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Vorrichtung zum Krumpfen von Schlauchware Die Erfindung bezieht sich
auf eine Vorrichtung zum Krumpfen von Schlauchware durch Stauchen in Längsrichtung
mit Hilfe zweier endloser elastischer Bänder.
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Zum großen Teil liegt die Ursache für das Einlaufen von Kleidungsstücken
darin, daß die Garne und Maschen des Gestricks durch das Stricken, Färben, Waschen
und ändere Behandlungen, denen der Stoff vor seiner Weiterverarbeitung zu Kleidungsstücken
unterworfen wird, gedehnt werden. Da der Stoff während seiner Verarbeitung gewöhnlich
in der Längsrichtung gedehnt wird, sollte das Krumpfen auch ein Längsverdichten
des Gewebes mit einschließen.
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Wenn das Gestrick in entspannter Lage trocknet, können Garn und Maschen
nach dem normalen Färb-oder Bleichvorgang in vollem Normalmaß schrumpfen. Die anschließenden
Fertigungsvorgänge verziehen jedoch das Gestrick oftmals wieder um 10, 15 oder sogar
2004.
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Um nun ein Schrumpfen der Fertigware wirksam zu vermeiden, sollte
das Gestrick derart behandelt werden, daß sein Garn in entspannte Lage zurückgebracht
wird und die Maschenzahl pro Längeneinheit vermehrt wird, wodurch ein schrumpffestes
Fertiggestrick entsteht.
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Es wurden zwar schon verschiedene Vorschläge zum Längsverdichten von
Rundgestrick gemacht. Danach wird das Gestrick mit unterschiedlicher Geschwindigkeit
vorgeschoben, so daß es in Längsrichtung gestaucht wird. Dabei werden aber die Fasern
und Maschen aus ihrer gestreckten Lage heraus nicht genügend normalisiert. Bei verschiedenen
Vorschlägen wurden sogar noch zusätzliche Verziehungen hinzugebracht.
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So ist eineKrumpfvorrichtung bekannt, bei der das Gestrick unter Mitwirkung
von Spiralfedern über eine Reihe von Walzen geführt wird. Diese Federn befinden
sich aber nur an gewissen Stellen der Breite des Gestricks und können daher nur
eine ungleichmäßige Wirkung auf das Gestrick ausüben. Außerdem bewirken die Federn
eine Längsstreifung der Ware, was unerwünscht ist.
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Die Erfindung nutzt den Umstand aus, daß sich bei einem endlosen Riemen
die Innenfläche an den Umkehrstellen ebenso schnell wie auf den geraden Strecken
bewegt, die Außenfläche jedoch bei beträchtlicher Riemenstärke schneller und nur
auf den geraden Strecken ebenso schnell wie die Innenfläche läuft. Infolgedessen
bewegt sich ein an der Umkehrstelle eines endlosen Riemens auf diesen aufgebrachtes
Gestrick zunächst schnell und späterhin langsam und wird dabei in einfacher und
wirkungsvollerWeise längsverdichtet.
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Es ist zwar bereits eine Vorrichtung mit Gummiriemen zum Krumpfen
von Strickware bekannt, bei der jedoch das Gestrick nicht den sich schneller bewegenden
Umkehrabschnitten zugeführt wird. Um trotzdem einen Geschwindigkeitsgradienten zu
erhalten, müssen die Gummiriemen stark aufeinandergepreßt werden, was bei der in
Frage kommenden Arbeitsgeschwindigkeit eine Verkürzung ihrer Lebensdauer zur Folge
hat, abgesehen davon, daß auf dieseWeise nur ein geringerGeschwindigkeitsgradient
erzielt wird.
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Weiterhin sind bereits Versuche gemacht worden, einen Geschwindigkeitsgradienten
dadurch zu erzielen, daß elastische Riemen in Längsrichtung gestreckt werden. Abgesehen
von der diesem Verfahren innewohnenden Schwierigkeit einer genauen Einstellung der
wirksamen Kräfte bedeutet dies ebenfalls eine erhebliche überbeanspruchung der Riemen
und damit Verkürzung ihrer Lebensdauer.
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Demgegenüber betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Krumpfen
von Schlauchware durch Stauchen in Längsrichtung mit Hilfe zweier die Ware im gestauchten
Zustand zwischen sich einschließender und mitführender endloser elastischer Bänder,
welche an
der Zuführseite der Ware über zwei gegenläufig drehbare
Walzen umgelenkt werden, so daß sich die Außenzone der Bänder dehnt und nach dem
Ablaufen von den Walzen wieder zusammenzieht, die gekennzeichnet ist durch einen
Formteil im Innern der Schlauchware, der einen verstärkten Teil und eine flache
Zunge aufweist, wobei der Übergang vom verstärkten Teil zur flachen Zunge gegen
die die Walzen umlaufenden Bänder anliegt und die Zunge sich bis zwischen die flach
geführten Teile der Bänder erstreckt.
