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DE1261493B - Verfahren zur Chlorierung oder Bromierung von Kohlenwasserstoffen - Google Patents

Verfahren zur Chlorierung oder Bromierung von Kohlenwasserstoffen

Info

Publication number
DE1261493B
DE1261493B DEB70938A DEB0070938A DE1261493B DE 1261493 B DE1261493 B DE 1261493B DE B70938 A DEB70938 A DE B70938A DE B0070938 A DEB0070938 A DE B0070938A DE 1261493 B DE1261493 B DE 1261493B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
catalyst
weight
percent
chlorine
mixtures
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEB70938A
Other languages
English (en)
Inventor
Anthony George Goble
John Vincent Fletcher
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
BP PLC
Original Assignee
BP PLC
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by BP PLC filed Critical BP PLC
Publication of DE1261493B publication Critical patent/DE1261493B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J21/00Catalysts comprising the elements, oxides, or hydroxides of magnesium, boron, aluminium, carbon, silicon, titanium, zirconium, or hafnium
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C17/00Preparation of halogenated hydrocarbons
    • C07C17/093Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens
    • C07C17/10Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens of hydrogen atoms
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C17/00Preparation of halogenated hydrocarbons
    • C07C17/38Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Catalysts (AREA)
  • Low-Molecular Organic Synthesis Reactions Using Catalysts (AREA)

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
int. Cl.:
C07c
Deutsche Kl.: 12 ο-2/01
Nummer: 1 261493
Aktenzeichen: B 70938IV b/12 ο
Anmeldetag: 1. März 1963
Auslegetag: 22. Februar 1968
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Chlorierung oder Bromierung von Kohlenwasserstoffen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man n-Alkane mit 4 bis 20 Kohlenstoffatomen oder deren Gemische mit Chlor oder Brom in der Dampfphase umsetzt, wobei ein Katalysator verwendet wird, der durch Umsetzung von a) feuerfesten Oxyden der III. bis V. Gruppe des Periodensystems oder deren Gemischen oder von Gemischen aus einem Platingruppenmetall und Aluminiumoxyd mit b) Verbindüngen der Formel CCl2XY, in der X und Y gleich oder verschieden sein können und H, CI, Br, F oder SCl bedeuten oder in der X und Y zusammen 0 oder S sind, bei 149 bis 593 0C unter nicht reduzierenden Bedingungen bis zur Aufnahme von 1 bis 15 Gewichtsprozent Halogen, bezogen auf das eingesetzte anorganische Oxyd, hergestellt worden ist.
Als halogenierbare anorganische Oxyde werden z. B. die Oxyde des Aluminiums, Bors, Siliciums, Titans oder Zirkons verwendet. Bevorzugt von den feuerfesten Oxyden wird Aluminiumoxyd. Gegebenenfalls können auch Gemische von zwei oder mehr anorganischen Oxyden verwendet werden.
Wenn Aluminiumoxyd zur Herstellung des Katalysators verwendet wird, enthält es vorzugsweise etwas Wasserstoff. Dies ist ein Merkmal von aktivierten Aluminiumoxyden, die zwar überwiegend aus Aluminiumoxyd bestehen, jedoch auch eine geringe, gewöhnlich unter 1 Gewichtsprozent liegende Wasserstoffmenge enthalten. Es wird allgemein angenommen, daß dieser Wasserstoff in Form von Oberflächenhydroxylgruppen vorliegt, und man ist der Ansicht, daß durch die Halogenverbindung Halogen in das Aluminiumoxyd an den Stellen wenigstens einiger der ursprünglichen sauren Oberflächenhydroxylgruppen unter Bildung der aktiven Katalysatorstellen eingeführt wird.
