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Steuerverfahren für Stromrichteranlagen in Umkehrschaltung Unter Stromrichtern
in Umkehrschaltung versteht man bekanntlich Anordnungen mit gesteuerten Gasentladungsgefäßen,
die einen Betrieb eines Stromverbrauchers in beiden Stromrichtungen zulassen. Derartige
Anordnungen sind häufig für elektromotorische Antriebe und als Umrichter, beispielsweise
zur Umformung von Drehstrom von 50 Hz in Einphasenwechselstrom von 16Z/3 Hz, in
Anwendung.
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Sie können verschiedenartig geschaltet sein, je nachdem, welche Stromrichtergefäße
zur Verfügung stehen. Bei Verwendung von Mehranoden-Stromrichtergefäßen kommen bekanntlich
diejenigen Schaltungen in Betracht, die als Kreuzschaltung bezeichnet sind.
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Unter diesen bekannten Kreuzschaltungen werden am häufigsten solche
gewählt, die sich auf die Verwendung von Sechsanoden-Stromrichtergefäßen beziehen.
Eine unter diesen bevorzugte Schaltung ist die sogenannte 2 - 3-Phasen-Schaltung
mit Saugdrossel. Diese Schaltung bildet bekanntlich zwei dreiphasige, in der Phasenlage
der Transformatorspannungen um 180° versetzte Stromrichtersysteme, die über die
Saugdrossel parallel geschaltet sind. Der Transformator hat dabei für gewöhnlich
sekundärseitig zwei in Stern geschaltete Dreiphasenwicklungen, die mit den zugehörigen
Entladungsstrecken des Stromrichtergefäßes zwei sogenannte Kommutierungsgruppen
bilden. Da eine derartige Anordnung von Transformator, Saugdrossel und Stromrichtergefäßen
für jede der beiden Stromrichtungen des Verbraucherstromkreises benötigt wird, sind
für eine Umkehrschaltung zwei Stromrichtersysteme der beschriebenen Art erforderlich,
wobei die vier in Stern geschalteten Dreiphasenwicklungen die Sekundärwicklungen
eines gemeinsamen Transformators mit einer Primärwicklung bilden können und die
beiden Saugdrosselwicklungen ebenfalls auf einem gemeinsamen Eisenkern aufge. bracht
sein können.
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Die Gesamtanordnung umfaßt dementsprechend vier Kommutierungsgruppen,
nämlich zwei für die eine Stromrichtung und zwei für die andere Stromrichtung des
Verbraucherstromkreises.
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Die Parallelschaltung der je zwei zur gleichen Stromrichtung gehörenden,
in der Phasenlage der Transformatorspannungen versetzten Stromrichtersysteme, die
weiterhin als die Kommutierungsgruppen gleicher Stromrichtung bezeichnet werden
sollen, bedingt bekanntlich das Aufbringen einer Spannung dreifacher Netzfrequenz
an der zugehörigen Saugdrosselwicklung. Die Saugdrossel wirkt also als Spannungsteiler.
Hierzu benötigt die Saugdrossel einen bestimmten Magnetisierungsstrom, der sich
nur über die Entladungsstrecken des zugehörigen Stromrichtergefäßes schließen kann.
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Infolgedessen erfordert die Wirkung der Saugdrossel als Spannungsteiler
bekanntlich das Fließen eines Mindestgleichstromes, der als kritischer Gleichstrom
bezeichnet wird. Dessen halber Augenblickswert muß größer sein als die Amplitude
des Magnetisierungsstromes der Saugdrossel. Andernfalls kann sich der Magnetisierungsstrom
über die Entladungsstrecken nicht vollständig ausbilden. Die Folge davon ist, daß
die ständige Parallelarbeit der beiden Kommutierungsgruppen unterbrochen ist, so
daß die sonst bestehende Aufhebung der Gleichstromvormagnetisierung der Saugdrossel
fortfällt und die Drossel sich mit ihrer vollen Induktivität in den Laststromkreis
einschaltet. Außerdem ergibt dies bekanntlich. einen steilen Anstieg der Gleichspannung
mit weiter abnehmendem Gleichstrom.
