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DE1245589B - Verfahren zur Herstellung von unloeslichen Folien, Fasern oder Faeden aus Poly-beta-lactamen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von unloeslichen Folien, Fasern oder Faeden aus Poly-beta-lactamen

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Publication number
DE1245589B
DE1245589B DE1965F0046228 DEF0046228A DE1245589B DE 1245589 B DE1245589 B DE 1245589B DE 1965F0046228 DE1965F0046228 DE 1965F0046228 DE F0046228 A DEF0046228 A DE F0046228A DE 1245589 B DE1245589 B DE 1245589B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
lactams
thread
threads
solution
poly
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1965F0046228
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Claus Beermann
Dr Erwin Schmidt
Dr Ernst Hoeroldt
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Hoechst AG
Original Assignee
Hoechst AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hoechst AG filed Critical Hoechst AG
Priority to DE1965F0046228 priority Critical patent/DE1245589B/de
Priority to BE681978D priority patent/BE681978A/xx
Publication of DE1245589B publication Critical patent/DE1245589B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G69/00Macromolecular compounds obtained by reactions forming a carboxylic amide link in the main chain of the macromolecule
    • C08G69/02Polyamides derived from amino-carboxylic acids or from polyamines and polycarboxylic acids
    • C08G69/08Polyamides derived from amino-carboxylic acids or from polyamines and polycarboxylic acids derived from amino-carboxylic acids
    • C08G69/14Lactams
    • C08G69/22Beta-lactams
    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01FCHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
    • D01F6/00Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof
    • D01F6/58Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from homopolycondensation products
    • D01F6/60Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from homopolycondensation products from polyamides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Textile Engineering (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Artificial Filaments (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von unlöslichen Folien, Fasern oder Fäden aus Poly-,ß-lactamen Es ist bekannt, daß man Poly-N-vinylisocyanat durch radikalische Copolymerisation mit Styrol oder Acrylnitril in unlösliche Formkörper überführen kann. Derartigen Produkten fehlen jedoch die wesentlichen Eigenschaften faserbildender Polyamide, z. B. die Fähigkeit zur Ausbildung von Wasserstoffbrückenbindungen der Amidgruppen untereinander, da die durch Vinylgruppen substituierten Amidstickstoffatome keinen Wasserstoff mehr tragen. Weiterhin ist es bekannt, durch Polykondensation von Aminocarbonsäuren, Diaminen und Dicarbonsäuren, die aromatisch gebundene Acrylsäurereste enthalten, vernetzbare Polyamide darzustellen. Derartige Produkte besitzen jedoch nur geringe Polymerisationsgrade und sind wegen ihrer geringen Löslichkeit bereits vor der Vernetzung schwer zu verarbeiten.
  • Es wurde nun gefunden, daß man unlösliche Folien, Fasern oder Fäden aus Poly-US-lactamen herstellen kann, wenn man Poly-B-lactame, die aus ß-Lactamen mit am Stickstoff noch einem Wasserstoffatom und olefinischen Doppelbindungen in den Seitengruppen durch anionische Polymerisation oder Copolymerisation mit gesättigten ß-Lactamen erhalten worden sind, aus Lösung oder Schmelze verformt und während oder nach der Verformung durch Aktivierung der olefinischen Doppelbindung nach an sich bekannten Verfahren vernetzt.
  • Die Vernetzung durch Aktivierung der olefinischen Doppelbindungen kann nach einem der folgenden bekannten Verfahren durchgeführt werden: 1. Erhitzen der Lösung beim Verformen, z.B. während eines Trockenspinnprozesses auf 50 bis 350"C, oder thermische Nachbehandlung von vorgefertigten Folien oder Fäden bei 50 bis 350"C; 2. Einwirkung energiereicher Strahlung, wie ultravioletten Lichtes, y-Strahlen oder p-Strahlen.
