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DE1269292B - Zinnorganische Verbindungen enthaltende Desinfektionsmittel - Google Patents

Zinnorganische Verbindungen enthaltende Desinfektionsmittel

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DE1269292B
DE1269292B DEP1269A DE1269292A DE1269292B DE 1269292 B DE1269292 B DE 1269292B DE P1269 A DEP1269 A DE P1269A DE 1269292 A DE1269292 A DE 1269292A DE 1269292 B DE1269292 B DE 1269292B
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DE
Germany
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formaldehyde
organotin compounds
disinfectant according
derivatives
hexamethylenetetramine
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DEP1269A
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English (en)
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DE1269292C2 (de
Inventor
Dr Med Karl Altrogge
Dipl-Chem Dr Hans Helmu Friker
Dr Med Walter Kikuth
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Cavity GmbH
Original Assignee
Deutsche Solvay Werke GmbH
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Publication date
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N55/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators, containing organic compounds containing elements other than carbon, hydrogen, halogen, oxygen, nitrogen and sulfur
    • A01N55/02Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators, containing organic compounds containing elements other than carbon, hydrogen, halogen, oxygen, nitrogen and sulfur containing metal atoms
    • A01N55/04Tin

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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND DEUTSCHES WWW PATENTAMT Int. Cl.:
A611
AUSLEGESCHRIFT
C07f
Deutsche KL: 30i-3
12 ο-26/03
Nummer: 1 269 292
Aktenzeichen: P 12 69 292.1-41
Anmeldetag: 8. Februar 1962
Auslegetag: 30. Mai 1968
Die Erfindung betrifft Desinfektionsmittel mit umfassender und langandauernder Wirkung, die sich auf Grund bequemer und vielseitiger Anwendungsmöglichkeiten zur allgemeinen Desinfektion von Krankenhäusern oder ärztlichen Behandlungsräumen, darüber hinaus für Schulen, Kindergärten, Verkehrsmittel wie überhaupt Stellen mit Publikumsverkehr eignen. Ein besonderes Anwendungsgebiet ist ferner die Bekämpfung der Übertragung von Fußpilzen (Hautpilzen), z. B. in Badeanstalten.
Man hat im Zuge der starken Verwendung moderner antibiotischer Mittel beobachtet, daß sich in Krankenanstalten oder auch ärztlichen Praxisräumen, in denen mit solchen Präparaten vielfach gearbeitet wird, allmählich resistente Bakterienstämme ansiedeln. Sie bedingen eine allgemeine Infektionsgefahr, die oft zur Neuansteckung von Patienten führt, die eben erst von einer anderen Krankheit genesen sind (sogenannter »Hospitalismus«).
Die Bekämpfung dieser gerade in Krankenhäusern oder an ärztlichen Behandlungsstätten auftretenden Infektionsgefahren ist schwierig. Denn es handelt sich um besonders widerstandsfähige Bakterienstämme, die trotz der an solchen Orten herrschenden erhöhten Sauberkeit virulent bleiben. Auch müssen die vorbeugenden Maßnahmen sehr umfassend sein, wenn ihnen ein durchgreifender Erfolg nicht versagt bleiben soll. Sie dürfen sich nicht allein auf Einrichtungsgegenstände oder benutzte Geräte beschränken, sondern müssen auch Fußböden, Wände und Decken der Räume, Mobiliar, Kleidung der behandelnden Personen, dem Kranken zur Verfügung gestellte Decken, Wäsche, Geschirre u. dgl. mit einbeziehen, d. h., es kann nur eine Beeinflussung der gesamten Umgebung zum Ziel führen. Hierfür aber stehen geeignete Präparate, in denen starke keimtötende mit langandauernder wachstumshemmender Wirkung vereint ist, noch nicht in wünschenswertem Maße zur Verfügung.
