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DE1245290B - Verfahren zur Gewinnung von Erdoel aus OElschiefer - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Erdoel aus OElschiefer

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Publication number
DE1245290B
DE1245290B DEE30880A DEE0030880A DE1245290B DE 1245290 B DE1245290 B DE 1245290B DE E30880 A DEE30880 A DE E30880A DE E0030880 A DEE0030880 A DE E0030880A DE 1245290 B DE1245290 B DE 1245290B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
natural gas
oil shale
gas
oil
oil carrier
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEE30880A
Other languages
English (en)
Inventor
John Lynn Dougan
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Equity Oil Co
Original Assignee
Equity Oil Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Equity Oil Co filed Critical Equity Oil Co
Priority to DEE30880A priority Critical patent/DE1245290B/de
Publication of DE1245290B publication Critical patent/DE1245290B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E21EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
    • E21BEARTH OR ROCK DRILLING; OBTAINING OIL, GAS, WATER, SOLUBLE OR MELTABLE MATERIALS OR A SLURRY OF MINERALS FROM WELLS
    • E21B43/00Methods or apparatus for obtaining oil, gas, water, soluble or meltable materials or a slurry of minerals from wells
    • E21B43/16Enhanced recovery methods for obtaining hydrocarbons
    • E21B43/24Enhanced recovery methods for obtaining hydrocarbons using heat, e.g. steam injection

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Mining & Mineral Resources (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Fluid Mechanics (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geochemistry & Mineralogy (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Erdöl aus ölschiefer Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Erdöl aus Ölschiefer durch Wärmebehandlung und thermische Trennung der förderbaren Bestandteile. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Behandlung von Ölschiefer in seiner natürlichen unterirdischen Lage, d. h. in situ, wobei das Verfahren auch bei Durchführung in einer Reaktionsdruckkammer Vorteile bietet. In jedem Fall weisen die abgetrennten Bestandteile eine höhere Qualität auf, als sie mit bekannten Verfahren erreicht werden kann.
  • Bereits seit langem hat man nach einem wirksamen und wirtschaftlichen Verfahren zur Gewinnung von Erdölbestandteilen aus Ölschiefern gesucht. Wegen der hohen Kosten einer bergmännischen Gewinnung von ölschiefer für eine nachfolgende Behandlung hat man in manchen Fällen eine thermische Trennung des organischen Anteils von Ölschiefer in situ versucht. Hierbei ist .die Zufuhr von Wärme in den unterirdischen Horizont und die Förderung der abgetrennten Bestandteile über Tage erforderlich.
  • Die meisten vorgeschlagenen In-situ-Verfahren betrafen zum Teil oder vollständig die Verbrennung eines Teils der kohlenstoffhaltigen Bestandteile des Ölschiefers, die als Kerogen bekannt sind, wodurch ein Großteil oder die Gesamtheit der Abtrennwärrne geliefert wird. Hierfür wurden Luft oder ein sauerstoffhaltiges Gas zusammen mit Heizelementen in den Horizont eingeführt, wobei durch die Heizelemente die Temperatur eines Teils des Ölschiefers auf den Zündpunkt angehoben wurde.
  • In einigen Sonderfällen wurde vorgeschlagen, nicht brennbares Heißgas als Wärmeträger in den Horizont einzuleiten. In diesen Fällen muß der betreffende Lagerhorizont entweder bereits an sich porös sein, wie im Fall der porösen Teersande es Athabasca-Bezirks in Kanada und im Gegensatz zu nichtporösen ölschiefern (vgl. P e 1 z e r, USA.-Patentschrift 3 040 809), oder der Vorschlag ging dahin, den undurchlässigen Lagerhorizont durch Explosionen aufzubrechen (vgl. H o o v e r et a1, USA.-Patentschrift 1422 204). In anderer Weise benutzt man mit Vorteil die natürliche poröse Schichtung in solchen Horizonten (vgl. Hunt i n g t o n , USA.-Patentschrift 2969226) oder das Eintreiben von Strömungswegen für die Durchleitung eines Gasstroms durch den Horizont (vgl. Kiel, USA.-Patentschrift 2 974 937).
  • Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens, das universell anwendbar ist und von den genannten Nachteilen frei ist.
  • Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß in den möglichst ungestört in situ liegenden, undurchlässigen Ölträger eine ausreichende Menge Erdgas mit Methan als Hauptbestandteil und mit genügender Temperatur und genügendem Druck eingeleitet wird, damit infolge eines kombinierten thermischen und Lösungseffektes organische Bestandteile aus dem mit dem Erdgas in Berührung kommenden Ölträger freigesetzt werden und damit das Erdgas den Ölträger d'urchdringt und normalerweise abgeschlossene Bereiche desselben zugänglich macht, so daß die organischen Bestandteile desselben gewonnen werden können.
  • Das Erdgas bringt die zur Abtrennung des Kerogens erforderliche Wärme in den Horizont und nimmt die verdampften Bestandteile aus dem Horizont mit sich fort. Da dieses Erdgas keine Komponenten enthält, die die durch die Abtrennung des Kerngens frei gewordenen Bestandteile verunreinigen könnten und Wärme mit größerem Wirkungsgrad als andere benutzbare Gase überträgt, ist Erdgas ein ideales Trägergas für die Abtrennbestandteile. Dadurch wird der Heizwert der geförderten Gase nicht vermindert, und es führt eine ausreichende Wärmemenge mit sich, so daß die gewünschte Trennung bewirkt werden kann. Die Zersetzungstemperatur des Erdgases selbst (zwischen 500 und 700° C, in Abhängigkeit von der Zusammensetzung) liegt niedrig genug, so daß ein unerwünschter Abbau des Trägergesteins vermieden ist (eine Zersetzung von erdalkalischen Karbonaten erfolgt erst oberhalb 700° C). Außerdem ist es sehr vorteilhaft, daß Erdgas im wesentlichen sauerstofffrei ist und auf das Kerngen nicht oxydierend wirkt. Ein weiterer durch die Verwendung von Erdgas als Wärmeträger erreichter Vorteil ist eine Lösungsmittel abstoßende Wirkung. Das Gas dient als Lösungsmittel für das thermisch abgetrennte Kerogen und wirkt auf den Ölschiefer lösungsmittelabstoßend, indem es in die an sich vorhandenen Poren (obgleich man ölschiefer im allgemeinen als undurchlässig ansieht, weist er oft sehr kleine Poren und Haarspalte auf) oder im Laufe des Verfahrensgangs künstlich entstehende Poren eindringt (infolge der auslösenden und korrodierenden Wirkung des Trägergases und des abgetrennten Gases). Das Erdgas wird unter einem Druck zwischen etwa 10 und 35 kg/cm2 eingepreßt.
  • Ein Kennzeichen der Erfindung liegt in der periodischen Druckänderung des lösenden Trägergases, wodurch man eine Pulsationswirkung des Gases auf den behandelten ölschieferhorizont erhält. Wenn der Druck vermindert wird, können Gase und Dämpfe aus der Schieferschicht austreten; wenn der Druck ansteigt, wird das lösende Trägergas in alle Lücken gepreßt, die bei :der Abtrennung des Kerogens und beim Entweichen der entstehenden Gase und Dämpfe entstanden sind. Dadurch wird der thermisch behandelte Ölschiefer periodisch gereinigt, wozu in vorteilhafter Weise das den Ölschiefer beheizende Gas dient. Nach der Erfindung ergibt sich zwischen dem Gas und dem Ölschiefer ein so inniger Kontakt, wie er nach bekannten Verfahren nicht erreicht werden konnte.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird nunmehr unter Bezugnahme auf die Zeichnungen, die bevorzugte Ausführungsform erläutern, im einzelnen beschrieben. Es stellt dar F i g.1 eine schematische, perspektivische, teilweise geschnittene Ansicht nach der Linie 2-2 in F i g. 2 zur Erläuterung einer typischen Gesamteinrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens an einem Ölschiefer in situ, F i: g. 2 die Anordnung im Grundriß, F i g. 3 einen Teilschnitt nach der Linie 3-3 in F i g. 1 in vergrößertem Maßstab, F i g. 4 einen Teil der Anordnung sowie der Auslegung der Bohrlöcher nadh F i g. 2 in vergrößertem Maßstab mit Angabe der Bohrlochauskleidungen, der unterirdischen Strömungskanäle und des anfänglichen Gasbeströmungsbereiches, F i g. 5 eine grafische Darstellung der Beziehung zwischen Erdgasdurchflußmenge, bezogen auf Atmosphärendruck, der Temperatur des geförderten Gases und Dampfes und der in den behandelten Ölschieferhorizont eingespeisten Energie, F i g. 6 eine grafische Darstellung der Beziehung zwischen Erdgasdurchflußmenge, bezogen auf Atmosphärendruck, der Temperatur des geförderten Gases und Dampfes und der Ölschiefermenge, die auf eine Trenntemperatur von 500° C erhitzt werden kann, und F i g. 7 eine grafische Darstellung der Beziehung zwischen Erdgasströmungsmenge, bezogen auf Atmosphärendruck, der Temperatur des geförderten Gases und Dampfes und der durch die Kerogentrennung freigesetzten Methanmenge.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Einpressung von Erdgas in einen unterirdischen Ölschieferhorizont und zur Gewinnung der Bestandteile. Vorzugsweise werden , jedoch nach der Erfindung eine oder mehrere Förderbohrungen derart niedergebracht, daß sie ein Einpreßbohrloch am Fuß des zu behandelnden Teils des ölschieferhorizonts schneiden. Die Bohrlöcher werden verrohrt und bis auf die Teufe des zu behandelnden Horizontes wärmeisoliert, bleiben jedoch innerhalb des zu behandelnden Bereichs urausgekleidet, so daß das heiße Erdgas ungehindert aus dem Einpreßböhrloc'h in das bzw. die Förderbohrlöcher strömen kann und in innige Berührung mit den freigelegten Oberflächen des Ölschiefers innerhalb des behandelten Bereichs kommt.
