DE1247536B - Handhaekelverfahren und Haekelnadel zur Durchfuehrung des Verfahrens - Google Patents
Handhaekelverfahren und Haekelnadel zur Durchfuehrung des VerfahrensInfo
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Description
Int. Cl.:
D04d
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 25c-2
Nummer: 1247 536
Aktenzeichen: H 44812 VII a/25 c
Anmeldetag: 7. Februar 1962
Auslegetag: 17. August 1967
Die Erfindung betrifft ein Handhäkelverfahren und eine Häkelnadel zur Durchführung des Verfahrens.
Bei den bekannten Handhäkelverfahren wird mit einer einen Haken aufweisenden Häkelnadel gearbeitet.
Zur Maschenbildung muß jeweils der von der einen Hand geführte Faden in den durch die alten
Maschen gestochenen Haken der Häkelnadel eingelegt werden. Die Hand- und Fingerhaltung, einerseits,
um den Faden zu spannen, andererseits, um die Häkelware zu halten, sind verhältnismäßig kompliziert.
Erfindungsgemäß wird dieser Nachteil dadurch vermieden, daß zur Bildung der jeweils neuen Maschen
der durch das Öhr einer Nadel geführte Faden mittels der Nadel durch mindestens eine schon gebildete
Masche geschoben, die so gebildete neue Masche von Hand festgehalten und dann die Nadel
unter Verschiebung längs des Fadens aus der alten Masche wieder herausgezogen wird. Die Handhaltung
und der Ablauf der Handbewegungen beim Häkeln sind durch die Erfindung sehr erleichtert und
vereinfacht. Ferner fallen Häkelwaren aus starken Fäden und mit weiten Maschen unter sonst gleichen
Voraussetzungen gleichmäßiger aus als bisher.
Die USA.-Patentschrift 2 399 264 beschreibt zwar bereits ein Verfahren zur Maschenbildung, bei welchem
der von einer Nadel geführte Faden mittels der Nadel durch die alten Maschen geschoben wird.
Es handelt sich aber um ein Handstrickverfahren, bei dem die neuen Maschen einer ganzen Maschenreihe
mit Hilfe von besonderen Mitteln, wie z. B. Stiften, gehalten werden. Beim Handhäkeln wird ohne eine
solche Vorrichtung gearbeitet, da es in der Natur der Häkelware liegt, daß sich immer nur eine Masche
auflösen kann und deshalb immer nur diese eine Masche gehalten werden muß. Dafür ist eine bestimmte
Hand- und Fingerhaltung notwendig, auf die es umgekehrt beim Stricken, wie es in der USA.-Patentschrift
beschrieben ist, nicht ankommt. Dieses bekannte Strickverfahren, das eine den Faden führende
Nadel benützt, ließ daher nicht erkennen, daß die erfindungsgemäße Benützung der den Faden führenden
Nadel beim Handhäkeln die weiter oben genannten Vorteile mit sich bringen würde.
Während bei dem Verfahren nach der USA.-Patentschrift eine Hohlnadel verwendet wird, deren
Röhrchen der Faden ein Stück hinter der Spitze durch eine Öffnung zugeführt wird und die Maschenweite durch den Abstand der in zwei Reihen angeordneten
Stifte der Zusatzvorrichtung bestimmt ist, ist die Häkelnadel zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens mit einem Öhr versehen, hinter Handhäkelverfahren und Häkelnadel zur
Durchführung des Verfahrens
Durchführung des Verfahrens
Anmelder:
Angela Huber, geb. Plötzeneder,
Salzburg (Österreich)
Vertreter:
Dipl.-Ing. G. Gollrad, Patentanwalt,
München 22, Herrnstr. 14
Als Erfinder benannt:
Angela Huber, geb. Plötzeneder,
Salzburg (Österreich)
Beanspruchte Priorität:
Österreich vom 8. Februar 1961 (A 1033/61)
dem ein Anschlag vorgesehen ist, z. B. in Form eines den Nadelschaft umgebenden Ringes mit einem
Bund. Dieser Anschlag, der in veränderbarer Entfernung von dem Öhr auf dem Nadelschaft feststellbar
ist, bestimmt die Maschenweite. Ein solcher die Maschenweite bestimmender Anschlag kann bei den
herkömmlichen, einen offenen Haken aufweisenden Häkelnadeln nicht angebracht werden.
Die Häkelnadel kann ferner einen Halter, in den der Nadelschaft eingesetzt ist und dessen vorderes
Ende abgeflacht ist, aufweisen, und die Achse des Öhrs kann um etwa 45° zur Abflachung schräg verlaufen.
Diese Ausbildung hat sich für das Arbeiten mit der Nadel als besonders günstig erwiesen.
