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Photographischer Objektiwerschluß mit gekuppeltem Belichtungsmesser
Zusatz zum Patent 1072 471 Die vorliegende Erfindung betrifft eine weitere
Ausbildung der im Patent 1072 471 geschützten Erfindung.
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Gegenstand des Hauptpatents ist ein photographischer Objektivverschluß
mit gekuppeltem Belichtungsmesser, wobei zur Kupplungsverbindung ein in den Verschlußinnenraum
hineinragendes, in einer parallel zur Verschlußachse angeordneten Führung gelagertes
Teil angeordnet ist, das in Abhängigkeit von der Einstellbewegung des Blenden- oder
des Belichtungszeit-Einstellorgans verschiebbar ist und das dabei kraftschlüssig
mit dem Blenden- bzw. dem Belichtungszeit-Einstellorgan verbunden und durch Form-
oder Kraftschluß mit einem Nachstellglied des Belichtungsmessers gekuppelt ist.
Als Steuermittel für das verschiebbare Teil, beispielsweise einen Stift, dient (hierbei
eine Steuerkurve, die an einem besonderen, an der Vers@chlußvorderseite zwischen
dem Belichtungszeit-Einstellring und einer Frontplatte gelagerten, mit dem Blenden-
bzw. Behehtungszeit-Einstellring verbundenen Ring ausgebildet ist.
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In einem Ausführungsbeispiel des Hauptpatents dient zur Verbindung
des Steuerkurvenrings mit einem an der Rückseite des Verschlußgehäuses gelagerten
Blendeneinstellring ein parallel zur Verschlußachse abgebogener, sich außerhalb
des Verschlußumfan:gs erstreckender Arm.
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Eine in dieser Weise hergestellte Verbindung zwischen den beiden Ringen
gewährleistet einen einfachen, funktionssicheren und den Innenraum des Verschlusses
in räumlicher Hinsicht nicht beanspruchenden Aufbau. Beim Einbau eines solchen Verschlusses
in neuzeitliche Kameras, deren Vorderteil den Verschluß tubusartig umschließt, ergibt
sich indessen die Notwendigkeit, am Kameravorderteil, außerhalb des Verschlußumfangs,
für den Verbindungsarm einen Bewegungsschlitz von der Länge des Blendenverstellwegs
auszubilden, durch welchen unter Umständen Staub oder Feuchtigkeit in das Kamerainnere
eindringen kann.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Verschluß gemäß dem Hauptpatent,
bei welchem das in Richtung der Verschlußachse verschiebbare Teil in Abhängigkeit
von der Einstellbewegung des Blendeeinstellorgans betätigbar ist, so auszubilden,
daß beim Einbau des Verschlusses in eine Kamera ein geschlossener Aufbau derselben
gewährleistet ist.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das Verbindungsmittel
zwischen einem an der Rückseite des Verschlusses gelagerten Blendeneinstellring
und einem zwischen dem Belichtungszeit-Einstellring und einer Frontplatte gelagerten,
eine Steuerkurve tragenden Ring innerhalb des Verschlußumfangs angeordnet ist.
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Der Gedanke, eine Verbindung zwischen zwei in axialer Richtung einen
Abstand voneinander besitzenden Stellringen eines Objektivverschlusses im Innenraum
desselben unterzubringen, ist als solcher bekannt. Bei einem an sich bekannten photographischen
Objektivverschluß ist eine im Verschlußinnenraum verlaufende Verbindung zwischen
einem im Verschluß gelagerten Blendeneinstellring und einem von außen zugänglichen,
an der Verschlußvorderseite befindlichen. Einstellring dadurch erzielt, daß die
beiden Ringe mit einer im Verschlußinnenraum gelagerten, an ihren Enden je ein Zahnritzel
besitzenden Welle im Eingriff stehen.
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Die Kombination des vorerwähnten, an sich bekannten Gedankens mit
den Merkmalen eines im Hauptpatent beschriebenen Verschlusses erbringt für einen
die Vorzüge des Hauptpatents aufweisenden Objektivverschluß eine besonders vorteilhafte,
zu einem geschlossenen Kameragesicht führende Ausbildung.
