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Es wird ein elektrisches Bauelement angegeben, das in einer Frontendschaltung eines Sendeempfangsgeräts einsetzbar ist.
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Ein Bauelement mit einer Frontendschaltung ist z. B. aus der Druckschrift
EP 0788182 A2 oder
US 6,731,184 bekannt. Eine weitere Frontendschaltung ist in der Druckschrift
Shibagaki, Sakiyama, Hikita „Miniature SAW Duplexer Module for 1.9 GHz PCN Systems Using SAW-Resonator-Coupled Filters", IEEE MTT S International Microwave Symposium Digest, 1998 Vol. 2 p. 499 beschrieben.
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Das Dokument
EP 1 557 944 A1 betrifft ein unsymmetrischsymmetrisches Multibandfiltermodul, das für Hochfrequenzschaltungen in Multiband-Kommunikationsgeräten wie Mobiltelefonen geeignet ist, und in verschiedenen Zugangssystemen eingesetzt werden kann.
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Das Dokument
US 2004 / 0 227 585 A1 betrifft einen akustischen Oberflächenwellen-Duplexer, der in einem drahtlosen Kommunikationsgerät wie etwa einem Mobiltelefon verwendet werden kann.
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Das Dokument
US 7 057 472 B2 betrifft ein drahtloses Kommunikationssystem, dass mit einer gemeinsamen Antenne verbunden ist, um zwei oder mehr Signale mit unterschiedlichen Frequenzen zu senden und zu empfangen.
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Das Dokument
US 2004 / 0 08 7286 A1 betrifft ein Hochfrequenzgerät zur Verwendung in einem mobilen Kommunikationsgerät, wie etwa in einem Mobiltelefon.
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Das Dokument
WO 1999 / 001 931 A1 betrifft Impedanzanpassungsschaltungen für Leistungsverstärker, etwa für Mehrband-Leistungsverstärker.
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Das Dokument
DE 10 2004 052 210 A1 betrifft eine Verbundmultiplexerschaltung, die dazu in der Lage ist, Hochfrequenzsignale in mehreren unterschiedlichen Frequenzbändern zu multiplexen.
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Das Dokument
DE 102 34 737 A1 betrifft einen Oberflächenwellen-Duplexer, der an einem Kopplungsabschnitt zwischen einer Mehrzahl von Oberflächenwellen-Filtern und einem Antennenanschluss eine Impendanzanpassungsschaltung aufweisen kann.
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Eine zu lösende Aufgabe besteht darin, ein elektrisches Bauelement anzugeben, das geringe Verluste aufweist.
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Die Aufgabe wird gelöst durch ein elektrisches Bauelement nach Anspruch 1.
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Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform wird ein elektrisches Bauelement mit einem ersten Signalpfad und einem zweiten Signalpfad angegeben, die an einen gemeinsamen Signalpfad angeschlossen sind. Im ersten Signalpfad ist ein erstes Filter und im zweiten Signalpfad ein zweites Filter angeordnet. Das Bauelement umfasst eine erste Anpassschaltung, die einen Querzweig zur Masse umfasst. Im Querzweig ist eine Induktivität angeordnet, die an den ersten Signalpfad, den zweiten Signalpfad und den gemeinsamen Signalpfad angeschlossen ist. Das Bauelement umfasst ein Trägersubstrat, auf dem die vorzugsweise als Chips realisierten Filter montiert sind. Die Induktivität ist im Trägersubstrat integriert.
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Die erste Anpassschaltung und ggf. eine nachstehend erläuterte zweite Anpassschaltung passt die Eingangsimpedanz des ersten und des zweiten Filters derart aneinander an, dass der jeweilige Signalpfad eine hohe Eingangsimpedanz im Gegenband aufweist. Die erste und die zweite Anpassschaltung bilden vorzugsweise ein antennenseitiges Anpassnetzwerk.
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Der gemeinsame Signalpfad ist vorzugsweise als ein Antennenpfad vorgesehen. In einer vorteilhaften Variante ist der erste Signalpfad als ein Sendepfad und der zweite Signalpfad als ein Empfangspfad vorgesehen. Das erste Filter ist dann als ein Sendefilter und das zweite Filter als ein Empfangsfilter vorgesehen. Der Antennenpfad verzweigt sich in den Sendepfad und den Empfangspfad. In diesem Fall bilden die Filter zusammen mit der ersten Anpassschaltung einen Duplexer.
