DE1111744B - Schaltung einer Speicherroehre - Google Patents
Schaltung einer SpeicherroehreInfo
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Description
INTERNAT.KL. H 01 j
DEUTSCHES
PATENTAMT
C 17317 Vmc/21g
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 27. JULI 1961
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 27. JULI 1961
Die Erfindung betrifft eine Schaltung für eine Speicherröhre, mit der nacheinander ein Signal geschrieben,
abgelesen und gelöscht wird und bei der die Speicherröhre aus einem Speicherschirm mit einer
Metallgegenelektrode, einer an der Gegenelektrode angebrachten Isolierschicht mit einem feinmaschigen
Metallgitter, einem Elektronenstrahlerzeugungssystem mit einer Kathode, einer Steuerelektrode, Beschleunigungs-
und Linsenelektroden zur Ausbildung eines in Richtung des Speicherschirmgitters gerichteten konzentrierten
Elektronenstrahls und Ablenkvorrichtungen zur Strahlablenkung über die Oberfläche des
Speicherschirms besteht und bei der die Elektroden des Elektronenstrahlerzeugungssystems auf festen
Potentialen in bezug auf die Kathode liegen, das Speicherschirmgitter an einem niedrigen positiven
Potential gegenüber Erde liegt und bei der der Steuerelektrode oder der Gegenelektrode die Eingangssignale
zugeführt werden und die Ausgangssignale vom Speicherschirmgitter abgenommen werden.
Es sind Speicherröhren bekannt, bei denen der Elektronenstrahl während des Ablesevorgangs beim
Auftreffen auf die Speicherschicht mehr Sekundärelektronen frei macht, als Primärelektronen auf die
Schicht auftreffen, anders ausgedrückt, bei denen das Sekundärelektronenemissionsverhältnis größer als
Eins ist.
Ziel der Erfindung ist, eine Speicherröhrenschaltung zu schaffen, bei der die gespeicherten Signale
ohne Verzerrung des Verlaufs ihrer Zeitfunktion und ohne Phasenverschiebung gegenüber dem Anfangsaugenblick der jeweiligen Periode in einer oder
mehreren Ableseperioden zwischen den Zeitpunkten nT und (n+l)T, wobei η eine ganze Zahl ist, reproduziert
werden, wenn die Signale zwischen der Zeit Null und T einer Schreibperiode gespeichert worden
sind.
Diese Bedingung ist für eine genaue Wiedergabe eines einzelnen Signals, das entsprechend dem eingeschriebenen
Signal abgelesen wird, ebenso erforderlich wie für einen genauen Vergleich zwischen mehreren
nacheinander mit oder ohne Zeitintervallen zwischen den Perioden abgelesenen Signalen. Daher
darf die jeweils vorausgehende Ablesung die auf dem Speicherschirm während der Schreibperiode geschriebenen
Ladungswerte nicht beeinflussen. Der Ablesevorgang wird dabei durch die gespeicherten Ladungen
gesteuert, ohne daß diese selbst gelöscht werden, falls nicht eine Löschung beabsichtigt ist.
Weiterhin muß die Übertragungsfunktion bei einer Schreibgeschwindigkeit, deren Abtastperiode von der
Schaltung einer Speicherröhre
Anmelder:
Compagnie Generale de Telegraphie sans FiI,
Paris
Vertreter: Dr. W. Müller-Bore
und Dipl.-Ing. H. Gralfs, Patentanwälte,
Braunschweig, Am Bürgerpark 8
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 8. August 1957
Frankreich vom 8. August 1957
Francis Boulet und Jacques Toulemonde, Paris,
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
Größenordnung einer Fünfzigstel Sekunde ist, die richtige Wiedergabe von Zwischentönen ermöglichen.