Es können beliebige Aluminiumoxydformen verwendet werden, die sich als Träger für Reformierkatalysatoren eignen. Besonders bevorzugt wird jedoch eine von einer Aluminiumoxydhydratvorstufe abgeleitete Form, in der das Trihydrat überwiegt. Besonders geeignet ist eine Aluminiumoxydform, die einen größeren Anteil ß-Aluminiumoxydtrihydrat enthält. Das Aluminiumoxyd läßt sich in einfacher Weise durch Hydrolyse eines Aluminiumalkoholats, z. B. Aluminiumisopropylat, in einem inerten Kohlenwasserstoff als Lösungsmittel, z. B. Benzol, herstellen. Unter sonst gleichen Bedingungen ist die Aktivität des Katalysators umso höher, je größer die vom Aluminiumoxyd aufgenommene Halogenmenge ist, und da die maximale Halogenmenge, die angelagert werden Verfahren zur Chlorierung oder Bromierung
von Kohlenwasserstoffen
Anmelder:
The British Petroleum Company Limited,
London
Vertreter:
Dr.-Ing. A. v. Kreisler, Dr.-Ing. K. Schönwald,
Dr.-Ing. Th. Meyer
und DipL-Chem. Dr. rer. nat. J. F. Fues,
Patentanwälte, 5000 Köln 1, Deichmannhaus
Als Erfinder benannt:
Anthony George Goble,
John Vincent Fletcher,
Centre, Sunbury-on-Thames, Middlesex
(Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 2. März 1962 (8167)
kann, mit der Größe der Oberfläche in Beziehung steht, ist es vorteilhaft, wenn das Aluminiumoxyd eine große Oberfläche von beispielsweise mehr als 250 ms/g, vorzugsweise von mehr als 300 m2/g, aufweist.
Zweckmäßig wird das halogenierbare anorganische Oxyd vor der Halogenierung mit einem Alkali- oder Erdalkalimetallsalz einer organischen Säure unter solchen Bedingungen behandelt, daß Alkali- oder Erdalkalimetall vom Oxyd zurückgehalten wird.
Die genaue Art und Weise, in der durch den Zusatz eines Alkali- oder Erdalkalimetalls eine Veränderung der Aktivität des Katalysators bewirkt wird, ist nicht mit Sicherheit bekannt, jedoch wird angenommen, daß das Metallkation in irgendeiner Weise eine Bindung mit dem anorganischen Oxyd eingeht. Vorzugsweise wird daher das Oxyd nach dem Zusatz einer Behandlung unterworfen, durch die die Alkali- oder Erdalkalimetallverbindung zersetzt wird, beispielsweise einer Calcinierung, und vorzugsweise werden Verbindungen verwendet, die zersetzt werden können, ohne daß andere Elemente auf dem Oxyd zurück-
809 503/335
3 4
bleiben. Besonders geeignete Verbindungen sind Salze würde. Trotzdem erwies sie sich als geeignet und
von Carbonsäuren, z. B. Formiate, Acetate und Oxa- weist Vorteile gegenüber anderen fluorierenden Ver-
late. Die Alkali- oder Erdalkalimetallverbindung kann bindungen auf.
dem anorganischen Oxyd in einfacher Weise durch Zur Herstellung des Katalysators werden die Tempe-Imprägnieren unter Verwendung einer Lösung der 5 ratur, die Behandlungsdauer und die Menge der
Verbindung zugegeben werden. halogenhaltigen Verbindung so gewählt, daß die
Die zurückbehaltene Alkali- oder Erdalkalimenge Halogenaufnahme wenigstens 1 °/o und nicht mehr als
kann im Verhältnis zur Menge des anorganischen 15 Gewichtsprozent beträgt. Da die Halogenierung im
Oxyds klein sein und im Bereich von 0,01 bis 10 °/0 des wesentlichen eine Oberflächenerscheinung ist, steht Gewichts des anorganischen Oxyds liegen. Die io die Halogenmenge, die ohne Bildung von freiem
Mindestmenge, die bei jedem gegebenen Anwendungs- Halogen angelagert werden kann, zur Größe der
zweck erforderlich ist, um den Katalysator selektiv Oberfläche des Katalysators in Beziehung, wobei die
zu machen, kann experimentell bestimmt werden. Halogenmenge, die ohne Bildung von freiem Halogen
Das über die Mindestmenge hinaus anwesende Metall angelagert werden kani^ jum. jo_größer_istj je größer
ist nicht nachteilig. Es wurde festgestellt, daß erheb- 15 die Oberfläche ist. Sie beträgt gewöhnlich wenigstens
liehe Halogenmengen durch Oxyde aufgenommen die Hälfte der Menge, die ohne Bildung von freiem
werden können, die Alkalimetall in Mengen von Halogen hätte angelagert werden können, wenn der
beispielsweise 4 Gewichtsprozent oder mehr enthalten. Katalysator nicht mit einem Alkali- oder Erdalkali-
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Totalysa- metall behandelt worden wäre.
