-
Elektropneumatische Hochlaufbremse Die Erfindung bezieht sich auf
eine pneumatisch, insbesondere elektropneumatisch gesteuerte Hochlaufbremse für
Friktionsspindelpressen.
-
Es ist allgemein üblich, den Rücklauf des Bären von Friktionsspindelpressen
mittels, eines auf die Welle der beiden seitlichen Friktionsscheiben wirkenden Gestänges
mit einem Anschlag zu begrenzen, der durch einen Nocken od. dgl. des Bären betätigt
wird. Ein sofortiger Stillstand des Bären wird hierbei nicht erreicht; er pendelt
vielmehr aus.
-
Um den Bären nach Beendigung seines Rücklaufes sofort zum Stehen zu
bringen, ist man dazu übergegangen, eine Bremse vorzusehen. Diese bekannten Bremsen
arbeiten teilweise ähnlich denen von Kraftfahrzeugen, und zwar sind sie als Innenbackenbremsen
ausgebildet. Innenbackenbremsen sind aber insofern ungünstig, als ihre Montage umständlich
und schwierig ist. Außerdem sind zum Anbau einer solchen Bremse Sonderspindelscheiben
erforderlich, die die Bremse verteuern.
-
Daneben ist dann noch eine Bremse bekannt, die eine hydraulische Einrichtung
in Verbindung mit einer Feder aufweist. Dort wird mit Hilfe der Feder der Bär gebremst,
während die hydraulische Einrichtung zur Bremslüftung vorgesehen ist. Die Bremse
ist in den Bär oder Stößel eingebaut, so daß bei Störungen der ganze Bär ausgebaut
werden muß. Auch ist diese Bremse nicht zu überwachen, weil das Bedienungspersonal
einen etwaigen Bruch der Bremsfeder nicht sehen kann.
-
Die Erfindung geht aus von einer pneumatischen, insbesondere elektropneumatisch
gesteuerten Hochlaufbremse für Friktionsspindelpressen mit einer zwischen zwei seitlich
verschiebbaren, durch eine Welle miteinander verbundenen, senkrecht umlaufenden
Friktionsscheiben angeordneten Spindelscheibe, wobei zu beiden Seiten der Spindelscheibe
zwei oder mehr von außen an der Spindelscheibe angreifende Bremshebel vorgesehen
sind.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine derartige Bremse zu
verbessern, und zwar in Richtung auf erhöhte Sicherheit und auf die Möglichkeit
eines einfachen nachträglichen Anbaues an bereits vorhandene Friktionsspindelpressen.
Erreicht ist dieses Ziel erfindungsgemäß in vorteilhafter Weise dadurch, daß die
Bremshebel, von denen wenigstens einer schwenkbar gelagert ist, vorzugsweise oberhalb
der Spindelscheibe durch eine an sich bekannte pneumatische Einrichtung verbunden
sind, deren Kolbenstange an einem und deren Zylinder am anderen Bremshebel befestigt
ist, und ferner parallel zu dieser Einrichtung eine aus einer Zugfeder und einer
Stange bestehende vorgespannte Verbindung der beiden Bremshebel angeordnet ist.
-
Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Steuerung der pneumatischen
Einrichtung durch ein am Winkeltragarm angeordnetes Elektro-Magnetventil erfolgen
zu lassen, das über ein Relais durch einen vom hochgehenden Bären betätigten Endschalter
od. dgl. beeinflußt wird.
-
Zur Vermeidung von Schwingungen in den Bremshebeln empfehlen sich
Traversen, die beidseitig an den Tragarmen angreifen und sich an den Pressearmen
abstützen.
-
Zur Begrenzung des Schwenkbereiches der Bremshebel können nach außen,
d. h. zu den Tragarmen hin, verstellbare Anschlagschrauben od. dgl. vorgesehen sein.
-
Mit dieser neuen elektropneumatischen Hochlaufbremse hat die Erfindung
eine Bremse geschaffen, die unbedingt sicher und zuverlässig arbeitet. Außerdem
hat sie gegenüber allen bereits bekannten Bremsen dieser Art den Vorteil, daß sie
bequem und mühelos an jeder schon vorhandenen Friktionsspindelpresse nachträglich
angebaut werden kann, ohne daß irgendwelche Teile ausgewechselt oder gar erneuert
zu werden brauchen. Selbst die üblichen Spindelscheiben sind ohne Änderung benutzbar.
Weiterhin zeichnet sich die neue Bremse als besonders vorteilhaft aus,
weil
ihre Bremshebel die Spindelscheibe gleichzeitig von zwei Seiten her abbremsen. Somit
werden einseitig wirkende Drücke vermieden und die Lagerung der Spindelscheibe nicht
zusätzlich einseitig belastet.
-
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 eine Vorderansicht des Hauptes einer Friktionsspindelpresse
mit angebauter elektropneumatischer Hochlaufbremse, wobei die Spindelscheibe in
der oberen Endlage gezeichnet ist, und Fig. 2 eine Seitenansicht der gleichen Presse
mit Teillängsschnitt.