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Bei Umkehrschaltungen wirkt sich diese eben beschriebene Erscheinung,
nämlich die Behinderung des Fließens des Magnetisierungsstromes der Saugdrossel
weiterhin unangenehm aus, wenn ein Übergang von der einen Stromrichtung auf die
andere Stromrichtung des Verbraucherstromkreises stattfinden soll. Dieser Übergang
wird in der Nähe des Stromnulldurchganges infolge der vollen Wirkung
der
Saugdrossel als vorgeschaltete Induktivität empfindlich verlangsamt. Der aus Transformator,
Saugdrossel und Verbraucher bestehende Stromkreis hat im Bereich des Stromnulldurchganges
eine große Zeitkonstante.
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Dieses nachteilige Verhalten der Saugdrossel bei Umkehrschaltungen
kann nur verhindert werden, wenn es gelingt, das Fließen des Magneiisierungs-Stromes
bei allen Werten des Gleichstromes aufrechtzuerhalten. Dies gilt in noch stärkerem
Maße, wenn zur zusätzlichen Beeinflussung der Induktivität der Saugdrossel noch
eine veränderbare Gleichstrommagnetisierung des Eisenkernes der Saugdrossel vorgenommen
wird.
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Deshalb sieht die Erfindung für Stromrichteranlagen in Umkehrschaltung,
bestehend aus zwei für die beiden Stromrichtungen im Verbraucherstromkreis bestimmten
Gruppen von Gasentlädungsstrecken mit je zwei Kommutierungsgruppen in Saugdrosselschaltung,
bei der die Wicklungen der Saugdrosselanordnung für die beiden Stromrichtungen wenigstens
einen gemeinsamen Eisenkern besitzen, ein Steuerverfahren vor, bei welchem bei kleinen
Belastungsströmen im Verbraucherstromkreis, deren auf die eine Kommutierungsgruppe
entfallender Anteil unterhalb des jeweiligen Augenblickswertes des Magnetisierungsstromes
der Saugdrossel liegt, durch Einschaltung der zugehörigen Gittersteuerimpulse die
zwei Kommutierungsgruppen der Gasentladungsstrecken mit in bezug auf den Belastungsstrom
verschiedenen; in bezug auf die Erregung der Saugdrossel gleichen Stromrichtungen
zur Parallelarbeit gebracht werden, während bei einem höheren Belastungsstrom durch
Einschaltung der zugehörigen Gittersteuerimpulse die zwei Kommutierungsgruppen der
Gasentladungsstrecken mit in bezug auf den Belastungsstrom gleicher; in bezug auf
die Erregung der Saugdrossel verschiedener Stromrichtung zur Parallelarbeit gebracht
werden, wobei jeweils die übrigen Gasentladungsstrecken der beiden anderen Kommutierungsgruppen
durch Abschaltung der zugehörigen Gittersteuerimpulse gesperrt gehalten werden.
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Dieses Steuerverfahren nach der Erfindung soll für die in Fig. i beispielsweise
dargestellte Stromrichterschaltung erläutert werden.
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Darin sind 1 und 2 zwei sechsanodige Stromrichtergefäße, die den beiden
Stromrichtungen des Belastungsstromkreises zugeordnet sind. Sie sind mit den hier
in Stern geschalteten Sekundärwicklungen 3 und 4 bzw. 5 und 6 eines Transformators
mit einem gemeinsamen Eisenkdrn und der Primärwicklung 7 verbunden. Die Primärwicklung
ist an ein Drehstromnetz RST angeschlossen. Die je zwei Sternpunkte der zu einem
Stromrichtergefäß gehörenden Sekundärwicklungen 3, 4 bzw. 5, 6 sind mit den Wicklungen
8 bzw. 9 verbunden, die sich ebenfalls auf einem gemeinsamen Eisenkern befinden
und eine kombinierte Saugdrossel bilden. Die so hergestellten beiden Stromrichtersysteme
sind in Kreuzschaltung verbunden und damit antiparallel geschaltet. Als Stromverbraucher
ist ein Motor mit dein Anker 10 und eine Gleichstromdrossel 11 angenommen.
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Ist beispielsweise das linke Stromrichtergefäß 1 in Fig. 1 stromführend;
so fließt ein mit i9 bezeichneter Gleichstrom in der durch Pfeile eingetragenen
Richtung. In der Saugdrosselwicklung 8 teilt sich dieser :Gleichstrom zu gleichen
Anteilen von 1/2 ig in den Wicklungshälften auf. Dabei sind diese Wicklungshälften
so stromdurchflossen, daß sich ihre magnetisierenden Wirkungen auf den Eisenkern
aufheben. Es entsteht also keine Gleichstromvormagnetisierung der Saugdrossel.
