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Photographische Kamera mit Auswechselobjektiven Die Erfindung betrifft
photographische Kameras mit Auswechselobjektiven verschiedener größter relativer
Öffnung und mit in diese eingebauter Blende, wobei die Blendensteller bei größtem
eingestellten Blendenöffnungswert alle die gleiche Stellung gegenüber dem Kamerakörper
einnehmen und mittels eines kameraseitigen Getriebes von diesem Wert aus auf den
jeweiligen Aufnahmewert eingestellt werden.
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Es ist nicht ohne weiteres möglich, das kameraseitige Getriebe mit
einer die Zeigerstellung eines elektrischen Belichtungsmessers abtastenden Vorrichtung
zu kuppeln. Die in die Auswechselobjektive verschieden großer relativer Öffnung
eingebauten Blenden haben nämlich in voll geöffneter Lage unterschiedliche Blendeneinstellwerte.
Bei einer Kupplung zwischen der Abtastvorrichtung und der Blende wäre bei stets
gleicher Ausgangslage der Abtastvorrichtung z. B. bei einem Auswechselobjektiv mit
der größten relativen Öffnung von 1: 2 die Blende auf den Wert »2« geöffnet, während
sie bei einem anderen Auswechselobjektiv mit einer größten relativen Öffnung von
z. B. 1: 4 auf den Wert »4« eingestellt ist. Bei bestimmten gleichbleibenden Beleuchtungsverhältnissen,
also gleichem Ausschlag des Belichtungsmesserzeigers und gleichem Abtastweg der
Abtastvorrichtung, würde sich die Blende des einen Auswechselobjektivs vom Wert
»2« auf z. B. den Wert »5,6«, also um drei Blendenschritte, schließen. Die gleich
große Verstellung der Abtastvorrichtung würde bei dem anderen Auswechselobjektiv
ebenfalls eine Blendenverstellung um drei Blendenschritte, also vom Wert »4« auf
den Wert »11 «, zur Folge haben und somit eine andere Blendeneinstellung bewirken.
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Aufgabe der Erfindung ist es, für eine Kamera der anfangs genannten
Art eine Vorrichtung zu schaffen, mittels der die Blenden in Abhängigkeit von der
Verstellung eines den Zeiger eines Belichtungsmessers abtastenden Getriebes eingestellt
werden, wobei die vorerwähnten Einstellfehler nicht auftreten.
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Erfindungsgemäß ist an einer Kamera der anfangs genannten Art vorgesehen,
daß das kameraseitige Getriebe von einer die Zeigerstellung eines elektrischen Belichtungsmessers
selbsttätig abtastenden Vorrichtung her verstellt wird, wobei der Weg, den das sich
aus einer Ausgangsstellung heraus bewegende Abtastglied zurücklegt, bis es auf den
Zeiger auftrifft, der durch seine jeweilige Meßstellung den einzustellenden Blendenwert
bestimmt, außer durch die Meßstellung des Zeigers selbst noch durch eine Voreinstellvorrichtung
veränderbar ist, die entsprechend dem in den Ausgangsstellungen jeweils eingestellten
größten Blendenöffnungswert einstellbar ist. Diese Veränderung des Abtastweges kann
durch entsprechende Verstellungen innerhalb des Abtastgetriebes erfolgen. Zweckmäßigerweise
wird aber zum Zwecke der Veränderung des Abtastweges das Meßinstrument einstellbar
gelagert, vorzugsweise drehbar um seine Zeigerachse. Es ist vorteilhaft, das Meßinstrument
mittels eines Stellknopfes od. dgl. an Hand einer nach den größten Blendenöffnungswerten
der verschiedenen Auswechselobjektive geeichten Skala einstellbar zu lagern.
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Es ist aber auch möglich, das Meßinstrument durch an den Auswechselobjektivfassungen
angebrachte Steuermittel so einzustellen, daß es die dem größten Blendenöffnungswert
des jeweiligen Objektivs entsprechende Lage einnimmt. Beim Einsetzen eines Auswechselobjektivs
in die Kamera wird dadurch selbsttätig das Meßinstrument voreingestellt. Die Steuermittel
an den Objektivfassungen können Ausnehmungen oder Ansätze sein, die sich in bezug
auf die Objektivachse in axialer oder radialer Richtung erstrecken.
