DE1243309B - Verfahren zur Herstellung von Polyurethanoberflaechenbelaegen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von PolyurethanoberflaechenbelaegenInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
Int. Cl.:
C09d
C 09 0 t75/00- 1
Deutsche Kl.: 22h-3
Nummer: 1 243 309
Aktenzeichen: J 21035IV c/22 h
Antneldetag: 13. Dezember 1961
Auslegetag: 29. Juni 1967
Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Polyurethanoberflächenbelägen.
Es ist bekannt, Polyurethanoberflächenüberzugsmassen durch Umsetzung in situ von Polyisocyanaten
und zwei oder mehr isocyanatreaktionsfähige Wasserstoffatome enthaltende Verbindungen, insbesondere
von Polymeren wie Polyäthern, Polyestern und Polyesteramiden, herzustellen. Durch Veränderung der
Komponenten können Oberflächenüberzüge erhalten werden in der Reihe von festen Überzügen bis zu
elastischen kautschukartigen Belägen.
Kleine Mengen Wasser, wie sie von einem derartigen Reaktionsgemiscb während der Polyurethanbildung
aus der Luft absorbiert werden, sind nicht nachteilig und können sogar zur Erhöhung der Festigkeit des
Überzuges beitragen, insbesondere in Abwesenheit von Reaktionsmitteln, welche mehr als zwei Tsocyanatgruppen
oder Wasserstoffatome enthalten, welche mit Isocyanatgmppen reaktionsfähig sind.
Bisher war man der Meinung, daß jede beträchtliche Wassermenge in dem Gemisch anfänglich höchst
unerwünscht war, da dieses zur Bildung von Schäumen oder Blasen aus Kohlendioxyd führt, die den Oberflächenbelag
schwächen, die Haftung vermindern und eine nichtansprechende Oberfläche geben würde.
Es wurde nun gefunden, daß bei Verwendung zusammen mit gewissen Lösungsmitteln der Zusatz
von bedeutenden Wassermengen unerwarteterweise Beläge mit stark verbesserten physikalischen Eigenschaften
und höheren Erweichungspunkten erhalten werden, ohne daß Schwierigkeiten durch Blasenbildung
auftreten. Bei festen Überzügen werden die Kratzbeständigkeit, Härte und chemische Beständigkeit
verbessert, und bei elastischen kautschukartigen Belägen werden die Zugfestigkeit und Zerreißfestigkeit
stark erhöht.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polyurethan Oberflächenbelägen durch Umsetzung
von
a) organischen Polyisocyanaten und
b) zwei oder mehr isocyanatreaktionsfähige Wasserstoffatome
enthaltende Verbindungen,
wobei das Neue der Erfindung darin besteht, daß man eine Mischung aus
(1) einer Lösung von b) in einem mit Wasser ganz oder teilweise mischbaren und gegenüber a)
inerten Lösungsmittel, wobei die Lösung 0,5 bis 10 %, bezogen auf b), Wasser enthält, und
(2) einer Lösung des Polyisocyanats auf die Oberfläche aufträgt und aushärten läßt.
Verfahren zur Herstellung
von Polyurethanoberflächenbelägen
Anmelder:
Imperial Chemical Industries Limited, London
Vertreter:
Dr.-Ing. H. Fincke, Dipl.-Ing. H. Bohr
und Dipl.-Ing. S. Staeger, Patentanwälte,
München 5, Müllerstr. 31
und Dipl.-Ing. S. Staeger, Patentanwälte,
München 5, Müllerstr. 31
Als Erfinder benannt:
Frank Whitley Lord,
Manchester, Lancashire (Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 19. Dezember 1960
(43 564),
Großbritannien vom 19. Dezember 1960
(43 564),
vom 24. November 1961
Die französische Patentschrift 1 233 862 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Polyurethanen,
insbesondere Polyurethanschäumen durch Umsetzen eines organischen Polyisocyanats, eines hydroxylhaltigen
Polyäthers und gegebenenfalls Wasser, wobei das Neue darin besteht, daß der Polyester zusätzlich
zu den zwei oder mehr Hydroxylgruppen auch noch mindestens eine tertiäre Aminogruppe enthält. Diese
tertiäre Aminogruppe katalysiert die Umsetzung zwischen dem Polyisocyanat und der Hydroxylgruppe
des Polyäthers und führt zu einer sehr raschen Bildung des Polyurethans. Bei diesem Verfahren wird Wasser
zugesetzt, um das den Schaum bildende Kohlcndioxyd zu entwickeln. In der beschriebenen Masse ist kein
Lösungsmittel enthalten, und von der Verwendung derselben als Oberflächcnanstrichmittel ist in der
Patentschrift nicht die Rede.
