DE1161686B - Verfahren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von PolyurethanschaumstoffenInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. KL: C 08 g
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
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Anmeldetag:
Auslegetag:
Deutsche KL: 39 b-22/04
1161686
U7383IVc/39b
10. August 1960
23.Januar 1964
U7383IVc/39b
10. August 1960
23.Januar 1964
Bisher wurden Polyurethanschaumstoffe durch Bildung eines Polyesters aus einem Triol und einer
Dicarbonsäure, z. B. Glycerin oder Trimethylolpropan, mit Adipinsäure und durch Umsetzen der endständigen
aktiven Wasserstoffatome des Polyesters mit einem Diisocyanat hergestellt. Das Polyesterurethan
wird hierbei gleichzeitig oder stufenweise durch Entwicklung von Kohlendioxyd und Vernetzen
der modifizierten Polyester oder durch ein anderes Treibmittel, das bei oder unter der Temperatür
der verschäumenden Masse verdampft, verschäumt. Schaumstoffe dieser Art versprechen einen
weiten Anwendungsbereich auf dem Gebiet von Isolierungen oder Bauelementen. Sie sind außerdem
vielseitiger, da sie an Ort und Stelle verschäumt werden können und dabei offensichtlich Arbeitszeit ersparen.
Es ist auch bekannt, Polyäther durch Umsetzung von Tetrahydrofuran, Alkylenoxyd und Epichlorhydrin
herzustellen, jedoch erhält man bei diesem sehr viel kostspieligeren Verfahren lineare Polyäther,
die zur Herstellung von harten Schaumstoffen nicht geeignet sind.
Für viele Zwecke ist es von Wichtigkeit, einen Schaumstoff zu verwenden, der neben einer geringen
Dichte eine große Druckfestigkeit aufweist. Bei einem anderen bekannten Verfahren, bei dem von Di-(halogenmethyl)-arylverbindungen
ausgegangen wird, tritt eine solche Kombination der Eigenschaften des erhaltenen
Polymerisates nicht auf, denn die Dichte dieser bekannten Schaumstoffe ist für viele Verwendungszwecke
zu groß. Daneben ist das eben genannte Ausgangsprodukt sehr schwer zugänglich, und die
erforderlichen Härtungszeiten sind relativ lang.
Bei einem anderen bekannten Polyurethanschaumstoff ist wiederum bei geringer Dichte nur eine unzureichende
Druckfestigkeit gegeben.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen auf Grundlage von
mehrere OH-Gruppen aufweisenden Polyäthern, Polyisocyanaten in Gegenwart von Wasser und/oder
niedrigsiedenden Fluorkohlenstoffverbindungen und gegebenenfalls weiteren Treibmitteln ist nun dadurch
gekennzeichnet, daß als Polyäther solche der allgemeinen Formel /C\
Verfahren zur Herstellung Von
Polyurethanschaumstoffen
Polyurethanschaumstoffen
(Y)9-,
-j-(RO)«OH
[CH2(RO)reOH]m
Anmelder:
Union Carbide Corporation, New York, N. Y.
(V. St. A.)
Vertreter:
Dr. W. Schalk, Dipl.-Ing. P. Wirth,
Dipl.-Ing. G. E. M. Dannenberg
und Dr. V. Schmied-Kowarzik, Patentanwälte,
Frankfurt/M., Große Eschenheimer Str. 39
Als Erfinder benannt:
Robert Keith Barnes, Charleston, W. Va.,
Robert William McLaughlin, Belle, W. Va.,
Fritz Hostettler, Charleston, W. Va. (V. St. A.)
Robert Keith Barnes, Charleston, W. Va.,
Robert William McLaughlin, Belle, W. Va.,
Fritz Hostettler, Charleston, W. Va. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 10. August 1959
(Nr. 832 470)
verwendet werden, wobei Y für ein Wasserstoffatom oder einen Alkylrest steht, R Äthylen- und/oder
Propylenreste darstellt, m eine ganze Zahl von 2 bis 4 und η eine Zahl mit einem Wert von wenigstens 1 ist.
