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Hydraulischer Antrieb für Strippvorrichtungen, Blockzangen od. dgl.
Die Erfindung betrifft einen hydraulischen Antrieb für Strippvorrichtungen, Blockzangen
od. dgl. mit einem von einer motorisch angetriebenen Hochdruckpumpe und einem Akkumulator
unter Anwendung von Steuerorganen gespeisten Zylinder-Kolben-System als Zangen-
bzw. Stripperstempelbetätigungsorgan.
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Beim Ausdrücken der Blöcke aus den Kokillen und zum Fassen und Halten
der Blöcke sind große Druck-bzw. Zangenkräfte notwendig. Dabei wird angestrebt,
die Leerlaufbewegung des Stripperstempels bzw. die Schließ- und öffnungsbewegung
der Zange so schnell wie möglich auszuführen. Der hydraulische Antrieb ist bekanntlich
hierfür bevorzugt, weil er antriebstechnische und steuertechnische Vorteile bietet.
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Bei einem bekannten, aus einem oberhalb des Stripperstempels angeordneten
Zylinder und einem Druckerzeuger bestehenden hydraulischen Antrieb für Strippvorrichtungen
sind zwei Pumpen für die Bewegung des Stripperstempels angeordnet, wobei die eine
für die Förderung großer Flüssigkeitsmengen bei niedrigem Druck und die andere für
die Förderung kleiner Flüssigkeitsmengen bei hohem Druck ausgelegt ist und von denen
die letztgenannte beim eiggentlichen Strippvorgang zur Wirkung kommt, während für
den Leerlauf des Stripperstempels die von beiden Pumpen erzeugte Flüssigkeitsmenge
nutzbar gemacht wird. Dieser bekannte Antrieb erfordert eine Vielzahl Steuerorgane
für das hydraulische Arbeitsmittel und ist, da er noch eine weitere Pumpe für das
Spül- und Steueröl benötigt, sehr aufwendig und dadurch teuer. Mangelhaft
ist bei ihm besonders, daß die Hochdruckpumpe, die ein kostspieliges Gerät darstellt,
auch bei Leerlauf des Strippe:rstempels arbeitet, wodurch ihre Lebensdauer erheblich
vermindert wird.
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Um den Verschleiß der teueren Hochdruckpumpe herabzusetzen, ist vorgeschlagen
worden, an die Druckleitung der Niederdruckpumpe eine Einrichtung anzuschließen,
durch welche die Hochdruckpumpe nur dann eingeschaltet wird, wenn der Arbeitsmitteldruck,
den die Niederdruckpumpe bei der Leerlaufbewegung des Stripperstempels erzeugt,
überschritten wird. Durch diese Maßnahme schont man zwar die teuere Hochdruckpumpe,
das hydraulische System wird aber davon noch umfangreicher und komplizierter.
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Die Erfindung weist einen anderen Weg für den hydraulischen Antrieb
von Strippvorrichtungen, Blockzangen od. dgl., bei dem die Leerlaufbewegung des
Stripperstempels bzw. das Schließen und öffnen der Zange mit großer Geschwindigkeit,
das Ausdrücken des Blockes aus der Kokille bzw. das Fassen und Halten des Blockes
mit sehr großem Druck bzw. sehr großer Zangenkraft vor sich gehen soll.
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Die Erfindung schlägt vor, für das als Stripperstempel- bzw. Zangenbetätigungsorgan
wirkende Zylinder-Kolben-System zwei als im Zylinder bewegliche Einheiten ausgebildete
Kolben vorzusehen, die konzentrisch angeordnet sind und unterschiedliche Beaufschlagungsflächen
aufweisen, wobei derjenige mit der kleineren Beaufschlagungsfläche an dem Stripperstempel
bzw. an der Zangenzugstange befestigt ist und derjenige mit der größeren Beaufschlagungsfläche
gleichzeitig als Zylinder für den erstgenannten Kolben dient.
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Um die Beanspruchung des Mantels des Kolbens mit der größeren Beaufschlagungsfläche
zu verringern und das Gleiten dieses Kolbens auf der Zylinderwand zu begünstigen,
ist gemäß einem weiteren Merkmal zwischen Zylinder und diesem auf seiner Wand gleitenden
Kolben ein ringförnüger Raum gebildet, der mit dem Zylinderraum hydraulisch verbunden
ist. Die Verbindung besteht aus einer oder mehreren Rohrleitungen mit eingeschaltetem
Rückschlagventil.
