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DE1126149B - Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse

Info

Publication number
DE1126149B
DE1126149B DEN16884A DEN0016884A DE1126149B DE 1126149 B DE1126149 B DE 1126149B DE N16884 A DEN16884 A DE N16884A DE N0016884 A DEN0016884 A DE N0016884A DE 1126149 B DE1126149 B DE 1126149B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
anode
hood
chlorine
cathode
titanium
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEN16884A
Other languages
English (en)
Inventor
George Ellis Snow
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
New Jersey Zinc Co
Original Assignee
New Jersey Zinc Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by New Jersey Zinc Co filed Critical New Jersey Zinc Co
Publication of DE1126149B publication Critical patent/DE1126149B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25CPROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25C7/00Constructional parts, or assemblies thereof, of cells; Servicing or operating of cells
    • C25C7/06Operating or servicing

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Electrochemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Electrolytic Production Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflußelektrolyse Die Erfindung betrifft die Herstellung von Titan, insbesondere die elektrolytische Abscheidung von Titan auf einer anodenfernen Fläche einer Kathode, wobei Anode und Kathode in einer Salzschmelze über diese in direkter Verbindung miteinander stehen.
  • Bei dieser Abscheidungstechnik, bei welcher die kathodische Abscheidungsfläche der Anode abgewandt ist, wird zwischen Anode und Kathode eine Titantrichlorid und -dichlorid enthaltende Chloridschmelze elektrolysiert, während Titantetrachlorid im wesentlichen kontinuierlich in die Schmelze eingeführt und von dieser aufgenommen wird. Dabei stehen Anode und Kathode ohne Unterbrechung durch eine physikalische Sperre durch das Bad in direkter Verbindung miteinander. Zwischen den Elektroden werden solche elektrolytische Bedingungen und in dem Badteil, der an die anodenferne Kathodenfläche angrenzt, wird eine solche Badzusammensetzung aufrechterhalten, daß eine Abscheidung von Titan vorwiegend auf dieser anodenfernen Kathodenfläche erfolgt. Gleichzeitig mit der Titanabscheidung an der Kathode wird an der Anode Chlor freigesetzt. Um ein Entweichen dieses Chlors in die gesamte Zellenatmosphäre zu verhindern, von der es wieder in das Bad eintreten, mit den niederen Chloriden reagieren und damit diese wieder zum Tetrachlorid oxydieren könnte, wird eine Chlorhaube mit einer eine feuerfeste Oberfläche aufweisenden Wand vorgesehen, in welcher sich das Chlor bei der Freisetzung an der Anode sammelt. Die Wände der Chlorhaube reichen unter die Oberfläche der Salzschmelze, und die Haube ist mit einer Auslaßleitung versehen, so daß das gesammelte Chlor außerhalb der Zelle gewonnen werden kann.
