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Vergaser für Brennkraftmaschinen, insbesondere für Kraftfahrzeuge
Die Erfindung betrifft einen Vergaser für Brennkraftmaschinen, insbesondere für
Kraftfahrzeuge, mit einem den Kraftstoffstand regulierenden Schwimmer in einem Schwimmergehäuse
und mit Mitteln zur Abschirmung des Kraftstoffes im Schwimmergehäuse gegen Wärmezufuhr
von außen.
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Bei Vergasern dieser Art ist insbesondere bei höheren Lufttemperaturen
und bei Bergfahrten zu beobachten, daß der flüssige Kraftstoff im Schwimmergehäuse
des Vergasers und auch im Leitungssystem vom Kraftstofftank bis zum Vergaser verdampft.
Als Folge davon stellt sich mitunter ein unregelmäßiges Arbeiten der Brennkraftmaschine
ein. In vielen Fällen wird die Brennkraftmaschine jedoch vollkommen stillgesetzt,
und ein Wiederanlassen der Brennkraftmaschine ist meist nur nach längerer Wartezeit
möglich. Tritt die Verdampfung des Kraftstoffes erst nach dem Stillsetzen der Brennkraftmaschine
ein, so ist das Wiederanlassen ebenfalls mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden,
vor allem deshalb, weil die Ursachen für die Startschwierigkeiten nicht sogleich
erkennbar sind.
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Durch bekannte Vorschläge, die im wesentlichen darin bestehen, daß
das Schwimmergehäuse zusätzlich zu der zum Verbrauch in der Brennkraftmaschine bestimmten
Kraftstoffmenge mit Kraftstoff durchspült wird, gelingt es, die aufgezeigten Nachteile
zu einem Teil zu vermeiden. Der zum Spülen des Schwimmergehäuses benutzte Kraftstoff
führt vom Schwimmergehäuse und von dem mit diesem verbundenen eigentlichen Vergaser
derartige Wärmemengen ab, daß unter Umständen auf übliche Wärmedämmittel zwischen
der Brennkraftmaschine und dem Vergaser, die erfahrungsgemäß bei höheren Temperaturen
nicht halfen, verzichtet werden kann.
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Bei bekannten Vergasern, deren Schwimmergehäuse zusätzlich zu der
zum Verbrauch in der Brennkraftmaschine bestimmten Kraftstoffmenge mit Kraftstoff
durchspült werden, findet die Durchspülung aber mir bei laufender Brennkraftmaschine
statt, so daß die bekannten Maßnahmen in all den Fällen nicht helfen, wenn eine
Verdampfung des Kraftstoffes bei stillgelegter Maschine stattfindet, z. B. beim
Parken eines Kraftwagens unter starker Sonnenbestrahlung oder bei einem Halt nach
starker Belastung der Maschine und höherer Lufttemperatur.
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Die Bedeutung der vorliegenden Erfindung läßt sich am leichtesten
durch Vergleich mit einer anderen, allerdings jüngeren und ebenfalls zum Patent
angemeldeten Erfindung erkennen (man vergleiche die deutsche Auslegeschrift 1090
030), deren Aufgabe es gleichfalls ist, nicht nur die Fehler in der Kraftstoffzuführung
zu vermeiden, die bei laufender Brennkraftmaschine auftreten, sondern darüber hinaus
auch diejenigen Fehlerquellen auszuschalten, die sich mindestens so häufig bei stillgesetzter
Maschine einstellen bzw. deren Wiederingangsetzung erschweren.
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Gemäß dieser anderen Erfindung findet die Durchspülung des Schwimmergehäuses
- durch selbsttätige Mittel, z. B. in Abhängigkeit von der Temperatur des Kraftstoffes,
ausgelöst - auch bei stillgelegter Brennkraftmaschine statt.
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Die vorliegende Erfindung löst die gestellte Aufgabe in etwas anderer
Weise. Zwar wendet sie auch eine fortlaufende Kühlung des Schwimmergehäuses an,
doch schlägt sie zu diesem Zweck vor, das Schwimmergehäuse doppelwandig auszubilden
und den Zwischenraum zwischen diesen beiden Wandungen von einem flüssigen Kühlmittel
durchströmen zu lassen, und zwar, was entscheidend ist, auch bei stillgelegter Brennkraftmaschine.
