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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein bioartifizielles Lebersystem,
das einen mit Gelperlen, die Hepatozyten eines Tieres enthalten,
gepackten Bioreaktor verwendet.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Die
Leber führt über 500 Vitalfunktionen aus, einschließlich
Entgiftung toxischer Substanzen, Synthese und Sekretion von Gallensäuren
und Gallenpigmenten, Synthese und Metabolismus von Plasmaproteinen und
Metabolismus von Glukose und Lipiden. Daher ist es, anders als beim
Herzen und der Niere, nicht möglich solche Leberfunktionen
durch ein einfaches System mit einer Pumpe oder einer Dialysemembran
zu ersetzen (siehe Mito M., Artificial Organs, 10, 214–218,
1986). Obwohl Lebertransplantationspatienten gemäß dem
Scientific Registry of United Network for Organ Sharing zuletzt
eine hohe Überlebensrate gezeigt haben können nur
ungefähr 10% der registrierten Patienten eine Lebertransplantation
in den Vereingten Staaten wegen des extremen Mangels an Organspendern
erhalten und die Anzahl der Patienten, die während des
Wartens auf eine Lebertransplantation sterben, ist rapide angestiegen.
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Daher
ist es dringend notwendig, eine brauchbare Leberunterstützungsvorrichtung,
wie etwa eine künstliche Leber, zu entwickeln, die effizient
und vorteilhaft angewendet werden kann, um einen Patienten am Leben
zu halten und die Folgen eines Leberversagens einschließlich
neurologischer Schädigungen während der Wiederherstellung
der Leberfunktionen oder der Regeneration der nativen Leber des
Patienten und während der Wartezeit zum Empfangen einer
Lebertransplantation zu minimieren.
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Daher
wurden eine Anzahl von Studien an einem Tierhepatozyten verwendenden
bioartifiziellen Lebersystem durchgeführt, das verschiedene
biologische Funktionen der Hepatozyten ausführen kann (siehe Kamlot
A. et al., Biotechnol Bioeng., 50, 382–391, 1996).
Eine solche bioartifizielle Leber mit Hepatozyten kann die Symptome
des Leberversagens mindern und die Überlebensdauer verlängern
durch Ausführen der Schritte: Separieren von Plasma aus
dem Blutstrom eines Patienten, Behandeln des Plasmas in einem mit
Hepatozyten dicht gepackten Bioreaktor und Rückführen
des behandelten Plasmas zum Patienten. Entsprechend muss eine brauchbare
bioartifizielle Leber in der Lage sein, Hepatozyten zu kultivieren,
während deren Funktion aufrechterhalten bleibt, und auch
eine hohe Durchsatzkapazität haben.
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Ein
zur Nierendialyse verwendeter Hohlfaserreaktor wurde aufgrund seiner
gut entwickelten Technologie für ein bioartifizielles Lebersystem
verwendet. Jedoch kann diese Art Reaktor nur eine kleine Menge an Hepatozyten
aufnehmen, wodurch die Durchsatzkapazität des Reaktors
begrenzt ist (siehe Demetriou A. A. et al., Ann. Surg.,
239, 660–667, 2004).
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Um
das oben genannte Problem zu lösen, wurde von einem Gelperlentyp-
oder Kapseltyp-Bioreaktor berichtet, in dem Hepatozyten in Gelperlen
oder Kapseln gepackt sind (David B. et al., Int. J. Artif.
Organs., 27(4), 284–293, 2004 und Xu Q.
et al., Ann. Clin. Lab. Sci., 34(1), 87–93, 2004).
Jedoch hat diese Art Festbettbioreaktor mehrere Probleme, wie etwa
Schädigung der fragilen Gelperlen, die durch den angelegten
Druck für die Zirkulierung verursacht werden und Verarmung
an Sauerstoff und Nährstoffen, die durch Kanalbildung verursacht
wird, welche zur Nekrose der Hepatozyten führen.
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Daher
sind die meisten der zuletzt entwickelten Gelperlentyp-Bioreaktoren
in der Form von Flüssigbetten, in denen sich die Gelperlen
mit dem Fluss der Flüssigkeit im Reaktor frei bewegen (siehe David
B. et al., Int. J. Artif. Organs., 27(4), 284–293, 2004; M.
Desille et al., Crit. Care Med., 30(3), 658–663, 2002; Y.