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Die Stärke der Bänder bzw. Riemen soll einen verhältnismäßig großen
Bruchteil, z. B. ein Zehntel bis ein Viertel, des Durchmessers der vom Riemen überlaufenen
Walze betragen. Die Bänder sollen zumindest in ihren Außengebieten eine solche Elastizität,
Streckbarkeit und Dehnbarkeit besitzen, daß die Geschwindigkeitszunahme der Außenflächen
praktisch auf die Umkehrstellen beschränkt bleibt. Wünschenswerterweise sollte der
Riemeninnenteil eine möglichst geringe Streckbarkeit besitzen, was dadurch erreicht
wird, daß nur der innere, nicht aber der äußere Abschnitt mit der üblichen Draht-
oder Tuchverstärkung versehen ist.
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Noch weitere erfindungsgemäße Verbesserungen ergeben sich aus der
folgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf Zeichnungen. Es zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht
einer erfindungsgemäßen Einrichtung, Fig. 2 eine dargestellte Seitenansicht in vergrößertem
Maßstab, Fig. 3 eine Teilaufsicht im Maßstab der Fig. 1, bei der das Gewebe fortgelassen
wurde, Fig. 4 eine schaubildliche Darstellung einer das Gestrick aufnehmenden Form
in verkleinertem Maßstab.
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Fig. 5 eine Teilseitenansicht einer anderen Ausführungsform der Gestrickaufnahmeform,
Fig. 6 eine ähnlicheDarstellung einer noch anderen Gestrickaufnahmeform, Fig. 7
einen Teilquerschnitt durch den Riemen in stark vergrößertem Maßstab, Fig. 8 eine
Teilansicht der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform mit einer Abänderung, Fig.9
einen Teilquerschnitt einer anderen erfindungsgemäßen Ausführungsform, Fig. 10 eine
schaubildliche Darstellung eines Einzelteils der Einrichtung gemäß Fig. 9, Fig.
11 eine Stirnansicht von der linken Seite der Fig. 9 her, Fig. 12 eine Stirnansicht
von der rechten Seite der Fig. 9 her, teilweise im Querschnitt, Fig.13 eine vergrößerte
Einzelansicht gewisser Elemente der Fig. 12, Fig. 14 eine Aufsicht auf die in Fig.
13 dargestellten Elemente, Fig. 15 eine vergrößerte Einzelansicht der überschuß
liefernden Walzen, teilweise im Schnitt, Fig.16 einen Querschnitt längs der Linie
16-16 der Fig. 15, Fig. 17 eine schaubildliche Einzeldarstellung einer Druckwalze,
Fig. 18 eine ähnliche Darstellung der Einrichtung mit der Walze gemäß Fig. 17, Fig.
19 eine schaubildliche Darstellung der formausrichtenden Mittel, Fig. 20 eine Teilaufsicht
auf diese Mittel in vergrößertem Maßstab, Fig. 21 eine schaubildliche Darstellung
des Einstellmechanismus für den Riemeneinlaufwinkel, Fig. 22 einen Teilquerschnitt
durch den Mechanismus und Fig. 23 eine Teilansicht eines anderen Riementyps. Die
in den Fig. i bis 7 dargestellte Einrichtung weist zwei über vordere Walzen
14 und 16 und hintere Walzen 18 und 20 laufende Riemen
10 und 12 auf. Im dargestellten Beispiel besitzen die Walzen einen
Durchmesser von 25,4 mm und die Riemen eine Stärke von 4,8 mm. Die Riemen bestehen
aus einem festen Material, z. B. Gummi, biegsamem Kunststoff od. dgl., so daß zumindest
ihre äußeren Abschnitte dehnbar sind und feste Außenflächen mit verhältnismäßig
großem Reibungskoeffizienten bilden. Gemäß Fig. 2 und 7 besteht jeder Riemen aus
festem, d. h. nicht schwammigem Gummi mit einer festen Außenfläche 22, einem
dehnbaren, 3,2 mm starken äußeren Abschnitt 24 und einem durch Gewebe oder
Draht 26 verstärkten inneren Abschnitt 25. Dieser Aufbau verleiht
dem äußeren Abschnitt der beiden Riemen ausreichendeNachgiebigkeit, so daß sich
der über die Walzen laufende Riemen genügend dehnen kann, wobei die Laufgeschwindigkeit
des Riemens an der Außenseite größer ist als die der Walzenaußenfläche und der Riemenaußenfläche
auf dem geradlinigen Riemenabschnitt.