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Die Erfindung wird nachfolgend an Hand zweier Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Dabei und in den Ansprüchen werden noch weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
genannt. Es zeigt Fig. 1 in perspektivischer Ansicht eine photographische Kamera
mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung, Fig. 2 eine Draufsicht auf die der Kamera
zugewandte Stirnfläche eines Auswechselobjektivs, Fig. 3 in perspektivischer Ansicht
die zur Erläuterung der Erfindung notwendigen Getriebeteile der Kamera und des Wechselobjektivs,
wobei diese Teile zur
Erhöhung der Übersichtlichkeit in gegenüber
ihrer in der Kamera vorgesehenen Anordnung auseinandergezogen dargestellt sind,
Fig. 4 in einer der Fig. 3 entsprechenden Ansicht eine andere Ausführungsform der
Erfindung.
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In Fig.1 ist mit 1 derKörper einer photographischen Kamera bezeichnet,
an dem in bekannter Weise, z. B. mittels einer Bajonettverbindung, ein Auswechselobjektiv
2 lösbar befestigt ist. In das Auswechselobjektive ist eine Irisblende eingebaut,
die in der weiter unten näher beschriebenen Weise durch ein im Kamerakörper 1 untergebrachtes
Getriebe eingestellt wird. Der mit dem Kamerakörper 1 fest verbundene Verschluß
(Objektiv- oder Schlitzversch-luß) besitzt einen Belichtungszeiteinstellring 3,
mit dem eine an sich bekannte Abdeckvorriohtung, z. B. eine undurchsichtige Scheibe,
für eine lichtempfindliche Zelle 4 eines elektrischen Belichtungsmessers verbunden
ist. 3e nach der Einstellage des Belichtungszeiteinstellringes 3 werden mehr oder
weniger große Teile der Zelle 4 verdeckt und dadurch der Ausschlag des lineare Ausschläge
aufweisenden Meßinstrumentes beinflußt, dessen Zeiger 5 in einem Fenster 6 der Kamerakappe
7 zu sehen ist.
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Der Zeiger 5 spielt unterhalb einer nach Blendenwerten geeichten Skala
8, die, wie Fig. 3 zeigt; auf einem durchsichtigen Träger 9 angebracht ist, der
fest mit dem Gehäuse 10 des Meßinstrumentes verbunden ist. Die Skala 8 wird jenseits
des die kleinste öffnungsweite der Blende angebenden Wertes von einer undurchsichtigen
Fläche 11 des Trägers 9 begrenzt. Eine undurchsichtige Platte 12 ist in den Bereich
des die größeren Blendenöffnungswerte angebenden Teils der Skala 8 hineinragend
angeordnet. Die Platte 12 ist vom Skalenträger 9 getrennt ortsfest angeordnet, z.
B. an der Innenfläche der Kamerakappe 7 befestigt. Das Gehäuse 10 des Meßinstrumentes
lagert drehbar am Kamerakörper 1. Es kann als ganzes Bauteil mittels eines Knopfes
13 an Hand einer auf ihm befindlichen Skala 15 und einer auf die Kamerakappe 7 aufgebrachten
Marke 14 eingestellt werden. Die Zahlenangaben der Skala 15 nennen die jeweils größten
Blendenöffnungswerte der für die Kamera bestimmten Auswechselobjektive.
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Mit 16 ist der Filmfortschalthebel und mit 17 ist die Verschlußauslösetaste
der Kamera bezeichnet.
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Wie die Fig. 3 zeigt, ist an dem die Lamellen der Irisblende verstellenden
Drehring 18 ein Lappen 19 befestigt, der durch einen Ausbruch 220 hindurch aus der
dem Kamerakörper zugekehrten Stirnfläche 21 des Auswechselobjektivs 2 herausragt.
Der Drehring 18 ist von einer Feder 22 beaufschlagt, die ihn im Sinne des Schließens
der Blende beaufschlagt.
