-
Vor- und rückwärts impulssteuerbare Zähl- und/oder Wähl-Relaiskette
Die Erfindung betrifft eine vor- und rückwärts impulssteuerbare Zähl- und/oder Wähl-Relaiskette
mit je einem einerseits an Potential angeschlossenen Relais für jeden Zählschritt,
insbesondere für Fernmeldeanlagen, bei der die in zwei Gruppen angeordneten Relais
durch eine Impulsreihe bis zu einem der Anzahl der eingegebenen Impulse entsprechenden
Relais betätigt und durch eine zweite Impulsreihe in entgegengesetzter Schaltreihenfolge
zurückbetätigt werden können und bei der das jeweils ansprechende Relais mit einem
Arbeitskontakt einen über eine Impulsleitung verlaufenden Ansprechstromkreis für
das in der jeweiligen Schaltreihenfolge zyklisch benachbarte (nächste) in der anderen
Gruppe angeordnete Relais vorbereitet, den Stromkreis des in der Schaltreihenfolge
zyklisch vorgeordneten Relais unterbricht und sich mit einem Arbeitskontakt an eine
Gruppenhalteleitung anschaltet.
-
Bekannte Relaisketten dieser Gattung haben meist einen sehr hohen
Aufwand an Bauelementen durch Relais mit Zusatzwicklungen bzw. zusätzlichen Hilfsrelais
(deutsche Patentschrift 6231l0). Bei einer bekannten derartigen Relaiskette benötigen
z. B. jeweils zwei Stufenrelais ein Hilfsrelais, das zusätzlich mit besonderen Verzögerungsgliedern
ausgerüstet sein muß. Andere derartige Relaisketten benötigen Relais mit besonderen
Halte- oder Zusatzwicklungen außer der Ansprechwicklung (deutsche Patentschrift
917 980). Bei Zählvorgängen über mehrere Dekaden sind ferner Übergaberelais erforderlich.
-
Alle diese Zwischenglieder verursachen eine unnötige Verzögerung beim
Ablauf des Zählvorganges sowie bei der Übergabe an die nächste Dekade. Andere vor-
und rückwärts zählende Relaisketten benötigen einen besonderen Impulsgeber, welcher
während der Impulsgabe bestimmte Leitungen unterbrechen muß.
-
Bei einer solchen bereits vorgeschlagenen Relaiskette (deutsche Auslegeschrift
1213 489) der eingangs angegebenen Gattung weist zwar jedes Relais nur eine einzige
Wicklung und nur drei Arbeitskontakte auf, und mit einem vierten Arbeitskontakt
des ersten und letzten Relais wird auch ein Zählring gebildet; jedoch benötigt diese
vorgeschlagene Relaiskette einen die Ausgabe gegenüber der Eingabe verzögernden
besonderen Impulsgeber, der als eine bei jedem Impuls nur einmal ihre Schaltstellung
ändernde, die Anzahl der Impulse halbierende Taktrelais- oder Umkehrschaltung ausgebildet
ist.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verzögerungen beim Zählvorgang
auf das Minimum nur einer einzigen Ansprechzeit des jeweils vorbereiteten Relais
sowohl beim Weiterzählen (Fortschalten) als auch beim Übergeben an die nächste Dekade
herabzusetzen. Dabei soll die Relaiskette aus möglichst wenigen Bauelementen und
vor allem aus einfachen neutralen Relais aufgebaut sein, die keine Hilfswicklungen
oder andere Zusatzeinrichtungen aufweisen, die den Zählvorgang unnötig verzögern.
Ferner soll die Relaiskette keine Hilfsrelais oder Taktrelaisschaltungen zur Weitergabe
bzw. Eingabe der Impulse erfordern.