Zwar erscheint es angesichts der großen Zahl bekannter chemischer Substanzen mit desinfizierender Wirkung ohne weiteres als möglich, für eine Teilaufgabe geeignete Mittel auszuwählen, also z. B. zur Imprägnierung der Fußböden oder für eine Behandlung der Wäsche. Aus praktischen Gründen sind aber Desinfektionsmittel viel vorteilhafter, die sich für alle oder doch wenigstens die wichtigsten der mit der Bekämpfung des Hospitalismus zusammenhängenden Aufgaben gleichermaßen einsetzen lassen. Hierbei kommt es neben einer guten und dauerhaften bakteriziden Wirkung sehr wesentlich auch auf Verträglichkeit der benutzten Substanzen mit den verschiedenartigen Materialien, die zu behandeln sind, sowie das Zinnorganische Verbindungen
enthaltende Desinfektionsmittel
Anmelder:
Deutsche Solvay-Werke
Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
5650 Solingen, Kelderstr. 4
Als Erfinder benannt:
Dr. med. Walter Kikuth,
Dr. med. Karl Altrogge, 4000 Düsseldorf;
Dipl.-Chem. Dr. Hans Helmut Friker,
4134 Rheinberg
Haftvermögen auf deren Oberfläche an, Eigenschaften, die an sich gute und brauchbare Bakterizide vielfach nicht in genügendem Maße aufweisen. Ähnliches gilt für die Bekämpfung der weitverbreiteten Ansteckungsgefahren mit Fußpilzen (Hautpilzen) in Waschkauen und Badeanstalten.
Aus diesen Gründen sind bislang zur Beseitigung der erwähnten Infektionsmöglichkeiten noch nicht allzuviele Präparate eingesetzt und für brauchbar befunden worden. Nach Berichten im »Journal of the American Medical Association«, 169, S. 1549 bis 1556 (1959), hat man Zubereitungen, die zinnorganische Verbindungen als eine der wirksamen Komponenten enthielten, mit einigem Erfolg zur Bekämpfung des Hospitalismus benutzt. Solchen Zubereitungen aus zinnorganischen Verbindungen haften indessen noch verschiedene Mängel an, die vornehmlich dadurch bedingt sind, daß sich die zinnorganischen Substanzen nicht in Wasser lösen. Erfindungsgemäß wurde festgestellt, daß diese Nachteile bei Desinfektionsmitteln, die zinnorganische Verbindungen der allgemeinen Formel Sn R1R2R3R4 enthalten, wobei R1 bis R4 gleiche oder verschiedene, über Kohlenstoffatome an das Zinn gebundene organische Reste bedeuten, von denen einer bis drei durch nicht über Kohlenstoffatome gebundene organische oder anorganische Gruppen ersetzt sein können, vermieden werden, wenn sie mit Formaldehyd und/oder Formaldehyd abspaltenden Formaldehydderivaten, z. B. Hexamethylentetramin, zur Verwendung gelangen. Es wurden über-
809 557/459
3 4
raschend günstige Ergebnisse mit einer potenzierten reste, Chlorid, Nitrat, Phosphat) ersetzt sein können, Wirkungssteigerung mit Präparaten erzielt, in denen nahezu beliebig viele Substanzen mit mehr oder die Organozinnverbindungen neben Formaldehyd und/ weniger stark ausgeprägten bioziden Wirkungen her- oder Formaldehyd abspaltenden Formaldehydderi- stellen lassen (vgl. I η g h a m et al., »Chem. Reviews«, vaten vorlagen. Am günstigsten erwies sich die gemein- 5 60, S. 459 bis 539 [1960], insbesondere S. 522). Der same Verwendung zinnorganischer Verbindungen mit Austausch einer zinnorganischen Verbindung durch Formaldehyd und Hexamethylentetramin, und zwar eine gleich oder ähnlich wirkende andere ist somit im nicht nur in bakteriologischer Hinsicht — durch Rahmen der Erfindung möglich. Beispiele für zinn-Formaldehyd