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Die in Fig. 3 dargestellte Einstellvorrichtung für die Blende ist
so aufgebaut, daß währenddes Filmtransportes die Blende voll geöffnet wird und daß
bei Betätigung der Verschlußauslösetaste die in ihrer Offenstellung verriegelt gehaltene
Blende zur Einstellung auf den der Belichtungsmesseranzeige entsprechenden Wert
freigegeben wird: Der mit dem Drehring 18 für die Lamellen verbundene Lappen 19
ist bei allen Auswechselobjektiven so angeordnet; daß er bei voll geöffneter Blende
die gleiche Stellung gegenüber dem Kamerakörper einnimmt, weil, wie gesagt, das
kameraseitige Blendenverstellgetriebe so ausgelegt ist, daß es beim Filmtransport
die Blende voll öffnet.
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Die Fig. 2 verdeutlicht, daß der tatsächlich eingestellte Blendenöffnungswert
bei den Auswechselobjektiven mit unterschiedlichem Öffnungsverhältnis bei gleichen
Stellungen der Lappen 19 verschieden ist.
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Der Lappen 19 des Auswechselobjektivs 2 ist in derjenigen Lage dargestellt,
die er bei voll geöffneter Blende einnimmt. Die eingezeichnete Blendenwertreihe
23 gibt die Stellung des Lappens 19 bei den jeweiligen Blendeneinstellwerten an
und läßt erkennen, däß bei diesem Wechselobjektiv 2 mit dem Öffnungsverhältnis von
1: 2 in der gezeichneten Offenstellung die Blende auf den Wert »2« eingestellt ist.
Bei gleicher Stellung des Lappens 19 ist dagegen die Blende eines Auswechselobjektivs
mit dem Öffnungsverhältnis 1: 2,8 auf den Blendenwert »2,8« eingestellt, wie an
Hand der Blendenwertreihe 24 zu ersehen ist. Bei einem Auswechselobjektiv mit dem
Öffnungsverhältnis 1: 4 ist, wie an Hand der Blendenwertreihe 25 zu erkennen, bei
der gezeichneten Lage des Lappens 19 die Blende auf den Wert »4« eingestellt. Eine
Verstellung des Lappens 19 würde also, wenn er sich aus der gezeichneten Lage um
beispielsweise drei Teilungsschritte der Blendenwertreihen 23; 24, 25 bewegt, bei
dem einen Auswechselobjektiv die Einstellung auf den Blendenwert »5,6«, bei dem
anderen auf den Wert »8« und bei dem dritten auf den Wert »11« zur Folge haben.
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Die nachfolgend näher beschriebene erfindungsgemäße Anordnung bewirkt,
daß bei gleichen Beleuchtungsverhältnissen, also auch gleichem Ausschlag des Meßinstrumentes
und unverändert beibehaltener Belichtungszeiteinstellung, sich vor einer photographischen
Aufnahme die Blenden aller Auswechselobjektive auf den gleichen Wert einstellen,
gleichgültig, welche Öffnungsverhältnisse die einzelnen Objektive haben, von welchem
größten Blendenöffnungswert her also die Verstellung der Blende erfolgt.