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In einfacher, teile- und raumsparender Weise kann als Verbindungsmittel
zwischen dem Blendeneinsteilring und dem die Steuerkurve tragenden Ring an einem
der Ringe, beispielsweise am Blendeneinstellring, ein Arm angeordnet sein, mit welchem
der andere Ring formschlüssig verbunden ist.
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Eine den Bauraum des Verschlußmechanismus nicht beanspruchende Anordnung
eines solchen Verbindungsarms
kann dadurch erreicht-werden, daß
die Verschlußgehäuse-Seitenwand über einen dem Bewegungsweg des Blendeneinstellrings
entsprechenden Winkelbereich entfernt und der Verbindungsarm in diesem Winkelbereich
bewegbar ist.
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Eine weitere Erhöhung der Geschlossenheit des Verschlußaufbaus sowie
eine kostensparende Ausbildung und ein Schutz des die Steuerkurve tragenden Rings
ist dadurch erzielbar, daß` die Frontplatte so ausgebildet ist, daß diese den Steuerkurvenring
vollständig abdeckt.
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In den Figuren ist die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel gezeigt.
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Fig. 1 zeigt in. Draufsicht einen gemäß der Erfindung ausgebildeten
photographischen Objektivversahluß, bei welchem die die Versdhlußvorderseite abdeckenden
Teile entfernt sind. Der an sich bekannte Mechanismus des Verschlusses ist aus Gründen
der Übersichtlichkeit nicht eingezeichnet. Es ist die erfindungsgemäße Anordnung
eines Verbindungsarms gezeigt.
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Fig. 2 ist ein Längsschnitt A B C D E durch einen photographischen
Objektivverschluß gemäß Fig.l. Es ist die erfindungsgemäße Verbindung eines Blendeneinstellrings
mit einem Steuerkurvenring gezeigt.
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In den Figuren ist mit 41 das Gehäuse eures photographischen Objektivversehlusses
bezeichnet. An der Rückseite desselben ist ein Rohrstutzen 41a ausgebildet, der
zur Aufnahme von Linsen des Aufnahmeobjektivs dient. Mittels eines an diesem Rohrstutzen
ausgebildeten Außengewindes 41b kann in an sich bekannter Weise die Befestigung
des Verschlusses an der Kamera erfolgen. Ferner ist an der Rückseite des Verschlußgehäuses
eine Lagerstufe 41 c für einen an sich bekannten Blendeneinstellring 42 ausgebildet,
während an der Stirnseite der Gehäuse-Seitenwand ein mit Griffkerben 43a versehener
Belichtungszeit-Einstellring 43 aufliegt. Dieser ist um einen Rohrstutzen 44ä einer
die Teile des Verschlußmechanismus tragenden Verschlußgrundplatte 44 radial geführt
und wird durch eine Frontplatte 45 in axialer Richtung gehalten. Eine Sicherung
der Frontplatte 45 wird durch einen Sdhraubring 46 erreicht, der auf ein am Rohrstutzen
44 a ausgebildetes Gewinde aufgeschraubt ist.
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In gleicher Weise wie bei den Ausführungsbeispielen des Hauptpatents
umfaßt die Kupplungsvorrichtung zwischen Verschluß und Belichtungsmesser einen zylindrichen
Stift, der hier mit 47 bezeichnet ist. Dieser ist in einer an der Verschlußgrundplatte
44 befestigten Führungsbüchse 48 gelagert und. parallel zur Verschlußachse verschiebbar.
Das eine Ende des Stifts 47 ist durch eine in der Versdhlußgehäuserückwand ausgebildete
öffnung 41d und einen im ; Blendeneinstellring ausgebildeten Schlitz 42 a aus dem
Verschlußinnern herausgeführt und in nicht gezeigter, z. B. in gleicher Weise wie
bei den genannten Ausführungsbeispielen form- oder kraftschlüssig mit einem Nachführglied
des Belichtungsmessers verbunden. Das andere Ende des Stifts 47 durchragt den Belichtungszeit-Einstellring
in einem Schlitz 43 b und legt sich unter der Wirkung einer nicht gezeigten Feder
an eine Steuerkurve 49a an. Diese ist an einem Ring 49 ausgebildet, der zwischen
dem Belichtungszeit-Einstellring 43 und der Frontplatte 45 drehbar angeordnet und
mit dem Blendeneinstellring 42 verbanden ist. Gemäß der Erfindung ist das Verbindungsmittel
zwischen dem an der Rückseite des Verschlusses gelagerten Blendeneinstellring 42
und dem zwischen dem Belichtungszeit-Einstellring 43 und der Frontplatte 45 gelagerten,
eine Steuerkurve 49 a tragenden Ring 49 innerhalb des Verschlußumfangs angeordnet.