wird die Gefahr einer Resistanzbildung, organische Verbindungen sind Tri-n-butylzinnbenzoat, die selbst bei zinnorganischen Verbindungen nicht io -salicylat.Dibutylzmnsuccinat^riäthylzinnlaureat, Bisvöllig ausgeschlossen ist, mit Sicherheit beseitigt, (triäthylzinn) - sulfid, Octylzinntrihexoat, Tribenzylaußerdem ist seine Wirksamkeit gegen Viren von phenylzinn, Triäthylzinnpnenoxyd, Triisopropylzinngroßem Vorteil ■—·, sondern auch bezüglich der An- pentachlorphenolat usw. Wegen seiner guten Eigenwendungstechnik. Wäßrige Dispersionen zinnorga- schäften in Verbindung mit Formaldehyd und Hexanischer Verbindungen müssen, um über längere Zeit 15 methylentetramin nimmt das Tri-n-butylzinnbenzoat haltbar zu bleiben, in üblicher Weise durch Tenside im Rahmen der Erfindung eine Sonderstellung ein. (oberflächenaktive Stoffe) stabilisiert werden. Die Sta- Die Mengenverhältnisse, in denen erfindungsgemäß
bilisierung bewirkt aber häufig, daß zur Behandlung zinnorganische Substanzen (a), Formaldehyd (b) und von Textilien, Wäsche oder anderen Gegenständen Formaldehydderivate (c) zur Anwendung kommen aus Fasermaterial, Holz u. dgl. ein einfaches Tauchen 20 sollen, liegen im Bereich 1 Mol a zu 30 bis 40 Mol b zu oder Besprühen unzureichend ist, weil die Wirkstoffe 10 bis 16 Mol c, doch sind diese Grenzen nicht starr mit dem Wasserüberschuß wieder abtropfen. Oder es einzuhalten. Vielmehr kann es in dem einen oder besteht die Gefahr, daß beim späteren Benetzen eine anderen Fall auch von Nutzen sein, andere Mischungs-Redispergierung erfolgt und die bakteriziden Stoffe Verhältnisse zu wählen. Die Konzentration an zinnwieder abgewaschen werden. Das ist vor allem für die 25 organischer Substanz soll in anwendungsfertigen Lö-Behandlung der Fußböden höchst unerwünscht, da es sungen oder Dispersionen 0,002 bis 0,02 Mol in 5 bis ja nicht so sehr darauf ankommt, das Wischwasser 101 betragen.
keimfrei zu halten, als vielmehr bei der wiederholten Die beschriebenen Kombinationen lassen sich in
Reinigung auch eine gewisse Dauerimprägnierung der verschiedenster Weise zum Desinfizieren verwenden, Böden zu erzielen. 3° z. B. zum Versprühen, zur Tauchimprägnierung und
Es ist weiterhin nicht zu erwarten, daß die im Rah- zur Scheuerdesinfektion. Sie sind darüber hinaus auch men der Erfindung vorgenommene Kombination zinn- sonst als Fungizide oder Insektizide sehr gut brauchorganischer bakterizider Substanzen mit Formaldehyd bar, beispielsweise zum Schutz von organischem und/oder Formaldehyd abspaltenden Formaldehyd- Material, insbesondere Holz, gegen Fäulnis oder derivaten, mit der ursprünglich nur beabsichtigt worden 35 Schädlingsbefall. Wenn für die Anwendung mit war, die Wirksamkeit der oxydationsempfindlichen Lösungen gearbeitet werden soll, kommen übliche Organometallverbindungen durch gleichzeitige An- organische Lösungsmittel in Betracht, z. B. Alkohole, wendung von Desinfektionsmitteln mit reduzierenden Ester, Ketone, die gegebenenfalls auch mit Wasser Eigenschaften zu erhöhen, auch eine beträchtliche vermischt sein können. Günstig ist die ausschließliche Verbesserung des Haftens der zinnorganischen Ver- 40 oder Mitverwertung von Isopropanol. Die Lösungen bindungen auf den verschiedenartigsten Untergründen, lassen sich gut versprühen, wobei man entweder Druckvornehmlich aber auf