-
Ausstellvorrichtung für Lüftungsflügel an Gewächshäusern Es sind bereits
Ausstellvorrichtungen für Lüftungsflügel an Gewächshäusern bekannt, mit denen an
den zu belüftenden Wandflächen ein oder mehrere zu Einheiten zusammengefaßte Lüftungsflügel
ausgestellt werden können. Dabei sind die einzelnen Flügel bzw. die Einheiten in
der Art von Kipp-, Schwing- oder Wendeflügeln angeordnet. Bei den Kippflügeln ergibt
sich jedoch der Nachteil, daß das zum Ausstellen nötige Gestänge und die Antriebsvorrichtung
ziemlich weit in das Innere des Gewächshauses hineinragen und dort störend wirken.
Hinzu kommt, daß diese Kippflügel, bei denen meist die untere Kante des Flügels
nach außen geschwenkt wird, keinen idealen Belüftungsstrom, bei dem die verbrauchte
und wärmere Luft nach oben entweichen und die frische Luft von unten eintreten kann,
ermöglichen. Auch die Größe der Lüftungsöffnungen ist bei derartigen Kippflügeln
begrenzt. Bei Wendeflügeln ist der Belüftungsstrom ebenfalls noch nicht ideal, und
außerdem ergeben sich hinsichtlich des Gestänges und der Antriebsvorrichtung die
gleichen Nachteile wie bei den Kippflügeln. Bei Schwingflügeln dagegen werden diese
Nachteile zwar teilweise aufgehoben, jedoch ergeben sich hier andere Schwierigkeiten.
Die Schwingflügel sind nämlich an Rohren, Stangen od. dgl. befestigt, die zum Lüften
oder Schließen der Vorrichtung um ihre Längsachse gedreht werden. Einerseits ergibt
sich dadurch eine sehr große Verwindungsbeanspruchung der Achsen, die daher entsprechend
stark bemessen sein müssen, und andererseits müssen verhältnismäßig große Kräfte
aufgewandt werden.
-
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine möglichst ideale
Belüftung zu erreichen, wobei der Platzbedarf, insbesondere für den Antrieb, und
der Kraftaufwand möglichst gering sein sollen. Bei einer Ausstellvorrichtung für
Lüftungsflügel an Gewächshäusern, wobei der Lüftungsflügel mit der Gewächshauswand
durch mindestens einen seitlich schwenkbaren Bügel gelenkig verbunden ist, ist daher
erfindungsgemäß der Flügel um eine senkrechte Achse drehbar auf dem Bügel gelagert.
Wenn der Bügel nun aus der seitlichen Lage senkrecht zur Wand geschwenkt wird, erfolgt
eine entsprechend weite Abstellung der Lüftungseinheit von der Wand, wobei sowohl
unten als auch oben verhältnismäßig große Lüftungsöffnungen entstehen. Der Kraftaufwand
zur Bewegung derartig gelagerter Lüftungseinheiten ist verhältnismäßig gering, und
ins Gewächshausinnere hineinragende Antriebsteile entfallen weitgehend. Das zum
Ausstellen erforderliche Gestänge ist außerhalb des Gewächshauses angeordnet und
behindert daher im Innern nicht. Auch die bei Schwingflügeln auftretenden Abdichtungsschwierigkeiten
können ohne weiteres vermieden werden.
-
Bei einem Ventilator ist es bereits bekannt, die Abdeckklappe desselben
an einer auf- und abschwenkbaren Stange drehbar zu lagern. Jedoch kann dieses System
nicht auf schwere Lüftungseinheiten übertragen werden, da man bei einer Auf- und
Abbewegung den Schwerpunkt der Lüftungseinheit anheben bzw. senken müßte, was einen
erheblichen Kraftaufwand bedeutet.
-
Vorzugsweise ist der Flügel außerdem um eine waagerechte Achse schwenkbar
und weist mindestens eine außerhalb dieser Schwenkachse angeordnete, am Gewächshaus
anliegende oder mit ihm gelenkig verbundene Führung auf. Auf diese Weise kann neben
der Ausstellung des Flügels auch noch eine Kipplage desselben erreicht werden, durch
welche eine noch günstigere Luftströmung erreicht wird. Im Gegensatz zum eigentlichen
Kippflügel wird jedoch an der oberen Kante der Lüftungseinheit noch eine weitere
Lüftungsöffnung geschaffen. Vorzugsweise ist die Schwenkachse der Lüftungseinheit
außerhalb ihres Schwerpunktes angeordnet und ist die sich beim öffnen der Lüftungseinheit
nach unten neigende Kante derselben mit Rollen od. dgl. zur Abstützung in einer
am Gewächshaus befestigten Führung versehen. An Stelle dieser Ausführungsform kann
aber auch zur Führung eine Stange gewählt werden, deren Länge und Lage so bemessen
sind, daß die Lüftungseinheit im geschlossenen Zustand parallel zur abzudeckenden
Wandfläche liegt. Da auch diese Stange außerhalb des Gewächshauses angeordnet ist,
wirkt sie ebenso wie die anderen Teile im Innern nicht störend. Um die Schräglage
der Lüftungseinheit in der geöffneten Stellung zu ändern, ist die Stange zweckmäßig
in ihrer Länge veränderlich. Auch kann in diesem Fall die Schwenkachse der Lüftungseinheit
mit
deren Schwerachse übereinstimmen, wodurch der Kraftaufwand zur
Betätigung weiterhin verringert wird.
