-
Einrichtung zur Änderung der Winkelstellung eines Bauelementes um
kleine Beträge Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Änderung der Winkelstellung
eines Bauelementes um kleine Beträge mit einer elastischen, dabei jedoch verhältnismäßig
steifen Halterung für das Bauelement und einem Verstellglied, welches je nach seiner
Stellung fein abgestufte, unterschiedliche Kräfte auf das Bauelement auszuüben vermag.
-
Bei einer bekannten Einrichtung dieser Art ist das zu verstellende
Bauelement von einem verbiegbaren kurzen Stift gehalten, wobei das Verstellglied
eine Schraube ist, die je nach Einstellung eine Wendelfeder mehr oder weniger stark
zusammen und auf das Bauelement drücken läßt, so daß der haltende Stift elastisch
verbogen wird und das Bauelement seine Lage verändert.
-
Die Einrichtung gestattet es bereits, die Lage des Bauelementes sehr
feinfühlig zu verändern, hatte jedoch noch den wesentlichen Nachteil, daß eine einmal
erzielte Einstellung nicht dauernd erhalten blieb.
-
Vor allem bei Temperaturänderungen blieb der Einfluß der Feder nicht
konstant. Bei Einrichtungen, bei denen Bauelemente mit äußerst feiner Verstellbarkeit
gefordert werden, wird zwar im allgemeinen eine höchst gleichmäßige Raumtemperatur
einzuhalten sein. Selbst dann noch wirkt sich aber beim Einrichten von Hand bereits
die Körperwärme, bzw. nach erfolgter Einstellung ihr Fehlen, so stark aus, daß es
praktisch unmöglich ist, das Bauelement so einzustellen, daß es nach Entfernung
der bedienenden Person seine Lage exakt beibehält. Auf diese Weise ist es nur mit
viel Geschick und Erfahrung möglich, den voraussichtlichen Einfluß der Temperaturänderung
schon bei der Einstellung so zu berücksichtigen, daß die endgültige, d. h. also
nach vollständigem Temperaturausgleich eingenommene Lage des Bau elementes der beabsichtigten
entspricht. Aber auch dann ist bei den bekannten Einrichtungen noch nicht sicher,
daß nicht durch eine andere Störung, z.B. eine Erschütterung, eine bleibende Lageänderung
verursacht wird.
-
Die Erfindung bezweckt, die Nachteile der bekannten Einrichtungen
zu vermeiden und die Anordnung so zu treffen, daß die einmal eingestellte Lage weitestgehend
erhalten bleibt, von Temperatureinflüssen im wesentlichen unabhängig ist und nach
Störungen durch andere Ursachen, z. B. durch Erschütterungen, wieder in die ursprüngliche
Lage zurückkehrt.
-
Die Erfindung geht dabei, wie die bekannten Einrichtungen, von einer
Einrichtung der eingangs genannten Art aus. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen,
daß das Verstellglied ein Gewicht ist, welches auf einem horizontalen Hebel, der
seinerseits durch
ein kraftübertragendes Element mit dem Bauelement verbunden ist,
verschiebbar gelagert und nach erfolgter Einstellung frei liegend ist.
-
Eine Verschiebung des Gewichtes auf dem Hebel verändert naturgemäß
die Hebelübersetzung, so daß hier, ähnlich der bekannten Einrichtung, unterschiedliche
Kräfte auf das Bauelement ausgeübt werden. Die Abstufung dieser Kräfte richtet sich
im wesentlichen danach, welche kleinste Verschiebung des Gewichtes auf dem Hebel
durchgeführt werden kann und wie lang der mögliche Verschiebeweg des Gewichtes auf
dem Hebel insgesamt ist. Es leuchtet ein, daß eine beliebig feine Abstufung durch
eine entsprechende Hebellänge erreichbar ist. Dies stellt einen zusätzlichen Vorteil
gegenüber der bekannten Einrichtung dar. Wesentlich aber ist dabei, daß die Hebelübersetzung
durch Temperaturänderungen nicht verändert wird, da wohl die einzelnen wirksamen
Hebellängen, jedoch nicht ihr Verhältnis durch eine Wärmeausdehnung des Hebels verändert
wird.- Auch ist die auf das Bauelement ausgeübte Kraft im wesentlichen nur von dem
eingestellten Hebelverhältnis abhängig, so daß selbst nach einer vorübergehenden
Auslenkung, z. B. durch eine Erschütterung, sich der frühere Lagezustand der gesamten
Anordnung und damit natürlich auch des Bauelementes wieder herstellt.