  • Diese führen bereits bei sehr tiefen Temperaturen zur Aktivierung olefinischer Doppelbindungen. Vorteilhaft können dabei Sensibilísatoren zugesetzt werden; 3. Einwirkung radikalbildender Verbindungen, wie Sauerstoff, Ozon, Wasserstoffperoxyd, Peressigsäure, Benzoylperoxyd, Ammoniumpersulfat oder Azoisobutyronitril; 4. Einwirkung von Schwermetallsalzen oder -oxyden, auch komplexen Aufbaus, Mangan-, Kobalt-, Blei-Oleat oder -Linolat, die besonders vorteilhaft mit den unter 3 erwähnten radikal- bildenden Verbindungen zusammen verwendet werden; 5. Einwirkung katalytisch wirkenderRedoxsysteme, wie Ammoniumpersulfat-Natriumbisulfat; 6. Einwirkung von Vulkanisatoren oder Vulkanisationsbeschleunigern. Als solche kommen in Frage: Ammonium- oder Alkalipolysulfide, elementarer Schwefel in Lösung oder Substanz, Thioharnstoffderivate, Thiocarbonsäureamide, Thiuram, Thiuramdisulfid, Polythionate oder Dischwefeldichlorid.
  • Eine Vernetzung kann z. B. auch durch Amine oder Polyamine bewirkt werden. Es ist auch möglich, aminogruppenhaltige ß-Lactame als Mischkomponenten einzupolymerisieren, die dann mit den Doppelbindungen reagieren.
  • Als besonders vorteilhaft hat sich die Vernetzung durch thermische Behandlung und gegebenenfalls Vulkanisation erwiesen.
  • Den Polyamiden können auch weitere Substanzen zugesetzt werden, die ihrerseits Doppelbindungen enthalten und so bei der Vernetzung mit eingebaut werden. Hierfür eignen sich z. B. Acrylnitril, Acrylsäure- oder Methacrylsäuremethylester, Styrol, Allylmethyläther, Allylglycidyläther oder Diallyläther.
  • Die obige Aufzählung ist nur beispielhaft und nicht begrenzend. Die Uberführung in unlösliche Produkte kann auch vorteilhaft durch Kombination mehrerer der genannten Härtungsmethoden erzielt werden.
  • Für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eignen sich alle Homo- oder Mischpolymerisate von A-Lactamen mit ungesättigten Seitengruppen. Insbesondere geeignet sind Homo- oder Mischpolymerisate von ß-Lactamen, deren Lactamringe in a- oder p-Stellung zur Carbonylgruppe bis zu vier Substituenten tragen, die zusammen bis zu sechs aliphatisch gebundene Kohlenstoffatome und eine olefinische Doppelbindung enthalten. Zum Beispiel können folgende Monomeren einpolymerisiert sein: Besonders vorteilhaft sind beispielsweise Polymerisate, die unter Verwendung von 4-Vinylazetidin-2-on und den beiden polycyclischen Lactamen folgender Formel hergestellt worden sind: da diese Monomeren leicht und in guter Ausbeute zugänglich sind.
  • Diese und andere in den Substituenten ungesättig ten ß-Lactame können mit gesättigten ß-Lactamen copolymerisiert sein Je nach Wahl der Polymers sationskomponenten und dem erzielten Vernetzungsgrad kann man die Verarbeitbarkeit des Polymermaterials sowie die textilen Eigenschaften der Fäden, z. B. Knittererholung, Quellbarkeit, Erweichungsbereich oder Schrumpfverhalten, weitgehend beeinflussen.
  • Als Komponenten für die Mischpolymerisation, die selbst keine Doppelbindungen enthalten, sind geeignet alle bekannten ß-Lactame, soweit sie am Stickstoff noch ein Wasserstoffatom tragen, z. B.
  • Azetidinon, SMethylazetidinon, Athylazetidinon, 4-Propylazetidinon, 4-Butylazetidinon, 4-Hexylazetidinon, 4-Octylazetidinon, 4-Decylazetidinon, 4Phenylazetidinon, 4 - (p - Chlorphenyl) - azetidinon, 4-(p-Aminophenyl)-azetidinon, 4-(m-Aminophenyl)-azetidinon, 3,3 - Dimethylazetidinon, 3,4- Dimethylazetidinon, 4-Methyl-4-neopentylazetidinon, 4-Methyl-3,3-dimethylazetidinon, 4-Propyl- 3,3 - dimethylazetidinon, 4 - Phenyl - 3,3 - dimethylazetidinon, 3,4- (Tetra- methylen) - azetidinon, 3,4- (Cyclo -pentylen - 1,3) - azetidinon, 4- Phenoxymethyl -4 - methylazetidinon oder 3,3,4,4-Tetramethylazetidinon.
