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Einäugige Spiegelreflexkamera Es ist eine einäugige Spiegelreflexkamera
mit Objektivverschluß bekannt, bei welcher gleichzeitig mit dem Filmtransport und
dem Verschlußaufzug ein Kraftspeicher gespannt wird, der ein vom Kameraauslöser
in Gang zu setzendes Getriebe zur Durchführung mehrerer Funktionen betätig .,t.
Die erste Funktion ist das Verbringen der für die Aufnahme zu verstellenden Organe
aus der Ruhe- bzw. Sucherstellung in die Aufnahmestellung, d. h. also das
Schließen der Verschlußsektoren, das Zuziehen der Blende auf den vorgewählten Wert,
das Hochklappen des Reflexspiegels und das Entfernen der Lichtschutzklappe vom Bildfenster.
Die zweite Funktion ist das Auslösen des Verschlußwerks und die dritte das Zurückbringen
aller verstellten Organe in die Ruhe- bzw. Sucherstellung, d. h. also das
Wiedereinschwenken des Reflexspiegels in die Beobachtungslage, das Heranklappen
der Lichtschutzklappe, das völlige Aufziehen der Blende und das öffnen der Verschlußsektoren.
Nachteilio, ist hierbei der umständliche Aufbau des Getriebes, das aus ebenso vielen
Kurvenscheiben und von diesen gesteuerten Hebeln besteht -, als Organe zu steuern
sind, daß die durchgeführten drei Funktionen, vom Verschlußauslöser in Gang gesetzt,
unter dem Zwangsablauf des Gesamtgetriebes durchgeführt werden. Das bedeutet also,
daß die dritte Funktion, die zu ihrem zeitlich richtig einsetzenden Ablauf einer
Ingangsetzung durch den Verschluß bedürfte, in Ermangelung eines solchen zu früh
oder zu spät einsetzen kann, was vermieden werden muß.
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Eine zeitliche Abhängigkeit der Spiegelrückkehr ist zwar bei einer
bekannten anderen einäugigen Spiegelreflexkamera gegeben, die mit einem Schlitzverschluß
arbeitet. In Abhängigkeit von einem mit nahezu vollendetemVerschlußablauf wirksam
werdenden Steuerstift wird der Reflexspiegel unter der Wirkung eines frei werdenden
Kraftspeichers wieder in die Beobachtunglage zurückgeführt, wobei der Spiegel auch
gleichzeitig die Blende voll aufzieht. Ein an Stelle des Schlitzverschlusses eingebauter
Objektivverschluß würde zur Wiederöffnung seiner Sektoren zusätzliche Maßnahmen
erforderlich machen, die das Rückstellgetriebe wieder umfangreicher gestalten würden.
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Es ist schließlich eine einäugige Spiegelreflexkamera mit Objektivverschluß
bekannt, welche mit Mitteln zur selbsttätigen Spiegelrückkehr sowie zur zusätzlichen
Sektorenöffnung nach durchgeführtem Belichtungsvorgang versehen ist. Diese Mittel
sind innerhalb des Verschlußgehäuses eingebaut und bestehen im wesentlichen aus
einem vom Verschluß gesteuerten und als Impulsgeber wirkenden Hauptantriebsorgan,
aus Sperr- und Verriegelungshebeln und einem am Sektorensteuerring angreifenden
öffnungs- und Schließhebel, die allesamt mit Drehbewegungen verursachenden Federn
versehen sind. Das bei voll niedergedrücktem Kameraauslöser entriegelte und am Ende
des Belichtungsvorganges vom Verschlußwert in Gang gesetzte, als Impulsgeber für
die Spiegelrückkehr und die zusätzliche Sektorenöffnung wirkende Hauptantriebsorgan
stößt die zwischen ihm und dem Spiegelmechanismus befindliche Hebelkette an, die
auslösend auf den Spiegelmechanismus einwirkt, der mittels örtlicher, gespannter
und nun frei werdender Kraftspeicher (Federn) in die Beobachtungslage umgesteuert
wird. Gleichzeitig wird der am Sektorensteuerring angreifende Hebel in Richtung
auf Sektorenöffnung angetrieben.
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Nachteilig bei der bekannten Kamera ist zunächst, daß die Anbringung
der die Spiegelrückkehr und die zusätzliche Sektorenöffnung bewirkenden Mittel einen
Eingriff in das Verschlußinnere voraussetzt, was die Verwendung von handelsüblichen
Verschlüssen unmöglich macht. Des weiteren ist eine Vielzahl von Einzelteilen (Hebeln)
nachteilig, wobei ebenso viele, lediglich mit ihren Detailaufgaben betraute Kraftspeicher
(Federn) vorgesehen sind.
