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DE1125911B - Verfahren zur Gewinnung von reinem Acrylsaeurenitril aus einer verduennten waessrigen Acrylsaeurenitrilloesung - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von reinem Acrylsaeurenitril aus einer verduennten waessrigen Acrylsaeurenitrilloesung

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Publication number
DE1125911B
DE1125911B DED29058A DED0029058A DE1125911B DE 1125911 B DE1125911 B DE 1125911B DE D29058 A DED29058 A DE D29058A DE D0029058 A DED0029058 A DE D0029058A DE 1125911 B DE1125911 B DE 1125911B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acrylonitrile
acrolein
column
hydrogen cyanide
water
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DED29058A
Other languages
English (en)
Inventor
David James Hadley
Epsom Downs
David Gordon Stewart
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Distillers Co Yeast Ltd
Original Assignee
Distillers Co Yeast Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Distillers Co Yeast Ltd filed Critical Distillers Co Yeast Ltd
Publication of DE1125911B publication Critical patent/DE1125911B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C253/00Preparation of carboxylic acid nitriles
    • C07C253/32Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives
    • C07C253/34Separation; Purification

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von reinem Acrylsäurenitril aus einer verdünnten wäßrigen Acryls äurenitriilösung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von reinem Acrylsäurenitril aus einer verdünnten wäßrigen Acrylsäurenitrillösung, die Cyanwasserstoff und Acrolein als Verunreinigungen enthält.
  • Die Herstellung von Acrylsäurenitril durch Umsetzung von Acrolein bei erhöhten Temperaturen im Dampfzustand mit Ammoniak und molekularem Sauerstoff in Gegenwart eines Katalysators ist bekannt. Bei derartigen Umsetzungen wird das rohe ungesättigte Nitril üblicherweise in der Form einer Lösung gewonnen, indem man die gasförmigen Reaktionsprodukte, vorzugsweise nach dem Neutralisieren des nicht umgesetzten Ammoniaks, mit einem geeigneten Lösungsmittel, z. B. Wasser, wäscht. Die dadurch erhaltene rohe Nitrillösung enthält auch veränderliche Mengen des nicht umgesetzten Acroleins und Cyanwasserstoffs. Bei anderen Verfahren zur Herstellung von Acrylsäurenitril wird als Ausgangsstoff Acetylen oder Acetaldehyd verwendet, und auch bei diesen Verfahren wird ein rohes Nitril erhalten, das wechselnde Mengen an Aldehyd, besonders Acetaldehyd, und an Cyanwasserstoff enthält.
  • Bisher war es nicht ohne weiteres möglich, diese Verunreinigungen einfach durch fraktionierte Destillation vollständig aus dem Acrylsäurenitril zu entfernen, obgleich die Siedepunkte der verschiedenen Bestandteile des Rohnitrils sehr stark voneinander abweichen. Diese schwierige Reinigung von rohem Acrylsäurenitril durch übliche Destillation besteht darin, daß sich der im rohen Acrylsäurenitril als Verunreinigung vorhandene Aldehyd mit dem ebenfalls als Verunreinigung vorhandenen Cyanwasserstoff zu unbeständigen hochsiedenden Kondensationsprodukten vereinigt, die sich dann bei der Destillation des Acrylsäurenitrils wieder zu Cyanwasserstoff und Aldehyd zersetzen und in das Destillat gehen.
  • Zur Reinigung von rohen wäßrigen Acrylsäurenitrillösungen, die durch Umsetzen von Acetylen oder Acetaldehyd mit Cyanwasserstoff erhalten werden und die als Verunreinigung außer Cyanwasserstoff noch Acetaldehyd enthalten, sind bereits eine Anzahl Destillationsverfahren entwickelt worden (vgl. die USA.-Patentschriften 2672434 und 2 672 435, die britische Patentschrift 743 306 und die kanadische Patentschrift 484453).
  • Weitere, aber in anderer Weise arbeitende Verfahren sind in FIAT FINAL REPORT, Nr. 1125, S. 9/10, in den USA.-Patentschriften 2684 978, 2555798, 2772304, 2653966, 2351157 und 2 684979 sowie in den deutschen Patentschriften 850 888 und 927927 beschrieben.