  • Auch Polymerengemische können nach dem Verfahren der Erfindung verarbeitet werden.
  • Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die Polymerisate oder Copolymerisate aus ihren Lösungen oder Schmelzen zu Fäden, Fasern, Folien oder anderen Formteilen verarbeitet. Die Fäden können demgemäß nach einem Trocken- bzw. Naßspinnverfahren oder bei Verwendung niedrigschmelzender Polymerisate auch nach einem Schmelzspinnverfahren erhalten werden. Die Folien oder Formteile werden auf analoge Weise hergestellt, z. B. durch Ziehen aus ihren Lösungen bzw. Schmelzen.
  • Die Verarbeitung aus Lösung ist besonders vorteilhaft, da sie eine Verformung bei niedrigen Temperaturen ermöglicht. Bei Verformung aus der Schmelze ist es erforderlich, die Anteigperiode bis zum Fließbereich möglichst kurz zu halten, um eine vorzeitige Vernetzung zu vermeiden.
  • Welches Lösungsmittel für die Verarbeitung aus Lösung besonders geeignet ist, hängt von den Eigenschaften des verwendeten Polymeren sowie den Härtungsbedingungen und der Löslichkeit der Zuschläge ab. Allgemein anwendbar und besonders vorteilhaft sind ausgesprochene Polyamidlöser, wie Trifluoräthanol, Phosphorsäuretrisdimethylamid, Phenol, Calciumrhodanid-Methanol oder Schwefelsäure, vorzugsweise konzentrierte Ameisensäure.
  • Gegebenenfalls können auch Lösungsmittelgemische mit Vorteil eingesetzt werden.
  • Zum Herstellen der Lösungen wird das zerkleinerte Polymerisat vorteilhaft in einem geschlossenen Gefäß mit der berechneten Menge Lösungsmittel bei Zimmertemperatur bis zum völligen Lösen gerührt. Je nach dem Molekulargewicht des eingesetzten Polymeren werden 5- bis 500/oige Lösungen versponnen.
  • Die Spinnlösungsviskosität wird nach der in der Viskoseindustrie gebräuchlichen Kugelfallmethode bestimmt. Bei Verwendung von Stahlkugeln (DIN 5401, Durchmesser 2,5 mm; Sorte i5 SKF) soll die Kugelfallzeit bei 200 C für eine Fallstrecke von 20 cm zwischen 20 und 400 Sekunden liegen, vorzugsweise zwischen 30 und 200 Sekunden. Zur Kontrolle des Polymerisationsgrades wird die relative Viskosität einer 1 0/obigen Lösung des Polymeren in konzentrierter Schwefelsäure bei 20"C gemessen; sie kann zwischen 4 und 100 schwanken. Die Lösungen können sowohl durch Edelmetalldüsen als auch durch Glasdüsen versponnen werden. Lochzahl und Lochdurchmesser werden entsprechend dem gewünschten Fadentiter variiert.
  • Die Herstellung von unlöslichen Fäden, Fasern oder Folien nach dem erfindungsgemäßigen Verfahren kann im Prinzip auf zwei Wegen erfolgen.
  • Der erste Weg liefert bereits nach dem Verformungsprozeß völlig unlösliche Fäden oder Folien, während nach dem zweiten Weg die erhaltenen Verformungsprodukte, wie Fäden, Fasern oder Folien, noch in dem Lösungsmittel, aus dem sie verformt wurden, voll löslich sind und erst in einer eventuell zeitlich und räumlich getrennten Phase nach weiterer Verarbeitung, z. B. zu Geweben oder Uberzügen, durch eine entsprechende Nachbehandlung in den unlöslichen Zustand übergeführt werden.
  • Beispielsweise kann eine Lösung von Poly-4vinylazetidin-2-on in Ameisensäure durch eine Düse in ein wäßriges Koagulationsbad gepreßt werden und das gebildete Fadenbündel über Walzentrios abgezogen und nach dem Verstrecken und Waschen aufgewickelt werden. Der so erhaltene Faden ist in Ameisensäure noch einwandfrei löslich. Wird der Spinnprozeß jedoch dahingehend abgeändert, daß man den gewaschenen Faden in verstrecktem Zustand direkt über 250 bis 300"C heiße Bügeleisen oder durch einen entsprechend hochtemperierten Schlitzofen leitet, so resultieren unlösliche Fäden.
