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Spulmaschine mit automatischer Knüpf- und Spulenwechseleinrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Spulmaschine mit automatischer Knüpf- und Spulenwechseleinrichtung
und mindestens einem längs der Spulmaschine angeordneten, die Ablaufspulen über
ein Magazin den Spulstellen in ausgerichteter Lage selbsttätig zuführenden Transportband.
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Um die Bedienung der Spulmaschinen in zunehmendem Maße von Handarbeiten
zu entlasten, sind die Spulmaschinen mit automatischen Knüpf- und Spulenwechseleinrichtungen
versehen. In der schweizerischen Patentschrift 295 578 ist darüber hinaus längs
der Spulmaschine ein Transportband angeordnet, welches die Ablaufspulen einem an
jeder Spulstelle befindlichen Magazin zuführt, von dem aus die Ablaufspule bei Bedarf
selbsttätig in die Spulstellung übergeführt wird. Um den Faden einer derartigen
neuen Ablaufspule leichter finden zu können, ist es bekannt, den Fadenanfang der
Ablaufspulen bereitzulegen, beispielsweise in einer Oberwindung, die an der Spulstelle
abgezogen wird, so daß der Fadenanfang in die Knotvorrichtung eingelegt werden kann.
Die bisher bekannten Spulmaschinen haben einerseits den Nachteil, daß ihnen Ablaufspulen
mit einer Oberwindung vorgelegt werden müssen und daß andererseits das Suchen und
Bereitlegen des Fadenanfanges den Spulenwechselvorgang erheblich verzögert, insbesondere,
wenn der Suchvorgang ein-oder mehrmals wiederholt werden muß, da das Fadenende nicht
sofort erfaßt werden konnte.
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Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, Spulmaschinen der eingangs
beschriebenen Art derart zu verbessern, daß die erwähnten Nachteile beseitigt werden.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht gemäß der Erfindung darin, daß jedem Transportband
eine die Spulen mit einer neben der Wicklung anzuordnenden Oberwindung versehene
Vorbereitungseinrichtung und jedem Magazin eine an sich bekannte, die Oberwindung
entfernende und den Fadenanfang bereithaltende Vorrichtung zugeordnet sind. Durch
die erfindungsgemäße Kombination dieser Merkmale wird einerseits erreicht, daß der
Spulmaschine beliebige Spulen zugeführt werden können, deren Fadenanfang zur Erleichterung
seines Auffindens in der Vorbereitungseinrichtung bereitgelegt wird, andererseits
derAblaufspulenwechsel in kürzerer Zeit durchgeführt werden kann, da das Entfernen
der Oberwindung und das Bereithalten des Fadenanfanges bereits in dem Magazin erfolgt.
Dabei kann es noch besonders vorteilhaft sein, wenn in an sich bekannter Weise als
Fadenabnahmeeinrichtung ein Zuführorgan der Spulstelle, welches gleichzeitig die
Zuführung zum Knoten ausführt, verwendet wird.
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An Hand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels sei
die Erfindung näher erläutert.
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Es zeigt F i g. 1 eine Vorderansicht eines Teiles einer Spulmaschine
mit Transportband und Vorbereitungseinrichtung, Fig. 2 eine einzelne Spulstelle
in Seitenansicht unter Fortlassung der für die Erfindung unwesentlichen Teile, F
i g. 3 eine Fadensucheinrichtung zum Entfernen der Oberwindung.
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Ein Gestell 1 trägt einen schrägliegenden Tisch 2, auf dem Behälter
3 bzw. 4 für die Abgabe von zu behandelnden Spulen aufgesetzt sind. In dem rechten
Teil befindet sich ein Schacht 5, durch welchen die aus dem Boden der Sammelbehälter
4 austretende Spule der Vorbereitungseinrichtung 6 zugeführt wird.
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Dort wird der Faden zunächst abgenommen und dann an der Spitze wieder
in einem Wickel aufgewunden. Danach gelangt die Spule in ein Transportband 7, welches
die einzelnen vorbereiteten Spulen in an sich bekannter Weise zu den Spulstellen
führt und dort im Bedarfsfall abgibt.
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Die Vorbereitungseinrichtung 6 wird von einem Fühler 9 gesteuert,
z. B. ein- oder ausgeschaltet. Dieser Fühler stellt fest, ob in dem Transportband
7 eine Spule vorhanden ist oder fehlt. Falls sie fehlt, stößt ein Stößel 10 die
bereits vorbereitete Spule aus der Vorbereitungseinrichtung 6 in einen Fallschacht
lOa, aus dem sie in die leere Mulde 37 des Transportbandes 7 fällt. Gleichzeitig
wird von dem Stößel 10 die nächste Spule aus dem Schacht 5 der Vorbereitungseinrichtung
6
zugeführt, so daß diese Spule ebenfalls vorbereitet wird. Bei Anwesenheit einer
Spule im Transportband schaltet der Fühler 9 die Vorbereitungseinrichtungaus.