Die erfindungsgemäß, hergestellten Schaumstoffe haben folgende Vorteile: Sie können hergestellt
werden, ohne daß hierbei äußere Wärme erforderlich ist, sie können außerdem durch geeignete Modifizierung
in höherer und niedriger Dichte hergestellt werden, sie besitzen eine gute Lösungsmittelbeständigkeit
und unterstützen eine Verbrennung nur in sehr geringem Umfang. Ein weiterer Vorteil, der vor allem
vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt her sehr wichtig ist, ist die Tatsache, daß die bisher aufgetretenen
Schwierigkeiten bei der Entfernung von Kondenswasser aus den Polyestern sowie bei den Bemühungen,
Wasser von der Reaktion bis zu einem geeigneten Zeitpunkt fernzuhalten, wesentlich herabgesetzt wurden,
da die erfindungsgemäß verwendeten Alkylenoxydadditionsprodukte ohne Bildung von Kondenswasser
hergestellt sind.
Der nachfolgend verwendete Ausdruck »Isocyanate bezieht sich immer auf organische Polyisocyanate.
309 780/294
Der Ausdruck »Rest«, bezüglich der organischen Polyisocyanate, bezieht sich auf den organischen
Teil der Isocyanatverbindung, ausschließlich der reaktionsfähigen Isocyanatgruppen. Der Ausdruck
»isocyanatmodifizierte Additionsprodukte« betrifft Alkylenoxyd-Tetrahydropyran-Reaktionsprodukte.in
denen die Hydroxylgruppen durch Urethanbindungen mit organischen Polyisocyanatresten verbunden sind.
Der Ausdruck »Polyoxyalkylen« bezieht sich auf wenigstens eine oder mehrere Alkylengruppen, die
durch eine zweiwertige Oxygruppe getrennt sind. Das verschäumbare Alkylenoxyd-Tetrahydropyran-Reaktionsprodukt
ist durch Umsetzung eines Alkylenoxyds mit einem substituierten Tetrahydropyran,
z. B. 3,3,5,5-Tetrakis-(oxymethyl)-4-oxytetrahydropyran,. 3,3,5-Tris-(oxymethyl)-5-methyl-4-oxytetrahydropyran
oder 3,5-(Oxymethyl)-3,5-dimethyl-4-oxytetrahydropyran,
hergestellt. Die Reaktionsprodukte sind polyalkoxylierte Tetrahydropyrane der folgenden
Formel: ao
(RO)nOH
[CH2(RO)nOH]n, I
30
In dieser Formel steht Y für ein Wasserstoffatom oder einen niedrigen Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen,
R für einen Äthylen- und/oder Propylenrest, m für eine ganze Zahl von 2 bis 4 und η für eine
ganze Zahl von mindestens 1.
Die erfindungsgemäß verwendeten substituierten Tetrahydropyrane, die mit den Alkylenoxyden umgesetzt
sind, sind Derivate des 4-Oxytetrahydropyrans,die2bis4Oxymethylgruppen,d.h.—CH2OH-
Gruppen, enthalten, die direkt an ein Kohlenstoffatom gebunden sind, das vom heterocyclischen
Sauerstoffatom im Tetrahydropyranring durch ein Kohlenstoffatom getrennt ist. Die Oxymethylgruppen
können die einzigen Substituenten sein, die am 4-Oxytetrahydropyranring gebunden sind, wie z. B.
im 3,3,5,5-Tetrakis-(oxymethyl)-A-oxytetrahydropyran,
oder es können noch andere Substituenten, wie sie in der obigen Formel I durch Y definiert
sind, d. h. niedrige Alkylreste mit 1 bis 6 Kohlen-Stoffatomen, vorhanden sein. Andere einwertige
Reste können ebenfalls als Substituenten am Ring vorhanden sein, vorausgesetzt, daß sie nicht die
Reaktion zwischen dem Alkylenoxyd und dem substituierten Tetrahydropyran unter den Reaktionsbedingungen
beeinträchtigen.
Im allgemeinen sind die Oxymethyltetrahydropyrane durch die Kondensation von Formaldehyd
mit verschiedenen Ketonen, die aktive Wasserstoffatome enthalten, wie z. B. Aceton, Methyläthylketon &o
oder Diäthylketon, in Gegenwart eines metallhaltigen basischen Katalysators hergestellt. Die
Reaktionsprodukte bestehen (nach der Entfernung νφη Wasser) aus einer Mischung von Oxyverbindungen,
die zum Teil getrennt werden können. Zur weiteren Reaktion können daher bestimmte Einzelverbindungen
oder aber Mischungen von Homologen verwendet werden.