  • Die Chlorhaube wird zweckmäßig aus einem korrosionsbeständigem Metall, wie Nickel, gefertigt, das durch eine Auskleidung aus feuerfesten Steinen mit einer noch korrosionsbeständigeren Oberfläche versehen ist. Im Betrieb einer Zelle mit einer solchen Chlorhaube wurde wiederholt beobachtet, daß manchmal das Nickel, insbesondere auf der Höhe des Badspiegels, einer starken Korrosion unterliegt und zu anderen Zeiten die feuerfeste Auskleidung so stark korrodiert, daß sich die Steine lockern bzw. lösen. Obwohl diese sich ändernden Korrosionserscheinungen an der Chlorhaube eintreten, während die Haube von Anode und Kathode elektrisch isoliert ist, hat sich gezeigt, daß die Art der an der Chlorhaube auftretenden Korrosion in Beziehung zu dem erreichten Wert der Polarisationsspannung bei offenem Stromkreis, zwischen Haube und Anode im Betrieb gemessen, steht. Es wurde beobachtet, daß bei einem Absinken dieser Polarisationsspannung unterhalb etwa 2 V das Metall der Chlorhaube außerhalb der Chloratmosphäre und bei einem Ansteigen der Polarisationsspannung, oberhalb etwa 2,4 V die an die Chloratmosphäre angrenzende feuerfeste Auskleidung der Haube angegriffen wird. Es wurde gefunden, daß keine wesentliche Korrosion des Metalls oder der feuerfesten Auskleidung der Chlorhaube eintritt, wenn man die Chlorhaube je nach den Betriebserfordernissen so anodisch oder kathodisch schaltet, daß die Polarisationsspannung bei offenem Stromkreis zwischen Chlorhaube und Anode im Bereich von etwa 2 bis 2,4 V gehalten wird. Die Polarisationsspannung der Chlorhaube wird gemäß der Erfindung in diesem Bereich gehalten, indem man die Chlorhaube bei einem Absinken der Polarisationsspannung auf unterhalb 2 V in elektrisch leitende Verbindung mit der Kathode bringt und bei einem Ansteigen derselben auf oberhalb 2,4 V elektrisch leitend mit der Anode verbindet. In jedem Fall wird durch den Anschluß der Haube für eine ausreichende Zeit ein ausreichender Strom zugeführt, um die Polarisationsspannung wieder in den genannten Bereich zu bringen und in diesem zu halten.
  • Für die Durchführung der Erfindung geeignete Salzschmelzbäder enthalten ein oder mehrere Halogenide der Alkali- und Erdalkalimetalle. So kann man mit Vorteil die Chloride, Bromide, Jodide und Fluoride des Natriums, Kaliums und Lithiums wie auch die gleichen Halogenide des Calciums, Magnesiums, Bariums und Strontiums verwenden. Zur einfacheren Wiedergewinnung des während der Elektrolyse an der Anode freigesetzten Halogens werden im allgemeinen vorzugsweise nur die Chloride dieser Metalle verwendet. Man kann zwar mit einem einzelnen Halogenid als einzigem Badbestandteü arbeiten, aber eine Kombination dieser Halogenide wird insoweit bevorzugt, als sich solche Kombinationen gegenüber den Einzelsalzen durch verhältnismäßig niedrigere Schmelzpunkte auszeichnen. Bei Verwendung einer Kombination der genannten Halogenide ist es besonders vorteilhaft, dieselben zur Erzielung von niedrigschmelzenden Bädern in Mengenanteilen zu vermischen, die annähernd eine eutektische Zusammensetzung ergeben. Zum Beispiel kann man gute Ergebnisse mit einem eutektischen Gemisch aus 5 Molprozent Natriumchlorid, 40 Molprozent Kaliumchlorid und 55 Molprozent Lithiumchlorid erhalten, dessen Schmelzpunkt etwa 350° C beträgt. Andere für diese Zwecke geeignete eutektische Gemische sind solche aus 48,5 Molprozent Natriumehlorid und 51,5 Molprozent Calziumchlorid (Schmelzpunkt 505° C) und aus 24 Molprozent Bariumchlorid, 35 Molprozent Natriumchlorid und 41 Molprozent Kaliumehlorid (Schmelzpunkt 552° C): Wie bei allen anderen Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflußelektrolyse soll das Bad so wasserfrei wie möglich sein und aus hochreinen Salzen aufgebaut werden.