-
Vorzugsweise ist die Lüftungseinheit an einem von mindestens zwei
Bügeln frei drehbar getragenen Rohr gelagert, wobei wenigstens einer der Bügel unmittelbar
oder über Zwischenhebel od. dgl. mit einem Schwenkantrieb verbunden ist.
-
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. Es stellt
dar F i g. 1 die Seitenansicht eines abgebrochenen Teils eines Gewächshauses mit
geschlossener Lüftungsvorrichtung, F i g. 2 eine Darstellung nach F i g. 1 mit halbgeöffneter
Lüftungsvorrichtung, F i g. 3 eine Darstellung nach F i g. 1 mit geöffneter Lüftungsvorrichtung,
F i g. 4 den Schnitt IV-IV nach F i g. 3.
-
An dem Binder 1 einer Seitenwand 2 des Gewächshauses ist eine Lagerplatte
3 befestigt, von der senkrecht zur Seite gerichtet zwei Lagerlappen 4 abstehen.
Zwischen diesen Lagerlappen 4 ist eine Hülse 5 drehbar gelagert, die einen Bügel
6 trägt, der zusätzlich durch einen Bügel 7 abgestützt ist. Am freien Ende der Bügel
6, 7 ist wiederum eine die beiden Teile verbindende Hülse 8 angeordnet.
-
Die aus mehreren miteinander verbundenen Flügelteilen 9 bestehende
Lüftungseinheit 10 ist mit einem durchgehenden Rohr 11 fest verbunden. Das Rohr
11 ist frei drehbar in Lagerringen 12 angeordnet und ist gegen seitliches
Verschieben durch Stellringe 13 gesichert. Die Lagerringe 12 sind fest mit einem
Bolzen 14 verbunden, der drehbar in der mit den Bügeln 6, 7 verbundenen Hülse 8
gelagert ist. Die Lüftungseinheit 10 kann auf diese Weise zusammen mit dem Rohr
11 geschwenkt und in bezug auf die Bügel 6, 7 gedreht werden. Die Drehachse der
Lüftungseinheit entspricht dem Rohr 11, welches in der Schwerpunktachse der Lüftungseinheit
10 angeordnet ist.
-
In der Hülse 5 ist frei drehbar die Welle 15 gelagert, die an ihrem
unteren Ende einen Lappen 16 trägt, an dem die Stange 17 schwenkbar gelagert ist.
Die Stange 17 ist mit ihrem anderen Ende ebenfalls gelenkig bei 18 mit der Lüftungseinheit
10 verbunden.
-
Wie F i g. 4 zeigt, wird das Rohr 11 von mindestens zwei Bügeln 6,
7 getragen, die alle in gleicher Weise mit dem Rohr 11 verbunden sind. Um die Schwenkbewegung
des Bügels 6 zu erreichen, ist mindestens einer derselben fest mit einem Zwischenhebel
19 verbunden, der seinerseits drehbar an der Zahnstange 20 angeordnet ist. In die
Zahnstange 20 greift ein in der Zeichnung nicht dargestelltes Zahnrad des Antriebs
21 ein, das über ein ebenfalls nicht ersichtliches Getriebe durch den Handhebel
22 bewegt wird. Bei einer Längsbewegung der Zahnstange in Pfeilrichtung 23 wird
der Bügel 6 in Pfeilrichtung 24 aus der in F i g. 4 ausgezogenen in die strichpunktiert
dargestellte Stellung geschwenkt, die der F i g. 2 entspricht. Dabei wird die untere
Kante 25 der Lüftungseinheit 10 durch die Stange 17 zur Gewächshauswand 2 hingeführt,
so daß sich eine geringere Kippstellung als in der vollen Lüftungsstellung nach
F i g. 3 ergibt.
-
Wenn der Bügel 6 in der gleichen Richtung weitergeschwenkt wird, legt
sich das Rohr 11 in seiner Endstellung an den Binder 1 an. Die Stange 17
ist so bemessen, daß in der geschlossenen Stellung nach F i g. 1 die untere Kante
18 ganz an die Gewächshauswand 2 hingeführt ist und die Lüftungseinheit 10 parallel
zur Gewächshauswand 2 liegt. Dabei sind sowohl an der Gewächshauswand 2 als auch
an der Lüftungseinheit 10 oben und unten miteinander zusammenwirkende Dichtungen
26 angeordnet. Zum öffnen der Lüftungseinheit 10 wird die Zahnstange entgegen der
Pfeilrichtung 23 bewegt, worauf die Lüftungseinheit 10 von der Gewächshauswand 2
abgestellt und gleichzeitig gekippt wird. Auf diese Weise wird eine verhältnismäßig
große untere, 27, und obere, 28, Lüftungsöffnung erreicht. Die Lüftungseinheit 10
kann selbstverständlich auch an einer beliebigen anderen Wand des Gewächshauses
oder beispielsweise am Dachteil 29 angeordnet sein.