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Einäugige Spiegelreflexkamera mit Objektiwerschluß Die Erfindung betrifft
eine einäugige Spiegelreflexkamera mit Objektivverschluß, bei welcher unmittelbar
nach einer Aufnahme, d. h. ohne vorheriges erneutes Verschlußspannen, eine Weiterbeobachtung
des aufgenommenen Motivs oder die Beobachtung eines anderen Motivs durchführbar
sein soll.
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Es ist eine einäugige Spiegelreflexkamera bekannt, bei der der Spiegel
nach erfolgtem Verschlußablauf zwecks Weiterbeobachtung des: Sucherbildes durch
das Wirksamwerden eines Kraftspeichers sofort wieder in die Beobachtungsstellung
zurückgeschwenkt wird. Unter gleichzeitiger Verwendung einer Blenr denvorwahleinrichtung
wird die vor der Aufnahme voll geöffnet gehaltene und während der Aufnahme auf den
vorgewählten Wert verkleinerte Blende durch den in die Beobachtungslage zurückgeschwenkten
Spiegel wieder voll geöffnet. Da die bekannte Kamera die vorstehend angegebenen
Mittel zur Weiterbeobachtung unmittelbar nach der Aufnahme nur in Verbindung mit
:einem Schlitzverschluß offenbart, ist eine brauchbare Lösung für Spiegelreflexkameras
mit Objektivvenschluß, die einer zusätzlichen Steuerung der Verschlußscktoren bedürfen,
hierdurch nicht unterbreitet.
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Des weiteren sind Objektivverschlüsse bekannt, deren Verschlußsektoren
sowohl bei gespanntem als auch entspanntem Verschlußwerk zur sogenannten Zwischenbeobachtung
zu öffnen sind.. Ein Hinweis auf eine Verbindung mit einäugigen Spiegelreflexkameras
zwecks Weiterbeobachtung unmittelbar nach durchgeführter Aufnahme ist damit noch
nicht gegeben.
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Schließlich ist eine einäugige Spiegelreflexkamera mit gekuppeltem
Filmtransport und Verschlußaufzug bekannt, welche mit einer Einrichtung zur automatischen
Rückführung des Spiegels in die Beobachtungsstellung unmittelbar nach der Aufnahme
ausgestattet ist. Nachteilig bei dieser Kamera ist indessen, der Aufwand, der hinsichtlich
der Anzahl der Bauelemente und hinsichtlich des Platzbedarfs getrieben wird. Die
bekannte Kamera benötigt für die sowieso erforderlichen Steuerungsvorgänge einer
einäugigen Spiegelreflexkamera einen dem Kameramechanismus hinzuzufügenden Getriebekasten,
der aus Zahnrädern, Kurvenscheiben., Hebeln, Federn und Wellen besteht, die mit
einem beim Spannen der Kamera mitgespannten Kraftspeicher verbunden sind, um bei
Kameraauslösung die üblichen Spiegel-, Blenden- und Verschlußsektorenbewegungen
ausführen zu können. Um nun auch noch dem Erfordernis. der selbsttätigen Spiegelrückkehr
nebst Lichtschutzklappensteuerung nach der Aufnahme zu genügen, sind dem erwähnten
Getriebe noch weitere Bauelemente entsprechender Art (Kurvenscheiben, Hebel, Federn)
angefügt worden, wodurch der Aufwand an Schaltmitteln sowie der Platzbedarf noch
größer geworden sind.
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Durch die Erfindung werden die Nachteile der bekannten Kamera vermieden.
Durch sie wird eine einäugige Spiegelreflexkamera geschaffen, die sämtliche Funktionen
dieses Kameratyps einschließlich der automatischen Rückkehr von Spiegel und Lichtschutzklappe
nach der Aufnahme in die Beobachtungsstellung sowie der selbsttätigen Wiederöffnung
der Verschlußsektoren durchzuführen gestattet, ohne eines wesentlichen Mehraufwandes
an Schaltmitteln oder einer Vergrößerung des Raumes für deren Unterbringung zu bedürfen.