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Zwischen den Riemen schwebt frei ein Forrntei128 mit verhältnismäßig
glatter Oberfläche, die beispielsweise aus mit metallischem oder sonstigem Fasermaterial
verstärktem wärmebeständigem Harz bestehen kann. Die Form 28 vermag ein,
wie dargestellt, von links nach rechts hinweglaufendes Rundgestrick aufzunehmen.
Sie besteht aus einer dünnen und vorzugsweise breiten, und zwar in vorliegendem
Fall einheitlich breiten Zunge30, einem zwischen den benachbarten, geradlinigen
Riemenabschnitten liegenden dickeren und schmaleren, vor den Riemen liegenden Teil
32 und einem die Teile 30 und 32 verbindenden Teil 34. Beim
Ausführungsbeispiel besitzt die Zunge 30 eine Stärke von 1,6 mm. Ihre tatsächliche
Breite hängt von der Breite des Rundgestrick-Flachschlauches ab, sollte jedoch nicht
größer als die Riemenbreite sein. Im dargestellten Fall ist sie bei einer Riemenbreite
von 76 cm 51 cm breit. Der Walzenachsenabstand 14-18 beträgt bei jedem Riemen
1,52 m. Der Teil 32 ist etwas schwächer als der Achsabstand derWalzen14und16, kann
jedoch auch die gleiche Größe haben. Der Teil 34 ist so gestaltet, daß es
die Seiten eines Rundgestricks 35 zwischen den gekrümmten Flächen 36 und 37 und
den Riemenaußenflächen zumindest auf einer mit den Walzenachsen in einer Ebene liegenden
Linie 38 und einer beträchtlich vor dieser Ebene liegenden Linie
40 hält und, wie in den Fig. 1 und 2 dargestellt, auf der Gesamtstrecke zwischen
diesen Linien längs der gekrümmten Flächen 36 und 37 an die Riemen anlegt.
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Der Abschnitt 34 besitzt abgeschrägte Kanten zwecks glatten
Anschlusses an den Abschnitt 30, der sich zwischen der Achsebene der vorderen
Walzen 14
und 16 und der Achsebene der hinteren Walzen 18
und
20 erstreckt. Der Querschnitt des Abschnitts 30
hat den gleichen Umfang
wie der Querschnitt des Abschnitts 32, und auch der Abschnitt 34 ist entsprechend
gestaltet, so daß das Rundgestrick an allen Formabschnitten die gleiche Umfangserstreckung
besitzt. Dadurch wird bei der Bearbeitung des Rundgestricks weder ein seitliches
Ausdehnen verursacht,
noch ein seitliches Zusammenziehen desselben
ermöglicht.
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In gewissen Fällen kann der Abschnitt 34, wie in Fig. 5 dargestellt,
mit ebenen Flächen 43 versehen sein, so daß sich das Gestrick reibungsfrei zwischen
den Kontaktlinien 45 und 46 ausdehnen kann. Andererseits können diese Flächen auch,
wie in Fig. 6 dargestellt, mit glatten Krümmungen 47 versehen sein, die das Gestrick
auf den Linien 48 und 50 gegen die Riemen halten.
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Die Form 28 wird dadurch mit ihrem Abschnitt 34 gegen das Gestrick
35 und dieses seinerseits an die gedehnten Teile der einlaufenden Riemen gedrückt,
so daß die Riemen die Form 28 so weit in die Apparatur hineinziehen, bis
ihre Flächen 36 und 37 an das Gestrick angedrückt werden und es dadurch an die gedehnten
Teile der Riemen heranhalten, worauf die Form 28 sich nicht mehr mit den Riemen
weiterbewegen kann. Aus diesem Grund wird das Gestrick mit der gleichen Geschwindigkeit
in die Apparatur eingeführt, mit der die Riemenaußenseiten sich an den Kontaktstellen
mit den Flächen 36 und 37 bewegen, wobei diese Geschwindigkeit infolge des Reckungszustandes
der Riemenkrümmungen wesentlich größer ist als die Riemengeschwindigkeit in den
geradlinigen Abschnitten.
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Da der Reibungskoeffizient zwischen Riemen und Gestrick viel größer
als der zwischen Gestrick und Form 28 ist, wird das Gestrick von den Riemen mitgenommen,
und infolgedessen bleibt der Kontaktanfangspunkt zwischen Gestrick und Riemen während
des ganzen Arbeitsprozesses gleich. Diese Reibung hält auch zusammen mit dem gleichbleibenden
Seitendruck das Gestrick davon ab, sich während der Gewebeverdichtung in der Breite
auszudehnen, wodurch eine Regelung der Breitenschrumpfung geschaffen wird.