J. Hwang et al., Transpl. Proc., 32, 2349–2351, 2000 und C.
Legallais et al., Artificial Organs, 24(7), 519–525, 2000).
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Jedoch
ist ein Flüssigkeitsbettreaktor dadurch nachteilig, dass
er verglichen mit einem Festbettreaktor ein relativ größeres
Reaktorvolumen hat und die Plasmadurchsatzrate unakzeptabel niedrig
ist (M. Desille et al., Crit. Care Med., 30(3), 658–663,
2002 und Y. J. Hwang et al., Transpl. Proc., 32,
2349–2351, 2000, E. Dore et al., Therapeutic
Apheresis, 3(3), 264–267, 1999). Diesbezüglich
wurde berichtet, dass, beachtet man eine Sauerstoffsverbrauchsrate
der Hepatozyten, ein Flüssigkeitsreaktor mit 2 × 1010 Hepatozyten eine Plasmadurchflussrate
von wenigstens 150 ml/min benötigt, um ausreichend Sauerstoff
bereitzustellen (siehe Florence J. et al., Biotechnol. Bioeng.,
50, 404–415, 1996).
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Um
die vorgenannten Probleme zu lösen, wurde ein Gelperlentyp
gepackter Upflow Festbettreaktor vorgeschlagen (siehe T.
M. Rahman et al., Artificial Organs, 28(5), 476–482, 2004),
aber dieser hat das Problem, dass die Durchflussrate zu gering zum
Behandeln eines Patienten mit Leberversagen ist.
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Weiter,
im Fall eines herkömmlichen Downflow Reaktors (siehe F.
Meuwly et al., J. Biotechnology, 122, 122–129, 2006),
tritt keine Schädigung des Packmaterials auf, wenn ein
scheibenartiges faseriges Packmaterial hoher Festigkeit und Porosität
als Zellhalter verwendet wird, aber die Leistung dieses Reaktors
mag sich verschlechtern oder der Ausfluss des zirkulierenden Fluids
kann auftreten aufgrund des durch die Verwendung einer Schlauchpumpe
erzeugten hohen Drucks.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Daher
ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein bioartifizielles
Lebersystem unter Verwendung eines mit Gelperlen gepackten Bioreaktors
bereitzustellen, das frei von solchen Problemen wie Schädigung
der Gelperlen und Kanalbildung ist.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Die
oben stehende und andere Aufgaben und Merkmale der vorliegenden
Erfindung werden ersichtlich aus der folgenden Beschreibung der
Erfindung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen,
die jeweils zeigen:
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1 ein
schematisches Diagramm des bioartifiziellen Lebersystems der vorliegenden
Erfindung;
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2 ein
schematisches Diagramm des herkömmlichen Upflow Festbett
bioartifiziellen Lebersystems, das in der
koreanischen Offenlegungsschrift Publikationsnr.
2006-48546 offenbart ist;
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3 ein
mikroskopisches Bild von Alginatgelperlen, die Aggregate von Hepatozyten
enthalten;
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4 die
Ergebnisse eines in vitro Leistungstests unter Verwendung des bioartifiziellen
Lebersystems der vorliegenden Erfindung;
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5A zeitabhängige Änderungen
der Blutammoniumkonzentration von Schweinen, in denen Leberversagen
induziert wurde, beobachtet für die Fälle des
Verwendens: keines bioartifiziellen Lebersystems (Kontrollgruppe
für Leberversagen); eines bioartifiziellen Lebersystems,
wobei die Hepatozyten nicht innerhalb des Bioreaktors gepackt sind
(Kontrollgruppe für den Bioreaktor); und des bioartifiziellen
Lebersystems der vorliegenden Erfindung (Testgruppe);
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5B Überlebensraten
Schweinen, in denen Leberversagen induziert wurde, beobachtet für
die Fälle des Verwendens: keines bioartifiziellen Lebersystems
(Kontrollgruppe für Leberversagen); eines bioartifiziellen
Lebersystems, wobei die Hepatozyten nicht innerhalb des Bioreaktors
gepackt sind (Kontrollgruppe für den Bioreaktor); und des
bioartifiziellen Lebersystems der vorliegenden Erfindung (Testgruppe);
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6A ein
Bild, das die PCR Analyseergebnisse zeigt, um zu überprüfen,
welche Gelperlen im bioartifiziellen Lebersystem der vorliegenden
Erfindung oder im herkömmlichen Upflow Festbett geschädigt
sind, durch Erfassen des Vorhandenseins von GAPDH Genen im zirkulierenden
Fluid; und
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6B ein
Bild, das geschädigte Perlen nach dem Verwenden des herkömmlichen
Upflow Festbett bioartifiziellen Lebersystems, das in der
koreanischen Offenlegungsschrift
Nr. 2006-48546 offenbart ist, zeigt.