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Als Hochdruckspeisepumpe dient zweckmäßig eine Regelpumpe, die von
dem Arbeitsmitteldruck in der Speiseleitung geregelt wird. Die Steuerorgane für
das hydraulische Arbeitsmittel sind in bekannter Weise als Schieber ausgebildet
und mit einer elektromagnetischen, elektrohydraulischen oder elektramechanischen
und/oder Handbetätigung versehen.
Jedes den Zufluß und den Rückfluß
zu bzw. von dem Zylinder-Kolben-System regelnde Steuerorgan ist erfindungsgemäß
über eine unter dem Einfluß eines Kraftspeichers stehende Spielraumverbindung mit
dem ihm zugeordneten Betätigungsorgan verbunden. Nach einem weiteren Erfindungsmerkmal
werden die Steuerorgane, welche den Zufluß und den Rückfluß zu bzw. von dem Zylinder-Kolben-System
regeln, zusätzlich in Abhängigkeit von dem Arbeitsmitteldruck im Kolbenraum oberhalb
des einen Kolbens betätigt. Schließlich besteht noch ein Kennzeichen darin, daß
die Hochdruckpumpe und der Akkumulator in Parallelschaltung mit dem Zylinder-Kolben-Systern
hydraulisch verbunden sind.
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Der erfindungsgemäße hydraulische Antrieb hat gegenüber den bekannten
Antrieben den Vorteil des einfacheren Aufbaues. Die Anwendung teurerer Pumpenaggregate
ist auf ein einziges beschränkt. Selbst bei sehr großen Zangen- bzw. Stempelkräften,
die eine Höchstdruckpumpe, d. h. ein besonders kostspieliges Gerät, erfordern
würden, kommt der Erfindungsgegenstand mit nur einer Hochdruckpumpe aus. Die Fördermenge
dieser Hochdruckpumpe braucht nur normal zu sein, weil dank der erfindungsgemäßen
Ausbildung des Antriebes für die Erzeugung der großen Zangen- bzw. Stempelkräfte
lediglich ein verhältnismäßig kleines Volumen notwendig ist.
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Einem noch nicht zum Stande der Technik gehörenden Vorschlag zufolge
ist ein hydraulischer Antrieb für eine Strippvorrichtung so gestaltet, daß eine
mit dem Stripperstempel gekuppelte, einen Kolben mit größerer Beaufschlagungsfläche
tragende Kolbenstange als Hohlzylinder ausgebildet ist, in dem sich eine zweite,
feststehende Kolbenstange mit einem Kolben mit kleinerer Beaufschlagungsfläche befindet,
wobei eine Steuerung vorgesehen ist, durch die an der Stripperzange und am Stripperstempel
wahlweise verschieden große Kräfte zur Wirkung zu bringen sind. Während beim erfindungsgemäßen
Antrieb beide Kolben im Zylinder beweglich sind und die Beaufschlagungsflächen jedes
Kolbens gleich groß bemessen werden können, ist beim älteren Vorschlag der Kolben
mit der kleineren Beaufschlagungsfläche fest mit dem Zylinder verbunden, also lediglich
der Kolben mit der größeren Beaufschlagungsfläche im Zylinder beweglich; dies hat
unterschiedliche Beaufschlagungsflächen des einzelnen Kolbens und damit auch einen
Unterschied zwischen den Bewegungen und den Kräften zur Folge und erfordert im Gegensatz
zum Antrieb nach der Erfindung einen Ausgleich der Volumen zwischen beiden Kolbenseiten
und besondere hydraulische Maßnahmen hierfür.
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Ein in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
vermittelt weitere Einzelheiten.
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Die Zeichnung zeigt im Schema eine Strippvorrichtung, versehen mit
dem hydraulischen Antrieb nach der Erfindung. In diesem Schema sind in bekannter
Weise Arbeitsleitungen ausgezogen, Steuerleitungen weit gestrichelt und Abflußleitungen
eng gestrichelt gezeichnet.