  • Die Zuführung des Titantetrachlorides erfolgt vorzugsweise direkt in das geschmolzene Bad, gegebenenfalls unter Verwendung eines Trägergases, wie Argon, und die Zelle ist zweckmäßig dicht geschlossen, um die Zellenatmosphäre lenken zu können. Die Zellenatmosphäre soll so unterteilt sein, daß die Atmosphäre oberhalb des Badteils, in den das Titantetrachlorid eingeführt wird, und die Atmosphäre oberhalb des Badteils, aus dem sich an der Kathode Chlor entwikkelt, voneinander getrennt bleiben. Diese Unterteilung wird in zweckmäßiger Weise mit einer Chlorhaube, wie einer Haube der beschriebenen Art, erreicht. Die Chlorhaube soll aus einem Material, wie feuerfesten Steinen, bestehen, das dem Angriff von Chlor und Titantetrachlorid im allgemeinen widersteht. Aus praktischen Gründen wird jedoch das feuerfeste Material gewöhnlich mit einem Metallgitter oder einer anderen Konstruktion mechanisch verstärkt, die sich in dem feuerfesten Material befindet oder dasselbe von der Rückseite stützt. Dieses Metallgitter kann mit Vorteil dazu verwendet werden, um erfindungsgemäß einen elektrischen Kontakt mit der Chlorhaube herzustellen.
  • Die Zellenelektroden sollen aus einem Material bestehen, das nicht zur Einführung von Fremdelementen in die Badschmelze führt. So hat sich eine nichtmetallische Anode, wie Graphit- oder Kohleanode, als für diesen Zweck völlig geeignet erwiesen. Zur Durchführung der Erfindung sind Kathoden aus Nickel, vorzugsweise korrosionsbeständigen Nickellegierungen, gut geeignet. Es hat sich gezeigt, daß bei der üblichen Zellentemperatur die genannten Kathodenwerkstoffe zu keinerlei nennenswerten Verunreinigungen des abgeschiedenen Titans führen und in massiver oder durchbrochener bzw. poröser Form verwendet werden können.
  • Anode und Kathode sollen in der Salzschmelze eine solche Lage zueinander haben und so in bezug aufeinander angeordnet sein, daß (a) an der Anode entwikkeltes Chlor in der Schmelze hochsteigt, ohne in denjenigen Teil der Schmelze zu gelangen, welcher an die abgewandte Kathodenfläche angrenzt, (b) der Schmelzenteil zwischen Anode und zugewandter Kathodenflache und der an die abgewandte Kathodenfläche angrenzende Schmelzenteil miteinander über eine Vielzahl von Durchlässen in Verbindung stehen und (e) der Abstand zwischen Anode und zugewandter Kathodenfläche genügend klein ist, um eine elektrolytisch herbeigeführte Erschöpfung des Titangehaltes des zwischen diesen Flächen befindlichen Schmelzenteils zu erlauben.
  • Das Erreichen dieser Bindung wird von einer Reihe von Anoden- und Kathodenanordnungen sichergestellt; mehrere solcher Anordnungen sind in den Zeichnungen der deutschen Patentschrift 1096 617 dargestellt. Eine für die Durchführung der Erfindung bevorzugte Zellenanordnung ist in der Zeichnung dargestellt, die einen Teillängsschnitt durch die Zelle zeigt.
  • Die geschlossene Zelle 1 enthält die Salzschmelze 2, in die eine zylindrische Kathode fast vollständig eintaucht. Die Abscheidungskathode weist eine zylindrische Seitenwand 3 auf, die am unteren Ende mit einem undurchlässigen Boden 4 verschlossen; aber oben offen ist. Die Seitenwand 3 ist zweckmäßig aus einem flächigen Material aufgebaut, welches in einem Zylinderbereich; der zwischen einer oberen Grenze unterhalb des Badspiegels und oberhalb des Bodens 4 liegt, ausgestanzte kleine Öffnungen 5 aufweist. Der undurchlässige Boden 4 und die oberen Seitenwandteile 6 wie auch der durchlässige Mittelteil der Kathode bestehen aus einem Blech einer korrosionsbeständigen Nickellegierung. Diese Kathode ist an Tragstäben 7 befestigt, die sich durch den Zellendeckel in die Zelle erstrecken und auf diese Weise die elektrische Verbindung einer äußeren Stromquelle mit der in der Zelle vorgesehenen Kathode ermöglichen. Die Tragstäbe sind an den Stellen, an denen sie den Zellendeckel durchsetzen, in Isoliermaterial 8 befestigt. Die Kathode umschließt auf diese Weise einen Innenteil A der Salzschmelze 2.
