DE1248006B - Verfahren zum Herstellen von Schichtstoffen - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von SchichtstoffenInfo
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Description
JLJUl. \_1..
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 8h-8
Nummer: 1 248 006
Aktenzeichen: R 35912 VII a/8 h
Anmeldetag: 16. August 1963
Auslegetag: 24. August 1967
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Schichtstoffen für Kleidungsstücke od. dgl.
aus wenigstens zwei Materialbahnen, die punktförmig miteinander verbunden sind, bei dem auf eine
erste mit einzelnen voneinander getrennten kleinen Polymerteilmengen versehene Materialbahn eine
zweite Materialbahn aufgebracht und die Bahnen anschließend unter Anwendung von Druck und
Wärme miteinander verbunden werden.
Stellenweise oder punktförmig miteinander verbundene Schichtstoffe zeichnen sich durch hohe
Luftdurchlässigkeit, Atmungsaktivität und Flexibilität aus. Sie haben ferner im wesentlichen die Eigenschaften
ihrer einzelnen Schichten, weisen daher auch keinen papierartigen Griff auf, da diese durch
die Verbindungspunkte in ihrem Charakter nicht wesentlich verändert werden.
Bei einem bekannten Verfahren zum Herstellen von punktförmig miteinander verbundenen Schichtstoffen
ist man so vorgegangen, daß man zunächst eine mit voneinander getrennten kleinen, im wesentlichen
weichmacherfreien thermoplastischen Polymerkörpern beschichtete Materialbahn herstellte, indem
man auf eine Materialbahn kleine Körper eines thermoplastischen Polymers aufbrachte, jene dann so
weit erweichte, bis sie in die Oberfläche der Materialbahn etwas eingedrungen waren, und sie anschließend
erkalten und erstarren ließ, so daß sie dann mit der Bahn fest verbunden waren. Die zweite
Materialbahn wurde nach dem Auflegen auf die beschichtete Seite der ersten Materialbahn unter Anwendung
von Druck und Wärme, beispielsweise mit einer Bügelmaschine, verbunden, wobei die Polymerteilchen
an der Berührungsstelle mit der zweiten Materialbahn so weit angeschmolzen wurden, daß sie
in diese eindrangen und sich nach dem Erkalten mit ihr fest verbanden.
Nachteilig an diesem Verfahren ist, daß es zweistufig ausgeführt werden muß und daß es nur
niedrige Produktionsgeschwindigkeiten erlaubt, da sichergestellt werden muß, daß die Polymerkörper
nach dem Auftragen auch auf der bewegten Bahn getrennt voneinander liegenbleiben, um so mit
der ersten Materialbahn verbunden werden zu können.
Bei der Herstellung von Schichtstoffen, die aus einer Materialbahn und einer Schaumstoffbahn bestehen,
ist es bekannt, einen Kleber nur stellenweise aufzutragen. Ein punktförmiges Auftragen des Klebers
ist wohl kaum möglich, weil dieser sich sowohl auf der Bahn ausbreitet als auch in diese eindringt,
so daß beim Auflegen der anderen Bahn ein gleich-Verfahren zum Herstellen von Schichtstoffen
Anmelder:
Riegel Textile Corporation,
New York, N.Y. (V. St. A.)
New York, N.Y. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr.-Ing. F. Wuesthoff, Dipl.-Ing. G. Puls
ίο und Dr. E. v. Pechmann, Patentanwälte,
München 90, Schweigerstr. 2
ίο und Dr. E. v. Pechmann, Patentanwälte,
München 90, Schweigerstr. 2
Als Erfinder benannt:
Linton C. Reynolds, Ware Shoals, S. C. (V. St. A.)