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Die Erfindung, welche sich die Aufgabe gestellt hat, bei einer einäugigen
Spiegelreflexkamera mit Objektivverschluß die erneute selbsttätig erfolgende Sucherdurchsicht
nach durchgeführter Aufnahme und eine Vorbereitung auf die nächste Aufnahme mit
einfachen Mitteln zu erreichen, kennzeichnet sich grundsätzlich dadurch, daß unter
Verwendung eines handelsüblichen Verschlusses, der mit einem Impulsgeber versehen
wird, eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die das Rückführen des Spiegels und
Wiederöffnen
der Verschlußsektoren in Abhängigkeit vom Belichtungsvorgang mittels einer der Steuereinrichtung
zugeordneten, in Abhängigkeit vom Betriebszustand der die Belichtung durchführenden
Verschlußeinrichtung in Tätigkeit gesetzten Kraftquelle bewirkt.
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Vorzugsweise ist als Kraftquelle der Steuereinrichtung ein Federkraftspeicher
vorgesehen, der beim Aufziehen der Kamera (Fümtransport, Spiegel- und Verschlußstellen)
gespannt wird. Ein wesentliches Merkmal der Erfindung bildet es, daß die Steuereinrichtung
sich in der Kamera, d. h. außerhalb des Verschlusses, befindet.
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Die Steuereinrichtung ist so in das Aufzugs- und Ablaufgetriebe der
Kamera als Getriebeteil eingefügt, daß der Federkraftspeicher während des Kameraaufzugs
bis zum Einrücken eines Verriegelungsorgans spannbar ist. Dieses Verriegelungsorgan
wird zwecks Auslösens der Speicherkraft für die Spiegelrückkehr und das Wiederöffnen
der Verschlußsektoren durch die Verschlußeinrichtung, bzw. ein von ihr gesteuertes
Impulsgeberglied, im Sinne einer Entriegelung beeinflußt.
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Der Federkraftspeicher besteht nach einer bevorzugten Ausführung der
Erfindung aus einer zwischen zwei Scheiben ausgespannten und an je einem
Widerlager der Scheiben anliegenden Biegefeder. Die beim Spannen des Kraftspeichers
zwischen den beiden Scheiben bestehende Federkupplung gewährt bei diesem Spannvorgang
den großen Vorteil der Ermöglichung eines überzuges, wodurch Bewegungstoleranzen
der angeschlossenen Getriebeteile, die fabrikatorische Ursachen haben können oder
beim Gebrauch sich einstellen, mit Sicherheit überbrückt werden können. Die Scheiben
sind nach Erreichen des Spannzustandes der Feder gegeneinander verriegelt, so daß
sie eine Bewegung als Ganzes ohne Änderung des Spannungszustandes der Feder ausführen
können. Diese Bewegung findet mit Verschlußauslösung statt. Die eine Scheibe ist
mit der Verschlußeinrichtung einerseits und dem Spiegel- und Lichtschutzklappenmechanismus
andererseits verbunden und bewirkt bei dieser gemeinsamen Drehbewegung beider Scheiben,
die durch eine mit Verschlußauslösung frei werdende Feder im Verschluß und gegebenenfalls
eine zusätzliche, außerhalb des Verschlusses angeordnete Feder hervorgerufen wird,
die Unischaltung von Spiegel- und Lichtschutzklappe aus der Beobachtungsstellung
in ihre Aufnahmestellung.
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Nach Ablauf des Verschlußwerks wird mittels einer vom Verschluß gesteuerten
Impulsgebereinrichtung und einer Servoeinrichtung die Verriegelung des zwischen
den beiden Scheiben der Steuereinrichtung ausgespannten Kraftspeichers (Biegefeder)
aufgehoben, so daß dieser Kraftspeicher in Aktion tritt. Durch einen Anschlag wird
dabei die eine Scheibe festgehalten, so daß lediglich die mit dem Verschluß einerseits
und dem Spiegel- und Lichtschutzklappengetriebe andererseits verbundene Scheibe
sich unter der Wirkung des Kraftspeichers drehen kann. Spiegel-und Lichtschutzklappe
werden wieder in die Beobachtungslage zurückgesteuert und durch selbsttätigen Verschlußaufzug
die Verschlußsektoren nebst Blendenlamellen zwecks Sucherdurchsicht wieder geöffnet.