Anschließend sind die Tetrahydropyranverbindungen mit Äthylen- und/oder Propylenoxyd in
Gegenwart geringer Mengen eines Katalysators umgesetzt, wobei das Alkylenoxyd dem geschmolzenen
oder in einem inerten Lösungsmittel gelösten Tetrahydropyran bei 110 bis 1700C zugegeben wird.
Die Menge an verwendetem Alkylenoxyd hängt vom gewünschten durchschnittlichen Molekulargewicht
des Endproduktes ab, das vorzugsweise etwa 350 bis 10 000 und mehr, bezogen auf den
Hydroxylwert, beträgt, bzw. von den Eigenschaften des schließlich herzustellenden Schaumstoffes. Die
Zahl der Äthylenglykolreste in jeder Seitenkette kann dabei etwa gleich oder auch verschieden sein.
Die Addition des Äthylenoxyds kann 6 Stunden bis mehrere Tage dauern und hängt von der Menge des
einzuführenden Alkylenoxyds und der Reaktionstemperatur ab. Für die Reaktion können alle üblichen
Katalysatoren verwendet worden sein.
Das durchschnittliche Molekulargewicht und die Reaktionsfähigkeit eines mit Isocyanat verschäumbaren
Polymerisates können leicht durch die Bestimmung des Hydroxylgehaltes festgestellt werden. Die
Hydroxylzahl ist ein Maß für die Hydroxylkonzentration pro Gewichtseinheit und dieser proportional.
Die Hydroxylzahl wird definiert in Milligramm KOH-Äquivalent pro Gramm Alkylenoxyd-Tetrahydropyran-Reaktionsprodukt
und wird bestimmt, indem Essigsäureanhydrid in Pyridinlösung bei Rückflußtemperatur mit den Hydroxylgruppen des
Reaktionsproduktes umgesetzt wird. Das nicht umgesetzte Anhydrid und die gebildete Essigsäure
werden mit wäßrigem Natriumhydroxyd unter Verwendung von Phenolphthalein als Indikator zurücktitriert.
Das Molekulargewicht kann leicht aus der Hydroxylzahl unter Verwendung der folgenden
Formel errechnet werden:
., , , , ... Funktionalität · 1000 · 56,1
Molekulargewicht = —— ——
Hydroxylzahl
Die relativen Mengen vvon Alkylenoxyd und substituiertem
Tetrahydropyran werden im Hinblick auf die gewünschten Eigenschaften des verschäumbaren
und verschäumten Produktes ausgewählt. Als allgemeine Regel kann gelten, daß Schaumstoffe mit
einer maximalen Festigkeit aus verschäumbaren Materialien eines Molekulargewichtes von 350 bis
1250 erhalten werden, während das Molekulargewicht der verschäumbaren Produkte zur Herstellung
halbharter Schaumstoffe 800 bis 1800 und zur Herstellung biegsamer, offenzelliger Schaumstoffe
etwa 1800 bis 6000 betragen soll.
Die hierin beschriebenen Alkylenoxyd-Tetrahydropyran-Additionsprodukte
umfassen nicht nur solche, die durch Umsetzung eines einzigen Alkylenoxyds mit der oxysubstituierten Tetrahydropyranverbindung
erhalten sind, sondern auch solche, die durch Reaktion zweier verschiedener Alkylenoxyde
erhalten worden sind. Unter den Ausdrücken »verschäumbares Material«, »verschäumbares Polymerisat«
und »Alkylenoxyd-Tetrahydropyran-Additionsprodukt« sollen jeweils die gleichen, durch die
obige Formel I dargestellten polyalkoxylierten Tetrahydropyrane verstanden werden.
Nach der Herstellung des verschäumbaren Materials· kann die Verschäumung kontinuierlich oder
stufenweise erfolgen. Die »Einstufen«-Methode, bei
der die Verlängerung des verschäumbaren Materials mit Isocyanat, die Vernetzung und die Schaumbildung
durch das Isocyanat praktisch gleichzeitig erfolgen, ist das wirtschaftlichste Verfahren. Das »Vorpolymerisat«-Verfahren,
bei dem das verschäumbare Material zuerst mit einem Überschuß an Isocyanat teilweise verlängert wird, worauf das Verschäumen
und Vernetzen in einer späteren Stufe erfolgt, ist sehr zweckmäßig, wenn die endgültige Verarbeitung
später erfolgen soll. Bei biegsamen Schaumstoffen wird zweckmäßigerweise ein Vorpolymerisat hergestellt,
indem äquivalente Mengen verschäumbaren Materials und Isocyanat in Abwesenheit von Wasser
umgesetzt werden und anschließend durch Zugabe von überschüssigem Isocyanat, Katalysator, Wasser
und oberflächenaktivem Mittel verschäumt wird.
