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Verfahren zur Herstellung von niedermolekularen ungesättigten Kohlenwasserstoffen
Es ist bekannt, Acetylen und Olefine geringer Kohlenstoffzahl so herzustellen, daß
man gasförmige oder flüssige Kohlenwasserstoffe einem heißen Trägergas beimischt
und sie dabei thermisch spaltet. Als Trägergase wurden neben Wasserstoff, Kohlendioxyd,
Kohlenmonoxyd und Quecksilberdampf auch Wasserdampf vorgeschlagen. Das Trägergas,
das in einer großen Anzahl bekannter Verfahren verwendet wird, läßt sich auf verschiedene
Weise auf die benötigte hohe Temperatur aufheizen.
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So verwendet man beispielsweise ein Regenerativverfahren, bei dem
keramisches Material durch Verbrennungsgase erhitzt wird und die erhitzten Steine
nach Spülung mit Inertgasen zur Aufheizung von Wasserdampf benutzt werden. Dieses
Verfahren hat den Nachteil, daß die Dampftemperatur infolge der Abkühlung der Steine
ständig sinkt, bis eine neue Aufheizung nötig wird, was zur Folge hat, daß die Reaktionsprodukte
stets wechselnde Zusammensetzung haben. Außerdem erfordert das Verfahren hohe Anlagekosten,
weitgehende Überwachung und ist mit großen Energieverlusten verbunden.
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Das Trägergas kann auch dadurch aufgeheizt werden, daß man es durch
von außen hoch erhitzte Röhren leitet. Bei der Verwendung von Metallröhren ist man
wegen des Schmelzpunktes der Metalle, der Korrosion und der Stabilität des Materials
auf Temperaturen beschränkt, die für eine rentable Kohlenwasserstoffspaltung zu
niedrig sind.
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Der Einsatz von Keramikröhren bringt wegen des schlechten Wärmeüberganges
zu große Wärmeverluste mit sich.
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Bei anderen Verfahren nimmt man als Trägergas die heißen Verbrennungsgase
von Wasserstoff oder niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen. Diese heißen Verbrennungsgase
eignen sich zwar sehr gut für den Zweck der thermischen Spaltung von Kohlenwasserstoffen,
der Preis des Brennstoffes ist jedoch relativ hoch. Außerdem eignen sich die niedrigsiedenden
aliphatischen Kohlenwasserstoffe, im Gegensatz zu den hochsiedenden, besonders gut
zur thermischen Spaltung, da sie bei günstigen Ausbeuten an ungesättigten Kohlenwasserstoffen
nur wenig teerige und hochsiedende Produkte liefern, so daß auch aus diesem Grunde
ihre Verwendung zur Wärmeerzeugung unzweckmäßig wäre.
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Es wurde daher bereits vorgeschlagen, die heißen, zur Kohlenwasserstoffpyrolyse
benötigten Trägergase durch Verbrennen von Heizölen und anderen hochsiedenden Kohlenwasserstoffen
herzustellen.
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Bei Verwendung von Heizölen und anderen schlecht verdampfbaren Kohlenwasserstoffen
mit
längerem Kohlenstoffgerüst, deren Einsatz wegen ihres niedrigen Preises besonders
lohnend wäre, zeigte es sich jedoch, daß die Geschwindigkeit des Verbrennungsvorganges
für den beabsichtigten Zweck zu gering war. Es müßten zu große Brenner verwendet
werden, um die Flamme noch im Brennraum zum Ausbrennen zu bringen. Das bedeutet
nicht nur gesteigerte Anlagekosten, sondern auch große Wärmeverluste, die besonders
bei Brennkammern mit Flüssigkeitskühlung erheblich ins Gewicht fallen.
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Man versucht in der Technik die Flamme dadurch zu verkürzen, daß
man das schwer brennbare Öl über eine Verdüsungsapparatur zugibt. Wegen der hohen
Viskosität der schwer verdampfbaren Öle sowie wegen ihres Gehaltes an teerigen Bestandteilen
ist jedoch eine komplizierte Apparatur nötig, die nicht nur sehr kostspielig, sondern
auch erheblich störanfällig ist.
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Eine Verdünnung von Heizölen oder anderer schwer brennbarer Kohlenwasserstoffe
mit niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen bringt auch nicht den gewünschten Effekt
einer wesentlichen Flammenverkürzung. Außerdem läuft diese Maßnahme, wie bereits
oben erwähnt, dem Ziel zuwider, die niedrigsiedenden aliphatischen Kohlenwasserstoffe
der Spaltung zuzuführen, für die sie sich besonders eignen.