Die Erfindung geht dabei von einer einäugigen Spiegelreflexkamera mit zur Zwischenbeobachtung
offenzustellendem Objektivverschluß, dessen Sektoren in gespanntem und in, urgespanntem
Verschlußzustand zu öffnen sind, aus, wobei diese Kamera auch mit einer Steuervorrichtung
versehen ist, welche in Abhängigkeit vom Spannen und Auslösen der Kamera die für
die Aufnahmebereitschaft und zur Aufnahme durchzuführenden Vorgänge, wie Spiegel-,
Verschluß- und Blendenstellen, bewirkt, sowie im Anschluß an den Belichtungsvorgang
den in Aufnahmestellung befindlichen Spiegel in seine Beobachtungsstellung zurückkehren
und die Verschlußsektoren sich öffnen läßt. Die Erfindung besteht darin, daß als
Steuervorrichtung ein um die optische Achse drehbarer Ring Verwendung findet.
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Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung findet als Steuervorrichtung
ein beim Verschlußaufzug einen Hinlauf und bei Betätigung des Auslösers einen Rücklauf
ausführender Ring Verwendung.
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Um die zwecks Durchführung der selbsttätigen Spiegelrückkehr und der
selbsttätigen Wiederöffnung der Verschlußsektoren nach erfolgter Aufnahme vorgesehenen
Kraftspeicher
entsprechend zu betätigen, weist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung der steuernde
Ring Mittel zum Spannen der Kraftspeicher beim Verschlußaufzug und Mittel zu deren
Wirksamwerden nach Verschlußablauf auf.
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Zwecks zusätzlicher Betätigung der Verschlußsektoren weist der Steuerring
Steuermittel auf, welche bewirken, daß die Verschlußsektoren nach Verschlußablauf
in Zusammenwirken mit -dem dazugehörigen, nach Verschlußablauf in Tätigkeit gesetzten
Kraftspeicher selbsttätig wieder geöffnet werden.
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Eine besonders einfache und vorteilhafte Lösung ist erfindungsgemäß
dadurch gegeben, daß als Steuervorrichtung ein im Verschlußgehäuse vorhandener,
beim Verschlußspannen einen Hinlauf und bei Auslösung einen Rücklauf ausführender
Steuerring Verwendung findet, der beim Verschlußspannen und beim Auslösen die bekannten
Öffnungs- und Schließbewegungen der Verschlußsektoren und Blendenlamellen bewirkt,
und d aß dieser Ring mit zusätzlichen Mitteln zum Spannen und Entriegeln von Kraftspeichern
zum Zwecke zusätzlicher Sektorenöffnung nach Verschlußaublauf und zusätzlicher Spiegel-
und gegebenenfalls Lichtschutzklappenrückführung in die Beobachtungslage nach Verschlußäblauf
versehen ist. Wesentlich bei der Laufbewegung dieses Ringes ist, daß die Rücklaufbewegung
über die Verschlußauslösestellung hinausgeht; dieser überschüssige Drehweg wird
zur Durchführung der zusätzlichen Kamerasteuervorgänge ausgenutzt.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist der Steuerring mit Steuervorsprüngen,
Steuernocken, Mitnehmern, Hebeln u. dgl. versehen, welche in Zusammenwirken mit
Verschlußteilen und Spann- und Klinkenhebeln beim Hinlauf des Steuerringes nach
dem öffnen der Verschlußsektoren das Spannen und Verriegeln der Kraftspeicher in
der Spannstellung und beim Rücklauf, nach erfolgter Verschlußauslösung und durchgeführter
Aufnahme, das Entriegeln der Kraftspeicher und damit die Wiederöffnung der Verschlußsektoren
und die erneute Rückführung von Spiegel und Lichtschutzklappe in die Beobachtungslage
bewirken. Am Steuerring ist in bekannter Weise ein Steueranschlag für die Steuerung
der Verschlußsektoren angebracht, der beim Hinlauf des Steuerringes (Verschlußaufzugsrichtung)
den Verstellbolzen für die Verschlußsektoren in diejenige Stellung mitnimmt, die
der öffnungslage der Sektoren entspricht. Beim Rücklauf des Steuerringes wird zunächst
dieser Stellbolzen durch den Steueranschlag selbst oder eine eine Gabel mit ihm
bildende Feder in die Schließlage mitgenommen, aus der er bei weiterer Rücklaufbewegung
des Steuerringes durch den ersten inzwischen frei gewordenen Kraftspeicher wieder
in die Öffnungslage der Sektoren zurückbewegt wird.