Die britische Patentschrift 853 384 beschreibt ein Verfahren zur Aufbringung eines Polyurethanbclages
auf einen Grundstoff, indem auf diesen aufeinanderfolgend mindestens ein Polyester oder Polyesteramid
und mindestens ein Polyisocyanat aufgebracht wird. Das Neue besteht darin, daß die Polyester- oder
Polyesteramidkomponente in Form einer wäßrigen Dispersion angewandt wird, welche frei von Seife oder
einem Dispergiermittelzusatz, ausgenommen Alkali, ist. Zwischen dem Aufbringen der wäßrigen Dispersion
709 608/43
des Polyesters oder Polyesteramide und dem nachfolgenden
Aufbringen des Polyisocyanats wird der auf die Oberfläche aufgebrachte Belag getrocknet, so daß
während der nachfolgenden Reaktion zwischen dem Polyester oder Polyesteramid und dem Polyisocyanat
kein Wasser zugegen ist.
Die französische Patentschrift 1140 024 beschreibt ein Verfahreu zum Aufbringen von Lackanstrichen
aus Polyestern oder Polyesteramiden und Isocyanaten auf Kautschukoberflächen. Hierbei wird die Kautschukoberfläche
zunächst mit einer wäßrigen Lösung einer Halogen- oder Schwefelsäure vorbehandelt. Nach
dieser Vorbehandlung wird die Kautschukoberfläche dann getrocknet, so daß beim nachfolgenden Aufbringen
des Lackauftrages, bestehend aus Polyestern oder Polyesteramiden und Isocyanaten kein Wasser
zugegen ist.
Oberflächenbeläge, welche durch das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren erhalten
werden, sind hinsichtlich der Kratzbeständigkeit, Biegsamkeit, Haftfähigkeit und chemischen Beständigkeit
ähnlichen Auftragen wesentlich überlegen, bei denen kein Wasser zugegen ist.
Als organische Polyisocyanate, die beim vorliegenden
Verfahren angewendet werden können, werden genannt: Diisocyanate, beispielsweise Toluylen-2,4-diisocyanat,
Gemische aus Toluylen-2,4- und -2,6-diisocyanaten,
Diphenylmethandiisocyanate, 3-Methyldiphenylmethan-4,4'-diisocyanat,
m- und p-Phenylendüsocyanate
und Chlorphenylen^^-diisocyanate, Tnisocyanate,
beispielsweise 2,4,6-Triisocyanatotoluol, 4,4',4"-Triphenylmethantriisocyanat und 2,4,4'-Tnisocyanatodiphenyläther
und Polyisocyanate, wie die Cyanurate, die durch Polymerisieren beispielsweise von Toluylen-2,4-diisocyanat und Gemischen aus
derartigen Polyisocyanaten erhalten werden und den aus mehr als zwei Hydroxylgruppen enthaltenden
Verbindungen und einem Polyisocyanatüberschuß erhaltenen Urethanpolyisocyanaten. Vorzugsweise wird
als Polyisocyanat eine Verbindung verwendet, welche aus einer größeren Menge Diarylmetliandjisocyanat
und wenigstens 5 Gewichtsprozent Polyisocyanat mit mehr als zwei Isocyanatgruppen besteht. Diese
bevorzugten Polyisocyanate können zweckmäßigerweise, beispielsweise durch Phosgenieren der Diaminverbindungen
oder von Polyaminen erhalten werden, welche durch Kondensieren von Formaldehyd mit
einem aromatischen Amin oder Gemischen von Aminen hergestellt werden. Die 2 oder mehr isocyanatreaktionsfähige
Wasserstoffatorne enthaltenden Verbindungen sind vorzugsweise Polymere, wie Polyester, Polyesteramide
und Polyäther.