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Als Zangenzugstange zum Schließen der Zangenschenkel dient gleichzeitig
der zum Blockausdrücken verwendete Stripperstempel 2, der für diesen Zweck mit einem
Querstück 3 versehen ist. Der Stripperstempel 2, und zwar sein oberer Teil,
bildet außerdem die Kolbenstange für das Zylinder-Kolben-System. Das Zylinder-Kolben-System
besteht aus einem Zylinder 4 in Verbindung mit den beiden Kolben 5 und
6. Der Kolben 6 ist gleichzeitig Zylinder für den Kolben
5. Der Kolben 5 ist auf dem oberen als Kolbenstange dienenden Ende
des Stempels 2 befestigt. Zwischen dem Mantel des Kolbens 6 und dem Mantel
des Zylinders 4 ist ein Ringraum 7
gebildet.
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Gespeist wird das Zylinder-Kolben-System von der Hochdruckpumpe in
Form einer Axialkolbenpumpe 8
in Verbindung mit dem Arbeitsmitteldruckspeicher
9.
Die Pumpe 8 wird elektromotorisch im Dauerlauf angetrieben und druckabhängig
von dem Regler 13 geregelt. Letzterer kann beispielsweise aus einem kleinen,
aus der Druckleitung 11 unter Vermittlung der Leitung 12 beaufschlagten Zylinder
und einem federbelasteten Kolben, dessen Kolbenstange an den verschwenkbaren Körper
der Pumpe 8 angreift, bestehen. Die Feder des Reglers 13 wird entsprechend
der gewünschten größten Ausdrückkraft des Stripperstempels bzw. der größten Zangenschließkraft
bemessen. In der Druckleitung 11 zwischen Pumpe 8
und Akkumulator
9 ist ein Rückschlagventil 14 eingebaut, welches den Rückfluß des hydraulischen
Arbeitsmittels vom Akkumulator 9 verhindert. Die Druckleitung 11 ist
durch die Leitung 15 mit dem Arbeitsmittelbehälter 16 verbunden. Ein
in die Leitung 15 eingeschaltetes überdruckventil 17 begrenzt den
Arbeitsnütteldruck im hydraulischen System, z. B. wenn der Regler 13 aus
irgendwelchen Gründen einmal versagen sollte. 18 ist die Saugleitung, über
welche die Pumpe 8 Arbeitsmittel aus dem Behälter 16 ansaugot.
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Der Steuerung des hydraulischen Arbeitsmittels dienen vier Steuerschieber
20, 21, 32, 33. Die Schieber 21 und 33 werden durch die Elektromagnete
22 und 36 betätigt. Der Schieber 20 wird mit Hilfe des Elektromagnetes
25 verstellt und zusätzlich unter Vermittlung des kleinen Zylinder-Kolben-Systerns
27,
das über Leitung 28 vom Arbeitsmittel beaufschlagt wird und dessen
Kolben unter dem Einfluß einer entsprechend dem Umschaltdruck vorgespannten Feder
steht. Das Zylinder-Kolben-System 27 bildet gleichzeitig eine Spielraumverbindung
zwischen dem Schieber 20 und dem Magnet 25, welche beim Verstellen des Schiebers
vom Arbeitsmitteldruck her eine Relativbewegung zwischen ihm und dem Magnet ermöglicht.
Der Schieber 32 wird ebenfalls durch einen Elektromagnet 42 und hydraulisch
vom Arbeitsmitteldruck über ein durch Leitung 38 gespeistes kleines Zylinder-Kolben-System
37 mit durch eine vorgespannte Feder belasteten Kolben betätigt. Das Zylinder-Kolben-System
stellt gleichzeitig eine Spielraumverbindung zwischen Schieber 32 und Magnet
42 dar, deren Aufgabe sinngemäß ist wie die des Zylinder-Kolben-Systems
27.
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Der Schieber 20 ist über die Leitung 43, der Schieber 32 über
die Leitungen 43 und 44 mit dem Arbeitsmitteldruckspeicher 9 hydraulisch
verbunden. Die Leitun- 45 schließt den Schieber 20 an eine in das obere,
C als Kolbenstange dienende Ende des Stripperstempels 2 eingebrachte Bohrung
46 und verbindet ihn damit mit dem Kolbenraum unterhalb des Kolbens 5. Die
Leitung 47 schließt den Schieber 20 ferner an den Zylinderraum unterhalb des Kolbens
6
an. Der Schieber 20 ist darüber hinaus mit dem Schieber 21 durch die Leitung
48 sowie durch die Leitung 49 mit der im Arbeitsmittelbehälter 16 mündenden
Abflußleitung 50 verbunden. Für den Rückfluß
des Arbeitsmittels
von dem Schieber 21 in den Arbeitsmittelbehälter 16 sorgt die Leitung
50.