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Auch eine Vorheizung der schwer brennbaren Kohlenwasserstoffe bis
auf etwa 4000 C führt allein nicht zu dem gewünschten Erfolg. Eine Vorheizung auf
höhere Temperaturen stößt auf technische Schwierigkeiten. Nimmt man die Vorheizung
in Röhren vor, so werden diese durch kohlenstoffhaltige feste Abscheidungen leicht
verstopft. Bei der Vorhelzung
mit Wärmeträgern verdampft nur der
leichtsiedende Anteil, während die schwerflüchtigen Anteile auf den Wärmeträgern
zurückbleiben und dort verkoken.
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Es wurde nun gefunden, daß sich Heizöle, Rohöle und andere schwer
verdampfbare Kohlenwasserstoffe mit kurzer Flamme verbrennen lassen, wodurch ihr
Einsatz zur Erzeugung von heißem Trägergas für die thermische Spaltung von Kohlenwasserstoffen
selbst in Brennern mit Flüssigkeitskühlung ohne wesentliche Wärmeverluste möglich
wird, wenn man sie zunächst durch Einspritzen in einen über 20000 C heißen Verbrennungsgasstrom
verdampft und thermisch spaltet und erst anschließend den 800 bis 16000 C, vorzugsweise
1000 bis 14000 C, heißen Gasstrom, der aus den Verbrennungsgasen und den Spaltprodukten
besteht, mit Sauerstoff verbrennt.
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Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von niedermolekularen
ungesättigten Kohlenwasserstoffen, insbesondere von Acetylen und/ oder Äthylen,
durch kurzzeitige Umsetzung von Kohlenwasserstoffen bzw. Kohlenwasserstoffgemischen
in einem heißen Verbrennungsgasstrom, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man einen
vorzugsweise hochsiedenden Kohlenwasserstoff bzw. ein hochsiedendes Kohlenwasserstoffgemisch
mit reinem Sauerstoff oder sauerstoffhaltigen Gasen, z. B. Luft, erst dann verbrennt,
nachdem dieser Kohlenwasserstoff bzw. das Gemisch in einen heißen Trägergasstrom
eingespritzt, dabei verdampft und gecrackt worden ist, und daß man den hierbei entstehenden
heißen Rauchgasstrom - eventuell nach Zumischung von Wasserdampf -als Trägergas
für die Spaltung eines dampfförmigen oder gasförmigen Kohlenwasserstoffes verwendet,
der dann in einer pyrolytischen Reaktion zu Acetylen und Olefine enthaltenden Gasen
gespalten wird. Etwa 10-4 bis 10-t Sekunden nach Zumischung des Kohlenwasserstoffes
wird das Crackgas, das noch über 7000 C heiß sein soll, durch ein Kühlmittel abgeschreckt,
um eine Weiterreaktion zu verhindern. Das Abgas wird sodann der Aufarbeitung zugeführt.
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Die Erzeugung des für die Kohlenwasserstoffpyrolyse benötigten heißen
Rauchgasstromes erfolgt also in einer zweistufigen Verbrennung, wobei in der ersten
Stufe (Vorstufe) ein - vorzugsweise schwer brennbarer - Kohlenwasserstoff in einen
sehr heißen Rauchgasstrom, wie er z. B. bei der Verbrennung von Knallgas entsteht,
eingespritzt wird und in dieser Vorstufe nach einer Verweilzeit von 10-4 bis 10-t
Sekunden, die sich beispielsweise durch ein Reaktionsrohr erreichen läßt, nicht
nur eine restlose Verdampfung, sondern auch eine thermische Spaltung eintritt. Diese
Spaltprodukte, die hauptsächlich aus Acetylen, Olefinen, Wasserstoff, Teer und unumgesetzten
Ausgangskohlenwasserstoff bestehen, werden unmittelbar darauf in der zweiten Stufe
(Hauptstufe) mit der zur Verbrennung nötigen Sauerstoffmenge verbrannt, wobei Temperaturen
von weit über 20000 C auftreten.
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Eine besonders günstige Ausführung der Erfindung besteht darin, daß
man die Spaltprodukte der ersten Stufe nicht weiter als bis auf 8000 C abkühlen
läßt, ehe man sie in der zweiten Stufe verbrennt. Besonders bevorzugt wird das Spaltgas
der ersten Stufe mit Temperaturen von mindestens 10000 C in die zweite Stufe eingebracht.