-
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß a) ein Vorwärtsimpulskontakt
über eine Diode am Anfang der für alle Relais gemeinsamen Impulsleitung liegt, in
der von jedem in bekannter Weise nur je eine einzige Wicklung aufweisenden Relais
in aufsteigender Ordnung je ein Ruhekontakt in Reihe liegt, an deren Ende über eine
Diode ein Rückwärtsimpulskontakt angeschlossen ist, b) beiderseits dieses Ruhekontaktes
jedes Relais je einer der Arbeitskontakte dieses Relais angeschlossen ist, der den
Ansprechstromkreis des zyklisch benachbarten Relais vorbereitet, c) jede Gruppenhalteleitung
aus einer Reihenschaltung von Ruhekontakten der Relais der jeweils anderen Gruppe
besteht, d) der sein Relais an die Gruppenhalteleitung anschaltende Arbeitskontakt
an der Verbindung der Ruhekontakte der zyklisch benachbarten Relais der jeweils
anderen Gruppe angeschlossen ist und e) ein Vorwärtsrelais und ein Rückwärtsrelais
das Haltepotential fest an das jeweiilge Ende der Gruppenhalteleitungen anschalten,
dagegen den jeweiligen Anfang vom Vor- bzw. Rückwärtsimpulskontakt abhängig schalten.
Ein
geradzahliges: Relais unterbricht somit beim Ansprechen der Gruppenhalteleitung
für das vorhergehende ungeradzahlige Relais und schaltet sich gleichzeitig zur Selbsthaltung
mit seinem Arbeitskontakt an die andere von ihm nicht unterbrochene spannungsführende
Gruppenhalteleitung oder Ruhekontaktreihe an. Umgekehrt unterbricht ein ungeradzahliges
Relais beim Ansprechen die Gruppenhalteleitung für das vorbetätigte geradzahlige
Relais und hält sich selbst mit seinem Arbeitskontakt an der anderen von ihm nicht
unterbrochenen Ruhekontaktreihe oder Gruppenhalteleitung. Das letzte Relais einer
Relaiskette in beiden Zählrichtungen leitet den nächsten Impuls gleicher Zählrichtung
auf das in dieser Zählrichtung erste Relais der Relaiskette zurück, wobei dieser
Impuls gleichzeitig parallel an das jeweils gerade vorbereitete Relais der nächsten
Dekade gegeben wird.
-
Die Erfindung wird an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels erläutert. F i g. 1 zeigt die Schaltung der Relaiskette gemäß
der Erfindung, und F i g. 2 zeigt ein zugehöriges Relaisdiagramm.
-
In der Beschreibung werden nur die vier ersten Relais 10 bis
13 und die zwei letzten Relais 14,15
einer Relaiskette betrachtet,
da zwischen ihnen beliebig viele Relaispaare, beispielsweise vier Relais, in gleicher
Weise angeschlossen werden können, um eine Dekade zu bilden. Sämtliche Relais liegen
mit einem ihrer Anschlüsse am geerdeten Minuspol. Die Kontakte der Relais sind mit
10.1, 10.2 usw. bis 15.8 bezeichnet.
-
Ein Vorwärtsimpulskontakt 1 bzw. ein Rückwärtsimpulskontakt
2 legt impulsweise den Pluspol 3 über eine Leitung 4 bzw.
7 und über eine Diode 5 bzw. 8
an ein Vorwärtsrelais 6 bzw.
an ein Rückwärtsrelais 9. Außerdem ist Leitung 4 bzw. 7 über
eine Diode 24 bzw. 25 und einen Ruhekontakt 6.3 bzw. 9.3 an
den Pluspol 3 geschaltet. Ferner ist die Leitung 4 bzw. 7 noch über eine Diode 16
bzw. 17 an den Anfang bzw. an das Ende einer Impulsleitung angeschlossen.
-
An den Verbindungspunkt der Diode 24 bzw. 25
mit dem
Ruhekontakt 6.3 bzw. 9.3 sind über einseitig parallelliegende Kontakte
14.5,15.6,15.8 und 10.6 bzw. 15.7,10.8,10.7 und 11.6 zwei Gruppenhalteleitungen
angeschlossen. Von diesem Verbindungspunkt führt außerdem eine Leitung zum gleichen
Verbindungspunkt einer weiteren nicht dargestellten höheren bzw. niederen Dekadenzähleinrichtung,
um die Gruppenhalteleitungen zu speisen.
-
Zur Vorbereitung der Vorwärtszählrichtung wird das erste Relais
10 durch eine nicht dargestellte Drucktaste in Arbeitsstellung gebracht und
hält sich selbst im Stromkreis 1. -,10,10.9,11.5,13.4,15.7, 9.3, +.