Die Polyester oder Polyesteramide können aus Dicarbonsäuren oder Gemischen aus Dicarbonsäuren
und Glykolen und Diaminen und/oder Aminoalkoholen hergestellt werden. Geeignete Dicarbonsäuren
sind Bernstein-, Glutar-, Adipin-, Kork-, Azelain- und Sebacinsäuren sowie aromatische Säuren,
wie Phthal-, Tsophthal- und Terephthalsäuren und Säuren und Säuregemische, welche durch Polymerisieren
von Fettsäuren, wie ölsäure, erhalten werden. Beispiele für Glykole sind: Äthylenglykol, 1,2-Propylenglykol,
Diäthylenglykol, 1,3- und 1,4-Butylenglykole,
Pentamethylenglykol, Hexamethylenglykol, Dekamethylenglykol und 2,2-Dimethyltrirnethylenglykol.
Es können Glykolgemische benutzt werden, und mehrwertige Alkohole, wie Triroethylolpropau,
Pentaerythrit oder Glycerin, können entsprechend der gewünschten Festigkeit des Produktes in verschiedenen
Mengen zugesetzt werden. Beispiele für Diamine und Aminoalkohole sind Äthylendiamin, Hexamethylendiamin
und Monoäthanolamin.
Beispiele für Polyäther sind Polymere oder Mischpolymere
mit Hydroxylendgruppen von cyclischen Äthern und insbesondere von ÄthyJenoxyd, Propylenoxyd,
Epichlorhydrin, Oxacyclobutan und substituierte Oxacyclobutane und Tetrahydrofuran. Derartige
Polyäther oder Mischpolyäther können lineare Polymere sein, beispielsweise ein Alkylenoxyd in
Gegenwart eines Glykolinitiators. Wahlweise können verzweigte Polyäther benutzt werden, wie sie beispielsweise
durch Polymerisieren eines Alkylenoxyds in Gegenwart eines Stoffes mit mehr als 2 aktiven
Wasserstoffen im Molekül hergestellt werden, beispielsweise Glycerin, Pentaerythrit, Sorbitol, 4,4'-Diaminodiphenylmethan,
Äthylendiamin, und m- und p-Phenylendiamine.
Gegebenenfalls können Gemische von hydroxylgruppenhaltjgen
Stoffen angewandt werden.