Dieses Ziel wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß zwecks Abbremsung der Elektronen die Linsenelektroden
auf abnehmenden Potentialen in bezug auf die Kathode liegen und daß die Kathode für den
Schreib- und Ablesevorgang auf Erdpotential und für den Löschvorgang auf ein hohes negatives Potential
gegen Erde zu bringen ist und daß die Gegenelektrode des Speicherschirms für den Schreibvorgang auf ein
gegen das Potential des Speicherschirmgitters höheres Potential zu bringen ist, wenn die Eingangssignale
der Steuerelektrode zugeführt werden, und daß die Gegenelektrode für die Ablese- und Löschvorgänge
im wesentlichen auf Erdpotential zu bringen ist, wenn die Eingangssignale der Steuerelektrode zugeführt
werden, oder für alle Arbeitsvorgänge auf Erdpotential zu bringen ist, wenn die Eingangssignale der
Gegenelektrode zugeführt werden.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezug auf die Fig. 1 und 2 der Zeichnung, die zur Erläuterung
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigen, beschrieben.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße
Röhre, wobei die Schaltung der Röhre schematisch angedeutet ist;
Fig. 2 ist ein Querschnitt längs der Linie 2-2 der Fig. 1.
109 649/319
Die Röhre nach Fig. 1 besteht aus einer lüftleeren zylindrischen Glashülle 1 mit einer Elektronenkanone,
Mitteln zur Führung des Elektronenstrahls und einem Speicherschirm.
Die Elektronenkanone enthält eine Kathode 2, einen Heizfaden 3, eine Wehhelt-Elektro'de 4, eine
erste Beschleunigungsanode 5 und eine zweite Beschleunigungsanode 6, die mit dem metallischen
Belag 7 verbunden ist,- der einen Teil der Wandung der Hülle 1 innen bedeckt.
Um die auf den Speicherschirm auftreffenden Elektronen in parallelen Bahnen zu führen, weist die
Röhre mehrere zylindrische oder konische Führungselektroden 8, 9 und 10 auf. Die Elektrode 10 hat ein
Quergitter 11, das parallel zum Schirm verläuft und von gleicher Ausdehnung ist wie dieser.
Der Schirm besteht aus einem sehr dünnen Gitter 12 auf einer elektrisch isolierenden Schicht 13. Die
Schicht 13 ist auf einer Metallschicht 14 aufgebracht, und das Gitter 12 liegt dem Gitter 11 gegenüber, d. h.,
es ist zur Elektronenkanone gewandt.
Zur Verbindung der Elektroden 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 11, 12 und 14 mit der äußeren Schaltung sind
in der Hülle 1 vakuumdichte Durchführungen vorgesehen.
Eine Gleichspannungsquelle 15 liefert die Potentiale für die Elemente der Elektronenkanone. Beispielsweise
liegt an der Wehnelt-Elektrode 4 ein negatives Potential von 70 Volt, an der Anode 5 ein
positives Potential von ungefähr 400 Volt und an der Anode 6 ein positives Potential von etwa 1000 Volt,
wenn man das Kathodenpotential als Bezugspotential ansieht. Der Heizfaden 3 wird aus der Stromquelle
16 gespeist.
An einer Gleichspannungsquelle 17 liegt der Spannungsteiler 18, der den Führungselektroden 8, 9 und
10 fortschreitend abnehmende und einstellbare positive Potentiale zuführt. Diese Potentiale können beispielsweise
folgende Werte haben:
500 Volt an Elektrode 8,
300 Volt an Elektrode 9 und
30 Volt an Elektrode 10,
30 Volt an Elektrode 10,
wobei das Kathodenpotential als Bezugspotential betrachtet
wird. Kathode 2 liegt am negativen Pol der Spannungsquelle 17 und daher auf dessen Potential.
Die Klemme der Stromquelle 15, die auf Kathodenpotential liegt, ist mit dem Schalter 19 verbunden.
Dieser legt in der Stellung, die in der Zeichnung durch einen ausgezogenen Strich bezeichnet ist, die Kathode
an ein Potential, das gleich oder nahe Massepotential ist. In der anderen Stellung, die in der Zeichnung gestrichelt
angedeutet ist, verbindet er die Kathode mit einem gegenüber Masse hohem negativem Potential,
beispielsweise einem Potential von -400VoIt, das
von der Gleichäpannungsquelle 20 abgenommen wird.