Die Menge an Isocyanat, die mit dem verschäumbaren Polymerisat zur Herstellung biegsamer, halbharter oder harter Schaumstoffe verwendet wird, sollte im Überschuß über die äquivalente Menge Isocyanat vorliegen, die zur Reaktion mit den Hydroxylgruppen des verschäumbaren Materials benötigt wird. Die verwendete Menge soll so groß sein, daß in der gesamten Masse wenigstens mehr als 1 Äquivalent Isocyanat pro Äquivalent verschäumbares Polymerisat anwesend ist, gleichgültig, wie dieses zusammengesetzt ist.
Die Menge an Isocyanat, die mit dem verschäumbaren Polymerisat zur Herstellung biegsamer, halbharter oder harter Schaumstoffe verwendet wird, sollte im Überschuß über die äquivalente Menge Isocyanat vorliegen, die zur Reaktion mit den Hydroxylgruppen des verschäumbaren Materials benötigt wird. Die verwendete Menge soll so groß sein, daß in der gesamten Masse wenigstens mehr als 1 Äquivalent Isocyanat pro Äquivalent verschäumbares Polymerisat anwesend ist, gleichgültig, wie dieses zusammengesetzt ist.
Die Menge an Isocyanat soll etwa 1,05 bis 7, vorzugsweise 2 bis 6 Äquivalente pro Äquivalent verschäumbares
Polymerisat betragen.
Die Reaktion des verschäumbaren Polymerisates mit mehr als drei Oxygruppen mit einem Überschuß
an Isocyanat, wie z. B. einem Diisocyanat, kann durch die folgende Formel veranschaulicht werden:
OH
HO(RB)OH + Überschuß an OCNGNCO OCNGNHCO — (RB)
HO(RB)OH + Überschuß an OCNGNCO OCNGNHCO — (RB)
In dieser Formel steht RB tür das Alkylenoxyd-Tetrahydropyran-Additionsprodukt
der ersten Stufe, ausschließlich der endständigen Hydroxylgruppen, und G steht für einen aliphatischen, cycloaliphatischen
oder aromatischen Diisocyanatrest, ausschließlich der reaktionsfähigen Isocyanatgruppen,
wie z. B. m- oder p-Phenylendiisocyanate, 2,4- oder 2,6-Toluylendiisocyanate, 2,3,5,6-Tetramethyl-p-phenylendiisocyanat,
o-, m- oder p-Xylylendiisocyanate, 4,4' - Biphenylendiisocyanat, 3,3' - Dimethyl - 4,4' - biphenylendiisocyanat,
3,3' - Dimethoxy- 4,4' - biphenylendiisocyanat, p,p' - Bibenzyldiisocyanat, p,p' - Diphenylmethandiisocyanat,
4,4' - Methylen - bis - ο - toluylendiisocyanat,. 1,5 - Naphthylendiisocyanat, Tetramethylendiisocyanat
oder Hexamethylendiisocyanat sowie verschiedene andere Diisocyanate, wie z. B. die in Annalen, 562, S. 122 bis 135, 1949, aufgeführten
Verbindungen.
Verzweigtkettige isocyanatmodifizierte verschäumbare
Polymerisate sind erfindungsgemäß ebenso verwendbar und können erhalten werden, indem mit
dem verschäumbaren Polymerisat ein Isocyanat mit mehr als 2 reaktionsfähigen Isocyanatgruppen umgesetzt
wird, wie es durch die folgende Gleichung dargestellt wird:
OH NCO
HO(RB)OH + Überschuß OCNG NCO
OCN NCO
NH
OCN
G-NH-C-O-(RB)-O-C-NH-G
NCO
OCN
III
NCO
In der obenerwähnten Stelle der Annalen ist eine Anzahl brauchbarer, höheriünktioneller Polyisocyanate
aufgeführt. Eine der besonders brauchbaren Verbindungen dieser Gruppe besitzt die folgende
Formel:
mehrere Reaktionen gleichzeitig, von denen eine durch die untere Gleichung veranschaulicht wird.