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- 1
- Bioreaktor
- 2
- Plasmareservoir
- 3
- Abflusskammer
- 4
- Verbindungsleitung
- 5
- Flussratensteuerungspumpe
- 6
- Plasmaseparator
- 7
- Patient
- 8
- Oxygenator
- 9
- Flüssigkeitshöhenunterschied
- 10
- Ventilationsfilter
- 11
- pneumatischer
Detektor
- 12
- Netze
- 13
- Plasmaeinlassleitung
- 14,
15
- Plasmaauslassleitungen
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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In Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung wird bereitgestellt: ein bioartifizielles
Lebersystem mit einem Festbettbioreaktor, der mit Gelperlen, die
Hepatozyten eines Tieres enthalten, gepackt ist, einem Plasmareservoir,
einem Plasmaseparator und einer Abflusskammer, wobei das Plasmareservoir
an einer höheren Position oberhalb des Bioreaktors angeordnet
ist, ein Ventilationsfilter in Kontakt mit der Atmosphäre
an der Oberseite des Plasmareservoirs vorgesehen ist und die Oberseite
des Plasmareservoirs direkt mit der Abflusskammer über
eine Verbindungsleitung verbunden ist.
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Bezugnehmend
auf 1 passiert das Patientenblut 7 den Plasmaseparator 6 zum
Isolieren des im bioartifiziellen Lebersystem der vorliegenden Erfindung
zu zirkulierenden Plasmas.
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Der
Oxygenator 8 sättigt das zirkulierende Plasma
mit Sauerstoff und hält das Plasma auf einer für
die Inkubation von Hepatozyten geeigneten Temperatur. Dann wird
das mit Sauerstoff gesättigte Plasma über eine Plasmaeinlassleitung 13 auf
der Oberseite des Bioreaktors 1 eingeführt.
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Der
mit Gelperlen, die Hepatozyten aufweisen, gepackte Bioreaktor ist
eines der Kernelemente des erfindungsgemäßen Systems
zum Ausführen der Funktionen ähnlich einer normalen
Leber, Entfernen giftiger Substanzen aus dem eingeführten
Plasma und Sezernieren nützlicher Plasmaproteine, die von
den Hepatozyten synthetisiert wurden. In Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung, weil der Bioreaktor 1 in
der Form eines Festbetts betrieben wird, ist dessen innerer Raum
vollständig mit Gelperlen ohne jeden Zwischenraum gepackt.
Weiter sind auf der Oberseite und der Unterseite des Bioreaktors 1 Netze 12 mit
einer Porengröße von 50 bis 500 μm vorgesehen,
um die Gelperlen im Bioreaktor zurückzuhalten. Die Netze
können aus einem biokompatiblen Material, wie etwa rostfreiem
Stahl, Polyester, Nylon und Polyurethan hergestellt sein.
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Als
in den Gelperlen enthaltene Hepatozyten können diejenigen
aus einem Schwein separierten verwendet werden und 5 × 106 bis 5 × 10 Zellen können
pro 1 ml Gelperlen in der Form von Aggregaten mit einem Durchmesser
von 50 bis 200 μm eingekapselt werden.
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In
der vorliegenden Erfindung hat der Körper des Bioreaktors 1 bevorzugt
ein Volumen von 100 bis 1800 ml und eine spezifische Querschnittsfläche
von 0,1 bis 0,2 cm2/ml zum Sicherstellen
einer effizienten Durchflussrate ohne Kanalbildung zu erzeugen.
Der Bioreaktor 1 kann aus einem Polycarbonat, rostfreiem Stahl
oder Glas hergestellt sein und ist bevorzugt ein transparentes Material
wie etwa Polycarbonat und Glas, welches die Beobachtung der Gelperlen
ermöglicht.
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In Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung, weil das Plasma auf der Oberseite
des Bioreaktors 1 eingeführt und am Boden abgeführt
wird, sind die Oberseite und die Unterseite des Bioreaktors 1 mit einer
Plasmaeinlassleitung 13 und der Plasmaauslassleitung 14,
die außerhalb des Bioreaktors 1 vorgesehen sind,
verbunden.