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Der Schieber 32 ist mittels Leitung 51 an den Zylinderraum
oberhalb des Kolbens 6, mittels Leitung 52 und Bohrung 53 an
den Kolbenraum oberhalb des Kolbens 5 mittels Leitung 54 an den Schieber
33 und über Leitung 55 an die Abflußleitung 50 hydraulisch
angeschlossen. Eine Leitung 56 stellt Verbindung her zwischen dem Schieber
33 und der Rückflußleitung 50.
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Der Ringraum zwischen dem Mantel des Zylinders 4 und dem Mantel des
Kolbens 6 ist mit dem Zylinderraum unterhalb des Kolbens 6 durch die
Leitung 57 mit eingeschaltetem Rückschlagventil 58
sowie die Leitung
47 und mit dem Zylinderraum oberhalb des Kolbens 6 durch Leitung
51 sowie Leitung 59 mit eingebautem Rückschlagventil 60 verbunden.
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Bei der praktischen Ausführung wird der erfindungsgemäße Antrieb zu
einem leicht austauschbaren Block zusammengebaut, der oberhalb des Stripperrohres
bzw. Zangenbaumes auf der Traverse des Stripper- bzw. Zangenkranes angeordnet wird.
Der die Hochdruckpumpe 8 antreibende Motor und die Betätigungsorgane
25, 22, 36, 42 für die Schieber 20, 21, 32, 33 werden von einem
Schaltpult am Führerstand aus mittels Schalthebel oder Druckknöpfen gesteuert.
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Bei Betrieb des Stripperkranes wird die Pumpe 8
im Dauerlauf
angetrieben. Ob die Pumpe 8 Arbeitsmittel fördert und wieviel, bestimmt
der Regler 13 in Abhängigkeit von dem Druck in der Leitung 11, der
wiederum von dem Druck im Arbeitsmitteldruckspeicher 9 bestimmt wird. Wird
im Speicher 9 ein gewisser Druck erreicht, stellt der Regler 13 die
Pumpe 8 auf Null. Wird dieser Druck durch Arbeitsmittelentnahme vermindert,
so verstellt der Regler 13
die Pumpe 8 auf Förderung, und zwar
je nach Größe des Druckabfalls im Speicher 9 mehr oder weniger. Bei
Förderung saugt die Pumpe 8 Arbeitsmittel aus dem Behälter 16 über
die Leitung 18 an und drückt dieses über die Leitung 11 in den Arbeitsmitteldruckspeicher.
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Soll z. B. der Block aus einer in der Zange 1 hängenden Kokille
ausgedrückt werden, so werden durch entsprechendes Schalten der ihnen zugehörigen
Schaltelemente die Steuerschieber mit Hilfe der Elektromagnete 22, 25, 36,
42 in bestimmte Stellungen gebracht. Sobald die Schieber diese Stellungen eingenommen
haben, strömt das Arbeitsmittel aus dem Speicher 9 über Leitung 43, Leitung
44, Schieber 32, Leitung 52 und Bohrungen 53 in den Kolbenraum
oberhalb des Kolbens 5 und beaufschlagt dort den Kolben 5 sowie von
innen den Kolben 6.
Dadurch bewegt sich der Kolben 6 aufwärts, bis
er zur Anlage an den Zylinder4 kommt, und der Kolben 5 und mit ihm der Stripperstempel
2 mit großer Geschwindigkeit abwärts. Gleichzeitig fließt das aus dem Kolbenraum
unterhalb des Kolbens 5
verdräno,te Arbeitsmittelvolumen über Bohrung46, Leitung
45, Schieber 20, Leitung 48, Schieber 21 sowie Rückflußleitung 50 und das
aus dem Zylinderraum oberhalb des Kolbens 6 verdrängte Arbeitsmittelvolumen
über Leitung 51, Schieber 32, Leitung 55
sowie Leitung
50 in den Arbeitsmittelbehälter 16 ab.