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Die einzelne Spulstelle enthält an einem Maschinengestell 11 einen
Spulrahmen 12, welcher die Auflaufspule 13 aufnimmt, wobei der Faden über die Fadenführungstrommel
14 läuft, nachdem er vorher den Fadenspanner 18 passiert hat. Zwei Fadensuchorgane
15 und 16 bringen im Fall des Fadenbruchs den Faden von der Auflaufspule 13 bzw.
der Ablaufspule K zu einem Knoter 17. Die Ablaufspule K wird von einem Aufnahmedorn
19 aufgenommen, welcher schwenkbar ist und welcher zur Aufnahme der neuen Ablaufspule
bzw. zum Auswerfen der abgelaufenen Leerhülse durch eine nicht näher dargestellte,
aber an sich bekannte Mechanik beim Spulenwechsel in die strichpunktiert gezeichneten
Stellungen geschwenkt werden kann. Dem Aufnahmedorn 19 steht ein Abstreifdorn 21
gegenüber. Ein tZberführungshebel20, welcher die Aufgabe hat, den einmal gefundenen
Faden kurzzeitig festzuhalten und ihn in die Bahn des Fadensuchorgans 16 zu bringen,
wo er dann von diesem übernommen und zum Knoter geführt wird, ist fest mit dem Aufnahmedorn
19 verbunden. Auf der Rückseite des Abstreifdornes 21 läuft ein Abführband 22 zum
Abführen der ausgeworfenen leeren Spulhülsen. Auf der vorderen Seite des Abführdornes
liegt eine Rutschmulde 23, in welcher die Spulen von oben herab auf den Aufnahmedorn
19 aufrutschen.
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Am oberen Ende der Rutschmulde 23 befindet sich eine Sperre 24, welche
beim Spulenwechsel geschwenkt wird, damit sie einer neuen Spule, welche in einer
als Magazin dienenden Bereitschaftsmulde 25 bereitliegt, den Weg auf den Dorn 19
freigibt. Die Betätigung der Sperre 24 erfolgt über eine Stange 40, welche in einem
Schlitz 26 eines Gegenarmes 27 angelenkt ist. Wird nämlich der Dorn 19 nach links
ausgeschwenkt, um die abgelaufene Spulhülse auszuwerfen, ist ein Schalten der Sperre
24 unerwünscht.
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Dann gleitet die Stange 40 im Schlitz 26. Die Stange 40 folgt dagegen
der Bewegung des Gegenarmes 27 bei einer Rechtsdrehung des Aufnahmedornes 19 in
die Auffangstellung. Hierbei betätigt die Stange 40 die Sperre 24, so daß die Spule
K' aus der Bereitschaftsmulde 25 in die Mulde 23 und damit auf den Aufnahmedorn
19 gleiten kann. Bei der Rückführung der Sperre in die Verschlußstellung hilft eine
Feder 28 die Sperre 24 heben. Unterhalb der Stange 40 befindet sich ein Pendelarm
29, welcher dauernd hin und her schwenkt und über eine Stange 45 den Antriebsarm
70 eines Abnahmesaugrohres 30 betätigt.
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Der Antriebsarm 70 wird mit dem Abnahmesaugrohr 30 jeweils über eine
Kupplung 66-68 (F i g. 3) verbunden, welche nur dann anschaltet, wenn ein Suchvorgang
durchzuführen ist.
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Das Transportband 7 wird von einer Antriebswelle 38 angetrieben,
die in einem Gestell 36 gelagert ist. Das Transportband enthält einzelne Mulden
37, die die Spulen in annähernd senkrechter Lage aufnehmen. Am unteren Ende jeder
Mulde 37 befindet sich eine Verschlußklappe 39 mit einem angelenkten Winkelarm 50,
über den die Verschlußklappe 39 geöffnet werden kann, wenn eine Ablaufspule aus
dem Transportband an die Bereitschaftsmulde 25 abzugeben ist. Die Steuerung dieses
Vorganges erfolgt über einen Taster 41, welcher oberhalb der Bereitschaftsmulde
25 um die Achse 46 schwenkbar ge
lagert ist. Eine mit jeder Transportmulde 37 verbundene
Nase 44 drückt beim Vorbeigehen auf einen Fühlhebel 43, dessen Bewegung über eine
Feder 76 auf eine Stange 42 übertragen wird. Diese Stange 42 ist durch das Winkelstück
77 mit dem Taster 71 verbunden. Befindet sich eine SpuleK' in der Bereitschaftsmulde
25, so kann der Taster 41 der Schwenkbewegung des Fühlhebels 43 nicht folgen, so
daß die Feder 76 die Bewegung aufnehmen muß. Fehlt dagegen die Spule K' in der Bereitschaftsmulde
25, so wird bei der Bewegung des Hebels 43 die Stange 42 nach rechts verschoben.
Ein auf dieser Stange 42 befestigter Stellring 47 gelangt dabei in den Bereich des
Winkel armes 50, so daß die Verschlußklappe 39 geöffnet wird. Damit wird eine neue
Spule aus der Transportmulde 37 freigegeben und gelangt in die Bereitschaftsmulde
25.