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Um dies zu erreichen, ist in besondrerer erfindungsgemäßer Ausgestaltung
am Steuerring ein Spannhebel für den vorzugsweise aus einer Feder bestehenden ersten
Kraftspeicher vorgesehen, .der bewirkt, daß die Feder bei der Hinlaufbewegung des
Steuerringes gespannt wird und in ihrer Spannstellung verriegelt wird. Hierzu dient
nach weiterem, folgenden Merkmalen der Erfindung ein um eine gehäusefeste Achse-drehbarer
Klinkenhebel, in dessen Wirkungsbereich der Spannhebel im Verlauf bzw: am Ende der
Hinlaufbewegung des Steuerringes gelangt und verklinkt wird. Der Steuerring ist
mit einem Steuernocken für die Entklinkung des ersten Kraftspeichers versehen, der
am Ende der Rücklaufbewegung wirksam wird und die Verklinkung aufhebt. Der damit
wirksam werdende erste Kraftspeicher läßt den mit ihm verbundenen Spannhebel vorschnellen
und den in seinen Laufbereich hineinragenden Stellbolzen für die Sektorensteuerung
erfassen, wodurch dieser wieder in die Öffnungsstellung gedrückt wird.
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Zur Durchführung der zusätzlichen Spiegelrückführung bzw. auch der
zusätzlichen Rückführung der Lichtschutzklappe in die Beobachtungsstellung ist nach
der bevorzugten Ausführungsform ein weiterer Spannhebel vorgesehen, der zweckmäßig
beim Verschlußaufzug (Hinlauf des Steuerringes) von einem Schaltelement (Hebel,
Kurve) des Verschlußaufzugs-und Spiegelsteuerungsgetriebe so ausgelenkt wird, daß
der auch hier vorzugsweise aus einer Feder bestehende Kraftspeicher gespannt wird.
An Stelle des vom Verschlußaufzugs- und Spiegelsteuerungsgetriebe gesteuerten Schalthebels
kann auch ein am Steuerring angeordnetes Mittel (Vorsprung, Hebel, Rolle od. dgl.)
zur Betätigung des Spannhebels oder zum unmittelbaren Spannen des zweiten Kraftspeichers
vorgesehen sein. Durch einen mit diesem Spannhebel zusammenarbeitenden Klinkenhebel
wird der zweite Spannhebel in der erforderlichen Spannstellung der Feder verklinkt,
so d@aß auch dieser Kraftspeicher als einsatzbereit zu erachten ist. Beim Rücklauf,
und zwar ungefähr am Ende der Rücklaufbewegung des Steuerringes, wird dieser zweite
Kraftspeicher zur Betätigung freigegeben. Zu diesem Zwecke ist ein weiterer Steuernocken
am Steuerring vorgesehen, der nach Verschl'ußablauf, also unmittelbar nach durchgeführterter
Aufnahme, die Verklinkung des zweiten Spannhebels mit seinem Verklinkungshebel aufhebt,
wodurch der zweite Spannhebel in Drehung versetzt wird und dabei die mit ihm getriebemäßig
verbundenen Teile, Spiegel und gegebenenfalls Lichtschutzklappe; wieder in die Beobachtungsstellung
zurückbringt.