  • Die Erfindung befaßt sich nun mit der Reinigung von rohen, verdünnten wäßrigen Acrylsäurenitrillösungen, die durch Umsetzen von Acrolein mit Ammoniak und molekularem Sauerstoff in Gegenwart von Katalysatoren erhalten wurden und die Acrolein und Cyanwasserstoff als Verunreinigungen enthalten. Für derartige Acrylsäurenitrillösungen sind aber die bisher bekanntgewordenen Reinigungsverfahren nicht brauchbar, da sie kein so reines Acrylsäurenitril liefern, wie es zur Herstellung von einwandfreien Acrylsäurenitrilpolymeren erforderlich ist.
  • Es sind allerdings auch schon Verfahren bekannt, die sich mit der Reinigung von Acrylsäurenitril befassen, das Acrolein und Cyanwasserstoff als Verunreinigungen enthält. Nach dem Verfahren der britischen Patentschrift 719635 wird das Acrolein durch Umsetzen mit dem Cyanwasserstoff in Gegenwart von Alkaliverbindungen in ein Kondensationsprodukt umgewandelt, das vor der Destillation des Acrylsäurenitrils entfernt wird. Auch bei diesem Verfahren bleiben noch Spuren der Verunreinigungen im Acrylsäurenitril zurück, so daß dieses Verfahren nicht völlig befriedigt. Ferner beschreibt die britische Patent- schrift 762205 ein Verfahren, nach welchem versucht wird, das Acrylsäurenitril mit Alkalisuffiten zu reinigen. Auch dieses Verfahren hat Nachteile und ergibt kein völlig reines Nitril.
  • Ein weiteres, in der französischen Patentschrift in29374 (entspricht der deutschen Auslegeschrift 1 068 und der britischen Patentschrift 773 084) beschriebenes Verfahren befaßt sich mit der extraktiven Destillation mit Wasser. Nach keinem dieser Verfahren wird jedoch ein so reines Acrylsäurenitril erhalten, daß es zur Herstellung einwandfreier Acrylsäurenitrilpolymerer geeignet ist.
  • Es wurde nun gefunden, daß verdünnte wäßrige Acrylsäurenitrillösungen, die Acrolein und Cyanwasserstoff als Verunreinigungen enthalten, einwandfrei gereinigt werden können, indem man die Lösung in einer Kolonne destilliert, am Kopf dieser Kolonne eine aus Acrylsäurenitril und Wasser bestehende azeotrope Mischung und Cyanwasserstoff und Acrolein enthaltende Fraktion abzieht, und diese Fraktion, ohne sie zu verflüssigen, als Dampf in die Mitte einer zweiten Destillierkolonne leitet, in der vorteilhaft ein Vakuum aufrechterhalten wird, und daß man am Kopf dieser Kolonne den Cyanwasserstoff mit einer kleinen Menge Acrolein als Fraktion entfernt, das Acrylsäurenitril am Boden abzieht und die nach dem Abtrennen der wäßrigen Schicht noch das restliche Acrolein enthaltende ölige Schicht destilliert. Es wurde nämlich gefunden, wenn die am Kopf der Kolonne abgezogene Fraktion aus Acrylsäurenitril und Wasser unmittelbar der zweiten Destilliervorrichtung als Dampf zugeführt wird, daß dann nur unbedeutende Mengen Kondensationsprodukt aus Cyanwasserstoff und Acrolein gebildet werden, obwohl beide in dieser Destilliervorrichtung in flüssiger Form vorhanden sind.
  • Das Verfahren wird vorzugsweise zur Abtrennung des Cyanwasserstoffes aus solchem Acrylsäurenitril verwendet, das durch Umsetzen von Acrolein mit Ammoniak und molekularem Sauerstoff im Dampfzustand bei erhöhter Temperatur in Gegenwart eines Katalysators gewonnen wurde. Das Acrylsäurenitril wird vorteilhaft aus den Reaktionsgasen gewonnen, indem man diese zuerst zur Entfernung des nicht umgesetzten Ammoniaks mit verdünnter Säure und dann mit Wasser das Acrylsäurenitril auswäscht. Da sich in der verdünnten Säurelösung auch etwas Acrylsäurenitril löst, wird diese saure Lösung vorzugsweise zu der erhaltenen wäßrigen Acrylsäurelösung gegeben. Diese verdünnte wäßrige Acrylsäurenitrillösung, die auch wechselnde Mengen Acrolein und Cyanwasserstoff enthält, wird nach dem Verfahren der Erfindung aufgearbeitet.