  • Der Vernetzungsgrad der Fäden oder Folien kann von noch quellbaren bis völlig unlöslichen Produkten durch Variieren der Behandlungsdauer 0,5 Sekunden bis 48 Stunden und der Behandlungstemperatur (30 bis 300"C) genau eingestellt werden. Zur Kontrolle des Lösezustandes wurde die »kritische Lösezeit« des Fadens nach der aus der Textiltechnik bekannten Methode bestimmt. Unter der »kritischen Lösezeit« versteht man die Zeitdauer vom Eintauchen einer gering belasteten Fadenschlinge in das Lösungsmittel bis zum Abfallen des Massestückes. Das Prüfgerät darf zu diesem Zweck keine Fehler aufweisen. Die Temperatur des Lösungsmittels muß durch einen Thermostaten konstant gehalten werden.
  • In den folgenden Beispielen soll der Gegenstand der vorliegenden Erfindung näher erläutert werden.
  • Beispiel 1 Eine Lösung von 13 Gewichtsteilen Poly-4-vinylazetidin-2-on der relativen Viskosität 35,70 (gemessen an einer 1°/Oigen Lösung in konzentrierter Schwefelsäure bei 20°C) in 87 Gewichtsteilen 98 0/obiger Ameisensäure wird mittels einer Gold-Platin-Düse der Lochzahl 60 und des Lochdurchmessers 80 p in ein Wasser enthaltendes Fällbad versponnen. Die Viskosität der Spinnlösung beträgt nach der Kugelfallmethode (Stahlkugeln, Durchmesser 2,5) bei 20"C 118 Sekunden. Die Fällimmersionsstrecke ist 70 cm lang. Die Spinnlösung wird aus einem Autoklav mit 3,4 atom (Stickstoff) über einen Spinnbogen in das 20"C warme Fällbad gedrückt und mit einer Geschwindigkeit von 1,87 m/Min. über Walzentrios abgezogen. Nach Verlassen des Abzugstrios wird der Faden unter einer Verstreckung von 1 : 6,22 über ein 80 cm langes Bügeleisen von 250"C geleitet.
  • Die Fadenverweilzeit auf dem Bügeleisen liegt bei 4 Sekunden. Der so behandelte Faden kann anschließend sofort aufgespult werden und ist völlig trocken.
  • Er ist in Ameisensäure nicht mehr löslich. Der hochglänzende Faden besitzt eine Reißfestigkeit von 2,6 den, eine Reißdehnung von 5,8°/o, einen Anfangsmodul von 55 g/den und eine Fließspannung von 1,2 g/den. Der Gesamttiter beträgt 96 den, der Einzeltiter 1,6 den. Die »kritische Lösezeit« des Fadens konnte nicht bestimmt werden. Eine mit einem Grammgewicht belastete Fadenschlinge war nach einer Eintauchzeit von 24 Stunden in konzentrierter Ameisensäure noch nicht gerissen.