  • Der Anodenaufbau ist mit einer Chlorhaube 9 versehen, die sich nach unten in den von der Seitenwand 3 der Kathode gebildeten Innenraum erstreckt und unten in die Salzschmelze 2 eintaucht. Die Chlorhaube 9 ist zweckmäßig aus einem korrosionsbeständigen Metall, wie Nickel, in Form eines Hauptrahmens 10 aufgebaut, der eine mit feuerfestem Zement verbundene Innenauskleidung 11 aus Aluminiumoxydsteinen trägt. Die Haube ist am Zellendeckel mittels Isolierstücken 12 befestigt, die ferner eine Graphitanode 13 tragen, die sich in die Zelle und nach unten in das Innere der zylindrischen Kathode erstreckt. Der Zellendeckel weist einen Auslaß 14, der das Entweichen von Chlorgas von der Badoberfläche aus der Haube 9 erlaubt, und weiter eine Einlaßleitung 1.5 zur Einführung des Titantetrachlorides, allein für sich oder mit einem inerten Trägergas, wie Argon, in den unteren Teil des Hauptteils B der Salzschmelze 2 auf.
  • Bei dieser Zellenausbildung verläßt das an der Anode 13 entwickelte Chlor die Oberfläche des innerhalb der Umschließung der Chlorhaube 9 befindlichen Bades. Die Haube bildet auf diese Weise einen Raum C in der Zellenatmosphäre, der das entwickelte Chlor enthält. Der außerhalb dieses Chlorraums liegende Teil der Zellenatmosphäre, der von den Zellenwänden umgeben wird, weist einen Raum D auf, in den oder durch den das Titantetrachlorid eingeführt wird. Das Titantetrachlorid wird somit von dem Teil B des Bades absorbiert und nur in dem Badteil aufgenommen, der mit der anodenfreien Fläche der Abscheidungskathode in Kontakt steht. Der Teil A des Bades andererseits wird durch Lenkung der Elektrolysierbedingungen im wesentlichen vollständig an Titanionen erschöpft gehalten. Jegliches nicht absorbiertes Argon wird aus Raum D durch eine Auslaßleitung 16 im Zellendeckel abgezogen.
  • Zu den Elektrolysierbedingungen, welche die Aufrechterhaltung einer Titanerschöpfung im Innenteil A der Salzschmelze zwischen Anode und zugewandter Kathodenfläche sicherstellen, gehört die Anlegung einer ausreichend hohen Spannung, um das in dem Badteil A enthaltende Titanchlorid vollständig elektrolytisch zu zerlegen. Wenn der Badteil A kein Titanchlorid mehr enthält und somit im wesentlichen nur die obengenannte eutektische Badzusammensetzung aus Lithium-, Natrium- und Kaliumchlorid vorliegt, hat die Polarisationsspannung der Zelle bei einer Badbetriebstemperatur von etwa 550° C, gemessen zwischen Anode und Kathode beim Öffnen des äußeren Zellenstromkreises, eine Größenordnung von etwa 2,6 V oder mehr. Eine Polarisationsspannung unterhalb etwa 2,4 V ist ein Anzeichen dafür, daß sich im Badteil A Titanchlorid befindet. Beim Überschreiten einer oberen Grenze von etwa 3,4 V und insbesondere beim Erreichen einer Polarisationsspannung von etwa 3,5 V beginnt eine Zersetzung der nichttitanhaltigen Badkomponenten, wie der Alkalichloride. Die maximale Polarisationsspannung wird naturgemäß von der Badzusammensetzung, den Elektrodenzusammensetzungen und der Badtemperatur beeinflußt, aber im allgemeinen läßt sich sagen, daß bei den meisten Bedingungen als obere Grenze der Polarisationsspannung etwa 3,4 V zu bevorzugen sind. Die Polarisationsspannung wird in dem genannten Bereich gehalten, indem man entweder die Zellenspannung so regelt, daß der Badteil A in geeigneter Weise an Titanionen erschöpft gehalten wird, oder die Geschwindigkeit regelt, mit welcher der Zelle das Titantetrachlorid zur Aufnahme durch die Salzschmelze zugeführt wird. Eine Messung der Polarisationsspannung in Abständen von 15 Minuten reicht im allgemeinen aus, um auf etwa ein Zehntelvolt genau eine im wesentlichen gleichmäßige Polarisationsspannung aufrechterhalten zu können.