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Die erwähnte, zwischen verschlußgesteuertem Impulsgeber und Kraftspeicher
bzw. dessen Verriegelungsklinke vorgesehene Servo- oder Relaiseinrichtung dient
dazu, den Verschluß zu entlasten. Eine Belastung der Verschlußwelle mit den zur
Entriegelung des Kraftspeichers benötigten Kräften würde den Verschluß schädlich
beeinflussen und zur Ve#randerung der von ihm zu liefernden Belichtungszeiten Anlaß
geben. Die im wesentlichen mit ungleicharmigen Hebeln und entsprechenden Federn
arbeitende Servo- oder Relaiseinrichtung gestattet die richtige Anpassung und Kraftübertragung.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist eine nach Belieben zu
betätigende Abschalteinrichtung vorgesehen, die eine von außen zu bedienende Handhabe
(Drehknopf od. dgl.) aufweist. Sie dient in ihrer wirksamen Lage dazu, die beschriebenen,
nach Verschlußablauf bewirkten Rückführvorgänge zu verhindern, so daß die Kamera
als normale Spiegelreflexkamera weiterarbeitet, bis die Handhabe der Abschalteinrichtung
wieder aus der wirksamen in die unwirksame Lage zurückgesteuert wird.
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Schließlich ist nach einer weiteren zusätzlichen Ausgestaltung der
Erfindung ein Hemmwerk vorgesehen, das an derjenigen Scheibe der Steuereinrichtung
angreift., die, nach Verschlußablauf vom Kraftspeicher angetrieben, die Rückführvorgänge
veranlaßt. Durch dieses Hemmwerk wird ein schlagartiges Zurückschnellen der Scheibe
verhindert und ein sanfterer, die an die Scheibe angeschlossenen Getriebe schonender
Rücklauf erreicht.
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Diese und weitere Merkmale der Erfindung werden an Hand eines in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert, in der die Fig.
1 die Steuereinrichtung bei gespannter Kamera, die Fig. 2 die Steuereinrichtung
zur Zeit der Verschlußauslösung und die Fig. 3 die Steuereinrichtung zur
Zeit des ganz bzw. nahezu vollendeten Verschlußablaufs zeigt.
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In den Figuren ist 1 die eine Steuerscheibe der Steuereinrichtung,
welche über ein Zahnseginent 2 mit dem Zahnrad 3 in Verbindung steht, das
seinerseits vom Fihntransporthebel angetrieben wird. Die Steuerscheibe
1 weist Ansätze 4 und 5 auf, von denen der erstgenannte an einen gehäusefesten
Stift 51
zwecks Laufblockierung in der einen Richtung anschlagen kann und
der letztgenannte 5 als Verriegelungsflächen 6 und 7 aufweist,
die eine Verklinkung mit einem auf der Steuerscheibe 8 drehbar befestigten
Verriegelungshebel 9 zulassen. Der Verriegelungshebel 9 ist um eine
auf der Steuerscheibe 8 befestigte Achse 10 drehbar, wobei eine Feder
11 bestrebt ist, den Hebel 9 in die Verklinkungsrichtung mit dem Ansatz
5 der Steuerscheibe 1 zu ziehen.
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Die Steuerscheibe 8 weist zwei Zahnsegmente 12 und
13 auf, von denen das erstgenannte mit einem Zahnrad 14 zusammenarbeitet,
dessen Achse 15 als Antriebsachse für den Spiegel- und Lichtschutzklappenmechanismus
dient, Dieser Mechanismus und sein Antrieb sind bekannt und bedürfen in diesem Zusammenhange
keiner weiteren Darstellung bzw. Erläuterung. Das zweite Zahnsegment 13 arbeitet
mit einem Zahnrad 16 zusammen, das auf der Verschlußaufzugsachse
17 sitzt. Diese Achse 17 trägt auf einem Lager 37 eine Lagerbuchse
39, die einen als Impulsgeber dienenden Arm oder Nocken 18 aufweist.
Mitgenommen wird der Impulsgeber durch eine Anschlagsverbindung, wobei der eine,
verschlußseitige Anschlag 41 an einer Scheibe 38 und der impulsseitige Anschlag
42 auf dem Tellerflansch der Buchse
39 sitzt. Eine bei 43
am Gehäuse festgemachte Feder 40 hält die Verbindung zwischen 41 und 42 aufrecht.