  • Diese verdünnte wäßrige Acrylsäurenitrillösung wird in einer Kolonne destilliert, wodurch das Acrylsäurenitril zusammen mit dem Acrolein und Cyanwasserstoff und einer geringen Menge Wasser am Kopf abgezogen wird, während der größere Teil des Wassers am Boden der Kolonne entfernt wird. Die am Kopf der Kolonne abgezogene azeotrope Mischung aus Acrylsäurenitril und Wasser enthält etwa 12o Wasser. Da die am Kopf der ersten Kolonne abgezogene Fraktion ohne Verflüssigung der zweiten Kolonne zugeführt wird, wird am Kopf der ersten Kolonne ein Dampfteiler vorgesehen, damit ein Teil der oben abgezogenen Fraktion verflüssigt und als Rückfluß der Kolonne wieder zugeführt werden kann.
  • Die aus der ersten Kolonne oben abgezogene Fraktion wird in Dampfform in die zweite, kontinuierlich arbeitende Kolonne eingeleitet, in welcher der Cyanwasserstoff zusammen mit einer kleinen Menge Acrolein am Kopf als Fraktion entfernt wird, während das Acrylsäurenitril, das noch Acrolein und Wasser enthält, aber frei von Cyanwasserstoff und Kondensationsprodukten ist, am Boden entfernt wird.
  • Die zweite Kolonne wird zweckmäßig unter vermindertem Druck betrieben. Das am Boden der zweiten Kolonne abgezogene Acrylsäurenitril trennt sich in zwei Schichten, von denen die untere, wäßrige Schicht, die etwas Acrylsäurenitril gelöst enthält, zweckmäßig in die erste Kolonne zurückgeführt wird, während aus der oberen, öligen Schicht durch Destillation reines Acrylsäurenitril gewonnen wird.
  • Um die Polymerisation des Acroleins und des Acrylsäurenitrils während der beiden Destillationen zu verhindern, werden diese Destillationen zweckmäßig in Gegenwart eines üblichen Polymerisationsverhinderers, wie Hydrochinon, Pyrogallol, Tertiärbutylbrenzkatechin, durchgeführt. Die Anwesenheit des Verhinderers in der zweiten Destillationskolonne ist besonders erwünscht. Man verwendet z. B. etwa 1 Teil Pyrogallol in Form einer wäßrigen Lösung auf je 1000 Teile verdünnte wäßrige Acrylsäurenitrillösung.
  • Die bisher bekanntgewordenen Reinigungsverfahren für verdünnte wäßrige, rohe Acrylsäurenitrillösungen, die Acrolein und Cyanwasserstoff als Verunreinigungen enthalten, sind deswegen nicht brauchbar, weil sich das Acrolein und der Cyanwasserstoff in der diese Verunreinigungen enthaltenden Flüssigkeit miteinander zu einer unbeständigen, hochsiedenden Verbindung, nämlich dem Acroleincyanhydrin, vereinigen, wenn die verdünnte wäßrige Acrylsäurenitrillösung eingeengt wird.
  • Wird dann das rohe eingeengte Acrylsäurenitril fraktioniert destilliert, so zersetzt sich das Cyanhydrin langsam in der Kolonne zu Cyanwasserstoff und Acrolein, und beide gelangen auf diese Weise wieder in das Destillat. Das Acroleincyanhydrin ist in den wäßrigen Waschflüssigkeiten, die beim Auswaschen der bei der katalytischen Oxydation erhaltenen Reaktionsgase gewonnen werden, als solches zwar nicht enthalten, da es sich in verdünnten wäßrigen Lösungen nicht bildet. Wird jedoch eine derartige verdünnte wäßrige Lösung durch Destillation eingeengt, um am Kopf der Kolonne eine azeotrope Mischung aus Acrylsäurenitril und Wasser in der Form einer konzentrierten öligen Schicht zu entfernen, so bildet sich das Cyanhydrin sehr schnell im Destillat, selbst wenn die ölige Schicht sofort der zweiten Destillationskolonne zugeführt wird.