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Die riementragenden Walzen können, wie dargestellt, bei 51 einstellbar
montiert sein, damit verschiedene Gestrickstärken zwischen den geradlinigen Riemenstücken
aufgenommen werden können.
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Das Gestrick wird gegen den Formabschnitt 30 mit Hilfe der benachbarten
geradlinigen Riementrume entweder durch deren Eigenspannung oder durch z. B. federbelastete
Andruckwalzen 52 angedrückt.
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Durch Verwendung von Riemen, die ebenso breit oder breiter als der
Formabschnitt 30 sind und das Gestrick auf seiner Gesamtbreite berühren, wird eine
Begrenzung der Breitenänderung bewirkt. Gewöhnlich neigen Rundgestricke dazu, sich
bei Längsverdichtung zu verbreitern. Bei der erfindungsgemäßen Einrichtung kann
jedoch infolge des von geradlinigen Riementrumen dauernd auf die Gestrickseiten
ausgeübten Drucks ein solches Ausweiten nicht stattfinden.
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Die erforderlichen Antriebsmittel 53 sind schematisch durch
die Ketten 54 und die Räder 55 dargestellt.
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Dampfkästen 56 und 57 sind vorgesehen, um nötigenfalls auf das Gestrick
vor seinem Kontakt mit den Riemen Dampf aufzublasen, so daß es sich beim Einlaufen
in die Riemen in feuchtwarmem Zustand befindet, in dem sich sowohl die Fäden als
auch die Maschen gut zusammenziehen lassen. Nach demVerlassen der Riemen 10 und
12 und der Form 28 kann das Gestrick zwischen Dampfwalzen 58 und 60, deren Umfangsgeschwindigkeit
der Geschwindigkeit der geradlinigen Stücke derRiemen 10 und 12 gleicht,
und/oder durch Trockenkammern 62 und 64 hindurchlaufen, die komprimierte und/oder
heiße Luft auf beide Gestrickseiten aufstrahlen. Das Gestrick kann auch durch andere
trocknende Mittel hindurchlaufen oder anderweitig getrocknet werden, wonach es in
üblicher Weise zwecks Aufbewahrung in vorgeschrumpftem Zustand, wie dargestellt,
gefaltet oder aufgerollt wird. DieserZustand wird dadurch erreicht, daß die Durohlaufsgeschwindigkeit
des Gestricks zwischen den geradlinigen Riementeilen beiderseits der Form herabgesetzt
ist.
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Im allgemeinen läßt sich sagen, daß der Mehranlieferungs-Prozentsatz
in der beschriebenen Einrichtung gleich zweimal der Stärke des freien, elastischen
Riemenaußenteils, geteilt durch die Summe der Walzendurchmesser, und zweimal der
Stärke des nicht elastischen Riemeninnenteils ist. Durch geeignete Riemenauswahl
für die gewünschte Mehranlieferung können verschiedene Streckwerte erhalten werden.
So kann beispielsweise bis zu 20% Schrumpfpotential durch einen Riemen der dargestellten
Art, 15% Schrumpfpotential durch einen Riemen mit einem 2,4 mm starken Außenteil
und 10 % Schrumpfpotential durch einen Riemen mit einem 1,6 mm starken Außenteil
bei sonst unveränderten Dimensionen in den beiden letztgenannten Fällen kompensiert
werden. Einige Abänderungen ergeben sich noch aus der Stärkenabnahme der Riemen
beim Strecken hinter den Umkehrstellen und durch andere Faktoren, und manchmal kann
eine Erhöhung der berechneten Mehranlieferung wünschenswert sein.
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Falls eine größere Schrumpfung gewünscht werden sollte, muß das Gestrick
durch zwei hintereinander angeordnete erfindungsgemäße Einrichtungen laufen oder
zweimal durch ein und dieselbe Einrichtung hindurchgeschickt werden.
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Die geradlinigen Riementeile sollten so lang sein, daß sich das feuchte
Gestrick vor Verlassen der Riemen in seinem vorgeschrumpftenZustand stabilisieren
kann. Bei einer Riemengeschwindigkeit im geradlinigen Abschnitt von beispielsweise
18,3 m/min sollte die Riemenlänge von Mitte zu Mitte 0,76 m oder bei einer Geschwindigkeit
von 36,6 m/min 1,52 m betragen. Die beiden Riemengeschwindigkeiten müssen natürlich
genau aufeinander abgestimmt sein.