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Zur Steuerung der Blendenlamellen ist auf dem Steuerring ein Mitnehmerbolzen
vorgesehen, der mit einem mit dem Blendenstellkäfig verbundenen Blendenstellhebel
zusammenarbeitet. Dieser Blendenstellhebel ist mit einer Feder verbunden, die ihn
in Richtung der kleinstmöglichen Blendenöffnung zu ziehen sucht. In den Laufbereich
des Blendenstellhebels ragt ein Anschlag des Blendenvorwahlringes.
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Diese Teile sind so zueinander angeordnet, daß beim Hinlauf des Ringes
(Verschlußaufzugsrichtung) der Blendenstellhebel vom auf dem Steuerring angebrachten
Mitnehmerbolzen auf die der größten Blendenöffnung entsprechende. Stellung bewegt
wird. Vorgewählt mag eine bestimmte kleinere Blende sein, d. h. also, der Anschlag
des Vorwahlringes mag irgendeine Zwischenstellung einnehmen. Beim Rücklauf des Steuerringes
folgt der Blendenstellhebel unter dem Zuge der Feder dem zurückweichenden Mitnehmerbolzen,
bis Anschlag am Vorwahlring stattfindet. Das bedeutet also, daß die Blende in der
Vorwahlstellung stehenbleibt. Der Steuerring läuft ganz ab, wobei die erzielte Endlage
seines Mitnehmerbolzens diejenige der kleinsten Blendenöffnung darstellt. Der Vorwahiring
ist in seinen Stehbewegungen so gerastet, daß der anschlagende Blendenstellhebel
die Vorwahlstellung nicht überwinden kann. Von Hand kann aber in der gegebenen Situation
bei abgelaufenem Verschluß jede Blende, falls gewünscht, nach überwindung der Rastungen
eingestellt werden.
Diese Merkmale der Erfindung werden an Hand
eines in den Zeichnungen dargestellten, Ausführungsbeispieles näher erläutert, wobei
die Fig. 1 die Lage der für die Erfindung wesentlichen Kamerateile bei gespanntem
Verschluß, die Fig. 2 die Lage der Teile im Moment der Verschlußauslösung und die
Fig. 3 die Lage der Teile nach der Verschlußauslösung zeigen.
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In den Figuren bedeutet 1 den Betätigungsknopf für den Filmtransport
und den Verschlußaufzug, der in bekannter Weise in seinem Mittelteil den Verschlußauslöseknopf
trägt. 2 bis 5 ist eine Getriebekette, über welche in Abhängigkeit von der Betätigung
von 1 ein im Verschlußgehäuse untergebrachter Steuerring 6 für die Steuerung der
Verschlußsektoren und der Blendenlamellen gedreht werden kann. Dieser Steuerring
6 ist an sich bekannt; er diente bislang lediglich der Öffnung der Verschlußsektoren
und der Blendenlamellen zugleich mit dem Verschlußspannen (Hinlauf des Steuerringes
6) und der Schließung der Verschlußsektoren sowie der Schließung der Blendenlamellen
auf die vorgewählte Öffnung unmittelbar vor der Verschlußauslösung (Rücklauf des
Steuerringes 6). Nach der in den Figuren dargestellten vorzugsweisen Ausführungsform
der Erfindung dient dieser Steuerring 6 darüber hinaus als wesentliche Steuervorrichtung
für die Durchführung der beabsichtigten und erfindungsgemäß erzielten zusätzlichen
weiteren Kamerafunktionen, nämlich der Öffnung der Verschlußsektoren und dem Wiederzurückbringen
von Lichtschutzklappe und Spiegelklappe in die Beobachtungsstellung nach dem Verschlußablauf.
