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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Für eine Vielzahl
von Verwendungszwecken in der Biotechnologie stehen viele etablierte
Zellinien zur Verfügung.
Einige Zellinien können
als Einzelzell-Suspension kultiviert werden, während andere Zellinien ohne einen
Träger
nicht gut wachsen. Das Wachstum einer Zellinie, die eine Träger benötigt, wird
häufig
durch die Oberfläche
beschränkt,
die den Zellen für
ein Wachstum auf ihr zur Verfügung
steht, da viele Zellinien auf der Oberfläche nur eine Schicht aus Einzelzellen
bilden. Zusätzlich
können
einige Zellinien dazu neigen, in Abwesenheit eins Trägers in
Klumpen oder als Aggregate zu wachsen, was ein unerwünschtes
Ergebnis darstellt, wenn sie als Einzelzell-Suspension benötigt werden, besonders aber,
wenn die Zellen mit einem Virus zu infizieren oder mit einem rekombinanten
Vektor zu transformieren sind, da das Virus oder der Vektor keinen
Zugang zu den Zellen innerhalb des Klumpen oder Aggregats erhalten
können.
Daher können
schwerwiegende Probleme beim Heraufsetzen des Maßstabs der Kultivierung einer
Zellinie auftreten, insbesondere hinsichtlich des Bereitstellens
von ausreichend Oberfläche,
auf dem die Zellen wachsen können,
und/oder der Vermeidung eines Verklumpens der Zellen.
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Microcarrier-Technologie
ist verwendet worden, um Zellen in Kultur zu kultivieren. Zum Beispiel
haben Forestell et al. (Biotech. Bioeng. 40:1039–1044 (1992)) eine verlängert fortlaufende
Subkultur von humanen diploiden Fibroblasten auf Microcarriern unter
Verwendung eines Mediumzusatzes offenbart, das den Bedarf der kultivierten
Zellen an Serum verringert. Weiterhin haben Ohlson et al. (Cytotechnology
14:67–80
(1994)) den Bead-zu-Bead-Transfer von Zellen aus Eierstöcken des
Chi nesischen Hamsters unter Verwendung von makroporösen Gelatine-Microcarriern offenbart.
Hu et al. (Biotech. Bioeng. 27:1466–1476 (1985)) haben schließlich die
fortlaufende Vermehrung von Säugetierzellen
auf Microcarriern unter Verwendung einer Selektions-pH-Trypsinierungstechnik
offenbart. In Develop. Biol. Standard., Band 55, 1984, S. 67–75, wird
die Trennung von Zellen von Microcarriern mittels der Verwendung
eines Nylonsiebs offenbart.
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Angesichts
der oben genannten Probleme besteht jedoch ein Bedarf nach Verbesserungen
bei den Kultivierungsverfahren von Zelllinien, bei Verfahren zum
Produzieren von Viren für
klinische Verwendungen und bei Verfahren zum Heraufsetzen des Maßstabs der
Produktion von Viren für
großtechnischere
Vermarktung besonders von rekombinanten Viren für die Gentherapie. Die vorliegende
Erfindung befriedigt diese Bedürfnisse
und andere.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren für die Trennung von Zellen von
Microcarriern, auf denen sie kultiviert worden sind, von denen sie
jedoch abgelöst
worden sind, umfassend das Einbringen einer wässrigen Suspension aus Zellen
und Microcarriern durch einen Zulauf in eine Trennvorrichtung, wobei
die Trennvorrichtung
- (a) einen Zulauf,
- (b) eine Säule,
- (c) einen Auslaß für die Entnahme
von Zellen und der wässrigen
Lösung,
und
- (d) ein Maschensieb umfaßt,
wobei
die Microcarrier in der Trennvorrichtung durch einen Aufwärtsfluß in Suspension
gehalten werden und durch ein Maschensieb in der Trennvorrichtung
zurückgehalten
werden, und wobei die Zellen und die wäßrige Lösung durch einen Auslaß entnommen
werden.
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Die
Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren für die Trennung von Zellen von
Microcarriern, auf denen die Zellen kultiviert worden sind, durch
Verwenden eines Systems, das
- (a) einen Bioreaktor,
in dem die Zellen auf den Microcarriern kultiviert worden sind;
- (b) einen Durchlauf von dem Bioreaktor zu einer Trennvorrichtung;
- (c) eine Trennvorrichtung, die
(i) einen Zulauf,
(ii)
eine Säule,
(iii)
einen Auslaß für die Entnahme
von Zellen und der wäßrigen Lösung, und
(iv)
ein Maschensieb umfaßt,
wobei
die Microcarrier in der Trennvorrichtung durch einen Aufwärtsfluß in Suspension
gehalten werden und durch ein Maschensieb in der Trennvorrichtung
zurückgehalten
werden, und wobei die Zellen und die wässrige Lösung durch den Auslaß entnommen
werden, und
- (d) eine Pumpe umfaßt,
wobei die Pumpe den Fluß der
wäßrigen Lösung von
dem Bioreaktor zu dem Auslaß steuert.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER FIGUREN
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1 ist
eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Systems, das zum Trennen
von Medien, die freie Zellen und Virus enthalten, von Microcarriern
verwendet wird.
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2 ist
eine auseinandergezogene Darstellung einer erfindungsgemäßen Trennvorrichtung,
die zum Trennen von Medien, die freie Zellen und Virus enthalten,
von Microcarriern verwendet wird.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung befaßt
sich mit der großtechnischen
Kultivierung von Zellen für
die Vermehrung von Viren, insbesondere rekombinanten Viren, für die Gentherapie,
Impfstoffherstellung usw. Insbesondere befaßt sich die vorliegende Erfindung
mit drei Aspekten der großtechnischen
Kultivierung der Verwendung des Bead-zu-Bead-Transfers von adhärenten Zellen,
um nachfolgendem die Anzahl der Zellen in Kultur heraufzusetzen,
einschließlich
der Verwendung von Trypsin zum Lösen
der Zellen von Microcarriern in Bioreaktoren, der Verwendung von
Wirbelschicht („fluidized
bed")-ähnlicher
Trennung von Zellen von dem Kügelchen
während
der Ernte, und der Verwendung von Mikrofiltration zum Aufbrechen
der Zellen, um so Viruspartikel freizusetzen.
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Der
Begriff "Virus", wie er hier verwendet
wird, schließt
nicht nur natürlich
vorkommende Viren ein, sondern auch rekombinante Viren, attenuierte
Viren, Impfstoffstämme
und so weiter. Rekombinante Viren schließen virale Vektoren ein, die
ein heterologes Gen umfassen, sind aber nicht auf diese beschränkt. In
einigen Ausführungsformen
wird/werden (eine) Helferfunktion(en) für die Replikation der Viren
durch die Wirtszelle, ein Helfervirus oder ein Helferplasmid bereitgestellt.
Charakteristische Vektoren schließen solche ein, die Säugetierzellen,
insbesondere menschliche Zellen, infizieren werden, und aus Viren,
wie beispielsweise Retroviren, Adenoviren, Adeno-assoziierten Viren,
Herpesviren und Avipox-Viren, abgeleitet werden können, sind aber
nicht auf solche beschränkt.
Adenovirale Vektoren werden bevorzugt. Typ 2- und Typ5-adenovirale
Vektoren werden mehr bevorzugt, wobei Typ 5-adenovirale Vektoren
besonders bevorzugt werden. ACN53 ist ein rekombinantes Adenovirus
Typ 5, welches das humane Wildtyp p53-Tumor-Suppressorprotein kodiert, und das z.B.
in der veröffentlichten
Internationalen Patentanmeldung WO 95/11984 beschrieben ist.
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Wie
er hier verwendet wird, gibt der Begriff "konfluent" an, daß die Zellen eine kohärente einzellige Schicht
auf der Oberfläche
(z.B. des Microcarriers) gebildet haben, so daß praktisch die gesamte verfügbare Oberfläche genutzt
wird. Beispielsweise wurde "konfluent" als der Zustand
definiert (R.I. Freshney, Culture of Animal Cells – A Manual
of Basic Techniques, Wiley-Liss, Inc. New York, NY, 1994, S. 363),
bei dem "alle Zellen in
ihrer Peripherie überall
mit anderen Zellen in Kontakt stehen und kein verfügbares Substrat
unbedeckt geblieben ist".
Für Zwecke
der vorliegenden Erfindung gibt der Begriff "im Wesentlichen konfluent" an, daß die Zellen
auf der Oberfläche
in allgemeinem Kontakt stehen, obwohl Lücken verbleiben können, so
daß über ungefähr 70 %,
bevorzugt über
ungefähr
90 % der verfügbaren
Oberfläche
genutzt wird. Dabei steht "verfügbare Oberfläche" für ausreichend
Oberfläche,
um eine Zelle aufzunehmen. Daher können schmale Lücken zwischen
benachbarten Zellen, die eine zusätzliche Zelle nicht aufnehmen
können,
keine "verfügbare Oberfläche" bilden.
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Die
Kultivierungsschritte in den erfindungsgemäßen Verfahren können in
einem, in dem Fachgebiet bekannten Bioreaktor oder Fermenter von
ungefähr
1 bis 5000 l durchgeführt
werden, der mit geeigneten Zuläufen
zum Einführen
der Zellen und Microcarrier, von sterilem Sauerstoff, verschiedenen
Medien zur Kultivierung etc.; Auslässen zum Entnehmen von Zellen,
Microcarriern und Medien; und Mitteln zum Bewegen des Kulturmediums
in dem Bioreaktor, bevorzugt einem Spin-Filter (der auch als ein
Auslaß für Medien
dienen kann), ausgerüstet
ist. Beispielhafte Medien sind in der Literatur offenbart, siehe
beispielsweise Freshney, Culture of Animal Cells – A Manual
of Basic Techniques, Wiley-Liss, Inc. New York, NY, 1994, S. 82–100. Der
Bioreaktor wird auch Mittel zum Kontrollieren der Temperatur und
bevorzugt Mittel zum elektronischen Überwachen und Steuern der Funktionen
des Bioreaktors aufweisen.
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Beispielhafte
Microcarrier, auf denen die Zellen wachsen können, sind im Fachgebiet bekannt
und sind bevorzugt besonders an die Zwecke der Zellkultivierung
angepasst. Es wird allgemein Bezug genommen auf das von Pharmacia
veröffentlichte
Handbuch „Microcarrier
Cell Culture – Principles & Methods". Es sollte jedoch
beachtet werden, daß einige
der in der vorliegenden Erfindung verwendeten Zellinien nicht stark
an die Oberflächen
der Microcarrier adhärieren
dürften,
und es im Vermögen
des Fachmanns liegt, eine geeignete Kombination aus Zellinie, Virus
(soweit anwendbar), Microcarrier und Kulturbe dingungen zu bestimmen.