Mit der Bewegung der Achse 17 wird auch gleichzeitig der Blendenmechanismus
gesteuert, d. h., es wird bewirkt, daß mit der Verschlußauslösung die Blende
auf den vorgewählten Wert zusammengezogen wird und daß mit dem Verschlußspannen
die Blendenlamellen sich wieder voll öffnen. Die Anordnungen zur Durchführung dieser
Funktionen sind bekannt, stellen nicht das Wesen der Erfindung dar und bedürfen
daher weder einer gesonderten Darstellung noch Beschreibung.
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Die auf einer gemeinsamen Achse 19 sich drehenden Steuerscheiben
1, 8 sind, von der zeitweilig gegebenen Verklinkung mittels des Verriegelungshebels
9 abgesehen, lediglich durch die den Kraftspeicher für die selbsttätigen
Rückführfunktionen nach einer Aufnahme darstellende Feder 20 verbunden, welche um
die Achse 19 herumgelegt und zwischen den Widerlagern (Anschlagstifte 21
und 22) ausgespannt ist. Der Anschlagstift 21 befindet sich auf der Scheibe
8, während der Anschlagstift 22 sich auf der Scheibe 1 befindet. In
gespanntem Zustand ist die Feder 20 bestrebt, die Scheibe 1 im Uhrzeigersinne
und die Scheibe 8 gegen den Uhrzeigersinn zu drehen. Liegt, wie in der Position
der Fig. 2 und 3,
die Steuerscheibe 1. mit ihrem Ansatz 4 an dem festen
Anschlag 51 an, dann ist nach Entriegelung der Scheibe 1, d. h. nach
Freiwerden der Wirkung der Feder 20, nur noch die Drehung der Steuerscheibe
8
gegen den Uhrzeigersinn möglich. Die Scheibe 1 ververharrt dann in
ihrer Anschlaglage an 51.
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Die Steuerscheiben 1 und 8 weisen eine gegenseitige
Laufbegrenzung auf, indem zwischen ihnen eine Stift-Schlitz-Anschlaganordnung, bestehend
aus dem der Steuerscheibe 1 angehörenden Stift 23 und der in der Scheibe
8 vorgesehenen nierenförmigen Ausnehmung 24, vorgesehen ist. Darüber hinaus
arbeitet der Stift 23 mit dem abgewinkelten Hebelarm 27b des Winkelhebels
in noch darzulegender Weise zusammen. Der Anschlag 23, 24 ist justierbar.
Zweckmäßig befindet sich ein weiterer justierbarer Anschlag 45, 46 an der Scheibe
8, der aus einem Ausschnitt 45 an dieser Scheibe und einer in einem Gehäusegewinde
verdrehbaren *Schraube 46 besteht. Durch diesen Anschlag wird der Rücklauf der Scheibe
8 begrenzend festgelegt.
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Um den Verschluß zu entlasten, sind Sicherheitsvorkehrungen getroffen,
die einesteils in den bereits erwähnten justierbaren Stift-Schlitz-Anschlägen und
andererseits in einem Servo- oder Relaishebelmechanismus bestehen, der im wesentlichen
aus dem im Wirkungsbereich des Nockens 18 (Impulsgeber) liegenden, ungleicharmigen,
um eine gehäusefeste Achse 25 drehbaren Khnkenhebel 26 und dem mit
ihm zusammenarbeitenden Winkelhebel 27 besteht, der sich um eine ebenfalls
gehäusefeste Achse 28
drehen kann. Der Hebelarin 27a steht unter der
Wirkung Feder 29, welche bestrebt ist, den Winkelhebel 27 gegen den
Uhrzeigersinn zu verdrehen. Der Hebelarm 27a weist des weiteren eine Ausnehmung
30 auf, in die das klinkenartig ausgebildete Ende 31 des Hebels
26 hineinragt, der durch eine Feder 22 in eine Verklinkungslage mit
27 a gedrückt wird. Die Feder 32 und die Breite der Ausnehmung
30 gestatten, daß der Hebel 26, vom Impulsgeber (Nocken
18) angestoßen, Auslenkbewegungen vollführen kann. Der Hebelarm
27 a arbeitet mit dem einen Hebelarm 9a des Verriegelungshebels
9 zusammen, der zweckmäßig mit einer Anschlagnase 33 versehen ist
und mittels dieser an dem Hebelarm 27a anliegt. Bei einer Auslenkung des Hebels
26 mittels des Impulsgebers 18 wird auf Grund der sich öffnenden Verklinkung
zwischen 27 und 31 die Federkraft von 29
frei, die eine Drehung
des Winkelhebels 27 entgegengesetzt dem Uhrzeiger bewirkt, was zur Folge
hat, daß der Verriegelungshebel 9 ebenfalls ausgelenkt wird und die Verklinkung
zwischen seiner Verklinkungsnase 34 und der Fläche 7 am Ansatzstück
5 der Steuerscheibe 1 öffnet. Damit ist gleichzeitig die Verriegelung
des Kraftspeichers 20 aufgehoben und dieser zur Wirkungsentfaltung freigegeben.