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Wie in Fig.3 dargestellt, steht der aus dem Auswechselobjektiv 2 herausragende
Lappen 19 in Verbindung mit einem Spannlappen 26; der von einem koaxial zum Auswechselobjektiv
2 am Kamerakörper gelagerten Spannring 27 abgewinkelt ist. Als Kuppelvorrichtung
zwischen dem Auswechselobjektiv 2 und der Kamera 1 ist, wie in den Fig. 2 bis 4
am Auswechselobjektiv dargestellt, eine Bajonettkupplung vorgesehen. Durch die zum
Befestigen des Objektivs 2 an der Kamera 1 notwendige Drehbewegung des Objektivs
gegenüber der Kamera wird erreicht, däß der Lappen 19 und der Spannlappen 26 in
die gezeichnete, zueinander richtige Lage treten. In den Spannring 27 ist ein Ausbruch
28 eingebracht, in den ein Mitnahmelappen 29 eingreift, der eine Abwinklung eines
Mitnahmeringes 30 ist. In eine Außenverzahnung des Mitnahmeringes 30 greift ein
Zahnrad 31 ein, das über eine Welle 32, die Kegelräder 33; 34 und die Schubstange
35 mit einer Scheibe 36 verbunden ist, die fest auf der Achse 37 des Filmfortschalthebels
16 sitzt. Auf der Achse 37 lagern, ihr- gegenüber lose drehbar, ein Sägezahnrad
38 und ein mit diesem fest verbundenes Zahnrad 39; das über ein Zwischenzahnrad
40 und ein Ritzel 41 mit einer in die Perforation des Films 42 eingreifenden Filmschaltwalze
43 verbunden ist. Durch eine am Zahnrad 39 befestigte Hohlachse 44 und durch
eine mit dieser verbundene Reibscheibe 45 ist die lose auf der Achse 37 lagernde
Filmaufwickelspule 46 reibungsschlüssig mit dem Zahnrad 39 gekuppelt. In das Sägezahnrad
38 greift eine fest mit dem Filmfortschalthebel 16 verbundene federbeaufschlagte
Schaltklinke 47 so ein, daß durch sie nur bei der in Richtung des
Pfeiles
48 verlaufenden Schaltbewegung des Filmfortschalthebels 16 eine Mitnahme des Sägezahnrades
38, also der Filmtransport und die Filmaufwicklung, erfolgt. Die entgegen der Pfeilrichtung
48 verlaufende Rückbewegung des Filmfortschalthebels 16 in die gezeichnete Ruhelage
wird von einer an die Scheibe 36 angreifenden Drehfeder 49 vollzogen.
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Die Hin- und Herbewegung des Filmfortschalthebels 16 wird über das
beschriebene Getriebe auf den Mitnahmering 30 übertragen, der dabei in Richtung
des Pfeiles 50 und wieder zurück in die gezeichnete Ruhelage gedreht wird. Bei der
in der Pfeilrichtung 50 verlaufenden Ringdrehung führt der Mitnahmelappen 29 den
Spannring 27 in die gezeichnete Stellung über, wobei dessen Spannlappen 26 den Lappen
19 des Lamellendrehringes 18 in die dargestellte Lage verbringt, in der die
Blende voll geöffnet ist. An der entgegen der Pfeilrichtung 50 verlaufenden Rückdrehung
des Mitnahmeringes 30 werden der Spannring 27 und damit der Lappen 19 dadurch gehindert,
daß dann, wenn der Spannring 27 und der Lappen 19 die gezeichnete Stellung erreicht
haben, in eine Rast 51 einer Sperrscheibe 52, die über ihre Verzahnung 53 und die
Zahnräder 54, 55 mit dem außen verzahnten Spannring 27 drehfest gekuppelt ist, ein
Sperrhebel 56 einfällt.
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Der Sperrhebel 56 lagert schwenkbar um eine Achse 57 und ist von einer
Feder 58 beaufschlagt, die seinen Eingriff in die Rast 51 aufrechterhält. Eine Abwinklung
59 des Sperrhebels 56 ragt in den Bewegungsbereich einer mit der Verschlußauslösetaste
17 verbundenen Verlängerung 60 derart, daß bei der in Pfeilrichtung 61 verlaufenden
Betätigungsbewegung der Taste 17 der Sperrhebel 56 in eine die Sperrscheibe 52 freigebende
Lage verschwenkt wird.
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Das schon beschriebene Meßinstrument besitzt außer dem mit der Skala
8 zusammenarbeitenden Zeiger 5 noch einen zweiten, an der Drehspule 62 befestigten
Zeiger 63, der zwischen einer ortsfesten Klemmleiste 64 und einem beweglichen Klemmbügel
65 spielt. Der Klemmbügel 65 ruht in ortsfesten Lagern 66, 67 und liegt mit einem
abgewinkelten Arm 68 unter der Kraft einer Zugfeder 69 am Sperrhebel 56 so an, daß
in der gezeichneten Lage der Teile zwischen dem Klemmbügel 65 und der Klemmleiste
64 ein Spalt gebildet ist, der eine unbehinderte Bewegung des Zeigers 63 zuläßt.