  • Bei der Verarbeitung von Acrylsäurenitrillösungen, die Acetaldehyd und Cyanwasserstoff als Verunreinigungen enthalten, treten zwar ähnliche Schwierigkeiten auf, da sich auch hier der Acetaldehyd und der Cyanwasserstoff miteinander verbinden und das hochsiedende Milchsäurenitril bilden. Diese Kondensation verläuft jedoch nicht so schnell wie die Bildung des Acroleincyanhydrins. Aus diesem Grunde läßt sich daher auch Acrylsäurenitril, das Acetaldehyd und Cyanwasserstoff enthält, viel leichter reinigen als Acrylsäurenitril, in dem Acrolein und Cyanwasserstoff enthalten sind, weil das Milchsäurenitril viel beständiger ist als das Acroleincyanhydrin und daher am Boden der Kolonne abgezogen werden kann.
  • Die Geschwindigkeit der Bildung des Cyanhydrins geht aus dem folgenden Versuch hervor, bei welchem sich in einem Gemisch aus 82,3 0/o Acrylsäurenitril, 7,80/0 Acrolein und 9,9elf Cyanwasserstoff bereits nach 15 Minuten etwa 25 ovo des Acroleins und Cyanwasserstoffes miteinander zum Cyanhydrin und nach 45 Minuten schon etwa 60<)/o miteinander vereinigt hatten. Infolge dieser schnellen Bildung kann die am Kopf der ersten Kolonne abgezogene Fraktion nicht verflüssigt werden, ohne daß eine gewisse Cyanhydrinbildung erfolgt.
  • Wurde, wie der folgende Versuch zeigt, ein mit Acrolein und Cyanwasserstoff verunreinigtes Acrylsäurenitril lediglich fraktioniert destilliert, so wird auf diese Weise kein reines Acrylsäurenitril erhalten.
  • Eine verdünnte wäßrige Lösung von Acrylsäurenitril, die auch Cyanwasserstoff und Acrolein enthielt, wurde fortlaufend in einer Fraktionierkolonne destilliert. Das Acrylsäurenitril wurde am Kopf der Kolonne entfernt, während das Wasser als Rückstand zurückblieb. Das Destillat trennte sich beim Abkühlen in zwei Schichten. Die obere, ölige Schicht wurde fortlaufend entfernt, während eine untere Schicht der Kolonne als Rückfluß wieder zugeführt wurde. In der Ausgangslösung vorhandenes Acrolein und vorhandener Cyanwasserstoff wurden in der Acrylsäurenitrilschicht wieder gefunden.
  • Auf diese Weise wurde eine Ölfraktion erhalten, die aus 82,5 0/o Acrylsäurenitril, 5,50/0 Cyanwasserstoff und 4,30/0 Acrolein und dem Rest Wasser bestand.
  • Dieses Ö1 wurde in den Kolben einer ansatzweise arbeitenden Destillationsvorrichtung gegeben, die aus einer etwa 1,85 m hohen Kolonne bestand, die mit rostfreien, etwa 0,3 cm großen Netzspiralen gefüllt und mit einem Dampfverteiler und Rückflußaufsatz ausgestattet war. Es wurde eine Anzahl Fraktionen aufgefangen, und diese wurden mit Benzylmercaptan, Bromid-Bromat und Hydroxylamin und Silbernitrat geprüft.
  • Es wurden folgende Ausbeuten aus 376,9 g Öl erhalten:
    Fraktion 7 | Siedepunkt am Kopf Klbtt Gewichts- Gewichtsprozent Gewichts-
    den der Kolonne oenemperaur prozent Acrylsäure- prozent
    g 0 0 Blausäure nitril Acrolein
    1 9,8 26 bis 30 73 bis 79 100
    2 0,9 34 bis 52 79bis81 100
    3 6,0 52 bis 71 81 22,6 63,6 3,7
    4 (öl) 54,7 71 81 bis 82 1,3 89,6 1,7
    4 (Wasser) 5,8 71 81 bis 82 0,5
    5 (öl) 107,7 71 bis 73 82 bis 88 1,56 88,2 2,9
    5 (Wasser) 8,9 71 bis 73 82 bis 88 0,40
    6 32,5 60 bis 71 86 bis 89 7,76 70,0 15,5
    7 11,0 72 bis 74 83 9,3 60,7 7,6
    8 (öl) 128,7 70 bis 72 - 1,87 87,4 4,3
    8 (Wasser) 13,0 70 bis 72 - 0,002 0,49
    9 (öl) 4,2 72 bis 100 - 1,9 41,7 3,8
    9 (Wasser) 7,4 72 bis 100 - 0,55
    Rückstand 6,7
    Die Fraktionen 4, 5, 8 und 9 trennten sich in zwei Schichten, nämlich in eine ölschicht und eine wäßrige Schicht, die getrennt und für sich untersucht wurden.