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In einer weiteren vorteilhaften Variante sind der erste Signalpfad und der zweite Signalpfad jeweils als ein Empfangspfad vorgesehen. Der erste Signalpfad kann z. B. dem Empfangsband des Funksystems GSM800 und der zweite Signalpfad dem Empfangsband des Funksystems GSM900 zugeordnet sein.
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Im Querzweig kann eine erste Kapazität angeordnet sein, die in Serie mit der Induktivität geschaltet ist. Die Anordnung der ersten Kapazität im Querzweig gegen Masse hat den Vorteil, dass damit der Gleichstrompfad gegen Masse unterbrochen wird.
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In einer Variante ist eine zweite Anpassschaltung vorgesehen, die im zweiten Signalpfad angeordnet ist. Die zweite Anpassschaltung ist zwischen der ersten Anpassschaltung und dem zweiten Filter angeordnet. Die zweite Anpassschaltung weist eine zweite Kapazität auf, die in einem Serienzweig des zweiten Signalpfades angeordnet ist. Im Serienzweig des ersten Signalpfades kann im Prinzip eine dritte Anpassschaltung angeordnet sein, die vorzugsweise zwischen der ersten Anpassschaltung und dem ersten Filter angeordnet ist.
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Die im Serienzweig angeordnete zweite Kapazität wird nachstehend auch als Serienkapazität und die im Querzweig angeordnete Induktivität als Parallelinduktivität bezeichnet. Ein Anpassnetzwerk, umfassend eine Parallelinduktivität und eine Serienkapazität, ist im Hinblick auf die Integration in einem Trägersubstrat gegenüber einem Anpassnetzwerk mit einer Transmissionsleitung (z. B. λ/4-Leitung) besonders Platz sparend.
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Die Serienkapazität ist in einer Variante im Trägersubstrat realisiert und umfasst z. B. mindestens zwei übereinander angeordnete leitende Flächen. Die Serienkapazität kann auch als eine Mehrschichtkapazität mit ineinander greifenden, im Querschnitt kammartigen Elektrodenflächen oder als eine planare Interdigitalstruktur ausgebildet sein.
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Die erste und die zweite Anpassschaltung sind in einer vorteilhaften Variante mit Bildung einer Koppelkapazität kapazitiv aneinander gekoppelt. Das Durchlassband des Sende- und Empfangsfilters liegt vorzugsweise in einem Frequenzbereich, in dem die Güte eines durch die Induktivität und die Koppelkapazität gebildeten effektiven Impedanzelements zumindest die Hälfte ihres Maximalwertes beträgt.
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Das effektive Impedanzelement, das die Induktivität umfasst, ist im Ersatzschaltbild im Querzweig angeordnet und wird auch als die effektive Induktivität bezeichnet. Durch die Koppelkapazität gelingt es beispielsweise, den effektiven Induktivitätswert des effektiven Impedanzelements in einem vorgegebenen Frequenzbereich zu erhöhen. Der vorgegebene Frequenzbereich kann z. B. zumindest teilweise mit den Durchlassbändern des Duplexers überlappen oder in den Durchlassbändern des Duplexers liegen. Der vorgegebene Frequenzbereich kann auch außerhalb (oberhalb oder unterhalb) dieser Durchlassbänder liegen.
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Da der effektive Induktivitätswert durch die kapazitive Verkopplung der Induktivität mit nachstehend näher erläuterten leitenden Elementen bei der gewünschten Frequenz vergrößert werden kann, kann der eigentliche, frequenzunabhängige Induktivitätswert der Induktivität relativ klein gewählt werden. Dies ist vorteilhaft für eine Platz sparende Ausbildung der Induktivität.
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Eine Koppelkapazität ist insbesondere zwischen den einander direkt gegenüber liegenden leitenden Elementen, d. h. Leiterbahnen und/oder leitenden Flächen, gebildet. Die miteinander kapazitiv zu koppelnden Elemente können je nach Ausführung übereinander oder nebeneinander angeordnet sein.