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Als Verbindungsmittel dient im Ausführungsbeispiel ein Arm 50. Dieser
ist am Blendeneinstellring 42 befestigt, z. B. durch Einnieten, und greift mit seinem
freien Ende in eine am Steuerkurvenring 49 ausgebildete Ausnehmung 49 b ein, wobei
er den Belichtungszeit-Einstelliing 43 in einem Schlitz 43 c durchragt.
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Die Vorteile eines solchen Armes als Verbindungsmittel sind vor allem
seine leichte Herstellung sowie ein geringer Werkstoffaufwand. Ferner kann ein solcher
Arm durch einfaches Abbiegen den jeweiligen baulichen Gegebenheiten des Verschlusses
angepaßt werden.
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Die Anordnung des Verbindungsarmes, die im Ausführungsbeispiel am
Blendeneinstellring 42 vorgenommen ist, könnte in gleicher Weise auch am Steuerkurvenring
49 erfolgen. Auch könnte der Arm nicht als besonderes Teil an einem dieser Ringe
befestigt, sondern an einem derselben direkt ausgebildet, beispielsweise abgebogen
sein.
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Eine Anordnung des Verbindungsarmes 50 innerhalb des Verschlußumfangs
ist im Ausführungsbeispiel dadurch erreicht, daß die Verschlußgehäuse-Seitenwand
über einen dem Bewegungsweg des Blendeneinstellungsrings 42 entsprechenden Winkelbereich
a-b ,entfernt ist, und daß in diesem Freiraum der Arm 50 bewegbar ist.
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Auf diese Weise wird der besondere Vorteil erreicht, daß der Verbindungsarm
50 weder innerhalb noch außerhalb des Verschlußgehäuses Raum beansprucht.
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Im Ausführungsbeispiel wird eine Sichtabdeckung des Winkelbereichs
a-b und damit dem Armes 50 sowie ein Schutz des Verschlußmechanismus gegen äußere
Einflüsse dadurch erreicht, daß die Einstellringe für Blende und Belichtungszeit
Zylindermäntel 42 b, 43 d besitzen, welche sich gegenseitig überlappen
und die Verschlußgehäuse:Seitenwand abdecken.
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In anderer Weise könnte der aus der Verschlußgehäuse-Seitenwand entfernte
Winkelabschnitt a-b auch durch einen den Verschlußumfang umschließenden Blechbogen,
auf dem unter Umständen in an sich bekannter Weise Skalen oder Einstellmarken angeordnet
sein können, abgedeckt sein.
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Ist die Verschlußgehäuse-Seitenwand dicker als der Verbindungsarm,,
so könnte der notwendige Bewegungsraum für diesen auch durch Anbringen einer Ausnehmung;
beispielsweise einer Einfräsung am Innendurchmesser der Gehäuseseitenwand, geschaffen
sein.
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An Stelle eines mit dem Blendeneinstellring und dem Steuerkurvenring
49 bewegbaren Verbindungsmittels, wie des Armes 50, könnte die Verbindung zwischen
den beiden Ringen auch mittels eines ortsfest angeordneten Verbindungsmittels, beispielsweise
in bekannter Weise mittels einer an ihren Enden Zahnräder tragenden Welle vorgenommen
sein. Infolge des verhältnismäßig geringen Raumanspruchs einer solchen Welle könnte
diese innerhalb des Verschlußumfangs angeordnet werden. Die beiden Zahnräder oder
Ritzel an den Enden der Welle würden
hierbei mit Verzahnungen im
Eingriff stehen, die am Blendeneinstellring und am Steuerkurvenring ausgebildet
wären. Diese Verbindungsart würde indessen einen höheren Aufwand als die Verbindung
der beiden Ringe mittels eines Armes erfordern, während der notwendige Freiraum
geringer als der für den Verbindungsarm erforderliche wäre.