Der Microcarrier hat bevorzugt eine Partikelgröße im Bereich von ungefähr 100 bis
250 μm,
bevorzugter im Bereich von ungefähr
130 bis 220 μm,
und sollte aus einem nicht-toxischen Material zusammengesetzt sein.
Der Mittelwert der Probengröße fällt bevorzugt
in diese Bereiche, so daß diese
Größenbereiche
bevorzugt solche von mindestens der mittleren 90 % der Microcarrierprobe
sind. In einer bevorzugten Ausführungsform
besteht der Microcarrier aus im Wesentlichen kugelförmigen Mikrokügelchen
mit einer mittleren Partikelgröße von ungefähr 150 bis
200 μm,
bevorzugt 170 bis 180 μm.
Die Mikrocarrieroberfläche
kann behandelt sein, um die Zelladhäsion zu verändern, insbesondere um die
Zelladhäsion
zu erhöhen,
aber dennoch Vermehrung und Ausbreitung zu erlauben; die Microcarrier
können
daher beschichtet sein, z.B. mit Kollagen. Bevorzugt sind Microcarrier
etwas dichter als das Kulturmedium, so daß sie leichtes Rühren in
Suspension hält,
während
einfache Mittel, wie beispielsweise Sedimentation oder Zentrifugation,
ihre Trennung ermöglicht.
Eine Dichte von 1,03 bis 1,045 g/ml bei Äquilibrierung der Microcarrier
mit einer Standardlösung
wie beispielsweise 0,9 % NaCl (oder mit dem Kulturmedium) ist geeignet.
Die Erfinder haben herausgefunden, daß die Cytodex 3-Microcarrier von
Pharmacia diese Anforderungen im Allgemeinen erfüllen, obwohl die besonderen
Anforderungen, die für bestimmte
Zellinien oder Viren gelten, die Auswahl eines bestimmten Cytodex-Microcarriers
erforderlich machen können.
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Die
Zellen können
die einer jeden geeigneten Wirtszellinie sein, die in der Lage ist,
sich selbst zu replizieren und insbesondere die Replikation des
Virus von Interesse unterstützt.
Eine besonders bevorzugte Zellinie ist die humane embryonale Nierenzellinie
293 (ATCC-Katalognummer CRL 1573). Diese Zellen adhärieren nicht
stark an alle Microcarrier und werden bevorzugt mit Cytodex 3-Microcarriern
von Pharmacia verwendet, die für
eine bessere Zelladhäsion
Kollagen-beschichtet sind. Cytodex 3-Microcarrier haben eine mittlere
Partikelgröße von ungefähr 175 μm, wobei
die mittleren 90 % der Probe eine Größe von ungefähr 140 bis 210 μm aufweisen,
die Dichte solcher Microcarrier beträgt 1,04 g/ml, wenn sie mit
0,9 % NaCl equilibriert werden. Die Zellen werden in einem ersten
Schritt bevorzugt auf einem derartigen Microcarrier kultiviert und
dann von ihm gelöst
und für
einen Herstellungsschritt auf zusätzliche Microcarrier überführt.
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Das
Rühren
kann herkömmlicherweise
nicht nur durch eine Schaufel am Grund des Bioreaktors durchgeführt werden,
sondern auch durch einen rotierenden Spin-Filter, der sich bevorzugterweise
von der Spitze des Bioreaktors abwärts in den Großteil des
Mediums erstreckt. Die Zellen und Microcarrier können durch Rotieren des Spin-Filters
in der Kultur in Suspension gehalten werden, wobei der Spin-Filter
auch mit feinen Ausflußöffnungen
ausgerüstet
sein kann, welche die Entnahme von Medium ohne Verlust an Zellen
ermöglichen. Das
Medium kann gleichzeitig oder abwechselnd entnommen und ersetzt
werden, wobei es häufig
günstig
ist, einen wesentlichen Teil (z.B. bis zu ungefähr 50 %) des Mediums zu entnehmen
und es dann mit dem geeigneten Ersatzmedium aufzufüllen, während weiterhin
Medium, z.B. durch den Spin-Filter, entnommen wird.
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Üblicherweise
werden die Zellen ausgehend von einem Röhrchen mit dem Zellbankstamm über verschiedene
Größen von
T-Flaschen und bevorzugt letztendlich in Bioreaktoren hochge zogen.
Ein bevorzugtes Gefäß ist die
CELL FACTORYTM-Gewebekulturflasche (CF,
NUNC), eine speziell entworfene große Flasche, die praktischerweise
verschiedene innere Abteilungen aufweist, die eine große Oberfläche bereitstellen,
an der die Zellen adhärieren
oder anhaften können
und auf der sie wachsen können.
Nach Kultur bis zur wesentlichen Konfluenz können die Zellen durch Trypsinierung
gelöst
und isoliert werden. Die Trypsinierung wird für einen kurzen Zeitraum (bevorzugt
weniger als 5 Minuten, bevorzugter ungefähr 3 Minuten) durchgeführt, und
das Trypsin dann durch die schnelle Zugabe von Serum in das Wachstumsmedium
neutralisiert. Falls gewünscht, können die
Zellen zentrifugiert und das Trypsin-enthaltende Medium entfernt
werden, bevor das Serum zugegeben wird. Die entstehende Zellsuspension
wird dann üblicherweise
in einen Anzucht-Produktionsbioreaktor (üblicherweise mit 20 bis 30
l Volumen) zur weiteren Kultivierung gegeben, und, in einigen Ausführungsformen, in
einen größeren Produktionsbioreaktor
(üblicherweise
mit 150 bis 180 l Volumen).
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Das
Verhältnis
des Volumens des zweiten (größeren) Bioreaktors
zu dem Anzucht-Bioreaktor hängt von
dem Grad ab, bis zu dem die Zellinie in dem ersten Bioreaktor vermehrt
wird, liegt aber üblicherweise
im Bereich von 5 : 1 bis 10 : 1, z.B. im Bereich von (6–8) : 1.
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Die
Zellen werden durch ein Trypsinierungsverfahren von den Microcarriern
gelöst,
das in dem Kultivierungsgefäß, vorzugsweise
einem Bioreaktor, durchgeführt
wird, während
die Microcarrier suspendiert sind. Der Spin-Filter wird verwendet,
um Mediumwechsel durchzuführen,
um die Serum- und Calciumgehalte in dem Medium zu reduzieren, was
die Wirksamkeit der Trypsi nierung erhöht, während in dem Bioreaktor ein
konstantes Volumen beibehalten wird. Absetzschritte, die Schaden
an den Zellen auf den Microcarriern hervorrufen können, werden
vermieden. Die entstehende Zell/Microcarrier-Suspension kann dann
in einen Produktionsbioreaktor überführt werden,
der vorher mit Kulturmedium und Microcarriern bestückt wurde.
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Nach
dem Transfer der Zell/Microcarrier-Suspension aus dem Anzucht-Bioreaktor
wird der Produktionsbioreaktor (z.B. ungefähr 200 l) zum Beispiel bei
ungefähr
37 °C und
ungefähr
pH 7,3 betrieben. Eine Perfusion frischen Mediums während der
Zellvermehrung kann dann durchgeführt werden, um die Laktatkonzentration
unter ungefähr
1,0 g/l zu halten. Den Zellen wird üblicherweise ermöglicht,
auf für
ungefähr
4 bis 7 Tage den Microcarriern zu wachsen, bis mehr als 50 % der
Microcarrier vollständig
konfluent sind. Bevorzugt wird dann ein Virusinfektionsprozess eingeleitet.
Ein Röhrchen
mit 40 bis 50 ml viralen Inokulum, das üblicherweise ungefähr 1,0 × 1013 virale Gesamtpartikel enthält, wird
verwendet, um den Produktionsbioreaktor zu infizieren. Dem Virus
wird ermöglicht,
sich in dem Produktionsbioreaktor für 3 bis 5 Tage bis zum Erreichen
des Zeitpunkts des maximalen Virustiters zu replizieren. Üblicherweise
werden sich dann mehr als 90 % der Zellen wegen der zellschädigenden
Wirkungen des Virus von den Microcarriern gelöst haben. Die endgültige Ausbeute an
rekombinantem Adenovirus aus dem Produktionsbioreaktor beträgt üblicherweise
ungefähr
8,5 × 109 virale Partikel/ml. Dies ergibt eine Gesamtausbeute
an viralen Partikeln von ungefähr
1,4 × 1015 aus jeder Charge von 160 l.
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In
anderen Ausführungsformen
der Erfindung wird der Produktionsbioreaktor mit Zellen inokuliert,
die durch Trypsinisierung gewonnen wurden und dann direkt verwendet
werden, um den Produktionsbioreaktor anzuimpfen. Üblicherweise
werden 8 bis 12 CELL FACTORYTM-Gewebekulturflaschen
verwendet, um die Gesamt-Anzuchtdichte des Inokulums für den Bioreaktor
von 0,6 bis 1 × 105 Zellen/ml zu erhalten. Die übliche Virusausbeute
in diesem Verfahren reicht von ungefähr 1,7 bis 2,6 × 1010 viralen Partikeln/ml. Daher stellt dieses
besondere Verfahren eine Gesamtviruspartikelzahl von ungefähr 3 bis
4 × 1015 aus jeder Charge von 160 l zur Verfügung.
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In
einigen Ausführungsformen
der Erfindung wird ein Wirbelschicht-ähnliches Verfahren verwendet, um
die Zellen aus dem Bioreaktor zu ernten. Üblicherweise wird der Bioreaktor
geerntet, nachdem sich ungefähr
90 % der Zellen von den Microcarriern gelöst haben. Ohne an irgendeine
Theorie gebunden zu sein, scheint die zellschädigende Wirkung der Virusvermehrung
in den Wirtszellen für
die Zellablösung
verantwortlich zu sein. In anderen Ausführungsformen können nicht-infizierte
Zellen durch das erfindungsgemäße Trypsinierungsverfahren
von den Microcarriern gelöst
werden. Nachdem der Bioreaktor geerntet wurde, enthält die Brühe („broth") Zellen, Microcarrier
und Medium. Das Virus liegt in den Zellen und in dem Medium vor.
Daher wird bevorzugt dieses gesamte Material für die Prozessierung gesammelt.
Die spezifische Schwere (Dichte) der Microcarrier ist ähnlich der
Dichte der Zellen. Bevorzugt werden die Microcarrier frei suspendiert
gehalten, während
die Zellen von den Kügelchen
getrennt werden, da Prozessierungsschritte, die eine Sedimentierung einsetzen,
ein Absetzen der Zellen mit den Microcarriern verursachen, was zu
Verlusten bei der Ausbeute führt.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
einer Trennvorrichtung ist in den 1 und 2 dargestellt.