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Das
aus der Plasmaauslassleitung 14 austretende Plasma ist
zur Abflusskammer 3 geleitet, welche mit dem oberen Luftraum
des Plasmareservoirs 2 über die Verbindungsleitung 4 verbunden
ist und das Plasma wird aus der Abflusskammer 3 in das
Plasmareservoir 2 über die Auslassleitung 15 unter
Verwendung einer Flussratensteuerungspumpe 5 gepumpt.
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Nachdem
der Plasmafluss aus der Abflusskammer 3 in das Plasmareservoir 2 durch
die Flussratensteuerungspumpe 5 eingeführt worden
ist, wird ein Anteil des Plasmas an den Patienten 7 über
den Plasmaseparator 6 rückgeführt und
der verbleibende Teil wird mit dem Patientenplasma 7, das
dem Plasmaseparator 6 zugeführt wird, vermischt,
welches wieder im erfindungsgemäßen System zirkuliert
wird.
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Das
charakteristische Merkmal des erfindungsgemäßen
Systems ist, dass, während der innere Druck des Plasmareservoirs 2 bei
atmosphärischem Druck durch Verwenden des Ventilationsfilters 10 gehalten
wird, die Zirkulation des Plasmas durch den vom Flüssigkeitshöhenunterschied 9 zwischen
dem im Plasmareservoir 2 zurückgehaltenen Plasma
und dem Plasma in der Verbindungsleitung 4, die mit der
Abflusskammer 3 verbunden ist, erzeugten Druck angetrieben
wird. Entsprechend kann der maximale Druck, der am Bioreaktor 1 anliegt,
durch Einstellen der Länge der vertikalen Höhe
der Verbindungsleitung 4 gesteuert werden (die Differenz 9 zwischen
dem Flüssigkeitspegel des Plasmareservoirs 2 und
dem der Verbindungsleitung 4). Die Verbindungsleitung 4 kann
in verschiedenen Formen installiert sein, wie etwa einer geneigten
Form um die gewünschte vertikale Höhe zu erreichen.
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Berücksichtigt
man, dass der bevorzugte Druckbereich, der am Bioreaktor 1 angelegt
wird, 3 bis 45 mm Hg ist, hat die Verbindungsleitung 4 eine
bevorzugte vertikale Höhe von 4 bis 61 cm. Übersteigt
der an den Bioreaktor 1 angelegte Druck 45 mm Hg, besteht
das Risiko des Gelperlenbruchs. Sind die Gelperlen erst einmal geschädigt,
können die darin enthaltenen tierischen Hepatozyten in
das Plasma entweichen, welches Antikörper im Plasma veranlassen
kann, Nekrose der Hepatozyten zu verursachen oder im Rückführen
kontaminierten Plasmas an den Patienten 7 resultiert, in
dem Kontamination des Plasmas durch infektiöse Mikroorganismen
verursacht wird, welche selten in den Hepatozyten vorhanden sind.
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Die
Schlauchpumpe 5 steuert die Plasmaflussrate, um den Flüssigkeitshöhenunterschied
bei einem gewünschten Wert zu halten. Obwohl die maximale
Plasmaflussrate durch die vertikale Höhe der Verbindungsleitung
bestimmt ist, wird die Zirkulationsrate daher im erfindungsgemäßen
System im Wesentlichen durch die Schlauchpumpe 5 gesteuert.
In anderen Worten, abhängig von der durch die Schlauchpumpe 5 gesteuerten Flussrate,
füllt das Plasma aus der Abflusskammer 3 die Verbindungsleitung 4 bis
die Flussrate des Plasmas im Gleichgewicht mit der des aus dem Bioreaktor 1 abgeflossenen
Plasmas ist, bei welchem Punkt der Flüssigkeitshöhenunterschied 9 bestimmt
ist. Der Flüssigkeitshöhenunterschied 9 ist
bevorzugt 20 bis 40 cm und ein Flüssigkeitshöhenunterschied 9 von
20 cm, z. B., entspricht ungefähr einer Plasmaflussrate
von 52 ml/min. In diesem Zusammenhang erzeugt der Flüssigkeitshöhenunterschied 9 von
40 cm einen Druck von ungefähr 29,4 mm Hg, der am Bioreaktor 1 anliegt,
und um Gelperlenbruch zu verhindern, ist es bevorzugt, den Flüssigkeitshöhenunterschied
bei einem Wert nicht größer als 40 cm zu halten.