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Diesen Gleichströmen der Kommutierungsgruppen überlagert sich der
Magnetisierungsstrom i" der Saugdrossel, der entsprechend der Saugdrosselspannung
ein Wechselstrom dreifacher Netzfrequenz ist. Wie bereits gesagt, ist das Erzwingen
der Parallelarbeit der beiden Kommutierungsgruppen gleicher Stromrichtung an die
Bedingung geknüpft, daß der Gleich-Stromanteil jeder Kommutierungsgruppe, der 1/2
i9 beträgt, größer als der Scheitelwert des Magnetisierungsstromes der Saugdrossel
ist.
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Soll in der in Fig. 1 gezeigten Schaltung der Ankerstrom umgekehrt
werden, so ist dazu eine Herabsteuerung beispielsweise des vom Stromrichtergefäß
1 übertragenen Gleichstromes bis auf den Stromwert Null und hernach eine steigende
Stromaufnahme durch das Stromrichtergefäß 2 erforderlich. Dabei gibt es in der letzten
Phase der Umsteuerung des Stromrichtergefäßes 1 und der steigenden Ansteuerung des
Stromrichtergefäßes 2 ein Zeitintervall, in welchem der Gleichstromanteil der Kommutierungsgruppen
kleiner als der Augenblickswert deq Magnetisierungsstromes ist.
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In diesem Zeitintervall wird nach der Erfindung die Steuerung der
Stromrichtergefäße so geändert, daß nicht mehr zwei Kommutierungsgruppen gleicher
Stromrichtung, sondern zwei Kommutierungsgruppen verschiedener Stromrichtung parallel
geschaltet sind: Dieses Steuerverfahren soll durch Fig. 2 erläutert werden. Darin
ist der für beide Paare von Kommutierungsgruppen gleiche Magnetisierungsstrom im
in seinem zeitlichen Verlauf dargestellt. Außerdem sind in irgendeiner zeitlichen
Zuordnung zu diesem Mägnetisierungsstrom durch zwei sich kreuzende Gerade die Gleichstromanteile
der einzelnen Kommutierungsgruppen bei der Durchführung eines Wechsels der Stromrichtung
im Verbraucherstromkreis wiedergegeben. Der Stromnulldurchgang möge während einer
positiven Halbwelle des Magnetisierungsstromes erfolgen.
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Da der Augenblickswert des Gleichstromes des herabgesteuerten Stromrichters
1 und des anschließend angesteuerten Stromrichters 2 mit i9 bezeichnet ist, sind
1/2 ig die Gleichstromanteile der jeweils beteiligten Kommutierungsgruppen. Die
Differenz dieser Gleichstromanteile und des Magnetisierungsstromes sind die Ströme
in den betreffenden Entladungsstrecken. Sie sind mit i3, 14 und i5; i6 bezeichnet
und der Darstellung der Fig. 2 unmittelbar zu entnehmen. Die Indizes 3, 4, S, 6
entsprechen der Bezeichnung der zugehörigen Kommutierungsgruppen in Fig. 1.
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Wie man dort erkennt, wird im Zeitbereich des abnehmenden Gleichstromes
des Stromrichters 1 der Strom z3 im Zeitaugenblick t1 Null. Im Zeitbereich des von
Null ansteigenden Gleichstromes des Stromrichters 2, also des Gleichstromes der
anderen Stromrichtung, ist der Strom i6 im Zeitaugenblick t2 Null. In dem so eingegrenzten
Zeitintervall von t1 bis t2 erfolgt die Umsteuerung der Stromrichter, derart; daß
zwei Kommutierungsgruppen verschiedener Stromrichtung parallel geschaltet sind.
Vom Augenblick t1 an sind beispielsweise die Kommutierungsgruppen
4
und 5 parallel geschaltet, bis im Augenblick t2 die Parallelschaltung der Kommutierungsgruppen
5 und 6 eintritt Während dieses Zeitintervalls von t1 bis t2 ist beispielsweise
die Kommutierungsgruppe 4 im Gleichrichterbetrieb ausgesteuert, während die Kommutierungsgruppe
5 im Wechselrichterbetrieb ausgesteuert ist. Damit besteht in diesem Zeitraum die
Betriebsweise einer konventionellen Umkehrschaltung mit ständiger Erhaltung der
Zündbereitschaft der Entladungsstrecken und mit zulässiger Kreisstromausbildung.