In einigen Ausführungsformen
der Erfindung wird die Trennvorrichtung als Teil eines Systems bereitgestellt.
Ein beispielhaftes System ist in 2 dargestellt.
Das System umfasst daher einen Bioreaktor 100, in dem die
Zellen auf Microcarriern kultiviert werden, einen Durchlauf 102 von
dem Bioreaktor zu der Trennvorrichtung 104, die Trennvorrichtung
umfaßt
eine Säule 106;
ein Auslaß 108 für die Entnahme
von Zellen und der wässrigen Lösung; und
ein Maschensieb 110. Die Microcarrier werden durch einen
Aufwärtsfluß in der
Trennvorrichtung in Suspension gehalten und durch ein Maschensieb
in der Trennvorrichtung zurückgehalten,
und die Zellen und die wässrige
Lösung
werden durch den Auslaß entnommen.
Ebenfalls in dem System wird eine Pumpe 112 bereitgestellt,
wobei die Pumpe den Fluß der
wäßrigen von
dem Bioreaktor zu dem Auslaß steuert.
In einigen Ausführungsformen
können
ein Mikrofilter 114 und ein Ultrafilter 116 als
Komponenten des Systems bereitgestellt werden.
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In
der in 1 gezeigten Ausführungsform umfaßt die Trennvorrichtung üblicherweise
eine Säule 106, wie
beispielsweise eine Chromatographiesäule, die einen Zulauf 114 aufweist,
durch den eine wässrige
Suspension von Zellen und Microcarriern aus dem Bioreaktor 100 in
die Trennvorrichtung 104 eingebracht wird, und mindestens
einen Auslaß 108 für die Entnahme
von Zellen und der wäßrigen Lösung, und
ein Maschensieb 110. Die Microcarrier werden in der Säule durch
einen Aufwärtsfluß in der
Trennvorrichtung in Suspension gehalten und durch ein Maschensieb
in der Trennvorrichtung zurückgehalten,
und wobei die Zellen und die wäßrige Lösung durch
den Auslaß entnommen
werden. Die Flußrate
in der Trennvorrichtung beträgt
ungefähr 1
bis ungefähr
3 cm/min. Üblicherweise
wird ein Aufwärtsfluß durch
die Säule
durch Pumpen einer wäßrigen Lösung, wie
beispielsweise der Zellsuspension oder eines Puffers, durch den
Zulauf erzeugt, wobei der Zulauf am Boden der Einrichtung angeordnet
ist und der Auslaß an
der Spitze der Einrichtung angeordnet ist.
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2 ist
eine erweiterte schematische Ansicht einer Trennvorrichtung 200,
die eine Auslaßanordnung 210,
eine Maschensiebanordnung 212, einen Zulauf 214 und
eine Säule 216,
die einen oberen Abschnitt 218 und einen unteren Abschnitt 220 aufweist,
genauer darstellt. Der untere Abschnitt umfaßt üblicherweise ungefähr 20 bis
50 %, bevorzugter ungefähr
30 % des Säulenvolumens
und enthält
den Zulauf. Der untere Abschnitt ist bevorzugt konisch mit einem
bevorzugten Winkel von ungefähr
15 bis 45°.
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Die
Fermentationsbrühe
aus dem Bioreaktor wird daher in die Basis der Säule gepumpt. Die Flußrate wird
eingestellt, um einen Aufwärtsfluß bereitzustellen,
der ausreicht, um die Zellen und viralen Partikel in dem Medium
suspendiert zu halten, während
er das Zurückhalten
der Microcarrier innerhalb der Trennvorrichtung ermöglicht.
Bevorzugt beträgt
die Flußrate
ungefähr
1–2 cm/min,
da die Zellen eine spezifische Schwere ähnlich derer der Microcarrier
aufweisen. Die geklärte
Brühe,
die Zellen und Virus enthält,
passiert durch das Maschensieb am oberen Ende der Wirbelschicht-ähnlichen
Säule und
wird für
die Mikrofiltration gesammelt.
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Für eine Anordnung
im 200 l-Maßstab
ist der untere Abschnitt der Säule
bevorzugt konisch. Der Konus ermöglicht
eine graduelle Verringerung der linearen Beschleunigung der Fermentationsbrühe, die
in den Konus einfließt.
Die Flüssigkeitsbeschleunigung
der Einlaßlinie
wird verringert, um einen verringerten linearen Fluß in einer
einheitlichen Verteilung über
den Querschnitt des oberen Endes des Konus zu erhalten. Die Wände des
Konus sind in einem Winkel angeordnet, der es den Kügelchen,
die sich an den Wänden
absetzen, ermöglicht,
sich abwärts
zum Zulauf zu bewegen. Auf diese Weise werden diese Kügelchen
resuspendiert, um ein Einfangen der Zellen zwischen den abgesetzten
Kügelchen
zu vermeiden. Der Winkel der konischen Wände beträgt bevorzugt ungefähr 30°. Winkel
von weniger als 15° stellen
einen außergewöhnlich langen
Konus zur Verfügung
und Winkel größer als
ungefähr
45° können den
Einlaßfluß nicht
wirksam verteilen. Der obere Bereich der Säule wirkt als eine Zone, in
der sich die Kügelchen
mit einer Rate absetzen, die größer als
die lineare Flußrate
des Fermentationsmediums ist. Dieser Abschnitt der Säule ist
von zylindrischer Form. Innerhalb dieser Zone wird eine Grenze gebildet,
so daß sich
die Microcarrier in dem unteren Bereich der Säule anreichern. Eine Endplattenanordnung 222 (2)
der Säule
wirkt als ein Sammelpunkt für
das geklärte
Fermentationsmedium, das Zellen und Virus enthält. Dieses besteht aus einer
Endplatte 224, die mit einer Maschenanordnung ausgerüstet ist.
Dieses Sieb, bevorzugt mit ungefähr
50er-120er-Maschen, bevorzugter mit ungefähr 100er-Maschen, wirkt als
ein zweiter Punkt zur Entnahme der Microcarrier.
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Die
oben beschriebene Ausführungsform
ist die in den hierin enthaltenen Beispielen bevorzugte Ausführungsform.
Die Säulenabmessungen
und das Maschensieb können
auf Grundlage des Lösungsvolumen, das
zu prozessieren ist, der Konzentration der Kügelchen, der bestimmten verwendeten
Microcarrier und der Medienzusammensetzung (z.B. der spezifischen
Schwere des Mediums) variiert werden. Eine bevorzugte Säule besteht
aus einem Basiskonus, der aus rostfreiem Stahl maßgeschneidert
gefertigt wurde, um an zwei KS370-"section tubes" von Pharmacia befestigt zu werden,
die mit einer KS370-Endanordnung ausgerüstet sind, in der das Sieb
des Verkäufers
gegen ein Sieb aus rostfreiem Stahl (ss) (bevorzugt ungefähr 50er
bis 120er-Maschen, bevorzugter ungefähr 100er-Maschen) ausgetauscht
wurde.
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Nachdem
Zellen gesammelt wurden, werden sie bevorzugt lysiert, um weitere
Viruspartikel freizusetzen. Homogenisierung oder Gefrier-Tau-Schritte
können
verwendet werden, um die Viruspartikel freizusetzen. In einer bevorzugten
Ausführungsform
der Erfindung wird Mikrofiltration angewendet, um gleichzeitig Virus-enthaltende
Zellen zu lysieren und die Brühe
von Zelltrümmern
zu klären,
die ansonsten die virale Aufreinigung stören würden. Beispielsweise kann die
Mikrofiltration unter Verwendung eines Prostak (Millipore)-Systems
mit einer hydrophilen oder hydrophoben Membran von 0,65 μm und einer
Schergeschwindigkeit von 7000 l/sek durchgeführt werden. Die Schergeschwindigkeit
wird durch den Fluß des
zurückgehaltenen
Materials ("retentate") durch die tangentialen
Flußkanäle der Membran
erzeugt. Der Querstrom ("cross-flow") wird daher nicht
nur verwendet, um ein Verkrusten ("fouling") der Membran zu verhindern, sondern
kann auch verwendet werden, um ausreichend Scherkräfte zum
Lysieren der Zellen zu erzeugen. Die Porengrö ße des Filters sollte ausreichend
sein, um ein Passieren des Virus zu ermöglichen, während Zelltrümmer zurückgehalten
werden. Daher reicht die Porengröße üblicherweise
von ungefähr
0,2–0,65 μm. Die Schergeschwindigkeit
reicht üblicherweise
von ungefähr
2000 bis 10 000 l/sek, bevorzugter beträgt sie ungefähr 7000
l/sek.
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Da
virale Partikel mit zellulären
Nukleinsäuren
komplexiert werden können,
wird üblicherweise
BENZONASETM-Endonuklease (American International
Chemical, Inc.) in die geklärte
Brühe zugegeben,
um zelluläre
Nukleinsäuren
zu verdauen. In einer bevorzugten Ausführungsform wird zum Konzentrieren
des Virus eine Ultrafiltration unter Verwendung eines Pellicon-Systems
(Millipore) mit einer regenerierten Pellicon I-Cellulosemembran mit einem Molekulargewichts-Cutoff
von nominal 1 Million durchgeführt.
Der Ultrafiltrationsschritt erfüllt
zwei Funktionen: das Virus wird für die Aufreinigung auf konzentriert
und eine Diafiltration wird durchgeführt, um den Puffer auszutauschen,
so daß die
Virussuspension direkt auf eine DEAE-Säule gegeben werden kann. Das
Eluat aus dem Mikrofilter enthält
das freigesetzte Virus und wird bevorzugt aufkonzentriert, z.B. durch
Ultrafiltration.
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Zwischen
jedem Kultivierungsschritt können
die Zellen gelockert und durch Trypsinierung, z.B. durch Behandlung
mit Trypsin, von dem Microcarrier entfernt werden. In der vorliegenden
Erfindung wird das in der Kultivierung verwendete Serum bevorzugt
entfernt, da das Serumprotein das Trypsin inhibiert, das Entfernen des
Serums daher die Verwendung einer geringeren Menge Trypsins erlaubt.
Dies ist vorteilhaft, da die Zugabe einer größeren Menge örtlich begrenzte
hohe Konzentrationen von Trypsin hervorrufen kann, welche die Zellen
beschädigen
können.
