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Handleisten-Antrieb für Fahrtreppen mit Glasbalustrade Fahrtreppenhandleisten
wurden bisher bei Fahrtreppen, die mit Metallbalustraden versehen waren, am oberen
Fahrtreppenende über ein Handleistenantriebsrad getrieben und am unteren Ende der
Fahrtreppe über ein Handleistenuinlenkrad endlos geführt. Diese Antriebsart ist
seit mehr denn 60 Jahren als Allgemeingut im Fahrtreppenbau anzusprechen.
Sie hat sich demgemäß als gut und fehlerfrei bewährt. Der Antrieb des Handleistenantriebsrades
wurde dabei entweder direkt oder über ein Vorgelege von der Fahrtreppen-Hauptantriebsachse
getrieben. Hierbei liefen die Handleisten mit der Stufengeschwindigkeit um und gaben
damit dem Fahrgast einen sicheren Halt während der Aufwärts- und Abwärtsbewegung
auf einer Fahrtreppe.
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Seit einiger Zeit haben sich Fahrtreppen mit Glasbalustraden mehr
oder weniger aus architektonischen Gründen eingeführt, um hierdurch die große Höhe
einer Fahrtreppe mit Metallbalustraden optisch zu verringern, indem die Metallbalustrade
in einer Höhe von etwa 800 mm durch eine Glasbalustrade ersetzt wurde. Hierdurch
wurde ein besserer Durchblick durch die Verkaufsräume, in denen Fahrtreppen eingebaut
sind, geschaffen. Bei diesen Glasbalustraden wünschten die Architekten und Bauherren,
daß die Balustrade nicht nur im schrägen Bereich, sondern auch am unteren und oberen
Fahrtreppenende mit Glaswänden versehen wurden. Die Handleistenantriebsräder sowohl
als auch die Handleistenumkehrräder, die zu Anfang der Entwicklung der Fahrtreppen
mit Glasbalustraden noch sichtbar waren, mußten wegfallen und durch kleine Rollen,
die in kurzem Abstand nebeneinander eingebaut waren, die Umlenkung der Handleisten
am oberen und unteren Fahrtreppenende übernehmen.
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Damit mußte also der bewährte, seit vielen Jahren benutzte Antrieb
der Handleisten verlassen werden und durch eine andere Konstruktion ersetzt werden.
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Es gibt eine erhebliche Zahl von Lösungen, den Handleisten-Antrieb
unsichtbar zu machen und diesen unterhalb der Stufennasenlinie zu legen. Dazu war
es aber in den meisten Fällen notwendig, weil nun die Handleistenrückführung mit
dem Antrieb in die Unterkonstruktion der Fahrtreppe verlegt wurde, die Fahrtreppenbreite
um die doppelte Breite einer Handleiste zu vergrößern, um hierdurch Raum für den
Handleisten-Antrieb zu schaffen. Die Handleistewurde in diesen Fällen durch Antriebsrollen
geführt und in vielen Fällen gegenläufig geknickt, um in dem beschränkten Raum einen
sicheren Antrieb der Handleisten zu erreichen.
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In einigen Fällen wurden auch durch mehrfaches Abknicken der Handleisten
diese über mehrere Rollen geführt, wobei eine Hälfte der Rollen als Antriebsrollen
und die andere Hälfte als Umkehrrollen diente. Die Antriebsrollen wurden dann über
Ketten, die mit dem Fahrtreppenantrieb in Verbindung standen, getrieben.
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In einigen Fällen wurden auch Rollen übereinander angeordnet und mehrfach
nebeneinander, so daß dann die Handleiste mangelartig durch den Anpressungsdruck
getrieben wurde.
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Alle Anordnungen dieser Art haben jedoch den großen Nachteil, daß
die Handleisten einen Walkvorgang durchmachen müssen, der eine erhebliche Verkürzung
der Handleistenlebensdauer bedeutet und sogar zu einer Zerstörung des inneren Gummihandleistenaufbaus
führt.
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Dieser Aufbau der Handleisten besteht aus Einlagen, die aus Gewebe
oder Metall gefertigt sind. Die offene Seite der Handleisten, d. h. die außenliegende,
trägt eine mehr oder weniger starke Gummidecke, die innere Seite ist meistens aus
Gummigewebe gefertigt, um eine möglichst rauhe Fläche des Antriebes der Handleisten
zu erreichen. Die Handleiste kann dabei entweder innen glatt oder auch mit einem
Antriebskeil od. dgl. versehen sein. Der Aufbau der Handleiste läßt eine Biegung
derselben nur so zu, daß die innere, die Einlagen aufweisende Seite der Handleisten,
die starke Krümmung aufweist. In einer entgegengesetzten Richtung werden die Lippen,
das sind die beiden Handleistenwülste, gezogen und gedehnt. Damit wird die Lebensdauer
der Handleisten bis zu einer frühzeitigen Zerstörung herabgesetzt.
