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Anzeige- und Sicherheitsvorrichtung Die Erfindung betrifft eine Anzeige-
und Sicherheitsvorrichtung zur Auslösung eines Sicherheitsvorganges, z. B. Stillsetzen
einer Maschine bei Auftreten eines bestimmten Vorganges aus einer gewissen Anzahl
von möglichen Vorgängen und zur Anzeige des stattgefundenen Vorganges mit einer
gewissen Anzahl von durch den Einzelvorgang aus einer Ruhestellung in eine Arbeitsstellung
überführbaren Anzeigeanordnungen, von denen jede einen auf den Einzelvorgang ansprechenden
Auslöseteil und ein mit Gleichstrom gespeistes Ibyratron aufweist, dessen Steuergitter
normalerweise über ein Sperrpotential gesperrt ist, das durch den Übergang des betreffenden
Auslöseteiles in die Arbeitsstellung aufhebbar ist.
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Es sind bereits Anzeigevorrichtungen bekanntgeworden, bei denen beispielsweise
jedoch nur eine einzige Anzeigeanordnung für einen einzigen Vorgang vorgesehen ist,
und zwar vorzugsweise zur Kontrolle der kritischen Drehzahl von Fahrzeugturbinen,
wobei eine bewegliche Anordnung der Anzeigevorrichtung einen elektrischen Kontakt
schließt und hiermit ein Signal auslöst. Auch sind Sicherheitsvorrichtungen bekannt,
die mit mehreren Anzeigeanordnungen arbeiten, die aber weder unabhängig von dem
weiteren Verlauf der Störung in ihrem Arbeitszustand gehalten werden, noch das Ansprechen
aller anderen Anzeigevorrichtungen verhindern. Derartige Einrichtungen sind insbesondere
als Fehlermelder an mit hydraulisch gesteuerten Schmiermittelverteilern arbeitenden
Schmiersystemen angeordnet. Bei einer neuzeitlichen Gefahrrneldeeinrichtung ist
bereits auch schon eine gewisse Anzahl von Anzeigeanordnungen vorgesehen, deren
jede durch einen bestimmten Einzelvorgang aus einer Ruhestellung in eine Arbeitsstellung
übergeführt wird, wobei bis zur Quittierung und damit unabhängig vom weiteren Verlauf
des die Meldung auslösenden Vorganges die Anzeige erhalten bleibt.
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Demgegenüber liegt der Erfindung zugrunde, eine Anzeigevorrichtung
zu schaffen, die drei Forderungen erfüllt, nämlich erstens das Verbleiben des einmal
ausgelösten Anzeigeteiles in der Arbeitsstellung bei beliebigem weiterem Verlauf
des betreffenden Einzelvorganges, zweitens das Auslösen einer Betätigungsvorrichtung
und drittens das Verhindern des Ansprechens anderer Anzeigevorrichtungen mit äußerst
einfachen Mitteln. Dieses Ziel wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß die
gemeinsame Gleichstromspeiseleitung aller Thyratrone einen Widerstand enthält, der
bei Auslösung jedes Thyratrons vom Strom durchflossen ist, wobei die hierbei an
den Klemmen des Widerstands auftretende Spannung erstens die Betätigungseinrichtungen
auslöst, zweitens die Zündung aller anderen Thyratrone durch das Ansprechen ihres
Auslöseteiles verhindert.
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Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung enthält
die Betätigungseinrichtung ein Thyratron, welches in an sich bekannter Weise mit
Wechselstrom gespeist und normalerweise durch das oder ein auf einem Sperrpotential
gehaltenes Steuergitter gesperrt ist, wobei die Ausbildung so getroffen ist, daß
der Stromdurchgang durch den gemeinsamen Widerstand des Gleichstromspeisekreises
der Thyratrone der Anzeigeanordnungen das Thyratron der Betätigungseinrichtung entsperrt.
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Die Erfindung ist nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnung und
ein Ausführungsbeispiel erläutert. Die einzige Abbildung zeigt die elektrische Schaltung
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist nachstehend in ihrer Anwendung
auf einen an einer Schermaschine angebrachten Fadenwächter erläutert, wobei sie
dann die Aufgabe hat, das Reißen des Fadens anzuzeigen und gleichzeitig die Maschine
stillzusetzen.
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Die dargestellte Vorrichtung enthält eine gewisse Zahl von Thyratronen
Tl, T2 usw., deren jedes
einem zu überwachenden Faden oder einer
Fadengruppe zugeordnet ist und eine Anode A, eine Kathode C und ein
Steuergitter G aufweist. Der Anodenstromkreis eines jeden Thyratrons enthält
ein Schauzeichen 1.