toren, die hier nicht unter Patentschutz gestellt ist, 20 Die zur Halogenierung angewendeten nicht redu-
wird im wesentlichen in der gleichen Weise durch- zierenden Bedingungen können inerte oder oxy-
geführt, wie sie in der deutschen Auslegeschrift dierende Bedingungen sein. Bevorzugt werden die
1194 378 des Erfinders beschrieben ist. Geeignete letzteren, da sie zu Katalysatoren führen, die während
Verbindungen mit der erforderlichen Strukturformel der bei niedriger Temperatur durchgeführten Chlorie-
sind 25 rung bzw. Bromierung langsamer ihre Aktivität verlieren.
Tetrachlorkohlenstoff (CCl4), . N*ch ™ einfachen Methode wird die Behandlung
des Metalloxyds vorgenommen, indem ein gasformiger
Chloroform (CHCl3), Strom der Halogenverbindung entweder allein oder
Methylenchlorid (CH2Cl2), 3o vorzugsweise in einem nicht reduzierenden Trägergas
τ-»· 1.1 j-J3 4.1. ιγ^γ^λ τ- % über" das Metalloxyd geleitet wird. Geeignete Träger-
Dichlordifluormethan (CCl2F2), gase sind beispieiSWeiSe Stickstoff, Luft und Sauerstoff.
Trichlorbrommethan (CCl3Br), Die zur Halogenierung angewendeten Temperaturen
- Thiocarbonyltetrachlorid (CCl3SCl), kön°en Aschen 149 und 593°C Hegen. Bei Ver-
35 Wendung von Alummiumoxyd nimmt die Neigung
Phosgen (COCl2), zur Bildung von freiem Aluminiumhalogenid mit der
Thiophosgen (CSCl2). Temperatur zu, so daß bei Anwendung der höheren
Temperaturen im genannten Bereich mit Vorsicht gearbeitet werden muß. Da die angewendeten Tempe-
Bevorzugt von den aufgeführten Verbindungen 40 raturen normalerweise- oberhalb der Verflüchtigungswerden die ersten drei. Im Fall von Verbindungen, die temperatur des Aluminiumhalogenids liegen, ist die außer Chlor, Kohlenstoff und Wasserstoff noch andere Bildung von freiem Aluminiumhalogenid leicht, an Elemente enthalten, werden unter Umständen diese seinem Erscheinen in den gasförmigen Reaktionszusätzlich zum Chlor an den Katalysator angelagert. produkten erkennbar. Bei der Behandlung von Kata-Beispielsweise hat eine Behandlung mit Dichlor- 45 lysatoren, die aus einem. Platingruppenmetall und difluormethan zur Folge, daß sowohl Chlor als auch Äluminiumoxyd bestehen, ist ferner darauf zu achten, Fluor durch den Katalysator aufgenommen wird. Die daß die Bildung von flüchtigen Platinkomplexen verAnwesenheit dieser anderen Elemente beeinträchtigt hindert wird. Die Neigung zur Bildung solcher nicht die durch das Chlor verliehene Aktivität, kann Komplexe wird ebenfalls mit steigender Temperatur jedoch andere Eigenschaften einführen, so daß durch 50 stärker. Bei der Behandlung von Katalysatoren, die entsprechende Sorgfalt sichergestellt werden muß, daß aus einem Platingruppenmetall und Aluminiumoxyd die Selektivität des Katalysators nicht beeinträchtigt bestehen, beträgt die Temperatur vorzugsweise 139 bis wird. Geringe Halogenmengen (einschließlich Chlor) 371 ° C, wobei die Kombination Platin auf Aluminiumkönnen ferner bereits vor der Chlorierungsbehandlung oxyd insbesondere bei 232 