Beim Eindrücken der Auslösetaste 17 in Richtung des Pfeiles 61 folgt der Klemmbügel
65 der Bewegung des Sperrhebels 56, wodurch der Zeiger 63 in derjenigen Stellung,
die er gerade einnimmt, zwischen dem Klemmbügel 65 und der Klemmleiste 64 festgehalten
wird. Diese Verklemmung erfolgt noch bevor der Sperrhebel 56 seine die Sperrscheibe
52 freigebende Lage erreicht hat. Die Zugfeder 69 hält bei der Weiterbewegung des
Sperrhebels 56, der der an ihr anliegende Arm 68 des Klemmbügels 65 nicht mehr zu
folgen vermag, die Klemmung des Zeigers 63 aufrecht.
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Zur Abtastung des festgeklemmten Zeigers 63 ist ein Abtasthebel 70
vorgesehen, der in einer unterhalb der Bewegungsebene des Zeigers 63 liegenden Ebene
beweglich ist und mit einem auf ihm befestigten Stift 71 den Zeiger 63 berühren
kann. Der Abtasthebel 70 lagert, um einen Bolzen 72 schwenkbar, auf einer Tragplatte
73, die an einer mit der Sperrscheibe 52 fest verbundenen Achse 74 befestigt ist.
Durch eine schwache Feder 75 wird der dem Abtastende abgekehrte Arm des Abtasthebels
70 in Anlage an einen von der Tragplatte 73 abgewinkelten Lappen 76 gehalten. Die
Achse 74 lagert koaxial zur Achse der Drehspule 62 des Meßinstrumentes, die zugleich
auch der Mittelpunkt desjenigen Kreises ist, auf dessen Bahn die Klemmleiste 64
verläuft. Der Abtasthebel 70 ist so gelagert und bemessen, daß er sich bei
einer Drehung der Achse 74 mit seiner Stirnfläche in nahem Abstand längs der rechtwinklig
zur Zeigerklemmfläche stehenden, der Achse 74 zugekehrten Fläche der Klemmleiste
64 bewegt. Wenn im Laufe dieser Bewegung der auf dem Abtasthebel 70 befestigte Stift
71 auf den festgeklemmten Zeiger 63 trifft, führt der Abtasthebe170 eine geringe
Schwenkung um den Bolzen 72 und entgegen der ihn beaufschlagenden schwachen Feder
75 aus. Dadurch ändert sich die Lage seiner Stirnfläche gegenüber der Achse 74.
Die Stirnfläche kommt zur Anlage an die ihr gegenüberstehende Fläche der Klemmleiste
64, wodurch, begünstigt durch geeignete Gestaltung beider Flächen, eine sofortige
Verkeilung des Abtasthebels 70 an der Klemmleiste 64 erfolgt.
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Wie schon gesagt, erfolgt bei der Betätigung der Verschlußauslösetaste
17 die Verschwenkung des Sperrhebels 56, wodurch zunächst der Zeiger 63 festgeklemmt
und danach die Sperrscheibe 52 entriegelt wird. Eine an die Sperrscheibe 52 angreifende,
um die Achse 74 herumgelegte Drehfeder 77 bewegt die beschriebene Abtastvorrichtung
aus der gezeichneten Ausgangsstellung heraus in die die Stellung des Zeigers 63
abtastende Lage. Gleichzeitig wird durch die beschriebene getriebliche Verbindung
52, 53, 54, 55
auch der Spannring 27 in Richtung des Pfeiles 78 verdreht.
