DE1263993B - Verfahren zum Stranggiessen von Hohlkoerpern - Google Patents
Verfahren zum Stranggiessen von HohlkoerpernInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22D—CASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
- B22D11/00—Continuous casting of metals, i.e. casting in indefinite lengths
- B22D11/006—Continuous casting of metals, i.e. casting in indefinite lengths of tubes
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
B22d
Deutsche KL: 31 b2-11/00
Nummer: 1263 993
Aktenzeichen: B 79877 VI a/31 b2
Anmeldetag: 23. Dezember 1964
Auslegetag: 21. März 1968
Seit es bekannt ist, hochschmelzende Legierungen, insbesondere Eisen und Stahl, mit Hilfe des Stranggießverfahrens
zu vergießen, hat es nicht an Vorschlägen und Versuchen gefehlt, auch Hohlstränge
auf diese Weise herzustellen. Im allgemeinen ging man dabei so vor, daß man das flüssige Metall in
den Ringraum zwischen einer wassergekühlten Stranggießkokille und einem wassergekühlten Dorn
goß und den gegebenenfalls teilerstarrten Hohlstrang kontinuierlich aus der Kokille absenkte. Infolge der
vielfältigen Zusammenhänge zwischen den verschiedenen zu berücksichtigenden Einflüssen, wie
Gießgeschwindigkeit, Gießtemperatur, Konizität der Kokille und des Domes, Kühlintensität der Kokille
und des Domes, Eigenschaften der verschiedenen Legierungen usw., bereitet die Durchführung dieses
Gießverfahrens große Schwierigkeiten, so daß es bisher keine wesentliche Verbreitung gefunden hat.
Die Erfindung zeigt einen neuartigen Weg zur Herstellung von Rohrluppen. Gemäß der Erfindung
wird ein Verfahren zum Stranggießen νοίι Hohlkörpern,
insbesondere Rohrluppen, vorgeschlagen, wobei in bekannter Weise, wie beim Gießen voller
Stränge, flüssige Schmelze dem oberen Ende der Stranggießkokille zugeführt und der aus der Kokille
austretende Strang entlang einer zunächst fallenden und hierauf ansteigenden Kurvenbahn bis zu einer
Höhe geführt wird, in der ein weiteres Ansteigen des flüssigen Teiles des Stranges nicht mehr erfolgen
kann, so daß beim Weitergießen bzw. Weiterfördern des Stranges das flüssige Metall im Inneren desselben
nur bis zur genannten Höhe reicht und der darüber hinaus steigende Strang hohl ist.
. Dadurch, daß also das erfindungsgemäße Verfahren ohne einen wassergekühlten Dom für die
Formung des Hohlraumes des Stranges arbeitet, entfallen alle Nachteile, die bisher durch den Dorn
verursacht wurden. Außerdem entfallen alle Halte-, Bewegungs- und Kühleinrichtungen für den Dorn,
wodurch die Gießanlage wesentlich einfacher wird. Für die Zufuhr und die Verteilung des Metalls
können die bekannten Einrichtungen verwendet werden, die sich beim Gießen von Vollsträngen
bereits bewährt haben und betriebssicher arbeiten. Auch der Transport und die Kühlung des Stranges
nach Verlassen der Kokille können in gleicher Weise wie beim Gießen von Vollsträngen durchgeführt
werden. Allerdings wird der Strang in einer gekrümmten Bahn nicht nur bis zur Horizontalen
geführt und geradegebogen, sondern in seiner gekrümmten Bahn weitergeführt, bis er auf Gießspiegelhöhe
kommt. In dieser Höhe herrscht im Verfahren zum Stranggießen von Hohlkörpern
Anmelder:
Gebr. Böhler&Co. Aktiengesellschaft, Wien;
Niederlassung: Gebr. Böhler & Co.
Aktiengesellschaft, Wien,
Verkaufsniederlassung 4005 Büderich
Niederlassung: Gebr. Böhler & Co.