  • Beispiel 2 Eine Lösung von 17,3 Gewichtsteilen 4-Polyvinylazetidin-2-on der relativen Viskosität 12,9 (gemessen an einer 1 Obigen Lösung in konzentrierter Schwefelsäure bei 20"C) in 82,7 Gewichtsteilen 980/obiger Ameisensäure wird durch eine Gold-Platin-Düse mit der Lochzahl 60 und dem Lochdurchmesser 70 p mit einem Druck von 1,5 bis 1,8 atm in Wasser von 23"C gesponnen. Die Viskosität der Spinnlösung beträgt bei 20"C 32 Kugelfallsekunden. Die Fällimmersionsstrecke ist 120 cm lang. Das Fällbad wird mit einer Geschwindigkeit von 10 1/Std. im Gegenstrom zur Fadenrichtung geführt. Das koagulierte Fadenbündel wird mit 2,63 m/Min. über Walzentrios abgezogen und über eine Luftstrecke von 180 cm bei 20"C auf das Fünffache seiner ursprünglichen-Länge verstreckt und anschließend mit geringem Schrumpf aufgewickelt. Der erhaltene Faden ist von hoher Transparenz. Seine Reißfestigkeit beträgt 1,9 g/den bei einer Bruchdehnung von 11,60/0, einem Anfangsmodul von 58 g/den und einer Fließspannung von 0,9 g/den. Der Gesamttiter des Fadens wurde mit 287 den bestimmt; dem entspricht ein Einzeltiter von 4,7 den. Die »kritische Lösezeit« des Fadens in 980/oiger Ameisensäure bei 20"C wurde mit 2,2 Sekunden gemessen. Nach einer Lagerzeit von 60 Stunden wurde der Faden unter geringer Spannung über ein auf 250"C geheiztes Bügeleisen gezogen. Die Fadenverweilzeit betrug dabei 5 Sekunden. Der Faden war nach dieser Behandlung völlig vernetzt und in konzentrierter Ameisensäure unlöslich.
  • Beispiel 3 Eine Lösung von 13 Gewichtsteilen eines Copolymerisats aus 400/0 4-Vinylazetidin-2-on und 600/0 4-Methylazetidin-2-on der relativen Viskosität 14,5 (gemessen an einer 1 Obigen Lösung in konzentrierter Schwefelsäure bei 20° C) in 87 Gewichtsteilen 980/oiger Ameisensäure wird durch eine Gold-Platin-Düse mit einer Lochzahl von 60 und einem Lochdurchmesser von 80 p mit einem Druck von 1,1 atm in das Koagulationsbad gepreßt. Die Spinnlösung hat bei 20"C eine Viskosität von 82 Kugelfallsekunden.
  • Das Fällbad besteht aus 0,40/oiger wäßriger Kochsalzlösung und ist 130 cm lang; die Fällbadtemperatur beträgt 21"C. Das Fällbad fließt mit 10 1/Std. im Gegenstrom zur Fadenrichtung. Das koagulierte Fadenbündel wird mit 2,63 m/Min. abgezogen, in einem anschließenden Wasserbad von 18"C auf das 4,8fache der ursprünglichen Länge gereckt und gewaschen. Nach Verlassen des Waschbades durchläuft der Faden unter konstanter - Spannung eine Heizzone von 285"C und wird dann aufgewickelt.
  • Die Fadenverweilzeit in dieser Zone beträgt 3,8 Sekunden. Die Reißfestigkeit des thermisch behandelten Fadens ist 2,6 g/den, bei einer Bruchdehnung von 7,70/0, einem Anfangsmodul von 94den und einer Fließspanqung von 1,3 Faden. Der Gesamttiter des Fadens liegt bei 177 den, entsprechend einem Einzeltiter von 2,9 den. Der Faden ist völlig vernetzt und in Ameisensäure nicht mehr löslich.
  • Beispiel 4 Eine Lösung von 15 Gewichtsteilen eines Copolymerisats aus 800/0 4-Vinylazetidin-2-on und 200/0 3,4-Dimethylazetidin-2-on (62,7°/o trans-, 37,30/0 cis-Isomeres) der relativen Viskosität 15,95 (gemessen an einer 1 0/obigen Lösung in konzentrierter Schwefelsäure bei 20°C) in 85 Gewichtsteilen 980/oiger Ameisensäure wird durch eine Gold-Platin-Düse mit einer Lochzahl von 60 und einem Lochdurchmesser von 80 p unter einem Stickstoffdruck von 3,4 atü in ein wäßriges Fällbad gepreßt. Die Spinnlösungsviskosität beträgt bei 20"C 85 Kugelfallsekunden. Das Fällbad besteht aus Wasser von 20"C und ist 40 cm lang; es fließt mit 10 1/Std. im Gegenstrom zur Fadenrichtung. Der koagulierte Faden wird mit einer Geschwindigkeit von 2,63 m/Min. durch das Bad abgezogen und unter Verstreckung in Luft von 200C auf das 4,3fache seiner ursprünglichen Länge auf eine-Vorratsspule aufgewickelt. Der gewaschene und getrocknete Faden besitzt eine Reißfestigkeit von 1,9 g/den, eine Bruchdehnung von 120/0, einen Anfangsmodul von 64 g/den und eine Fließspannung von 1,1 g/den. Der Gesamttiter ist 231 den und der Einzeltiter 3,8 den. Seine »kritische Lösezeit« in Ameisensäure liegt bei 2,5 Sekunden. Der Faden kann durch die im Beispiel 2 angeführte thermische Nachbehandlung oder eine der anderen beschriebenen Methoden vernetzt und in den unlöslichen Zustand übergeführt werden.
