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Hochglanzpoliturmittel auf Organopolysiloxangrundlage Die bekannten
Möbel- und Fußbodenpolituren, die Wachse und/oder verschiedene andere Bestandteile
enthalten, besitzen meist mindestens einen Nachteil: So kann mit einigen kein ausreichender
Hochglanz erzielt werden, mit anderen bleibt die Gleitsicherheit ungenügend, oder
sie lassen sich nur schwierig wieder entfernen oder zeigen deutlich sichtbare Wasserflecken.
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So werden beispielsweise in der deutschen Auslegeschrift 1 037043
oberflächenschützende Poliermittel beansprucht, die aus einer bestimmten Kombination
von drei verschiedenen Organopolysiloxanen bestehen.
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Bei Weglassen von einem oder zwei dieser drei wesentlichen Bestandteile
werden schlechtere Ergebnisse erzielt, wie aus den Vergleichsversuchen in Beispiel
1, im Zusammenhang mit Tabelle 1, der genannten deutschen Auslegeschrift hervorgeht.
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In der USA.-Patentschrift 2 812 263 wird ferner eine Kombination
von flüssigen Dimethylpolysiloxanen, Naphtha und Wachs beansprucht. Die Wachse sind
hierin ein wesentlicher Bestandteil der Zusammensetzung.
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Erfindungsgemäß werden hingegen ausgezeichnete Ergebnisse mit einem
einzigen Polysiloxan, nämlich Monocamphylpolysiloxan, in einem Lösungsmittel erzielt,
wobei nur gegebenenfalls Wachse mitverwendet werden können. Abgesehen von der einfacheren
Formulierung der erfindungsgemäßen Hochglanzpoliturmittel gegenüber den genannten
vorbekannten Mitteln ist die überlegene Wirkung der erfindung gemäßen Hochglanzpoliturmittel
aus der Tabelle ersichtlich, wobei eine Vergleichslösung A, die 50/o Monocyclohexylpolysiloxan-Feststoffe
in einer Erdölfraktion enthielt, mit der erfindungsgemäßen Lösung B verglichen wird.
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Mit den erfindungsgemäßen, leicht und gleichmäßig auftragbaren, zu
Hochglanzpolituren auftrocknenden Mitteln wird dagegen ohne zusätzliches Polieren
oder Reiben die Bildung eines hochglänzenden, dauerhaften Schutzüberzugs auf den
damit überzogenen Oberflächen, insbesondere Holzoberflächen, erzielt. Bei Holzoberflächen
wird dadurch die natürliche Holzmaserung wirksam hervorgehoben und Kratzer und andere
Beschädigungen überdeckt. Neben hoher Gleitsicherheit zeigen die erfindungsgemäßen
Mittel gegen Wasser und durch andere Stoffe hervorgerufene Flecken eine abweisende
Wirkung und sind außerdem mit Lösungsmitteln leicht wieder zu entfernen. Auch nach
mehrmaligem Auftragen des Mittels werden keine dicken Schichten gebildet.
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Die erfindungsgemäßen, zu Hochglanzpolituren auftrocknenden Mittel
bestehen im wesentlichen aus
einer Lösung eines Monocamphylpolysiloxans in leichtflüchtigen
flüssigen organischen Lösungsmitteln.
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Die erfindungsgemäß verwendbaren Monocamphylpolysiloxane können sowohl
ganz als auch teilweise kondensiert sein. Diese Polymerisate sind in organischen
Lösungsmitteln löslich und besitzen eine dreidimensionale Struktur. Die Herstellung
der vollständig kondensierten Polymerisate ist bekannt. Im allgemeinen werden sie
aus dem Hydrolysat eines Silans der allgemeinen Formel C10H17SiX3, worin X eine
leicht hydrolysierbare Gruppe, z. B. eine Alkoxygruppe oder ein Halogenatom ist,
durch Erhitzen unter Rückfluß mit einem Alkalimetallhydroxyd hergestellt. Dabei
werden alle Hydroxylgruppen unter Bildung dreidimensionaler Camphylsilsesquioxane
entfernt.
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Die Herstellung des Camphyltrichlorsilans kann beispielsweise gemäß
der USA. -Patentschrift 2 533 240 erfolgen.
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Das Monocamphylpolysiloxan kann jedoch auch eine beträchtliche Anzahl
kondensierbarer Gruppen, wie Hydroxyl- und Alkoxygruppen, enthalten, die an den
nicht durch SiOSi-Bindungen oder Camphylgruppen abgesättigten Siliciumvalenzen gebunden
sind.