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Sobald der Stripperstempel 2 auf den auszudrükkenden Block auftrifft
und Widerstand findet, steigt der Druck im Kolbenraum oberhalb des Kolbens
5
an. Dieser Druckanstieg pflanzt sich über Bohrung 53, Leitung
52 und Leitung 38 nach rückwärts bis in das Zylinder-Kolben-Systern
37 fort und überwindet, sobald der Druck eine bestimmte Größe erreicht hat,
die von ihm am Kolben des Systems 37 erzeugte Kraft die den Kolben belastende
Federkraft und schaltet unter Ausnutzung der gleichzeitig vom Zylinder-Kolben-System
37 gebildeten Spielraumverbindung den Schieber 32 um. Dadurch wird
nun vom Speicher 9 Arbeitsmittel über Leitungen 43, 44, Schieber
32 und Leitung 51 in den Zylinderraum oberhalb des Kolbens
6 gespeist, welches dort den Kolben 6
beaufschlagt und nach abwärts
bewegt, wobei unter Vermittlung des in diesem Zeitpunkt im Kolbenraum oberhalb des
Kolbens 5 eingesperrten Arbeitsmittels, des Kolbens 5 und des Stripperstempels
2 der Block aus der Kokille gedrückt wird. Das aus dem Zylinderraum unterhalb des
Kolbens 6 verdrängte Arbeitsmittelvolumen fließt gleichzeitig über Leitung
47, Schieber 20, Leitung 49 und Rückflußleitung 50 in den Behälter
16 ab. Infolge der wesentlich größeren Beaufschlagungsfläche, die der Kolben
6 gegenüber dem Kolben 5 besitzt, ist die den Kolben 6 bewegende,
den Block ausdrückende Kraft bedeutend größer als jene Kraft, welche der Beaufschlagungsfläche
des Kolbens 5 entspricht. Der Stripperstempel wird dank der erfindungsgemäßen
Ausbildung des Antriebes also während des Leerlaufes mit der dabei notwendigen geringen
Kraft in vorteilhafter Weise sehr schnell bewegt; sobald nur noch eine kleine Bewegung,
aber eine große Ausdrückkraft erforderlich ist, ist diese große Kraft auch verfügbar.
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Um den Stripperstempel aufwärts zu bewegen, werden die Elektromagnete
25, 22, 42, 36 entsprechend geschaltet, welche die Schieber 20, 21,
32, 33
in die erforderliche Stellung bringen. Das Arbeitsmittel gelangt in
diesem Fall von dem Speicher 9 auf dem Wege über Rohrleitung 43, den Schieber
20, die Leitung 45 sowie die Bohrung 46 in den Kolbenraum unterhalb des Kolbens
5, beaufschlagt diesen und von innen den Kolben 6. Der Kolben
6 bewegt sich abwärts, bis er zur Anlage an dem Zylinder 4 kommt. Der Kolben
5 und mit ihm der Stripperstempel 2 bewegen sich mit großer Geschwindigkeit
aufwärts. Gleichzeitig fließen das verdrängte Arbeitsmittel aus dem Zylinderraum
unterhalb des Kolbens 6 über Leitung 47, Schieber 20, Leitung 49 sowie Leitung
50
und das verdrängte Arbeitsmittel aus dem Kolbenraum oberhalb des Kolbens
5 über Bohrung 53, Leitung 52, Schieber 32, Leitung
54, Schieber 33, Leitung 56 und Leitung 50 in den Arbeitsmittelbehälter
16 ab. Ein Umschalten des Schiebers 20 vom Arbeitsmitteldruck im Kolbenraum
unterhalb des Kolbens 5
her erfolgt in diesem Falle nicht, weil die hierbei
auftretenden Druckkräfte zu gering sind und demzufolge das für das Umschalten vorgesehene
Zylinder-Kolben-System 27 nicht betätigt wird.