Fasermaterial, Wolle, Holz, luft anwenden muß oder aber auf eines der bekannten Papier, Textilien, Leinewand, Bandagen usw. be- in der Aerosoltechnik gebräuchlichen Treibmittel wirken würde. Neben einer erheblichen Steigerung zurückgreifen kann. Will man das Desinfektionsmittel der bakteriologischen Wirkungsbreite tritt so auch 45 in dieser Weise auf Wände oder Gegenstände aufeine überraschende Verbesserung des Haftvermögens bringen, muß beachtet werden, daß sich bei zu feiner bei den Kombinationen zinnorganischer Verbindungen Verteilung häufig stabile Aerosole bilden, der Wirkmit Formaldehyd und/oder Formaldehyd abspaltenden stoff also nur zum Teil dahin gelangt, wo seine An-Formaldehydderivaten auf. Wesenheit erwünscht ist. In vielen Fällen wird es
Die Erfindung ist nicht auf bestimmte Anwendungs- 50 praktischer sein, Dispersionen herzustellen, in denen formen von Desinfektionsmitteln beschränkt, wenn die erfindungsgemäßen Komponenten gemeinsam zur sie sich auch als besonders nützlich für Dispersionen Anwendung kommen, zumal geeignete Dispergiermittel und Lösungen erwiesen hat. zur Verteilung von Organozinnverbindungen in wäß-
Die Zahl der in Betracht kommenden zinnorga- rigen Medien bereits bekannt sind. Es sei hier beispielsnischen Verbindungen ist groß, da umfangreiche 55 weise auf die in der USA.-Patentschrift 2 957 785 geUntersuchungen ergeben haben, daß sich durch Van- gebene Aufstellung verwiesen. Gerade bei Disperation der Substituenten in Verbindungen des all- sionen zeigen sich im übrigen auch die Vorteile, welche gemeinen Typs R1, R2, R3, R4Sn, wobei R1 bis R4 durch die erfindungsgemäße zusätzliche Verwendung gleiche oder verschiedene organische Reste bedeuten, von Formaldehyd und Hexamethylentetramin in die über Kohlenstoffatome an das Zinn gebunden sind 60 besonderem Maße erwachsen. Während es nämlich (z. B. Alkyl-, Aryl-, Aralkylreste, die gegebenenfalls nach der genannten Patentschrift erforderlich ist, die Halogen-, Hydroxyl-, Amino- oder sonstige Substi- Dispersionen durch Erwärmen zu spalten, um die tuenten tragen) und die bis zur Höchstzahl von 3 in Organozinnverbindungen auf dem zu behandelnden einem Molekül durch nicht über Kohlenstoff gebun- Material niederzuschlagen, oder auch harzige Klebdene organische oder anorganische Reste (z. B. — OH, 65 stoffe als Haftvermittler hinzuzufügen, ziehen die — O-aryl, — O-alkyl, — N-alkyl, — N-aryl, — N-he- Wirkstoffe nach der Erfindung durch das Zusammenterozyklen, — S-alkyl, — S-aryl, — SO2-alkyl, — SO2- wirken der Komponenten an der Materialoberfläche aryl, —NHSO2-alkyl, —NHSO2-aryl, Carbonsäure- auch ohne zusätzliche Maßnahmen gut auf.
Beispiel 1
Eine Stammlösung, aus welcher durch Verdünnen mit etwa 6 (zur Scheuerdesinfektion) bis 151 (für Sprühanwendung) Lösungsmittel oder Wasser erfindungsgemäße Desinfektionsmittel erhalten werden, kann beispielsweise folgende Zusammensetzung haben:
Tri-n-butylzinnbenzoat 4 g (= 0,01 Mol)
Hexamethylentetramin 20 g (= 0,143 Mol)
Formaldehyd (in Form einer
wäßrigen Lösung mit 35 bis
40 Gewichtsprozent) 11,3 g (= 0,372 Mol)
Emulgator (Alkylphenylpoly-
glykoläther) 5 g
Schwefeldioxyd 0,64 g
Isopropylalkohol (65°/oige
wäßrige Lösung) bis zu einem Gesamtvolumen von 200 cm3
Die Gewichtsmenge für den Emulgator beträgt 5 bis 15 g (je nach der später angewendeten Verdünnung).