Dem sich bewegenden Spannlappen 26 folgt unter der Kraft der Feder 22 der am Blendendrehring
18 angebrachte Lappen 19, wodurch sich die Blende auf den durch die Stellung
des Zeigers 63 bestimmten Wert schließt. Bei weiterem Eindrücken der Verschlußauslösetaste
17 erfolgt dann der Verschlußablauf. Aus der Stellung des Zeigers 5 gegenüber der
Skala 8 ist schon vor der photographischen Aufnahme zu erkennen, auf welchen Wert
sich bei den herrschenden Beleuchtungsverhältnissen und der voreingestellten Belichtungszeit
die Blende bei der Verschlußauslösung einstellen wird. Wenn der Zeiger 5 nicht zu
sehen ist, er also entweder im Bereich unterhalb der Platte 12 oder unterhalb der
undurchsichtigen Fläche 11 steht, bedeutet dies, daß bei den herrschenden Beleuchtungsverhältnissen
und der eingestellten Belichtungszeit die Verschlußauslösung eine Fehlbelichtung
zur Folge hätte. Man kann durch Einstellen des Belichtungszeiteinstellringes 3 auf
einen anderen Wert dann den auf die Zelle 4 treffenden Lichtstrom ändern und gegebenenfalls
erreichen, daß der sich dadurch verstellende Zeiger 5 in den sichtbaren Bereich
der Skala 8 rückt und einen Blendenwert anzeigt, auf den sich die Blende des Auswechselobjektivs
einstellen kann.
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Das in Fig. 3 dargestellte Auswechselobjektiv 2 hat eine größte relative
Öffnung von 1: 2. In der gezeichneten Stellung des Lappens 19 ist seine Blende auf
den Wert »2« eingestellt. Das in der anfangs genannten Weise drehbar gelagerte Meßinstrument
10, 62 ist in einer Stellung gezeichnet, in der der Wert »2« der auf seinem
Stellknopf 13 befindlichen Skala 15 der Festmarke 14 gegenübersteht, wobei also
auch der Träger 9 der Skala 8 eine Stellung einnimmt, in der die mit »2« beginnenden
Skalenwerte zu erkennen sind. Vor einer Verschlußauslösung wird sich die Blende
auf den vom Zeiger 5 angezeigten Wert »5,6« einstellen, also um drei Skalenwerte
schließen.
Wenn das dargestellte Objektiv z. B. gegen ein solches
mit der größten relativen Öffnung von 1:4 ausgetauscht wird, hat dessen Lappen 19
in der Spannstellung die gleiche Lage wie beim dargestellten Objektiv. Die voll
geöffnete Blende ist aber dabei auf den Wert »4« eingestellt. Bei unverändert beibehaltener
Lage der anderen gezeichneten Teile würde sich vor einer Verschlußauslösung die
Blende, dem gleichbleibenden Abtastweg des Abtasthebels 70 entsprechend, wie oben
beschrieben gleichfalls um drei Werte, also auf den Wert »11 «; schließen, wodurch
eine Unterbelichtung entstünde, denn der Belichtungsmesseranzeige entsprechend ist
der Blendenwert »5,6« für die beabsichtigte Aufnähme richtig.
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Um diese richtige Blendeneinstellung zu ermöglichen, ist, wie schon
beschrieben, das Meßinstrument 10, 62 verstellbar gelagert. Es ist in Fig. 3 so
dargestellt, daß Skala 15 und Marke 14 auf den dem Öffnungsverhältnis 1: 2 des gezeichneten
Objektivs 2 entsprechenden Wert »2« eingestellt sind, so daß, wie oben beschrieben;
sich die Objektivblende auf den der Instrumentenanzeige entsprechenden Wert »5,6«
einstellt.
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Wenn, wie beispielsweise angenommen, ein Objektiv mit dem Öffnungsverhältnis
1: 4 an die Kamera gesetzt wird, muß auch das Meßinstrument 10; 63 mittels des Knopfes
13 an Hand der Skala 15 und der Marke 14 auf den diesem Öffnungsverhältnis entsprechenden
Wert »4« eingestellt werden. Dabei rückt dann, sofern der Ausschlag der Zeiger 5
und 63 unverändert bestehenblieb, der letztere dem in seiner Ausgangsstellung stehenden
Abtasthebel70 entsprechend näher. Der Abtastweg des Hebels 70 und damit auch die
Drehwege des Spannringes 27 und des diesem folgenden Blendendrehringes 18 sind dadurch
beim Getriebeablauf geringer, nämlich nur noch so groß, daß sich die Blende dieses
Auswechselobjektivs lediglich um einen einzigen Skalenwert, also vom Wert >A« auf
den auch vom Meßinstrument angezeigten Wert »5,6«, schließt.