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Weiter,
im erfindungsgemäßen System, im Fall, dass geschwächte
Perlen die Passage des Plasmas behindern oder andere unerwartete
Probleme im Bioreaktor 1 auftreten, bewirkt die resultierende
Druckänderung die Plasmahöhenänderung
in der Verbindungsleitung 4, gefolgt durch eine Änderung
in der Flüssigkeitshöhendifferenz 9 und
daher kann jede Veränderung im Plasmadruck unmittelbar
erfasst werden. Speziell können solche Druckänderungen
in Echtzeit unter Verwendung eines pneumatischen Detektors 11,
der an der Verbindungsleitung 4 installiert ist, überprüft
werden.
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Gemäß dem
erfindungsgemäßen System, weil Plasma durch den
Bioreaktor 1 von der Oberseite zu der Unterseite durch
die Druckdifferenz, die durch die Flüssigkeitshöhendifferenz 9 erzeugt
wird, zirkuliert, kann Kanalbildung oder Gelperlenschädigung
nicht auftreten. Zusätzlich bietet das erfindungsgemäße
System eine stabile und effektive Flussrate und zeigt exzellente
Leistungscharakteristika beim Beseitigen von Toxinen aus dem Plasma
und Bereitstellen notwendiger Proteine auf. Daher ist es sehr nützlich
als Leberunterstützungsvorrichtung.
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Die
folgenden Beispiele werden nur zum Zweck der Erklärung
gegeben und sind nicht gedacht, den Umfang der Erfindung zu begrenzen.
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Beispiel: Herstellung des bioartifiziellen
Lebersystems gemäß der vorliegenden Erfindung
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1) Isolierung und Kultivierung von Schweinehepatozyten
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Eine
große Menge Hepatozyten wurde aus Schwein unter Verwendung
herkömmlicher Verfahren isoliert (siehe Sielaff
T. D. et al., Transplantation, 27, 1459–63, 1995)
wie folgt.
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Eine
10 kg Eberkreuzung (Landrace x Yorhshire x Duroc, Medi-pig Korea,
Chun-An, Korea) wurde über Nacht mit Zugang zu Wasser nicht
gefüttert. Der Eber wurde mit Ketamin (20 mg/kg, Yuhan
Corporation) und Xylazin (2 mg/kg, Bayer Korea, Ltd.) betäubt,
gefolgt von Inhalation mit Enfluran (Choongwae Pharma Corporation)
durch endotracheale Intubation und dann wurde Nocuron (Muskelrelaxans,
01, mg/kg, Hanwha Pharma) injiziert. Nach Öffnen des Abdomens
wurde ein Tubus an die Pfortader angeschlossen.
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Die
Leber wurde mit einer Perfusionslösung (NaCl 8 g/l, KCl
0.4/l, NaH2PO4·2H2O 0,078 g/l, NaH2PO4·12H2O
0,151 g/l, HEPES (4-(2-hydroxyethyl)-1-piperazineethan-sulfonsäure,
Sigma Chem Co.) 2,38 g/l, EDTA (Ethylenediamintetraacetat, Gibco
BRL Co.) 0,19 g/l, Natriumhydrogencarbonat 0,35 g/l, Glukose 0,9
g/l, Penicillin 100 Einheiten/ml, Streptomycin 10 mg/ml und Amphotericin
B 25 μg/ml) perfundiert und die so behandelte Leber wurde
entfernt.
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Die
resultierende Leber, die auf eine saubere Bank gelegt wurde, wurde
erneut mit einer zweiten Perfusionslösung (Collagenase
(Gibco BRL) 0,5 g/l, Trypsininhibitor (Gibco BRL) 0,05 g/l, NaCl
8 g/l, KCl 0,4 g/l, CaCl2 0.56 g/l NaH2PO4·2H2O 0,078 g/l, Na2HPO4·12H2O
0,151 g/l, HEPES 2,381 g/l, Natriumhydrogencarbonat 0,35 g/l, Penicillin
100 Einheiten/ml, Streptomycin 10 mg/ml und Amphotericin B 25 μg/ml)
perfundiert, während die Leber mit ausreichend Sauerstoff
mit einer künstlichen Herz-Lungenmaschine (CapioxSX-10,
Terumo, Japan) versorgt wurde und die Perfusionslösung
bei 37°C und die Perfusionsrate bei nicht weniger als 700 ml/min
gehalten wurden.