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Zur Bildung einer Koppelkapazität ist in einer Variante eine der Induktivität zugeordnete Leiterbahn und eine der ersten Kapazität zugeordneten leitenden Flächen übereinander oder nebeneinander angeordnet. Zur Bildung einer (weiteren) Koppelkapazität kann die der Induktivität zugeordnete Leiterbahn und eine der ersten Kapazität zugeordneten leitenden Flächen übereinander oder nebeneinander angeordnet sein. Eine Koppelkapazität kann auch dadurch gebildet sein, dass die der Induktivität zugeordnete Leiterbahn und eine Massefläche übereinander oder nebeneinander angeordnet sind.
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Die Koppelkapazität und die Induktivität bilden in einer Variante einen Parallelschwingkreis, dessen Resonanzfrequenz oberhalb der Durchlassbänder des ersten und des zweiten Filters liegt. Die Resonanzfrequenz des Parallelschwingkreises kann z. B. mindestens um den Faktor 1,5 höher liegen als die Mittenfrequenz des Duplexers, der das erste und das zweite Filter umfasst.
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Die Serienschaltung der Induktivität und der ersten Kapazität weist in einer Variante eine Serienresonanz bei einer Frequenz auf, die unterhalb der Durchlassbänder des ersten und des zweiten Filters liegt. Die Serienresonanzfrequenz kann z. B. maximal die Hälfte der Mittenfrequenz des Duplexers, in einer bevorzugten Variante maximal 1/3 der Mittenfrequenz des Duplexers betragen.
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Das Trägersubstrat umfasst mehrere Metallisierungsebenen und zwischen diesen angeordnete dielektrische Schichten auf der Basis einer LTCC-Keramik. LTCC steht für Low Temperature Co-Fired Ceramics. Als Material für die dielektrischen Schichten kommen aber auch beliebige elektrisch isolierende Materialien in Betracht, die eine relativ hohe Güte der Induktivität gewährleisten können.
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Die erste und die zweite Anpassschaltung ist in einer vorteilhaften Variante zumindest teilweise im Trägersubstrat integriert, wobei die in den Anpassschaltungen enthaltenen Induktivitäten und Kapazitäten vorzugsweise mittels Leiterbahnen und Leiterflächen in den Metallisierungsebenen des Trägersubstrats realisiert sind. Dies gilt insbesondere für die im Querzweig angeordnete Induktivität, die erste und die zweite Kapazität.
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Die Kapazitäten können in verschiedenen Metallisierungsebenen angeordnete, übereinander liegende leitende Flächen umfassen. Zumindest eine der Kapazitäten kann aber auch ganz oder teilweise in einem Chip realisiert sein, der auf dem Trägersubstrat montiert ist. Die Kapazitäten können auch jeweils durch eine statische Kapazität eines Interdigitalwandlers realisiert sein.
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Die Induktivität kann z. B. als eine Leiterbahn ausgebildet sein, deren Breite wesentlich kleiner als deren Länge ist. Die Induktivität kann beispielsweise durch eine spiral- oder mäanderförmig gefaltete Leiterbahn realisiert sein. Die Induktivität kann übereinander angeordnete, mittels einer Durchkontaktierung leitend miteinander verbundene Teile aufweisen, die in verschiedenen Metallisierungsebenen des Trägersubstrats angeordnet sind. Die Leiterbahn, die die Induktivität realisiert, kann zur Bildung zumindest eines Teils der ersten oder der zweiten Kapazität benutzt werden.
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Zur Bildung der Koppelkapazität ist es möglich, eine der ersten Kapazität zugeordnete leitende Fläche und eine der zweiten Kapazität zugeordnete leitende Fläche in verschiedenen Metallisierungsebenen des Substrats übereinander oder in derselben Ebene des Substrats nebeneinander anzuordnen.
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In einer Variante ist die der ersten Kapazität zugeordnete leitende Fläche an Masse angeschlossen. In einer weiteren Variante ist diese Fläche von der Masse abgewandt.