Bei diesen hohen Temperaturen verbrennen auch die teerigen Bestandteile, die die
erste Stufe verlassen, in der zweiten Stufe besonders schnell und mit kurzer Flamme.
Diese hohen Tempe-
raturen werden dadurch erreicht, daß man in der ersten Stufe als
Trägergas ein sehr heißes Verbrennungsgas verwendet. Es soll eine Temperatur von
mindestens 15000C, vorzugsweise über 20000 C, haben.
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Mischt man diesem Verbrennungsgas eine relativ kleine Kohlenwasserstoffmenge
zur Spaltung zu, so hat das Abgas, das die erste Stufe verläßt, trotz des Energieverbrauches
bei der Aufheizung und Crackung immer noch Temperaturen von weit über 8000 C. Für
die Durchführung des Verfahrens ist es von Vorteil, wenn man die Crackgase der ersten
Stufe für 10-4 bis 10-t Sekunden auf Temperaturen über 8000 C hält, ehe sie in die
zweite Stufe eintreten und dort verbrannt werden.
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Der für die Vorstufe benötigte sehr heiße Rauchgasstrom, der den
langsam verbrennenden Kohlenwasserstoff verdampfen und thermisch spalten soll, kann
durch Verbrennen von Wasserstoff, Kohlenmonoxyd, Methan oder Gemischen dieser Stoffe
mit Sauerstoff, sauerstoffangereicherter Luft oder erhebliche Mengen Sauerstoff
enthaltenden Gasen erzeugt werden. Desgleichen können Gasgemische, die Acetylen
und/oder Olefine enthalten, verbrannt werden.
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Es kann zuweilen von Vorteil sein, vor Zugabe des Kohlenwasserstoffes
oder gleichzeitig mit diesem Wasserdampf beizumischen, doch sollte der heiße Rauchgasstrom
auch dann noch mehr als 15000 C heiß sein.
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Die in der Vorstufe durch Einsatz von Knallgas oder der anderen beschriebenen
Gase aufgewendete Energie ist zwar hoch, bleibt jedoch dem Prozeß voll erhalten.
Sie steckt einerseits in der fühlbaren Wärme, die die Spaltprodukte bei dem stark
erhöhten Temperaturniveau besitzen, andererseits in dem größeren Energieinhalt der
Spaltprodukte mit ihren Doppel-und Dreifachbindungen. Der größere Energieinhalt
macht sich durch eine höhere Verbrennungswärme bemerkbar.
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Nachdem die Spaltprodukte in der Hauptstufe verbrannt worden sind,
stehen sowohl die fühlbare Wärme als auch die Zusatzenergien der Mehrfachbindungen
in Form von Kalorien zur Verfügung, die auf Grund ihres hohen Temperaturniveaus
zur Crakkung erheblicher Kohlenwasserstoffmengen eingesetzt werden können.
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Als Beispiel für den größeren Energieinhalt der Spaltprodukte der
ersten Stufe gegenüber dem Ausgangsstoff diene die Bildung von Acetylen aus n-Dekan:
Für die thermische Spaltung von 1 Mol CtoH22 in 5 Mol C2H2 und 6 Mol H2 werden 330,7
kcal verbraucht. Würde man 1 Mol CtoH2> direkt verbrennen, so erhielte man 1517
kcal.
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Verbrennt man jedoch die bei der Spaltung entstandenen 5 Mol C2 H2
+ 6 Mol H2, so erhält man 1848 kcal, also jene 331 kcal mehr, die zuvor zur thermischen
Spaltung benötigt wurden.
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Nachdem in der ersten Stufe (Vorstufe) aus dem Heizöl heiße Spaltgase,
vor allem Acetylen, Olefine, Wasserstoff und Teere hergestellt wurden, werden anschließend
in der zweiten Stufe die so erzeugten, über 8000 C heißen Spaltgase mit der zur
Verbrennung nötigen Sauerstoffmenge verbrannt, wobei auch die teerigen Bestandteile
wegen der äußerst hohen Temperatur leicht und mit kurzer Flamme mitverbrennen.
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Die Verbrennung der Spaltprodukte aus der ersten Stufe soll mindestens
mit der stöchiometrischen Menge Sauerstoff erfolgen, damit der Teer mitverbrannt
wird.
