fig.
5 das Ringschlauchspant in zwei Teile ll', 11" aufgetrennt, und wie
bei der Anordnung gemäß Fig. 3
sind die Druckmittelbehälter 16', 16"
einseitig an den Schlauchspantteilen ll', 11" angeschlossen. Im Gegensatz
hierzu sind bei der Anordnung gemäß Fig. 6 die Druckmittelbehälter
16', 16" wie bei der Anordnung gemäß Fig. 4 über T-Stücke 15 beidseitig
an die Teile der Schlauchspanten ll', 11" angeschlossen. Die Anordnung gemäß
Fig. 6 kann aber auch, wie gestrichelt dargestellt, mit einem einzigen ringförmig
durchgehenden Schlauchspant 11 ausgestattet sein.
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Fig. 7 zeigt eine Anordnung, bei der beidseitig am Druckmittelbehälter
16 Ventile 19', 19" angeordnet sind. Dabei kann der Druckmittelbehälter16
auch in zwei unabhängige Kammern16', 16" unterteilt sein, und es kann den
von außen über die Leinen 18 betätigbaren Ventilen 19', 19" jeweils
ein Rückschlagventil 21 zugeordnet sein. Diese Anordnung eignet sich sowohl dazu,
an Stelle der Ab-
zweigstücke 20 bzw. 15 gemäß den Fig. 4 und
6 eingesetzt zu werden, als auch dazu, zwei gleichartige, am Oberrand 4 und
am Unterrand 5 verlaufende periphere Schlauchspanten bzw. Schlauchspantabschnitte
11"', 11.... zu speisen, wie es in Fig. 7 gestrichelt und schematisch
dargestellt ist.
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Fig. 8 zeigt stark vereinfacht und schematisiert ein an einen
Druckmittelbehälter 16 angesetztes Ventil 19, das von einer Abdeckkappe
17 umgeben ist. Das Ventil 1-9 wird durch Verschwenken des Hebels
22 geöffnet. Zu diesem Zweck ist am äußeren Ende des Hebels 22 die Ventilbetätigungsleine
18 angebracht, die, vorzugsweise in Richtung der benachbarten Fangleine
7 verlaufend, durch ein in der Abdeckkappe 17 befindliches Loch
23 nach außen führt. Am Druckmittelbehälter 16 ist ein nach außen
durch die Mantelfläche 3 ragender Druckmittelnachfüllstutzen 24 mit Absperrventil
25 angeordnet.