2 .. .GNCO + H2O-».. .GNHCONHG... + CO2
OCN
CH2
NCO IV
CH2
NCO
(sowie deren Isomere), die durch Phosgenierung des Reaktionsproduktes von Formaldehyd und Anilin
erhalten sind.
Die Reaktion des verschäumbaren Polymerisates mit dem Isocyanat ist exotherm und kann bei Temperaturen
von Zimmertemperatur, d.h. etwa 24°C, bis zu Temperaturen von über 20O0C durchgeführt
werden. Die obere Grenze der Reaktionstemperatur ist von der thermischen Stabilität des verschäumbaren
Isocyanatreaktionsproduktes abhängig, während die untere Grenze durch die niedrigste wirtschaftliche
Reaktionsgeschwindigkeit bestimmt wird. Im allgemeinen sind Temperaturen unter etwa
75° C zu niedrig, um praktisch verwendbar zu sein, wenn kein Katalysator anwesend ist. Temperaturen
über etwa 3OOrC sind gefährlich, da die Reaktionsteilnehmer
oder Endprodukte zersetzt werden können. Ist das isocyanatmodifizierte verschäumbare
Material ein Vorpolymerisat und soll es vor der Verwendung gelagert werden, so ist es zweckmäßig,
die Reaktion mit dem Isocyanat in Abwesenheit eines Katalysators bei einer Temperatur von etwa 80 bis
1200C durchzuführen. Die Reaktionszeit variiert natürlich entsprechend der Temperatur sowie der
Tatsache, ob ein Katalysator oder Verzögerungsmittel anwesend ist oder nicht bzw. in Abhängigkeit
der Struktur einer derartigen, eventuell verwendeten Verbindung.
Es ist oft zweckmäßig, bei der Herstellung eines Vorpolymerisates ein Verzögerungsmittel während
oder nach der Isocyanatreaktion zuzufügen, insbesondere wenn das isocyanatmodifizierte verschäumbare
Material gelagert werden soll. Diese Verbindungen verlangsamen nicht nur die Reaktion zwischen
den Oxy- und Isocyanatgruppen, sondern wirken auch auf die Reaktion zwischen den gebildeten Urethangruppen
und den Isocyanatgruppen inhibierend. Brauchbare Verzögerungsmittel sind Säuren, wie
Salzsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Borsäure, verschiedene organische Säuren, organische Säurehalogenide,
wie Acetylchlorid oder Acetylbromid, Sulfonylhalogenide, wie p-Toluolsulfonylchlorid, oder
anorganische Säurehalogenide, wie Phosphortribromid, Phosphortrichlorid, Phosphoroxychlorid, Sulfonylchlorid
oder Thionylchlorid, sowie Schwefeldioxyd oder saure Sulfone.
Zur Bildung eines Schaumstoffes wird eine Mischung des isocyanatmodifizierten verschäumbaren
Materials und ein Überschuß an nicht umgesetztem Isocyanat mit Wasser, vorzugsweise in Gegenwart
eines Katalysators, umgesetzt. Dabei verlaufen Diese Reaktion ist wegen der Bildung von Kohlendioxyd
in situ zur Herstellung der Zellen im fertigen
ίο Schaumstoff sowie zur Verknüpfung der endständigen
Isocyanatgruppen unter Verlängerung des isocyanatmodifizierten verschäumbaren Materials wichtig.
Eine weitere Reaktion besteht in der Umsetzung der so gebildeten Ureylenbindungen mit nicht umgesetzten
Isocyanatgruppen, wobei Biuretbindungen unter Vernetzung gebildet werden, wie es durch die folgende
Gleichung dargestellt wird:
...GNHCONHG GNHCONG...
OCNG... NCO
...GNHCONHG...
CO
NH
NH CO
...GNCONHG...
Weiterhin reagieren die freien Isocyanatgruppen miteinander (entsprechend Gleichung VI) sowie mit
den modifizierten Isocyanaten, die gemäß den Gleichungen III bis V dargestellt werden, um Ketten von
Isocyanatresten zu bilden, die aneinander oder an die isocyanatmodifizierten verschäumbaren Produkte mittels
Ureylengruppen gebunden sind. Die Bildung eines guten Schaumstoffes hängt von der gleichzeitigen
Entwicklung von Kohlendioxyd und Vernetzung des Moleküls ab, so daß das Kohlendioxyd eingeschlossen
und ein Zusammenfallen des Schaumes verhindert wird.