-
Es ist mit 10 das Gestell der Friktionsspindelpresse bezeichnet, in
deren Querjoch 11 die den auf. und abbeweglichen Schlitten oder Bär tragende Spindel
12 geführt ist, die an ihrem oberen Ende die in einer waagerechten Ebene umlaufende
Spindelscheibe 13 normaler Bauart trägt. Vom Querjoch 11 der Presse gehen zwei Lagerarme
14 und 15 seitlich nach oben und tragen an ihrem oberen Ende eine Welle 16, die
die beiden wahlweise benutzbaren Friktionsscheiben 17 und 18 trägt. Durch wechselweises
Anpressen der einen oder der anderen Friktionsseheibe 17 oder 18 an die Spindelscheibe
13 wird die den Bären tragende Spindel 12 in bekannter Weise entweder gehoben oder
gesenkt.
-
Außerdem sind am Querjoch 11 der Presse, und zwar vorder- und rückseitig,
je ein Tragarm 19 und 20 vorgesehen, die mittels Schrauben 21 am Querjoch 11 gehalten
und durch Winkel 22 versteift sind. Auf dem waagerechten Schenkel eines jeden Winkeltragarmes
19 und 20 ist zur Aufnahme von schwenkbaren Bremshebeln 25 und 26 eine Lagerung
23 bzw. 24 vorgesehen. Am oberen Ende des Bremshebels 25 ist ein Druckluftzylinder
27 vorgesehen, während an dem gegenüberliegenden oberen Ende des Bremshebels 26
eine Kolbenstangenverlängerung 28 beweglich gelagert ist, die mit der Kolbenstange
29 des Druckluftzylinders 27 verbunden ist. Der Druckluftzylinder 27 selbst ist
mittels Schlauchverbindungen od. dgl. 30 mit einem Drucklufterzeuger, z. B. Windkessel,
Kompressor, verbunden.
-
Oberhalb dieser Druckluftsteuerung ist noch eine weitere Verbindung
zwischen den beiden Bremshebeln 25 und 26 vorgesehen, wobei eine Zugfeder 31 an
dem einen Hebel 25 befestigt ist, während das andere Ende der Zugfeder 31 an einer
Stange 32 gehalten ist, die mit dem zweiten Bremshebel 26 in Verbindung steht. Dieses
zusätzliche Steuerorgan 31, 32 arbeitet bei einem Ausfall der pneumatischen Steuerung.
-
Zur Steuerung des Druckluftzylinders 2 7 ist ein Elektro-Magnetventil
33 vorgesehen, das an dem einen der beiden Winkeltragarme 19 bzw. 20 von außen gehalten
ist. Seine Betätigung erfolgt vorteilhaft durch den hochgehenden Bären, der einen
Schalter od. dgl. und dadurch ein Relais in Betrieb setzt.
-
Damit der Schwenkweg der Bremshebel 25 und 26 nach außen hin, d. h.
in Richtung auf die Tragarme 19 und 20, einstellbar ist, sind verstellbare Anschlagschrauben
34 als Begrenzung angeordnet. Unterhalb dieser Anschlagschrauben 34 befinden sich
an jedem der Tragarme 19 und 20 Führungen 35, in denen die Bremshebel seitlich geführt
werden. Um Schwingungen in den Bremshebeln 25 und 26 zu vermeiden, sind Traversen
36 vorgesehen, die an den Tragarmen 19 und 20 befestigt sind und sich an den aufrechten
Armen 14 und %5 der Presse abstützen. Die Wirkungsweise dieser pneumatisch gesteuerten
Hochlaufbremse ist folgende: Beim Rücklauf des Bären nach oben betätigt dieser einen
(nicht gezeichneten) Endschalter od. dgl., der ein Relais in Betrieb setzt. Durch
Schließen der Relaiskontakte bekommt die Magnetspule des Elektro-Magnetventils 33
Strom mit der Wirkung, daß das Magnetventil Druckluft in den Druckluftzylinder 27
einströmen läßt. Der Kolben im Druckluftzylinder 27 geht dadurch nach links und
betätigt über die Kolbenstange 29 die Kolbenstangenverlängerung 28 mit der Folge,
daß sich die beiden Bremshebel 25 und 26 an die Spindelscheibe 13 anlegen,
diese abbremsen und stillsetzen. Erst beim erneuten Abgang des Bären lösen sich
die Bremshebel 25 und 26 wieder, und die Spindelscheibe 13 läuft wieder frei.
-
Bei einem etwaigen Ausfall der Druckluft zieht sich die Zugfeder 31
des zweiten Steuerorgans 31, 32 zusammen, so daß selbst bei Ausfall der pneumatisehen
Steuerung eine Abbremsung gewährleistet ist, die ebenfalls sicher und zuverlässig
ist.
-
Wie bereits erwähnt, ist die dargestellte und beschriebene Ausführungsform
nur ein Beispiel für die Verwirklichung der Erfindung und diese nicht darauf beschränkt,
vielmehr sind im Rahmen der Erfindung noch mancherlei andere Ausführungen und Anwendungen
möglich, insbesondere in bezug auf die Ausführung und Gestaltung der Steuerorgane.
Auch wäre eine Inbetriebnahme der Bremse ohne die elektrische Steuerung, d. h. nur
mit Preßluft, ebenfalls möglich. In diesem Falle könnte der Bär unmittelbar die
Druckluftventile steuern.