-
Krankenbett Es ist bereits bekannt (durch deutsche Auslegeschrift
1 183 200), ein Krankenbett mit einer zweiteiligen Matratze zu versehen, bei welchem
die beiden Matratzenhälften um 1800 verschwenkt werden, so daß der Kranke ebenfalls
um 1800 gedreht werden kann.
-
Es haben sich beim Drehen von gelähmten oder operierten bzw. chirurgischen
Patienten Schwierigkeiten ergeben, welche verhältnismäßig oft, beispielsweise alle
vier Stunden, gedreht werden müssen. Besondere Schwierigkeiten haben sich beim Drehen
von Patienten ergeben, welche an Rückgrat- oder ähnlichen Verletzungen leiden, bei
welchen der Rumpf ständig während jeder Bewegung abgestützt werden muß und deren
Körper in den gleichen Stellungen bleiben müssen, um eine weitere Verletzung zu
verhindern. Bei der letzten Art von Patienten hat es sich als notwendig herausgestellt,
sechs Personen ungefähr zwanzig Minuten lang zu beschäftigen, um den Patienten von
seiner Rückseite auf die rechte oder linke Seite zu drehen.
-
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, dieses Problem
durch ein Bett zu lösen, dessen Teile so bewegt werden können, daß der Patient gedreht
werden kann, während sein ganzes Rückgrat unterstützt bleibt.
-
Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung
gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
-
In der Zeichnung ist die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
-
F i g. 1 ist eine Draufsicht auf ein Krankenhausbett; F i g. 2 zeigt
das Krankenhausbett nach F i g. 1 in Seitenansicht; Fig. 3 ist eine Endansicht des
Bettes nach F i g. 1; Fig. 4 zeigt in einer gleichen Endansicht wie F i g. 3 den
einen Teil des Traggestelles in seiner angehobenen Stellung; F i g. 5 zeigt in schaubildlicher
Ansicht die Kopfstreckeinheit für das Bett; F i g. 6 ist eine der F i g. 3 ähnliche
Endansicht des Bettes, welche die Kopfstreckeinheit angebracht an dem Bett und von
dem anderen Ende des Bettes aus zeigt.
-
Bei den F i g. 1 bis 4 weist ein orthopädisches Krankenhaus- oder
dergleichen -bett einen Bettrahmen 1 von röhrenförmiger Ausführung auf, welcher
auf Rollein 2 befestigt ist. Der Bettrahmen 1 trägt ein auf einem Unterrahmen 4
angeordnetes Traggestell 3, wobei der Unterrahmen 4 an dem Rahmen bei 5 für später
beschriebene Zwecke schwenkbar gelagert ist.
-
Das Traggestell 3 ist entlang dem mittleren Bereich des Bettes in
zwei Hälften 6 und 7 unterteilt, dessen mittlerer Teil durch abwechselnd vorspringende
Teile 8 und 9 gebildet wird, welche entsprechend von der Hälfte 6 und der Hälfte
7 vorspringen. Die beiden Teile 6 und 7 sind klappbar bzw. gelenkig mit dem Rahmen
4 durch Glieder 11 und 12 verbunden, welche an jedem Ende des Gestelles 3 angeordnet
und bei 14 und 15 an aufrechten Teilen 16 und 16 a des Unterrahmens 4 schwenkbar
angeordnet sind. Auf diese Weise ist die Gelenkanordnung versetzt.
-
Jede der beiden Hälften 6 und 7 ist beweglich und kann die in F i
g. 4 für die Hälfte 6 dargestellte Stellung einnehmen. Zu diesem Zweck sind zwei
Elektromotoren 17 und 18 vorgesehen, welche Spindeln 19 und 20 antreiben. Die Spindeln
19 und 2n wirken auf Glieder 21, 21 a, 22, 22 a und heben die entsprechende Hälfte
6 oder 7 an. Damit die Schwenkbewegung von den Motoren aufgenommen werden kann,
ist jeder schwenkbar in einem Rahmen 23 angeordnet. Eine Betätigung der Motoren
wird mittels Steuergetrieben 24 und 25 geregelt, welche auf jeder Seite des Bettrahmens
1 angeordnet sind.
-
Das Traggestell 3 dient als Auflage für eine Matratze 26, wie in
den F i g. 2 bis 4 in strichpunktierten Linien angedeutet ist. Schienen 27 sind
an dem Gestell vorgesehen, um die Matratze festzuhalten, wenn eine der Hälften 6
oder 7 angehoben ist.