Hinsichtlich des nächsten
Schrittes werden Ca++-Ionen entfernt, da
die Entfernung dieser Ionen von den Zellen dazu führt, die
Zellen zu lockern und es ermöglicht,
weniger Trypsin zu verwenden. Daher kann das Lockern und das Abstreifen
von Zellen, insbesondere von der humanen embryonalen Nierenzellinie
293 in geeigneter Weise die folgenden Schritte beinhalten:
- (i) schnelles Waschen der Zellen zum Entfernen
von Serum und anderen löslichen
Materialien;
- (ii) Entfernen von Ca++ von den gewaschenen
Zellen durch Zugabe eines komplexbildenden Mittels;
- (iii) schnelles Entfernen des komplexbildenden Mittels;
- (iv) schnelles Zugeben von Trypsin;
- (v) Trypsinieren der Zellen über
einen kurzen Zeitraum (der bevorzugt von ungefähr 3 Minuten bis ungefähr 15 Minuten
reicht); und
- (vi) schnelles Neutralisieren des Trypsins durch Zugeben von
Protein.
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Im
obigen Schritt (i) steht der Ausdruck "schnelles Waschen" für
die Perfusion eines Austauschvolumens an Medium mit einer Rate von
ungefähr
1 bis 3 l/min, bevorzugter von ungefähr 2 l/min bei konstantem Bioreaktorvolumen.
Der Ausdruck "schnelles
Entfernen des komplexbildenden Mittels" in Schritt (iii) oben steht für die Perfusion
von ein und einem halben Austauschvolumen an Medium mit einer Rate
von ungefähr
1 bis 3 l/min, bevorzugter ungefähr
von 2 l/min bei konstanten Bioreaktorvolumen. Der Ausdruck "schnelles Zugeben
von Trypsin" in
Schritt (iv) oben steht für
das Zugeben des geeigneten Vo lumens an Trypsinlösung (üblicherweise eine 2,5 %ige
Lösung)
mit einer Rate von ungefähr
1 bis 3 l/min, bevorzugter von ungefähr 2 l/min. Der Ausdruck "schnelles Neutralisieren
des Trypsins durch Zugeben von Serum" in Schritt (vi) oben steht für das Zugeben
des geeigneten Volumens an Serum mit einer Rate von ungefähr 1 bis
3 l/min, bevorzugter von ungefähr
2 l/min.
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Wenn
das Serum in Schritt (i) nicht entfernt wird, dann kann die Zugabe
der benötigten
Mengen an Trypsin zu örtlich
begrenzten hohen Konzentrationen von Trypsin führen, welche die Zellen schädigen oder sogar
abtöten
können,
anstatt sie einfach zu lösen.
Das Entfernen des Serums in Schritt (i) und des Ca++ in Schritt
(ii) verringert die Menge des in den Schritten (iv) und (v) benötigten Trypsins.
Um zu vermeiden, dass die Zellen tatsächlich geschädigt oder
sogar abgetötet
werden, sollte die Behandlung mit dem komplexbildenden Mittel und
mit dem Trypsin bevorzugt kurz gehalten werden (d.h. lang genug,
um die Zellen von den Microcarriern zu lösen, aber bevorzugter nicht
länger).
Beispiele von bevorzugten komplexbildenden Mitteln umfassen EDTA
(Ethylendiamintetraessigsäure)
und EGTA (Ethylen-bis(oxyethylen-nitrilo)tetraessigsäure).
-
Das
Serum wird durch einen Mediumwechsel entfernt, zum Beispiel kann
das Medium durch einen Spin-Filter abgepumpt werden. Serum-freies
Waschmedium wird zugegeben, um das zu ersetzen, was abgepumpt wurde,
und die Mischung wird gerührt.
Alternativ kann die Zugabe von Serum-freien Waschmedium kontinuierlich
durch ein Entfernen des Mediums durch den Spin-Filter erfolgen.
Der Vorgang wird wiederholt, bis die Serumkonzentration auf ein
ausreichend niedriges Niveau, z.B. weniger als ungefähr 1,0 bis
0,2 %, bevorzugt ungefähr
0,2 % verringert worden ist. Das komplexbildende Mittel, bevorzugt
EDTA, wird in Serumfreiem komplexbildenden Medium zugegeben, die
Mischung wird erneut gerührt
und das komplexbildende Medium abgepumpt. Alternativ kann die Zugabe
des komplexbildenden Mittels in Serum freiem Medium kontinuierlich
durch das Entfernen des Mediums durch den Spin-Filter erfolgen.
-
Das
Trypsin wird bevorzugt in Schritt (v) verwendet, um im Bioreaktor
eine Konzentration von ungefähr 0,5
bis 0,1 % bereitzustellen, und ihm wird ermöglicht für 5 bis 10 Minuten auf die
Zellen einzuwirken, zum Beispiel bevorzugt mit einer Trypsinkonzentration
von ungefähr
0,065 % für
ungefähr
8 Minuten. Protein, üblicherweise
in der Form von bovinem Kälberserum,
wird dem Bioreaktor bevorzugt in einer Endkonzentration von ungefähr 10 bis
20 % zugegeben, um das Trypsin zu inhibieren.
-
Daher
bereitet die Zugabe von Serum in Schritt (vi) die Zellen nicht nur
für weitere
Kultivierung vor, sondern neutralisiert auch verbliebenes Trypsin.
Die gesamte Abfolge der Schritte (i) bis (vi) kann in situ in dem Bioreaktor
stattfinden, in einigen Ausführungsformen
kann die Suspension von Microcarriern und Zellen in einen größeren Bioreaktor überführt werden,
indem für
den nächsten
Schritt der Kultivierung weitere Microcarrier zugegeben werden.
Den Zellen wird ermöglicht,
sich an die Microcarrier anzulagern und werden dann weiter kultiviert.
Wenn sie erneut im Wesentlichen konfluent vorliegen (zum Beispiel
nach 3 bis 4 Tagen Kultivierung bei ungefähr 37 °C) kann mit ihnen die nächste Stufe
durchlaufen werden, die zum Beispiel ein Ernten, Lockern für weiteres
Her aufsetzen des Kulturmaßstabs
(„upstaging") oder Animpfen mit
Virus sein kann. Wenn die Zellen bloß für die Ernte kultiviert worden
sind, können
sie in diesem Stadium geerntet werden, z.B. durch eine Wiederholung
der obigen Schritte (i) bis (vi). Wenn sie für weiteres Heraufsetzen des
Kulturmaßstabs
(„upstaging") benötigt werden,
können
die obigen Schritte (i) bis (vi) wiederholt werden. Wenn sie für die Vermehrung eines
Virus kultiviert wurden, kann das Virus nun in das Medium geimpft
werden.
-
Die
hier beschriebenen Beispiele dienen der Veranschaulichung der vorliegenden
Erfindung. Die gewählten
Vektoren und Wirte und anderen Materialien, die Konzentration der
Reagenzien, die Temperaturen und die Werte der anderen Variablen
veranschaulichen die Anwendung der vorliegenden Erfindung.
-
EXPERIMENTELLE BEISPIELE
-
I. ÜBERBLICK
-
A. Zubereitung des Zellinokulums
-
Jede
virale Fermentationscharge wird ausgehend von einer Zelllinie gestartet,
die von einem Röhrchen
293-Zellen der "Manufacturers
Working Cell Bank" (MWCB)
vermehrt wird. Die Bioreaktoren werden mit 293-Zellen (ATCC-Katalognummer
CRL 1573) angeimpft, die durch Vermehren in T-Flaschen und CELL
FACTORY
TM durch Verwenden des Wachstumsmediums
(Medium 1), wie in Tabelle 1 unten dargestellt, erhalten werden.
Jeder Transfer stellt eine Passage dar. Üblicherweise werden Passa gen
mit den Nummern 4 bis 30 für
die Animpfung eines Anzucht-Bioreaktors
eingesetzt. TABELLE
1: ZUSAMMENSETZUNG DER MEDIEN
- 1 DMEM-Pulver
(erhältlich
von American Biorganics, Katalog-Nr. D2807): bevorzugt zur Bereitstellung
von 4,5 g/l Glukose und 0,584 g/l L-Glutamin verwendet; kein Natriumbicarbonat
und kein HEPES.
- 2 Ca++-freies
DMEM-Pulver (erhältlich
von American Biorganics, Katalog-Nr.
D2807403): bevorzugt zur Bereitstellung von 4,5 g/l Glukose und
0,584 g/l L-Glutamin verwendet; kein Natriumbicarbonat, kein Calciumchlorid und
kein HEPES.
- 3 Bovines Kälberserum: erhältlich von
Hyclone, Katalog-Nr. 2151.
- 4 EDTA-Stammlösung: 186,1 g/l EDTA und 20
g/l NaOH-Pellets.
- 5 Glutamin-Stammlösung: 29,22 g/l.
-
Um
den Transfer von Zellen von Flasche zu Flasche während der Zellexpansion vorzubereiten,
wird das verbrauchte Medium abgegossen und die Zellen in der Flasche
dann mit Phosphat gepufferter Salzlösung (PBS) gewaschen. Eine
Trypsinlösung
wird zu der einzelligen Schicht („monolayer") auf der Oberfläche der Flasche zugegeben und
die Zellen dieser ausgesetzt, bis sie sich von der Oberfläche lösen. Die
Trypsinwirkung wird dann durch Zugeben von Wachstumsmedium (Medium
1, Tabelle 1), das Serum enthält,
weitestgehend neutralisiert; eine vollständige Neutralisierung ist nicht
notwendig, da verbliebenes Trypsin eine niedrige Aktivität aufweisen
wird. Die Zellen können
durch Zentrifugation gewonnen und in frischem Wachstumsmedium (Medium
1) resuspendiert werden. Tabelle 2 zeigt die üblichen verwendeten Volumina. TABELLE
2: ÜBLICHE
BEIM TRANSFER VON ZELLEN VERWENDETE VOLUMINA
-
B. ZUBEREITUNG DES VIRUSINOKULUMS
-
Virusinokuli
können
durch Infizieren von reifen CELL FACTORYTM-Gewebekulturflaschen
zubereitet werden. In diesem Verfahren werden zuerst 293-Zellen
aus T-Flaschen in CELL FACTORYTM-Gewebekulturflaschen
vermehrt. Wenn die Kulturen in CELL FACTORYTM-Gewebekulturflaschen
reif sind (üblicherweise 80–90 % konfluent)
werden sie mit einem Inokulum aus der "Manufacturer's Working Virus Bank" (MWVB) infiziert. Die infizierten CELL
FACTORYTM-Gewebekulturflaschen werden inkubiert,
bis die 293-Zellen sich von der sie tragenden Oberfläche lösen. Die
Zellen werden durch Zentrifugation gesammelt und durch mehrfache Gefrier-Tau-Zyklen
aufgebrochen. Nach einer sich anschließenden Zentrifugation wird
das Virus in den Überstand
gewonnen und als Aliquots bei –20 °C oder niedriger
gelagert. Dieses Material ist das "Virusinokulum", das verwendet wird, um Bioreaktoren
zu infizieren. Wahlweise kann das Virusinokulum auch aus der Bioreaktorernte
gewonnen werden, die Filter-sterilisiert
wird (siehe "Ernte
des Produktionsbioreaktors" unten).