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Die Thyratrone TI, T2 usw. werden von einer Gleichstromquelle 2 gespeist.
In der gemeinsamen Kathodenleitung aller Thyratrone befindet sich ein Widerstand
3. Außerdem ist ein normalerweise geschlossener Druckknopfschalter 4 in dieser
gemeinsamen Kathodenleitung zu einem weiter unten erläuterten Zweck angeordnet.
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Die Gitter G aller Thyratrone Tl, T2 usw. erhalten normalerweise
ein negatives Sperrpotential durch die Gleichspannungsquelle 5, deren positiver
Pol durch den Leiter6 mit dem negativen Pol der Anodenstromquelle 2 verbunden ist,
während ihr negativer Pol einzeln mit den Gittern G über eine Anordnung aus
zwei in Reihe geschalteten Widerständen 7 und 8 verbunden ist.
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Die Verbindungsstelle 9 der Widerstände 7 und
8
ist mit einer Fadenwächternadel 10 verbunden, welche mit einem Kontakt
11 zusammenwirkt, der seinerseits Masseschluß hat. Der negative Pol der Stromquelle
2 und der positive Pol der Stromquelle 5
haben ebenfalls Masseschluß. Die
Nadel 10 wird durch den entsprechenden Faden in der in der Zeichnung dargestellten
Stellung gehalten, in welcher sie von dem Kontakt 11 entfernt ist.
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Die Schaltung enthält noch ein Thyratron TO mit einer Anode
A 0, einer Kathode CO und einem Steuergitter G 0. Das Thyratron
TO wird durch eine Wechselstromquelle 12 gespeist.
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Das Gitter GO wird normalerweise auf Sperrpotential durch eine
Anordnung aus zwei Widerständen 13, 14 gebracht, welche in Reihe hegen und
zwischen dem negativen Pol der Stromquelle 5 und die Verbindungsstelle
16 zwischen dem Widerstand 3
einerseits und allen Kathoden
C aller Thyratrone T1, T2 usw. andererseits geschaltet sind. Die Verbindungsstelle
17 der Widerstände 13 und 14 ist mit dem Gitter G 0 über einen
Schutzwiderstand 18 verbunden. Die Kathode C 10 des Thyratrons TO
ist durch einen Leiter 19 mit dem negativen Pol der Stromquelle
5 verbunden.
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Der Anodenstromkreis des Thyratrons TO enthält die Wicklung 20 eines
Relais zur Betätigung eines nicht dargestellten Selbstschalters. Die Wicklung 20
wird durch einen Kondensator 21 überbrückt, welcher etwaige Schwingungen des Relais
infolge seiner Speisung durch einen welligen Strom verhindern soll.
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Kondensatoren geringer Kapazität 22 bzw. 23 sind zwischen Gitter
und Kathode der Thyratrone T1, T2
usw. beziehungsweise TO angeordnet, um ein
unbeabsichtigtes Ansprechen der Thyratrone durch Störungen zu verhindern.
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Die Vorrichtung arbeitet folgendermaßen: Wenn die Schermaschine normal
arbeitet, werden die Fadenwächternadeln 10 durch die Fäden in der dargestellten
Stellung gehalten, in welcher sie von den entsprechenden Kontakten 11 entfernt
sind. Die Thyratrone T 1. T 2 usw. sowie das Thyratron T O
sind
dann gesperrt, da ihre Steuergitter eine negative Vorspannung haben.
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Beim Reißen eines Fadens, z. B. des dem Thyratron T2 zugeordneten
Fadens, fällt die entsprechende Nadel 10 herunter, so daß sie mit dem Kontakt
11
in Berührung kommt, wie dies gestrichelt bei 10'
dargestellt ist.
Durch die Herstellung dieses Kontakts wird das Gitter des Thyratrons T2 auf das
Potential der Kathode des Thyratrons gebracht, so daß dieses zündet.
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Der Anodenstrom des gezündeten Thyratrons T2 löst das diesem Thyratron
zugeordnete Schauzeichen 1 aus (welches durch eine Lampe oder eine Fallklappe
gebildet oder mit einem akustischen Signal kombiniert oder durch ein solches ersetzt
sein kann). Außerdem durchfließt er den allen Thyratronen gemeinsamen Widerstand
3 und erzeugt an dessen Klemmen einen Spannungsabfall, welcher das Gitterpotential
GO des Thyratrons TO weniger negativ macht, so daß dieses ebenfalls zündet.