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Zur Behandlung von Rundgestricken unterschiedlicher Schlauchweite
mit den gleichen Riemen können Formen mit verschiedener, jedoch unter der des Riemens
liegender Breite verwendet werden.
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In einigen Fällen kann das Gestrick auch vorteilhaft, wie in Fig.
8 dargestellt, von den Riemen 10 und 12 mittels Vollwalzen 70 und 72, deren Umfangsgeschwindigkeit
gleich der Lineargeschwindigkeit der geradlinigen Riemenabschnitte ist, durch einen
Ofen 68 hindurchgezogen werden, der unter Beachtung der höchstzulässigen Temperatur
des jeweiligen Gestrickgarnes in beliebiger Weise, beispielsweise mittels elektrischer
Heizelemente 71, auf Temperaturen zwischen 100 und 149° C oder darüber aufgeheizt
sein kann. Im allgemeinen haben sich Temperaturen zwischen 121 und 132°C als zufriedenstellend
erwiesen.
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Gute Ergebnisse lassen sich erfahrungsgemäß durch Erhitzen und Trocknen
des Gestricks während seines Durchlaufs durch die Riemen erzielen. Dies wird in
besonderer Ausgestaltung der Erfindung dadurch erreicht, da.ß in nachstehend erläuterter
Weise die Riemen durch völligen oder zumindest teilweisen Einschluß in einen Ofen
erhitzt werden.
Außerdem hat es sich als wünschenswert herausgestellt,
das Ausmaß der Riemenkrümmung in Anpassung an unterschiedliche Anwendungsfälle verkleinern
zu können. Das geschieht deshalb, weil die Reckung der gekrümmten Riemenaußenseite
teilweise auch noch auf geradlinige Abschnitte beiderseits der Krümmung überzugreifen
und dadurch in den benachbarten Krümmungsabschnitten abzunehmen pflegt, so daß die
proportionale Riemenreckung an den Enden einer längeren Krümmung kleiner als in
der Krümmungsmitte wird. Ersichtlicherweise kann daher bei einem kurzen Krümmungsbogen
die volle Reckung im Mittelabschnitt völlig beseitigt und die Geschwindigkeit der
gesamten Riemenaußenfläche an der Krümmung herabgesetzt werden. Wenn also ein Riemen
auf eine Walze, z. B. die Walze 14, unter so kleinem Winkel in bezug auf die horizontale
Oberseite des verdickten Teils eines Formelements, z. B. wie bei 32 dargestellt,
aufgebracht wird, daß die Anfangskontaktlinie zwischen Riemen und Walze in der Nähe
der Anfangskontaktlinie zwischen Gestrick und Riemen liegt, dann ist die Geschwindigkeit
der Riemenaußenfläche an der Anfangskontakthnie mit dem Gestrick niedriger als ihre
Auflaufgeschwindigkeit auf die Walze bei steilerem Auflaufwinkel. Dieses Prinzip
wurde erfindungsgemäß in den Fällen, wo eine niedrige Geschwindigkeit wirkungsvoller
ist und eine übermäßige Reckung einen unzweckmäßigen Riemenverschleiß verursacht,
in der Weise angewandt, daß Mittel zur flacheren Riemenaufgabe auf die Walzen vorgesehen
werden. In den Fällen andererseits, in denen die eine oder andere Riemengeschwindigkeit
an der Anfangskontaktlinie mit dem Gestrick erwünscht ist, weil z. B. Gestricke
zu bearbeiten sind, die vorher zu unerwünscht stark oder schwach gereckt waren,
werden Mittel zur Veränderung des Riemenautlaufwinkels auf die Walzen vorgesehen.
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Darüber hinaus wurde festgestellt, daß der Unterschied zwischen den
Riemengeschwindigkeiten einerseits an den Umkehrpunkten und andererseits auf den
geradlinigen Abschnitten als Kontrolle am BehandlunLysschluß ausgenutzt werden kann,
durch die eine übermäßige Längsverdichtung des Gestricks verringert werden kann.
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Außerdem wurden verschiedene betriebliche und bauliche Verbesserungen
geschaffen, die zusammen mit den bisher beschriebenen an Hand der nachstehenden
Ausführungsbeispiele näher erläutert werden sollen.
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Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 9 bis 22 sind den Riemen 10 und
12 ähnliche Riemen 80 und 82 vorgesehen, wobei der Riemen 82 jedoch aus noch zu
beschreibenden Gründen über das Ende des Riemens 80 hinausragt. Beide Riemen
sind 3,2 mm stark und können manchmal, wie in Fig. 23 bei 82a dargestellt, porig
ausgestaltet, d. h. mit Löchern 82 b versehen sein.