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Der Hebelarm 27 b des Winkelhebels 27 ragt in den Laufbereich
des Anschlagstiftes 23 an der Steuerscheibe 1 hinein und bewirkt,
daß zusammen mit der über die Bewegung der Steuerscheibe 1 erfolgenden Verschlußaufzugsbewegung
der Relaishebelmechanismus wieder in seine Verklinkungsstellung zurückkehrt und
die Relaisfeder 29 wieder gespannt wird.
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Die Verschlußachse 17, von der der Impulsgeber 18 betätigt
wird, kann nicht über eine bestimmte Kraft hinaus belastet werden, da sonst der
Verschluß schädlich beeinflußt wird und die Verschlußzeiten sich ändern. Zur Erzielung
der erforderlichen Entriegelungskraft an 26, 27 dient der ungleicharmige
Hebel 26. Nach Aufhebung dieser Verriegelung zwischen 26 und
27 ist sowohl die Verbindung zwischen der Steuereinrichtung 1, 8,
20 und dem Verschluß unterbrochen als auch wird die über den Hebelarm
27 a auf den Verriegelungshebel 9 wirkende Kraft der Feder
29 frei, die letzten Endes mit der Lösung der Verklinkung zwischen
9 bzw. 34 und Verklinkungsansatz 5 zur Entsperrung des Kraftspeichers
20 führt. Um den anderen Nachteil zu beheben, daß beim selbsttätigen Verschlußaufzug
die starke Feder 20 sich bis zum Ende des Verschlußaufzuges auf den Verschlußmechanismus
auswirken kann, d. h. durch den an das Ende des Aufzugsweges angelangten
Verschluß selbst abgebremst wird, sind die justierbaren Stift-Schlitz-Verbindungen
23, 24 und 45, 46 vorgesehen, die so eingestellt sind, daß sie mit ganz oder
nahezu erreichtem Verschlußaufzug in Wirksamkeit treten und den Schlag der Feder
20 aufnehmen.
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Zur Erzielung eines einstellbar verlangsamten Rücklaufs der Scheibe
8 ist ein Hemmwerk 49, 50
vorgesehen, das über das Ritzel 48 an eine
Verzahnung passender Ausdehnung 47 an der Scheibe 8
angreift.
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Mit 35 ist eine auf der Drehachse 36 befestigte Exzenterscheibe
bezeichnet, die die Abschaltvorrichtung für die selbsttätige Spiegelrückkehr darstellt
und in eine mit stark ausgezogenen Linien wiedergegebene unwirksame Lage wie auch
in eine gestrichelt dargestellte wirksame Lage umgesteuert werden kann (Fig.
1). Bei Einnahme der unwirksamen Lage wird die Entriegelungsbewegung des
Relaiswinkelhebels 27, die die Freigabe der als Kraftspeicher wirkenden Feder
20 zur Folge hat, nicht behindert. Bei Einnahme der wirksamen oder Abschaltlage
dagegen liegt der Exzenter am Winkelhebel 27 bzw. an dessen Hebelarm.
27 a an und blockiert dessen Entriegelungsbewegung. Die Bewegung der Verschlußaufzugsachse
17 mit dem Impulsgeber 18 wird dagegen nicht behindert, wodurch die Auslenkung
des Hebels 26 entgegen der Wirkung der Feder 32 nach wie vor durchführbar
ist.
Der Kamerabenutzer kann nach Belieben die selbsttätige SpiegehÜckkehr herbeiführen
oder auf sie verzichten.