  • Eine vorteilhafte Verteilung der Bohrlöcher, die zwanglos zu einer Fortsetzung der Arbeiten in wirtschaftlicher Weise führt, ist in den F i g. 1 bis 3 in Verbindung mit einer ölschieferlagerstätte 10 beschrieben, die von wertlosem Deckgebirge 11 überdeckt ist.
  • Durch das Deckgebirge wird eine Einpreßbohrung 12 bis auf eine Teufe 10 a innerhalb des Lagerhorizontes niedergebracht, wodurch die Untergrenze der Ausbeutungszone des Ölschiefers festgelegt ist und wodurch jede möglicherweise vorhandene Wasser= ansammlung vermieden wird. In einem derartigen Fall ist eine Teufe von 300 m und mehr nicht ungewöhnlich, je nach den Gegebenheiten der betreffenden Lagerstätte.
  • In einem sechseckförmigen Raster werden konzentrisch und symmetrisch in bezug auf die Einpreßbohrung sechs Förderböhrungen 13 niedergebracht. Dieselben verlaufen über den Großteil ihrer Länge parallel zu der Einpreßbohrung, doch sie haben schräg gegeneinandergeneigte Fußabschnitte 13a, die sich fußseitig schneiden und einen ungehinderten Strömungsmittelaustausch ermöglichen.
  • Diese sechseckförmige Anordnung macht eine wirtschaftliche Ausdehnung der Arbeiten in jeweils aufeinanderfolgenden Sechseckgruppen möglich, wie es in den F i g. 2 und 4 durch gestrichelte Linien angedeutet ist. Solche Gruppen bestehen aus den Einpreßbohrlöchern 12A, 12B, 12C ... und Förderbohrlöchern 13A, 13B, 13C ; . ., wobei jede folgende Gruppe je zwei Förderbohrlöcher der zuvor ausgebeuteten Gruppe benutzt.
  • Das Einpreßbohrloch 12 und die Förderbohrlöcher 13 jeder Sechseckgruppe besitzen je eine doppelwandige Auskleidung von der Oberfläche bis zu einer Teufe, die mit der Obergrenze 10b des Ölschieferlagerhorizonts zusammenfällt (vgl. im einzelnen die Auskleidungen 14 und 15 in F i g. 3 und den Ausbeutungsbereich 16 in F i g. 1). Zwischen die beiden Auskleidungen ist eine geeignete Warmisolierung eingefüllt. Die Größe des Ringraumes zwischen den beiden Auskleidungen ist in jedem Fall dadurch bestimmt, daß ein zu großer Wärmeverlust des durch die innere Auskleidung strömenden !heißen Strömungsmittels ausgeschaltet wird. Bei einer typischen Ausführungsform sind die Bohrlöcher jeweils in Abständen von 6 m angeordnet. Für die äußere Auskleidung benutzt man Stahlfutterrohre mit einem Durchmesser von etwa 50 cm und für die innere Auskleidung Stahlfutterro'hre mit einem Durchmesser von etwa 6,5 cm.