bis 316° C und die Kombiim Katalysator vorhanden sein, ohne daß die ihm 55 nation Palladium auf Aluminiumoxyd bei 260 bis durch die Chlorierung verliehene Aktivität beein- 343° C behandelt wird. Die Chlorierungsreaktion ist trächtigt wird. So kann das dem Verfahren gemäß exotherm, und die angegebenen Temperaturen sind der Erfindung unterworfene anorganische Oxyd ein die angewendeten Anfangstemperaturen. Platin-Aluminiumoxyd-Katalysator sein, der bis zu Die Geschwindigkeit der Zuführung der Halogen-
1 Gewichtsprozent Halogen enthält, wie er normaler- 60 verbindung ist vorzugsweise so niedrig wie möglich, weise für die Reformierung von im Benzinbereich um gleichmäßige Halogenierung sicherzustellen und siedenden Kohlenwasserstoffen verwendet wird. einen schnellen Temperaturanstieg als Folge der
Geeignete fluorierende Verbindungen sind beispiels- exothermen Reaktion zu vermeiden, weise Methylenfluorid, Fluoroform und Tetrafluor- Vorzugsweise liegt die Zugabe nicht über 1,3 Ge-
. kohlenstoff. Bevorzugt wird die letztgenannte Ver- 65 wichtsprozent Halogenverbindung pro Minute, bebindung. Tetrafluorkohlenstoff ist eine äußerst stabile zogen auf den Katalysator. Bei Verwendung eines Verbindung, die man auf den ersten Blick nicht zur Trägergases beträgt die Strömungsgeschwindigkeit Herstellung von fluorhaltigen Katalysatoren wählen vorzugsweise wenigstens 200 V/V/Std. Geeignet ist
hierbei ein Bereich von 200 bis 1000 V/V/Std. Vorzugsweise wird bei Normaldruck gearbeitet.
Der aktive Katalysator unterliegt in Gegenwart von Wasser der Hydrolyse. Er muß daher unter wasserfreien Bedingungen gelagert werden. Ebenso müssen die zur Katalysatorherstellung verwendeten Materialien wasserfrei sein.
Das Verfahren eignet sich besonders zur Chlorierung und Bromierung von Kohlenwasserstoffgemischen, die aus Leuchtpetroleumfraktionen oder Gasölfraktionen aus Erdöl erhalten wurden, z. B. von Normalkohlenwasserstofffraktionen, die durch Trennverfahren unter Verwendung von Molekularsieben erhalten worden sind.
Das Einsatzmaterial wird in der Dampfphase über den Katalysator geleitet. Die Reaktionstemperaturen liegen zweckmäßig im Bereich von 20 bis 150° C, jedoch kann auch bei höheren oder niedrigeren Temperaturen gearbeitet werden. Es kann Unterdruck, Normaldruck oder Überdruck angewendet werden.
Zur Herstellung von monohalogenierten Kohlenwasserstoffen wird das Verfahren vorzugsweise in Gegenwart eines Überschusses des Kohlenwasserstoffs über die zur Herstellung dieser Verbindungen erforderliche stöchiometrische Menge durchgeführt.
Das Verfahren eignet sich besonders zur Chlorierung von Normalparaffinen einer C-Zahl im Bereich von C6 bis C15 zwecks Herstellung von halogenierten Kohlenwasserstoffen zur Verwendung bei der Erzeugung von als Waschrohstoff geeignetem Alkylat.
Beispiel 1
40 cm3 eines handelsüblichen Aluminiumoxyds wurden 1 Stunde bei 500°C calciniert und dann in zwei gleiche Teile geteilt. Ein Teil wird als Katalysator A bezeichnet.