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Die Riemen 80 und 82 werden mit Ausnahme ihrer hinteren Enden völlig
von einem Ofen 83 umschlossen in dessen Eintrittsöffnung 83 a das auf einer Form
85 befindliche Rundgestrick 84 nach seinem Durchgang durch die Dampfkammern 86 und
87 entsprechend den früher beschriebenen Kammern 56, 57 einläuft und durch dessen
Ausgangsöffnung 89 die Riemen hindurchragen. Der z. B. mit elektrischer Heizung
90 versehene Ofen 83 erhitzt die Riemen, so daß sie das zwischen ihren geradlinigen
Abschnitten eingepreßte Gestrick trocknen und stabilisieren. Die aus dem Ofen herausragenden
Riemenabschnitte dienen einerseits dazu, daß die Riemen ihren Rücklauf bei kühlerer
Temperatur durchführen, wodurch ihre Haltbarkeit erhöht wird, und andererseits auch
noch zu weiteren, später beschriebenen Zwecken.
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Eine hintere, von einer Kraftquelle angetriebene Walze 93 von 7,6
cm Durchmesser treibt den Riemen 80 und eine gleich schnell angetriebene Walze 95
den Riemen 82 an. Die Vorderenden der Riemen 80 und 82 laufen über Laufrollen
97 und 98 von beispielsweise 2,5 cm Durchmesser. Im vorliegenden Beispiel beträgt
der Achsabstand bei dem Walzenpaar 93, 97 2,5 m und beim Walzenpaar 95, 98 2,35
m. Gegen Ausbiegen sind die Walzen 97 und 98 je durch ein rahmenfest verbolztes
Graphitbronze-Ankerstehlager 99 gesichert.
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Zur Regelung der Riemenreckung beim Überlaufen der Walzen 97 und 98
und der Außengeschwindigkeit der Riemen an den Kontaktlinien mit dem Gestrick sind
vor und hinter den Walzen 97 und 98 Laufrollen 100 und 101 von vorzugsweise 2,5
cm Durchmesser vorgesehen, die so eingestellt werden können, daß der Winkel zwischen
ihnen und den Walzen 97 und 98 ohne Veränderung der Riemenspannung geändert werden
kann. Dies geschieht im vorliegenden Fall in der Weise, daß die Laufrolle 100 an
ihren Enden je mit einem Rundlager 102 und die Laufrolle 101 an ihren Enden je mit
einem Rundlager 107 versehen ist (s. Fig. 21). Die Rundlager 102
reiten
auf der Oberseite 104 eines Steuerelementes 105 und die Rundlager 107 auf der Unterseite
108 eines Steuerelementes 109. Die Flächen 104 und 108 sind, wie dargestellt, derart
geformt, daß auf jeden Fall der Riemen 80 zwischen den Walzen 93, 100 und 97 und
der Riemen 82 zwischen den Walzen 95, 101 und 98 stramm ausgespannt bleiben. Die
Lageneinstellung der Rollen 100 und 101 auf den Flächen 104 und 108 erfolgt mit
Hilfe zweier diesseits und jenseits der Riemen 80 und 82 angeordneter Einheiten,
die aus je zwei Blöcken 111 und 112 mit Aufnahmeöffnungen 113 und 114 für die Rollen
100 bzw. 101 bestehen. Bei jeder Einheit durchsetzt eine Stange 118 mit ihrem
oberen Linksganggewinde 119 den Block 11 und mit ihrem unteren Rechtsganggewinde
120 den Block 112. In der Mitte ist die Stange 118 in einer Muffe 122 am
Ende einer Stange 124 gelagert, die ihrerseits in einer herausstehenden Muffe 125
gleitbar und mittels Stellschraube 126 feststellbar gelagert ist. Beide Stangen
118 werden durch über Kette 129 verbundene und durch Handgriff 130 betätigte Kettenräder
128 gedreht. Zwecks erleichterter Erkennbarkeit der Anordnung sind in Fig.
21 die Rollen 100 und 101 in ihrer Extremstellung gezeichnet. Für
gewöhnlich befinden sie sich aber in einer der beiden in Fig.22 strichpunktiert
gezeichneten Stellungen oder, wie in Fig. 22 durch die vollen Linienzüge dargestellt
ist, dazwischen. Wenn die Rollen 100 und 101 von der rechten in die
linke, strichpunktierte Lage gemäß Fig. 22 verlagert werden, nimmt die Geschwindigkeit,
mit der die Riemen 80 und 82 das Gestrick zuführen, im gleichen Verhältnis ab, da
durch die Rollenverstellung die Riemen mit kleiner werdendem Winkel auf die Walzen
97 und 98 auflaufen und dadurch die Riemenreckung an der Krümmung kleiner werden
läßt. Zwecks Verlegung der Stange 118 ist das Ofengehäuse mit einem Schlitz
130 a versehen.