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Bei der Drehung des Knopfes 13 bewegt sich auch der Skalenträger
9 gegenüber der festen Platte 12. Zufolge der Einstellung auf den Wert »4« ist dann
die Skala 8 erst vom Wert »4« an zu sehen. Die Skalenwerte »2« und »2,8« sind von
der Platte 12 verdeckt.
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Währendbei der vorbeschriebenenKameravonHand mittels des Knopfes 13
das Meßinstrument 10, 63 dem Öffnungsverhältnis des jeweils in die Kamera eingesetzten
Objektivs entsprechend eingestellt werden muß, ist gemäß der in Fig. 4 dargestellten
Ausführungsform vorgesehen, daß diese Einstellung des Meßinstrumentes 10, 63 selbsttätig
beim Einsetzen des Auswechselobjektivs in die Kamera erfolgt.
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Von der vorgeschriebenen Kamera unterscheidet sich diese Kamera nur
durch die nachstehend genannten Einzelheiten. Wie Fig. 4 zeigt, ist am mit dem Meßinstrumentengehäuse
10 verbundenen Träger 109 der Skala 108 ein Lappen 80 ausgebildet, auf dem ein Stift
81 befestigt ist, der in ein Langloch eines Hebelarmes 82 eingreift. An dem Träger
109 greift eine Zugfeder 88 an. Der Hebelarm 82 ist an dem einen Ende einer Welle
83 befestigt, deren anderes Ende einen Steuerhebel 84 trägt, dessen Steuerlappen
85 in den Bereich eines axial verschieblich lagernden Steuerstiftes 86 ragt. Der
Steuerstift 86 ist so am Kamerakörper angeordnet, daß sein dem Steuerlappen 85 abgekehrtes
Ende mit einer Ausnehmung 87 am Auswechselobjektiv 200 in Berührung kommen kann,
wenn dieses in die Kamera eingesetzt wird. Die Ausnehmungen der Auswechselobjektive
sind in ihrer Tiefe verschieden bemessen, und zwar dem öffnungsverhältnis des Objektivs
entsprechend so, daß bei Einsetzen des Auswechselobjektivs in die Kamera durch Verschiebung
des Steuerstiftes 86 und Verschwenkung der Hebel 84 und 82 über den Lappen 80 der
Skalenträger 109 und das mit ihm fest verbundene, drehbar gelagerte Gehäuse 10 des
Meßinstrumentes in diejenige Lage eingestellt wird, in die beim Beispiel nach den
Fig. 1 und 3 das Meßinstrument mittels des Knopfes 13 von Hand einzustellen ist.
Bei Beispiel nach Fig. 4 ist kein von Hand betätigender Stellknopf für die Drehung
des Meßinstrumentes vorgesehen. Die an den Skalenträger 109 angreifende Zugfeder
88 hält den Steuerstift 86 in Anlage an die Steuerfläche der Ausnehmung 87 am Auswechselobjektiv
200.
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Im übrigen Aufbau und in der Funktion bestehen keine Unterschiede
zwischen den Kameras gemäß der Fig. 3 und gemäß der Fig. 4.
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Im in Fig. 4 dargestellten Beispiel hat das gezeichnete Auswechselobjektiv
200 ein Öffnungsverhältnis von 1: 4. Die Tiefe der Ausnehmung 87 ist so bemessen,
daß der sie abtastende Steuerstift 86 über die Hebel 84 und 82 das Meßinstrument
10, 62 in die diesem Öffnungsverhältnis entsprechende Lage einstellt, in der die
Skala 108 erst vom Blendenwert >»4« beginnend sichtbar ist. Die Werte »2,8« und
»2« der Skala 108 sind vom Lappen 12 verdeckt.
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An Stelle der Ausnehmungen 87 können auch entsprechende Ansätze an
den Auswechselobjektivfassungen vorgesehen sein.