DE1128818B - Stossschutzeinrichtung fuer Schleusentore - Google Patents
Stossschutzeinrichtung fuer SchleusentoreInfo
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Description
- Stoßschutzeinrichtung für Schleusentore Bei Schleusentoren ist es erforderlich, Stoßschutzeinrichtungen vorzusehen, um die Torkonstruktion vor Schiffsstößen und somit vor Beschädigungen durch zu schnell einfahrende Schiffe zu schützen. Die üblichen Stoßschutzeinrichtungen bestehen aus einem Stoßfänger oder Stoßbalken in einer schweren Fachwerk- oder Stegblechkonstruktion, der bei auftretendem Schiffsstoß in einer starken Führung zurückgleitet und so den Stoß über Gummifedern, Stahlfedern oder auch über hydraulische Zylinder abfängt, dämpft und an die Torkonstruktion als verhältnismäßig niedrige Kraft abgibt.
- Die Nachteile der bekannten Stoßschutzeinrichtungen sind der verhältnismäßig große Aufwand an Material, die schwere Führungskonstruktion, die Schwierigkeit der Anordnung der stoßdämpfenden Teile sowie die Nichtverwendbarkeit eines einmal für ein ganz bestimmtes Tor gefertigten Stoßschutzes für andere Schleusentore. Außerdem ist es nicht einfach, die auftretenden Kräfte gleichmäßig auf die Torkonstruktion zu übertragen. Ein weiterer Nachteil ist die oft erforderliche Anordnung des Laufsteges auf dem Stoßfänger, so daß der Laufsteg mit dem Stoßfänger zurückgleitet und bei Beschädigung des Stoßfängers die Gefahr besteht, daß auch der Laufsteg beschädigt wird, was erhebliche Reparaturkosten verursacht.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorgenannten Nachteile zu vermeiden und eine Stoßschutzeinrichtung zu schaffen, die eine serienmäßige Herstellung der Stoßdämpfungsmittel gestattet, so daß ihre Verbilligung und gleichzeitig ihre Verwendbarkeit bei allen Torgrößen und Torsystemen ermöglicht wird. Die Erfindung liegt bei einer Stoßschutzeinrichtung für Schleusentore, bestehend aus einem mit dem Schleusentor in Verbindung stehenden, in waagerechter Ebene geführten Stoßbalken, bei dessen Verschiebung zwei oder mehrere auf dem Schleusentor angebrachte hydraulische Zylinder einen zunehmenden Dämpfungswiderstand bewirken, darin, daß die beiderseits aus den hydraulischen Zylindern herausragenden Kolbenstangen am vorderen Ende mit dem Stoßbalken gelenkig verbunden und am hinteren Ende an rechtwinklig zu ihnen liegenden Traversen befestigt sind, die an die Zylinder über Vorholfedem angeschlossen sind, und der Raum über dem Kolben des einen Zylinders jeweils mit dem Raum unter dem Kolben des anderen Zylinders durch eine Druckflüssigkeitsleitung in Verbindung steht. Vorteilhaft ist in die eine der Druckflüssigkeitsleitungen ein Zweckmäßig einstellbares Drosselventil eingebaut, das über ein Gestänge von dem Stoßschutzbalken betätigt wird. Hierdurch bleibt der Druck im hydraulischen System beim Dämpfungsvorgang annähernd konstant und nimmt den kleinstmöglichen Wert an. Der Stoßbalken kann aus einem einfachen, leichten Stahlträger bestehen, der leicht auszuwechseln ist. Die Hydraulik der Stoßdämpfungsmittel dämpft in betriebssicherer Weise den Schiffsstoß und bewirkt gleichzeitig den erforderlichen Gleichlauf der Dämpfungskolben. Hierbei sind keine schweren Führungen notwendig, da die Aufgabe der Führung von den hydraulischen Zylindern übernommen wird. Die in sie eingebauten Führungen . werden selbsttätig von dem Drucköl geschmiert. Nach Aufnahme des Schiffsstoßes wird der Stoßbalken von den Vorholfedem selbsttätig in seine Ausgangslage zurückbewegt. Die hydraulischen Zylinder können für alle Torkonstruktionen gleich ausgeführt werden. Sie sind daher serienmäßig herstellbar und können auch bei vorhandenen Schleusenanlagen ohne wesentliche Änderung der Konstruktion der Anlage verwendet werden. Die neue Stoßschutzeinrichtung bedarf nur geringer Wartung. Sie ist einfach aufgebaut und unabhängig vom Laufsteg.
- In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 eine Draufsicht auf die Stoßschutzeinrichtung eines Stemmtores, Fig. 2 einen Schnitt in der Ebene II-11 gern. Fig. 1 und Fig. 3 das hydraulische System der Stoßschutzeinrichtung.