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Ersichtlicherweise sind die Walzen 97 und 98 je in einem Elementenpaar
105 bzw. 109 gelagert, von
denen die Elemente 109 am Rahmen
befestigt sind, während die Elemente 105 von einem Bauglied 131
getragen
werden, das unter der Kontrolle einer in einer Konsole 131b gelagerten und mit Griff
131c versehenen Gewindestange 131a lotrecht verstellbar ist, um nach Lösen der Stellschraube
126 die gegenseitige Stellung der Walzen 97 und 98 sowie der Elemente
105 und 109 an verschiedene Gestrickstärken anpassen zu können.
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Der geradlinige Arbeitsabschnitt des Riemens 82 wird durch eine Mehrzahl
von auf Wellen 134 gelagerten Walzen 132 gestützt. Die Wellen 134 ragen durch lotrechte
untere Schlitze 135 in Seitenstücken 136 hindurch und werden einzeln durch Muttern
138 in der eingestellten lotrechten Lage gehalten. Der geradlinige Arbeitsabschnitt
des Riemens 80 andererseits wird durch das Gewicht einer Mehrzahl von auf
Wellen 144 gelagerten Walzen 142 an den Riemen 82 angedrückt. Diese
Wellen 144 sind frei drehbar in lotrechten oberen Schlitzen 145 in den Seitenstücken
136 gehaltert. Die in Fig. 9 ganz rechts dargestellte Walze 142 ist vorzugsweise
mit Einstellmitteln versehen, um den Riemen bei Behandlung eines dünnen Gestricks
in einer gewünschten tiefen Arbeitsstellung zu halten. Bei der erfindungsgemäßen
Ausführungsform besteht dieses Einstellmittel aus Flügelschrauben, die gewünschtenfalls
auf die Wellenenden dieser Walzen 142 aufgedrückt werden können.
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Im allgemeinen ähnelt der Formteil 85 bis auf folgende Unterschiede
dem früher beschriebenen Formteil 28: Erstens ist er dort, wo er mit den
Riemen zusammentrifft, unter 30° gegen die Horizontale verjüngt. Zweitens reicht
er nur teilweise, und zwar bis zur Linie 146, in die geradlinigen Riemenabschnitte
hinein, und dahinter werden Riemen und dazwischenliegendes Gestrick durch die Walze
142 aneinandergepreßt. Drittens ist sein in Fig. 9 und 20 linker Anfangsabschnitt
gemäß Fig. 19 und 20 geformt, damit das Gestrick glatt und in geregelter Weise auf
den rechts von der Linie 148 in Fig. 19 beginnenden Arbeitsabschnitt des Formteils
geleitet wird. Es ist zu beachten, daß die Umfangslänge des Formstücks im Querschnitt,
nachdem das Gestrick mit den Riemen in Berührung gekommen ist, überall und im dargestellten
Fall sogar noch auf beträchtlicher Länge davor immer die gleiche ist. Die geringen
Zwischenräume zwischen dem Formteil 85 und den Riemen 80 und 82 und links der Achsebene
der Walzen 97 und 98 (gemäß Fig. 22) erleichtern eine geregelte, faltenfreie Längsverdichtung
des Gestricks, bevor es zwischen den geradlinigen Riemenstücken seitlich verdichtet
wird. Sobald das Gestrick den Formteil verläßt, glätten sich die an den Formseitenkanten
anliegenden Gestrickteile beiderseits der bis dahin oben und unten auf dem Formteil
aufliegenden Gestrickabschnitte aus, so daß sich das Gestrick zwischen den Riemen
seitlich etwas verbreitert. Es tritt also weder ein Ausdehnen oder zusammenziehen
in der Breite noch Faltenbildung auf. Die Kanten der dünnen Formteile 85 sind abgerundet.
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Um die Riemen gegen seitliche Verschiebung auf den Walzen 93, 95 und
97, 98 zu sichern, sind auf diesen Führungsringe 150 und 152 vorzugsweise
verschiebbar angeordnet und mittels Stellschrauben 154 auf die Kanten von Riemen
beliebiger Breite einstellbar.