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Durch die doppelwandige Ausbildung des Schwimmergehäuses wird der
Kühlstrom an diejenigen Randzonen des Gehäuses herangeführt, welche infolge des
stehenden bzw. praktisch nur schwach strömenden Kraftstoffes einer Aufheizungsgefahr
am ehesten unterliegen.
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Zwar ist bereits ein Vergaser bekannt, bei welchem zwecks Abschirmung
des Kraftstoffes im Schwimmergehäuse gegen Wärmezufuhr von außen ein zwischen der
Wandung des Schwimmergehäuses und einer diese umgebenden Schirmwand frei gelassener
Zwischenraum vorhanden ist und von einem Kühlmedium durchflossen wird. Es handelt
sich hierbei
jedoch um einen von kühlender Luft durchströmten Zwischenraum,
wohingegen die vorliegende Erfindung sich mit einer Flüssigkeit als kühlungsintensiverem
Medium befaßt. Zudem war es bei dem bekannten luftgekühlten Schwimmergehäuse nicht
vorgesehen, die Kühlung auch bei stillgesetzter Brennkraftmaschine fortzusetzen,
z. B. durch Weiterlaufenlassen eines Lüfters. Allerdings sind wiederum in anderem
Zusammenhang derartige auch bei stehender Maschine wirksame Kühllüfter oder -gebläse
bekannt.
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Durch die Erfindung wird eine wirksame Abschirmung bzw. Kühlung des
Kraftstoffes im Schwimmergehäuse erreicht. Hierbei spielt es prinzipiell keine Rolle,
welche Flüssigkeit als Kühlmittel dient. Die Erfindung schlägt jedoch als zweckmäßig
die Verwendung des Kraftstoffes selbst als Kühlmittel vor, wobei dann die Kraftstoff-Förderpumpe
oder eine zusätzliche Pumpe einen Kühlstrom durch einen Nebenschluß zum Vergaserhauptstrom
aufrechterhält. Es besteht so die einfache Möglichkeit, die Kühlung bereits vor
Betätigung des Anlassers wirksam werden zu lassen.
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Eine weitere Möglichkeit besteht noch darin, den Kühlstrom von der
am Vergaser herrschenden Außentemperatur und gegebenenfalls noch von der Fahrzeugbewegung
zu steuern. Zur Durchführung dieser Maßnahmen können an sich bekannte Thermoschalter
bzw. Drehzahlwächter verwendet werden, deren Schaltimpulse entweder die Pumpe und
bzw. oder ein in der Nebenschlußleitung liegendes Absperr- bzw. Drosselorgan im
gewünschten Sinn betätigen können.
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Das Schwimmergehäuse selbst kann unmittelbar doppelwandig ausgebildet
sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit, über das eigentliche Schwimmergehäuse
einen Überzug überzustülpen bzw. in dieses einzusetzen, wobei der Überzug im Abstand
von der Schwimmerwandung verläuft und dadurch mit dieser zusammen die Doppelwand
bildet. Und schließlich wäre es auch noch denkbar, den überzub bzw. Einsatzteil
selbst doppelwandig auszubilden. Insbesondere bei einem einwandigen Überzugsteil
könnte sich seine Herstellung aus einem wärmeisolierenden Stoff durchaus vorteilhaft
auswirken. An sich sind Schwimmergehäuse aus Isolierstoff bekannt.
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Einzelheiten der Erfindung zeigen die Ausführungsbeispiele der Zeichnung.
Es stellt dar Fig. 1 ein Schwimmergehäuse im Schnitt mit schematisch dargestellten
Anschlüssen und Fig. 2 und 3 andere Ausführungsformen (auszugsweise) des doppelwandigen
Schwimmergehäuses im Schnitt.
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Nach Fig. 1 weist der im übrigen nicht besonders dargestellte Vergaser
10 ein Schwimmergehäuse 11
auf, welches nach oben durch den Deckel
13 abgeschlossen ist. Der Deckel 13 oder das Schwimmergehäuse
11 ist mit dem übrigen Vergaserkörper aus einem Stück gefertigt und der jeweils
andere Teil separat hergestellt und angeflanscht. Im Schwimmergehäuse 11 befindet
sich ein Schwimmer 12, der den Verschlußkörper 14 eines Kraftstoffzuflußventils
15 betätigt. Letzteres ist als besonderer Einsatzteil im Deckel 13 angeordnet.