Der andere Teil des calcinierten Aluminiumoxyds wurde bei 300° C mit einem Strom trockenen Stickstoffs umgesetzt, der bei Raumtemperatur mit Tetrachlorkohlenstoff gesättigt war, wobei ein chlorierter Katalysator mit einem Chlorgehalt von 12,0 Gewichtsprozent erhalten wurde. Dieses Material wird nachstehend als Katalysator B bezeichnet.
Jede Katalysatorprobe wurde in einer Menge von 20 cm3 in stehende Reaktoren gegeben, die bei einer Anfangstemperatur von 80°C gehalten wurden. Dann wurde ein Gemisch von trockenem Stickstoff und Chlorgas bei Normaldruck und einer Durchflußmenge von 150 cm3/Min. durchgeleitet. Nun wurde n-Heptan in einer Menge von 1,0 V/V/Std. (gerechnet als Flüssigkeit) eingeführt, wobei der Chlorgehalt des eingesetzten Gasgemisches so reguliert wurde, daß das Molverhältnis von Chlor zu n-Heptan etwa 1,0:1,0 betrug.
Nach einem anfänglichen Temperaturanstieg wurde das Katalysatorbett bei Temperaturen im Bereich von 100 bis 120° C gehalten und das Gesamtflüssigprodukt für jede einzelne Stunde der Laufzeit getrennt aufgefangen.
Die Ergebnisse der Analyse (Gas-Flüssigkeits-Chromatographie) von typischen Proben des Flüssigprodukts, das mit dem unbehandelten Aluminiumoxyd (Katalysator A) und dem chlorierten Aluminiumoxyd (Katalysator B) erhalten wurde, sind in Tabelle 1 aufgeführt. Der Vorteil der Chlorierungsbehandlung des Katalysators ist sowohl eine höhere Aktivität als auch Selektivität.
Tabelle 1
Katalysator B
A
Abschnitt des Versuchs, 8. bis 9.
Stunde 6. bis 7. 120 bis 121
Temperatur, 0C 121
Flüssigproduktgewinnung, , 97,2
Gewichtsprozent 88,7
Gas-Flüssigkeits-
Chromatographie
C7-Fraktion (enthält nicht
umgesetztes n-Heptan) 54,8
Gewichtsprozent 73
Monochlorheptanfraktion, 35,6
Gewichtsprozent 11,2
Di- und Polychlorheptan- 9,6
fraktion, Gewichtsprozent 15,8
Molverhältnis von mono-
chlorierten zu polychlorier- 3,7:1
ten Produkten 0,7:1
Eine weitere Analyse der Monochlorheptanfraktion brachte die in Tabelle 2 aufgeführten Ergebnisse.
Tabelle 2
1-Chlorheptan 17,2%
2-Chlorheptan* 41,4%
3-Chlorheptan* 27,3%
4-Chlorheptan* 14,1%
* Vorläufig als 2-, 3- und 4-Isomere bezeichnet.
Beispiel 2
20 cm3 eines handelsüblichen Platin-Aluminiumoxyd-Katalysators, der 0,58 Gewichtsprozent Platin und 0,8 Gewichtsprozent Chlor enthielt, wurden mit einer wäßrigen Kaliumacetatlösung derart behandelt, daß der Katalysator nach Trocknen bei 120° C bis zu Gewichtskonstanz und 1 stündigem Calcinieren bei 500 0C einen Kaliumgehalt von 2,3 Gewichtsprozent hatte.
Der Katalysator wurde dann bei 300 0C mit einem Strom trockenen Stickstoffs umgesetzt, der bei Raumtemperatur mit Tetrachlorkohlenstoff gesättigt war. Enthalten wurde ein chlorierter Katalysator mit einem Chlorgehalt von 6,3 Gewichtsprozent. Dieser Katalysator wurde zur Chlorierung von n-Heptan auf die im Beispiel 1 beschriebene Weise eingesetzt.
Eine typische Analyse des erhaltenen Flüssigprodukts zeigt Tabelle 3.