Die
vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gemacht, die Handleiste ohne jede Walkung
anzutreiben und den Handleisten-Antrieb einer Einsichtnahme durch den Fahrgast zu
entziehen. Zu diesem Zweck wird erfindungsgemäß die Handleiste unmittelbar durch
einen endlosen, über zwei Umlenkrollen laufenden Riementrieb mitgenommen, der unterhalb
des Balustradenbodens am rücklaufenden Trum der Handleiste angreift. Der Treibriemen
wird über die zwei Umlenkrollen, über welche der endlose Treibriemen läuft, zweckmäßig
durch ein zwischen ihnen liegendes Schienenstück auf Distanz gehalten. Wird nun
dieses Antriebssystem nicht nach abwärts in die untere Krümmung des Handleistenweges
verrückt, so kann der zur Mitnahme der Handleiste wirksam werdende Anlagedruck erhöht
werden.
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Bei dieser Antriebsart wird also durch eine in ihrer Größe einstellbare
Reibung zwischen der Handleiste und dem Handleistenantriebsriemen eine Mitnahme
der Handleiste ohne Walkung derselben durchgeführt.
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Ein weiterer Vorteil dieser Handleistenantriebsart ist der, daß die
Handleisten in dem gleichen seitlichen Abstand zueinander bei der Fahrtreppenkonstruktion
mit Glasbalustraden liegen können wie bei einer solchen mit Metallbalustraden. Das
heißt, daß also keine Verbreiterung der Fahrtreppenkonstruktion notwendig ist.
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Ab b. A stellt eine Fahrtreppe mit dem erfindungsgemäßen Handleisten-Antrieb
in Seitenansicht dar; A b b. B stellt einen Schnitt durch die Handleiste,
die Gegenschiene, den Treibriemen und eines der beiden Umkehrräder des Treibriemens
dar, wobei in diesem Fall die Handleiste innen mit einem Keilrücken versehen ist;
Ab b. C stellt im Schnitt eine Handleiste ohne inneren Keilrücken, die Gegenschiene,
den Treibriemen und ein Umkehrrad dar.
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In Ab b. A ist mit 1 die Umrißlinie der Fahrtreppenverkleidung
der Tragkonstruktion bezeichnet und mit 2 eine der Glasbalustraden, die durch Glasscheiben
3, die zwischen Stützen 4 eingesetzt sind, wiedergegeben ist. 5 ist
die Oberkante der Fahrtreppenverkleidung, auf die die Glasbalustraden aufgebaut
sind. 6 ist das Stufenkettenantriebsrad, das auf der Fahrtreppen-Hauptantriebsachse
7 aufgesetzt ist und durch den Motor 8 über Ketten 9 angetrieben
wird. Die Stufenketten 10 werden endlos über die Stufenkettenumkehrräder
11 geführt. Die Stufen 12 sind zwischen den Balustraden angeordnet und werden
am oberen Ende, d. h. der Antriebsstelle, und am unteren Ende horizontal
geführt.
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Innerhalb der Handleiste 13 greift der Treibriemen 14, der
endlos über Rollen 15 geführt ist, ein. Eine dieser Rollen 15 wird
durch einen Kettentrieb 16, der von der Fahrtreppenstufenkette abgenommen
wird, getrieben. Durch eine Schiene 18 wird der etwa entstehende Reibungsdruck
zwischen der Handleiste 13
und dem Treibriemen 14 aufgenommen bzw. ein Einbuchten
verhindert.
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In Ab b. A ist der Fahrtreppen-Handleisten-Antrieb zweimal
vorgesehen, einmal am unteren Ende der Handleistenrückführung und einmal in der
oberen Hälfte der Schrägen. Grundsätzlich ist jedoch nur ein Handleisten-Antrieb
der beschriebenen Art notwendig.
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Der Handleisten-Antrieb kann auch an der Außenseite der Handleiste
angreifen.
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An Stelle der Gegenschiene 17 können auch mehrere Druckrollen
oder auch ein zweiter Treibriemen, wie Treibriemen 14, angeordnet sein, so daß im
letzten Fall die Handleiste zwischen zwei mit gleicher Geschwindigkeit bewegten
Treibriemen durchgezogen wird.