DE1240513B - Verfahren zur Fluorierung von Tetrachlormethan - Google Patents
Verfahren zur Fluorierung von TetrachlormethanInfo
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-
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
C07c
Deutsche KL: 12 ο - 2/01
Nummer: 1240 513
Aktenzeichen: F 43589 IV b/12 ο
Anmeldetag: 28. Juli 1964
Auslegetag: 18. Mai 1967
Es ist aus der deutschen Patentschrift 662 627 bekannt, Chlorkohlenwasserstoffe, vorzugsweise Tetrachlorkohlenstoff,
mit CaF2 bei hohen Temperaturen zu fluorhaltigen Verbindungen umzusetzen. Aus
Tetrachlorkohlenstoff entsteht so Mono-fluor-trichlorkohlenstoff
und Difluordichlorkohlen stoff unter gleichzeitiger Bildung von Calciumchlorid.
Die technische Durchführung dieses Verfahrens stößt allerdings auf eine Reihe von Schwierigkeiten.
Die Reaktion verläuft sehr langsam, so daß — insbesondere zur Gewinnung von CCl2F2 — hohe Verweilzeiten
und hohe Temperaturen angewandt werden müssen, bei denen aber bereits eine merkliche Zersetzung
des CCl4 stattfindet. Außerdem geht die Reaktionsgeschwindigkeit mit steigendem Umsatz
zurück, bis bei etwa 10 bis 30 % Umsatz — je nach Beschaffenheit des eingesetzten CaF2 — praktisch
Stillstand eintritt, vermutlich dadurch, daß das entstehende CaCl2 die ursprünglich frei zugängliche
Oberfläche des CaF2 bedeckt. Auch eine Durchführung der Reaktion im Wirbelbett bringt keine
wesentliche Verbesserung.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Fluorierung von Tetrachlormethan durch
Umsetzung mit CaF2, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die Umsetzung bei Temperaturen oberhalb
3500C, vorzugsweise bei 400 bis 6500C, in Gegenwart
von FeCl3 und NaCl erfolgt. Dabei soll vorzugsweise das molare Verhältnis von FeCl3: NaCl 0,8:1 bis
1,2:1 betragen. Man geht vorteilhaft so vor, daß die
Umsetzung in einer FeCla-NaCl-Schmelze stattfindet
und daß das CaF2 in Form von natürlichem Flußspat verwendet wird.
An Stelle von NaCl können auch die Na-Verbindungen verwendet werden, die sich mit CCl4 zu NaCl
umsetzen, wie z. B. NaF, Na2SiF6, NaOH, Na2CO3
oder andere sauerstoffhaltige Na-Salze. Das gleiche gilt von den Fe-Verbindungen, die im Reaktionsmedium FeCl3 ergeben, wie z. B. Eisenoxyd.
Um eine möglichst große Kontaktoberfläche zu erhalten, legt man vorteilhaft das NaCl in feinpulverisierter
Form vor. Eine zweckmäßige Ausführung besteht darin, das CaF2 in einer NaCl-Lösung zu
suspendieren, die anschließend getrocknet wird, oder daß man dem Flußspat gleich bei der Mahlung NaCl
zusetzt.
Eine katalytische Wirkung wird bereits mit kleinen Mengen FeCl3 und NaCl erzielt, z. B. 0,01 bis 1 Gewichtsprozent
an FeCl3, bezogen auf die eingesetzte Menge an CaF2. Vorteilhaft verwendet man 1 bis
10 Gewichtsprozent FeCl3. Die angewandten Mengen an NaCl betragen das 0,1- bis lOOfache an molarer
Verfahren zur Fluorierung von Tetrachlormethan
Anmelder:
Farbwerke Hoechst Aktiengesellschaft
vormals Meister Lucius &Brüning, Frankfurt/M.
Als Erfinder benannt:
Dr. Otto Scherer, Bad Soden (Taunus);
Dr. Bernhard Wojtech,
Frankfurt/M.-Unterliederbach
Menge, bezogen auf die eingesetzte Menge FeCl3 in
Mol, vorzugsweise das 0,5- bis lOfache. Die Anwendung größerer Mengen an FeCl3 und der entsprechenden
Mengen an NaCl, z. B. bis 50 Gewichtsprozent oder bis 400 Gewichtsprozent FeCl3, ist möglich, sie
bewirkt eine weitere, jedoch immer langsamer ansteigende Wirkung auf die Umsetzung des CaF2.
Eine bevorzugte Ausführung des Verfahrens besteht, wie oben erwähnt, in der Verwendung solcher
Mengen an FeCl3 und NaCl, daß bei Reaktionstemperatur eine Schmelze entsteht, in der das CaF2
im suspendierten Zustand reagieren kann.
Vorzugsweise wird dafür ein Gemisch FeCl3: NaCl
im molaren Verhältnis von 0,8 :1 bis 1,2:1 verwendet.
Diese Schmelze kann auch ungelöste Anteile von NaCl oder FeCl3 enthalten. Die Gewichtsverhältnisse
zwischen Schmelze und CaF2 liegen beispielsweise bei 4:1 bis 50:1 oder mehr, vorzugsweise 8:1 bis
20:1. Die Rührung des Systems kann auf mechanischem Wege oder mittels der durchtretenden Gasblasen
des Chlorkohlenwasserstoffes erfolgen. Die geringe Löslichkeit der Ca-Salze in der Schmelze
erlaubt eine leichte Abtrennung, insbesondere des CaCl2, z. B. durch Filtrieren oder Zentrifugieren. Dadurch
läßt sich das Verfahren leicht kontinuierlich gestalten, z. B. indem man nach dem Gegenstromprinzip
arbeitet, gegebenenfalls in einer Kaskade.