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Zur Bildung der Koppelkapazität ist es ferner möglich, eine der Induktivität zugeordnete Leiterbahn und eine der zweiten Kapazität zugeordnete leitende Fläche übereinander oder nebeneinander anzuordnen.
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Die Filter sind vorzugsweise Bandpassfilter. Die Filter können insbesondere mit akustischen Wellen arbeitende Bauelementstrukturen wie z. B. Resonatoren, Wandler, akustische Reflektoren umfassen. Die mit akustischen Oberflächenwellen und/oder Volumenwellen arbeitenden, elektrisch miteinander verbundenen Resonatoren können z. B. eine Laddertype-Anordnung (Abzweigschaltung) bilden.
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Das erste Filter kann in einem ersten Chip und das zweite Filter in einem zweiten Chip realisiert sein, die beide auf dem Trägersubstrat montiert sind. Diese Filter können aber auch in einem gemeinsamen Chip realisiert sein, der auf dem Trägersubstrat montiert ist. Die Chips können mit dem Trägersubstrat z. B. mittels Bumps oder Bonddrähten elektrisch verbunden sein.
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Das Trägersubstrat und die Filter bilden eine bauliche Einheit mit auf der Unterseite des Trägersubstrats angeordneten, vorzugsweise oberflächenmontierbaren Außenanschlüssen.
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Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform wird ein elektrisches Bauelement angegeben, das einen z. B. als einen Empfangspfad vorgesehenen Signalpfad umfasst, dem ein Durchlassband (z. B. Empfangsband) zugeordnet ist. Das Bauelement umfasst eine erste Anpassschaltung, die einen an den Signalpfad angeschlossenen Querzweig gegen Masse umfasst. Außerdem ist eine zweite Anpassschaltung vorgesehen, die im Signalpfad angeordnet und mit Bildung einer Koppelkapazität kapazitiv an die erste Anpassschaltung gekoppelt ist.
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Im in der ersten Anpassschaltung angeordneten Querzweig ist in einer bevorzugten Variante eine Induktivität angeordnet. Im Querzweig kann eine Serienschaltung der Induktivität und einer ersten Kapazität angeordnet sein. Die Resonanzfrequenz dieser Serienschaltung liegt vorzugsweise unterhalb des Durchlassbandes des Signalpfades.
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Die zweite Anpassschaltung weist in einer Variante eine im Signalpfad angeordnete zweite Kapazität auf, wobei zwischen der Serienschaltung und der zweiten Kapazität eine Koppelkapazität gebildet ist, und wobei die Induktivität und die Koppelkapazität das effektive Impedanzelement bilden.
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Die Koppelkapazität kann mit der Induktivität einen Parallelschwingkreis bilden. Dabei ist die Induktivität und die Koppelkapazität derart dimensioniert, dass die Resonanzfrequenz des Parallelschwingkreises oberhalb des Durchlassbandes liegt.
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Die erste Anpassschaltung und die Koppelkapazität bilden ein gegen Masse geschaltetes effektives Impedanzelement, dessen Güte Q von der Frequenz f abhängt. Das Durchlassband liegt in einem Frequenzbereich, in dem die Güte des effektiven Impedanzelements zumindest die Hälfte ihres Maximalwertes Qmax beträgt, d. h. Q ≥ Qmax/2. Der Arbeitspunkt (Betriebsfrequenz) liegt vorzugsweise in einem Frequenzbereich zwischen dem Maximum Qmax der Güte Q(f) und ihrem Halbwertspunkt Qmax/2 oberhalb des Maximums der Güte, da in diesem Fall die effektive Induktivität größer ist als im Frequenzbereich unterhalb des Maximums.
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Elemente der ersten und der zweiten Anpassschaltung sind dabei zur Bildung der gewünschten Koppelkapazität derart dimensioniert und relativ zueinander angeordnet, dass der Bereich einer relativ hohen Güte des effektiven Impedanzelements Q ≥ Qmax/2 dem Frequenzbereich entspricht, der das Durchlassband umfasst.
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Der erste und der zweite Signalpfad sind in einer Variante erdunsymmetrisch (single-ended). Zumindest einer dieser Pfade, der z. B. als Empfangspfad ausgelegt ist, kann auch erdsymmetrisch (balanciert) sein.