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Zum Zwecke eines gekuppelten Einstellens von Belichtungszeit und Blende
ist im Ausführungsbeispiel zwischen den Einstellringen für Blende und Belichtungszeit
eine lösbare Kupplungsvorrichtung angeordnet. Ihr Aufbau ist so vorgenommen, daß
an der hinteren Stirnfläche des am Belichtungszeit-Einstellring 43 ausgebildeten
Zylindermantels 43d (Fig. 2) äquidistante Aussparungen 43 e ausgebildet sind, in
die ein mit dem Blendeneinstellring 42 verbundenes Kupplungsglied unter Federwirkung
eingreift. Als Kupplungsglied dient hierbei ein blattförmiger Hebel 51, an
dem mit den Aussparungen 43 e zusammenarbeitende Kupplungsklauen 51 a ausgebildet
sind. Der Hebel 51 ist mit einem Stift 52 in den am Blendeneinstellring ausgebildeten
Zylindermantel 42 b eingehängt und wird von einer an der Innenfläche des Zylindermantels
42 b befestigten Blattfeder 53 im Eingriff mit den Aussparungen 43 e gehalten. Zum
Außereingriffbringen der Rastklauen 51a mit den Rastausnehmungen 43e besitzt
der Hebel 51 ein Betätigungsgriffstück 54, das durch einen im Zylindermantel 42b
ausgebildeten Schlitz 42d nach außen geführt ist.
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Die Führung und Lagesicherung des Steuerkurvenrings 49 ist mittels
der Frontplatte 45 vorgenommen. Hierbei erfolgt eine Radialführung an einem durch
eine Eindrehung 45 a erhaltenen Zylindermantelstück 45 b, während
eine Sicherung in axialer Lage durch ein Teilstück 45 c dieser Eindrehung erzielt
wird. Weiterhin besitzt die Eindrehung 45a ein Teilstück 45d, welches
den Außenmantel des Steuerkurvenrings vollständig überdeckt und an der Stirnfläche
des Belichtungszeit-Einstellrings 43 anliegt.
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Durch diese Ausbildung der Frontplatte wird erreicht, daß der Steuerkurvenring
49 vollständig abgedeckt ist. Im Gegensatz zum Ausführungsbeispiel des Hauptpatents
braucht daher der Außenmantel des Steuerkurvenrings keine Oberflächenbearbeitung
zu erfahren, so daß seine Herstellung kostensparend ist. Außerdem wird erreicht,
daß sich ein in solcher Weise erfindungsgemäß ausgebildeter Verschluß in seinem
Äußeren in nichts von einem Verschluß ohne Belichtungsmesserkupplung unterscheidet,
da sämtliche für die Belichtungsmesserkupplung erforderlichen Teile für die Bedienungsperson
unsichtbar und unzugänglich sind. Dies wirkt sich sowohl für die Bedienungs- als
auch für die Funktionsweise des Verschlusses vorteilhaft aus.
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Die Belichtungseinstellung mit Hilfe eines mit dem beschriebenen Verschluß
gekuppelten Belichtungsmessers geschieht in der im Hauptpatent ausführlich beschriebenen
Weise. Demgemäß wird zuerst mittels des Belichtungszeit-Einstellrings 43 eine gewünschte
Belichtungszeit auf einer an sich bekannten, nicht gezeigten Belichtungszeitskala
eingestellt. Hierzu sind die Einstellringe 42 und 43 durch Niederdrücken des Griffstücks
54 zu entkuppeln.
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Der dieser vorgewählten Belichtungszeit unter Berücksichtigung der
herrschenden Lichtverhältnisse und der Filmempfindlichkeit zugeordnete Blendenwert
wird sodann dadurch eingestellt, daß der mit dem Steuerkurvenring 49 mittels des
Armes 50 verbundene Blendeneinstellring 42 so lange gedreht wird, bis die vorgewählte
Belichtungszeitzahl, die in einer am Nachführglied des Belichtungsmessers angeordneten,
mit der Belichtungszeitskala identischen Skala enthalten ist, dem Zeiger des Belichtungszeitmessers
gegenübersteht.
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Durch Loslassen des Betätigungsgriffstücks 54 des Kupplungsglieds
51 werden sodann die Einstellringe für Blende und Belichtungszeit wieder gekuppelt.
Nunmehr kann durch Drehen der gekuppelten Einstellringe die Auswahl eines dem Aufnahmegegenstand
angepaßten Zeit-Blende-Wertepaares vorgenommen werden.