  • Wie aus der Tabelle hervorgeht, verlief die Destillation normal bis zu der Fraktion, die 88,20/0 Acrylsäurenitril, 1,560/0 Cyanwasserstoff und 2,90/o Acrolein enthielt. Hierauf erfolgte jedoch ein Abfall in der Kolben- und Kopftemperatur, und die Fraktion 6 enthielt 7,70/0 Cyanwasserstoff und 15,5 0/o Acrolein.
  • Die folgenden Fraktionen waren alle durch Cyanwasserstoff und Acrolein verunreinigt, was auf die Anwesenheit von Acroleincyanhydrin zurückzuführen ist, das sich bei etwa 880 C zersetzt.
  • Bei einer Wiederholung dieser Destillation unter verringertem Druck bei 200 mm Quecksilber, bei welchem der Siedepunkt des Acrylsäurenitrils bei etwa 400 C liegt, wurde ein ähnliches Ergebnis erhalten. Auch hier waren alle Fraktionen durch Acrolein und Cyanwasserstoff verunreinigt.
  • Die Zeichnung veranschaulicht eine Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung.
  • Nach der Zeichnung wird eine verdünnte wäßrige Acrylsäurenitrillösung, die als Verunreinigungen Acrolein und Cyanwasserstoff enthält, durch die Leitung 1 in die Destillierkolonne 2 eingeführt. Am Boden der Kolonne 2 wird Wasser und am Kopf der Kolonne Acrylsäurenitril als azeotrope Mischung mit Wasser abgezogen. Die Kolonne 2 ist mit einem Dampfteiler 3 und einem Kühler 4 versehen. Durch den Dampfteiler3 wird ein Teil der am Kopf der Kolonne übergehenden Dämpfe abgezweigt, der in dem Kühler 4 verflüssigt und als Rückfluß in die Kolonne 2 zurückgeführt wird. Der übrige Teil des Dampfes wird durch die Leitung 5 in die kontinuierlich arbeitende Kolonne 6 geleitet, in welcher der Cyanwasserstoff zusammen mit einem kleinen Teil des Acroleins als Fraktion am Kopf entfernt und das Acrylsäurenitril, das noch Acrolein und Wasser enthält, aber frei von Cyanwasserstoff und Kondensationsprodukten ist, am Boden abgezogen und durch die Leitung 7 in das Trenngefäß 8 geleitet wird. Im Trenngefäß 8 bilden sich zwei Schichten, von denen die untere, wäßrige Schicht durch die Leitung9 in die Kolonne 2 zurückgeführt wird. Die obere Acrylsäurenitrilschicht, die Acrolein und Wasser, jedoch keinen Cyanwasserstoff enthält, wird anschließend destilliert.
  • Das Beispiel erläutert das Verfahren der Erfindung.
  • Beispiel Eine Mischung aus Acrolein, Ammoniak und Luft wurde zur Herstellung von Acrylsäurenitril im Dampfzustand über Molybdänoxyd als Katalysator geleitet. Das entstandene Reaktionsgas, das Acrylsäurenitril, Acrolein und Cyanwasserstoff im Molverhältnis 6 : 1: 1 enthält, wurde zur Entfernung des Ammoniaks mit verdünnter Schwefelsäure und dann mit Wasser gewaschen, so daß eine wäßrige Lösung erhalten wurde, die 0,3 Gewichtsprozent Acrylsäure nitrit enthielt. Beide Waschwässer wurden vereinigt und bei einer Temperatur von etwa 800 C in eine Destillationskolonne mit etwa dreißig theoretischen Böden gegeben, an deren Kopf eine azeotrope Mischung aus Acrylsäurenitril und Wasser abgezogen, während das Wasser am Boden entfernt wurde.