In den folgenden Beispielen sind zu Vergleichszwecken auch Austauschreaktionen ohne NaCl mit
aufgenommen. Alle Reaktionen wurden mit einem feingemahlenen natürlichen Flußspat durchgeführt.
Da der Austauschgrad im CaF2-Festbett an der Eintrittzone
des CCl4 einen Maximalwert aufweist, wurde zur weiteren Charakterisierung des Umsatzes auch
dieser Wert aufgeführt.
709 580/274
a) 35 g (0,45 Mol) CaF2, das durch Eindunsten einer
wäßrigen NaCl-Lösung mit 4 g NaCl (0,068 Mol) vermengt war, wurde mit 6 g FeCl3 (0,037 Mol) vermischt
und in einen Rohrreaktor aus Glas von etwa 35 mm Weite eingebracht. Durch das vertikal in einen elektrischen
Ofen eingesetzte Rohr wurden bei 4500C in
6 Stunden 760 g CCl4 (5 Mol) unter Atmosphärendruck durchgeleitet. Der Halogenaustausch betrug im Durchschnitt
72%, in der CC^-Eintrittszone 80%.
b) Sind die 35 g CaF2 nur mit 1,4 g NaCl (0,024 Mol)
vermengt, so erhält man unter den gleichen Bedingungen mit 6 g FeCl3 (0,037 Mol) einen Durchschnittsaustausch
von 71%, in der Eintrittszone von 75%.
Ein Gemisch von 35 g CaF2 und 6 g FeCl3 ohne
NaCl führte unter denselben Reaktionsbedingungen nur zu einem durchschnittlichen Austauschwert von
38% und in der CC^-Eintrittszone von 46%·
70 g CaF2 (0,9MoI), das mit 5,8 g feinpulverisiertem
NaCl (0,1MoI) und 5 g FeCl3 (0,031 Mol)
vermischt war, wurde in der gleichen Apparatur wie im Beispiel 1 ebenfalls mit 760 g CCl4 (5MoI) bei
4500C 6 Stunden behandelt. Der erzielte Austauschwert war 58% im Durchschnitt und 72% in der
COU-Eintrittszone. Ohne NaCl wird 30% im Durchschnitt
und 45% in der Eintrittszone erhalten. Läßt man FeCl3 und NaCl weg, so erhält man unter den
gleichen Bedingungen nur 24% und in der Eintrittszone 29%.
Je 35 g CaF2 (0,45MoI), das mit 2,5 g FeCl3
(0,015 Mol) vermischt war, wurde mit feinpulverisiertem NaCl, und zwar
a) 6,2 g (0,16 Mol) NaCl,
b) 1,5 g (0,026 Mol) NaCl
gut vermengt. Die Behandlung mit 760 g CCl4 (5 Mol)
bei 4500C während 6 Stunden geschah unter den
gleichen Bedingungen wie in den Beispielen 1 und 2. Die durchschnittlichen Austauschwerte waren bei
a) 55 0I0, bei b) 51%, in der CCl4-Eintrittszone bei
a) 76%, bei b) 68%.
Ohne NaCl wurde ein Durchschnittswert von 34% und in der Eintrittszone von 39% erhalten.
Je drei Proben von 35 g CaF2 (0,45 Mol) wurden
durch Eindunsten wäßriger NaCl-Lösungen mit 3 verschiedenen NaCl-Mengen a), b) und c) versetzt. Nach
dem Trocknen wurde so viel FeCl3 zugemischt, daß das FeCl3: NaCl-Gewichtsverhältnis bei allen Proben
2,8:1 (Molverhältnis 1:1) betrug.
a) 0,5 g NaCl, 1,4 g FeCl3 (0,086 Mol),
b) 1 g NaCl, 2,8 g FeCl3 (0,172 Mol),
c) 2 g NaCl, 5,6 g FeCl3 (0,344 Mol).
Die Austauschreaktion wurde wiederum bei 4500C
mit 760 g CCl4 (5 Mol) während 6 Stunden in der vorgenannten
Apparatur mit folgenden Resultaten durchgeführt:
| 15 | Durchschnittswerte | Austausch in der CCl4- Eintrittszone |
| a b 20 c |
56% 61% 70% |
62% 74% 80% |
35
40
45
Durch eine Schmelze aus 244 g FeCl3 (1,5 Mol) und
g NaCl (1,5 Mol), in der 35 g CaF2 (0,45 Mol) suspendiert waren, wurde bei 4500C in 6 Stunden
unter Rührung
a) 760 g CCl4 (5 Mol)
b) 1 200 g CCl4 (7,8 Mol)
geleitet. Der erzielte Halogenaustausch betrug bei a) 86%, bei b) 100%.
Claims (4)
1. Verfahren zur Fluorierung von Tetrachlormethan durch Umsetzung mit CaF2, dadurch
gekennzeichnet, daß man die Umsetzung bei Temperaturen oberhalb 3500C, vorzugsweise
bei 400 bis 65O0C, in Gegenwart von FeCl3 und
NaCl oder von Eisen- bzw. Natriumverbindungen, die in der Umsetzungszone FeCl3 bzw. NaCl
bilden, ausführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Molverhältnis von FeCl3: NaCl
wie 0,8 :1 bis 1,2:1 verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung in einer FeCl8-NaCI-Schmelze
ausführt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man das CaF2 in Form von
natürlichem Flußspat verwendet.
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|---|---|---|---|
| DE1964F0043589 DE1240513B (de) | 1964-07-28 | 1964-07-28 | Verfahren zur Fluorierung von Tetrachlormethan |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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|---|---|
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-
1965
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