- Die Stoßschutzeinrichtung nach den Fig. 1 und 2 besteht aus dem von einem Profil-Stahlträger gebildeten Stoßbalken 1, der an der Vorderseite eine Hartholzbohle 2 trägt, und zwei hydraulischen Zylindem 3, 4, deren Kolbenstangen 5 durch je einen Bolzen 6 gelenkig mit dem Stoßbalken 1 verbunden sind. Der Stoßbalken 1 liegt parallel zum Stemmtor 7 und schräg zur Stromrichtung B. Die hydraulischen Zylinder sind in gleicher waagerechter Ebene wie der Stoßbalken angeordnet. Sie sind entweder unmittelbar auf dem obersten Riegel des Tores oder auf mit der Torkonstruktion verbundene Böcke 9 aufgeschraubt. Etwa eintretende Durchbiegungen des Stoßbalkens 1 können durch in waagerechter Ebene schwenkbare Lagerung des einen der beiden Zylinder 3, 4 aufgenommen werden, so daß Durchbiegungen der Kolbenstange 5 nicht erfolgen.
- Nach Fig. 3 sind die mit Kolben 10 versehenen Kolbenstangen 5 der hydraulischen Zylinder 3, 4 auch hinten durch die Zylinder hindurchgeführt. Außerhalb der Zylinder 3, 4 sind sie an rechtwinklig zu ihnen liegenden Traversen 11 befestigt. Zwischen den Traversen und den Zylindern sind Vorholfedem 12 angeordnet.
- Der Raum A bzw. C über dem Kolben 10 des einen Zylinders 3 bzw. 4 steht jeweils über eine Druckflüssigkeitsleitung 13 bzw 14 mit dem Raum B bzw. D unter dem Kolben des anderen Zylinders in Verbindung. In die eine der Druckflüssigkeitsleitungen, beispielsweise 14, ist ein Drosselventil 15 eingeschaltet, das über ein Gestänge 16 von dem Stoßbalken 1 betätigt wird. Durch Anordnung von Kurvenscheiben od. dgl. läßt sich der Durchflußquerschnitt des Drosselventils 15 so steuern, daß trotz des ungleichmäßigen Schiffsstoßes der Dämpfungsdruck annähernd konstant bleibt.
- Da das Drosselventil. 15 den Rücklauf der Druckflüssigkeit behindert, wird ihm über eine Leitung 17 ein Rückschlagventil18 parallel geschaltet, daß den Rücklauf freigibt. Damit etwa eintretende Leckverluste automatisch ausgeglichen werden, ist ein unter leichtem Druck stehender Reserveflüssigkeitsbehälter 19 vorgesehen, der mit den Druckflüssigkeitsleitungen 13 und 14 über Leitungen 20, 21 verbunden ist, die mit nach den Druckflüssigkeitsleitungen 13, 14 öffnenden Rückschlagventilen 22, 23 versehen sind. Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung ist, daß bei der Ruhelage der Stoßschutzeinrichtung immer ein leichter Druck auf den Dichtlippen der Dichtungen liegt und so eine bessere Abdichtung der hydraulischen Zylinder 3, 4 erzielt wird.
- Der Reserveflüssigkeitsbehälter 19 ist mit den beiden Druckfiüssigkeitsleitungen 13 und 14 zusätzlich durch Leitungen 24 und 25 verbunden, die durch Ventile 26, 27 absperrbar sind. Bei einer eingetretenen Schrägstellung des Stoßbalkens 1 durch ungleiche Leckverluste der Zylinder 3 und 4 werden die Ventile 26, 27 geöffnet, so daß die Vorholfedem 12 den Stoßbalken wieder in die Ausgangslage zurückdrücken können, wobei der aufgetretene Mengenunterschied der Flüssigkeit in den beiden Zylindern 3, 4 ausgeglichen wird. Darauf werden die Ventile 26, 27 wieder geschlossen.
- Die Wirkungsweise der Stoßschutzeinrichtung ist folgende: Der Schiffsstoß P (Fig. 3) wird über den Stoßbalken 1 auf die Kolbenstangen 5 und damit auf die Kolben 10 der hydraulischen Zylinder 3, 4 übertragen. Durch den Stoß drücken die Kolben 10 die hinter ihnen stehende Flüssigkeit vom Raum D über die Leitung 14 mit dem Drosselventil 15 in den Raum C und vom Raum B über die Leitung 13 in den RaumA. Durch das Drosselventil15 wird die Durchflußgeschwindigkeit in demhydraulischenSystem so geregelt, daß die Stoßdämpfung über den Weg der Kolben 10 möglichst gleichmäßig ist. Da die Kolbenstangen bei ihrer Bewegung durch den Schiffsstoß gleichzeitig über die Traversen 11 die Vorholfedem 12 spannen, unterstützen diese die Dämpfungswirkung. Hierbei ist es gleichgültig, ob der Schiffsstoß zwischen den Zylindern 3, 4 oder seitlich auskragend auf den Stoßbalken 1 auftrifft. Der hydraulisch und mechanisch abgefangene Schiffsstoß wird von den Zylindern 3, 4 über ihre Befestigungsflansche auf die Torkonstruktion übertragen, so daß das Schiff zum Stillstand kommt.