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7 ist der Stellbolzen für die Steuerung der Verschlußsektoren. In
der oberen Stellung von 7 sind die Verschlußsektoren geöffnet, in der mit 7 a bezeichneten
unteren Stellung sind sie dagegen geschlossen. 8 ist ein Steueransatz am Steuerring
6. Er ist abgewinkelt oder abgekröpft, um lediglich den Steilbolzen 7 mitzunehmen,
an andere, in seiner Laufbahn liegende Teile jedoch nicht anzuschlagen. 15 ist ein
um eine gehäusefeste Achse 16 drehbarer Winkelhebel. Um seine Achse 16 ist eine
mit ihrem einen Ende an dem Stellbolzen 7 anliegende Feder 9 gelegt, deren anderes
Ende bei 15a festgemacht ist. 17 ist ein auf dem Steuerring 6 befindlicher
Mitnehmer. An dem Winkelhebel 15 ist eine als Kraftspeicher für die zusätzliche
Sektorenöffnung wirkende Feder 18 festgemacht, deren anderes Ende am Gehäuse festgelegt
ist. Mit dem Winkelhebel 15 arbeitet ein um 14 drehbarer Klinkenhebel 12
zusammen, der durch eine Feder 13 mit seinem Ansatzstück 12a gegen den Rand des
Steuerringes 6 gezogen wird. Während das eine Ende der Feder 13 an dem Klinkenhebel
12 festgemacht ist, ist das andere Ende der Feder an einem gehäusefesten Punkt 19
gelegt.
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Der Steuerring 6 weist einen Steuernocken 10 auf, der bei entsprechender
Stellung des Steuerringes 6 mit dem Klinkenhebel 12 zusammentrifft und diesen aus
seiner Verklinkungsstellung mit dem Winkelhebel 15 heraushebt. Des weiteren ist
ein Steuernocken 11 vorgesehen, der dazu bestimmt ist, bei entsprechender Stellung
des Steuerringes 6 mit einem weiteren Klinkenhebel 29 zusammenzuarbeiten, der noch
näher erwähnt werden wird.
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Mit 54 ist ein Stück eines Blendenkäfigringes dargestellt, welcher
einen Stellhebel 55 aufweist. Dieser Stellhebel steht unter der Wirkung einer
Feder 58, deren anderes Ende bei 57 festgemacht ist. Auf dem Steuerring 6 befindet
sich ein Mitnehmer 56 für den Blendenstellhebel 55. Mit 52 ist ein Stück eines Blendenvorwahlringes
angedeutet, welcher einen als Anschlag für den Blendenstellhebe155 dienenden Ansatz
53 aufweist. Während, die Stellung 52a, 53 a dieses Blendenvorwahlringes
einer vorgewählten Blende von der beispielsweisen Öffnung 5, 6 entspricht, soll
die bei 52, 53 dargestellte Lage diejenige der größten angenommenen Blendenöffnung
von 2,8 sein.
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Der Steuerring 6 steht unter Wirkung einer Feder 59, deren eines Ende
bei 61 auf dem Steuerring befestigt und deren anderes Ende bei 60 gehäusefest angeordnet
ist. 20 bis 24 ist die Au,slöseeinrichtung. Der um 21 drehbare Hebel
20 hat eine auf dem Außenrand des Steuerringes 6 laufende Fläche 20 a und
eine an einer Fläche des um 23 drehbaren Hebels 22 anliegende Fläche 20 b. An einer
weiteren Fläche des letztgenannten Hebels 22 greift der Auslösehebel 24 an. Gesteuert
wird diese an sich bekannte Auslöseeinrichtung durch einen Steuernocken 26 am Steuerring
6.