  • Beispiel 5 10 g Copolymerisat aus 400/0 4,4-Dimethylazetidinon, 400/0 4-Methyl-4-propylazetidinon und 200/1 eines ungesättigten Azetidinons der Konstitution löst man unter Zusatz von 0,5 g Azoisobutyronitril in Chloroform zu 100 ml. Die Lösung zieht man auf einer Glasplatte zu einem 0,1 mm dicken Film aus, den man bei Raumtemperatur 24 Stunden trocknen läßt. Der Film, der sich durch Einlegen in Wasser von der Glasplatte lösen läßt, ist in Chloroform, Methanol und Ameisensäure löslich. Erhitzt man ihn 1 Stunde auf 120"C, so quillt er danach in den genannten Lösungsmitteln unter Erhaltung seiner Form stark an, ohne in Lösung zu gehen.
  • Beispiel 6 Man löst 5 g 4-Vinylazetidinonpolymerisat der relativen Viskosität 133 (gemessen an 1 g Substanz in 100 ml konzentrierter Schwefelsäure bei 20"C) in 45 ml Ameisensäure unter Zusatz von 0,1 g Thiuramdisulfid und 0,2 g feingepulvertem Zinkoxyd. Die Lösung zieht man auf einer Glasplatte zu einem Film von 0,2 mm Dicke aus, den man 2 Stunden bei 20°C/200 Torr trocknet. Anschließend erhitzt man ihn 15 Minuten auf 120"C. Der Film ist nach dieser Behandlung in Ameisensäure unlöslich.
  • Beispiel 7 Man löst 5 g 4-Vinylazetidinonpolymerisat der relativen Viskosität 133 (gemessen an t g Substanz in 100 ml konzentrierter Schwefelsäure bei 20°C) unter Zusatz von 0,2 g Thiuramdisulfid in 45 ml Ameisensäure. Die Lösung zieht man zu einem 0,2 mm dicken Film aus, den man bei 20"C im Vakuum trocknet. Durch Einlegen in Wasser löst man die Folie von der Glasplatte und legt sie sofort für 2 Stunden in eine Ammoniumpolysulfidlösung von 60"C. Man wässert 5 Minuten und trocknet bei 100"C. Die klare, zähe Folie ist nunmehr in Ameisensäure unlöslich.
  • Die Ammoniumpolysulfidlösung wird hergestellt, indem man 100 ml konzentriertes wäßriges Ammoniak mit Schwefelwasserstoff sättigt, weitere 100 ml konzentriertes wäßriges Ammoniak zusetzt und in dieser Lösung 10 g Schwefel auflöst.

Claims (1)

  1. Patentanspruch: Verfahren zur Herstellung unlöslicher Folien, Fasern oder Fäden aus Poly-ß4actamen, dadurch gekennzeichnet, daß man Poly-$lactame, die aus ß-Lactamen mit am Stickstoff noch einem Wasserstoffatom und olefinischen Doppelbindungen in den Seitengruppen durch anionische Polymerisation oder Copolymerisation mit gesättigten ß-Lactamen erhalten worden sind, aus Lösung oder Schmelze verformt und während oder nach der Verformung durch Aktivierung der olefinischen Doppelbindung nach an sich bekannten Verfahren vernetzt. ~~~~~~~~ In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Auslegeschrift Nr. 1149 531.
DE1965F0046228 1965-06-02 1965-06-02 Verfahren zur Herstellung von unloeslichen Folien, Fasern oder Faeden aus Poly-beta-lactamen Pending DE1245589B (de)

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Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1149531B (de) * 1961-05-17 1963-05-30 Basf Ag Verfahren zur Herstellung vernetzter stickstoffhaltiger Polymerer

Patent Citations (1)

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