Hierbei übernimmt die Saugdrossel die Rolle einer Kreisstromdrossel, wobei ihr die
Aufbringung der beiden Saugdrosselwicklungen auf einem gemeinsamen Kern zustatten
kommt. Denn durch die magnetische Verkettung kann der Magnetisierungsstrom ohne
weiteres von einer Wicklung zur anderen überwechseln. Der Kreisstrom ist der zur
Differenzspannung der beiden Kommutierungsgruppen gehörende Magnetisierungsstrom.
Das Auftreten von Gleichspannungsanteilen in dieser Differenzspannung, die bei unterschiedlicher
Größe der Zündverzögerung der Gleichrichteraussteuerung und der Zündvoreilung der
Wechselrichteraussteuerung entstehen können, läßt sich in bekannter Weise dadurch
verhindern, daß man die Zündverzögerung der einen Kommutierungsgruppe mindestens
so groß macht wie die Zündvoreilung der anderen Kommutierungsgruppe.
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Bei dem eingangs erwähnten Parallelbetrieb zweier Kommutierungsgruppen
gleicher Stromrichtung ist die Saugdrossel als Kreisstromdrossel unwirksam. Deshalb
ist in bereits vorgeschlagener Weise ein kreisstromfreier Betrieb der Stromrichter
notwendig, da ein etwa entstehender Kreisstrom sich sonst zum Kurzschlußstrom ausbilden
würde.
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Das so beschriebene Steuerverfahren erfordert zu seiner Verwirklichung
eine ständige Überwachung des Betrages der Ströme der Kommutierungsgruppen und der
Stromrichtung des Sollwertes des Verbraucherstromes und eine von dieser Auswertung
abhängige Ansteuerung oder Sperrung der Entladungsstrecken der Stromrichtergefäße.
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Ein Beispiel einer Ausführung einer diesem Steuerverfahren dienenden
Steuereinrichtung ist in Fig.3 wiedergegeben. Diese als Blockschaltbild dargestellte
Steuereinrichtung bildet nicht die gesamte Einrichtung, sondern nur denjenigen Teil,
der für die Freigabe oder Sperrung der Steuerung der Kommutierungsgruppen erforderlich
ist, während ein weiterer Teil der Steuerung; der in an sich bekannter Weise die
veränderbare Aussteuerung der Entladungsstrecken bei einem Gleichstrom gleichbleibender
Richtung zu vollziehen hat, nicht wiedergegeben ist.
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Für die weiteren Erläuterungen sollen nach Fig. 1 die aus den Transformatorwicklungen
3 und 4 in Verbindung mit dem Stromrichtergefäß 1 gebildeten Kommutierungsgruppen
der einen Stromrichtung mit A und B bezeichnet werden. Entsprechend sollen die aus
den Transformatorwicklungen 5 und 6 in Verbindung mit dem Stromrichtergefäß 2 gebildeten
Kommutierungsgruppen der anderen Stromrichtung mit A' und B' bezeichnet werden.
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Eine nähere Betrachtung der Ablösung der vier Kommutierungsgruppen
A, B, A', B', denen die den Wicklungssternen zufließenden Ströme i3,
i4, i5, i6
entsprechen, zeigt, daß nur die folgenden Verbindungen gleichzeitig
stromführender Kommutierungs--,ruppen möglich sind A B oder B A' oder
A' B' oder B' A.
Daraus geht hervor, daß die folgenden Kommutierüngsgruppen
sich in der Stromführung gegenseitig ausschließen A und A' sowie
B und B'.
Dementsprechend schließen sich die Ströme i3 und i5 sowie
i4 und i6 gegenseitig aus. Deshalb dürfen für die Überwachung des Betrages der Ströme
der Kommutierungsgruppen die Ströme i3 und i5 sowie die Ströme 4 und 4 zusammengefaßt
werden, wodurch eine Vereinfachung der Überwachung eintritt.
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Aus dieser Erwägung heraus besitzt die in Fig. 3 dargestellte Steuereinrichtung
auf ihrer Eingangsseite zwei »Oder«-Glieder 12, 13 mit je zwei Eingängen und je
einem Ausgang; wobei dem »Oder«-Glied 12 die Beträge der Ströme i3 und 4 und dem
»Oder«-Glied 13 die Beträge der Ströme i4 und i6 zugeführt sind. Diese Beträge i3
bis i6 können vier sogenannten Gleichstromwandlern entnommen sein, die beispielsweise
eine Hilfserregung besitzen und deren Sekundärwicklung an einen Hilfsgleichrichter
angeschlossen ist.