Linton C. Reynolds, Ware Shoals, S. C. (V. St. A.)
mäßiges Eindringen des Klebers in beide Bahnen nicht gewährleistet ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen von Schichtstoffen für
Kleidungsstücke od. dgl. aus wenigstens zwei punktförmig miteinander verbundenen Materialbahnen
vorzuschlagen, das die Luftdurchlässigkeit der Schichten nicht beeinträchtigt und eine feste und
gleichmäßige Haftung der Schichten bewirkt.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß eine wärmehärtende thixotrope Polymermasse punktförmig
auf die erste Materialbahn aufgebracht wird. Wärmehärtende thixotrope Polymermassen sind
bekannt. Die Verwendung einer thixotropen Polymermasse hat aber den Vorteil, daß die auf die erste
Materialbahn aufgebrachten kleinen Polymerpunkte nach dem Aufbringen, wenn auf sie keine Kräfte
mehr wirken, einerseits an ihr festhaften, andererseits auf ihr erhabene Punkte auf Grund des thixotropen
Fließverhaltens bilden. Beim Aufbringen der thixotropen Polymermasse, bei der diese üblicherweise
durch kleine Öffnungen des Vorratsbehälters auf die Materialbahn gepreßt werden, verflüssigt sich
die Masse auf Grund der dabei auftretenden Scherkräfte so weit, daß sie in die Poren der ersten Materiallage
gut eindringen kann. Beim Auflegen der zweiten Materialbahn unter einem gewissen Anpreßdruck
werden in der oberen Kuppe jedes kleinen Polymerpunktes Scherkräfte erzeugt, die eine Verflüssigung
bzw. Viskositätserniedrigung mit sich bringen und das Eindringen der Polymertupfen in
die zweite Materialbahn ermöglichen. Da hierbei an der Unterseite der Polymertupfen keine Verflüssigung in dem Maß wie an der oberen Kuppe auftritt,,
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werden die Tupfen nur unwesentlich weiter in die erste Materialbahn eingedrückt, so daß im fertigen
Produkt die festen Polymerkörper etwa gleich weit in beide Materialbahnen hineinragen und diese fest
und dauerhaft miteinander verbinden, da sie an beiden festhaften. Nach dem Aufeinanderbringen der
beiden Materialschichten wird die Aushärtung der wärmehärtenden Polymermasse durch Anwendung
von Wärme beschleunigt, auch wenn viele wärmehärtende Polymermassen nach längerer Zeit ebenfalls
bei normalen Temperaturen ausgehärtet sind.
Es können auch zwei- und mehrlagige Schicht-Stoffe hergestellt werden. Als Materialbahnen kommen
Gewebe, Gestricke, Gewirke, Vliese, Schaumstoffolien od. dgl. in Frage. Es können Schaumstoffbahnen
von einer oder von beiden Seiten mit Textilbahnen kaschiert werden. Die Schichtstoffe haben
sich zur Herstellung von Kleidungsstücken od. dgl.. besonders bewährt, haben aber auch andere Verwendungsmöglichkeiten.
Eine gleichmäßige Flexibilität und Luftdurchlässigkeit erreicht man vorteilhaft, wenn die Polymerpunkte
in bekannter Weise in regelmäßiger geometrischer Anordnung aufgebracht werden, weil
dann Richtungseffekte, ebenso wie bei statistischer Anordnung, die jedoch schwieriger zu verwirklichen
ist, ausgeschieden werden können. Es wurde ferner festgestellt, daß, wenn die Polymermasse auf höchstens
25% der Materialbahnoberfläche aufgebracht wird, einerseits eine im Normalfall stets ausreichende
Festigkeit der Klebverbindung zwischen den Materialbahnen erreicht wird, andererseits die Atmungsfähigkeit und Luftdurchlässigkeit praktisch noch
nicht beeinträchtigt ist. Das punktförmige Aufbringen der Polymermasse erfolgt am zweckmäßigsten
mittels eines Rotations-Siebdruckverfahrens, wie es an sich bekannt ist.