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Die
Leberkapsel wie auch die verbleibenden Gewebe wurden entfernt und
dann wurden 2,0 × 1010 Hepatozyten
durch Waschen nach wiederholter Zentrifugation (vier Mal, jedes
Mal für 2 Minuten bei 500 Upm) isoliert.
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Ein
Teil der so erhaltenen Hepatozyten wurde genommen, um die Lebensfähigkeit
der Zellen gemäß dem Trypanblau-Farbausschlussverfahren
zu testen. Als Ergebnis wurde 89% Zelllebensfähigkeit gemessen.
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Die
isolierten Hepatozyten wurden zu 11 eines Suspensionskulturmediums
(Williams' E Medium enthaltend Insulin 5 mg/l, Albumin 0, 1% und
epithelialen Zellwachstumsfaktor 20 μg/ml, Sigma
Chemical Company) hinzugegeben, angeordnet in einer Spinnerflasche
auf eine Konzentration von 1,5 × 106 Zellen/ml
und die resultierende Suspension wurde für 10 bis 20 Stunden
kultiviert. Wenn die kultivierten Hepatozyten Hepatozytenaggregate
mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 70 μm gebildet
hatten, wurden die Aggregate aus dem Kulturmedium entnommen.
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2) Herstellung von Hepatozyten enthaltenden
Gelperlen
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Die
aus Schritt 1) erhaltenen Hepatozytenaggregate (Gesamtanzahl der
Hepatozyten: 2 × 1010, 100 ml)
wurden mit 1,5% Alginatlösung (500 ml) gemischt und die
resultierende Mixtur wurde tropfenweise zu 100 mM CaCl2 Lösung
unter Verwendung eines Mehrfachdüseninjektors gegeben,
um Gelperlen zu bilden. Die Gelperlen wurden vier Mal mit Williams'
E Medium gewaschen um verbleibende Calciumionen zu entfernen. Wie
in 3 gezeigt, hatten die resultierenden Gelperlen
einen durchschnittlichen Durchmesser von 1,1 mm, wie durch Mikroskopie
bestätigt.
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3) Herstellung des erfindungsgemäßen
bioartifiziellen Lebersystems
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Das
bioartifiziellen Lebersystem der vorliegenden Erfindung, das in 1 gezeigt
ist, wurde durch Packen der Hepatozyten enthaltenden Gelperlen,
die aus Schritt 2) erhalten wurden, in einem Bioreaktor mit einem
Volumen von 550 ml hergestellt. In diesem Fall wurde die Länge
der Verbindungsleitung 4 auf 40 cm eingestellt.
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Experimentelles Beispiel 1: In vitro Leistungstest
des erfindungsgemäßen bioartifiziellen Lebersystems
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Um
die Behandlung eines Patienten mit akutem Leberversagen zu simulieren
wurde das bioartifizielle Lebersystem der vorliegenden Erfindung
mit einer Kulturmediumsuspension (Williams' E Medium enthaltend Insulin
5 mg/ml, Albumin 0,1% und epithelialer Zellwachstumsfaktor 20 μg/ml,
Sigma Chemical Company) enthaltend 1300 μg/dl Ammonium
(übertriebene Bedingung) für die ersten 7 Stunden
versorgt und darauf folgend mit einer Kulturmediumsuspension enthaltend
420 μg/dl Ammonium (der in einem Fall akuten Leberversagens beobachtete
Wert) für 4 Stunden, wobei die Zuführrate jedes
Mediums auf 6 ml/min gesetzt wurde.
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Die
Ergebnisse in 4 zeigen, dass nach einer solchen
Behandlung ungefähr 77% des Ammoniums aus dem Medium entfernt
worden war und solch eine hohe Detoxifikationskapazität
blieb auch nach 11 Stunden unverändert.
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Experimentelles Beispiel 2: Leistungstest
für die Leber unterstützende Funktion unter Verwendung
eines Schweins mit Leberversagen
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Ein
Ferkel mit einem Gewicht von ungefähr 50 kg (erhältlich
als internationales Versuchstier, 3 bis 4 Monate alt) wurde systematisch
betäubt und endotrachealer Intubation unterworfen, gefolgt
vom Sichern eines Blutgefäßes zum Sammeln einer
Blutprobe. Die Betäubung wurde aufrechterhalten durch Unterwerfen
des Tieres der Inhalation von Enfluran (Choongwae Pharma Corporation).