Aktiengesellschaft, Wien,
Verkaufsniederlassung 4005 Büderich
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Dr. mont. Bruno Tarmann,
Kapfenberg, Steiermark (Österreich)
Beanspruchte Priorität:
Österreich vom 16. Januar 1964 (A 282/64)
flüssigen Kern des Stranges ein Druck, der genau gleich groß ist wie der Druck der den Strang umgebenden
Atmosphäre, wenn der Gießspiegel in der Kokille ebenfalls dem normalen Atmosphärendruck
ausgesetzt ist. Wird in dieser Höhe in der erstarrten Randzone des Stranges eine Öffnung hergestellt,
z. B. mittels eines Schneidbrenners, oder das Anfahrende zur Gänze abgetrennt, so bildet
der gekrümmte Strang ein ungefähr U-förmiges, kommunizierendes Gefäß. Die flüssige Schmelze
reicht im Stranginneren also vom Gießspiegel bis zu der Stelle, an der der Strang wieder in Gießspiegelhöhe
anlangt. Das darüber hinaus steigende Ende des Stranges ist dann hohl und kann entweder
in die Horizontale gebogen oder auch im Aufwärtsgang in gewünschten Längen abgetrennt werden.
Ist der Gießspiegel jedoch nicht dem normalen Atmosphärendruck ausgesetzt, sondern einem gewissen
Über- oder Unterdruck, dann verschiebt sich jene Höhe, in der der Strang bereits ohne Gefahr
des Auslaufens angeschnitten bzw. geöffnet werden kann, entsprechend den Druckverhältnissen nach
unten oder oben.
Es ist jedoch auch möglich, auch ohne öffnen der Strangschale erfindungsgemäß Hohlkörper herzustellen.
In diesem Fall muß der Strang in der aufsteigenden Kurvenbahn bis mindestens zu jener
Höhe geführt werden, in der im Inneren des Stranges ein Vakuum entstehen kann. Diese Höhe hängt
von den Druckverhältnissen ab, und sie liegt etwa
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1,40 m über Gießspiegelhöhe, wenn der Gießspiegel dem normalen Luftdruck ausgesetzt wird, und sinkt
bei steigendem Unterdruck am Gießspiegel bis auf dessen Höhenlage ab.
Im Vergleich zum Stranggießen von Hohlkörpern mit Hilfe eines gekühlten Domes haben die erfindungsgemäß
hergestellten Hohlkörper eine vollkommen dichte Wand. Dieser Vorteil ist leicht erklärlich, weil bekannt ist, daß die meisten Fehlstellen,
wie z. B. Hohlräume, bei der Erstarrung von Schmelzen dort entstehen, wo Erstarrungsfronten
aufeinanderstoßen. Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist aber nur eine Erstarrungsfront vorhanden,
die sich von der Strangoberfläche nach innen verschiebt und dann von der Stelle an, bis zu der die
flüssige Schmelze im hochsteigenden Strang reicht, die innere Oberfläche des Hohlstranges bildet. Bei
Gießversuchen hat es sich herausgestellt, daß die sich auf diese Weise bildende innere Oberfläche des
Hohlstranges überraschend glatt anfällt und die so hergestellten Hohlkörper sich daher gut für die
Weiterverarbeitung zu nahtlosen Rohren eignen.
Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt am besten unter Verwendung der
sogenannten Kreisbogenkokille, weil in diesem Fall der Strang schon im gekrümmten Zustand die
Kokille verläßt und die anfangs noch dünne und empfindliche Randzone des Stranges keinen Biegebeanspruchungen
unterworfen werden muß. Auf diese Weise ist es möglich, den Bogen des Stranges, der sich unter der Gießspiegelhöhe befindet, besonders
kurz zu halten und daher Hohlstränge mit geringer Wandstärke herzustellen.
Beispielsweise kann ein Hohlstrang erfindungsgemäß auf folgende Art hergestellt werden: Flüssiger
Stahl wird in bekannter Weise aus einer üblichen Gießpfanne mit Hilfe eines Zwischenpfännchens
einer wassergekühlten Stranggießkokille zugeführt. Der Formhohlraum der Kokille hat einen kreisförmigen
Querschnitt und ist kreisbogenförmig gekrümmt, d. h., die Achse des Formhohlraumes bildet
einen Teil eines Kreises. In der Kokille erstarrt nur ein Teil des Stahles, so daß der aus der Kokille
austretende, kreisbogenförmig gekrümmte Strang im Inneren flüssig ist. Im Anschluß an die Kokille wird
der Strang mit Hilfe von Führungsrollen, von denen wenigstens einige angetrieben sind, auf einer ebenfalls
kreisförmigen Bahn bis in Höhe des oberen Kokillenendes geführt, wobei er durch aufgespritztes
Kühlwasser weiterhin gekühlt wird und seine erstarrte Randzone an Dicke zunimmt. Sobald das
Anfahrende des gegossenen Stranges auf der genannten Höhe anlangt, wird der kalte Anfahrstrang
abgetrennt und ungefähr an der Stelle, wo der flüssige Kern des Stranges beginnt, mit Hilfe eines
Brenners eine Öffnung in der Strangschale hergestellt. Der aus der Führungsbahn nach oben austretende
Strang wird anschließend durch eine aus mehreren Rollen bestehende Richtvorrichtung
geradegebogen und hierauf mit Schneidbrennern in die gewünschten Längen geschnitten. Bei Beendigung
des Gießens muß allerdings die Ausförderung des Stranges so lange unterbrochen werden, bis der
Strang durcherstarrt ist, weil sich sonst flüssiger Stahl über die Anlage ergießen würde. Der letzte
Teil des Stranges ist daher kein Hohlstrang.