Je nach der gewünschten Dichte des Schaumstoffes und dem gewünschten Ausmaß an Vernetzung sollte
die Menge an verwendetem Wasser so gewählt werden, daß das Verhältnis von Wasser zu den restlichen,
nicht umgesetzten Isocyanatäquivalenten, d. h. der Menge an Isocyanat, die im Überschuß über die
reaktionsfähigen Verbindungen im verschäumbaren Material anwesend ist, vorzugsweise zwischen 0,5
und 1,5 : 1,0, insbesondere zwischen etwa 0,8 und 1,2 : 1 liegt.
Die Verschäumung kann mittels eines Treibmittels, wie eines niedrigsiedenden hochmolekularen Gases,
das bei oder unterhalb der Temperatur der verschäumbaren Masse verdampft, durchgeführt werden.
Bei harten Schaumstoffen, die als Wärmeisolatoren verwendet werden sollen, vermindert die Einverleibung
von Gasen die Wärmeleitfähigkeit. Wird jedoch ein gasförmiger fluorierter Kohlenwasserstoff, wie
Trichlormonofluormethan, als Treibmittel verwendet, so wird ein niedrigerer K-Faktor erhalten als bei
Schaumstoffen gleicher Dichte, die mit Luft oder Kohlendioxyd aufgebläht worden sind. Die bei diesem
Verfahren eintretenden Reaktionen bestehen in der
Bildung von Urethanbindungen sowie in der Bildung von trimeren und dimeren Isocyanaten. Eine weitere
Reaktion, die unter Bildung von Allophanaten eintreten kann, wird durch die folgende Gleichung veranschaulicht:
.NH- C — O... + ...NCO
N —C —O
C = O
C = O
(Allophanat) VII
...NH
10
Bevorzugte Treibmittel sind fluorierte Kohlenwasserstoffe, wie Trichlormonofluormethan, Dichlordifluormethan,
Dichlorfluormethan, 1,1 - Dichlor-1 -fluoräthan; 1 -Chlor-1,1 -difluor^^-dichloräthan
oder 1,1,1-Trifluor-2-chlor-2-fluor-3,3-difluor-4,4,4-trifluorbutan.
Die Menge an Treibmittel hängt von der gewünschten Dichte der verschäumten Materials ab. Im allgemeinen werden pro 100 g
Harzmischung mit einem durchschnittlichen NCO : OH-Verhältnis von 1 : 1 etwa 0,005 bis 0,3 Mol
Gas verwendet, um Dichten von 0,48 bis 0,016 g/ccm zu erhalten. Gegebenenfalls kann Wasser in Verbindung
mit dem Treibmittel angewendet werden.
Katalysatoren, die zum Verschäumen und Vernetzen verwendet werden können, sind z. B. anorganische
Basen, wie Natriumhydroxyd, Natriummethylat, Natriumphenolat, tert.Amine oder Phosphine.
Besonders geeignete Aminkatalysatoren sind 2,2,1-Diazabicyclooctan, Trimethylamin, 1,2-Dimethylimidazol,
Triäthylamin, Diäthylcyclohexylamin, langkettige Dimethylamine mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen,
Dimethylaminoäthanol, Diäthylaminoäthanol, N-Methylmorpholin, N-Äthylmorpholin, Triäthanolamin
usw. Andere geeignete Katalysatoren sind z. B. Arsentrichlorid, Antimontrichlorid, Antimonpentachlorid,
Antimontributoxyd, Wismuttrichlorid, Titantetrachlorid, Bis-(cyclopentadienyl)-titandifluorid,
Titanchelate, wie z. B. Octylenglykoltitanat, Kupferchelate, Dioctylbleidichlorid, Dioctylbleidiacetat,
Dioctylbleioxyd, Trioctylbleichlorid, Trioctylbleihydroxyd, Trioctylbleiacetat, wie z. B. Kupferacetylacetonat,
oder Quecksilbersalze.
Als Katalysatoren sind auch organische Zinnverbindungen mit mindestens einer direkten Bindung
vom Zinn zu einem Kohlenstoffatom geeignet, wie sie in der deutschen Auslegeschrift 1 091 324 beschrieben
sind.
Wunschgemäß können die obenerwähnten Katalysatoren zur Beschleunigung der Reaktion des zu
verschäumenden Polymerisates mit dem Isocyanat verwendet werden, insbesondere dann, wenn das
isocyanatmodifizierte, zu verschäumende Material unmittelbar zur Bildung eines Schaumstoffes hergestellt
bzw. verwendet wird oder wenn der Verschäumungsvorgang kontinuierlich erfolgt.