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Mit 27 ist ein um 28 drehbarer Winkelhebel bezeichnet, der durch einen
vom Aufzug und Spiegel-und Lichtklappenbetätigungsgetriebe gesteuerten He-bel
25 oder eine entsprechende Kurvenscheibe betätigt wird. An Stelle des vom Aufzugs-
und Spiegelsowie Lichtschutzklappengetriebe gesteuerten Hebels 25 kann auch ein
am Steuerring 6 angeordnetes Mittel (Vorsprung, Hebel, Rolle od. dgl.) zur Betätigung
des Hebels 27 zwecks Spannens des Kraftspeichers 50 treten. Während der Hebel
25 ungefähr am einen Ende des Winkelhebels 27 angreift, dient das. andere
Ende 27 a als Verklinkungsorgan mit dem bereits erwähnten, um die Achse 30 drehbaren
Verklinkungshebel29. Dieser Verklinkungshebe129 wird mittels einer Feder 31, deren
eines Ende an 29 angreift, während das andere Ende gehäusefest ist, gegen den Rand
des Steuerringes 6 gezogen, so daß eine entsprechende sichere Verklinkverbindung
zwischen 27 a und 29 a stattfindet. Der Winkelhebel 27= ist der Träger einer als
Kraftspeicher für die zusätzliche Rückführung von Lichtschutzklappe und Spiegel
in die Beobachtungslage dienenden Feder 50, deren anderes Ende gehäusefest ist.
34 und 35 sind der Spiegel- und Lichtklappensteuerung dienende, um die Achse 36
drehbare Winkelhebel, die einerseits von Hebeln oder entsprechenden Kurven 32, 33
des Aufzugs- und Spiegel-und Lichtschutzklappensteuergetriebes gesteuert werden
und andererseits auf die der Betätigung von Lichtschutzklappe 48 und Spiegel 49
dienenden, um 41 bzw. 42 drehbaren Hebel 39 bzw. 40 einwirken. Die Wirkverbindung
von den letztgenannten Hebeln 39, 40 auf :die zu bewegenden Teile Lichtschutzklappe
48 und Spiegel 49 erfolgt über die Drehzapfenlager 46 und 47. Diese Anordnung ist
an sich bekannt; sie wird so gesteuert, daß stets die richtige Aufeinanderfolge
in der Schließbewegung von Lichtschutzklappe 48 und der Schwenkbewegung des Spiegels
49 gewährleistet ist. 51 ist ein die Abwärtsbewegung des Spiegels 49 begrenzender
Anschlag.
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Der Winkelhebel 27 ist mittels der Bolzen 43, 44 mit den Doppelhebeln
34, 35 in Triebverbindung gebracht. Zwischen dem Winkelhebel 27 und den Hebeln
39, 40 für die Steuerung von Lichtschutzklappe 48 und Spiegel 49 sind Federn
37, 38 vorgesehen, welche in der zugleich mit Verschlußaufzug herbeigeführten
Lage
der Teile 35, 36, 27, 39, 40, 48 und 49 (Beobachtungslage bei aufgezogenem
Verschluß) gespannt sind, so daß sie unmittelbar vor einer Aufnahme ein Emporschnellen
der freigegebenen Teile Spiegel und Lichtschutzklappe in, die obere Aufnahmestellung
bewirken können. Nach der Aufnahme, d. h. also nach Verschlußablauf und bei nach
Entklinkung von 27 wirksam werdender Feder 50 sind dagegen die Federn
37, 38 wirkungslos. Beim Zurückbringen der Teile Lichtschutzklappe 48 und
Spiegel 49 in die Beobachtungslage unmittelbar nach der Aufnahme wird somit die
volle Zugkraft der Feder 50 wirksam.
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Die Wirkungsweise der Anordnung ist folgende: Beim Drehen des Aufzugsknopfes
1 dreht sich über die Getriebekette 2 bis 5 und seine Umfangsverzahnung der Steuerring
6 im Uhrzeigersinne. Diese Richtung ist die Spannrichtung des Verschlusses. Wie
die Fig. 1 erkennen läßt, ist dabei durch den Steueransatz 8 der Stellbolzen 7 für
die Verschlußsektoren in die obere Lage gebracht worden, in welcher die Verschlußsektoren
voll geöffnet sind. Dasselbe ist bezüglich der Lage der Blendenlamellen festzustellen.