-
C. Zubereitung und Betrieb
des Anzucht-Bioreaktors
-
Bevorzugt
wird ein Anzucht-Bioreaktor verwendet, um das 293-Zellinokulum für den Produktionsbioreaktor
herzustellen. Der Anzucht-Bioreaktor ist Dampf-sterilisiert und
wird mit einer Charge von Filter-sterilisiertem Wachstumsmedium
(Medium 1, Tabelle 1, oben) für
den Suspensionsvorgang freier Zellen geladen. Für das Microcarrierverfahren
werden jedoch bevorzugt in diesem Stadium gequollene, sterile Microcarrier-Kügelchen (Cytodex 3 oder Äquivalente)
zugegeben.
-
Der
Anzucht-Bioreaktor wird mit den aus den CELL FACTORYTM-Gewebekulturflaschen
geernteten 293-Zellen angeimpft. Die Betriebsbedingungen werden
wie in Tabelle 3 gezeigt eingestellt. Der pH und der gelöste Sauerstoff
(DO) werden durch Einsprudeln von CO2 bzw.
Sauerstoff kontrolliert. Zusätzliches
Wachstumsmedium kann dem Bioreaktor durch Perfusion zugegeben werden.
Das Zellwachstum wird durch mikroskopische Untersuchung und durch
Messen der Laktatbildung und des Glukoseverbrauchs überwacht. Üblicherweise
ist der Anzucht-Bioreaktor zum Animp fen des Produktionsbioreaktors
bereit, wenn in ihm die Zelldichte in der Suspensionskultur 1 × 106 Zellen/ml erreicht. Jedoch sind für das Animpfen
bei dem Microcarrierverfahren einige zusätzliche Schritte nötig. Das
Serum und Calcium in dem Bioreaktormedium werden, wenn die Zellen
auf den Microcarriern >50
% konfluent sind, durch Verwenden von in Tabelle 1 beschriebenen
Medien abgewaschen. Trypsin wird dann schnell zugegeben und, wenn
die Zellablösung übliche Niveaus
erreicht, Serum zugegeben, um das Trypsin zu inaktivieren. Die Anzucht-Bioreaktorinhalte
werden dann in den Produktionsbioreaktor überführt.
-
Wahlweise
können
293-Zellen, die aus mehreren CELL FACTORY
TM-Gewebekulturflaschen
geerntet wurden, direkt als Inokulum für einen Produktionsbioreaktor
verwendet werden. Üblicherweise
werden 8–12 solcher
Kulturen geerntet und vereint, um ein Inokulum zu bilden. TABELLE
3: BETRIEBSBEDINGUNGEN FÜR
DEN ANZUCHT-BIOREAKTOR
-
D. Vorbereitung und Betrieb
des Produktionsbioreaktors
-
Das
virale Produktionsverfahren wird anhand eines 200 l-Produktionsbioreaktors
unter Verwendung von Wachstumsmedium (Medium 1, Tabelle 1) veranschaulicht.
In dem Suspensionskulturverfahren wird Filter-sterilisiertes Medium
in den Bioreaktor dosiert („batched"). In dem Microcarrier-Prozess
werden die Microcarrier jedoch entweder in situ in dem Produktionsbioreaktor
sterilisiert oder extern autoklaviert und dazugegeben. Diese Microcarrier
werden dann vor der Animpfung mit 293-Zellen in dem Wachstumsmedium (Medium 1)
konditioniert.
-
Der
Produktionsbioreaktor wird mit den 293-Zellen aus dem Anzucht-Bioreaktor
angeimpft. Die Betriebsbedingungen werden wie in Tabelle 4 gezeigt
eingestellt. Der pH und der gelöste
Sauerstoff (DO) werden durch Einsprudeln von CO2 bzw.
Sauerstoff kontrolliert. Wahlweise kann dem Bioreaktor durch Perfusion
zusätzliches
Wachstumsmedium zugegeben werden. Das Zellwachstum wird durch mikroskopische
Untersuchung und durch Messen der Laktatbildung und des Glukoseverbrauchs überwacht.
Den Zellen wird ermöglicht,
bis ungefähr
1 × 106-Zellen/ml zu wachsen. Der Bioreaktor wird
dann mit einem Virus angeimpft. Bevorzugt wird ein Mehrfachinfektionsverhältnis ("multiplicity of infection
(MOI) ratio"), dargestellt
als die viralen Gesamtpartikel pro Zelle, von 50 : 1 bis 150 : 1
eingesetzt. Virale Titrierung wird üblicherweise unter Verwendung des
Resource Q-HPLC-Assays durchgeführt.
Dem Virus wird ermöglicht
sich zu vermehren, bis die Lebensfähigkeit der Zellen auf unter
10 % fällt.
-
Die
Art des Virus und seine Wirkung auf die Wirtszellen kann bestimmen,
ob es notwendig ist, die Wirtszellen von den Microcarriern abzulösen und/oder
die Zellen zu lysieren. Ungefähr
zum Zeitpunkt des maximalen Virustiters (häufig, wenn die Zellen anfangen,
sich von den Microcarriern zu lösen
und einige von ihnen lysieren können,
so daß das
Virus anfängt,
freigesetzt zu werden) kann die Inkubation gestoppt werden und die
Zellen und das Virus kann geerntet werden. Tatsächlich können sich in dem Microcarrierprozess
80–90
% der Zellen, manchmal sogar mehr als 90 % von den Microcarriern
lösen.
Ohne an eine Theorie beschränkt
zu sein, scheint die zellschädigende
Wirkung der viralen Vermehrung in den Wirtszellen für das Ablösen der
Zellen verantwortlich zu sein. Wenn das Adenovirus ACN53 mit 293-Zellen
verwendet wird, fangen die Zellen daher nach 3 oder 4 Tagen Kultivierung
mit dem Virus an, sich von den Microcarriern abzulösen. TABELLE
4: BETRIEBSBEDINGUNGEN DES PRODUKTIONS-BIOREAKTORS
-
E. Ernte des Produktionsbioreaktors
-
1. Trennung
der Zellen von dem Microcarrier
-
Bei
der Ernte müssen
die Bioreaktorinhalte abhängig
davon, ob das Verfahren eine freie Suspension oder einen Microcarrier
verwendet, unterschiedlich gehandhabt werden. In dem Microcarrier-Verfahren
wird bevorzugt eine Wirbelschicht-Säule verwendet, um die Microcarrier
von Zellen und Überstand
zu trennen. Eine Aufwärtsflußrate wird
aufrechterhalten, um die Microcarrier zurückzuhalten, während die
Zellen und der Überstand
passieren können.
Das Fließbett
wird mit Medium oder Waschpuffer gewaschen, um die meisten restlichen
Zellen und Virus zu gewinnen, und die Waschungen werden mit den
Zellen und dem Überstand
als ein Eluat vereint. Das Betreiben eines Fließbetts ist für das Verfahren
mit freier Zellsuspension nicht notwendig.
-
Das
Eluat, das Zellen und Virus enthält,
wird weiter bearbeitet, indem die Zellen durch hohe Scherkräfte lysiert
werden, um das Virus freizusetzen, und das Eluat dann mittels einer
Kreuzfluß-Mikrofiltration
(„cross flow
microfiltration")
geklärt
wird. Üblicherweise
werden 0,65 μm-Durapore
(Millipore)- oder ähnliche
Membranen verwendet. Gegen Ende der Mikrofiltration wird das verbleibende
Material ("retentate") mit Waschpuffer gewaschen,
um das verbleibende Virus in das Permeat zu gewinnen. Nach der Mikrofiltration
kann das Permeat wahlweise mit einer Nuklease, wie beispielsweise
BENZONASETM-Endonuklease, behandelt werden.
-
Das
Permeat aus der Mikrofiltration wird durch Ultrafiltration (mit
einem Molekulargewichts-Cutoff von üblicherweise 1 Million) auf
konzentriert und ein Pufferwechsel wird unter Verwendung des Waschpuffers durchgeführt. Das
auf konzentrierte und diafiltrierte verbliebene Material ("retentate"), welches das Virus
enthält,
wird dann durch einen letzten Filter gegeben. Das entstehende Filtrat
wird als "virales
Konzentrat" in einem
Gefrierschrank bei –20 °C oder niedriger
gelagert.
-
2. Zusammensetzung
und Zubereitung der Medien
-
Die
obige Tabelle 1 listet die Medien auf, die in der Zubereitung des
viralen Inokulums und in dem Fermentationsprozeß verwendet werden. All diese
Kulturmedien werden zubereitet, indem zuerst das trockene DMEM-Pulver
und andere Reagenzien in gereinigtem Wasser gelöst werden. Nach Lösen der
trockenen Pulver wird der pH dieser Medien mit Salzsäure auf
7,2–7,6
eingestellt. Die Medien werden dann durch Passieren durch einen
0,2 μm-Filter
in ein geeignetes Lagergefäß sterilisiert.
Die sterilen Medien werden bei weniger als 10 % gefroren und 1 Monat
nach Zubereitung verworfen.
-
Tabelle
5 listet verschiedene Puffer auf, die in dem Verfahren verwendet
werden. TABELLE
5: BEI DER FERMENTATION UND BEIM ERNTEN VERWENDETE PUFFER
-
Tabelle
6 faßt
die verfahrensinternen Kontrollen während der Fermentations- und
Ernteverfahren zusammen. TABELLE
6: VERFAHRENSINTERNE KONTROLLEN
-
II. Bead-zu-Bead-Transfer
vom Saat-Bioreaktor zum Produktionsbioreaktor
-
A. Zubereitung des 293-Zellinokulums
für den
Saat-Bioreaktor
-
1. Hochskalieren vom Röhrchen zur
T75-Flasche
-
Ein
gefrorenes Röhrchen
der 293-Zellinie, das insgesamt 2 × 107-Zellen
enthält,
wurde in einem Wasserbad mit 37 °C
aufgetaut. Die Zellen wurden mit 10 ml von Medium 1 gewaschen. Die
gewaschenen Zellen wurden in einem Gesamtvolumen von 30 ml des Mediums
1 resuspendiert und in eine Gewebekulturflasche von 75 cm2 (T75) gegeben. Die Kultur wurde in einen
Inkubator mit 37 °C
mit einer 5 % CO2-Atmosphäre und einem
Feuchtigkeitsgehalt von 100 % gegeben. Dies entsprach der Passage
1 der Kultur.