Die Darstellung des Schalters 19 ist in den Zeichnungen lediglich symbolisch. Dieser Schalter entspricht
in der Praxis irgendwelchen geeigneten Schaltmitteln, wie z. B. elektronischen oder elektromagnetischen
Schaltvorrichtungen.
Das Gitter 12 des Schirms ist über einen Widerstand 21 an eine Klemme einer Gleichspannungsquelle
angeschlossen, die ein positives Potential von einigen Volt, z. B. 5 Volt, gegenüber Masse hat.
Die metalische Schicht 14 des Schirms ist mit dem Schalter 23 verbunden. Für diesen gelten die vorstehend
mit Bezug auf den Schalter 19 gemachten Bemerkungen ebenfalls. In der durch eine ausgezogene
Linie angedeuteten Stellung legt der Schalter 23 die Schicht 14 an Masse oder an ein dem Massepotential
sehr dicht benachbartes Potential. In der gestrichelt angedeuteten Stellung ist die Schicht 14 an die Gleichspannungsquelle
24 angeschlossen, von der ihr ein positives Potential von beispielsweise 20 Volt gegenüber
Masse zugeführt wird.
Zwei Paare von Ablenkspulen 25, die von geeigneten Ablenkspannungsquellen (nicht gezeigt) gespeist
werden, sind für die horizontale bzw. vertikale magnetische Ablenkung des von der Elektronenkanone
erzeugten Elektronenstrahls 26 um den Hals der Hülle 1 angeordnet.
Ein Ausgangskreis 27 für das abgelesene Signal ist über Kondensator 28 an das Gitter 12 an einem
Punkt zwischen diesem Gitter 12 und dem Widerstand 21 angeschlossen.
Der Eingangskreis 29 des zu speichernden Signals ist in dem dargestellten Beispiel über einen Kondensator
30 an die Wehnelt-Elektrode 4 angeschlossen. Er kann statt dessen auch mit der Leitung verbunden
sein, die die Metallschicht 14 an den Schalter 23 anschließt, wie das bei 29' und 30' gestrichelt angedeutet
ist. Dabei muß die Wehnelt-Elektrode 4 ein geeignetes Gleichpotential erhalten, wie weiter unten
noch erörtert wird.
Wirkungsweise
Zunächst hat der Schirm keine Ladung, d. h., alle dem Gitter 12 gegenüberliegenden Punkte der Oberfläche
der isolierenden Schicht 13 haben dasselbe Potential, das dem Gitter 12 durch die Spannungsquelle 22 erteilt wird, nämlich 5 Volt im vorliegenden
Beispiel.
Zu Beginn der Schreibperiode liegt der Schalter 19 so, daß die Kathode geerdet ist, und der Schalter
23 befindet sich in einer solchen Stellung, daß der Schicht 14 ein positives Potential von 20 Volt erteilt
wird. Die Schreibsignalquelle ist bei 29 an die Wehnelt-Elektrode 4 angeschlossen, die so vorgespannt
ist, daß der Elektronenstrahl bei Abwesenheit eines Signals verschwindet. Das besagte Signal moduliert
den Strahl 26, der die Oberfläche des Gitters 12 und der Isolierschicht 13 unter dem Einfluß der Ablenkspulen
25 abtastet.
Die Bahnen des Strahls 26 laufen zunächst während ihres Durchtritts durch die Elektronenkanone
auseinander, werden jedoch durch die Wirkung der Führungselektroden 8, 9 und 10 gekrümmt und
schließlich in ihrem letzten Stück in zur Röhrenachse parallele Bahnen gebracht.
Das elektronenoptische System ist so entworfen, daß die Strahlenparallelität über die ganze Abtastperiode
hin gleichmäßig aufrechterhalten bleibt. Folglich treten die Elektronen durch das Gitter 11
senkrecht hindurch und treffen auf das Gitter 12 unabhängig vom Auftreffpunkt in einer zum Schirm
senkrechten Richtung auf.