Als Lösungsmittel werden beispielsweise Kohlenwasserstoffe,
chlorierte Kohlenwasserstoffe und Äther genannt; doch werden besonders solche Lösungsmittel,
welche teilweise oder vollständig mit Wasser mischbar sind, wie Ketone, die auch gegebenenfalls im Gemisch
mit anderen Lösungsmitteln, beispielsweise Kohlenwasserstoffen,
benutzt. Es ist erwünscht, daß das Wasser in dem Reaktionsgemisch in Lösung ist und
daher die mit Wasser mischbaren Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemische, welche größere Mengen
derartiger Lösungsmittel enthalten, zusammen mit verhältnismäßig kleinen Wassermengen, beispielsweise
etwa 1%, angewandt werden. Es ist natürlich wesentlieh,
daß das Lösungsmittel frei von mit der Isocyanate gruppe reaktionsfähigen Gruppen ist. Um ein rasches
Trocknen des Oberflächenauftrages ohne Beeinträchtigung leichter Verstreichbarkeit zu erreichen, ist es
vorteilhaft, Gemische aus leichtflüchtigen Lösungsmitteln, wie Aceton, mit Lösungsmitteln von geringerer
Flüchtigkeit, wie Cyclohexanon, zu verwenden. Es soll genügend Lösungsmittel angewandt werden,
um die Viskosität der Polyurethanlösung so weit zu senken, daß etwaige Blasen frei austreten können und
das Mittel gut verstrichen oder versprüht werden kann. Geeignete Lösungsmittehnengen betragen gewöhnlich
das 1- bis 4fache der vereinigten Mengen des Polyisocyanats und der isocyanatreaktionsfähigen Wasserstoff
enthaltenden Verbindung. Die Verwendung von weniger als diese Lösungsmittelmengen kann zu Lösungen mit
geringer Lagerbeständigkeit führen.
Die Wassermenge kann 0,5 bis 10 und vorzugsweise 2 bis 6°/o der Menge der 2 oder mehr isocyanatreaktionsfähige
Wasserstoffatome enthaltenden Verbindung betragen. Größere Wassermengen erfordern
die Verwendung von unerwünscht großen Polyisocyanatmengen, ohne daß sie irgendeine weitere Verbesserung
der Eigenschaften des Auftrages geben. Die Wahl des Polyisocyanats und der reaktionsfähigen
Wasserstoff enthaltenden Verbindung ergibt sich zwangläufig aus der gewünschten Art des Oberflächenbelages
oder -auftrages.
Die Menge des angewandten Polyisocyanats ist vorzugsweise im wesentlichen die theoretisch erforderliehe
Menge, die zur Vereinigung mit den reaktionsfähigen Wasserstoffatomen der Verbindung und mit
dem Wasser notwendig ist, jedoch können die Polyisocyanate gegebenenfalls in einem Bereich von 75
bis 150% der theoretisch erforderlichen Menge
benutzt werden. Ein größerer Überschuß kann angewandt werden, doch bietet er keinen Vorteil. Die Verwendung
von weniger als 75% der theoretischen Polyisocyanatmenge führt gewöhnlich zu Produkten
mit etwas unterlegenen Eigenschaften. Es ist erwünscht,
daß die Mengen und Arten der Polyisocyanat- und reaktionsfähigen Wasserstoff enthaltenden Verbindungen
so gewählt werden, daß das Reaktionsgemisch, welches auf dem Schichtträger aufgebracht werden
soll, brauchbare Stabilität ohne übermäßige Viskositätssteigerung oder Gelieren hat. Ein annehmbares
Minimum der brauchbaren Standzeit für ein derartiges Reaktionsgemisch soll 6 bis 8 Stunden betragen.
Die Herstellung des Anstrichmittels kann in beliebiger Weise erfolgen. Beispielsweise wird Wasser zu
der isocyanatreaktionsfähige Wasserstoff atome enthaltenden
Verbindung zugeset2t und das Gemisch in einer entsprechenden Menge des Lösungsmittels
gelöst. Die erforderliche Menge des Polyisocyanats wird ebenfalls im Lösungsmittel gelöst, und die beiden
Lösungen werden gut gemischt. Die entstehende Lösung kann auf den gewünschten Schichtträger aufgesprüht,
durch Tauchen aufgebracht oder aufgestrichen werden, um nach dem Trocknen einen
Polyurethanoberflächenbelag zu geben. Die Trocknungszeit hängt von dem benutzten Lösungsmittelsystem
ab; mit Aceton oder Methyläthylketon als Lösungsmittel wird über Nacht bei Raumtemperatur
ein harter Auftrag erhalten, doch wird insbesondere bei einigen hochsiedenden Ketonen, wie Cyclohexanon,
eine Wärmebehandlung bei Temperaturen bis zu 1600C, beispielsweise bei 1400C, bis zu 2 Stunden
lang vorgezogen, um das Trocknen zu beschleunigen.