  • Wie bereits erwähnt, wird Erdgas in die Trennzone eingepreßt, das als Heizmedium für den Ölschiefer sowie als Trägerströmungsmittel für die Trennbestandteile dient. Deshalb ist über Tage eine geeignete Einrichtung für die Gaskompression, Erhitzung und für :das Einpressen sowie eine geeignete Einrichtung für die Abscheidung der Förderprodukte vorgesehen. Bei der dargestellten Ausführungsform wird das Erdgas aus einem geeigneten Vorratsbehälter, beispielsweise einem nicht dargestellten Speichertank, über eine Leitung 18 und ein überbrückungsventi119 in einen Kompressor 20 eingespeist. Nach entsprec'hender Kompression, normalerweise auf etwa 35 kg/ cm2, gelangt es in einen vorzugsweise gasbefeuerten Ofen 21. wo es einen geeigneten, nicht dargestellten Wärmeaustauscher durchströmt und auf eine Einpreßtemperatur oberhalb 350° C erhitzt wird (die minimale optimale Trenntemperatur für Kerogen), was genügend unterhalb seiner eigenen Zersetzungstemperatur (in den meisten Fällen etwa 500° C) liegt, so daß es stabil bleibt. Sodann wird es unter Druck durch die Leitung 15a in die Innenauskleidung 15 des Einpreßbohrlochs eingeleitet.
  • Das unter Druck stehende, heiße Erdgas strömt abwärts in den nicht ausgekleideten Fußteil 12a des Einpreßbo'hrlochs sowie in die nicht ausgekleideten Fußteile 13 a der Förderbohrlöcher 13, wobei es die anstehenden ölschieferflächen der nicht ausgekleideten Bohrlochabschnitte berührt.
  • Man läßt eine genügende Menge des heißen komprimierten Erdgases einströmen (in Abhängigkeit von der Durchflußkapazität der inneren Auskleidung 15, der Tiefe der BQhrlöch-er, der Länge und Durchmesser der nicht ausgekleideten Teile 12 a und 13 a und des Eingangsdruckes), die zur Erhitzung einer Oberflächenschicht des Ölschiefers auf die Abtrenntemperatur des enthaltenen Kerogens, d. h. zwischen 330 und 550° C, ausreicht. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, daß die Wärmekapazität von Erdgas bei 500° C 0,505 kcal/kg beträgt und daß zur Erwärmung von 1 kg Ölschiefer um 1° C unter Normalbedingungen 0,392 kcal erforderlich sind. Es ist wichtig, daß die genannte Wärmekapazität etwa zweieinhalbmal so groß wie die jedes anderen verwertbaren Gases ist. Außerdem ist Erdgas im wesentlichen sauerstofffrei und hinsichtlich Kerogen chemisch träge.
  • Experimentell konnte gezeigt werden, daß die optimale Temperatur für die Kerogentrennung und für die schnelle Austreibung der Trennbestandteile etwa bei 440° C liegt. Damit man diese Temperatur innerhalb des Lagerhorizonts erreicht, wird das Erdgas normalerweise mit einer Temperatur von 500° C eingepreßt.
  • Man erkennt, daß die genaue Einpreßtemperatur, der Druck und die Einpreßmenge von den Umständen eines jeden Einzelfalls abhängen und d'aß in Verbin-dung mit den seismischen Befunden auf Grund der verfügbaren Messungen für die betreffende Lagerstätte und der jeweiligen Einzelheiten Berechnungen durchgeführt werden müssen.
  • In jedem Fall wird die thermische Trenn- und Lösungswirkung des heißen Trägererdgases und des um die abgetrennten Gas- und Dampfbestandteile vermehrten Trägerströmungsmittels auf die anstehenden Flächen der nicht ausgekleideten Bohrlochteile 12a und 13a die ausgebeuteten Teile des Ölschiefers zum Abspringen bringen, so daß frischer Ölschiefer für die Behandlung freigelegt wird, oder diesen Ölschiefer durchlässig machen, so daß sich die Behandlung in die von dem Bohrloch abgelegenen Teile hinein ausbreitet, jeweils in Abhängigkeit von -dem Aufbau des Trägergesteins.
  • Auf diese Weise werden die Kerogenanteile des behandelten ölschieferbereichs fortgesetzt auch außerhalb von den nicht ausgekleideten Bohrlochabschnitten 12a und 13a abgetrennt, wie dies bei 16a in F i g. 4 angedeutet ist. Der Ölschiefer in diesem Horizont wird somit vollständig in situ behandelt.