Die Elektronen des Strahls 26 werden von der Kathode, die auf dem Potential Null liegt, emittiert
und zum Teil vom Gitter 12, das auf einem Potential von 4- 5 Volt liegt, gesammelt und dem Widerstand
21 zugeführt. Infolge dieser kleinen Potentialdifferenz handelt es sich um langsame Elektronen. Die übrigen
Strahlelektronen treten durch die Maschen des Gitters 12 hindurch und werden von der Oberfläche der
Isolierschicht 13 aufgenommen, die auf höherem
Potential als das Gitter 12 liegt, weil der tragenden Metallschicht 14 ein Potential von 20 Volt zugeführt
wird.
Der Beschüß mit lansamen Elektronen verursacht auf der Isolierschicht eine Sekundärelektronenemission
mit einem Emissionskoeffizienten kleiner als Eins. Folglich ist an einem Auftreffpunkt die Anzahl der
emittierten Elektronen kleiner als die aufgenommene Anzahl, so daß sich dieser Punkt negativ auflädt,
wobei sein Potential proportional zur Anzahl der von ihm aufgenommenen Elektronen, d. h. also proportional
zu dem bei 29 angelegten modulierenden Signal, abnimmt (weniger positiv wird). Die Potentiale der
Schaltung werden vorzugsweise so gewählt werden, daß die Maximalamplitude des modulierenden Eingangssignals
das Potential des unter Beschüß befindlichen Punktes auf Null bringt.
Die Abtastung der Oberfläche des Belages 13 durch den Strahl 26 während der Schreibperiode erzeugt
also auf dieser Oberfläche ein Potentialbild, das den Änderungen des Eingangssignals während der Schreibperiode
entspricht.
Am Ende der Schreibperiode wird der Schalter 21 in die Stellung gelegt, in der er die Metallschicht 14
mit Masse verbindet. Die Potentiale aller Punkte der Oberfläche 13 sinken dann um einen Betrag, der der
Verminderung des Potentials der Metallplatte 14 um die 20 Volt der Stromquelle 24 entspricht. Die Punkte,
an denen sich das Potential während des Schreibvorgangs nicht änderte, weil das Signal Null war, sind
dann wiederum auf dem Potential Null, während die Punkte, welche unter der Wirkung des maximalen
Signals auf das Potential Null gebracht waren, nunmehr auf einem negativen Potential liegen, das gleich
der einheitlichen Potentialverminderung an der Platte 14 ist.
Die Potentialunterschiede der einzelnen geladenen Punkte auf der Oberfläche 13 gegeneinander werden
durch diesen Vorgang nicht verändert, und das Signal bleibt somit erhalten, bis es zu einer Ableseperiode
kommt. Diese kann unmittelbar auf die Schreibperiode folgen, braucht es aber nicht. Zur Ablesung
wird der Schirm mit einem Strahl konstanter Intensität abgetastet, der z. B. dadurch erhalten wird,
daß während des Abtastens ein Signal fester Amplitude bei 29 angelegt wird. Die Potentiale aller Elektroden
werden dabei auf denselben Werten gehalten, die sie am Ende der Schreibperiode besaßen.
In jedem Zeitpunkt der Ableseperiode ist die Bahn des Elektronenstrahls genau dieselbe wie in dem entsprechenden
Zeitpunkt der Schreibperiode, vorausgesetzt, daß die Stromversorgungsspannungen der
Röhre genügend stabil sind. Wie zuvor besteht der am Gitter 12 ankommende Ablesestrahl aus langsamen
Elektronen. Wiederum trifft er unabhängig vom Ort des Auftreffens senkrecht auf den Schirm
auf.
Im Gegensatz jedoch zu den Verhältnissen während der Schreibperiode finden die Elektronen nunmehr
hinter dem Gitter eine isolierende Oberfläche mit Punkten, die entweder auf dem Potential Null
liegen — in Gebieten, die dem Signal Null entsprechen — oder auf einem negativen Potential gegenüber
Masse, wobei der Potentialwert jedes negativ geladenen Punktes der Amplitude eines bestimmten
Signalaugenblickwertes entspricht. In den Gebieten, wo das Potential Null vorliegt, werden alle Elektronen
vom Gitter 12 gesammelt. In Gebieten mit negativen Ladungen wirken die Punkte der isolierenden
Oberfläche, die diese negativen Ladungen tragen, wie Wehnelt-Elektroden und werfen die Elektronen
zurück. Die so zurückgeworfenen oder reflektierten Elektronen verteilen sich derart, daß der eine
Teil vom Gitter 12 aufgenommen wird und der andere Teil sich nach rückwärts weiterbewegt, und zwar
anfangs unter dem Einfluß des Gitters 11 und dann vermöge der Elektroden 10, 9 und 8. Das Verhältnis,
ίο in dem sich die reflektierten Elektronen auf diese
Weise verteilen, hängt von dem Potentialwert der negativen Ladung des jeweiligen Punktes ab, d. h.