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Nachdem
das Abdomen des betäubten Ferkels geöffnet wurde,
wurden die infrahepatische untere Vena cava und die Pfortader nach
Art der Seite-zu-Seite Anastomose verbunden, um den Blutstrom zur
Drosselvene umzuleiten, wodurch Leberversagen verursacht wurde.
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Ein
doppellumiger Katheter wurde in die Drosselvene des Ferkels mit
induziertem Leberversagen eingeführt und mit dem Plasmaseparator
(6, Cobe Spectra, Gambro BCT, USA) des erfindungsgemäßen
bioartifiziellen Lebersystems verbunden.
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Die
Betriebsbedingungen waren wie folgt:
Die Blutzirkulationsrate
innerhalb des Plasmaseparators: 90 ml/min
Flussrate des aus
dem Blut separiertem Plasmas und bestehend im Plasmaseparator: 40
ml/min
Zirkulationsrate durch den Bioreaktor: 250 ml/min
Flüssigkeitshöhenunterschied:
20 cm
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Nach
Inbetriebnahme des Systems wurden stündlich Blutproben
aus der Arterie genommen, um die Blutammoniumkonzentration (Testgruppe)
zu nehmen. Dieselbe Prozedur wurde mit den Kontrollgruppen wiederholt:
Schweine mit induziertem Leberversagen, die an kein bioartifiziellen
Lebersystem angeschlossen waren (Kontrollgruppe für Leberversagen);
solche, die an ein bioartifiziellen Lebersystems angeschlossen waren, bei
dem die Hepatozyten nicht in dem Bioreaktor gepackt waren (Kontrollgruppe
für den Bioreaktor). Weiter wurde die Überlebensdauer
der Schweine in jeder Gruppe bestimmt.
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Wie
in 5A und 5B gezeigt
war die Blutammoniumkonzentration, die in der Testgruppe unter Verwendung
des bioartifiziellen Lebersystems beobachtet wurde bemerkenswert
geringer als diejenige der Kontrollgruppen und die Überlebensdauer
der Testgruppe wurde ungefähr 7,5 Stunden gegenüber
den Kontrollgruppen verlängert. Entsprechend wurde bestätigt,
dass das erfindungsgemäße bioartifizielle Lebersystem nützlich
für die Wiederherstellung oder Lebensverlängerung
von Patienten mit akutem Leberversagen ist.
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Experimentelles Beispiel 3: Vergleich
der Gelperlenschädigung zwischen dem erfindungsgemäßen
bioartifiziellen Lebersystem und einem herkömmlichen System
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Um
die überlegene Stabilität des erfindungsgemäßen
bioartifiziellen Lebersystems zu belegen, wurde ein bioartifiziellen
Lebersystems in derselben Art wie in dem oben genannten Beispiel
hergestellt, mit der Ausnahme, dass das Volumen eines Bioreaktors
auf 260 ml geändert wurde.
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In
der Zwischenzeit wurde ein vergleichbares System, wie in
2 dargestellt,
hergestellt in Übereinstimmung mit dem herkömmlichen
Verfahren (siehe
koreanische
Patentveröffentlichung Nr. 2006-48546 ) durch:
Packen von Hepatozyten enthaltenden Gelperlen, die wie in den Schritten
1) und 2) des oben genannten Beispiels hergestellt wurden, in einem
Bioreaktor mit einem Volumen von 260 ml; Einstellen der oberen Platte
des Bioreaktors um den oberen Pegel der natürlich präzipitierenden
Gelperlen um 20% zusammenzupressen; und Zirkulieren des Plasmas
von der Unterseite zur Oberseite des Bioreaktors durch Verwenden
einer Schlauchpumpe.
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Eine
Testlösung wurde erhalten durch Mischen des Schweineplasmas,
das aus dem erfindungsgemäßen bioartifiziellen
Lebersystem nach Durchführen des experimentellen Beispiels
2 zurückgewonnen wurde, mit einer Kulturmediumsuspension,
die dieselbe Zusammensetzung wie die im experimentellen Beispiel
1 Verwendete, in einem Volumenverhältnis von 2:1.
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Die
Testlösung wurde durch jedes System bei einer Flussrate
von 300 ml/min zirkuliert. Im erfindungsgemäßen
System wurde die Flüssigkeitshöhendifferenz zwischen
dem Plasma, das in der Verbindungsleitung gefüllt war und
dem des Plasmareservoirs bei 40 cm gehalten.