  • Die Polarisationsspannung zwischen Chlorhaube 9 und Anode 13 wird mittels der in der Zeichnung schematisch dargestellten Schaltung innerhalb des erfindungsgemäßen Bereiches gehalten. Die elektrische Leitung 17 verbindet die Chlorhaube mit einem Regelwiderstand 18, an den seinerseits ein Schalter 19 angeschlossen ist. An den Schalterpolen liegen Anode und Kathode derart, daß man den Stromkreis, einschließlich des Regelwiderstandes 18 und der Chlorhaube 9, an die Anode oder die Kathode legen kann. Zwischen der Anode und der Leitung 17 liegt ein Spannungsmesser 20, mit dem die Polarisationsspannung bei offenem Stromkreis zwischen Chlorhaube und Anode gemessen wird. Wenn die Polarisationsspannung zwischen Chlorhaube und Anode unterhalb etwa 2 V fällt, wird durch Betätigung des Schalters 19 die Haube an die Kathode gelegt und der Regelwiderstand 18 so eingestellt, daß die Haube genügend Strom erhält, um ihre Polarisationsspannung in den notwendigen Bereich zurückzuführen. Wenn die Polarisationsspannung zwischen Haube und Anode auf oberhalb etwa 2,4 V steigt, wird durch Betätigung des Schalters 19 die Haube mit der Anode verbunden und wiederum durch Einstellung des Regelwiderstandes 18 der Haube genügend Strom zugeführt, um die richtige Polarisationsspannung wiederherzustellen. Unabhängig davon, ob die Chlorhaube an der Anode oder der Kathode liegt oder von beiden elektrisch getrennt ist, wird durch Messung der Polarisationsspannung zwischen Haube und Anode in geeigneten Abständen, im allgemeinen etwa 15-Minuten-Abständen, bestimmt, ob die vorwiegende anodische oder kathodische Beeinflussung oder das Fehlen einer solchen oder ob die vorwiegende Beeinflussungsstromstärke verändert werden sollte.
  • Der erfindungsgemäß erzielbare wirksame Schutz der Chlorhaube ergibt sich aus dem folgenden Beispiel, in dem ein Zellenbetrieb bei einer Polarisationsspannung der Haube oberhalb und unterhalb des geeigneten Bereiches mit der erfindungsgemäßen Arbeitsweise verglichen ist. Es wurde eine ähnliche Zelle wie in der Zeichnung mit einem Durchmesser von 280 mm verwendet, die teilweise mit einem eutektischen Salzgemisch aus 53,2% KCI, 41,6 % Li Cl und 5,2 % Na Cl gefüllt war und von außen auf 600° C erhitzt wurde. Nach Verschluß der Zelle und Spülung mit Argon wurde unter die Oberfläche der am Katholytraum befindlichen Schmelze Ti C14 eingeführt. Gleichzeitig wurden der Zelle je Mol eingegebenes Ti C142 Faraday zugeführt. Das Ausmaß, in dem die Stromstärke (und die Beschickung) erhöht werden konnten, wurde durch periodische Messungen der Zellenpolarisationsspannung verfolgt, die auf etwa 2,6 V gehalten wurde. Als Kathode 3 diente eine zylindrische Nickelkathode von 127 mm Durchmesser mit Öffnungen 5 von 10 mm Durchmesser und als Anode 13 eine solche aus Graphit von 51 mm Durchmesser. Die Chlorhaube 9 bestand aus einem Nickelrohr von 102 mm Durchmesser und 203 mm Länge, das mit vertikalen Streifen aus feuerfestem Aluminiumoxyd von 22 mm Breite und 6 mm Dicke ausgekleidet war, die mit feuerfestem Zement festgekittet waren. In jedem Versuch erfolgte an derKathodenaußenfläche(anodenfernenKathodenfläche) eine Abscheidung von hochwertigem Titan.