also letzten Endes von der Amplitude des an dem betrachteten Punkte gespeicherten Signalwertes. In
keinem Augenblick werden die Elektronen von der isolierenden Oberfläche aufgenommen. Daher ändert
der Ablesevorgang die auf der Oberfläche gespeicherten Potentialwerte nicht. Ein solcher Ablesevorgang
kann theoretisch unendlich oft wiederholt werden; praktisch ist er lediglich durch das allmähliche Abfließen
der gespeicherten Ladungen infolge des nicht unendlich großen spezifischen Widerstandes der isolierenden
Schicht begrenzt. Man wird den spezifischen Widerstand natürlich so hoch wie möglich halten.
Die von dem Gitter 12 gesammelten Elektronen fließen durch den Widerstand 21. Nach dem Gesagten
ist der Strom in diesem Widerstand im Maximum und der von den Elektroden 11, 10, 9 und 8 abgeleitete
Strom im Minimum, wenn das gespeicherte Signal Null ist. Bei größer werdender Signalamplitude
nimmt der Strom durch den Widerstand allmählich ab, während der durch die genannten Elektroden
weggeführte Strom zunimmt. Für einen bestimmten Wert der Signalamplitude ist der Strom in dem
Widerstand 21 Null; das System wird so ausgelegt werden, daß dieser Amplitudenwert der höchsten am
Röhreneingang zu erwartenden Signalamplitude entspricht. Auf diese Weise wird die Spitzenamplitude
des Signals mit einem absoluten Strompegel in dem Belastungswiderstand in Übereinstimmung gebracht.
Angenommen, der Strom im Widerstand 21 sei Null, dann ist die Spannung zwischen dem Anschlußpunkt
des Kondensators 28 und Masse gleich der Vorspannung des Gitters 12, und da diese Spannung
allmählich abnimmt, während der Strom im Widerstand 21 ansteigt, sieht man, daß die durch den
Kondensator 28 an den Ausgangskreis geführte Spannung genau das Signal wiedergibt, das während der
Schreibperiode an den Eingang gebracht worden war, wobei der Spitzenwert der Spannung durch die von
der Stromquelle 22 bestimmte Vorspannung des Gitters 12 gegeben ist.
Wenn nach irgendeiner gewünschten Anzahl von Ablesungen der Wunsch besteht, den Schirm zu
löschen, um ihn für ein neues Speicherbild bereit zu machen, wird der Steuerarm des Schalters 19 nach
rechts in die gestrichelt angedeutete Lage gebracht. Der Steuerarm des Schalters 23 hingegen bleibt in
seiner linken Lage (ausgezogene Linie), in der er sich auch zuvor befand. Alle Potentiale der zur Elektronenkanone
gehörenden Elektroden sowie der Führungselektroden sind dann um denselben Betrag
vermindert, der der Spannung der Batterie 20 entspricht, welche in dem betrachteten Beispiel die
Kathode auf ein Potential von —400 Volt gegenüber Masse legt. Die Wehnelt-Elektrode bekommt vom
Eingang 29 her ein konstantes Signal, das den Durchtritt eines Strahls ermöglicht. Die Elektronen, die das
Gitter 12 auf dem Potential +5VoIt erreichen, sind
schnelle Elektronen. Sie treten durch das Gitter hindurch und treffen auf die Isolierschicht 13, die sie
unter der Wirkung der Ablenkspulen 25 abtasten. Es tritt dann eine von der Schicht 13 ausgehende
Sekundärelektronenemission mit einem Sekundäremissionskoeffizienten auf, der größer als Eins ist.