-
Weitere durch die Erfindung erzielte Vorteile ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen, in denen die Erfindung
an Hand einiger Ausführungsbeispiele erläutert ist. Es zeigt F i g. 1 eine Draufsicht
auf ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung, Fig.2 eine Seitenansicht dieses
Ausführungsbeispieles, Fig. 3 eine Vorderansicht eines zweiten Ausführungsbeispieles
der Erfindung, Fig.4 eine Seitenansicht dieses Ausführungsbeispieles,
Fig.
5 eine Seitenansicht eines dritten Ausführungsbeispieles der Erfindung.
-
In F i g. 1 und 2 ist eine Grundplatte 1 mit einer ständerförmigen
Erhöhung 2 versehen. Mit dieser Erhöhung fest verbunden ist die Halterung 3 für
das Bauelement 4. Die Halterung 3 besteht aus einem Dorn S, der eine Einschnürung
6 hat und eine Befestigungsplatte 7 für das Bauelement 4 aufweist. Das Bauelement4,
es kann sich z.B. um einen jSpiegel einer Interferenzanordnung handeln, ist mittels
dreier elastischer Klebestellen 8 mit der Befestigungsplatte 7 verbunden. Von der
Befestigungsplatte 7 gehen zwei Fäden 9 und 10 aus, wovon der eine, 9, seitlich
des Dornes 5 und der andere, 10, vertikal übe demselben liegt. Die Fäden 9 und 10
sind über reibungsarm gelagerte Umlenkrollen 11 und 12 geführt und mit ihrem anderen
Ende mit dem Ende je eines Hebels 13 bzw. 14 verbunden. Die Hebel 13 und 14 sind
bei 15 und 16 drehbar gelagert. Auf ihnen sind Gewichte 17 und 18 verschiebbar.
-
Die Verschiebung eines Gewichtes 17 bzw. 18 bewirkt, daß die auf
den zugehörigen Fäden 9 bzw. 10 ausgeübte Kraft verändert wird. Diese Kraftänderung
ihrerseits bewirkt eine Verbiegung des Dornes 5 hauptsächlich an der Einschnürstelle
6, so daß eine Kraftänderung am Faden 9 das Bauelement 4 um eine vertikale Achse,
eine Kraftänderung am Faden 10 das Bauelement 4 um eine horizontale Achse drehen
läßt. Eine einmal eingestellte Zugkraft des Fadens bleibt ständig in gleichbleibender
Größe erhalten, da sie nur von dem Verhältnis der wirksamen Hebellängen auf den
Hebeln 13 und 14 abhängt.
-
Die Gewichte 17 und 18 werden von Gabelnl9 und 20 umfaßt, die mit
Hilfe eines Bowdenzuges 21 bzw. 22 von einer entfernt gelegenen Bedienungsstation
aus verschoben werden können. Wesentlich dabei ist, daß die Gabeln 19 und 20 so
viel Spiel aufweisen, daß die Bedienungsperson in der Lage ist, nach vollständiger
Einstellung die Gabeln 19 und 20 in eine Lage zu verschieben, bei der sie mit den
Gewichten 17 und 18 keinerlei Berührung mehr haben, so daß die Gewichte 17 und 18
frei liegend sind.
-
Etwaige Temperaturveränderungen, die nach der Einstellung noch auftreten
könnten, können sich auf diese Weise nicht dahingehend auswirken, daß das Gewicht
17 und 18 seine Stellung auf dem Hebel 13 bzw. 14 verändert.
-
In F i g. 3 und 4 ist das zu verstellende Bauelement 104 auf einer
Befestigungsplatte 107 angeordnet, deren Dorn 105 im Gegensatz zur ersten Ausführung
nicht waagerecht, sondern senkrecht hängend in einer Grundplatte 101 befestigt ist.
Die beiden Fäden 109 und 110 greifen wiederum seitlich bzw. in der Vertikalen zur
Einschnürungsstelle 106 an. Bei Zug am Faden 110 wird die Einschnürung 106 wiederum
auf Biegung beansprucht, bei Zug am Faden 109 jedoch auf Torsion. Die Fäden 109
und 110 sind auch hier
über Umlenkrollen 111 und 112 geführt und an Hebeln 113, 114
befestigt, die um Drehpunkte 115, 116 an der Grundplatte 101 drehbar gelagert sind.
-
Die verschiebbaren Gewichte 117, 118 werden ebenfalls von fernbedienbaren
Gabeln 119, 120 mit ausreichend Spiel umfaßt, so daß sie nach erfolgter Einstellung
frei liegend verbleiben können.
-
Das Ausführungsbeispiel der F i g. 5 entspricht im Prinzip den vorhergehenden,
zeigt jedoch ein Bauelement 204, welches um zwei horizontale Achsen gedreht werden
soll. Die entsprechenden Fäden209 und 210 können hier unter Umgehung von Umlenkrollen
direkt vertikal nach oben durch die Grundplatte 201 hindurchgeführt und an den Hebeln
213 und 214 befestigt sein.