-
2. Hochskalieren von T75-Kultur
zu T500-Flaschen unter Einsatz der Trypsinierung
-
Die
T75-Kultur erreichte innerhalb von 3 Tagen ein Konfluenzniveau von
90 %. Zu diesem Zeitpunkt wurde die T75-Kultur in der folgenden
Weise trypsinisiert. Die 30 ml des überstehenden Mediums wurde
aus der Flasche entfernt. Ein Volumen von 10 ml CMF-PBS (Dulbecco's Phosphat-gepufferte
Salzlösung
ohne Calciumchlorid und ohne Magnesiumchlorid) wurde verwendet,
um die Kulturoberfläche
zu waschen. Das überstehende
CMF-PBS wurde aus der Flasche entfernt. 2 ml TE (0,05 % grobes Trypsin
mit 0,53 mM EDTA-4Na)-Lösung
wurden in die Flasche gegeben. Die Flasche wurde bewegt, so daß die Lösung die
gesamte Kulturoberfläche
bedeckte. Die Zellen lösten
sich innerhalb von 5 Minuten von der Flaschenoberfläche. 10
ml Medium 1 wurden sofort in die Flasche gegeben, nachdem sich die
Zellen von der Oberfläche
abgelöst
hatten. Die Zellsuspension wurde mit 100 UpM für 10 Minuten bei Umgebungstemperatur
mit Abbremsen zentrifugiert. Der Überstand wurde entfernt. Die
Zellen wurden in 5 ml Medium 1 resuspendiert. Die Zellsuspension
wurde in eine sterile Flasche mit 200 ml Medium 1 überführt. Die
200 ml-Zellsuspension wurde in eine Gewebekulturflasche mit 500
cm2 (T500) gegeben. Der Flüssigkeit
in der T500 wurde ermöglicht,
sich zwischen den Kammern ins Gleichgewicht zu bringen, bevor sie
in dem Inkubator in eine horizontale Position gebracht wurde. Die Kultur
wurde in einen Inkubator bei 37 °C
mit einer 5 %igen CO2-Atmosphäre und einem
Feuchtigkeitsgehalt von 100 % gegeben. Dies entsprach der Passage
2 der Kultur.
-
3. Hochskalieren und Passagieren
der T500-Kultur unter Einsatz der Trypsinierung
-
Die
T500-Kultur erreichte in 4 Tagen ein Konfluenzniveau von 90 %. Am
vierten Tag wurde die T500-Kultur in der folgenden Weise trypsinisiert
und hinsichtlich des Kulturmaßstabs
vergrößert („scaled-up"). Das überstehende
Medium wurde verworfen. Die Kulturoberfläche wurde mit 25 ml CMF-PBS
gewaschen. Ein Volumen von 25 ml TE wurde in die Flasche gegeben.
Die Flasche wurde bewegt, so daß die
TE-Lösung
alle drei Schichten der Kulturoberfläche bedeckte. Die Zellen lösten sich
innerhalb von 5 Minuten von der Flaschenoberfläche ab. Nachdem sich die Zellen
abgelöst
hatten, wurden 50 ml Medium 1 in die Flasche gegeben. Alle Flächen wurden
durch Bewegen der Flasche mit dem Medium in Kontakt gebracht. Die
resultierende Zellsuspension wurde in eine konische Zentrifugenflasche
von 200 ml gegossen. Die Zellen wurden durch Zentrifugation bei
1000 UpM für
10 Minuten bei Umgebungstemperatur mit Abbremsen sedimentiert. Der Überstand wurde
verworfen. Die Zellen wurden in 5 bis 15 ml von Medium 1 resuspendiert.
Die Zellsuspension wurde in 800 ml (200 ml pro neuer T500-Flasche)
Medium 1 gegeben. Die Zellsuspension wurde gemischt. Ein Volumen von
200 ml der Zellsuspension wurde in jede von vier T500-Flaschen gegeben.
Dem Flüssigkeitsniveau
in jedem Gefäß wurde
ermöglicht,
sich zwischen den Kammern ins Gleichgewicht zu bringen, bevor sie
in dem Inkubator in eine horizontale Position gebracht wurde. Das
Aufteilungsverhältnis
für diese
Passage betrug 1 : 4. Dies entsprach der Passage 3. Die Kultur wurde
auf diese Weise für
die Passagen 4 bis 13 passagiert. In Passage 14 wurden vier T500-Kulturen
in der oben beschriebenen Weise trypsinisiert. Die Zellsuspensionen
wurden vereint und in eine Flasche gegeben, die 1,5 l Medium 1 enthält. Diese
Zellsuspension wurde in eine CELL FACTORYTM (CF)-Gewebekulturflasche
von 6000 cm2 gegeben. Dem Flüssigkeitsniveau
in der CF wurde ermöglicht,
sich zwischen den Kammern ins Gleichgewicht zu bringen, bevor sie
in dem Inkubator in eine horizontale Position gebracht wurde.
-
4. Hochskalieren
und Passagieren der Kulturen in CELL FACTORYTM-Gewebekulturflaschen
-
Die
CF-Kultur erreichte in 3 Tagen ein 80 %iges Konfluenzniveau. Die
Trypsinierung wurde für
DIE Passage 15 in der folgenden Weise durchgeführt. Die 1,5 l an Medium 1
wurden aus der CF-Kultur abgelassen. Die Kulturoberflächen wurden
mit 500 (± 100)
ml CMF-PBS gewaschen. Nach dem Waschen wurden 250 (± 50) ml
TE-Lösung
zu der CF-Kultur zugegeben. Die CF wurde bewegt, so daß die TE-Lösung jede
der Oberflächen
bedeckte. Nachdem die Zellen sich von der Oberfläche ablösten, wurden 500 ml Medium
1 zu der CF gegeben. Die CF wurde bewegt, so daß das Medium 1 mit jeder der
Oberflächen
in Kontakt kam. Die entstandene Zellsuspension wurde in vier konische
Zentrifugenflaschen von 250 ml aliquotiert. Die Zellen wurden durch
Zentrifugation bei 100 UpM für
10 Minuten mit eingeschalteter Bremse sedimentiert. Das überstehende Medium
wurde aus jeder Zentrifugenflasche abgegossen. In jeder Zentrifugenflasche
wurden die Zellen in 5 ml Medium 1 resuspendiert. Die Zellsuspensionen
wurden in einer Zentrifugenflasche vereint. Die drei verbleibenden
Zentrifugenflaschen wurden mit zusätzlichen 5–10 ml von Medium 1 gewaschen,
die zu der vereinten Zellsuspension zugegeben wurden. Diese Zellsuspension
wurde gleichmäßig auf
6 Flaschen verteilt, die 1,5 l Medium 1 enthalten. Jede der sechs
1,5 l-Zellsuspensionen wurden in eine CF gegeben. Dem Flüssigkeitsniveau
von jeder CF wurde ermöglicht,
sich zwischen den Kammern ins Gleichgewicht zu bringen, bevor die
CF in dem Inkubator in eine horizontale Position gebracht wurde.
Die Kultur wurde für
die Passage 16 auf die gleiche Weise passagiert.
-
Daten
für das
Passagieren werden in Tabelle 7 bereitgestellt. TABELLE
7: PASSAGIERUNGSDATEN
-
5. Herstellung
des Zellinokulums aus Kulturen in CELL FACTORYTM-Gewebekulturflaschen
für den
Anzucht-Bioreaktor
-
Die
CF-Kulturen erreichten in 5 Tagen ein 80 %iges Konfluenzniveau.
Vier der sechs CF-Kulturen wurden verwendet, um den Anzucht-Bioreaktor
wie folgt anzuimpfen. Die 1,5 l des Medium 1 wurden aus der CF-Kultur
abgelassen. Die Kulturoberfläche
wurde mit 500 (± 100)
ml CMF-PBS gewaschen. Nach dem Waschen wurden 250 (± 50) ml
TE-Lösung
zu der CF-Kultur zugegeben. Die CF wurde bewegt, so daß die TE-Lösung jede
der Oberflächen
bedeckte. Sofort nachdem sich die Zellen von der Oberfläche ablösten, wurden
500 ml Medium 1 in die CF gegeben. Die CF wurde bewegt, so daß das Medium
1 mit jeder der Oberflächen
in Kontakt kam. Die entstandene Zellsuspension wurde in vier konische
Zentrifugenflaschen von 250 ml aliquotiert. Die Zellen wurden durch
Zentrifugation bei 1000 UpM für
10 Minuten bei Umgebungstemperatur mit eingeschalteter Bremse sedimentiert.
Das überstehende
Medium wurde aus jeder Zentrifugenflasche verworfen. In jeder Zentrifugenflasche
wurden die Zellen in 5 ml Medium 1 resuspendiert. Die Zellsuspensionen
wurden in einer Zentrifugenflasche vereint. Die verbleibenden drei
Zentrifugenflaschen wurden mit zusätzlichem 5–10 ml Medium 1 gewaschen,
die zu der vereinten Zellsuspension zugegeben wurden. Die Zellsuspensionen
aus jeder der vier Zentrifugenflaschen wurden dann miteinander vereint,
was ein Gesamtvolumen von 50–100
ml ergab. Ein zusätzliches
Volumen Medium 1 wurde zugegeben, um das Gesamtvolumen auf 1000
ml zu bringen. Dies entsprach dem Zellinokulum. Die Gesamtmenge
an Zellen in den Zellinokulum betrug 2,88 × 109 Gesamtzellen
und 2,84 × 109 lebende Zellen. Die 1000 ml des Zellinokulums
wurden in ein steriles Erlenmeyer-Gefäß überführt und in den 30 l-Anzucht-Bioreaktor überimpft,
der ein Gesamtvolumen von 18 l Medium 1 mit 66 g Cytodex 3-Microcarriern
enthielt.
-
B. Anzucht-Bioreaktor
-
1. Vorbereitung der Cytodex
3-Microcarrier für
den 30 l-Anzucht-Bioreaktor
-
Eine
Charge von 66 g Cytodex 3-Microcarriern wurde in der folgenden Weise
zubereitet. Die 66 g Cytodex 3-Microcarrier wurden in ein 5 l-Erlenmeyer-Glasgefäß gegeben.
2 l CMF-PBS mit 0,2 ml Tween 80 wurden zugegeben. Den Microcarriern
wurde ermöglicht,
bei Umgebungstemperatur für
5 Stunden und 30 Minuten zu quellen. Nach dieser Quellperiode wurde
das überstehende
CMF-PBS aus dem Gefäß dekantiert
und ließ den
Cytodex 3-Microcarrierschlamm zurück. Der Cytodex 3-Microcarrierschlamm
wurde mit 2 l CMF-PBS gewaschen, und dann in CMF-PBS bis zu einem
Gesamtvolumen von 2 l resuspendiert. Die Charge Cytodex 3 wurde
in dem 5 l-Gefäß bei 121 °C für 3 und
eine halbe Stunde mit einem Flüssigkeitszyklus
autoklaviert. Die sterilisierte Cytodex 3-Charge wurde am nächsten Tag
für den
30 l-Anzucht-Bioreaktor verwendet.