Bei der vorausgesetzten Bewegung im Uhrzeigersinne ist durch den Mitnehmer 56 der
Blendenstellhebel 55 auf volle Blendenöffnung gebracht worden.
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Bei der Drehung des Steuerringes 6 im Uhrzeigersinne ist außerdem
der mit der Feder 18 verbundene Winkelhebel 15 durch den Mitnehmer 17 entgegen
dem Uhrzeigersinn geschwenkt worden, wodurch die Feder 18 gespannt worden ist. Am
Schluß der Bewegung des Winkelhebels 15 ist dieser in die Klinke des Klinkenhebels
12 eingefallen, wodurch die Feder 18 als in ihrer Spannstellung verriegelt
anzusehen ist.
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Bei der vorausgesetzten Betätigung des Aufzugsknopfes 1 sind
des weiteren über das Aufzugs- und Steuergetriebe für Spiegel- und Lichtschutzklappe
die Hebel oder Kurven 32, 33 und 25 in der beigegebenen Pfeilrichtung ausgelenkt
worden. Das bedeutet zunächst, daß über die Hebel 34; 35, 39 und 40 die Lichtschutzklappe
48 und der Spiegel 49 in ihre Beobachtungsstellung gebracht sind und daß zum anderen
der Hebel 27 im U'hrzeigersinn gedreht wurde. Dadurch wird die als Kraftspeicher
für die Rückführung von Spiegel und Lichtschutzklappe nach der Auslösung dienende
Feder 50 ausgezogen und dieselbe durch das Einfallen des Hebelendes 27a in die Verklinkungsnase
29a in gespanntem Zustand verriegelt. Nach Beendigung des Verschlußaufzuges wird
der Steuerring 6 in entsprechender Drehlage festgehalten.
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Bei der Verschlußauslösung wird der Steuerring 6 zum Rücklauf freigegeben
und läuft in entgegengesetztem Richtungssinn, also entgegen dem Uhrzeigersinn, wieder
ab. Zunächst wird, wie aus Fig. 2 ersichtlich, durch das dem Stellbolzen 7 anliegende
Federende 9 dieser Stellbolzen mit in die untere Stellung genommen, wodurch die
Verschlußsektoren geschlossen werden. Des weiteren wird auf Grund des zurückweichenden
Mitnehmers 56 der Blendenstellhebel 55 durch die Feder 58 so lange nachgestellt,
i bis er an den Anschlag 53 des Blendenvorwahlringes 52 angelangt ist. Dieser Blendenvorwahlring
ist natürlich gerastet, um bei diesem Anschlag den nötigen Widerstand gegen weitere
Verstellung zu gewährleisten. Der Steuerring 6 läuft so weit ab, daß die endlich
erreichte Stellung des Mitnehmers 56 derjenigen der kleinsten Blendenöffnung entspricht.
Über das Getriebe für die Verschlußaufzugsteuerung und die Steuerung von Lichtschutzklappe
und Spiegel werden die Hebel oder Kurven 32, 33 so weit zurückgeführt, daß Spiegel
und Lichtschutzklappe in die Aufnahmestellung gelangen können. Gleichzeitig ist
auch der Hebel oder die Kurve 25, die an dem einen Hebelende des Winkelhebels 27
anlag, durch dieses Getriebe zurückgeführt worden.
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Der gegen die Fläche 20 a des Hebels 20 anlaufende Steuernocken
26 des Steuerringes 6 bewirkt die Auslenkung der Hebelverbindung 20, 22,
durch welche der Auslösehebel 24 .in Pfeilrichtung aus seiner Lage herausbewegt
wird und die Verschlußauslösung herbeiführt.