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Nachdem die SpuleK' in die Bereitschaftsmulde 25 gelangt ist, wird
ihr durch die dauernde Hin- und Herbewegung der Stange 45 das Abnahmesaugrohr 30
gegenübergestellt. Unter Wirkung des Saugluftstromes aus Absaugrohr 30 löst sich
der an der Spitze befindliche Reservewickel auf, und das Fadenende folgt dem Saugluftstrom
und tritt in das Rohr ein.
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Wie Fig.3 zeigt, befindet sich dort ein Fadenwächter51, der in einer
am Saugrohr 30 sitzenden Führung 52 gleitet und dauernd vor dem Loch des Saugluftrohres
auf- und abschwingt. Die Bewegung des Fühlers 51 wird durch eine mit einem Schlitz
53 versehene Schablone 54 erzeugt. In diesem Schlitz 53 läuft das abgewinkelte Ende
51 a des Fadenwächters 51. Die Schablone 54 kann um die Achse 55 schwenken. Ein
um den gleichen Punkt schwenkendes Verbindungsstück 56 dient zur Aufnahme eines
Doppelhebels 57/58, der auf beiden Seiten einen Haken aufweist. Eine Feder 59 zieht
die linke Seite des Doppelhebels 58 dauernd nach oben. Dem Haken des Hebels 58 steht
ein Steigrad 60 gegenüber, welches er bei einer Rechtsbewegung jeweils um eine sechstel
Umdrehung mitnimmt. Fest verbunden mit dem Steigrad 60 ist ein Schaltrad 61, welches
zwei Ausnehmungen 61 a hat, in die ein Stift 63, der mit der Bereitschaftsmulde
25 fest verbunden ist, eintreten kann und welcher infolge des Gewichtes der Bereitschaftsmulde
25, die um die Achse 64 geschwenkt werden kann, auf dem Schaltrad 61 aufliegt. Jeweils
ein Schaltschritt bringt dann die Mulde wieder in ihre obere Lage, indem der Stift
63 nunmehr aus der Einbuchtung 61 a des Schaltrades in den kreisförmigen Teil herausgedrückt
wird und hierbei die Mulde 25 nach oben mitnimmt.
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Der Haken des Hebelarmes 57 ist dem Führungsschlitz 53 so gegenübergestellt,
daß er nur dann von der Abwinkelung Sla des in der Führung 52 geführten Fadenwächters
51 mitgenommen werden kann, wenn er bis in das untere Viertel des Schlitzes gelangt.
Befindet sich nämlich ein Faden an der Austrittsöffnung des Saugrohres, so wird
sich der Fadenwächter 51 nur im oberen Dreiviertel frei bewegen können. Befindet
sich ein Faden an der Austrittsöffnung des Saugrohres, so bleibt der Fadenwächter
51 zurück und hebt die Schablone 54 am rechten Ende um die Achse 55 gegen die Wirkung
einer Feder 49. Das abgewinkelte Ende 51 a erreicht dadurch nicht den Hebel 57 und
kann ihn daher nicht mitnehmen. Fehlt dagegen der Faden an der Eintrittsöffnung
zum Saugrohr, so wird der Haken 57 mitgenommen und der andere Haken 58 schaltet
das
Schaltrad zunächst einen Schritt weiter. Bei dem ersten Schaltschritt
erfolgt noch keine Absenkung der Mulde, sondern erst beim jeweils zweiten Schaltschritt,
d. h. der Fadensuchmechanismusalso das Saugrohr 30 - versucht zweimal den Faden
zu finden. Erst wenn bei dem zweiten Versuch der Faden nicht gefunden wurde, erfolgt
als dritter Schritt ein Auswerfen der Spule K' aus der Bereitschaftsmulde 25 in
einen bereitstehenden Kasten 75. Befindet sich, wie oben erwähnt, ein Faden an der
Austrittsöffnung des Saugrohres 30, so wird das abgewinkelte Ende 51 a des Fadenwächters
51 den Doppelhaken 57 nicht erfassen, sondern einen am Saugrohr schwenkbar befestigten
Schalthebel 66, welcher oberhalb des Doppelhebels 57 angeordnet ist. Der Ausschalthebel
66, der um die Welle 67, die auf dem Saugrohr 30 festsitzt, schwenkbar ist, nimmt
bei seiner Bewegung einen Schaltkolben 68 gegen die Wirkung einer Feder 69 mit.
Dadurch wird das Saugrohr 30 von dem antreibenden, hin- und hergehenden Antriebs
arm 70 entkuppelt, so daß es rechts ausgeschwenkt stehen bleibt. Eine weitere Fortsetzung
des Suchvorganges ist nicht erforderlich, da der Faden gefunden wurde und nun erst
abzuwarten ist, bis die Spule von der Spulstelle zur Durchführung der Ablaufspularbeit
angefordert wird.