Nachfolgend sind erfindungsgemäß ausgestaltete Häkelnadelausführungsformen und Ausführungsbeispiele
des Handhäkelverfahrens nach der Erfindung an Hand der Zeichnung beschrieben. In dieser zeigen
Fig. 1 und 2 eine Ansicht bzw. einen Schnitt
einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Häkelnadel,
F i g. 3 eine Ansicht einer zweiten Ausführungsform mit eingefädeltem Faden,
F i g. 4 und 5 je eine Ansicht einer dritten Ausführungsform,
Fig. 6 bis 8 Schnitte in vergrößertem Maßstab nach den Linien VI-VI, VII-VII bzw. VIII-VIII in
F i g. 4,
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3 4
Fig. 9 bis 18 aufeinanderfolgende Schritte einer (Fig. 10), und zwar so weit, bis der Bund 5 an die
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Häkel- Masche 21 stößt. Nun hält man mit dem Daumen
Verfahrens, und Zeigefinger der linken Hand die Masche 22 fest
Fig. 19 und 20 den gleichen Verfahrensschritt und zieht die Nadel unter Verschiebung längs des
bei zwei verschiedenen Ausführungsformen des erfin- 5 Fadens aus der Anfangsmasche wieder heraus
dungsgemäßen Häkelverfahrens und (Fig. 11). Zur Bildung der nächsten Masche23
Fig. 21 bis 23 aufeinanderfolgende Schritte einer stößt man nun die Nadel 1 in Richtung des Pfeiles
weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen in Fig. 11 durch die zuletzt gebildete Masche22,
Häkelverfahrens. und zwar wieder bis zum Bund 5, hält wieder diese
Bei der Ausführungsform gemäß den F i g. 1 und 2 io Masche leicht mit der Hand fest (F i g. 12) und zieht
einer zur Durchführung des erfindungsgemäßen die Nadel zurück. Diesen Vorgang wiederholt man,
Handhäkelverfahrens dienenden Häkelnadel ist der bis ein Maschenstäbchen in der gewünschten Länge
Nadelschaft 1 mit einer üblichen abgerundeten der Häkelware fertiggestellt ist (F i g. 13). Durch
Spitze 2 versehen. Abweichend von den bisher be- entsprechendes Vorschieben des Bundes 5 kann man
kannten Häkelnadeln ist jedoch hinter dieser Spitze 15 die gewünschte Maschenlänge einstellen,
ein Öhr 3 für den Faden vorgesehen. Hinter dem Nun wendet man die Häkelware in üblicher Weise
öhr 3 ist ein Anschlag angeordnet, der aus einem und hält dabei die letzte Masche 30 fest, so daß sie
Ring 4 besteht, der mit einem auf der Seite des Öhrs gemäß Fig. 14 aus der Häkel ware heraussteht und
liegenden Bund 5 mit größerem Durchmesser als nach rechts gelegt ist. Dann stößt man die Nadel
demjenigen des Ringes 4 versehen ist. Der Ring 4 20 durch die drittletzte Masche 28 und die letzte Masche
kann mittels einer Klemmschraube 6 in veränder- 30 (F i g. 15) und zieht aus dieser die Nadel längs
barer Entfernung von dem öhr 3 an dem Nadel- des Fadens zurück, während wieder die nun neu
schaft 1 festgeschraubt werden. gebildete Masche 31 festgehalten wird (F i g. 16).
Die Ausführungsform der Häkelnadel gemäß Dann häkelt man weiter, indem man die Nadel durch
F i g. 3 unterscheidet sich von jener nach den F i g. 1 25 die Masche 27 des ersten Maschenstäbchens und die
und 2 bloß dadurch, daß bei ihr der Ring 4 keinen Masche 31 hindurchstößt usw. (F i g. 17).
Bund aufweist. Mit 7 ist ein durch das öhr gezoge- Vor dem Beginn des nächsten Maschenstäbchens
ner Faden, der vorzugsweise ein Wollfaden sein muß man wieder darauf achten, daß die Randmasche
kann, bezeichnet. 40 nicht vergessen wird (F i g. 18), dann wendet
Bei der Ausführungsform der Nadel nach den 3° man wieder und häkelt das dritte Maschenstäbchen,
F i g. 4 bis 8 ist der Nadelschaft 1 in einen Halter 8 wie bereits beschrieben.
eingesetzt, der im wesentlichen die Form eines mit In den Fig. 9 bis 18 ist die Häkelware zwecks
Längsrippen 9 versehenen Zylinders hat (siehe besserer Verständlichkeit der einzelnen Vorgänge
F i g. 8). An seinem mittleren Teil sind zwei einander ganz locker dargestellt. In der Praxis haben die
diametral gegenüberliegende Flächen 10 ausgebildet, 35 Maschen dieser Ware die in Fig. 19 dargestellte
die beispielsweise zur Anbringung einer Beschriftung Form. Die stark ausgezogene Linie bezeichnet in
aber auch zur Erleichterung des Haltens der Nadel dieser Figur den Weg der Nadel beim Einführen in
dienen. An seinem vorderen Ende 11 ist der Halter 8 eine alte und in die zuletzt gebildete, noch mit der
breitgedrückt, so daß sein Querschnitt die Form Hand gehaltene Masche. Die dünn ausgezogene Linie
eines flachen, an den Schmalseiten abgerundeten 4° gibt den Nadelweg bei der Bildung der darauffolgen-
Rechteckes aufweist (siehe Fig. 7). Die Achse 13 den Masche an.