Daher ist an einem bestimmten Auftreffpunkt die Menge der emittierten Elektronen größer als die der
empfangenen, und der Punkt wird positiv geladen. Dieser Vorgang zerstört die in diesem Punkt eventuell
gespeicherte negative Ladung, und das Potential wird auf einen Wert nahe dem Potential des nach wie vor
auf +5VoIt liegenden Gitters 12 gebracht. Schließlich
erreichen alle Punkte der isolierenden Schicht dasselbe Potential wie das Gitter, und der Auslöschvorgang
ist beendet.
Wenn nach einer einzigen Abtastung die Auslöschung nicht hinreichend ist, kann sie mehrere Male
wiederholt werden; dann folgt eine neue Schreibperiode, und der zuvor beschriebene Zyklus beginnt
von neuem.
Wenn gemäß der abgewandelten Ausführungsform der Erfindung das zu speichernde Signal, anstatt an
die Wehnelt-Elektrode 4 gegeben zu werden, das Potential der Platte 14 über den bei 29'-30' angedeuteten
Kreis moduliert, ändert sich in der Arbeitsweise des Ablesens und Löschens nichts gegenüber
dem oben Gesagten. Lediglich der Schreibvorgang wird durch die genannte Abwandlung beeinflußt. Das
Ergebnis bleibt jedoch dasselbe. Der Steuerarm des Schalters 23 wird bei dieser Variante in der linken
Lage und das Potential der Platte 14 damit auf Null belassen, während die Wehnelt-Elektrode eine solche
Vorspannung bekommt, daß ein Elektronenstrahl aus der Elektronenkanone austreten kann. Die konstante
Intensität dieses den Schirm abtastenden Strahls wird in geeigneter Weise an der Wehnelt-Elektrode
eingestellt, daß die Sekundäremission die Ladungsspeicherung auf der Isolierschicht 13 nicht verändert,
das Potential jedes Oberflächenpunktes also auf den Wert Null gebracht wird, wenn er von dem Strahl
konstanter Intensität getroffen wird. Wenn das bei 29' angelegte Signal das Potential der Platte 14
variiert, wird diese Potentialschwankung allen Punten der Schicht 13 mitgeteilt; an dem jeweils unter
Beschüß befindlichen Punkt wird das Potential jedoch durch den Strahl bei Null gehalten. Folglich
wird auf der Oberfläche 13 ein Potential gespeichert. Wenn dann am Ende der Schreibperiode die Platte
14 wiederum auf dem Potential Null liegt, werden die Punkte, die dem Beschüß ausgesetzt waren, als die
Platte das Signal empfing, entsprechend der jeweiligen Momentanamplitude, die das Eingangssignal im
Augenblick des Beschüsses besaß, negative Potentiale annehmen. Das Ergebnis ist dasselbe wie bei Modulation
des Strahls durch die Wehnelt-Elektrode.
Aus Vorstehendem ist ersichtlich, daß die Elektroden der Elektronenkanone und die Führungselektroden während der Schreib- und Leseperioden
mit denselben Stromversorgungsspannungen betrieben wurden. Daher wird die Wiedergabe der gespeicherten
Information durch Fehler in der Geometrie der Röhre und durch Fehler in der Abtastung nicht beeinträchtigt.
Es gehen lediglich die mehr oder weniger große Vollkommenheit der Zeitablenkung und die
Stabilität der Stromversorgungsspannungen in die Wiedergabe ein.
Das während des Schreibvorgangs gespeicherte Ladungsbild wird durch den Ablesevorgang nicht gestört.
Da es schließlich möglich ist, das maximale Signal mit jenem Schwellwert zusammenfallen zu
lassen, bei dem der Strom durch den Widerstand 21 verschwindet, ist man außerdem in der Lage, eine
einheitlich gültige Beziehung zwischen jedem mittleren Wert der Amplitude und einem bestimmten im
Widerstand fließenden Strom herzustellen, also die Zwischentöne richtig wiederzugeben.