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Die Wirkungsweise der Steuereinrichtung ist folgende: Bei der Betätigung
des Filmtransporthebels, der bei abgeschalteter Spiegelrückkehr auch gleichzeitig
Verschlußspannhebel ist, wird das mit ihm verbundene Zahnrad 3 im Uhrzeigersinn
gedreht, so daß gegenüber der entspannten Lage der Fig. 3 die Steuerscheibe
1 gegen den Uhrzeigersinn in die Spannlage der Feder 20 geführt wird. Am
Ende des Spannweges tritt Verklinkung zwischen dem Verriegelungshebel
9 und dem Verriegelungsansatz 5 der Steuerscheibe 1 ein; auch
ist über den Winkelhebel 27 und den ihn schwenkenden Anschlagstift
23 die Relaisfeder 29 wieder gespannt und die Verklinkung mit dem
Hebel 26 wiederhergestellt worden (Fig. 1).
In dieser Lage der Steuereinrichtung
ist der Verschluß gespannt, und der Reflexspiegel und die Lichtschutzklappe sind
in ihre Beobachtungsstellung gegangen.
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Bei Verschlußauslösung wird eine an sich bekannte, hier nicht dargestellte
Blockierung des Verschlusses freigegeben, und beide durch die Verriegelungseinrichtung
9, 5 miteinander verbundenen Steuerscheiben 1 und 8 beginnen,
(im Uhrzeigersinn) gemeinsam unter der Wirkung einer im Verschluß vorgesehenen,
nicht gezeigten Feder und gegebenenfalls unter der zusätzlichen Wirkung einer am
Ansatz 4 der Scheibe 1 angreifenden Feder 44, deren anderes Ende am Gehäuse
festgemacht ist, abzulaufen, bis der Ansatz 4 der Scheibe 1. an dem laufbegrenzenden
Anschlag 51 angekommen ist. Dabei sind der Spiegel- und Lichtschutzklappenmechanismus
in die Aufnahmestellung umgesteuert worden, und es hat der Verschluß seine Ablauffunktionen
(Schheßen der Sektoren und öffnen und Schließen über die eingestellte Zeit) durchgeführt.
Auch ist die Blende auf den voreingestellten Wert zugegangen. Die Fig. 2 zeigt die
Lage der Steuereinrichtung kurz vor vollendetem Verschlußablauf. Die Feder 20 ist
nach wie vor gespannt.
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Bei Vollendung oder nahezu erreichter Vollendung des Verschlußablaufs
tritt der als Impulsgeber für die Rückführvorgänge dienende, von der Verschlußwelle
17 gesteuerte Nocken 18 in Tätigkeit. Wie in Fig. 3 dargestellt,
wird durch ihn der Hebel 26 gegen die Wirkung der Feder 32 ausgelenkt
und die VerkEnkung zwischen ihm und dem Winkelhebel 27 geöffnet, worauf dieser
unter der Wirkung der Relaisfeder 29 entgegen dem Uhrzeiger schwenkt und
durch Druck auf den Arm 9 a des Verriegelungshebels 9 die Blockierung
des Kraftspeichers (Feder 20) aufhebt. Die daraufhin erfolgende Drehung der Steuerscheibe
8
gegenüber der an 51 festliegenden Steuerscheibe 1
bewirkt,
daß sowohl der Verschluß über 13, 16 und 17 wieder aufgezogen als
auch der Spiegel- und Lichtschutzklappenmechanismus über 12, 14 und 15 wieder
auf Beobachtungslage umgesteuert wird. Gleichzeitig mit der mit dem Verschlußaufzug
bewirkten Wiederöffnung der Sektoren wird auch die Blende wieder voll geöffnet.
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Dadurch, daß der Verschluß nach vollzogener Aufnahme selbsttätig wieder
gespannt wird, ergibt sich der Vorteil, daß ein für die zusätzliche Sektorenöffnung
erforderlich werdender besonderer Kraftspeicher entfällt. Man kommt nach
der Lehre der Erfindung mit einer einen einzigen Kraftspeicher 20 aufweisenden zentralen
Steuereinrichtung aus, die die letzte, wichtige Phase ihrer Funktionen, nämlich
die Wiederherstellung der vollen Sucherdurchsicht in zeitlicher Ab-
hängigkeit
und Steuerung vom ablaufenden Verschußwerk durchführt, so daß ein zeitlich verfehlter
Einsatz vermieden wird. Der weitere wesentliche Vorteil der Erfindung besteht darin,
daß die Steuereinrichtung außerhalb des Verschlußgehäuses in das Kameragetriebe
eingefügt ist. Es kann daher mit handelsüblichen Verschlüssen gearbeitet werden,
wobei die einzige äußere Veränderung das Aufbringen der Impulsgebereinrichtung auf
die Verschlußwelle ist.