Um den entstehenden Schaum während des Verschäumungsvorganges zu stabilisieren und um zu
vermeiden, daß die COä-Blasen in den frühen Stadien der Verschäumung entweichen, ist es zweckmäßig,
einen niedrigen Prozentsatz, z. B. etwa 0,001 bis 10 Gewichtsprozent, auf Basis der gesamten Bestandteile,
eines Stabilisators oder Verdickungsmittels zu verwenden, wie z. B. methoxylierte Cellulose, äthoxylierte
Cellulose, hydroxyäthylierte Cellulose," Benzylcellulose, Acetylcellulose, Acetylbutyrylcellulose, hydroxyläthylierter
Polyvinylalkohol, Polyvinylchlorid, Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymere, Polyvinylacetat,
Polyvinylbutyral, polymeres Methylmethacrylat, polymeres Butylmethacrylat, wachsartiges Polyäthylenoxyd
mit sehr hohem Molekulargewicht, Bentonite oder Metallseifen, wie z. B. Aluminiumstearat.
Im Rahmen der Erfindung können außerdem Füllstoffe, wie Tone, pulverisiertes Aluminiummetall oder
Diatomeenerden, in Mengen bis zu 20 Gewichtsprozent auf Basis des Gewichtes der gesamten Bestandteile
hinzugefügt werden. Vor dem Verschäumungsvorgang können außerdem Farbstoffe zugegeben
werden; dies ist sogar oft zweckmäßig, da Polyurethanschaumstoffe normalerweise etwas zum
Vergilben neigen.
Ferner können außerdem kleine Mengen,· z. B. 0,1 bis 5 Gewichtsprozent auf Basis der gesamten
Bestandteile, eines Emulgators, beispielsweise eines Polysiloxanoxyalkylencopolymerisates, das etwa 10
bis 80 Gewichtsprozent Siloxanpolymerisat und 90 bis 20 Gewichtsprozent Alkylenoxydpolymerisat enthält,
wie z. B. die in der USA.-Patentschrift 2 834 748 beschriebenen Copolymerisate,verwendet werden.Obgleich
die Verwendung eines Emulgators zweckmäßig ist, um die Art der gebildeten Schaumstruktur zu beeinflussen,
können die erfindungsgemäß hergestellten Schaumstoffe auch ohne Emulgatoren hergestellt
werden.
Die erfindungsgemäß hergestellten Schaumstoffe können so hergestellt werden, daß sie außer den obengenannten
Eigenschaften Dichten aufweisen, die innerhalb von etwa 0,016 bis 0,48 g/ccm liegen.
Innerhalb dieses Bereiches werden Dichten von 0,024 bis 0,24 g/ccm zur Herstellung von harten
Schaumstoffen vorgezogen.
Es ist bereits bekannt, zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen
halogenhaltige Polyäther zu verwenden, die durch Reaktion von m-Xylol mit
Formaldehyd in Gegenwart eines Halogenwasserstoffs hergestellt sind. Bei der weiteren Herstellung
dieser Polyäther sind praktisch stöchiometrische Mengen an Alkalien notwendig, um den gebildeten
Halogenwasserstoff zu neutralisieren.
Die Herstellung der Polyurethanschaumstoffe aus diesen Ausgangsmaterialien ist erheblich unwirtschaftlicher
als diejenige aus den erfindungsgemäß verwendeten Polyäthern, da zur Herstellung der
Polyäther kein Halogenwasserstoff und daher auch keine Alkalien zur Neutralisierung desselben notwendig
sind.
Die Verwendbarkeit und die Vorteile des erfindungsgemäß hergestellten Produktes werden in den
nachfolgenden Beispielen weiter erläutert.
Zur Auswertung der Druckeigenschaften der nach den verschiedenen Beispielen hergestellten Schaumstoffe
wurde ein Schaumstoffwürfel in einer Größe von 5 χ 5 χ 5 cm einem bestimmten Druck ausgesetzt,
wobei eine Belastungs-Durchbiegungs-Kurve erhalten wurde. Die höchste Druckfestigkeit wird in kg/cm2
angegeben, entweder bei der Streckgrenze oder bei 10%iger Durchbiegung.