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Die in dem Blockschaltbild enthaltenen Schaltungselemente sind logisch
arbeitende Glieder, die aus sogenannten Triggern, »Und«-Gliedern, »Oder«-Gliedern,
Speichergliedern und Verzögerungsgliedern bestehen. Sie können beispielsweise mit
Schalttransistoren ausgebildet sein. Diese Glieder sollen entweder eine feste Spannung
oder keine Spannung abgeben. Die feste Spannung sei als Information oder als Wert
»1« bezeichnet. Dagegen soll keiner Spannung die Information oder der Wert »0« entsprechen.
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An das »Oder«-Glied 12 ist ein Trigger 14 angeschlossen, der unterhalb
eines kleinen Minimalwertes des Stromes 13 oder i5 die Information »1« und
oberhalb dieses Minimalwertes die Information »0« abgibt. Entsprechende Informationen
gibt ein an das »Oder«-Glied 13 angeschlossener Trigger 15 ab, je nachdem der Minimalwert
der Ströme 4 oder i6 unterschritten oder überschritten ist.
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Einem weiteren Trigger 16 ist der Sollwert des mit ig bezeichneten
Stromes im Belastungsstromkreis zugeführt. Durch diesen Trigger soll die gewünschte
Stromrichtung des Belastungsstromes ig erfaßt werden. Dieser Trigger hat zwei Ausgänge,
deren Ausgangswerte sich gegenseitig ausschließen. Der Trigger gibt bei der einen
Stromrichtung von i9 an seinem oberen Ausgang die Information »0« und an seinem
unteren Ausgang die Information »1« ab. Bei der anderen Stromrichtung von ig gibt
-er an seinem oberen Ausgang die Information »1« und an seinem unteren Ausgang die
Information »0« ab.
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Diese Ausgangssignale der drei Trigger 14, 15, 16 sind in der in Fig.
3 angegebenen Weise vier »Und«-Gliedern 17;18,19, 20 zugeführt.
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In dem Schaltbild in Fig. 2 sei nun der Fall angenommen, daß das Stromrichtergefäß
1 nach Fig. 1 stromführend und der von den Kommutierungsgruppen A und B geführte
Gleichstrom herabgesteuert wird, so daß im Zeitaugenblick t1 gemäß Fig. 2 der Strom
13 der Kommutierungsgruppe A erlischt.
Bei Unterschreitung
eines Minimalwertes des Stromes i3 gibt der Trigger 14 die angegebene Information
»1« ab. Der Trigger 16 gibt bei der angenommenen Stromrichtung des Gleichstromes
i9 am oberen Ausgang die Information »1« und am unteren Ausgang die Information
»0<c ab: Infolgedessen gibt das »Und«-Ghed 17 die Information »l«
ab.
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Den »Und«-Gliedern 17,18 ist nun ein Speicherglied 21, den
»Und«-Gliedern 19,20 ein Speicherglied 22 zugeordnet. Dieser Speicherglieder
besitzen zwei Eingänge und zwei Ausgänge. An den Ausgängen erscheinen immer Informationen,
die sich gegenseitig ausschließen und die nach Verschwinden der Eingangsspannungen
stehenbleiben. Erscheint am oberen Eingang, wie beispielsweise an dem Speicherglied
21, die Information »1«, so werden am oberen bzw. unteren Ausgang die Informationen
»1« bzw. »0« abgegeben, und diese bleiben stehen, bis an den Eingängen gegebenenfalls
eine gegenteilige Information, also eine »1« am unteren Eingang, ankommt. Bei dem
Speicherglied 22 besteht, wie hier angenommen ist, die Abgabe der gleichen Informationen
auf Grund vorher eingegangener und nicht mehr anstehender Eingangssignale.
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Die Ausgänge der Speicherglieder 21 und 22 sind mit besonderen Verzögerungsgliedern
26, 27, 28, 29 verbunden, die so beschaffen sind, daß sie die Information »0« mit
einer Verzögerung von beispielsweise 1 bis 2 ms weitergeben, dagegen die Information
»1« unverzögert übertragen. Diese abgegebene Information »l« soll auf ein nicht
wiedergegebenes Gittersteuergerät so einwirken, daß die von diesem erzeugten Gittersteuerimpulse
abgeschaltet oder unterdrückt werden, so daß die zugehörigen Entladungsstrecken
gesperrt sind. Die angegebenen Informationen »0« bedingen indessen die Freigabe
dieser Entladungsstrecken, so daß diese ordnungsgemäß angesteuert werden.