Der Deckel 13 weist außerdem einen Anschlußstutzen 17 zum Anschluß der Kraftstoffleitung
18 auf. Im Schwimmergehäuse 11 steht der Kraftstoff bis zu einem gleichbleibenden
Niveau 16. Das Schwimmergehäuse 11 ist doppelwandig ausgebildet. Der Zwischenraum
19 zwischen der Außenwand 11' und er Innenwand 11" dient zur Abschirmung des Kraftstoffes
im Schwimmergehäuse. Für eine fortlaufende und intensive Kühlung wird dieser Zwischenraum
19 von einem ständigen Kühhnittelstrom durchflossen. Für den Anschluß der Kühlmittelleitungen
sind in der Außenwand 11' zwei Anschlußstutzen 20 und 21 vorgesehen. So kann
also das flüssige Kühlmittel am Stutzen 20 ein- und am Stutzen 21 austreten.
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Im Rahmen der Erfindung kann der Kraftstoff selbst das Kühlmittel
bilden. Hierfür ist der Stutzen 20 an eine Leitung 22 angeschlossen, die von der
Kraftstoff-Förderpumpe 23 ausgeht und im Nebenschluß zur Kraftstoffleitung 18 liegt.
Die Pumpe 23 saugt den Kraftstoff durch die Leitung 24 aus dem Behälter 25 an und
fördert ihn sowohl durch die Leitung 18 in den Vergaser als auch durch die Leitung
22 als Kühlstrom durch das doppelwandige Schwimmergehäuse. Von dort aus fließt er
durch die Leitung 26 in den Behälter 25 zurück.
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An Stelle der Kraftstoff-Förderpumpe kann natürlich auch eine besondere
Pumpe zum Aufrechterhalten des Kühlstromes verwendet werden. In den meisten Fällen
wird es zweckmäßig sein, den Kühlstrom in Abhängigkeit von der Temperatur zu steuern.
Dies kann z. B. in der Weise geschehen, daß am Ausgang der Pumpe 23 ein Verteilerventil
27 od. dgl. angeordnet ist, welches von einem Thermoschalter 28 am Schwimmergehäuse
gesteuert wird. Bei einer besonderen Pumpe für den Kühhnittelstrom kann man auch
diese selbst vom Thermoschalter 28 aus steuern. Eine andere Möglichkeit liegt darin,
die Pumpe bzw. den Verteiler von der Fahrzeuggeschwindigkeit aus zu steuern. Dabei
kann beim überschreiten einer bestimmten Fahrzeuggeschwindigkeit der Kühlmittelstrom
selbsttätig abgestellt werden.
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Fig. 2 zeigt eine andere Ausbildung des doppelwandigen Schwimmergehäuses.
Hier wird die Außenwand 29 von einem besonderen Teil gebildet, der im Abstand von
der Wand 11" des Schwimmergehäuses - welche die Innenwand bildet - über das Schwimmergehäuse
gestülpt ist. Auch hier wird der Zwischenraum 19 wieder in bereits beschriebener
Weise von einem flüssigen Kühlmittel durchströmt. Diese Anordnung eignet sich unter
Umständen besonders für Vergaser, die nachträglich noch für einen Wärmeschutz des
Schwimmergehäuses umgebaut werden sollen. Die Anschlußstutzen 20 und 21 sind dann
natürlich am übersteckteil vorgesehen.
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Fig. 3 zeigt wiederum einen überstecktei130, welcher nun seinerseits
doppelwandig ausgebildet ist und die Anschlüsse 20 und 21 für die
Kühlmittelleitungen enthält. Der Vorteil dieser Ausführung liegt darin, daß keine
Dichtung zwischen Schwimmergehäuse 11
und dem übersteckteil 30 erforderlich
ist. Es ist übrigens auch möglich, die Wandungen dieses übersteckteils verschieden
stark auszubilden. So kann z. B. die Außenwandung 30' wesentlich stärker sein als
die Innenwandung 30".
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An sich wäre es auch denkbar, an Stelle eines Übersteckteils einen
Einsatzteil zu verwenden, was aber wegen der nach außen führenden Anschlüsse weniger
vorteilhaft sein dürfte. Diese separaten Teile - gleich ob innen eingesetzt oder
außen übergestülpt - können auch aus einem wärmehemmenden Stoff, z. B. einem Kunststoff,
hergestellt sein.