- Ist der Schiffsstoß abgefangen und das Schiff abgebremst, dann bewirken die Vorholfedern 12 das Zurückgleiten der Kolbenstangen 5, der Kolben 10 und des Stoßbalkens 1 in ihre Ausgangsstellung. Hierbei drücken die beiden Kolben 10 die vor ihnen befindliche Flüssigkeit vom Raum A über die Leitung 13 in Raum B und vom Raum C über die Leitung t7 mit dem Rückschlagventi118 und die Leitung 14 in Raum D.
- Für große Stoßschutzeinrichtungen besteht auch die Möglichkeit, mehrere Zylinder hydraulisch wie vorbeschrieben hintereinanderzuschalten.
Claims (7)
- PATENTANSPRÜCHE 1. Stoßschutzeinrichtung für Schleusentore, bestehend aus einem mit dem Schleusentor in Verbindung stehenden, in waagerechter Ebene geführten Stoßbalken, bei dessen Verschiebung zwei oder mehrere auf dem Schleusentor angebrachte hydraulische Zylinder einen zunehmenden Dämpfungswiderstand bewirken, dadurch gekennzeichnet, daß die beiderseits aus den hydraulischen Zylindern (3, 4) herausragenden, Kolbenstangen (5) am vorderen Ende mit dem Stoßbalken (1) gelenkig verbunden und am hinteren Ende an rechtwinklig zu ihnen liegenden Traversen (11) befestigt sind, die an die Zylinder (3, 4) über Vorholfedern (12) angeschlossen sind, und der Raum (A bzw. C) über dem Kolben (10) des einen Zylinders (3) jeweils mit dem Raum (B bzw. D) unter dem Kolben des anderen Zylinders (4) durch eine Druckflüssigkeitsleitung (13 bzw. 14) in Verbindung steht.
- 2. Stoßschutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in die eine der Druckflüssigkeitsleitungen (13, 14) ein zweckmäßig einstellbares Drosselventil (15) eingeschaltet ist, das über ein Gestänge (16) von dem Stoßschutzbalken (1) betätigt wird.
- 3. Stoßschutzeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der mit dem Drosselventil versehenen Druckflüssigkeitsleitung (14) eine Leitung (17) parallel geschaltet ist, in die ein den Rücklauf der Flüssigkeit gestattendes Rückschlagventil (18) eingeschaltet ist.
- 4. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch einen unter Druck stehendenReserve-Flüssigkeitsbehälter(19) der mit den beiden Druckflüssigkeitsleitungen (13, 14) über Leitungen (20, 21) verbunden ist, die mit nach den Druckflüssigkeitsleitungen (13,14) sich öffnenden Rückschlagventilen (22, 23) versehen sind.
- 5. Stoßschutzeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Reserve-Flüssigkeitsbehälter (19) zusätzlich mit den beiden Druckflüssigkeitsleitungen (13,14) über absperrbare Leitungen (24, 25) verbunden ist.
- 6. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der eine der beiden hydraulischen Zylinder (3 oder 4) in waagerechter Ebene schwenkbar mit dem Schleusentor (7) verbunden ist.
- 7. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eventuell auftretende Seitenkräfte von den in den Zylindern (3, 4) eingebauten Führungen aufgenommen werden. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Gebrauchsmuster Nr. 1751587.
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Citations (1)
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| DE1751587U (de) * | 1957-06-13 | 1957-08-29 | Maschf Augsburg Nuernberg Ag | Vorrichtung zur daempfung der beim anlegen von schwimmkoerpern, insbesondere schiffen, zu erwartenden stoesse. |
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1961
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|---|---|---|---|---|
| DE1751587U (de) * | 1957-06-13 | 1957-08-29 | Maschf Augsburg Nuernberg Ag | Vorrichtung zur daempfung der beim anlegen von schwimmkoerpern, insbesondere schiffen, zu erwartenden stoesse. |
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| EP3109364B1 (de) * | 2015-06-25 | 2019-10-16 | IRS Stahlwasserbau Consulting AG | Stossschutzeinrichtung |
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Also Published As
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