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Soll mit der Zange 1 ein Block gefaßt werden, so werden vom
Führerstandsschaltpult aus mit Hilfe der Magnete 25, 22, 42, 36 die
Schieber 20, 21, 32, 33
in die Stellung gebracht, die sie während der vorstehend
beschriebenen Aufwärtsbewegung des Stripperstempels 2 einnehmen. Das hydraulische
Arbeitsmittel strömt dann von dem Speicher 9 über Leitung 43 zum Schieber
20, von hier über Leitung 45 und Bohrung 46 in den Kolbenraum unterhalb des Kolbens
5, beaufschlagt den letzteren und auch von innen den Kolben 6. Während
der Kolben 6 sich abwärts
bewegt, bis er an der Zylinderwand
zur Anlage kommt, wird der Kolben 5 mit großer Geschwindigkeit aufwärts bewegL
Die Aufwärtsbewegung des Kolbens 5 ergibt unter Vermittlung des in diesem
Falle als Zugstange wirkenden Stempels 2 und des daran befestigten Querstückes
3 die Schließbewegung der Zangenschenkel 1. Sobald die Zangenschenkel
1
am Block Widerstand finden, steigt schlagartig der Druck im Kolbenraum unterhalb
des Kolbens 5. Dieser Druck pflanzt sich über Bohrung 46, Leitung 45 und
Leitung 28 bis in das Zylinder-Kolben-System 27
fort. Wenn der Druck
auf ein bestimmtes Maß angewachsen ist, überwindet die von ihm am Kolben des kleinen
Zylinder-Kolben-Systerns 27 erzeugte Kraft die ihr entgegengerichtete, Kraft
der den Kolben belastenden Feder und bewegt den Schieber 20 unter Ausnutzung der
vom Zylinder-Kolben-System 27
gleichzeitig gebildeten Spielraumverbindung
in die erforderliche Stellung, schaltet ihn also um. Die unter Speicherdruck stehende
Leitung 43 wird dadurch an die Leitung 47 geschlossen. Das Arbeitsmittel strömt
nun in den Zylinderraum unterhalb des Kolbens 6 und beaufschlagt letzteren.
Die hierdurch am Kolben 6
angreifende, nach oben gerichtete große Kraft erzeugt
unter Vermittlung des in diesem Zeitpunkt im Kolbenraurn unterhalb des Kolbens
5 eingeschlossenen Arbeitsmittels, des Kolbens 5, des Stempels 2 und
des Querstückes 3 an den Zangenschenkeln 1
eine große Schließkraft,
die den Block sicher zu halten vermag. Das beim Zangenschließen aus dem Kolbenraum
oberhalb des Kolbens 5 verdrängte Arbeitsmittel gelangt auf dem Wege über
Bohrung 53, Leitung 52, Schieber 32, Leitung 54, Schieber
33
und Leitung 56 in die Abflußleitung 50; das aus dem Zylinderraum
unterhalb des Kolbens 6 verdrängte Arbeitsmittelvolumen strömt über Leitung
47, Schieher 20 und Leitung 49 in die Abflußleitung 50; das nach Umschalten
des Schiebers 20 aus dem Zylinderraum oberhalb des Kolbens 6 verdrängte Arbeitsmittel
fließt über Leitung 51, Schieber 32 und Leitung 55 in die Abflußleitung
50.
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Das öffnen der Zange entspricht der bereits erläuterten Ausdrückbewegung
des Stripperstempels. Im Geaensatz zur Ausdrückbewegung erfolgt hierbei aber ein
Umschalten des Schiebers 32 vom Arbeitsmitteldruck her nicht, weil der in
diesem Falle vorhandene Druck im Kolbenraum oberhalb des Kolbens 5 zu gering
ist.
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Soll der Stempel 2 im Leerlauf in einer beliebigen Stellung stillgesetzt
bzw. die Stange in einer beliebigen Stellung fixiert werden, so geschieht dieses
mit Hilfe des Schiebers 21 (bei Abwärtsbewegung des Stempels 2) bzw. des Schiebers
33 (bei Aufwärtsbewegung des Stempels 2), deren Elektromagnete 22,
36 getrennt von den Magneten 25, 42 geschaltet werden können. Die
beiden Schieber 21, 33 sperren die Leitungen 48 und 54 ab und setzen, indem
sie den Rückfluß des Arbeitsmittels verhindern, den Stempel 2 bzw. die Zangenschenkel
1 still.
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Wird der erfindungsgemäße Antrieb als Zangenantrieb benutzt, so ist
es wichtig, daß bei Stromausfall ein in der Zange befindlicher Block auch in diesem
Falle sicher gehalten wird und nicht aus der Zange herausfällt.
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Beim Erfindungsgegenstand wird dies damit erreicht, daß bei Stromausfall
die Schieber 20, 21, 32,
33 jene Stellung einnehmen, welche sie sonst
bei der Auf---';"tsbewegung des Stempels 2 innehaben. Das bedeutet, daß der Kolbenraum
unterhalb des Kolbens 5 und nach Umschalten des Schiebers 20 durch den Arbeitsmitteldruck
auch der Zylinderraum unterhalb des Kolbens 6 unter hohem Druck stehen und
unter Vermittlung des Stempels 2 und des Querstückes 3 die Zangenschenkel
1 mit großer Kraft an den Block gedrückt werden und diesen sicher halten.