  • Ein Versuch wurde 45 Stunden bei einer Zellenstromstärke von im Mittel 134A durchgeführt, ohne zu versuchen, die Haubenpolarisationsspannung (d. h. das Potential bei offenem Stromkreis zwischen Chlorhaube und Anode) zu verändern, die jedoch in Abständen mit einem Spannungsmesser bestimmt wurde. Die Polarisationsspannung der Haube betrug während der ersten 12 Stunden 1.,4 V und stieg dann rasch auf 2,5 V und während der restlichen 33 Stunden des Versuches allmählich auf 2,9 V. Am Ende des Versuches war die Aluminiumoxyd-Auskleidung auf der Höhe des Badspiegels stark gerissen und etwas Zement abgefallen. Sowohl der Zement als auch das Aluminiumoxyd waren hochalkalisch.
  • Der nächste Versuch wurde 42 Stunden bei einer Zellenstromstärke von im Mittel 139 A durchgeführt. Wiederum wurde kein Versuch gemacht, die Polarisationsspannung der Haube zu regeln, die während des gesamten Versuches im Bereich von 0,9 bis 1,3 V verbleibt. Am Ende des Versuches befanden sich Aluminiumoxyd und feuerfester Zement in einem fehlerlosen Zustand, aber in der Nickelunterlage waren auf der Höhe der Schmelze durch Korrosion tiefe Furchen entstanden. An einer Stelle unterhalb des Salzschmelzbadspiegels war ein vollständig durch das Nickel durchkorrodientes Loch von 4,8 mm Durchmesser festzustellen.
  • Ein dritter Versuch wurde 46 Stunden bei einer Stromstärke von durchschnittlich 142 A durchgeführt. Die Polarisationsspannung der Haube wurde während des gesamten Versuches unter Anwendung des erfindungsgemäßen Beeinflussungsstroms auf 2,2V gehalten. Während des größten Teils des Versuches war ein kathodischer Beeinflussungsstrom von 1 bis 10 A, in einem Zeitraum von 1/z Stunde jedoch ein Anodenstrom von 9 A erforderlich. Am Ende des Versuches befand sich die Haubenauskleidung in einem fehlerlosen Zustand, und an der Nickelunterlage war keine Korrosion festzustellen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von Titan durch Elektrolyse einer ein niederes Titanchlorid enthaltenden Halogenidschmelze unter im wesentlichen kontinuierlicher Einführung von Titantetrachlorid in das Bad, wobei das Titan vorwiegend an der anodenfernen Kathodenfläche abgeschieden, das an der Anode entwickelte Chlor in einer Chlorhaube gesammelt und aus dieser Chlorhaube ausgetragen wird, die von einer einen metallischen Leiter enthaltenden Wand mit feuerfester Auskleidung gebildet wird, die unter die Badoberfläche reicht und gegen Anode wie Kathode elektrisch isoliert ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Polarisationsspannung bei offenem Stromkreis zwischen der ausgekleideten Wand und der Anode im Bereich von 2 bis 2,4 V gehalten wird, indem bei einem Absinkender Polarisationsspannung unter 2 V die Wand elektrisch mit der Kathode und beim Ansteigen der Polarisationsspannung über 2,4 V elektrisch mit der Anode verbunden und jeweils der Wand genügend lange ein ausreichender Strom zugeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Chlorhaube von einer mit feuerfesten Steinen ausgekleideten Metallwand umschlossen wird.
DEN16884A 1958-07-01 1959-06-24 Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflusselektrolyse Pending DE1126149B (de)

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