Die Erfindung ist an Hand von Zeichnungen an mehreren vorteilhaften'Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Es stellt dar
F i g. 1 eine perspektivische Ansicht eines Schichtstoffes aus einer Gewebebahn und einer Schaumstoffolie,
bei dem eine Ecke der Gewebebahn abgehoben ist, so daß man die voneinander getrennten
kleinen Polymerpunkte erkennen kann, Fig. 2 einen Schnitt nach Linie2-2 der Fig. 1,
F i g. 3 eine perspektivische Ansicht eines dreilagigen Schichtstoffes mit einer Schaumstoffbahn
zwischen zwei Gewebebahnen,
F i g. 4 einen Schnitt nach Linie 4-4 der F i g. 3 und
F i g. 5 eine vereinfachte perspektivische Ansicht einer Vorrichtung zur Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Der in den F i g. 1 und 2 dargestellte Schichtstoff besteht aus einer oberen Gewebebahn 10 und einer
unteren Schaumstoffolie 12, z. B. aus Polyurethan, welche durch kleine Polymerkörper 14 miteinander
verklebt sind. Wie sich aus F i g. 2 ergibt, sind die Polymerkörper 14 etwas erhöht und ragen in die
Oberfläche der Gewebebahn 10 und die der Schaumstoffolie 12 gleichermaßen hinein. Sie sitzen in Spalten,
Zwischenräumen und Poren der Gewebebahn und der Schaumstoffolie und schaffen auf diese
Weise die sehr haltbare Verbindung. Da die Polymerkörper 14 voneinander getrennt sind und keine
zusammenhängende Schicht zwischen den Bahnen 10 und 12 bilden, verändern sie weder die Eigenheiten
der Bahnen noch reduzieren sie die Atmungsaktivität.
Wie schon angedeutet, führt die Thixotropie der punktförmigen Polymerteilmengen dazu, daß sie in
die Poren der Bahn, auf die sie aufgebracht werden, fließen und außerdem aus der Oberfläche herausragen,
so daß sie dann, wenn die zweite Materialbahn aufgebracht wird, in die Poren dieser Bahn
eindringen können, ohne daß sie in der ersten Bahn versinken. Bei Hitzeanwendung verbinden sich die
zunächst weichgestellten Polymerpunkte fest mit den beiden Bahnen und stellen nach der Aushärtung die
kräftige und haltbare Verbindung her.
Der dreilagige Schichtstoff gemäß den Fig. 3
und 4 besteht aus der obersten Gewebebahn 16, der Zwischenbahn 18 aus porösem Polyurethan und der
unteren Gewebebahn 20, die alle über kleine Polymerkörper 22, die den Polymerkörpern 14 des
Schichtstoffes gemäß F ig. 1 gleichen können, miteinander verbunden sind. Dieser dreilagige Schichtstoff
kann in zwei Stufen hergestellt werden, wobei in der ersten Stufe die obere Bahn 16 mit der Zwischenbahn
18 und in der zweiten Stufe die untere Gewebebahn 20 mit den anderen beiden Schichten
verbunden wird, wobei dann die Polymerpunkte 22 auf die Oberfläche der unteren Gewebebahn 20 aufgebracht
werden und die freie Oberfläche der Schaumstoffbahn 18 des zuvor erzeugten zweilagigen
Schichtstoffs mit der Gewebebahn 20 und den Polymertupfen 22 unter Anwendung von Druck und
Wärme verbunden wird.
Eine geeignete Vorrichtung zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigt Fig. 5. Hier
wird eine Baumwollgewebebahn 16 von einer Vorratsrolle 18 abgezogen. Sie läuft dann unter einer
rotierenden Siebdrucktrommel 20 entlang, wobei die Polymermasse .28 in Form von Punkten 22 mittels
des Streichblatts 24 auf die Bahn 16 aufgedruckt wird. Hinter der Siebdrucktrommel 20 wird auf die
mit den Punkten 22 versehene Bahn 16 eine von einer Vorratsrolle 32 abgezogene Polyurethanschaumstoffolie
30 aufgebracht. Diese Folie wird mittels der beiden Druckrollen 34 unter einem gewissen
Anpreßdruck auf die Bahn 16 aufgelegt, was zur Folge hat, daß die Punkte 22 in die Schaumstofffolie
30 eindringen, so daß beide Bahnen nach Durchlaufen eines Wärmeofens 38, in dem die Polymermasse
zur Härtung gebracht wird, fest miteinander verbunden sind, so daß der Schichtstoff 40
auf die Rolle 42 aufgewickelt werden kann.