  • Das Trägererdgas strömt zusammen mit den abgetrennten Dämpfen und Gasen durch die Förderbohrlöcher 13 in Sammelleitungen 22 und durch in diese Leitungen eingeschaltete Kondensatoren 23 zur Kondensation der abgetrennten Dämpfe. Das Trägererdgas strömt durch die Leitung 24 in den Kompressor 20, den Wärmeerzeuger 21, die Leitung 15a zurück und in das Einpreßbohrloch 1.2 ein, womit sich der Kreislauf schließt. Die verflüssigten Trennprodukte fließen durch Leitungen 25 und 26 zu Speichertanks 27 und 28.
  • Die Erdgaszuführleitung 18 mündet unmittelbar in den nicht dargestellten Gasbrenner des Ofens 21 und speist die Ofenfeuerung. Sobald sich jeweils die Menge des Trägererdgases .durch Methan und andere Trennbestandteile des Kerogengehalts des behandelten Ölschiefers genügend vermehrt 'hat, wird das überbrükkungsventil 19 geöffnet, damit :ein Teil des Gases als Brennstoff in dem Ofen verbrannt werden kann.
  • Um eine maximale Berührung zwischen dem heißen Erdgas und dem Kerogenanteil des Ölschiefers zu erhalten, benutzt man nach einem Merkmal der Erfindung eine Pulsationswirkung des in den Bohrlöchern befindlichen Gases. Dies kann durch periodische Abbremsung und Beschleunigung ,des Kompressors in bestimmten Zeitintervallen zwischen einigen Minuten und einer oder mehreren Stunden erreicht werden. Andererseits ist ein öffnen und Schließen nicht dargestellter Ventile an den Mündungen der Förderbohrlöcher 13 in derartigen Zeitintervallen möglich. Die pulsierenden Druckänderungen können in weitem Umfang in Abhängigkeit von den jeweiligen Verhältnissen schwanken. Eine Änderung von etwa 3.50 kg/cm2 sollte in den meisten Fällen ausreichen.
  • Ein bevorzugtes Verfahren zur Ausbeutung einer jeden aufeinanderfolgenden Sechseckgruppe unter Anwendung eines konstanten Gaseinpreßdrucks besteht darin, daß zunächst die Ventile aller Förderbohrlöcher geschlossen sind und so lange geschlossen gehalten werden, bis der nicht dargestellte Druckmesser den gewünschten Maximaldruck anzeigt. Dann wird das Ventil eines Förderbohrloches 13 geöffnet, damit ein Teil des Trägererdgases und der mitgeführten Dampfbestandteile aus der Bohrlochanordnung ausströmen kann.
  • Sobald der Druck um einen vorgegebenen Betrag abfällt, wird das Ventil geschlossen, und der Druck steigt wieder auf den genannten Maximalwert an. Dann wird das Ventil des nächstfolgenden Förderbohrloches geöffnet, und so fährt man in Umfangsrichtung der Förderbohrlöcher fort, bis der Kerogenanteil der Behandlungszone der betreffenden Sechseckgruppe erschöpft ist.
  • Wenn die Bohrlöcher für die folgende Sechseckgruppe gebohrt werden, braucht man nur die geneigten Fußabschnitte 13 a der beiden vorhandenen, für die weitere Benutzung bestimmten Förderbohrlöcher niederzubringen. Diese geneigten Fußabschnitte werden jeweils in geeigneter Richtung niedergebracht, so daß sie das Einpreßbohrloch der neuen Gruppe schneiden.
  • Die Darstellung der F i g. 5 dient zur Bestimmung der Wärmemenge in kcal/ Tag, die in die Behandlungszone des Ölschiefers eingebracht werden muß, wenn die Abgabetemperatur des Trägergases beim Verlassen der genannten Zone und die Einströmungsmenge in m3/Tag bekannt sind. Diese Werte können selbstverständlich durch Verwendung geeigneter Meßgeräte über Tage leicht festgestellt werden. Wenn also das Trägergas den Lagerhorizont mit einer gemessenen Temperatur von 315° C verlassen würde und die Durchflußmenge durch das Einpreßbohrloch auf etwa 8,5 - 104 m3/Tag eingestellt würde, würde auf den ölschieferlagerhorizont eine Wärmemenge von 1.3,2- 10s kcal übertragen.
  • Das Schaubild nach F i g. 6 dient zur Bestimmung derjenigen Ölschiefermenge, die unter der Annahme auf eine Temperatur von 500° C erhitzt werden kann, daß die auf den Ölschiefer übertragene Wärmeenergie innerhalb der betreffenden Ausbeutungszone begrenzt bleibt. Wenn die Ausgangstemperatur des Trägergases und die einströmende Durchflußmenge gemessen werden, kann man aus dem Schaubild die Ölschiefermenge entnehmen. Wenn beispielsweise das Trägergas den ölschieferhorizont mit einer Temperatur von 315° C verläßt und die Durchflußmenge an dem Einpreßbohrloch auf etwa 11,3.104 m3/Tag gehalten wird, würden etwa 62 m3 Ölschiefer von 15° C auf 500° C erhitzt.