Die Lösung enthält also neben Formaldehyd noch Schwefeldioxyd als weitere zugleich desinfizierend und reduzierend wirkende Substanz, wobei von der Tatsache Gebrauch gemacht wird, daß Hexamethylentetramin größere Mengen Schwefeldioxyd geruchfrei aufzunehmen vermag. Wo es erwünscht ist, können den Lösungen und Dispersionen ferner Farbstoffe, Parfümierungsmittel u. dgl. zugesetzt werden.
Beispiel 2
Eine nach Verdünnen mit 50 bis 350 g Isopropanol anwendungsfertige Spray-Lösung zur Fußbehandlung (Bekämpfung von Fußpilzen) hat erfindungsgemäß folgende Zusammensetzung:
0,06 g Tributylzinnbenzoat,
0,12 g Emulgator (Alkylphenylpolyglykoläther),
0,84 g Formaldehydlösung (37 Gewichtsprozent),
0,19 g Hexamethylentetramin,
0,02 g Duftöl,
98,77 g Isopropylalkohol.
Für die nachfolgend beschriebenen Versuche wurde die Stammlösung gemäß Beispiel 1 (200 cm3) mit 13,3 1 Wasser verdünnt.
1. Wollflanell-Läppchen wurden mit der verdünnten Lösung getränkt und über Nacht bei 37°C getrocknet.
a) Die ungewaschenen Läppchen wurden am nächsten Morgen auf einen mit Staphylokokken beimpften Blutagar gelegt, dem 0,01 g Na2SO3 in 10 ml Agar zur Neutralisierung des Formalins zugesetzt waren. Nach 24stündiger Bebrütung bei 370C war ein deutlicher Hemmhof um den Wollflanell sichtbar.
b) Das Wollflanell-Läppchen wurde 1 Stunde gewässert und in der oben beschriebenen Form auf den Nährboden gebracht. Nach 24stündiger Bebrütung war auch bei dieser Versuchsanordnung ein deutlicher Hemmhof sichtbar. Die Wirkung war also trotz der Wässerung erhalten geblieben.
2. Perlon-Strümpfe wurden 15 Minuten imprägniert, dann getrocknet und gegebenenfalls mit einem Waschmittel handwarm nach Vorschrift gewaschen. Vor dem Waschen sowie nach der ersten und fünften Wäsche wurden Stücke der Strümpfe auf Platten gelegt, die vorher mit Staphylococcus pyog. aureus, Soor und Trichophyton beimpft waren. Dem Nährboden waren 0,5 % Asparagin zur Enthemmung des Formaldehyds zugesetzt worden. Für die Züchtung der Staphylokokken wurden 10°/0ige Blutplatten, für die Pilze Grütz-Agar benutzt (Versuchsreihe A). Entsprechende Versuche wurden mit einer 0,03 Gewichtsprozent Tributylzinnbennzoat enthaltenden, formaldehydfreien wäßrigen Dispersion durchgeführt (Versuchsreihe B). Die Versuchsergebnisse zeigen, daß die erfindungsgemäß in Gegenwart von Formaldehyd vorgenommenen Imprägnierungen eine größere Waschbeständigkeit aufweisen.