Gegebenenfalls kann jedoch das Wasser mit dem Polyisocyanat zuerst umgesetzt werden, jedoch werden
hierbei etwas schlechtere Ergebnisse erhalten. Wahlweise kann die isocyanatreaktionsfähige Wasserstoffatome
enthaltende Verbindung und ein Teil des Polyisocyanats zuerst und dann mit Wasser umgesetzt
werden, wobei das übrige Polyisocyanat und etwa erforderliche Lösungsmittel dann dem so erhaltenen
Vorpolymeren zugesetzt werden.
Weichmacher und andere Zusätze, wie Farbstoffe und Füllstoffe, können erforderlichenfalls zugegeben
werden. Katalysatoren, wie sie bei Polyurethan bildenden Umsetzungen üblicherweise verwendet
werden, beispielsweise tertiäre Amine, Metallsalze oder Organo-Metallverbindungen, können gegebenenfalls
zugesetzt werden; doch ist es erforderlich, dafür Sorge zu tragen, daß sie die Stabilität des Reaktionsgemisches nicht ungewöhnlich herabsetzen, oder die
Lösung muß unmittelbar nach dem Mischen, beispielsweise unter Verwendung einer Doppelspritzpistole,
aufgetragen werden.
Oberflächenbeläge, welche nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung hergestellt werden können,
umfassen im allgemeinen chemisch beständige Aufträge auf Metall, Holz, Papier, Gewebe sowie für
Trommelauskleidungen.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert, die Teile und Prozentangaben bezichen sich
auf das Gewicht, soweit nicht anders angegeben.
1 Teil Wasser wird zu 25 Teilen eines oxypropylierten rohen Diaminodiphenylmethans (rohes Diaminodiphenvlrnethan
enthält etwa 15% Polyamine, hauptsächlich Triamine, und wird durch Kondensieren von
Formaldehyd mit Anilin in Gegenwart von Chlorwasserstoffsäure hergestellt) mit der Hydroxylzahl
270 mg KOH/g zugegeben, und das Gemisch wird in 50 Teilen wasserfreiem Aceton gelöst. 34 Teile eines
Diphenylmethan-4,4'-diisocyanats, hergestellt durch Behandlung von Phosgen mit dem oben benutzten
rohen Djaminodiphenylmethan, werden in 50 Teilen wasserfreiem Aceton gelöst. Die beiden Acetonlösun-
xo gen werden gut gemischt,) unter Bildung einer Lösung
mit einer Standzeit von 6 bis 8 Stunden. Nach mindestens 10 Minuten langem Stehen wird diese Lösung
auf Flußeisen aufgebracht und gibt nach 24 Stunden bei Raumtemperatur einen Oberflächenbelag mit
ausgezeichneter Haftfestigkeit, Zähigkeit, Biegsamkeit und Kratzbeständigkeit. Der Überzug gewährt außerordentlichen
Schutz gegen solche Chemikalien wie 25%ige Chlorwasserstoffsäure bei 2O0C und 25%ige
Natriumhydroxydlösung bei 200C und wird durch ungewöhnliche Feuchtigkeit nicht angegriffen.
Das Verfahren wird unter Verwendung verschiedener Wassermengen wiederholt, wobei die Verwendung
des Polyisocyanats entsprechend den Mengen an aktivem Wasserstoff verändert wird. Die erhaltenen
Überzüge hatten die folgenden Erweichungspunkte:
Die unter Verwendung von 2, 3 und 6 Teilen Wasser erhaltenen Überzüge sind gleich denen, welche
unter Verwendung von 4 Teilen Wasser erhalten werden, und besitzen ausgezeichnete Haftfestigkeit,
λο Zähigkeit, Biegsamkeit uud Kratzbeständigkeit. Der
ohne Wasser erhaltene Überzug ist spröde und besitzt geringere Haftfestigkeit.
