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Verfahren zur dezimalstellenrichtigen Ausrichtung von Zahlen in Speicherwerken
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur dezimalstellenrichtigen Ausrichtung von
Zahlen in Speicherwerken.
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Bei Eingabeeinrichtungen mit einer Zehnertastatur werden die einzelnen
Ziffern einer Zahl entsprechend ihrem Stellenwert eingetastet. Wenn also z. B. maximal
sechs Stellen vor dem Komma vorgesehen sind, die betreffende Zahl aber nur zwei
Stellen besitzt, so muß bei den üblichen Einrichtungen der Vorschub viermal leer
und dann mit den beiden Ziffern getastet werden. Man muß also in jedem Fall unabhängig
von der Stellenzahl alle sechs Vorschübe betätigen. Noch ungünstiger werden derartige
Einrichtungen, wenn es sich um die Registrierung von Beträgen handelt, die Dezimalstellen
hinter dem Komma enthalten können. Dann müssen auch noch diese Stellen mitgetastet
werden, einerlei ob kennzeichnende Stellen vorhanden sind oder nicht. Derartige
Tastvorgänge bedeuten also eine ziemliche Zeitvergeudung, zumal wenn viele Zahlen
vorkommen, deren Stellenzahl geringer ist, als der maximalen entspricht. Man hat
deshalb auch schon Tabulatoren verwendet, die jedoch keine befriedigende Lösung
mit sich brachten.
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Ein ganz anders gearteter bekannter Vorschlag geht daher dahin, die
Zahlen wie im normalen Schreibgebrauch, mit der höchsten Stellenzahl beginnend,
einzutasten und eine Einrichtung vorzusehen, die dann die Zahl vor ihrem Abdruck
od. dgl. an die richtige Dezimalstelle rückt. Die bekannte Einrichtung besteht aus
zwei getrennten Speichern. In den ersten Speicher werden die Zahlen ohne Rücksicht
auf die, Dezimalstellen eingetastet und dann in den zweiten Speicher übertragen,
wobei während des Übertragungsvorganges in den zweiten Speicher die Stellenverschiebung
durchgeführt wird. Als Speicher dienen Relaisschaltungen, wobei die Relaisschaltungen
des zweiten Speichers in Abhängigkeit von der in dem ersten Speicher gespeicherten
Zahl so gesteuert werden, daß in jedem Fall in dem zweiten Speicher die Zahlen dezimalstellenrichtig
gespeichert werden. Man benötigt also zwei Speicher und sehr komplizierte Relaisschaltungen
für die Stellenverschiebung der eingetasteten Zahlen. Bei dieser bekannten Anordnung
spart man zwar das Eintasten der leeren Stellen vor dem Komma, doch muß man auch
hier alle Stellen hinter dem Komma tasten, unabhängig davon, ob kennzeichnende Stellen
vorhanden sind oder nicht, da das Komma selbst nicht mitgetastet wird.
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Diese Nachteile werden durch das Verfahren gemäß der Erfindung beseitigt.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum automatischen dezimalstellenrichtigen
Ausrichten von in einen Speicher mit fester Kommastelle eingespeicherten Zahlen,
die zum späteren Rechnen, Sortieren und/oder Registrieren auf Lochkarten, Lochstreifen,
Magnetbändern oder anderen Informationsträgem dienen. Erfindungsgemäß werden die
Ziffern der Zahl so in den Speicher eingespeichert, daß jeweils die höchste Stelle
der betreffenden Zahl die höchstrangige Speicherzelle und die folgenden Ziffern.
nach ihrem Stellenwert die folgenden Speicherzellen belegen; ferner werden ein Zähler
bei jeder eingespeicherten Ziffer vor dem Komma um eine Stelle weitergeschaltet
und nach vollständiger Einspeicherung der Zahl die Ziffern jeweils in die nüchstniedrigere,
Stelle übertragen und bei jedem übertragungsschritt der Zähler um eine Stelle weitergeschaltet,
bis er die vorbestimmte Endstellung (gleich der maximal möglichen Anzahl der Stellen
vor dem Komma) erreicht und damit die Stellenverschiebung unterbricht.
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In einer älteren Anmeldung ist bereits ein tastengesteuertes Eingabewerk
für eine Rechenmaschine mit fester Kommastellung zur stellenrichtiggen Aufzeichnung
von Zahlen in einen zyklisch arbeitenden Speicher vorgeschlagen worden, doch werden
hierbei die einzelnen Ziffern der Stellen links vom Komma nach rechts aufeinanderfolgend
in die Einerstelle eingeführt und bei der Einführung jeder folgenden Ziffer der
Zahl die vorher eingetasteten Ziffern jeweils in die nächsthöhere Stelle übertragen.
Gleichzeitig wird ein Stellenzähler bei Betätigung der Kommataste durch die Eintragung
, der Ziffern rechts vom Komma mit der Stellenverschiebung nach links weiterget>
schaltet
und nach Beendigung der Zifferneintragung durch Betätigung der Speichertaste die
Stellenverschiebung und die Fortschaltung des Zählers so lange fortgesetzt, bis
der Zähler die vorbestimmte Endstellung erreicht hat.