des Nadelöhrs 3 ist dabei um 45° gegen die lot- F i g. 20 stellt das gleiche dar wie F i g. 19, jedoch
rechte Mittelebene 12 des breitgedrückten Endes 11 mit einer etwas anderen Führung der Nadel durch
geneigt (F i g. 4), was die Fadenführung beim Häkeln die alte Masche, wodurch ein anderes Muster enterleichtert
und letzteres beschleunigt. Bei dieser Aus- 45 steht.
führungsform ist der Anschlag in Form eines Rin- Gemäß Fig. 21 bis 23 wird eine weitere Häkel-
ges 5 ausgebildet, der mit Klemmsitz auf dem Nadel- ware in der Weise hergestellt, daß die erste Reihe
schaft 1 angeordnet und unter Überwindung der wie nach den Fig. 9 bis 13 gehäkelt wird, nach
Klemmung verschiebbar ist. Beendigung des ersten Maschenstäbchens aber Ma-
Der Anschlag könnte auch aus einem auf den 5° sehen wie bei einer Strickware gebildet werden. Zu
Schaft 1 aufgeschobenen Gummiröhrchen oder aus diesem Zweck läßt man die Randmasche 30' auf-
einer Hülse aus Kunststoff bestehen. recht stehen und stößt dann mit der Nadel jeweils
Die erfindungsgemäß ausgebildete Nadel kann aus nur durch die nächste Masche 28 der vorhergehen-Metall
oder Kunststoff hergestellt werden. Außer den Reihe hindurch, nicht aber auch noch durch
zum Häkeln kann man sie auch zum Sticken oder 55 die jeweils zuletzt gebildete Masche, wie z. B. die
Stopfen verwenden. Außer Wolle kann mit ihr auch Randmasche 30'. Man hält die dadurch entstehenden
Seide, Zwirn oder Bast verarbeitet werden. Maschen 30', 31' usw. fest (F i g. 21). Nach Fertig-
Das erfindungsgemäße Handhäkelverfahren kann stellung der Strickmaschenreihe wendet man, und
mit einer Häkelnadel der vorstehend beschriebenen jetzt wird wieder in üblicher Weise gehäkelt, wobei
Art auf verschiedene Weise durchgeführt werden, 60 man die Nadel jeweils durch eine Strickmasche und
um verschieden gemusterte Häkelware zu erhalten. die zuletzt gebildete Häkelmasche zieht (F i g. 22).
Man beginnt die Häkelarbeit, indem man zunächst Am Ende des Häkelmaschenstäbchens läßt man wieeine
Schlinge oder Anfangsmasche 21 bildet, und der eine Strickmasche 40' stehen, um wieder eine
zwar entweder mit einem Knoten 20 nach F i g. 9 Reihe derartiger Maschen 40', 41' zu bilden
oder durch bloßes Umlegen des Fadenendes, wobei 65 (F i g. 23). Man kann aber auch ohne Wenden zuder
zu verhäkelnde Faden 7 rechts liegen soll. Nun rückhäkeln.
wird die erste Häkelmasche 22 gebildet, indem man Es lassen sich die verschiedensten Häkelmuster
die Nadel durch die Anfangsmasche 21 stößt durch entsprechende Änderung der Arbeitsweise er-
zielen. So kann man, wie aus den Fig. 19 und 20 hervorgeht, mit der Häkelnadel entweder von vorne
oder von hinten durch die bereits gebildete Häkelware hindurchstoßen oder diese beiden Arten zu
häkeln abwechseln lassen, auch kann man jeweils eine oder zwei Strickmaschen einfügen oder auch
Maschen überspringen.
Claims (4)
1. Handhäkelverfahren, dadurchgekennzeichnet, daß zur Bildung der jeweils neuen
Maschen der durch das öhr einer Nadel geführte Faden mittels der Nadel durch mindestens eine
schon gebildete Masche geschoben, die so gebildete neue Masche von Hand festgehalten und
dann die Nadel unter Verschiebung längs des Fadens aus der alten Masche wieder herausgezogen
wird.
2. Häkelnadel zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, ao
daß sie mit einem öhr (3) versehen ist, hinter dem ein Anschlag vorgesehen ist, z. B. in Form eines
den Nadelschaft (1) umgebenden Ringes (4) mit einem Bund (5).
3. Häkelnadel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag in veränderbarer
Entfernung von dem öhr (3) auf dem Nadelschaft (1) feststellbar ist.
4. Häkelnadel nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das vordere Ende (11)
eines Halters (8), in den der Nadelschaft (1) eingesetzt ist, abgeflacht ist und die Achse (13) des
Öhrs (3) um etwa 45° zur Abflachung (11) schräg verläuft.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 421132;
schweizerische Patentschrift Nr. 285101;
USA.-Patentschrift Nr. 2 399 264.
Deutsche Patentschrift Nr. 421132;
schweizerische Patentschrift Nr. 285101;
USA.-Patentschrift Nr. 2 399 264.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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