1 Teil Wasser wird zu 25 Teilen eines oxypropylierten Glycerins mit der Hydroxylzahl 416 mg KOH/g
zugesetzt und das Gemisch in 50 Teilen wasserfreiem Methyläthylketon gelöst. 41 Teile eines Diphenylmethan-4,4'-diisocyanats,
wie im Beispiel 1 benutzt, werden in 50 Teilen wasserfreiem Methyläthylketon gelöst. Die beiden Lösungen werden gut gemischt
unter Bildung einer Lösung mit einer Standzeit von 6 bis 8 Stunden, welche beim Aufbringen auf Flußstahl
einen Überzug mit ausgezeichneter Haftfestigkeit, guter Kratzbeständigkeit und guter Biegsamkeit
liefert.
Wenn das Verfahren dieses Beispiels unter Weglassen des Wassers wiederholt wird, so wird ein außerordentlich
weicher, klebriger Überzug erhalten.
1 Teil Wasser wird zu 25 Teilen eines Polypropylenglykols mit der Hydroxylzahl 108,5 mg KOH/g
zugesetzt und das Gemisch in 50 Teilen wasserfreiem Methyläthylketon gelöst. 21,25 Teile eines wie im
Beispiel 1 angewandten Diphenylmethan-4,4'-diisocyanats werden in 50 Teilen wasserfreiem Methyl-
| Wasser (Teile) |
Isocyanal (Teile) |
Erweichungspunkt (0Q |
| 0 2 3 4 6 |
20 27 30,5 34 37,5 |
80 bis 100 100 bis 110 120 bis 130 120 bis 130 120 bis 130 |
7 8
äthylketon gelöst, und die beiden Lösungen werden Beispiel 7
gut gemischt. Nach mindestens 10 Minuten langem
gut gemischt. Nach mindestens 10 Minuten langem
Stehen hat sich eine Lösung gebildet, welche beim Auf- 1 Teil Wasser wird zu 25 Teilen eines linearen
bringen als Überzug auf Flußeisen einen biegsamen Polydiäthylenadipats mit einer Hydroxylzahl von
Belag mit ausgezeichneten Zugeigenschaften liefert. 5 57,3 mg KOH/g zugesetzt und das Gemisch in
Die Standzeit beträgt mindestens 8 Stunden. Ein 50 Teilen wasserfreiem Methylketon gelöst. 18 Teile
Weglassen des Wassers ergibt einen dürftigen Überzug eines wie im Beispiel 1 verwendeten Diphenylmethan-
mit sehr geringen Zugeigenschaften und ohne Bieg- 4,4'-diisocyanats werden in 50 Teilen wasserfreiem
samkeit. Methyläthylketon gelöst und die beiden Lösungen gut
Beispiel 4 10 Seimscnt un<^ ^ Minuten lang stehengelassen. Aus der
so hergestellten Lösung werden biegsame Beläge mit
1 Teil Wasser wird zu 25 Teilen eines oxypropylierten guten physikalischen Eigenschaften erhalten, die nicht
80: 20 Gemisches von 2,4- und 2,6-Toluylendiaroinen klebrig sind. Die Standzeit beträgt mindestens 8 Stun-
mit der Hydroxylzahl von 297 mg KOH/g zugegeben, den.
und das Gemisch wird in 50 Teilen wasserfreiem »5 Wenn das Beispiel unter Weglassen des Wassers
Aceton gelöst. 35,5 Teile eines 3-Methyldiphenyl- wiederholt wird, wird ein äußerst stark klebriger Belag
methan-4,4'-düsocyanats, hergestellt durch Behänd- erhalten.
lung von Phosgen mit rohem 4,4'-Diamino-3-metbyl- Beispiel 8
diphenylmethan mit einem Gehalt an 15 % Polyamiden.
diphenylmethan mit einem Gehalt an 15 % Polyamiden.
