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Austragsregler für Setzmaschinen Die Erfindung bezieht sich auf Setzmaschinen
für Kohle oder andere körnige Stoffe, bei welchen eine pulsierende bzw. auf- und
abwallende Wasserströmung durch einen Rost hindurch verursacht und oberhalb dessen
eine Wasserströmung aufrechterhalten wird, welche leichtere Teilchen des Stoffes
bzw. der Kohle enthält, wodurch ein Bett bzw. eine Ansammlung von Bergen auf dem
Rost entsteht.
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Hauptzweck der Erfindung sind Einrichtungen, welche Änderungen der
Betthöhe anzeigen und gegebenenfalls steuern oder regeln.
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Dieser wird erfindungsgemäß in erster Linie durch ein in unmittelbarer
Verbindung mit dem Setzfaß stehendes Rohr erreicht, in welchem die Setzimpulse als
eine Art Luftpumpe wirken, mittels welcher Luft durch ein Ventil hindurch eingesaugt
und Luft durch ein anderes Ventil und eine Austragsleitung hindurch ausgestoßen
wird, derart, daß durch zu- oder abnehmende Höhe des Bergebettes jeweils ein größerer
oder kleinerer Kolbenhub und somit jeweils ein stärkerer oder schwächerer Luftdruck
in der Rohrleitung entsteht, wobei durch diesen Luftdruck eine durch Druck zu betätigende
Steuereinrichtung zur Erhöhung oder Verringerung des Ausmaßes der Setzgutaustragung
betätigt wird.
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Die Erfindung soll nunmehr beispielsweise an Hand der Zeichnung ausführlich
beschrieben werden, und zwar zeigt Fig. 1 eine schaubildliche Darstellung der vollständigen
Anlage, während Fig. 2 eine Teilabbildung dieser Anlage wiedergibt. Die in Fig.l
dargestellte Baumsche Setzmaschine besteht aus einem im wesentlichen U-förmigen
Gehäuseteil 1, der in zwei Teile 2 und 3 von einem herabhängenden Wehr bzw. einer
Trennwand 4 unterteilt ist. Der Gehäuseteil 2 ist oben geschlossen, wohingegen
der Teil 3, der eine gelochte Platte oder einen Rost 5 aufnimmt, nach außen offen
ist. Im Gehäuse wird das Wasser durch den Rost 5 hindurch zum Auf- und Abwärtsströmen
gebracht, und zwar durch einen vom geschlossenen Teil 2 in bekannter Weise periodisch
hervorgerufenen und wieder zum Verschwinden gebrachten Luftdruck, während eine Wasserströmung,
welche Kohleteilchen 6 und die Berge 7 enthält, über dem Rost 5 erzeugt wird. Die
pulsierende oder auf- und abwallende Wasserströmung bewirkt auf dem Rost 5 die Bildung
eines Bettes oder einer Ansammlung von Bergen, die von einem Becherwerk oder einer
Fördereinrichtung in bekannter Weise fortgebracht wird.
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Ein senkrechtes Rohr 8 steht mit dem Raum unter dem Rost 5 in Verbindung
und mündet oberhalb des mittleren Wasserspiegels in der Setzmaschine. Das obere
Ende des Rohres 8 ist geschlossen und ist über ein Rohr 22 und ein Rückschlag- oder
Einweg-Einlaßventil 9 mit der Außenluft und über ein Rückschlag-Einweg-Auslaßventil
10 mit einer Ab- oder Auslaßleitung verbunden. Diese Ventile können, selbsttätig
oder mechanisch betätigt, in Phasenübereinstimmung mit dem Pulsieren oder Auf- und
Abwallen in der Setzmaschine arbeiten.
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Ein Luftaustritts- oder »Schnüffel«-Ventil 12 ist in der Ablaßleitung
11 angeordnet und kann ein Fein-Regelventil oder eine festliegende Öffnung oder
ein Rohr aufweisen.
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Die Ableitung 11 ist mit einem Druckmesser 23 und einem Rohr 24 verbunden,
das aufwärts in das Innere eines zylindrischen Gefäßes 13 hineinragt, dessen oberes
Ende geschlossen ist und das teilweise in öl eintaucht, welches in einem
äußeren Gefäß 14 enthalten ist. Das Öl befindet sich im ringförmigen Hohlraum
zwischen den beiden Gefäßen und im Inneren des Gefäßes 13, welches in seinem Hohlraum
zwischen der Öloberfläche und seinem geschlossenen oberen Ende Luft enthält. Infolge
dieses Luftdruckes oder Luftpolsters ist der Ölspiegel im Gefäß 13 in der Regel
niedriger als der ölspiegel außerhalb dieses Gefäßes. Das Gefäß 13 ist für im wesentlichen
senkrechte Bewegung eingerichtet, so daß es bei Luftdruckanstieg bestrebt ist, sich
zu heben, wodurch jede Folgebewegung die Betätigung der Bergeförderer-Steuerung
bewirkt, beispielsweise durch Bewegung einer senkrechten, mit dem geschlossenen
Oberteil des Gefäßes verbundenen Schaltstange 15. Die Stange 15 bewirkt die Regelung
der Berge-Fördergeschwindigkeit in geeigneter
Art und Weise. Beispielsweise
kann durch die Stangenbewegung der Widerstand eines elektrischen Stromkreises geändert
werden, so daß die von einem Schütz oder Relais übertragene Stromänderung ein Zahnrad-Zahnstangensystem
betätigt, das zum Bewegen des üblichen Tores oder Verschlusses der Berge-Fördervorrichtung
17 zwecks Änderung der Berge-Fördergeschwindigkeit -dient: -Wählweise kann durch
die Stangenbewegung auch ein Elektro= oder Druckluftmotor gesteuert werden, welcher
das Tor oder den Verschluß-in der entsprechenden Richtung bewegt. Der Druck, -bei
dem sich das Gefäß zu heben-beginnt, kann durch Gewichtsveränderung des Gefäßes
geregelt werden. Zu diesem Zweck können abnehmbare Gewichte 16, beispielsweise rund
um die Schaltstange 15, angeordnet werden.