Will man in der Hauptstufe eine reduzierende Atmosphäre aufrechterhalten, so kann
man nach der Verbrennung der Spaltprodukte der ersten Stufe noch Wasserstoff zugeben.
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Durch die Verbrennung in der Haupt-,t;!:e entsteht das für die eigentliche
Spaltreaktion benötigte meist über 20000 C heiße Rauchgas. Dessen Temperatur wird
durch nachträgliche Zugabe von Wasserdampf auf das gewünschte Temperaturniveau herabgemindert.
Erst dann wird der zu spaltende Kohlenwasserstoff zugegeben und für 10-t bis 10-4
Sekunden Reaktionszeit bei Temperaturen von mindestens 7000 C gehalten, ehe durch
Abschrecken die Reaktion beendet wird. Wählt man die Reaktionszeit zwischen 10-'
und 10-3 Sekunden und gibt so viel Kohlenwasserstoff zur Spaltung zu, daß die Temperatur
des Gases nach Vermischung und Reaktion, jedoch vor dem Abschrecken noch mindestens
7000 C beträgt, so erhält man Äthylen als Hauptprodukt.
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Will man Acetylen als Hauptprodukt herstellen, so wählt man eine Reaktionszeit
von 10-2 bis 10 4 Sekunden und gibt nur so viel Kohlenwasserstoff zu, daß die Temperatur
des Gases nach Vermischen und Reaktion, jedoch vor dem Abschrecken, noch mindestens
10000 C beträgt.
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Die Zuführung des zu spaltenden Kohlenwasserstoffes erfolgt nach
den bekannten Regeln bei Temperaturen zwischen 25 und 4000 C. Er kann sowohl flüssig
als auch gasförmig zugeführt werden. Die Einbringung des zu spaltenden Kohlenwasserstoffes,
die Abschreckung der Spaltprodukte sowie deren Trennung, Aufarbeitung, Reinigung
und Rückführung eines Teilstromes im Kreislauf kann nach einem der bekannten Verfahren
vorgenommen werden.
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Der für die Vorstufe benötigte Brennstoff (Wasserstoff, Kohlenoxyd,
Methan oder Gemische derselben) kann den Crackprodukten der zweiten Stufe wieder
entnommen werden, desgleichen können die bei der Aufarbeitung der Spaltprodukte
gewonnenen Cracköle und andere schlecht verwertbare Kohlenwasserstoffe als Energiequellen
für das Verfahren dienen, indem sie in der Vorstufe zur Spaltung gebracht und dann
in der Hauptstufe verbrannt werden. Der Vorteil dieses Verfahrens gegenüber einem
solchen, bei dem ausschließlich gasförmige Stoffe verbrannt und zur Rauchgaserzeugung
benutzt werden, liegt darin, daß die bei thermischen Kohlenwasserstoffcrackungen
zwangläufiig anfallenden Wasserstoff-, Methan-und Kohlenoxydmengen weitgehend für
andere Zwecke verfügbar sind, während sie sonst zum größten Teil zur Energiegewinnung
verbrannt werden müßten.
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So kann man beispielsweise in der ersten Stufe mit 7 kg Wasserstoff
eine Menge von 100 kg Öl so spalten, daß das Gewichtsverhältnis von Acetylen zu
Äthylen in den Spaltprodukten etwa wie 20 : 80 ist und die Spaltgase eine Temperatur
von über 10000 C haben. Verbrennt man diese nun in der zweiten Stufe, so erhält
man (nach Abzug von etwa 5 ovo unvermeidbarer Wärmeverluste) eine Wärmemenge von
über 1 100 000 kcal, die zur Crackung von Kohlenwasserstoffen zur Verfügung stehen.
Wollte man diese Wärmemenge durch Verbrennen von Wasserstoff erzeugen, so müßte
man über 35 kg Wasserstoff einsetzen, also mehr als fünfmal so viel, wie bei der
vorliegenden Erfindung benötigt wird.
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Mit den zur Verfügung stehenden 1100000 kcal könnte man beispielsweise
200 kg Kohlenwasserstoff
so sp»itcnm daß das Gewichtsverhältnis von Acetylen zu s;thyie:l
65 : 35 beträgt. Man kann damit aber auch beispielsweise 300 kg Kohlenwasserstoff
spalten.
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Dann verhalten sich die Gewichtsmengen von Acetylen zu Äthylen wie
30 : 70. es entsteht also mehr äthylen.