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15
ml jeder Testlösung wurden jede 2 Stunden genommen, während
die Testlösung durch jedes System unter den oben genannten
Bedingungen für 6 Stunden zirkulierte, bei 3000 Upm für
10 Minuten zentrifugiert, um den Überstand zu verwerfen,
und Trypanblau wurde auf ein Gesamtvolumen von 100 μl hinzugegeben.
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Jede
so erhaltene Lösung wurde auf einen konkaven Objektträger überführt
und die Gesamtzellanzahl wurde unter einem Mikroskop gemessen.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt. Tabelle 1
| Perfusionszeit
(h) | Zellanzahl
pro 15 ml |
| | Vergleichssystem
(ein herkömmlicher Festbett Bioreaktor) | erfindungsgemäßes
System (Bioreaktor, bei dem die Perfusion durch einen Flüssigkeitshöhenunterschied
angetrieben ist) |
| 0 | 2 | 3 |
| 2 | 9 | 2 |
| 4 | 20 | 1 |
| 6 | 21 | 2 |
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Wie
in Tabelle 1 gezeigt, ist die Anzahl der Hepatozyten im Vergleichssystem,
die aus den Gelperlen entwichen sind nach 4 Stunden Zirkulation
deutlich erhöht, wohingegen die Anzahl der befreiten Zellen
im erfindungsgemäßen System auch nach 6 Stunden
Zirkulation unverändert geblieben ist.
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Weiter
wurde eine 50 ml Probe aus jedem der zwei Bioreaktoren nach 6 Stunden
Zirkulation entnommen und bei 4000 Upm bei 4°C zentrifugiert
und die genomische DNA (gDNA) wurde aus den aus jeder Probe isolierten
Zellen unter Verwendung des DNeasy Kit (QIAGEN GmbH, Hilden, Deutschland)
extrahiert.
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PCR
Analyse wurde unter Verwendung der so extrahierten DNA als Template
und forward primer (SEQ ID NO: 1) und ein reverse primer (SEQ ID
NO: 2) für das GAPDH Gen, das Housekeeping Gen, durchgeführt.
Als eine Kontrolle wurde die anfängliche Testlösung
in derselben Weise analysiert.
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Wie
in 6A gezeigt, wurden keine Zellen in der im erfindungsgemäßen
System zirkulierenden Probe detektiert, wohingegen das Vorhandensein
von Zellen in der im Vergleichssystem zirkulierenden Probe erfasst
wurde.
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Währenddessen,
nach den oben genannten Experimenten, wurden 5 ml Gelperlen von
jedem Bioreaktor des erfindungsgemäßen und Vergleichssystems
entnommen. Gemäß mikroskopischer Untersuchung wurde
keine Schädigung der Gelperlen des erfindungsgemäßen
Systems beobachtet, wohingegen beträchtliche Schädigungen
von ungefähr 150 Gelperlen insgesamt bei den Gelperlen
des Vergleichssystems beobachtet wurden (6B).
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Folglich
wurde bestätigt, dass das erfindungsgemäße
System effizient verhindert, dass, im Gegensatz zum herkömmlichen
Upflow Festbettsystem, Hepatozyten aus den Gelperlen entweichen.
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Während
die Erfindung im Hinblick auf die oben aufgeführten speziellen
Ausführungsbeispiele beschrieben worden ist, sollte anerkannt
werden, dass verschiedene Modifikationen und Änderungen
an der Erfindung vom Fachmann vorgenommen werden können,
die ebenso in den Umfang der Erfindung, wie sie durch die beigefügten
Ansprüche definiert ist, fallen.
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ZUSAMMENFASSUNG
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Die
vorliegende Erfindung offenbart ein bioartifizielles Lebersystem
mit einem Festbettreaktor, der mit Gelperlen, die Hepatozyten eines
Tieres enthalten, gepackt ist, einem Plasmareservoir, einem Plasmaseparator
und einer Abflusskammer, wobei das Plasma Reservoir an einer höheren
Position angeordnet ist als der Bioreaktor, ein Ventilationsfilter
in Kontakt mit der Atmosphäre auf der Oberseite des Plasmareservoirs
vorgesehen ist und die Oberseite des Plasmareservoirs direkt mit
der Abflusskammer über eine Verbindungsleitung verbunden
ist. Das erfindungsgemäße System führt
die essentiellen Leberfunktionen aus, ohne das Problem der Gelperlenschädigung
oder der Kanalbildung.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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