Die bei der Zielsetzung genannten Anforderungen an die Speicherröhrenschaltung werden daher durch
die erfindungsgemäße Schaltung erfüllt. Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen
begrenzt, sondern Änderungen und Abwandlungen innerhalb des Erfindungsgedankens zugänglich.
Claims (3)
1. Schaltung einer Speicherröhre, mit der nacheinander ein Signal geschrieben, abgelesen und gelöscht
wird und bei der die Speicherröhre aus einem Speicherschirm mit einer Metallgegenelektrode,
einer an der Gegenelektrode angebrachten Isolierschicht mit einem feinmaschigen Metallgitter,
einem Elektronenstrahlerzeugungssystem mit einer Kathode, einer Steuerelektrode, Beschleunigungs-
und Linsenelektroden zur Ausbildung eines in Richtung des Speicherschirmgitters gerichteten konzentrierten Elektronenstrahls und
Ablenkvorrichtungen zur Strahlablenkung über die Oberfläche des Speicherschirms besteht und
bei der die Elektroden des Elektronenstrahlerzeugungssystems auf festen Potentialen in bezug
auf die Kathode, das Speicherschirmgitter an einem niedrigen positiven Potential gegenüber
Erde liegen und bei der der Steuerelektrode oder der Gegenelektrode die Eingangssignale zuzuführen
sind und vom Speicherschirmgitter die Ausgangssignale abzunehmen sind, dadurch ge
kennzeichnet, daß zwecks Abbremsung der Elektronen die Linsenelektroden (8, 9, 10) auf abnehmenden
Potentialen in bezug auf die Kathode (2) liegen und daß die Kathode für den Schreib- und
Ablesevorgang auf Erdpotential und für den Löschvorgang auf ein hohes negatives Potential
gegen Erde zu bringen ist und daß die Gegenelektrode (14) des Speicherschirms für den Schreibvorgang
auf ein gegen das Potential des Speicherschirmgitters (12) höheres Potential zu bringen
ist, wenn die Eingangssignale der Steuerelektrode (4) zugeführt werden, und daß die Gegenelektrode
(14) für die Ablese- und Löschvorgänge im wesentlichen auf Erdpotential zu bringen ist, wenn
die Eingangssignale der Steuerelektrode (4) zugeführt werden, oder für alle Arbeitsvorgänge auf
Erdpotential zu bringen ist, wenn die Eingangssignale der Gegenelektrode (14) zugeführt werden.
2. Schaltung einer Speicherröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Potentiale
der verschiedenen Elektroden so gewählt werden, daß während des Schreib- und Ablesevorgangs
die auf den Speicherschirm auftreffenden Elektronen langsam sind und das Sekundäremissionsverhältnis
kleiner als Eins ist, wogegen während des Löschvorgangs die auf den Speicherschirm
auftreffenden Elektronen schnell sind und das Sekundäremissionsverhältnis größer als Eins ist.
3. Speicherröhren in der Anordnung der Schaltung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Linsenelektroden (8, 9, 10) zwischen den Ablenkvorrichtungen (25) und dem
Speicherschirm (12, 13, 14) angeordnet sind, so daß zwischen den Elektroden solche elektrostatischen
Linsenfelder entstehen, die den von den
10
Ablenkvorrichtungen abgelenkten Elektronenstrahl veranlassen, im wesentlichen senkrecht auf
den Speicherschirm aufzutreffen.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegescnrift W18069 VHIc/21g (bekanntgemacht am 22.11.1956).
Deutsche Auslegescnrift W18069 VHIc/21g (bekanntgemacht am 22.11.1956).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1111744B true DE1111744B (de) | 1961-07-27 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC17317A Pending DE1111744B (de) | 1957-08-08 | 1958-08-07 | Schaltung einer Speicherroehre |
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| NL187162B (nl) * | 1953-05-26 | Texaco Development Corp | Kwaternaire acrylamides en methacrylamides, alsmede bereidingswijze daarvoor. | |
| NL203117A (de) * | 1955-02-04 |
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-
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- 1958-07-31 GB GB24669/58A patent/GB847739A/en not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
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| GB847739A (en) | 1960-09-14 |
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