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Nach Verschlußauslösung (s. Fig. 3) läuft der Steuerring 6 :noch um
so viel weiter, daß durch diese seine letztlich verbleibende Drehbewegung die beiden
Federn 18 und 50 ausgelöst und die nach Verschlußablauf durchzuführenden Vorgänge,
wie Zurückbringen von Lichtschutzklappe und Spiegel in die Beobachtungsstellung
und Wiederöffnung der Verschlußsektoren durchgeführt werden können. Die Entsperrung
der Feder 18 geschieht dadurch., daß der Steuernocken 10 auf die Gleitfläche
des Klinkenhebels 12
aufläuft und diesen aus seiner Verklinkungss,tellung
heraushebt. Die nun wirksam werdende Feder 18 zieht den Hebel 15 nach oben,
wodurch der Stehbolzen 7 aus seiner Stellung 7 a in die obere Stellung gedrückt
und die Sektoren auf diese Weise geöffnet werden. Die Entsperrung der Feder
50 wird durch den Steuernocken 11 bewirkt, welcher sich unter die Gleitfläche
des Klinkenhebels 29 schiebt und dadurch die Ve:rklinkung zwischen 27a und 29a aufhebt.
Da die Hebel bzw. Kurvenstücke 32, 33 und 25, wie bereits dargelegt, durch das bei
Betätigung des Auslösers zurücklaufende Aufzugs- bzw. Steuerungsgetriebe für die
Lichtschutzklappe und die Spiegelklappe zurückgesteuert worden sind, kann. der bei
27 a entsperrte Winkelhebel 27 dem Zuge der Feder 50 folgen und die angelenkten
Hebelmechanismen 34, 35, 39, 40 in die die Beobachtungslage von Lichtschutzklappe
und Spiegelklappe herbeiführende Stellung herunterdrücken.
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An Stelle des Steuerringes 6 könnten die beschriebenen Steuervorgänge
auch vom Sektorenhaltering des, Verschlusses durchgeführt werden. Dieses hätte aber
d!en Nachteil, daß dadurch ein Einfluß auf die Zeitbildung des Verschlusses ausgeübt
würde, der vermieden werden soll.
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Es stellt ein besonders vorteilhaftes Merkmal der Erfindung dar, daß
die nach der Verschlußauslösung sich wiederöffnenden Blendenlamellen selbsttätig
auf denjenigen Blendenöffnungswert geführt werden, der vorgewählt war, d. h. also,
mit dem die Aufnahme durchgeführt worden war. Der Kamerabenutzer kann auf diese
Weise zunächst einmal die bei der Aufnahme vorherrschend gewesenen Tiefenschärfenve.rhältnisse
kontrollieren und die damit gesammelten Erfahrungen bei der Vornahme weiterer Belichtungen
nutzbringend auswerten. Daneben ist es ohne weiteres möglich, durch Verstellen des
gerasteten Blendenvorwahlringes von Hand jede beliebige Blendengröße einzustellen.
Nach durchgeführtem Verschlußaufzug wird dann in bekannter Weise die Blende selbsttätig
auf volle Öffnung gebracht.
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Die Feder 9 zwischen dem Sektorenstellbolzen 7 und dem Winkelhebel
15 einerseits und die Federn 37 und 38 zwischen dem Winkelhebel
27 und den Steuerhebeln 41, 42 für Lichtschutzklappe 48 und
Spiegel
49 sind zweckmäßig so angeordnet, daß beim Wirksamwerden der Kraftspeicher 18 bzw.
50 ein Gegeneinanderwirken von Federn und Kraftspeicher nicht erfolgen kann. Beim
Wirksamwerden der Kraftspeicher und bei dem Stattfinden der entsprechenden Steuerbewegungen
der Hebel 15 bzw. 27 laufen vielmehr die Federn 9, 37 und 38 leer und sind
daher wirkungslos. Auf diese Weise wird eine Herabminderung der Wirkung der Kraftspeicher
18 bzw. 50 zur Zeit ihres Tätigwerdens vermieden.