Keimart sofort Hemmhöfe nach fünf Versuchsreihe
15 (mm) maligem
0 nach ein Waschen
ao Sta- f 3 maligem 0 Leerkontrolle
phylo- I 8 Waschen 1 A
kokken ( 0 0 0 B
[ 8 bis 12 2 0 Leerkontrolle
Soor ..i 8 2 5 A
25 1 0
10
12 bis 15
0 1 B
Tricho- j
phyton 1
8 0
2 bis 4
1
Leerkontrolle
A
B
2 bis 7
0
3
4
40
50
55
3. Entsprechend den »Richtlinien für die Prüfung chemischer Desinfektionsmittel«, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, Stuttgart 1959, I, 1, wurde der Hemmtiter einer Stammlösung nach Beispiel 1 bestimmt. Er lag gegenüber Staphylokokken bei etwa 1: 25 000, gegenüber E. coli um eine Verdünnungsstufe niedriger, d. h. etwa bei 12 500. Wurde in die Stammlösung während 12 Stunden ein Textiltuch eingelegt, sank der Hemmtiter dieser Lösung infolge des Aufziehens des Wirkstoffes auf die Fasern ab. Er betrug gegenüber Staphylokokken anschließend nur noch 1: 3200.
4. Oberflächendesinfektion. Flächen aus Glas, glasierten Kacheln, Kunststorf-Tischbelag (Aminharz-Preßplatten), Linoleum, gehobeltem und farblackiertem Holz wurden mit einer Lösung besprüht, in welcher die Stammlösung des Beispieles 1 im Volumenverhältnis 1:100 mit Wasser verdünnt war. Die Auftragsmenge betrug etwa 35 g Lösung je Quadratmeter Oberfläche. Die keimhemmende Wirkung der Behandlung wurde nach zwei verschiedenen Methoden untersucht. Es wurden sowohl die Oberflächen nach der Imprägnierung mit Testkeimen (Staphylokokken) beimpft, wobei man durch Abstriche nach 24 Stunden feststellte, ob diese Erreger abgetötet waren, wie Stücke des imprägnierten Materials auf beimpfte Nährböden aufgelegt, um die Hemmwirkung an der Bildung einer wachstumsfreien Zone um das Material nachzuweisen.
Untersuchungsergebnis: Aufgebrachte Testkeime werden auf vorbehandelten Oberflächen der genannten Art abgetötet. Die vorbehandelte Oberfläche behält die keimtötende Wirkung länger als 28 Tage.
5. Lederwaren. Als Sprühlösung wurde eine mit 50 g Isopropanol verdünnte Lösung nach Beispiel 2 verwendet. Getragene Stiefel wurden satt besprüht, angefeuchtet, in Plastikbeutel luftdicht verpackt und bei 370C bebrütet.
Untersuchungsergebnis: Starke Pilzentwicklung beim Kontrollschuh, keine Pilzentwicklung auch nach 3monatiger Beobachtung beim Versuchsschuh.
Vergleichsversuche unter Anwendung getränkter Wollflanell-Läppchen
Bei diesen Vergleichsversuchen wurden Wollflanell-Läppchen von etwa 1 cm2 verwendet.
I. Die Wollflanell-Läppchen wurden mit einer 2°/0igen erfindungsgemäßen Desinfektionsmittellösung, bestehend aus
2,0 Gewichtsprozent Tributylzinnbenzoat,
7,0 Gewichtsprozent Emulgator (Alkylphenylpolyglykoläther),
0,3 Gewichtsprozent Schwefeldioxyd, 76,0 Gewichtsprozent Formalin, 4,4 Gewichtsprozent Hexamethylentetramin, 10,0 Gewichtsprozent Isopropanol, 0,3 Gewichtsprozent Coniferen-Duftöl 6413,
c) auf einfachem Nähragar
plus 0,5 % Asparagin
plus 0,1 % Cystein
3 bis 4 mm
10
20
während einer Stunde imprägniert, dann für 24 Stunden bei Zimmertemperatur (etwa 23 0C) getrocknet und anschließend auf folgende Nährboden, die mit Staph. pyog. aureus beimpft wurden, zur Bestimmung des wachstumshemmenden Effektes gebracht:
a) einfacher Nähragar,
b) einfacher Nähragar plus 0,5 % Asparagin,
c) einfacher Nähragar plus 0,5 % Asparagin plus 0,1% Cystein.