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Im Folgenden wird das Bauelement gemäß der ersten und der zweiten bevorzugten Ausführungsformen anhand von schematischen und nicht maßstabsgetreuen Figuren erläutert. Es zeigen:
- 1A einen Duplexer mit einer Parallelinduktivität zwischen Antenne und Masse und einer Serienkapazität im Empfangspfad;
- 1B einen Duplexer mit einer Anpassschaltung, die eine gegen Masse geschaltete Serienschaltung einer Induktivität und einer Kapazität umfasst;
- 2, 2A jeweils ausschnittsweise die in 1B gezeigte Anpassschaltung mit Koppelkapazitäten;
- 3 ein elektrisches Bauelement mit einem Mehrschichtsubstrat, in dem der Duplexer gemäß 1A oder 1B realisiert ist;
- 4 das Ersatzschaltbild eines Bauelements, in dem eine Frontendschaltung mit einer Parallelinduktivität im antennenseitigen Anpassnetzwerk realisiert ist.
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1A zeigt eine Schaltung mit einem als Sendepfad TX ausgelegten ersten Signalpfad und einem als Empfangspfad RX ausgelegten zweiten Signalpfad. Die Pfade RX, TX sind zu einem gemeinsamen Antennenpfad ANT zusammengefasst.
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Im Sendepfad TX ist ein als Sendefilter ausgelegtes erstes Filter F1 und im Empfangspfad RX ein als Empfangsfilter ausgelegtes zweites Filter F2 angeordnet. Zwischen den Filtern F1, F2 ist ein Anpassnetzwerk angeordnet, das in der in 1A gezeigten Variante eine erste Anpassschaltung MA1 und eine zweite Anpassschaltung MA2 umfasst.
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Die erste Anpassschaltung MA1 weist einen Querzweig gegen Masse auf, der den gemeinsamen Knoten der Pfade TX, RX und ANT mit Masse verbindet. Im Querzweig ist eine Parallelinduktivität L angeordnet. Im zweiten Signalpfad ist zwischen dem zweiten Filter F2 und dem gemeinsamen Knoten der Pfade TX, RX und ANT eine zweite Anpassschaltung MA2 angeordnet, die eine im Serienzweig angeordnete Serienkapazität C2 umfasst. Auch im ersten Signalpfad TX kann im Prinzip eine Serienkapazität angeordnet sein.
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In der in 1A gezeigten Variante ist die Induktivität L direkt an das antennenseitige Tor des ersten Filters F1 angeschlossen. Auf die Serienkapazität C2 kann im Prinzip je nach Impedanz der Filter F1, F2 verzichtet werden. Die Induktivität L ist dann direkt an das antennenseitige Tor der Filter F1, F2 angeschlossen.
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Die Filter F1, F2 und die Anpassschaltungen MA1, MA2 bilden zusammen einen Duplexer DU. Der Duplexer weist einen Antenneneingang ANT, einen Sendeeingang TX-IN und einen Empfangsausgang RX-OUT auf. Der Sendepfad TX ist zwischen dem Antenneneingang ANT und dem Sendeeingang TX-IN angeordnet. Der Empfangspfad RX ist zwischen dem Antenneneingang ANT und dem Empfangsausgang RX-OUT angeordnet.
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In der 1B ist eine weitere Ausführungsform vorgestellt. Im Querzweig der ersten Anpassschaltung MA1 ist eine Serienschaltung der Induktivität L und einer ersten Kapazität C1 angeordnet. Diese Serienschaltung ist an den Antennenpfad angeschlossen. Ansonsten gilt die Beschreibung der 1A.
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Die Filter umfassen in einer bevorzugten Variante elektroakustische Resonatoren, z. B. SAW-Resonatoren und/oder BAW-Resonatoren. Diese Filter sind in der in 3 gezeigten Variante jeweils in einem Filterchip CH1, CH2 realisiert. Das Sendefilter F1 ist im Filterchip CH1 und das Empfangsfilter F2 im Filterchip CH2 realisiert. Die Filterchips CH1, CH2 sind hier in Flip-Chip-Bauweise auf dem Trägersubstrat SU befestigt.