309 780/294
140 g Propylenoxydaddukt des 3,3,5,5-Tetrakis-(oxymethyl)-4-oxytetrahydropyrans
mit einer Hydroxylzahl von etwa 357 werden mit 0,89 g Dibutylzinndilaurat, 1,3 g Siliconöl als oberflächenaktives
Mittel (ein Polysiloxanoxyalkylencopolymerisat) und 41 g Trichlormonofluormethan gemischt und dann
85,5 g einer Mischung von 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat
(80 : 20) unter intensivem Rühren hinzugegeben. Sobald die Verschäumungsreaktion beginnt,
wird die Mischung in eine offene Form übergeführt, um dort 10 Minuten bei 700C zu härten.
Das verschäumte Produkt hat eine Dichte von etwa 0,0304 g/ccm und eine maximale Druckfestigkeit von
etwa 1,82 kg/cm2 bei 5,3% Biegung.
140 g Propylenoxydaddukt des 3,3,5-Tri-(oxymethyl)-5-methyl-4-oxytetrahydropyrans
mit einer Hydroxylzahl von etwa 347 werden mit 0,5 g Dibutylzinndiacetat, 1,3 g Siliconöl als oberflächenaktives
Mittel (ein Polysiloxanoxyalkylencopolymerisat) und 41 g Trichlormonofluormethan gemischt und dann
76 g einer Mischung aus 2,4,- und 2,6-Toluylendiisocyanat
(80 : 20) unter intensivem Rühren zugegeben. Sobald die Verschäumungsreaktion einsetzt, wird die
Mischung in eine offene Form gegeben, um dort während 10 Minuten bei 700C zu härten. Das
verschäumte Produkt hat eine Dichte von etwa 0,032 g/ccm.
150 g eines Äthylenoxyd-Propylenoxyd-Adduktes des 3,5-(Oxymethyl)-3,5-dimethyl-4-oxytetrahydropyrans
mit einer Hydroxylzahl von etwa 168 werden mit 0,5 g Dibutylzinndichlorid, 0,1 g Triäthylamin,
1,3 g eines Siliconöls als oberflächenaktives Mittel (ein Siloxanoxyalkylencopolymerisat) und 3,75 g
Wasser gemischt und dann 76 g einer Mischung aus 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat (80 : 20) unter
intensivem Rühren zugegeben. Sobald der Verschäumungsvorgang beginnt, wird die Mischung in
eine offene Form gegeben, um dort während 10 Minuten bei 1200C zu härten. Das verschäumte Produkt
hat eine Dichte von etwa 0,032 g/ccm.
140 g eines zu verschäumenden Polymerisates gemäß Beispiel 1 werden mit 2,6 g Wasser, 0,5 g Siliconöl
als oberflächenaktives Mittel (ein Polysiloxanoxyalkylencopolymerisat) und 0,5 g Dioctylzinnoxyd vermischt
und dann 105 g einer Mischung aus 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat (80 : 20), die 0,10% einer
äthoxylierten Cellulose mit einem durchschnittlichen
Äthoxygehalt von 47,5 bis 49% enthält, unter heftigem Rühren zugegeben. Sobald die Verschäumungsreaktion
beginnt, wird die Mischung in eine offene Form gegeben, um während 24 Stunden bei Raumtemperatur
vollständig zu härten. Das verschäumte Produkt hat eine Dichte von etwa 0,048 g/ccm.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen auf Grundlage von mehrere OH-Gruppen aufweisenden Polyäthern, Polyisocyanaten in Gegenwart von Wasser und/oder niedrigsiedenden Fluorkohlenstoffverbindungen und gegebenenfalls weiteren Treibmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß als Polyäther solche der allgemeinen Formel/c\C C
C C(RO)nOH
[CH2(RO)nOH]nverwendet werden, wobei Y für ein Wasserstoffatom oder einen Alkylrest mit 1 bis 6 C-Atomen steht, R Äthylen- und/oder Propylenreste darstellt, m eine ganze Zahl von 2 bis 4 und η eine Zahl mit einem Wert von wenigstens 1 ist.In Betracht gezogene Druckschriften:Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 056 819;belgische Patentschrift Nr. 560 394;»Chemical and Engineering News«, 1. Dezember 1958, S. 48/49;»Modem Plastics«, 36 (Mai 1959), Nr. 9, S. 151 bis 154.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| US832470A US3022256A (en) | 1959-08-10 | 1959-08-10 | Polyurethane foam and method of preparing same |
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Family Applications (1)
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