-
Durch Betätigung des Vorwärtsimpulskontaktes 1
wird das Vorwärtsrelais
6 eingeschaltet. Dieses hält sich selbst mit seinem Arbeitskontakt 6.2 über einen
Ruhekontakt 9.1 des Rückwärtsrelais während des ganzen Zählvorganges in Vorwärtsrichtung.
Gleichzeitig wird beim ersten Vorwärtsimpuls im Stromkreis 2. +,1, 4,16,10.2,15.3,11,
-das Relais 11 eingeschaltet und hält sich selbst im Stromkreis 3. +,
9.3,11.6,14.6,12.4,11.7,11, -, unterbricht dabei mit seinem Kontakt 11.5
den Stromkreis 1 für das Relais 10. Das Relais 10 hält sich aber noch
über die Dauer des ersten Impulses über den Vorwärtsimpulskontakt 1 im Stromkreis
4. +,1, 4, 24,15.6,10.9, 10, -und fällt erst beim Ende des ersten Impulses
ab. Beim zweiten Impuls vom Vorwärtsimpulskontakt 1 wird im Stromkreis 5. +,1,
4,16,10.1,11.2,12, -das Relais 12 eingeschaltet. Dieses hält sich selbst
im Stromkreis 6. +,9.3,15.7,13.4,12.5,12,-, während sich das Relais 11 über
die Dauer des zweiten Impulses im Stromkreis 7. +,1, 4, 24,10.6,11.7, 11,
-weiter hält und erst beim Ende des zweiten Impulses abfällt.
-
Dieser Vorgang wiederholt sich bei jedem weiteren Impuls des Vorwärtsimpulskontaktes
1 für die nächstfolgenden Relais. Bei Betätigung des Rückwärtsimpulskontaktes 2
beispielsweise an dieser Stelle des Zählvorganges, also nach zwei Impulsen in Vorwärtszählrichtung,
zieht das Rückwärtsrelais 9 an, unterbricht dabei mit seinem Kontakt 9.1
den Selbsthaltestromkreis des Vorwärtsrelais 6, welches abfällt und mit seinem Ruhekontakt
6.1 einen Selbsthaltestromkreis für das Rückwärtsrelais 9 schließt. Dieses
hält sich während des Rückwärtszählvorganges über seinen Arbeitskontakt
9.2 und den Ruhekontakt 6.1
selbst. Gleichzeitig wird im Stromkreis
8. +,2,7,17,15.1,14.1,13.1,12.3,11,-das Relais 11 eingeschaltet. Dieses hält
sich selbst im Stromkreis 9. +,6.3,10.6,11.7,11,-und unterbricht mit seinem Kontakt
11.5 einen bei der Umkehrung der Zählrichtung an die Stelle des Stromkreises
6 getretenen Haltestromkreis 10. +,6.3,15.6,11.5,12.5,11,-
für das Relais
12. Dieses Relais 12 hält sich aber während der Impulsgabe noch über
den Rückwärtsimpulskontakt 2, im Stromkreis 11. +, 2, 7, 25, 15.7,
13.4,12.5,12, -und fällt erst beim Ende des Impulses ab. In gleicher Weise wird
bei jedem weiteren Impuls in Rückwärtszählrichtung ein weiteres vorgeordnetes Relais
eingeschaltet.
-
Im betrachteten Beispiel wird also beim zweiten Impuls in Rückwärtszählrichtung
das Relais 10 eingeschaltet, und nach dem Ende dieses zweiten Impulses fällt
das Relais 11 ab. Während des nächsten Impulses in Rückwärtszählrichtung
wird im Stromkreis 12. +, 2, 7,17,10.4,11.4,10.5,15, -das in Rückwärtszählrichtung
erste Relais 15 eingeschaltet und gleichzeitig ein Impuls über einen Rückwärtsausgang
R
zur nächstniederen Dekade gegeben. Wird dagegen die Relaiskette durch weitere Impulse
in Vorwärtszählrichtung durch den Vorwärtsimpulskontakt 1 bis in ihre letzte
Stellung fortgeschaltet, in der das Relais 15 anspricht, so wird beim nächsten Impuls
in dieser Zählrichtung das erste Relais 10
eingeschaltet und gleichzeitig
über einen Vorwärtsausgang V zur nächsthöheren Dekade ein diese um einen Schritt
weiterschaltender Impuls gegeben.