Der Anodenstrom dieses 'Myratrons erregt dann das Relais 20, wodurch die Stillsetzung
der Schermaschine über den nicht dargestellten, von diesem Relais betätigten Selbstschalter,
bewirkt wird.
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Bei der Stillsetzung der Schennaschine treten alle anderen Fadenwächternadeln
10 in Berührung mit ihrem Kontakt 11, da ja die Fadenspannung verschwindet,
wenn die Maschine stillsteht. Die Herstellung dieser Kontakte kann jedoch nicht
die Zündung der anderen Thyratrone TI usw. bewirken, da der an den Klemmen des Widerstands
3 durch den Anodenstrom des Thyratrons T2 erzeugte Spannungsabfall die Kathoden
aller Thyratrone auf ein positives Potential von solchem Wert bringt, daß ihr Gitter
trotz der Schließung der Kontakte 10-11
stets eine negative Vorspannung behält.
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Da die Thyratrone Tl, T2 usw. mit von der Stromquelle2 geliefertem
Gleichstrom gespeist werden, bleibt ein einmal gezündetes Thyratron trotz der späteren
Änderung, seines Gitterpotentials gezündet. Infolgedessen bleibt der Spannungsabfall
an den Klemmen des Widerstands 3 bestehen, so daß das Thyratron TO trotz
seiner Speisung mit von der Stromquelle 12 geliefertem Wechselstrom weiterarbeitet.
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Für die Wiederinbetriebsetzung der Schennaschine nach der Reparatur
des gerissenen Fadens wird der Anodenstromkreis der Thyratrone Tl, T2 usw. durch
kurzes Drücken auf den Druckknopfschalter 4 geöffnet. Da das Gitterpotential des
'Myratrons T2, welches den gerissenen Faden angezeigt hatte, durch das Anheben der
entsprechenden Fadenwächternadel nach der Reparatur des gerissenen Fadens wieder
negativ geworden ist, erlischt das Thyratron bei der Unterbrechung seines Anodenstromkreises
durch den Knopf 4 und bleibt bei Loslassen des Knopfes erloschen. Gleichzeitig macht
das Verschwinden des Spannungsabfalls an dem Widerstand 3 durch die Unterbrechung
des Thyratrons T 2 das Gitterpotential des Thyratrons TO von neuem negativ, so daß
dieses nicht mehr arbeitet. Die Schermaschine kann dann durch Wiedereinschaltung
ihres Selbstschalters wieder in Betrieb genommen werden. Die Vorrichtung ist von
neuem betriebsbereit.
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Aus obigem geht hervor, daß die Vorrichtung die Stillsetzung der Schennaschine
bei dem Reißen eines Fadens bewirkt und dabei den Einzelfaden anzeigt, welcher diese
Stillsetzung bewirkt hat.
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Die Vorrichtung weist noch folgende Vorteile auf: a) Die Entspannung
aller Fäden bei der Stillsetzung der Schermaschine bringt die für die Lokalisierung
des fehlerhaften Fadens erforderliche Anzeige nicht zum Verschwinden;
b)
die Vorrichtung kann auch bei unvollkommenen Nadelkontakten arbeiten; c) die Vorrichtung
ist vollständig betriebssicher, da an ihren Kontakten kein Funke auftreten kann,
da die herzustellenden oder zu unterbrechenden Ströme äußerst schwach sind.
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Die Erfindung kann natürlich abgewandelt werden. So kann die oben
in ihrer Anwendung auf eine Schennaschine beschriebene Vorrichtung ganz allgemein
benutzt werden, wenn mehrere Fehlersignale (welche in Form einer für die Steuerung
einer Gastriode hinreichenden Widerstandsänderung ausgedrückt werden können) beim
Auftreten irgendeines von ihnen einen gemeinsamen Vorgang auslösen sollen (welcher
durch die Wirkung eines Relais oder das Ansprechen einer Elektronenröhre ausgelöst
werden kann) und wenn es außerdem notwendig ist, das Signal, welches das Ansprechen
des Geräts verursacht hat, bis zum Eingreifen einer Bedienungsperson aufrechtzuerhalten,
und zwar auch, wenn inzwischen gegebenenfalls weitere Signale auftreten.
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In dem engeren Gebiet der Betriebssicherheit einer Maschine kann jedes
Signal z. B. bei seinem Auftreten einen bestimmten Fehler (unzureichende oder übermäßige
Temperatur, Druck, Geschwindigkeit usw.) anzeigen und die Maschine abstellen oder
ein Alarrnsignal auslösen und dabei gleichzeitig die Art des Fehlers anzeigen. Ferner
können die Thyratrone Schirmgitter oder andere Steuergitter od. dgl. haben.