-
Am
Tag der Cytodex 3-Zugabe in den 30 l-Anzucht-Bioreaktor wurden die
folgenden Aktionen durchgeführt.
Das überstehende
CMF-PBS wurde aus dem 5 l-Gefäß dekantiert.
Der Mikrocarrierschlamm wurde mit 2 l des Mediums 1 gewaschen. Nach
dem Waschen wurde dem Gefäß Medium
1 bis zu einem Gesamtvolumen von 2 l zugegeben.
-
2. Vorbereitung des 30
l-Anzucht-Bioreaktors
-
Der
30 l-Anzucht-Bioreaktor, der einen Spin-Filter enthielt, wurde gereinigt
und dampfdesinfiziert. Der Bioreaktor wurde für 50 Minuten bei 121 °C sterilisiert.
Ein Tag vor der Animpfung mit 293-Zellen wurde der 30 l-Anzucht-Bioreaktor
mit 18 l Medium 1 gefüllt.
Die 2 l, welche 66 g der Cytodex 3-Microcarrier mit Medium 1-Lösung enthielten,
wurden in den 30 l-Bioreaktor zugegeben. Die Betriebsbedingungen
des 30 l-Anzucht-Bioreaktors sind in Tabelle 8 aufgelistet. TABELLE
8: BETRIEBSBEDINGUNGEN DES 30 L-ANZUCHT-BIOREAKTORS
-
3. Kultivieren von 293-Zellen
in dem 30 l-Anzucht-Bioreaktor
-
Die
293-Zellen wurden auf den Cytodex 3-Microcarriern für 5 Tage
vermehrt. Die tatsächlichen
Betriebsbedingungen in dem 30 l-Anzucht-Bioreaktor während dieses
Zeitraums sind in Tabelle 9 aufgelistet. TABELLE
9: BETRIEBSBEDINGUNGEN IN DEM 30 L-ANZUCHT-BIOREAKTOR
-
Am
fünften
Tag der Kultivierung enthielten 54 % der Microcarrier-Population
mehr als 50 Zellen/Microcarrier, 38 % enthielten 1–25 Zellen,
8 % enthielten keine Zellen und 8 % lagen in Aggregaten aus 2 Microcarriern
vor, wie durch Untersuchung einer Probe unter dem Mikroskop bei
100-facher Vergrößerung bestimmt wurde.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 10 angegeben. TABELLE
10: ERGEBNISSE DER MIKROSKOPISCHEN UNTERSUCHUNG VON 293-ZELLEN AUF
CYTODEX 3-MICROTRÄGERN
IN DEM 30 L-BIOREAKTOR AM TAG 5 DER KULTIVIERUNG
-
B. Bead-zu-Bead-Transferverfahren
-
1. Vorbereitung der Cytodex
3-Microcarrier für
den Produktionsbioreaktor
-
Eine
Charge von 420 g Cytodex 3-Microcarriern wurde in der folgenden
Weise vorbereitet. Die 420 g Cytodex 3-Microcarrier wurden in einen
Glasballon von 50 l gegeben. Ein Volumen von 21,5 l CMF-PBS mit 2,0
ml Tween 80 wurden zugegeben. Den Microcarriern wurde ermöglicht,
bei Umgebungstemperatur für
17 Stunden zu quellen. Nach dieser Quellperiode wurde das überstehende
CMF-PBS aus dem Glasballon entfernt und ließ den Cytodex 3-Microcarrierschlamm.
zurück.
Der Cytodex 3-Microcarrierschlamm wurde mit 25 l CMF-PBS gewaschen
und dann in CMF-PBS bis zu einem Gesamtvolumen von 20 l resuspendiert.
-
Der
200 l-Bioreaktor, der einen Spin-Filter enthielt, wurde gereinigt
und dampfdesinfiziert. Die 20 l Cytodex 3-Microcarrierschlamm wurden
in den Bioreaktor überführt. 5 l
CMF-PBS wurden verwendet, um den Glasballon von 50 l auszuwaschen
und in den Bioreaktor überführt. Der
Bioreaktor wurde für
50 Minuten bei 123 °C
sterilisiert. Der Bioreaktor wurde über Nacht bei 4 °C gehalten.
Am nächsten
Tag wurden 120 l Medium 1 in den 200 l-Bioreaktor gegeben. Die Microcarrier-Lösung wurde
in dem Bioreaktor mit 90 UpM für
10 Minuten gerührt.
Das Volumen wurde durch Entnahme von Flüssigkeit durch den Spin-Filter
auf 55 l verringert. Zusätzliche
110 l Medium 1 wurden in den 200 l-Bioreaktor gegeben. Die Microcarrier-Lösung wurde
in dem Bioreaktor mit 90 UpM für
10 Minuten gerührt.
Das Volumen wurde durch Entnahme von Flüssigkeit durch den Spin-Filter
auf 55 l verringert. Medium 1 wurde in den Bioreaktor gegeben, um
das Volumen auf 125 l zu bringen. Die Betriebsbedingungen des Bioreaktors
wurden entsprechend Tabelle 11 eingestellt. TABELLE
11: OPERATIONSBEDINGUNGEN DES BIOREAKTORS

-
Der
200 l-Produktionsbioreaktor war bereit, um das Inokulum aus dem
Anzucht-Bioreaktor zu erhalten.
-
2. Trypsinierung
der Kultur im Anzucht-Bioreaktor
-
Am
fünften
Tag der Kultivierung der 293-Zellen auf den Cytodex 3-Microcarriern
wurde die Bead-zu-Bead-Transferprozedur durchgeführt. Die Serum- und Calciumgehalte
des Mediums in der Kultur wurden durch Perfusion von 22 l Medium
2 mit einer Rate von 2 l/min unter Nutzung des Spin-Filters bei
einem konstanten Bioreaktorvolumen von 20 l verringert. Die Perfusion
wurde mit 22 l des Medium 3 bei einer Perfusionsrate von 2 l/min
bei einem konstanten Bioreaktorvolumen von 20 l fortgesetzt. Dies
verringerte die Serum- und Calciumgehalte weiter. Medium 3 enthielt
die Natriumethylendiamintetraessigsäure-Dihydrat (EDTA), das zweiwertige
Kationen wie beispielsweise Magnesium und Calcium komplexierte.
Eine dritte Runde Perfusion wurde unter Einsatz von 33 l des Medium
2 durchgeführt,
mit dem beabsichtigt war, die Serum- und Calciumgehalte weiter zu
verringern und die Konzentration des EDTA im Medium zu verringern.
Zu diesem Zeitpunkt wurde das Medium durch den Spin-Filter entzogen,
um das Gesamtkulturvolumen auf 15,5 l zu verringern. Ein Volumen
von 480 ml einer 2,5 %igen Trypsinlösung wurde innerhalb einer
Minute in den Bioreaktor gegeben. Wie durch mikroskopische Beobachtung
gezeigt, hatten sich 8 Minuten nach der Zugabe der Trypsinlösung 90 %
der Zellen von den Microcarriern abgelöst. Zu diesem Zeitpunkt wurden
vier Liter Serum innerhalb von zwei und einer halben Minute in den
Bioreaktor zugegeben, um die Wirkung des Trypsins zu inhibieren
und die Zellen vorm Scheren während
des Transfers in den Produktionsbioreaktor zu schützen. Die
trypsinisierten Zellen und Microcarrier wurden durch Druck in den
Produktionsbioreaktor überführt. Der
Transfer wurde innerhalb von 8 Minuten vollzogen. Sofort nach dem
Transfer wurden 5 l Medium 1 als Spülung in den Anzucht-Bioreaktor
gegeben und mittels Druck in den Produktionsbioreaktor überführt. Die
Betriebsbedingungen des Anzucht-Bioreaktors während der Bead-zu-Bead-Transferprozedur
sind in Tabelle 12 angegeben. TABELLE
12: BETRIEBSBEDINGUNGEN DES ANZUCHT-BIOREAKTORS WÄHREND DER
BEAD-BEAD-TRANSFERPROZEDUR

-
C. Kultivierung von 293-Zellen
in dem 200 l-Produktionsbioreaktor vor der Infektion
-
Die
293-Zellen wurden für
6 Tage auf den Cytodex 3-Microcarriern
vermehrt. Die tatsächlichen
Betriebsbedingungen in dem 200 l-Produktionsbioreaktor während dieses
Zeitraums sind in Tabelle 13 aufgelistet. TABELLE
13: BETRIEBSBEDINGUNGEN IN DEM 200 l-PRODUKTIONSBIOREAKTOR
-
Ein
Gesamtvolumen von 115 l Medium 1 wurde von Tag vier bis Tag sechs
perfundiert. Die Raten wie folgt: 24 l wurden am Tag vier in einer
Stunde perfundiert, 40 l wurden am Tag fünf in einer Stunde perfundiert und
50 l wurden am Tag sechs in einer Stunde perfundiert. Die Sauerstoffaufnahmerate,
gemessen als die Abnahme des Gehaltes an gelöstem Sauerstoff (Prozent der
Luftsättigung,
%DO) pro Minute (% DO-Abnahme/min) erreichte 1,65 %/min am Tag sechs.
Die Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung am Tag sechs der
Kultivierung von 293-Zellen auf Cytodex 3-Microcarriern in dem 200
l-Bioreaktor sind in Tabelle 14 angegeben. TABELLE
14: ERGEBNISSE DER MIKROSKOPISCHEN UNTERSUCHUNG AN DEM SECHSTEN
TAG DER KULTIVIERUNG VON 293-ZELLEN AUF CYTODEX 3-MICROCARRIERN
IN DEM 200 l-BIOREAKTOR
-
D. Infektion der 293-Zellen
in dem 200 l-Produktionsbioreaktor
-
Die
Bioreaktorkultur wurde am Tag sechs mit dem Virus angeimpft. Das
virale Inokulum ist bei –80 °C gefroren
gelagert worden. Ein Volumen von 45 ml des viralen Inokulums, 2-2,
wurde in einem Wasserbad bei 20–25 °C aufgetaut.