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In einer Variante ist es möglich, sowohl das Sendefilter als auch das Empfangsfilter gemeinsam in einem Chip zu realisieren. Anstelle eines Filterchips können in einer weiteren Variante die Komponenten des Sende- und Empfangsfilters, insbesondere die BAW-Resonatoren, auf dem Trägersubstrat SU angeordnet sein.
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Die erste und/oder zweite Kapazität C1, C2 kann in verschiedenen Metallisierungsebenen des Trägersubstrats SU angeordnete, vorzugsweise einander horizontal oder vertikal gegenüber liegende leitende Flächen umfassen. Die erste und/oder zweite Kapazität C1, C2 kann in einer Variante durch die effektive Kapazität eines elektroakustischen Resonators realisiert sein, der im Filterchip oder auf dem Trägersubstrat SU angeordnet sein kann.
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In 2 ist es erläutert, wie die Koppelkapazitäten Cp1, Cp2 zwischen der ersten und der zweiten Anpassschaltung MA1, MA2 zustande kommen.
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Vorzugsweise ist die vom Empfangsfilter F2 abgewandte Elektrode E21 der zweiten Kapazität C2 kapazitiv an ein leitendes Element der ersten Anpassschaltung MA1 gekoppelt. Dieses leitende Element kann z. B. eine Leiterbahn sein, die die Induktivität L1 realisiert und in einer Variante der Elektrode E21 gegenüber liegt. Dabei wird ein Teil der Koppelkapazität Cp1 gebildet. Die Elektrode E21 und die Induktivität L1 können nebeneinander in einer Metallisierungsebene des Trägersubstrats SU oder übereinander in verschiedenen Metallisierungsebenen dieses Substrats angeordnet sein.
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Das genannte leitende Element kann auch die an Masse angeschlossene Elektrode E12 der ersten Kapazität C1 und/oder ihre von der Masse abgewandte Elektrode E11 sein. Dabei wird zwischen den Elektroden E12 und E21 die Koppelkapazität Cp2 bzw. zwischen den Elektroden E11 und E21 ein weiterer Teil der Koppelkapazität Cp1 gebildet.
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Die Koppelkapazitäten Cp1, Cp2 können auch zwischen den an die Elektrode E21 der zweiten Kapazität C2 angeschlossenen Verbindungsleitungen und den Elektroden E11 bzw. E12 der ersten Kapazität C1 gebildet werden.
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Eine weitere Koppelkapazität kann auch, wie beispielsweise die Kapazität Cp11 in der in 2A vorgestellten Variante, zwischen der die Induktivität L realisierenden Leiterbahn und einer ihr gegenüber liegenden Massefläche oder Leiterfläche (Elektrode E11 oder E12) der Kapazität C1 gebildet sein. Es ist möglich, eine Koppelkapazität zwischen verschiedenen, nebeneinander angeordneten Windungen der Induktivität zu bilden.
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Die erste Kapazität C1 ist vorzugsweise deutlich (z. B. um mindestens den Faktor fünf) größer als die Koppelkapazitäten Cp1, Cp2.
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Die miteinander zu koppelnden Kapazitäten, z. B. C1 und C2 in den 1A, 1B und 2, können beide in einem Chip - in 3 Chip CH1 oder CH2 - angeordnet sein, der auf dem Trägersubstrat SU montiert ist. Es ist möglich, diese Kapazitäten und die Filter F1, F2 in einem mit akustischen Wellen arbeitenden Chip zu realisieren, wobei die Kapazitäten durch die statische Kapazität eines elektroakustischen Wandlers oder Resonators realisiert werden kann.
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Die zweite Anpassschaltung MA2 kann in allen Varianten neben der Serienkapazität C2 weitere LC-Elemente aufweisen, die im Serienzweig oder mindestens einem weiteren, an den zweiten Signalpfad angeschlossenen Querzweig angeordnet sein können. Es wurde allerdings festgestellt, dass die Anpassung der beiden Signalpfade, in denen die Filter F1, F2 angeordnet sind, auch mit wenigen, z. B. nur zwei oder drei Anpasselementen L, C1 und/oder C2 gelingt. Dies gilt insbesondere für die Anpassung der aneinander angeschlossenen Signalpfade, die für die Übertragungssysteme ausgelegt sind, deren Frequenzbänder nicht weit voneinander liegen. Das Verhältnis der Mittenfrequenzen der Frequenzbänder kann beispielsweise im Bereich 0,7 ... 1,4 liegen.