(hauptsächlich Triaminen), erhalten durch Konden- 2° Es wird ein Polyester mit einer Säurezahl von 7 mg
sieren von Anilin, o-Toluidin und Formaldehyd in KOH/g hergestellt durch Kondensieren von Penta-
den molekularen Verhältnissen von 3,3:1, 1:1,0 in erythrit, 1,3-Butylengiykol, Adipinsäure und Phthal-
Gegenwart von Salzsäure, werden in 50 Teilen wasser- säureanhydrid in den molaren Mengen 2:7:6:1.
freiem Aceton gelöst und die beiden Lösungen gut 1,0 Teil Wasser wird zu 25 Teilen dieses Polyesters
gemischt. Nach mindestens 10 Minuten langem Stehen 25 zugesetzt und das Gemisch in 50 Teilen wasserfreiem
wird eine Lösung gebildet, welche einen Schutzüberzug Aceton gelöst. 30 Teile eines wie im Beispiel 4 benutz-
mit hochgradiger Biegsamkeit, Haftung und Kratz- ten 3-Methyldiphenylmethan-4,4'-diisocyanats werden
beständigkeit liefert. Die Standzeit beträgt etwa in 50 Teilen wasserfreiem Aceton gelöst und die
6 Stunden. Wenn das Verfahren dieses Beispiels unter Acetonlösungen gut gemischt und 10 Minuten lang
Weglassen des Wassers wiederholt wird, so wird ein 30 stehengelassen. Auf diese Weise wird eine Lösung
spröder Belag mit geringer Haftfestigkeit erhalten. gebildet, aus welcher Beläge mit ausgezeichneter Haftfestigkeit
und Kratzbeständigkeit erhalten werden
Beispiel 5 konnten. Die Standzeit beträgt mindestens 8 Stunden.
Ein Polyester mit der Säurezahl 5 mg KOH/g wird 35 Beispiel9
hergestellt durch Kondensieren von 1898 Teilen Adipinsäure mit 1470 Teilen Diäthylenglykol und 68 Teilen Ein Polyester mit einer Hydroxylzahl von 250 mg
Pentaerythrit. 1 Teil Wasser und 0,2 Teile Dimethyl- KOH/g und einer Viskosität von 9000 Poiseeinheiten
cyclohexylamin werden zu 25 Teilen des so erhaltenen bei 25 0C wird hergestellt durch Umsetzen von Hexan-Polyesters
zugesetzt, und das Gemisch wird in 50 Teilen 40 triol, Adipinsäure und Phthalsäure in den molaren
wasserfreiem Aceton gelöst. 13 Teile eines 65:35- Mengen 8:5:1. 1 Teil Wasser wird zu 25 Teilen
Gemisches aus 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanaten dieses Polyesters zugesetzt und das Gemisch in einem
werden in 50 Teilen wasserfreiem Aceton gelöst und Gemisch von 40 Teilen Methyläthylketon und 10 Teilen
die beiden Acetonlösungen gut gemischt. Nach Cyclohexanon gelöst.
mindestens 10 Minuten langem Stehen wird eine 45 Ein Polyisocyanat wird hergestellt durch Zusetzen
Lösung erhalten, welche Überzüge oder Filme gibt eines Gemisches aus 0,125 Mol Glycerin und 0,1 Mol
mit einer Bruchbelastung von 211 kg/cm2 und einer Diäthylenglykol im Verlauf von 2 Stunden zu einer
Bruchdehnung von 360%. Die Standzeit beträgt etwa gerührten Lösung von 0,575 Mol Toluylen-2,4-diiso-6
Stunden. cyanat, gelöst in Äthylacetat, bei 750C und weiteres
Wenn das Verfahren dieses Beispiels unter Weg- 50 lstündiges Erhitzen. 64,1 Teile des so erhaltenen
lassen des Wassers wiederholt wird, werden Überzüge Polyisocyanats werden in einem Gemisch aus 40 Teilen
mit einer Bruchlast von 17,5 kg/cm2 und einer Bruch- Methyläthylketon und 10 Teilen Cyclohexanon
dehnung von 800 % erhalten. gelöst.