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Eine spezielle Ausführungsform des Verfahrens besteht nun darin,
daß ein Roherdöl oder ein gereinigtes Erdöl in ein Destillat und eine Sumpfphase
zerlegt wird, und zwar in einem solchen Verhältnis, daß der im Sumpf verbleibende
Anteil bei seiner späteren Verbrennung gemäß dem Verfahren gerade so viel Wärme
liefert, wie zur gewünschten Spaltung des über Kopf abgezogenen Destillates benötigt
wird.
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Will man beispielsweise das Destillat so spalten, daß in den Spaltprodukten
sich Acetylen zu Athylen gewichtsmäßig wie 65 : 35 verhalten, so müssen vom Roherdöl
oder dem gereinigten Erdöl etwa 66 Gewichtsprozent abdestilliert werden, während
etwa 340in im Sumpf als Rückstand verbleiben. Diese als Rückstand verbleibenden
34 Gewichtsprozent werden in der Vorstufe in einen heißen Rauchgasstrom, der durch
Verbrennen von Wasserstoff, Kohlenoxyd, Methan oder Gemischen derselben hergestellt
wurde, eingespritzt und dabei verdampft und thermisch angecrackt. Die heißen Spaltprodukte
werden dann in der Hauptstufe mit der stöchiometrisch nötigen Menge Sauerstoff verbrannt,
dann wird wahlweise Sekundärdampf zugegeben und schließlich werden die vorher abdestillierten
66 Gewichtsprozent, die den leichteren Anteil des Rohöls darstellen, in den Rauchgasstrom
zugegeben und dadurch thermisch gecrackt. Die Zugabe kann sowohl in flüssiger Form
durch Einspritzen als auch gasförmig über einen Vorheizer mit oder ohne Wasserdampfzusatz
erfolgen.
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Will man dagegen ein Destillat so spalten, daß in den Spaltprodukten
sich Acetylen zu Äthylen wie 30:70 verhalten, so destilliert man vom Ausgangsöl
etwa 74 Gewichtsprozent ab, während etwa 26 Gewichtsprozent im Sumpf verbleiben.
Die im Rückstand verbleibenden 26 Gewichtsprozent werden in der Vorstufe gemäß dem
vorliegenden Verfahren verdampft und gespalten, in der Hauptstufe verbrannt und
die 74 Gewichtsprozent Destillat sodann zur Crackung zugegeben.
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Entsprechend kann die destillative Aufteilung des Ausgangsproduktes
für jede gewünschte Zusammensetzung des endgültigen Crackgases durchgeführt werden.
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Ein Beispiel für eine Vorrichtung zur Durchführung des vorliegenden
Verfahrens zeigt Fig. 1. In einer Vorstufe (Raum A und B), deren Raum A flüssigkeitsgekühlt
und deren Raum B ungekühlt und mit Keramik ausgekleidet ist, wird ein Brenngas,
z. B.
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Wasserstoff oder Methan oder Kohlenoxyd oder Gemische derselben, bei
1 eingeführt und mit bei 2 zugeführten Sauerstoff in der Kammer verbrannt.
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Den entstehenden heißen Verbrennungsgasen wird bei 3 das Heizöl zugeführt.
Dieses wird sofort verdampft und gespalten und tritt nach einer kurzen Reaktionsstrecke
in B bei 4 in die Hauptstufe (Raum C und D) ein. Nach dem Eintritt in die Hauptstufe
werden die aus dem Heizöl entstandenen Spaltprodukte mit dem bei 5 zugeführtem Sauerstoff
bei 4 verbrannt. Die Sauerstoffzugabe soll so erfolgen, daß eine gute Durchmischung
und Verbrennung gewährleistet ist. Sie kann beispielsweise radial erfolgen. Der
heiße Strom der Verbrennungsgase wird
nunmehr in C durch Zugabe
von überhitztem Wasserdampf bei 6 auf die zur Crackung gewünschte Temperatur herabgemindert.
Bei 7 wird der zu crackende Kohlenwasserstoff, vorzugsweise nach einer Vorheizung,
beigemischt. Die Crackung des Kohlenwasserstoffes erfolgt in dem nun folgenden,
ungekühlten Reaktionsraum D, der vorzugsweise mit keramischem Material ausgekleidet
ist. In E werden die Crackgase durch Abschrecken mit bei 8 zugeführten Abschreckflüssigkeiten,
vorzugsweise mit Wasser, bis auf Temperaturen abgekühlt, bei denen sie nicht mehr
weiter reagieren. Die Crackgase werden durch Kühlung vom Wasserdampf und den leicht
kondensierbaren Anteilen befreit und der Aufarbeitung (Gasaufarbeitung 9 und Flüssigkeitsaufarbeitung
10) zugeführt.