  • Am Kopf der Kolonne wurde durch einen sogenannten »Fingerkühler« ein Rückfluß erzeugt, und dessen Temperatur und die Siedegeschwindigkeit wurden so geregelt, daß die Temperatur am Kopf der Vorrichtung 650 C betrug. Das azeotrope Gemisch aus Acrylsäurenitril und Wasser, das 74°lo Acrylsäurenitril, 3,8 °/o Cyanwasserstoff, 8,8 0/o Acrolein und als Rest Wasser enthielt, wurde ohne Ablciihlung als Dampf in eine zweite Destillierkolonne mit etwa fünfzig theoretischen Böden geleitet, wobei das Rückfinßverhältnis 10 : 1 und die Temperatur am Kopf der Vorrichtung 480 C betrug. In diese Kolonne wurde auf je 1000 Teile Dampfmenge etwa 1 Teil Pyrogallol als wäßrige Lösung und Polymerisationsverzögerer gegeben.
  • In dieser Kolonne wurde der Cyanwasserstoff zusammen mit einer kleinen Menge Acrolein am Kopf und das Acrylsäurenitril, das der gesamten eingesetzten Menge entspricht und 4°/o Acrolein und Acroleincyanhydrin, entsprechend etwa 0,1eo Cyanwasserstoff, jedoch keinen freien Cyanwasserstoff enthielt, am Boden abgezogen und in ein Trenugefäß geleitet, in welchem sich zwei Schichten bildeten.
  • Die obere Acrylsäurenitrilschicht, die 4,6 0/o Acrolein, 2,20/0 Wasser, jedoch nur Spuren Acroleincyanhydrin enthielt, wurde entfernt und durch Destillation auf reines Acrylsäurenitril aufgearbeitet. Die wäßrige Schicht, die geringe Mengen gelöstes Acrylsäurenitril enthielt, wurde in die erste Destillierkolonne zurückgeführt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von reinem Acrylsäurenitril aus einer verdünnten wäßrigen Acrylsäurenitrillösung, die Cyanwasserstoff und Acrolein als Verunreinigungen enthält, dadurch gekennzeichnet, daß man diese Lösung in einer De stillierkolonne destilliert, am Kopf der Kolonne eine azeotrope Mischung aus Acrylsäurenitril und Wasser, die noch Cyanwasserstoff und Acrolein enthält und das restliche Wasser am Boden der Kolonne abzieht, die azeotrope Michung, ohne sie abzukühlen oder zu verflüssigen, etwa in die Mitte einer zweiten, vorzugsweise unter vermindertem Druck arbeitenden Destillierkolonne leitet, in dieser den Cyanwasserstoff zusammen mit einer kleinen Menge Acrolein am Kopf als Fraktion entfernt, das Acrylsäurenitril zusammen mit dem restlichen Acrolein und kleinen Mengen Wasser am Boden der Kolonne abzieht, diese Fraktion in einem Trenngefäß in zwei Schichten trennt, aus der oberen, öligen, das Acrylsäurenitril und das restliche Acrolein enthaltenden Schicht das Acrylsäurenitril durch Destillation gewinnt und die untere, etwas gelöstes Acrylsäurenitril enthaltende wäßrige Schicht in die erste Destillationskolonne zurückführt.
    In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 927 927, 850 888; deutsche Auslegeschrift Nr. 1 068; britische Patentsohriften Nr. 719 635, 743 306, 762205; USA.-Patentschriften Nr. 2351 157, 2555 798, 2653 966, 2672434, 2 672 435, 2 772 304, 2 684 978, 2684979; kanadische Patentschrift Nr. 484 453; französische Patentschrift Nr. 1 013 672; FIAT FINAL REPORT, Nr. 1125, S. 9/10.
DED29058A 1957-10-10 1958-10-01 Verfahren zur Gewinnung von reinem Acrylsaeurenitril aus einer verduennten waessrigen Acrylsaeurenitrilloesung Pending DE1125911B (de)

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