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Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung werden nur die kennzeichnenden
Stellen einschließlich des etwa vorhandenen Kommas getastet. Das Tasten von vorderen
und hinteren Nullen oder Leerstellen ist überflüssig. Die Ziffern werden entsprechend
ihrem *Stellenwert eingetastet. Bei jedem Drücken einer Zifferntaste wird der Ziffernwert
gespeichert und ein Zählimpuls auf ein Zählwerk gegeben. Durch das Drücken der Dezimalkommataste
wird das Fortschalten des Zählers bis zum Drücken der Tabulatortaste gesperrt. Beim
Drücken dieser Taste wird der Zähler entsperrt, falls er vorher gesperrt war, und
ein Steuersignal an die Verschiebeeinrichtung gesendet, die sodann die gespeicherte
Zahl dezimalstellenweise nach rechts verschiebt und dem Zähler bei jedem Verschiebesehritt
einen Zählimpuls sendet, der seinerseits die Verschiebeschritte zu den gezählten
Ziffernschritten addiert. Hat der Zähler den Stand erreicht, der der festgesetzten
Stellenzahl vor dem Komma entspricht, dann unterbricht er die Stellenverschiebung
durch entsprechende Steuerimpulse. Die Unterbrechung kann z. B. durch einen Vergleich
der vorher in dem Zähler eingestellten maximal möglichen Stellenzahl mit den gezählten
Impulsen ausgelöst werden. Derartige Schaltungen sind in der Technik hinreichend
bekannt.
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Es können vor dem Komma noch andere Kennzeichen eingeführt werden,
um z. B. jeweils dreistellige Zifferngruppen voneinander zu trennen, wie 'es bei
der Registrierung von Geldbeträgen üblich ist. Die Anordnung arbeitet in diesem
Fall genau wie oben. nur gilt dann als maximale Stellenzahl, auf die das Zählwerk
eingestellt werden muß, die maximale Ziffernzahl plus der Stellenzahl der Markierungen.
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Das Ausrichten der Zahlen kann anstatt zwischen Tast- und Registriervorgang
auch zwischen dem Lese-und Rechen- (bzw. Sortier-, Misch-, Druck-) Vorgang eingeschaltet
werden. An der Ausrichtungsanordung ändert sich dann grundsätzlich nichts.
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Als Speicher kann ein elektronischer, elektromechanischer oder mechanischer
Speicher bekannter Art dienen, während als Verschiebeeinrichtung eine elektronische
Anordnung verwendet wird. Derartige Anordnungen sind in der Technik bekannt und
brauchen hier nicht erläutert zu werden.
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Die Erfindung wird an Hand der Fig. 1 bis 5 beispielsweise
näher erläutert. Es zeigt Fig. 1 die Speicherung von einigen Zahlen nach
den üblichen Systemen, Fig. 2 bis 5 vier Beispiele für die Stellenausrichtung
gemäß der Erfindung.
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In Fig. 1 sind die vier Zahlen »35«, »0,18«, »3,2«
und
»1020« registriert. Es muß also die maximale Stellenzahl getastet werden, wobei
man für die leeren Stellen entweder Nullen oder die Leertaste eintasten kann.
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Bei den Beispielen der Fig. 2 bis 5 ist ebenfalls, wie in Fig.
1, ein Feld von acht Stellen mit Dezimalkomma zwischen sechster und siebenter
Stelle vorgesehen, d. h., der festgesetzte Zählerstand beträgt
»6«. Die Stellen sind durch senkrechte Striche angedeutet, wobei der dicke
Strich die Kommastelle angibt. Die letzte Zahlenreihe stellt den jeweiligen Zählerstand
dar. Das Drücken der Tabulatortaste und damit der Beginn der automatischen Verschiebung
ist mit einem Sternchen neben der entsprechenden Zeile angegeben, während »K« neben
der Zeile Tasten des Kommas bedeutet.
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Nach Fig. 2 soll die Zahl »35« ausgerichtet werden. Hierfür
werden die Tasten »3«, »5« und »Tabulator« nacheinander gedrückt. Beim Drücken
dieser Tasten zählt der Zähler jeweils um Eins weiter; beim Drücken der Tabulatortaste
wird außerdem die Stellenverschiebung eingeleitet und bei jedem Verschiebeschritt
ein Zählimpuls auf das Zählwerk gegeben, das bei Erreichen seines Endstandes die
Verschiebung abbricht.
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Fig. 3 zeigt das Eintasten und Ausrichten der Zahl
»0,18«. Getastet wird »Komma.«, »l«, »8(#, »Tabulator«. Beim Drücken
des Kommas wird der Zähler gesperrt und erst beim Drücken der Tabulatortaste zum
Zählen freigegeben. Der automatische Ablauf des Verschiebens geht nun wie in Fig.
2 vonstatten, bis der Zähler wieder seinen Endstand erreicht hat und damit die eingetastete
Zahl dezimalstellenrichtig ausgerichtet ist.
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Die Fig. 4 und 5 zeigen das Ausrichten der Zahl »3,2«
bzw. »1020«. Der Ablauf des Verschiebevorganges ergibt sich aus den Figuren sowie
dem vorher Gesagten.