Die beiden Lösungen werden gut gemischt und
Beispiel6 55 10 Minuten lang stehengelassen. So wird eine Lösung
gebildet, aus welcher Oberflächenbeläge erhalten
1 Teil Wasser wird zu 25 Teilen eines oxypropylierten werden können mit verbesserter Alkalibestäodigkeit.
Rohrzuckers mit der Hydroxylzahl 340 mg KOH/g Die Standzeit beträgt mindestens 8 Stunden,
zugegeben und das Gemisch in einem Gemisch aus
zugegeben und das Gemisch in einem Gemisch aus
25 Teilen Methyläthylketon und 25 Teilen Cyclohexa- 60 BeispiellO
non gelöst. 36,3 Teile eines Diphenylmethan-4,4'-diiso-
cyanats, wie im Beispiel 1 benutzt, werden in einem 25 Teile des im Beispiel 5 benutzten Polyesters,
Gemisch aus 25 Teilen Methyläthylketon und 25 Teilen 0,2 Teile Dimethylcyclohexylamin und Wasser in der
Cyclohexanon gelöst. Die beiden Lösungen werden unten angegebenen Menge werden in 50 Teilen Aceton
gut gemischt und 10 Minuten lang stehengelassen. Die 65 gelöst. Ein Gemisch aus 2,4- und 2,6-Toluylendüsoso
erhaltene Lösung liefert Beläge mit ausgezeichneter cyanaten im Verhältnis 80: 20 wird in der unten ange-Haftfestigkeit
und Biegsamkeit. Die Standzeit beträgt gebenen Menge in 50 Teilen Aceton gelöst, und die
mindestens 8 Stunden. beiden Acetonlösungen werden gemischt. Nach
Minuten langem Verweilen geben die Lösungen Oberflächenbeläge mit den folgenden Eigenschaften:
|
Wasser
(Teile) |
Isocyanat
(Teüe) |
Zugfestigkeit
(kg/cm2 |
Bruch
dehnung (%) |
| 0 2 3 4 |
3 δ 10,5 13 |
zu schwach zum Prüfen 105 141 352 |
300 300 350 |
10
Claims (2)
1. Verfahren zum Herstellen von Polyurethan-Oberflächenbelägen durch Umsetzung von
a) organischen Polyisocyanaten und
b) zwei oder mehr isocyanatreaktionsfähige
Wasserstoffatome enthaltende Verbindungen,
10
dadurch gekennzeichnet, daß man eine Mischung aus
(1) einer Lösung von b) in einem mit Wasser ganz oder teilweise mischbaren und gegenüber a)
inerten Lösungsmittel, wobei die Lösung 0,5 bis 10%> bezogen auf b), Wasser enthält, und
(2) einer Lösung des Polyisocyanats auf die Oberfläche aufträgt und aushärten läßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man ein Polyisocyanat verwendet, das drei oder mehr Isocyanatgruppen enthält.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 872 268;
deutsche Auslegeschrift Nr. 1106 959;
französische Patentschriften Nr. 1233862,1140024; britische Patentschrift Nr. 853 384;
»Kunststoffe«, 1951, S. 13 bis 19;
»Farbe und Lack«, 1955, S. 282.
Deutsche Patentschrift Nr. 872 268;
deutsche Auslegeschrift Nr. 1106 959;
französische Patentschriften Nr. 1233862,1140024; britische Patentschrift Nr. 853 384;
»Kunststoffe«, 1951, S. 13 bis 19;
»Farbe und Lack«, 1955, S. 282.
709 608/432 6.67 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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Patent Citations (5)
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