-
Das Traggestell 3 ist an dem Rahmen 1 bei 5 zur Ausführung einer
Kippbewegung in der Längsrichtung schwenkbar angeordnet.
-
Ein Kippen des Bettes wird von Hand mittels eines abnehmbaren Handgriffes
bewerkstelligt, der. in F i g. 2 mit 29 in strichpunktierten Linien dargestellt
und an jeder Seite des Bettes anbringbar ist. Dieser betätigt eine nicht dargestellte,
mit Schraubengewinde versehene Stange, welche an jedem Ende in entgegengesetzter
Richtung mit Schraubengewinde versehen ist. Diese Stange steht mit Muttern in Eingriff,
welche von Armen 30 und 31 getragen werden, welche an ihren anderen Enden mit dem
Bettrahmen 1 gelenkig verbunden sind. Die Anordnung ist so getroffen, daß ein Drehen
der mit Gewinde versehenen Stange die Muttern in Richtung aufeinander oder voneinander
weg bewegt und damit die Arme 30 und 31 um ihre festen Schwenkpunkte bewegt werden
und das entsprechende Ende des, Traggestelles 3 mit Bezug auf den Bettrahmen 1 anheben
oder senken. Eine Kipplage des Traggestelles 3 ist in strichpunktierten Linien in
F i g. 2 dargestellt. Daraus ist ersichilich, daß auf diese Weise die Kippvorrichtung
vollkommen unabhängig von der Betätigung des Anhebens usw. der Hälften 6 und 7 des
Traggestelles 3 ist. Es sind abnehmbare Bettenden vorgesehen, von denen eines mit
33 dargestellt ist.
-
Um sicherzustellen, daß ein Anheben und Senken der Hälften 6 und
7 des Traggestelles auch dann durchgeführt werden kann, wenn der Strom ausfällt,
sind auf den Wellen der Motoren 17 und 18 von Hand zu betätigende Knöpfe 34 und
35 vorgesehen.
-
F i g. 5 und 6 zeigen eine Streckvorrichtung, welche insbesondere
für eine Verwendung mit dem 13fett geeignet ist. In diesen Figuren ist eine Streckeinheit
für einen Kopf dargestellt; Die Kopfstreckvorrichtung weist einen Rahmen 41 und
einen Grundrahmen 42 in der Form einer Mulde mit Seitengliedern 43 auf.
-
Die Mulde ist an ihrem dem Rahmen 41 abgekehrten Ende offen und hat
einen verengten Teil 44, in welchem der Rahmen 41 angeordnet ist. Der Rahmen ist
mit einem einstellbaren Ständer 45 versehen, welcher zur Höheneinstellung mit einem
gerändelten Knopf 46 und an seinem oberen Ende mit einer Schnurscheibe 47 versehen
ist, über welche eine Schnur 48 läuft. Die Schnur 48 ist mittels der üblichen Kopfaufhängung
mit dem nicht dargestellten Kopf des Patienten verbunden.
-
Zwei Halter 49 sind in Fassungen 50 auf jeder Seite des Grundteiles
42 vorgesehen, und diese Halter 49 tragen Arme 51, welche ihrerseits Kopfabstützpolster
52 tragen. Die Polster 52 sind mittels Einstellvorrichtungen 53 und 54 auf den Armen
51 einstellbar, und jeder Arm selbst ist auf den Haltern 49 mittels Vorrichtungen
55 einstellbar.
-
An dem unteren Ende des Rahmens 41 an seiner Rückseite ist ein Schnurhalteglied
56 in der Form eines schraubenförmig gewickelten Drahtes vorgesehen. Der Gewichtsträger
57 ist an dem Ende der Schnur 48 vorgesehen und übt die Zugspannung aus.
-
Die Streckvorrichtung ist an dem Bett mittels der Matratze 26 angeordnet,
welche in drei Längsabschnitte 59, 60 und 61vunterteilt ist, wie aus F i g. 5
ersichtlich
ist. Die Ausführungsform ist so getroffen, daß die drei Abschnitte der Matratze
nur an ihren oberen Teilen miteinander verbunden sind und der Mittelteil 60 der
Matratze in dem Grundglied 42 sitzt.