Tabelle 3
Laufzeit 9. bis 10. Stunde
Temperatur 122 bis 125°C
Flüssigproduktgewinnung 98,5 Gewichtsprozent
Zusammensetzung des Flüssigprodukts
C7-Fraktion 64,3 Gewichtsprozent
Monochlorheptanfraktion .. 27.5 Gewichtsprozent
Di- und Polychlorheptan- 8,2 Gewichtsprozent
fraktion 8,2 Gewichtsprozent
Molverhältnis von mono-
chlorierten zu polychlorier-
ten Produkten 3,4:1
Beispiel 3
Ein handelsüblicher Platin-Aluminiumoxyd-Katalysator, der 0,58 Gewichtsprozent Platin und 0,8 Gewichtsprozent Chlor enthielt, wurde auf die im Beispiel 1 beschriebene Weise bei 300° C mit Tetrachlorkohlenstoffdämpfen behandelt. Der erhaltene chlorierte Katalysator enthielt 12,8 Gewichtsprozent Chlor.
Dieses Material wurde als Katalysator für die Umsetzung von η-Hexan mit einem Chlor-Stickstoff-Gasgemisch (Molverhältnis 1: 2) bei Normaldruck eingesetzt. Die Raumströmungsgeschwindigkeit des η-Hexans (gerechnetalsFlüssigkeit)betrugO,35V/V/Std. Der Chloreinsatz wurde bei etwa 1,0 Mol pro 0,75 Mol η-Hexan gehalten. Bei Reaktionstemperaturen im Bereich von 40 bis 50° C wurde das von der 8. bis 12. Stunde der Versuchszeit gebildete Flüssigprodukt aufgefangen und durch Destillation in folgende Fraktionen getrennt:
Q-Kohlenwasserstoffe (90% unverändertes n-Hexan,
10 % Hexene) 20 Gewichtsprozent
Monochlorhexane 52 Gewichtsprozent
Polychlorhexane 28 Gewichtsprozent
Die Analyse der Monochlorhexanfraktion durch Gas-Flüssigkeits-Chromatographie zeigte, daß sie zu 18°/0 aus 1-Chlorhexan bestand. Dies wurde durch kernmagnetische Resonanzanalyse bestätigt, die ergab, daß der Rest aus einem Gemisch von 2- und 3-Chlorhexan bestand.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Chlorierung oder Bromierung von Kohlenwasserstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man n-Alkane mit 4 bis 20 Kohlenstoffatomen oder deren Gemische mit Chlor oder Brom in der Dampfphase umsetzt, wobei ein Katalysator verwendet wird, der durch Umsetzung von a) feuerfesten Oxyden der III. bis V. Gruppe des Periodensystems oder deren Gemischen oder von Gemischen aus einem Platingruppenmetall und Aluminiumoxyd mit b) Verbindungen der Formel CCl2XY, in der X und Y gleich oder verschieden sein können und H, Cl, Br, F oder SCl bedeuten oder in der X und Y zusammen O oder S sind, bei 149 bis 5930C unter nicht reduzierenden Bedingungen bis zur Aufnahme von 1 bis 15 Gewichtsprozent Halogen, bezogen auf das eingesetzte anorganische Oxyd, hergestellt worden ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendeten Katalysatoren aus feuerfesten Oxyden mit einer Oberfläche von mehr als 250 ma/g hergestellt worden sind.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendeten Katalysatoren aus feuerfesten Oxyden hergestellt worden sind, die vor der Umsetzung mit der obengenannten Halogenverbindung mit Alkali- oder Erdalkalisalzen organischer Säuren imprägniert und calciniert worden sind, so daß die anorganischen Oxyde 0,01 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen auf ihr Gewicht, an Alkali- oder Erdalkalimetall enthalten.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung der vorgenannten n-Alkane mit Chlor oder Brom bei 20 bis 15O0C ausführt.
809 509/335 2.68 © Bundesdruckerei Berlin
DEB70938A 1962-03-02 1963-03-01 Verfahren zur Chlorierung oder Bromierung von Kohlenwasserstoffen Pending DE1261493B (de)

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