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Elektrisches Registriergerät zur quantitativen Auswertung des Differential-Blutbildes
Bei der in klinischen Labors sehr häufig vorkommenden Aufgabe, den Blutausstrich
quantitativ auszuwerten, muß an Hand einer Beobachtung im Mikroskop von einer unbestimmten
Menge Körperchen, die sich im wesentlichen aus neun verschiedenen Komponenten zusammensetzt,
so viel an einzelnen Komponenten ausgezählt werden, bis ihre Gesamtsumme eine vorher
festgelegte Zahl erreicht.
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Die Lösung dieser Aufgabe erfolgte bisher meist in der Art, daß eine
Person die Beobachtung durch das Mikroskop vornahm und ihre Wahrnehmungen auf eine
Tabelle notierte oder diktierte, bis die vorher festgelegte Zahl erreicht war. Dieses
Verfahren ist, wenn es allein ausgeführt wird, sehr zeitraubend, oder es wird eine
zweite Kraft benötigt.
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Es sind auch Apparaturen bekannt, mit welchen die Beobachtungsergebnisse
registriert werden können und die im Prinzip in der Art einer Schreibmaschine arbeiten.
Auf Grund der mechanischen Arbeitsweise ist ein relativ starker Tastendruck nötig,
wodurch die bedienende Hand schnell ermüdet.
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Schließlich sind für diese Arbeit auch schon elektrische Registriergeräte
vorgeschlagen worden, die aus einer Reihe von durch elektrische Impulse fortschaltbaren
Einzelzählwerken und einem durch elektrische Impulse fortschaltbaren Summenzählwerk
bestehen, das innerhalb seines Stellenumfanges auf einen beliebigen Wert voreinstellbar
ist und nach Erreichen des voreingestellten Zählwertes alle Einzelzählwerke sperrt.
Die Stromkreise der Einzelzählwerke jeder Komponente werden durch eine Taste geschlossen.
Da beim Auszählen eines Blutbildes eine gewisse Komponente im allgemeinen prozentual
stets mit etwa 70 bis 80 °/o an der Gesamtsumme beteiligt ist, muß die entsprechende
Taste in sehr kurzer Zeit sehr häufig betätigt werden, was zu Fehlern durch Verzählen
führen kann.
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Die Erfindung hat zum Ziel, diesen Nachteil zu vermeiden, und schlägt
zu diesem Zweck vor, einen Impulsgeber vorzusehen, an den die Einzelimpulszähler,
wie in anderem Zusammenhang bekannt, einzeln durch einen Handschalter anschaltbar
sind und somit um eine der Dauer ihres Anschaltens entsprechende Zahl von Einheiten
fortschaltbar sind und daß die Impulsfrequenz des Impulsgebers in bekannter Weise
einstellbar ist.
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Somit ist je nach den individuellen Wünschen oder Bedürfnissen eine
schnelle oder langsame Impulsfolge möglich. Da die Impulse des Impulsgebers hörbar
sind, kann der Beobachter im Geiste mitzählen, solange das Einzelzählwerk an den
Impulsgeber angeschlossen ist.
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Nach einem anderen Vorschlag der Erfindung wird für diejenigen Komponenten,
die einen hohen Anteil an der Gesamtsumme bilden und für welche demzufolge das Einzelzählwerk
aus einem Einer-und einem oder mehreren Dekadenzählwerken besteht, neben der nur
das Einerzählwerk in Betrieb setzenden Taste in an sich bekannter Weise eine weitere,
direkt das Dekadenzählwerk betätigende Taste vorgesehen. Auch hierdurch wird ein
häufiges Betätigen einer Taste innerhalb eines kurzen Zeitraumes vermieden.
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Um ein gleichzeitiges Betätigen zweier Tasten zu verhindern, sind
nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung die Tasten mit Ruhe- und Arbeitskontakten
versehen, wobei die Ruhekontakte aller Tasten in der Ruhestellung der Tasten miteinander
verbunden sind, jedoch bei Betätigung einer Taste alle in Richtung des Stromflusses
hinter dieser Taste liegenden Ruhekontakte stromlos werden.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines Schaltbildes eines
elektrischen Registriergerätes erläutert.
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Mit TK1, T,2 und TK3 sind einige Tasten bezeichnet, die jeweils mit
einem Ruhekontakt 2 und einem Arbeitskontakt 1 ausgestattet sind. Der Arbeitskontakt
1 jeder dieser Tasten steht mit einem EinzelzählwerkZ.(O, Zz20 Usw. in Verbindung.
Die Anlage wird von 24 V Gleichstrom gespeist, und zwar über einen Wählschalter
Ws wahlweise direkt (Kontakt 2) oder über einen Impulsgeber (Kontaktl). Mit Zso,
ZSI und Zs2 sind die Summenzählwerke bezeichnet, die bei jedem Betätigen einer
Taste
tot usw. beziehungsweise beim Ansprechen eines der Einzelzählwerke betätigt werden,
und zwar über ein Relais B, das einen Kontakt 1B schließt.
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Die SummenzählwerkeZsO, Zsi und ZS2 besitzen Kontakte So, S, und
S2, die erst öffnen, wenn das jeweilige Zählwerk auf 0 steht. Vor Beginn der Zählung
werden sie bei geschlossenen SchalternKO, Kt und K2 durch Impulse beliebig einstellbarer
Frequenz mittels des später noch näher beschriebenen Impulsgebers auf eine gewünschte
Zahl n eingestellt.
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Die Summenzählwerke laufen rückwärts.
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Wenn nun der Wählschalter Ws, wie gezeichnet, auf dem Kontakt 2 steht,
kann Strom zu den Tasten TK1, ..... . . . über die jeweiligen Ruhekontakte 2 fließen.