Ein auf diese Weise hergestellter Hohlstrang aus Stahl mit beispielsweise I0ZoC und 1,5% Cr weist
einen Außendurchmesser von etwa 150 τητη und
einen Innendurchmesser von 50 mm auf, wenn der Radius der gekrümmten Achse des Formhohlraumes
und der gelcrümmten Strangführung 1,5 m, die Gießbzw.
Ausziehgeschwindigkeit des Stranges 1,5 m/min beträgt und die Kühlwassermenge gleich ist wie
beim Gießen von Vollsträngen.
Zur Herstellung von Hohlsträngen mit größerer Wandstärke ist es jedoch auch möglich, Kokillen
mit gerader Achse zu verwenden und den Strang erst unter der Kokille mit Hilfe geeigneter Führungsrollen einer z. B. kreis-, parabel- oder klothoidenförmigen
Krümmung zu unterwerfen. In jedem Fall ist es erforderlich, daß der Strang an der Stelle, an
der die erfindungsgemäße Verbindung zwischen flüssigem Strangkern und Außenatmosphäre hergestellt
wird, im Inneren noch genügend flüssig ist.
Außer durch geeignete Bemessung der Kurvenbahn für den Strang unterhalb der Gießspiegelhöhe
wird die Wanddicke des herzustellenden Hohlstranges erfindungsgemäß durch Veränderung der
Gießgeschwindigkeit und/oder Steuerung der direkten Wasserkühlung geregelt. Bei der Herstellung von
besonders dünnwandigen Hohlsträngen kann es sogar erforderlich sein, den die Kokille verlassenden
Strang nur auf einer kurzen Strecke mit Spritzwasser zu kühlen und im restlichen Teil der Kurvenbahn,
den der Strang mit flüssigem Kern durchläuft, mit einer geeigneten Wärmeisolierung zu versehen, so
daß eine weitere Wärmeabfuhr unterbunden wird.
Die Gleichmäßigkeit der Wandstärke und die Beschaffenheit der Innenfläche der erfindungsgemäß
hergestellten Hohlkörper kann noch durch Einwirkung elektromagnetischer Felder oder von
Vibratoren auf den flüssigen Kern des Stranges verbessert werden. Dadurch wird der flüssige Kern in
Bewegung gehalten und eine gleichmäßige Temperaturverteilung erzielt.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eignen sich besonders Rund- und Quadratquerschnitte.
Claims (6)
1. Verfahren zum Stranggießen von Hohlkörpern, insbesondere von Rohrluppen, bei dem
der Strang aus einer im wesentlichen vertikal angeordneten Stranggießkokille nach unten entlang
einer zunächst fallenden Kurvenbahn geführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Strang anschließend entlang einer ansteigenden
Kurvenbahn mit flüssigem Kern aufwärts bis über Gießspiegelhöhe geführt wird.
2. Verfahren zum Stranggießen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Anfahrende
des Stranges im Bereich des flüssigen Kerns etwa in Gießspiegelhöhe belüftet wird.
3. Verfahren zum Stranggießen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Wandstärke des Hohlstranges durch Veränderung der Gießgeschwindigkeit und/oder
durch Veränderung der Kühlung gesteuert wird.
4. Verfahren zum Stranggießen nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der flüssige Kern durch mechanische Mittel, z. B. durch Vibratoren, in Bewegung gehalten wird.
5. Verfahren zum Stranggießen nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
5 6
der flüssige Kern durch elektrische Mittel, z. B. rungsbahn, die mit der Stranggießkokille zu-
durch elektromagnetische Felder, in Bewegung sammen mindestens 180° umfaßt.
gehalten wird.
6. Vorrichtung zum Stranggießen nach An- In Betracht gezogene Druckschriften:
Spruch 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine Kreis- 5 Herrmann, »Handbuch des Stranggießens«,
bogenkokille und eine kreisbogenförmige Füh- 1958, S. 449 bis 451.
809 519/524 3.68 © Bundesdruckerei Berlin
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