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Die Anlage arbeitet folgendermaßen: Wenn der Teil t der Setzmaschine
unter Druck gesetzt wird, wallt das Wasser im Teil 3 und im Rohr 8 auf; bei hohem
Strömungswiderstand infolge hoher Bergeablagerung (d. h. wenn die Bergetiefe bzw.
-höhe groß ist) ist diese Aufwallung stärker als bei geringerem Strömungswiderstand.
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Die Wassersäule im Rohr 8 stellt einen Wasserkolben dar und
vollführt pulsierende Bewegungen, und zwar zugleich mit den Bewegungen oder Wallungen
in dem Setzfaß, wobei die Größe der Bewegungen von der Stärke der Bergeablagerung
7 abhängt. Jede abwärts führende Bewegung des Wasserkolbens zieht Luft durch das
Ventil 9 von außen ein, während jede aufwärts gerichtete Bewegung Luft durch das
Ventil 10 in die Ablaßleitung 11 hineinfördert.
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Wenn das Berge-Ablagerungsbett 7 zu hoch wird, vergrößern sich
der Strömungswiderstand und der Luftdruck; das Gefäß 13 und die Schaltstange 15
bewegen sich aufwärts und betätigen die Berge-Steuerung zwecks schnellerer Entfernung
der Berge. Wenn dagegen die Berge-Ablagerung zu gering ist, kehrt sich die Arbeitsweise
um. Zur gleichen Zeit zeigt der Druckmesser 23 die Luftdruckänderungen an.
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Wenn aus der Ablaßleitung 11 keine Luft entweichen würde, würde die
Wirkung des Wasserkolbens in Verbindung mit den Rückschlag- oder Einweg-Ventilen
9 und 10 die Folge haben, daß ein nie absinkendes Druckmaximum entstehen
würde. Es ist eine der Aufgaben des Luftaustrittsventils 12, einem solchen Vorgang
entgegenzuwirken, und zwar durch ein allmähliches Entweichen der gepumpten Luft,
so daß der Druck in der Ableitung 11 abfällt, sobald die Bewegung des Wasserkolbens
nachläßt (d. h. wenn die Höhe der Bergeablagerung und damit der Strömungswiderstand
sich verringert).
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Eine weitere Aufgabe des Luftaustrittsventils 12 besteht darin, eine
Einstellung im Bereich des in der Ableitung 11 hervorgerufenen Steuer- oder
Regeldrukkes zu ermöglichen, um die Berge-Fördersteuerung den jeweiligen Betriebsbedingungen
der erfindungsgemäßen Einrichtung anpassen zu können.
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Noch eine weitere Aufgabe des Luftaustrittsventils 12 besteht darin,
eine Beschränkung des Anzeige- und Steuerdruck-Arbeitsbereiches zu ermöglichen,
und zwar um dadurch die Auswirkung zufälliger Luftverluste zu vermindern und um
den räumlichen Pumpeffekt des Wasserkolbens in Vergleich zu dem Druckeffekt stärker
zur Wirkung zu bringen.
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Fig. 2 stellt die Anordnung der Gefäße 13 und 14 im einzelnen dar.
Zwecks Beschränkung der Pulsier-oder Pendelbewegung des Gefäßes 13, welches dazu
neigt, der unterbrochenen oder absatzweiser< Luftabgabe der Pumpe zu folgen,
können diese Bewegungen durch Hemmung der Ölströmung zwischen dem inneren und dem
äußeren Gefäß 13 bzw. 14 gedämpft werden. Dies kann beispielsweise durch Verschließen
des Bodens vom Gefäß 13 bis auf einen schmalen, ringförmigen Spalt 20 erreicht
werden. Weitere öffnungen für den öldurchlauf können entweder im geschlossenen Boden
des inneren Gefäßes oder, wie bei 21 angedeutet, in seinen Seitenwänden vorgesehen
werden. In letzterem Fall weiden die Öffnungen 21
vorzugsweise nahe dem Boden
von Gefäß 13 angeordnet, um das Entweichen von Luft zu ermöglichen, wenn der innere
Luftdruck den Druck des vorhandenen Ölstandes übersteigt. Eine weitere Dämpfungsregelung
kann bei Bedarf durch Anordnung eines oder mehrerer kreisförmiger (nicht dargestellter)
Ringe im ringförmigen Raum zwischen den Gefäßen 13 und 14
vorgesehen
werden. Alle diese Ringe können entweder mit dem inneren oder äußeren Gefäß verbunden
sein. Die Schalt- oder Steuerstange 15 wird von den Führungen 50 geführt.
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Der Druckbereich und/oder der Rauminhalt der von der Pumpe abgegebenen
Luftkann sich entsprechend der besonderen Anwendungsform der Erfindung ändern. Bei
einer Alternativform der Erfindung können Vorkehrungen für die Regelung sowohl des
Druckes als auch des Rauminhaltes der abgegebenen Luft getroffen werden. In diesem
Falle wird eine Einrichtung für die Schlagdämpfung oder -begrenzung der auf- und
abwallendenWassersäule, die denWasserkolben der Luftpumpe bildet, vorgesehen. Diese
Einrichtung kann aus einer Lochplatte im Rohr 8 bestehen.