  • Das Diagramm der F i g. 7 gibt an, wieviel m3/Tag Methan aus dem abgetrennten Kerogen gewonnen werden, wenn dieselbe Temperatur und Durchflußmenge wie zuvor erwähnt gemessen wird.
  • Abgesehen von geringen Schwankungen der Erdgaszusammensetzung von Bohrung zu Bohrung kann man folgende durchschnittliche Zusammensetzung angehen:
    Methan .............. 91,60/e
    Athan . . . . . . . . . . . . . . . 4,90/0
    Propan .............. 1,1%
    Butan . . . . . . . . . . . . . . . 0,5 %
    Stickstoff . . . . . . . . . . . . 11711/0
    Kohlendioxid ........ 0,11%
    Die oxydierende Wirkung infolge des sehr geringen Kohlendioxidanteils kann vernachlässigt werden.
  • Das Erdölkondensat, das man als Ausscheidungsprodukt des Verfahrens eihält, zeigt unter den Schieferölen ausgezeichnete Eigenschaften. So betrug die API-Schwere bei 15° C für ein in einem Probelauf nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnenes Erdölerzeugnis 29,5, wobei Erdgas mit einem Druck von 21 kg/cm2 verwendet wurde, wogegen normalerweise die API-Schwere von Schieferöl bei 15° C unter 20 liegt.
  • In Fällen, wo bergmännisch gewonnener Ölschiefer in einem Reaktionsdruckgefäß behandelt wird, an Stelle einer Behandlung in situ, ist der Verfahrensgang im wesentlichen gleichbleibend, soweit die Verwendung von Erdgas als Trägerströmungsmittel für die Erhitzung und für die Mitnahme der jeweiligen Kerogenabtrennprodukte in Frage steht. Zunächst wird eine ölschiefermenge in das Reaktionsgefäß eingegeben, dasselbe wird dicht verschlossen, und Erdgas wird unter Druck in innige Berührung mit dem Ölschiefer eingepreßt, wobei die Entnahme von Gas mit den zugehörigen Abtrennbestandteilen entweder kontinuierlich oder periodisch innerhalb der durch einen Minimaldruck gegebenen Grenzen entnommen wird. Das Erdgas wird sodann nach Auszug der Abtrennbestandteile in den Kreislauf wieder zurückgeschickt. Eine Pulsationswirkung des Trägerströmungsmittels ist auch hier entsprechend anwendbar.

Claims (5)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Gewinnung von Erdöl aus einem normalerweise undurchlässigen Ölträger in situ, insbesondere aus Ölschiefer, d a d u r c h gekennzeichnet, .daß in den möglichst ungestört in situ liegenden, undurchlässigen Ölträger eine ausreichende Menge Erdgas mit Methan als Hauptbestandteil bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck eingeleitet wird, daß infolge eines kombinierten thermischen und Lösungseffekts organische Bestandteile aus dem mit dem Erdgas in Berührung kommenden Ölträger freigesetzt werden und das Erdgas den Ölträger durchdringt und normalerweise abgeschlossene Bereiche desselben zugänglich macht und daß die organischen Bestandteile derselben gewonnen werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Erdgas pulsierend in den Ölträger eingedrückt wird.
  3. 3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, deß die freigesetzten organischen Bestandteile, die von dem Erdgas mitgenommen werden, von demselben getrennt werden und daß das Restgas zumindest teilweise wieder in den Kreislauf eingeleitet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens sechs Förderbohrlöcher konzentrisch und symmetrisch in Sechseckform um ein Einpreßbohrloch herumliegen, da$ entsprechende Bohrlochgruppen jeweils nacheinander abgeteuft werden und daß die genannten Gruppen jeweils nacheinander in Betrieb genommen werden, wobei man jeweils zwei Förderbohrlöcher der vorhergehenden Gruppe mitbenutzt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrlöcher bis zur Teufe der ölträgeroberkante gegen Wärmeverluste isoliert sind. In Betracht gezogene Druckschriften: USA.-Patentschriften Nr. 3 040 809, 2 974 937, 2 969 226,1422 204.
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