Bei diesem Beispiel hatte die Schaumstoffolie eine Dicke von 2,4 mm. Die Tupfen 22 hatten einen
Durchmesser von etwa 1,1 mm und einen Abstand von 1,2 mm voneinander. Die Polymerbedeckung
der Bahnen betrug etwa 25 °/o.
Für die Ausführung des Verfahrens kommen weichgestellte wärmehärtende thixotrope Polymermassen
in Frage. Eine vorteilhafte Polymermasse hat folgende Zusammensetzung:
90 Teile wäßrige Acrylpolymerdispersion (92,5 °/o Äthylacrylat, 5°/o Methylmethacrylat und
2,5 o/o Acrylsäure),
10 Teile butyliertes Methanol-Melamin-Harz,
1 Teil 28°/oiges Ammoniak.
1 Teil 28°/oiges Ammoniak.
Das Ammoniak dient zur Einstellung eines pH-Wertes von etwa 8 oder 9, um die Viskosität zu be-
einflussen. Die Ammoniakmenge kann variiert werden.
Zur Aushärtung dieser Polymermasse wird im Wärmeofen 38 eine Temperatur von 250° C eingestellt
und die Durchlaufgeschwindigkeit so gewählt, daß der Schichtstoff den Ofen in etwa 1 Minute
durchläuft.
Der auf die beschriebene Weise hergestellte Schichtstoff ist sehr haltbar und strapazierfähig,
auch nach dem Waschen oder Reinigen. Seine Festigkeit und Haltbarkeit sind durch das Polymer wesentlich
erhöht. Der Schichtstoff kann ferner mit etwa 240° C gebügelt und dampfgepreßt werden, ohne
daß sich dieses nachteilig auswirkt. Die Verbindung ist auch lichtecht. Schließlich sind die Polymerkörper
nicht durch das Gewebe oder den Schaumstoff zu sehen.
Claims (5)
1. Verfahren zum Herstellen von Schicht- ao stoffen für Kleidungsstücke od. dgl. aus wenigstens
zwei Materialbahnen, die punktförmig miteinander verbunden sind, bei dem auf eine erste
mit einzelnen voneinander getrennten kleinen Polymerteilmengen versehene Materialbahn eine
zweite Materialbahn aufgebracht und die Bahnen anschließend unter Anwendung von Druck und
Wärme miteinander verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, daß eine .wärmehärtende
thixotrope Polymermasse auf die erste Materialbahn aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymerpunkte in regelmäßiger
geometrischer Anordnung aufgebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymermasse auf höchstens
25°/o der Materialbahnoberfläche aufgebracht wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymermasse
in bekannter Weise mittels eines Rotations-Siebdruckverfahrens aufgebracht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß für die eine
Materialbahn eine Schaumstoffolie verwendet wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschriften Nr. 1104 921,
324;
deutsches Gebrauchsmuster Nr. 1 827 500.
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Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
709 638/372 8. 67 © Bundesdruckerei Berlin
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER35912A DE1248006B (de) | 1963-08-16 | 1963-08-16 | Verfahren zum Herstellen von Schichtstoffen |
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| DE1248006B true DE1248006B (de) | 1967-08-24 |
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| DER35912A Pending DE1248006B (de) | 1963-08-16 | 1963-08-16 | Verfahren zum Herstellen von Schichtstoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1248006B (de) |
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