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Eine seitliche Verlagerung des Formteils 85 wird durch ein Paar Rollenlager
155 verhindert, die sich längs der Kanten des verdickten Formanfangsabschnitts gegen
das Gestrick anlegen und an Stangen 156 sitzen, welche ihrerseits wiederum in festen
Muffen 158 gleitend gelagert sind und in ihnen mittels Stellschrauben 159 so lose
gehaltert werden, daß jeglicher Reibungswiderstand gegen das über das Formstück
hinweggleitende Gestrick vermieden wird.
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Das Gestrick, das an der Auflaufstelle des oberen. Riemens 80 auf
die Umlenkwalze 93 unter ihm in längs- und querverdichteter Form austritt, läuft
auf dem Riemen 82 weiter und kann bei einer speziellen Ausführungsform der Erfindung
oberhalb desselben auf einen Kern 159 (Fig. 13) zu einer Rolle 160 aufgewickelt
werden, die, einmal in Drehung versetzt, durch den Riemen 82 mit dessen eigener
Geschwindigkeit gedreht wird. Die Enden des Kerns ruhen, wie dargestellt, mittels
Walzenlagern 161 höhenverstellbar in offenen Nuten 162 der Führungsglieder 164.
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Wenn das Gestrick in der gewünschten Längsverdichtung unter dem Riemen
80 austritt, befinden sich die Führungsglieder 1.64 in der in Fig. 9 voll ausgezeichneten
Lage, in der die gebildete Gestrickrolle mit dem oberen, geradlinigen Riemenstück
82 in Berührung steht. Wenn jedoch manchmal beispielsweise infolge Feuchtigkeits-
und Temperaturschwankungen dem Gestrick durch das erfindungsgemäße Gerät eine etwas
zu starke Längsverdichtung erteilt worden ist, können die Führungen 164 aus
der in Fig. 9 voll ausgezogenen in die strichpunktierte Stellung oder mehr oder
weniger in der Richtung verschwenkt werden, daß die entstehende Rolle den um die
Umlenkwalze 95 gekrümmten Teil des Riemens 82 an einer Stelle berührt, die von der
Berührungslinie zwischen der voll ausgezeichneten Rolle und dem geradlinigen Riemenabschnitt
mehr oder weniger weit entfernt ist und an der Riemenstreckung und -geschwindigkeit
deshalb entsprechend mehr oder weniger groß sind. Dadurch gibt die Riemenkrümmung
der Rolle eine etwas größere Umfangsgeschwindigkeit als bei ihrem Austritt aus dem
Raum zwischen den Riemen 80 und 82 und dadurch dem Gestrick eine leichte Längsdehnung,
die eine etwa vorhandene übermäßige Längsverdichtung ausgleicht.
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Zu diesem Zweck sind die Führungen 162 an den Wellenenden 165 der
Walzen 95 schwenkbar und auf einem bei 167 aasgelenkten Arm 166 einstellbar gelagert
und werden durch eine Flügelmutter 168 in eingestellter Lage gehalten.
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Auf diese Weise wird eine wünschenswerte flache Rundstrickware gewonnen,
die ohne Änderung ihrer Seitenausdehnung längsverdichtet und querverpreßt worden
ist. Diese Faktoren ergeben zusammen eine erwünschte Längs- und Querelastizität,
die Maschen sind kürzer, und das Garn ist aus seinem normalen Rundquerschnitt heraus
abgeplattet, wobei diese Eigenschaften durch die Hitze und den Druck, denen das
Gestrick ausgesetzt wird, stabilisiert werden. Die Einrolltendenz des Gestrickes
ist weitgehend zurückgedrängt, die Verarbeitbarkeit der Ware zu Kleidungsstücken
erleichtert und die Tragbequemlichkeit der aus dem neuartigen Gestrick hergestellten
Bekleidung wesentlich erhöht.
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Zwecks Einstellung der Riemenspannung sind die Wellen 171 bzw. 165
der Antriebswalzen 93 und 95 mittels Spannvorrichtungen 173 und 175 einstellbar
gelagert. Die Walze 93 wird über Kette 177 und Kettenräder 178 und 179 von einem
Elektromotor 176 und die Walze 95 von der Walze 93 her über
Kette
180 und Kettenräder 181 und 182 angetrieben. Die Kette 177 wird dabei durch ein
Spannrad 185 unter Spannung gehalten, das von einem in einem Schlitz 187
einer Konsole 188 gleitend gelagerten, durch Doppelmutter 190 in eingestellter
Lage gehaltenen Zapfen 186 getragen wird. Ähnliche Mittel sind für die Erhaltung
der Spannung in der Kette 180 vorgesehen. Die gesamte Vorrichtung ist auf
Rädern 195 montiert, so daß sie zwecks Aufnahme von Rundgestrick aller möglichen
Vorbearbeitungsstufen verlagert werden kann.