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Das Verwenden von nur wenigen Anpasselementen im antennenseitigen Anpassnetzwerk hat den Vorteil, dass dadurch Signalverluste reduziert werden können.
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In der in 4 vorgestellten Variante ist der erste Signalpfad als ein erster Empfangspfad RX1 und der zweite Signalpfad als ein zweiter Empfangspfad RX2 ausgelegt. Das antennenseitige Anpassnetzwerk, das die Anpassschaltungen MA1 und MA2 umfasst, ist wie in der 1A ausgebildet, kann aber auch wie in der 1B und/oder ohne die zweite Anpassschaltung MA2 ausgebildet sein.
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Der erste Empfangspfad RX1 ist für den Empfang der Daten eines ersten Übertragungssystems, z. B. GSM800 und der zweite Empfangspfad RX2 für den Empfang der Daten eines zweiten Übertragungssystems, z. B. GSM900 ausgelegt. Die Sendedaten der beiden Übertragungssysteme werden in einem gemeinsamen Sendepfad TX12 übertragen. Die Empfangspfade RX1, RX2 sind antennenseitig zu einem gemeinsamen Empfangspfad RX12 zusammengefasst. Die Pfade TX12 und RX12 werden mittels eines ersten Schalters SW1 abwechselnd mit einem ersten Sendeempfangspfad TR12 leitend verbunden.
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Das Bauelement, dessen Ersatzschaltbild in der 4 gezeigt ist, ist außerdem zur Datenübertragung der weiteren Übertragungssysteme geeignet.
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Der dritte Empfangspfad RX3 ist hier für den Empfang der Daten eines dritten Übertragungssystems, z. B. DCS und der vierte Empfangspfad RX4 für den Empfang der Daten eines vierten Übertragungssystems, z. B. PCS ausgelegt. Die Sendedaten des dritten und des vierten Übertragungssystems werden in einem gemeinsamen Sendepfad TX34 übertragen. Die Empfangspfade RX3, RX4 sind antennenseitig zu einem gemeinsamen Empfangspfad RX34 zusammengefasst. Die Pfade TX34 und RX34 werden mittels eines zweiten Schalters SW2 abwechselnd mit einem zweiten Sendeempfangspfad TR34 leitend verbunden.
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Die Sendeempfangspfade TR12 und TR34 sind antennenseitig mittels eines Diplexers DI mit dem Antennenpfad ANT elektrisch verbunden.
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Im Prinzip ist es möglich, auch die Empfangspfade RX3 und RX4 antennenseitig mittels eines vorstehend erläuterten Anpassnetzwerks derart aneinander anzupassen, dass der jeweilige Signalpfad eine hohe Eingangsimpedanz im Gegenband aufweist.
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Die Signalpfade TX, RX in den Figuren 1A, 1B, 2 können wie in der 4 gegen zwei Empfangspfade RX1, RX2 ausgetauscht werden, und umgekehrt. Die Merkmale, die in Zusammenhang mit einer der in den Figuren gezeigten Ausführungsformen beschrieben sind, sind ohne Weiteres auf andere Varianten anwendbar.
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Bezugszeichenliste
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- ANT
- Antennenanschluss
- C1, C2
- erste und zweite Kapazität
- Cp1, Cp2
- Koppelkapazität
- CH1, CH2
- Filterchips
- F1
- Sendefilter
- F2
- Empfangsfilter
- L
- Induktivität
- MA1, MA2
- erste und zweite Anpassschaltung
- RX, RX1, RX2, RX3, RX4
- Empfangspfad
- RX12, RX34
- gemeinsamer Empfangspfad
- RX-OUT
- Sendeeingangs
- SU
- Trägersubstrat
- SW1, SW2
- Schalter
- TR12, TR34
- Sendeempfangspfad
- TX
- Sendepfad
- TX12, TX34
- gemeinsamer Sendepfad
- TX-IN
- Empfangsausgang