Die Gesamtmenge des zu dem Tank zugegebenen Virus betrug 1,1 × 10
13 virale Partikel, wie durch den Resource
Q HPLC-Assay gemessen. Das virale Inokulum wurde gemischt und in
eine Flasche mit 1 l Medium 4 (293-1-R07 Dulbecco's Modified Eagle's-Medium mit L-Glutamin
und Natriumbicarbonat (3,7 g/l)) gegeben. Die virale Lösung wurde
durch eine Gelman Maxi-Kulturkapsel in ein steriles Zugabegefäß („addition
flask") von 5 l
filtriert. Die virale Suspension wurde über sterile Verbindungen, die
mittels eines Schlauchschweißgerätes hergestellt
wurden, in den 200 l-Produktionsbioreaktor zugegeben. Die Betriebsbedingungen des
Produktionsbioreaktors nach der Infektion sind in Tabelle 15 angegeben. TABELLE
15: BETRIEBSBEDINGUNGEN DES PRODUKTIONS-BIOREAKTORS NACH DER INFEKTION
-
Drei
Tage nach der Infektion wiesen 89 % der Microcarrier keine angehefteten
Zellen auf und die gemessene Sauerstoffauf nahmerate betrug 0,53
%/min. Die Gesamtkonzentration infizierter Zellen, die in der überstehenden
Brühe vorlag,
betrug 1,0 × 106 Zellen/ml. Das Gesamtvolumen in dem Bioreaktor
betrug 162 l. Der Bioreaktor wurde zu diesem Zeitpunkt geerntet.
-
E. Arbeitsgänge für die Rückgewinnung
-
Ein
Volumen von 400 l des Puffers für
die Gewinnung der Ernte wurden zubereitet und durch einen Pall Ultipor
N66 (0,2 μm
Porengröße) filtriert
und in der folgenden Weise in sterile Gefäße aliquotiert. Drei Aliquots
von 210 l, 230 l und 50 l wurden zubereitet. Das Volumen von 210
l wurde für
das Waschen des Bioreaktors und das Betreiben der Wirbelschicht-Säule verwendet. Das 130 l-Aliquot
wurde während
der Mikrofiltration verwendet. Das 50 l-Aliquot wurde während des
Mikrofiltrationsprozesses verwendet.
-
F. Trennung von Zellen
von den Microcarriern unter Verwendung der Wirbelschicht-Säule
-
Das
Fließbett
wurde unter Verwendung einer ätzenden
Lösung
(0,1 N Natriumhydroxid) desinfiziert. Ein T-förmiges Anschlußstück wurde
an dem Ernteanschluß des
Bioreaktors angebracht. Auf einer Seite des T-Anschlusses wurde
ein Sänitärschlauch
(15,9 mm iD) samt Ventil mit der Wirbelschicht-Säule verbunden. Eine peristaltische
Pumpe (Modell Watson Marlow 604S) wurde in dieser Linie geschaltet.
Die zweite Seite des T-Anschlusses wurde an einen Sanitätsschlauch
(15,9 mm iD) samt Ventil angeschlossen, der zu dem Puffertank führt. Der
Auslaß der
Wirbelschicht-Säule,
durch den die Brühe,
welche Zellen und Virus enthält,
passiert, wurde mit einem Tank ver bunden, der als der Mikrofiltrations-Rückführungsbehälter verwendet
wurde.
-
Die
Brühe aus
dem Bioreaktor wurde durch die Wirbelschicht-Säule
mit einer Zielflußrate
von 2–3
Litern pro Minute gegeben. Die Flussrate wurde mit der peristaltischen
Pumpe kontrolliert. Das Rühren
in dem Bioreaktor wurde beibehalten. Wenn das Bioreaktorvolumen
weniger als 100 Liter betrug, wurde der Spin-Filter abgeschaltet.
Wenn das Bioreaktorvolumen weniger als 30 Liter betrug, wurde das
Rühren
abgeschaltet. Nachdem die Bioreaktorinhalte durch die Wirbelschicht-Säule geführt wurden,
wurde der Bioreaktor mit 90 l Puffer für die Gewinnung der Ernte gewaschen.
Dieses Waschmaterial wurde durch die Wirbelschicht-Säule gegeben.
Am Ende dieses Prozesses verblieben die Microcarrier in der Wirbelschicht-Säule und
wurden verworfen. Die Daten sind in Tabelle 16 angegeben. TABELLE
16: DATEN AUS DEM FLIEßETT-SÄULENBETRIEB
-
G. Mikrofiltration der
von Microcarriern aufgereinigten Brühe – Lysieren der infizierten
Zellen und Behandlung mit BENZONASETM-Endonuklease
-
Das
Startmaterial für
den Mikrofiltrationsprozess war die Brühe aus der Wirbelschicht-Säule, die
von den Microcarriern befreit war und Zellen und Viren enthielt.
Während
des Mikrofiltrationsschrittes wurden die Zellen durch die verwendete
Scherrate lysiert, die Brühe
von Trümmern
größer als
0,65 μm
geklärt,
und die verbliebenen Nukleinsäuren
aus den lysierten Zellen wurden durch BENZONASETM-Endonuklease
(z.B. 0,5 Millionen Einheiten pro 200 l-Charge), einer enzymatischen
Aufbereitung, verdaut.
-
Die
Mikrofiltrationseinheit war ein Prostak-System (Millipore). Es enthielt
eine hydrophile Durapore-Membran mit 0,65 μm Porengröße (Katalog-Nr. SK2P446E0)
und mit einer Oberfläche
von 54 Quadratfuß. Die
Einspeisungs- und Retentatanschlüsse
der Prostak-Filtereinheit wurden mit dem Mikrofiltrations-Rückführungsbehälter verbunden,
welches die von Microcarriern befreite Brühe aus der Wirbelschicht-Säule enthielt. Eine
Linie, die verwendet wurde, um den Puffers für die Gewinnung der Ernte in
den Mikrofiltrations-Rückführungsbehälter einzuspeisen,
wurde verbunden. Die Permeatlinie der Prostak-Einheit wurde mit dem Ultrafiltrations-Rückführungsbehälter verbunden.
Die Temperatur der Brühe
wurde im Bereich von 25–35 °C gehalten. Wenn
sich die Einspeisung der Brühe
in die Prostak-Einheit in den Mikrofiltrations-Rückführungsbehälter auf ein Volumen von 10
bis 30 l verringerte, wurden 50 l des Puffers für die Gewinnung der Ernte in
das Gefäß gegeben
und die Mikrofiltration fortgesetzt. Dieser Schritt wurde einmal wiederholt.
Die Mikrofiltration wurde fortgesetzt, bis sich das Volumen in dem
Mikrofiltrations-Rückführungsbehälter auf
10 bis 30 l verringerte. Zu diesem Zeitpunkt wurden 0,5 Millionen
Einheiten BENZONASE
TM-Endonuklease zu der
geklärten
Brühe in dem
Ultrafiltrations-Rückführungsbehälter gegeben.
Die Inhalte des Gefäßes wurden
gut gemischt und die Brühe
wurde für
2 Stunden aufbewahrt, bevor die Ultrafiltration gestartet wurde.
Die Daten sind in Tabelle 17 dargestellt. TABELLE
17: DATEN VON EINER MIKROFILTRATIONSVORGANGES
-
H Ultrafiltration der
Brühe zur
Aufkonzentration des Virus mit Diafiltration, um einen Pufferwechsel
durchzuführen
-
Das
Startmaterial für
den Ultrafiltrationsprozess in dem Ultrafiltrations-Rückführungsbehälter war
die BENZONASE
TM-Endonuklease-behandelte geklärte Brühe aus dem
Mikrofiltrationspermeat. Die Ultrafiltrationseinheit war ein Pellicon-System (Millipore).
Es enthielt eine regenerierte Pellicon II-Cellulosemembran (Katalog-Nr. P2C01MC05)
mit einem Molekulargewichts-Cutoff von nominal 1 Million mit einer
Oberflächen
von 40 Quadratfuß.
Die Einspeisungs- und Retentatanschlüsse der Pellicon-Einheit wurden
mit dem Ultrafiltrations-Rückführungsbehälter verbunden.
Der Ultrafiltrations-Permeatanschluß wurde mit einem Abfallgefäß verbunden.
Ein Gefäß, welches
den Puffer für
die Gewinnung der Ernte (50 mM Tris-Base, 150 mM Natriumchlorid,
2 mM Magnesiumchlorid-hexahydrat und 2 % Saccharose) enthielt, wurde
mit dem Ultrafiltrations-Rückführungsbehälter verbunden.
Wenn das Ultrafiltrations-Retentatvolumen
5 bis 10 Liter erreichte, wurde eine Zugabe von 15 l des Puffers
für die
Gewinnung der Ernte durchgeführt
und die Ultrafiltration fortgesetzt. Dieser Schritt wurde einmal
wiederholt. Die Ultrafiltration wurde fortgesetzt, bis das Retentatvolumen
kleiner als 5 bis 10 Liter war. Das Retentat aus der Ultrafiltration
enthielt das auf konzentrierte Virus. Das Retentat wurde aus der
Pellicon-Einheit entnommen. Eine Spülung mit 3 bis 6 Litern des
Puffers für
die Gewinnung der Ernte wurde verwendet, um das gesamte Material
aus der Pellicon-Einheit zu entnehmen. Dieses gespülte Material
wurde zu der Ultrafilter-Retentatbrühe gegeben. Diese wurde durch
einen Millipore-Durapore-Filter mit 0,45 μm Porengröße (Katalog-Nr. CVHL71PP3)
in einen sterilen Beutel filtriert. Das Material im sterilen Beutel
wurde gefroren bei –80 °C gelagert.
Die Daten sind in Tabelle 18 angegeben. TABELLE
18: DATEN EINER ULTRAFILTRATIONSVORGANGES

-
I. Allgemeine Anmerkungen
-
Alle
293-Zellkulturen in T75-, T500- und CELL FACTORYTM-Gewebekulturflaschen
wurden in Medium 1 in einen Inkubator bei 37 °C, 100 % Feuchte und einer 5
%igen CO2-Atmosphäre kultiviert. Alle offenen
Operationen wurden aseptisch unter einer Biosicherheits-(Laminarfluß)-Sterilbank
durchgeführt.
Mediumbefüllungen
und -zugaben wurden durch einen PALL Ultipor N66-Filter mit 0,2 μm Porengröße, der für 30 Minuten bei 121 °C dampfsterilisiert
worden ist, durchgeführt,
der an den Einspeisungsanschluß des
Bioreaktors in Reihe angeschlossen war. Alle anderen Zugaben in
den Bioreaktor wurden jeweils unter Verwendung eines sterilen Erlenmeyer-Gefäßes mit
PHARMEDTM-Schläuchen
durchgeführt,
das mittels eines Schlauchschweißgerätes aseptisch zwischen dem
Bioreaktor und dem Zugabegefäß angeschlossen
war. Alle in dem Rückgewinnungsprozess
verwende ten Puffer wurden durch einen PALL Ultipor N66-Filter (SLK7002NFP)
mit 0,2 μm
Porengröße filtriert,
der in Reihe an einen Anschluß des
Empfangsgefäßes installiert
war. Beachte, dass für
die Mikrofiltrationsvorgänge
entweder eine hydrophile oder eine hydrophobe Membran verwendet
werden kann.