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In diesem Fall hat das Siloxan im wesentlichen eine lineare und keine
dreidimensionale Struktur. Andere organische Gruppen, wie aliphatische und alicyclische
Kohlenwasserstoffreste sowie Phenylgruppen, können ebenfalls in geringen Mengen
vorhanden sein, jedoch dürfen dadurch die Eigenschaften des Camphylpolysiloxans
nicht wesentlich geändert werden.
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Der Molekülgröße des Camphylpolysiloxans ist keine Grenze gesetzt,
solange es in organischen Lösungsmitteln dispergierbar bleibt.
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Die erfindungsgemäßen Mittel können gegebenenfalls zusätzlich ein
in dem Lösungsmittel bei Zimmertemperatur zumindest teilweise lösliches Wachs enthalten.
Obwohl auch ohne Mitverwendung von Wachsen ein Hochglanz erzielt wird, ist es für
manche Zwecke vorteilhaft, eine kleine Menge Wachs mitzuverwenden, beispielsweise
zur Erhöhung der Härte des Überzugs. Als Wachse sind Bienenwachs, Walrat, Paraffin,
Japanwachs und handelsübliche Wachse auf der Basis von Polyvinyloctadecyläther bevorzugt.
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Vorzugsweise beträgt die Wachsmenge 0,1 bis 5 Gewichtsteile, bezogen
auf das Gesamtgewicht der Lösung. Darüber hinausgehende Mengen an Wachs können den
Glanz des Überzugs beeinträchtigen. Im allgemeinen kann der Wachszusatz mit steigenden
Mengen an Camphylpolysiloxan in der Lösung erhöht werden.
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Jedes beliebige, flüchtige, flüssige organische Lösungsmittel kann
in den erfindungsgemäßen Mitteln verwendet werden, das natürlich die zu behandelnde
Oberfläche nicht angreifen darf. Für nicht gefirnißtes Holz können z. B. starke
Lösungsmittel, wie Methylenchlorid oder andere halogenierte Kohlenwasserstoffe,
eingesetzt werden. Lösungsmittel dieser Art sollten jedoch nicht für gefirnißte,
lackierte oder mit einem anderen Anstrich versehene Oberflächen benutzt werden.
Vorzugsweise soll das Lösungsmittel genügend flüchtig sein, um in einer annehmbaren
Zeitspanne nach dem Auftragen zu verdunsten.
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Die Lösungsmittelmenge muß dazu ausreichen, den Überzug leicht, in
Form von dünnen, gleichmäßig verteilten Filmen aufzubringen. Ist die Lösung zu konzentriert,
erfolgt das Auftragen zu ungleichmäßig und hinterläßt Schlieren auf der Oberfläche.
Ist zu viel Lösungsmittel vorhanden, dauert das Trocknen sehr lange, und zur Erzielung
des Hochglanzes kann ein mehrmaliges Auftragen der Lösung erforderlich sein.
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Die genaue Lösungsmittelmenge im Verhältnis zum Siloxan hängt von
der Art des Lösungsmittels und des Monocamphylpolysiloxans sowie von gegebenenfalls
mitverwendeten anderen Bestandteilen, z. B. Wachs, ab. Vorzugsweise werden 1 bis
20 Gewichtsteile, insbesondere 2 bis 15 Gewichtsteile, Polysiloxan auf 100 Gewichtsteile
Gesamtlösung verwendet.
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In dem verwendeten Lösungsmittel muß das Monocamphylpolysiloxan bei
Zimmertemperatur löslich sein. Außerdem müssen die jeweils mitverwendeten anderen
Stoffe, wie Wachs, darin mindestens teilweise löslich oder dispergierbar sein. Gegebenenfalls
kann das Lösungsmittel zur rascheren Auflösung der Bestandteile erhitzt werden.
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Geeignete Lösungsmittel sind beispielsweise Terpentin, Erdölfraktionen
mit einem Siedebereich von 93,3
bis 162"C oder 175 bis 210°C, Kerosin, Äthylenglykolmonoäthyläther,
Diäthyläther, n-Butyläther, p-Chloräthyläther, Isopropylalkohol, 2-Äthylhexanol,
n-Butylalkohol, 1,1, 1-Trichloräthan, Cyclohexan, Decan, Cyclohexen, Toluol und
Xylol. Vorzugsweise werden aliphatische und alicyclische Kohlenwasserstofflösungsmittel
verwendet.