II. Eine gleiche Anzahl von Wollflanell-Läppchen wurde in eine Tributylzinnbenzoatlösung einer Konzentration eingelegt, die dem Zinngehalt einer 2%igen erfindungsgemäßen Desinfektionsmittelösung entsprach. Die Verarbeitung erfolgte, wie unter I angegeben.
III. Eine weitere Anzahl von Wollflanell-Läppchen wurde in eine Formalinlösung eingelegt, entsprechend dem Formalingehalt der 2%igen erfindungsgemäßen Desinfektionsmittellösung.
Die Versuche führten zu folgenden Größen der Hemmhöfe (Mittelwert von fünf Versuchsreihen):
I. Erfindungsgemäßes Desinfektionsmittel
a) auf einfachem Nähragar 27,6 mm
b) auf einfachem Nähragar plus 0,5 % Asparagin 30,4 mm
c) auf einfachem Nähragar
plus 0,5 % Asparagin
plus 0,1 % Cystein 29,8 mm
II. Tributylzinnbenzoat -=-.-^
a) auf einfachem Nähragar 3 bis 4 mm
b) auf einfachem Nähragar
plus 0,5 % Asparagin 3 bis 4 mm
III. Formalin
a) auf einfachem Nähragar 17,5 mm
b) auf einfachem Nähragar
plus 0,5 % Asparagin 7,5 mm
c) auf einfachem Nähragar
plus 0,5 % Asparagin
plus 0,1 % Cystein 9,6 mm
Aus dieser Gegenüberstellung ist deutlich die potenzierte Wirkung des erfindungsgemäßen Desinfektionsmittels ersichtlich.

Claims (7)

Patentansprüche:
1. Desinfektionsmittel, enthaltend zinnorganische Verbindungen der allgemeinen Formel Sn R1R2R3R4, wobei R1 bis R4 gleiche oder verschiedene über Kohlenstoffatome an das Zinn gebundene organische Reste bedeuten, von denen einer bis drei nicht über Kohlenstoffatome gebundene organische oder anorganische Gruppen ersetzt sein können, dadurch gekennzeichnet, daß sie Formaldehyd und/oder Formaldehyd abspaltende Formaldehydderivate enthalten.
2. Desinfektionsmittel nach Anspruch 1, in denen die zinnorganischen Verbindungen mit Formaldehyd und/oder Formaldehyd abspaltenden Formaldehydderivaten in gemeinsamer Lösung vorliegen.
3. Desinfektionsmittel nach Anspruch 1, in denen die zinnorganischen Verbindungen in einer freien Formaldehyd und/oder Formaldehyd abspaltenden Formaldehydderivate enthaltenden im wesentlichen wäßrigen Phase dispergiert sind.
4. Desinfektionsmittel nach Ansprüchen 1 bis 3, in denen zinnorganische Verbindungen, Formaldehyd und Formaldehyd abspaltende Formaldehydderivate im Molverhältnis 1: 30 bis 40:10 bis 16, vorzugsweise 1: 37 bis 38:14 bis 15, vorliegen.
5. Desinfektionsmittel nach Ansprüchen 1 bis 4, in denen als zinnorganische Verbindungen Trin-butylzinnbenzoat enthalten ist.
6. Desinfektionsmittel nach Ansprüchen 1 bis 5, welche als Formaldehydderivat Hexamethylentetramin enthalten.
7. Desinfektionsmittel nach Ansprüchen 4 bis 6, gekennzeichnet durch einen zusätzlichen Gehalt VOn=O5Ol bis 0,25MoI Schwefeldioxyd pro Mol Hexamethylentetramin.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 1127 140; deutsche Auslegeschrift Nr. 1 038 391; USA.-Patentschrift Nr. 2 593 267.
809 557/459 5.68 © Bundesdruckerei Berlin
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