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Fig. 2 zeigt eine andere mögliche Ausführungsform, wo mehrere Vorstufen
das Brenngas für die Hauptstufe liefern, und zwar stellt Fig.2a einen Längsschnitt
durch einen Teil dieser Apparatur und Fig. 2 b einen Querschnitt (in der durch X-X
bezeichneten Ebene bei Fig. 2 a) dar. Durch die Zuführung Z tritt das heiße Trägergas
in eine Apparatur ein, die im Prinzip der durch Fig. 1 dargestellten Apparatur entspricht
und bei der die Buchstaben A bis E und die Zahlen 3 bis 8 die gleiche Bedeutung
wie in Fig. 1 haben. Die in Fig. 2 dargestellte Apparatur hat aber im Gegensatz
zu der vorher genannten, nicht eine, sondern drei Vorstufen (A +B), die in Winkeln
von 1200 symmetrisch zueinander angeordnet sind. Zwischen je zwei dieser drei Vorstufen
befindet sich jeweils eine Sauerstoffzuführung 5.
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Das Verfahren ist selbstverständlich nicht auf die in Fig. 1 und
2 dargestellten Anordnungen und auch nicht auf gekühlte Brennkammern beschränkt.
So könnte man beispielsweise an Stelle der drei Brennkammern in Fig. 2 auch zwei,
vier oder noch mehr Brennkammern anbringen. Wesentlich bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren sind nicht so sehr die technischen Einzelheiten der verwendeten Apparatur
als vielmehr die Tatsache, daß man durch Spaltung von Schwerölen hergestellte Acetylen
und Olefine enthaltende Gasgemische verbrennt und die Verbrennungsgase als Trägergase
für pyrolytische Reaktionen verwendet.
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Beispiel Von 100 kg Rohöl werden 74 kg für die spätere Erzeugung
von Crackgas abdestilliert. Im Sumpf verbleiben 26 kg Heizöl.
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In einem wassergekühlten Zweistufenbrenner nach Fig. 1 werden in
der Vorstufe im Raum A 2 kg Wasserstoff mit der stöchiometrischen Menge Sauerstoff
verbrannt und bei 3 die 26 kg aus dem Sumpf der Destillation stammenden Heizöls
zugegeben.
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Die über 10000 C heißen Abgase werden über die Reaktionsstrecke B
in die Hauptstufe geleitet.
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Die heißen Abgase in B enthielten als Spaltprodukte der Vorstufe:
10 Gewichtsprozent C2 H2 24 Gewichtsprozent C2H4 2 Gewichtsprozent Ca H0 1 Gewichtsprozent
höhere Kohlenwasserstoffe 2 Gewichtsprozent H2 2 Gewichtsprozent CO 9 Gewichtsprozent
CH4
49 Gewichtsprozent unumgesetze Teere, höhere Acetylene und schwefelhaltige Produkte
Der Wasserdampf, der bei der Verbrennung des Wasserstoffes gebildet wurde, ist nicht
mit berücksichtigt.
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In der Hauptstufe werden nun bei 4 diese über 10000 C heißen Spaltprodukte
mit 75 kg Sauerstoff verbrannt. Anschließend werden bei 6 72 kg überhitzter Wasserdampf
zugegeben. Bei 7 erfolgt die Zugabe der 74 kg des vom Rohöl abgetrennten Destillates.
Nach kurzer Verweilzeit im Reaktor D werden die Gase bei E durch feinverteiltes
Wasser abgeschreckt und der Aufarbeitung zugeführt. Das Abgas enthält nach Kondensation
des Wasserdampfes: 1,4 Gewichtsprozent H2 2,7 Gewichtsprozent CO 51,7 Gewichtsprozent
C O2 7,2 Gewichtsprozent C2 H2 17,0 Gewichtsprozent C2 H4 1,7 Gewichtsprozent C3
H0 3,9 Gewichtsprozent höhere ungesättigte Kohlenwasserstoffe 7,0 Gewichtsprozent
CH4 1,5 Gewichtsprozent höhere gesättigte Kohlenwasserstoffe 1,6 Gewichtsprozent
H2S 4,5 Gewichtsprozent Cracköl Kohlendioxyd und Schwefelwasserstoff stammen fast
vollständig aus der Verbrennung des Heizöles.