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Die abgegebene Information »1« bedeutet also Sperrung, die Information
»0« bedeutet Freigabe. Die an die Verzögerungsglieder 26, 27, 28, 29 angeschlossenen
Gittersteuergeräte sind den Kommutierungsgruppen A, A' B, B' zugeteilt.
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Die Ausgänge der Speicherglieder 21 und 22 sind nun .außerdem mit
den »Und«-Gliedern 23 und 24 verbunden. Die Ausgänge dieser »Und«-Glieder sind mit
einem Speicherglied 25 verbunden, das ebenso arbeitet wie die vorgenannten Speicherglieder
21, 22. Dem Speicherglied 25 obliegt die Freigabe der Steuerung der parallel geschalteten
Kommutierungsgruppen gleicher Stromrichtung, also der Gruppen A, B oder der
Gruppen A', B'.
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In Fig. 2 und 3 ist angenommen, däß vor dem Zeitaugenblick t1 die
Kommutierungsgruppen A und B stromführend waren. Dem entspricht am oberen Ausgang
des Speichergliedes 25 die. Information »0«, wozu die Information »1« am unteren
Ausgang gehört. Die Gruppen A' und B' sind also gesperrt.
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Zu Beginn des Intervalls t1 - t2 erfolgt durch die vom Verzögerungsglied
26, wie bereits gesagt, unverzögert abgegebene Information »1« die sofortige Sperrung
der Kommutierungsgruppen A. Durch die vom Verzögerungsglied 27 verzögert abgegebene
Information »0« erfolgt hingegen die verzögerte Freigabe der Kommutierungsgruppe
A', so daß nunmehr die Gruppen B und A' parallel arbeiten. Damit arbeiten zwei Kommutierungsgruppen
verschiedener Stromrichtung parallel. Der Magnetisierungsstrom der als Kreisstromdrossel
arbeitenden Saugdrossel kann sich über die Entladungsstrecken der Gruppe A' schließen.
Die Verzögerung der Freigabe der Gruppe A' ist deshalb vorgesehen, damit in der
gesperrten Gruppe A sich vorher die Entionisierung ihrer Entladungsstrecken abspielen
kann. Damit wird. vor Zuschaltung einer neuen Gruppe die sogenannte Freiwerdezeit
der abgelösten Gruppe abgewartet.
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Erreicht nun auch der Strom i4 der Kommutierungsgruppe B den Wert
Null, so tritt über die Trigger 15 und 16 das »Und«-Glied 19 in Aktion, wodurch
das Speicherglied 22 in die in Fig. 3 abgegebene Stellung eintritt, in der es am
oberen Ausgang die Information »1« und am unteren Ausgang die Information »0« abgibt:
Hierdurch wird über die Verzögerungsglieder 28 und 29 die Kommutierungsgruppe B
unverzögert gesperrt, während die Kommutierungsgruppe B' verzögert freigegeben wird.
Danach; nämlich im Zeitaugenblick t2, sind die Kommutierungsgruppen A' und B', also
zwei Gruppen gleicher Stromrichtung, stromführend. Diese Stromrichtung ist, wie
gefordert, die entgegengesetzte wie die Stromrichtung der zu Anfang stromführenden
Gruppen A und B.
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Im Zeitaugenblick dieser Umsteuerung stehen an dem »Und«-Ghed 24 zwei
gleiche Informationen »1« an, so daß es an seinem Ausgang die Information »1« an
den Speicher 25 abgeben kann. Dieser gibt dann an seinem unteren Ausgang die Information
ab, die gleichfalls die Freigabe der Kommutierungsgruppen A' und B' bestimmt. Hierdurch
findet die Umsteuerung durch die Verzögerungsglieder ihre Bestätigung und außerdem
ihre Aufrechterhaltung, bis eine neue Umsteuerung der Stromrichter zur Herbeiführung
einer anderen Stromrichtung im Verbraucherstromkreis herbeigeführt wird.
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Die Ausbildung der. Erfindung ist nicht an das Ausführungsbeispiel
geunden. So können die in der Schaltung Fig. 3 angewendeten logisch arbeitenden
Schaltungselemente an Stelle von Schalttransistoren auch steuerbare Glimmröhren
enthalten. In Fällen, in denen es auf die Erzielung höchster Umsteuergeschwindigkeit
weniger ankommt; können auch Fernmelderelais in vorteilhafter Weise angewendet werden.
Auch die Schaltung der logischen Glieder in Fig.3 kann in mannigfacher Weise abgeändert
werden.