-
Ein Schnurhalter 62 ist in F i g. 6 dargestellt, welcher auf den
Bettschienen 63 mittels drei Haken 64 getragen wird. Dieser Halter ist mit einer
Gabel 65 an ihrem oberen Ende für folgenden Zweck vorgesehen.
-
Die Betätigung der Kopfstreckeinheit wird in folgendem beschrieben:
Die auf dem Bett liegende Person wird durch die Streckvorrichtung an der Schnur
48 festgemacht und mit ihrem Kopf in die Kopfabstützpolster 52 eingeklemmt. Beim
Anheben einer der Hälften 6 oder 7 des Bettes wird der Patient auf diese Seite gedreht.
Da der Grund 42 derVorrichtung nur mittels der Matratze festgelegt ist, dreht sich
die Vorrichtung mit der angehobenen Seite und gleitet mit Bezug auf die nicht angehobene
Seite, wenn es notwendig ist.
-
Um Schwierigkeiten zu verhindern, die sich aus dem Eingriff der Abstützfassungen
mit dem Bettrahmen ergeben könnten, sind diese in der dargestellten Weise unter
450 abgeschrägt. Ohne diese Abschrägung wird eine Gleitbewegung der Vorrichtung
auf der nicht angehobenen Seite des Bettes verhindert.
-
Wenn der Patient auf diese Seite gedreht worden ist, kann es wünschenswert
sein, die angehobene Bettseite abzusenken, während der Patient auf dieser Seite
liegenbleiben soll. Wenn die Schnur 48 auf dieser Vorrichtung verbleiben kann, würde
sie mit der Vorrichtung zusammen in ihre ursprüngliche Lage zurückkehren. Um dieses
zu vermeiden, kann die Schnur auf den Schnurhalter 62 durch Abnehmen der Schnur
von dem Schnurhalteglied 56 und Herausheben aus der Rolle in die Gabel 65 übertragen
werden. Es ist natürlich auch notwendig, die Polster 52 und ihre Abstützungen 49
und 51 zu entfernen.
-
Wenn der Patient in seine ursprüngliche Lage zurückgedreht werden
soll, wird die entsprechende Hälfte 6 oder 7 des Bettes angehoben und die Schnur
48 zurück von der Gabel 65 auf die Rolle 47 übertragen.
-
Es können verschiedene Abänderungen getroffen werden. Beispielsweise
können die Elektromotoren durch hydraulische Mittel ersetzt werden. Die Matratze
kann aus einer Mehrzahl von besonders entfernbaren Teilen gebildet werden, um den
Zugang zu dem Patienten für X-Strahlen, chirurgische oder anQ dere Zwecke zu ermöglichen.
Wenn es nicht wEinschenswert ist, Teile der Matratze zu entfernen, oder wenn es
wünschenswert ist, X-Strahlen-Aufnahmen durch das Traggestell zu machen, können
die entsprechenden Teile des Traggestelles aus Kunststoff oder anderem X-Strahlen
durchlässigem Material hergestellt werden.
-
Bei einer abgeänderten Ausführungsform können die Vorsprünge 8 und
9 ausgelassen und der Spalt zwischen den Hälften 6 und 7 durch ein biegsames Glied
abgedeckt werden. In diesem Fall kann eine besonders ausgeführte Matratze verwendet
werden, welche beispielsweise aus einer Mehrzahl von Längsabschnitten besteht, um
eine gleichmäßige Rückgratabstützung vorzusehen, welche beispielsweise in dem mittleren
Bereich aus einer Reihe von Längskissen besteht, welche durch eine gemeinsame tJberlage
miteinander gelenkig verbunden sind.
-
Auch die Kopfstreckeinheit kann abgeändert werden. Beispielsweise
kann der Gewichtsträger 17 durch einen Federausgleich ersetzt werden, wobei die
Feder die Spannung an Stelle der Gewichte vorsieht.
-
Die Rolle 47 kann durch eine Gabel und das Rückhalteglied 56 durch
eine andere geeignete Vorrichtung, beispielsweise einen geschlossenen Federhaken,
ersetzt werden. Eine Rolle kann die Gabel 65 auf dem Schnurhalter 62 ersetzen.
-
Eine besondere Vorrichtung kann für das mechanische Übertragen der
Schnur 48 von der Rolle 47 auf die Gabel 65 vorgesehen werden.