Wird nun eine der Tasten gedrückt, so fließt der Strom über den Arbeitskontakt 1
der betreffenden Taste zu dem entsprechenden Einzelzählwerk, z. B. ZR.o Der Rückstrom,
der über die geschlossenen Kontakte SO, S, und S2 fließen kann, betätigt das Relais,
wodurch der Kontakt geschlossen wird und das Summenzählwerk Z,0 anspricht Bei jedem
Drücken einer Taste wird also ein Stromimpuls auf das betreffende Einzelzählwerk
gegeben und gleichzeitig das Summenzählwerk mitbetätigt.
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Jedes Einzelzählwerk ist mit einem Kontakt I versehen, welcher beim
Übergang von 9 auf 0 schließt und einen Impuls auf das Zehnerzählwerk ZKll gibt.
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Das gleiche gilt für die Summenzählwerke.
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Wenn die Summe aller gezählten Komponentenkörperchen gerade die Zahl
n erreicht hat, ist das Summenzählwerk, bestehend aus den Zählwerken Zso, Zsi und
Zs2, auf 0 zurückgeschritten, und alle KontakteS,, S1 und S2 sind geöffnet, so daß
auch bei weiterem Drücken irgendeiner der Tasten TK1, TK2 usw. kein Strom mehr fließen
und demzufolge auch kein Zählwerk mehr ansprechen kann.
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Da manche zu zählende Komponenten zu einem sehr großen Prozentsatz
an der Gesamtsumme beteiligt sind, ist für diese Komponenten eine zusätzliche Taste
Teil vorgesehen, welche zwei Kontakte 1, 2 aufweist und bei Betätigung direkt das
betreffende Zehnerzählwerk Zfç 11 und gleichzeitig das Zehnersummenzählwerk Zsi
betätigt.
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Mit dem Wählschalter Ws kann ein Impulsgeber eingeschaltet werden,
der aus einem Relais A be steht, welches einen Arbeitskontakt 1A und einen Ruhekontakt2A
besitzt. Dem Relais A ist eine Kapazität C parallel geschaltet, vor die ein Widerstand
R> zur Begrenzung des Ladestromes geschaltet ist. Ferner ist dem Relais A ein
Regelwiderstand R2 sowie ein weiterer Widerstand R1, welche zusammen den Gesamtparallelwiderstand
ergeben, parallel geschaltet. Der Widerstand R1 sorgt dafür, daß der Gesamtparallelwiderstand
bei R2 zu 0 größer bleibt, als die zulässige Kontaktbelastung des Kontaktes 2A erforderlich
macht.
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Wird durch Schalten des Wählschalters Ws auf den Kontakt 1 eine Spannung
an den Impulsgeber gelegt, so lädt sich die Kapazität C auf. Gleichzeitig spricht
das Relais A an und öffnet den Kontakt 2A Der Impulsgeber ist also von der EMK getrennt.
Infolge der endlichen Ansprechzeit des Relais A ist die Kapazität C bereits vorher
aufgeladen. Nach dem Öffnen des Kontaktes 2A entlädt sie sich zum Teil über die
RelaiswicklungA, zum Teil über Rt und R.,. Durch Veränderung von R2 ist es möglich,
die Entladezeit der Kapazität zu verändern. Ist C so weit entladen, daß nur noch
ein unendlich kleiner
Strom fließt, so fällt der Anker des Relais A ab, der Ruhekontakt
2A schließt sich wieder, und der beschriebene Vorgang wiederholt sich. Da das Relais
A zugleich auch den Arbeitskontakt 1A betätigt, über den bei Stellung des Wählschalters
Ws auf Kontakt 1 Strom zu den TastenT1... fließen kann, kann ein pulsierender Strom
erzeugt werden, der bei Betätigung einer Taste das entsprechende Einzelzählwerk
und gleichzeitig auch das Summenzählwerk wiederholt ansprechen läßt, solange die
Taste gedrückt ist.
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Die Impulsfolge kann, wie erwähnt, durch Veränderung des Widerstandes
R geändert werden.
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Um die Komponentenzählwerke ZKlo, Zu11, ZR20--- nach Beendigung der
Zählung möglichst schnell wieder auf 0 zurückzubringen, ist jedes dieser Zählwerke
mit einem Kontakt II versehen, der geöffnet wird, wenn das betreffende Zählwerk
0 erreicht hat. Durch eine RückstelltasteTR kann ein pulsierender Strom, beispielsweise
ein einweggerichteter Wechselstrom von 50 Hz und 60 V, so lange über die Kontakte
II fließen, bis jedes Zählwerk 0 erreicht hat, wonach die Kontakte II geöffnet werden.
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Die Ruhekontakte 2 der TastenTg... sind in der Ruhelage der Tasten
in Reihe geschaltet, derart, daß ein Kontakt dem nächsten den Strom zuführt.
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Wird eine Taste betätigt, so wird der Stromkreis für die nachfolgenden
Tasten unterbrochen. Es kann also bei gleichzeitiger Betätigung zweier Tasten nur
dasjenige Komponentenzählwerk einen Impuls erhalten, dessen Taste der Spannungsquelle
näher liegt.
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Wenn beispielsweise die Tasten TKI und TK2 gleichzeitig betätigt werden,
so kann nur das Zählwerk ZRroy das der Taste TKI zugeordnet ist, Strom erhalten.
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Obgleich nur drei Tasten und nur für die Taste TK1. ein Einzel- und
ein Zehnerzählwerk dargestellt wurden, ist es selbstverständlich, daß eine der Anzahl
der auszuzählenden Komponenten entsprechende Anzahl von Tasten und für jede Taste
je nach Häufigkeit der Komponenten ein Zehner- und eventuell ein Hunderterzählwerk
neben einem Einzelzählwerk anzuordnen sind.