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Weitere in Polituren übliche Zusätze, wie Schellack, Duftstoffe,
Pigmente, lösliche Farbstoffe, Schädlings-und Bakterienbekämpfungsmittel, sowie
Zusätze, die ein gleichmäßiges Auftragen ermöglichen, können mitverwendet werden.
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Die erfindungsgemäßen Hochglanzpoliturmittel können auf die zu behandelnden
Flächen z. B. durch Sprühen oder Streichen aufgebracht werden. Nach dem Verdunsten
des Lösungsmittels hinterbleibt ein harter, dauerhafter Überzug. Der stärkste Glanz
wird durch Aufbringen der Lösung mit linearen Streichbewegungen erzielt. Starker
Glanz bei geringer Schichtstärke wird durch kreisförmiges Verstreichen erreicht.
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Nach dem Auftragen des Poliermittels ist kein zusätzliches Polieren
zur Erzielung des Hochglanzes erforderlich. Hingegen kann bei wachshaltigen Mitteln
durch Polieren der Glanz noch etwas verstärkt werden.
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Durch die genannten Lösungsmittel kann die Politur leicht wieder
entfernt werden. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, daß das Polysiloxan auf
der damit überzogenen Oberfläche nicht vollständig härtet. Die Entfernung der alten
Politur ist vor erneutem Auftragen des Hochglanzpoliturmittels nicht erforderlich,
da dieses keine Trübung auf der Oberfläche auch nach Auftragen von mehreren Schichten
hinterläßt. Die mit dem erfindungsgemäßen Mittel behandelten Oberflächen können
mit Wasser und Seife gewaschen werden, ohne daß dabei die Politur entfernt oder
der Glanz beeinträchtigt wird.
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Außer den genannten Vorteilen sind die mit dem erfindungsgemäßen
Mittel überzogenen Oberflächen nicht schmierig, gegenüber Staubteilchen verhältnismäßig
stark abweisend und sehr abriebfest. Der Uberzug ist hitze- und flammfest und physiologisch
unbedenklich. Das erfindungsgemäße Mittel ist sehr lange lagerbeständig und kältefest.
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Das erfindungsgemäße Mittel ist insbesondere für Holzfußböden und
Möbel geeignet, kann aber auch z. B. auf Zementmosaikböden, Asphalt-, Fliesen- und
Polyvinylharzfußböden sowie auf Autolacken, Leder-oder bemalten Oberflächen verwendet
werden.
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Das als Ausgangsstoff für die Polymerisation eingesetzte Camphyltrichlorsilan
(CloHl7SiCl3) ist wie folgt hergestellt worden: 816 g Camphen, 810 g Trichlorsilan
und 6 ml einer 0,1molaren Hexachloroplatinsäurelösung in Isopropylalkohol wurden
in einer 2,9-l-Bombe etwa 20 Stunden auf Temperaturen bis zu 188"C erhitzt. Anschließend
wurde die Reaktionsmischung destilliert und bei etwa 143"C/12 mm etwa 1,020 g Camphyltrichlorsilan
gewonnen.
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Beispiel Vergleichslösung A enthielt 50/o Monocyclohexylpolysiloxan-Feststoffe
in einer Erdölfraktion vom Siedebereich 93,3 bis 162"C, die erfindungsgemäße Lösung
B enthielt 5 °/0 Monocamphylpolysiloxan-Feststoffe in derselben Erdölfraktion gelöst.
Jede dieser Lösungen wurde mit einem Baumwollmulltuch mit linearen Streichbewegungen
auf ungebeiztes
Eichensperrholz aufgetragen und hinsichtlich ihrer
Eigenschaften miteinander verglichen.
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| Eigenschaften Lösung |
| Glanz | ausgezeichnet ausgezeichnet |
| Löslichkeit in der |
| obigen in der Erdöl- |
| fraktion | ausgezeichnet ausgezeichnet |
| Entfernbarkeit |
| nach 24 Stunden.. ausgezeichnet ausgezeichnet |
| Klebrigkeit |
| nach 1 Stunde . . . schlecht bis gut |
| mittelmäßig |
| nach 2 Stunden... mittelmäßig sehr gut |
| Kratzfestigkeit ..... schlecht bis sehr gut |
| mittelmäßig |
Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, daß das erfindungsgemäße Hochglanzpoliturmittel
bessere Eigenschaften als das zum Vergleich herangezogene besitzt.